Freitag, 29. Juli 2011

Pressespiegel Bildung 29.07.2011

"Der Standard" vom 29.07.2011                              Seite: 9

Ressort: InlandChronik

 

Hauptausgabe, Abend, NÖ, Hauptausgabe, Morgen

 

Der schwierige Kampf gegen Wiener Bildungslücken

 

Es fehlt an Kindergartenpersonal und Sozialarbeitern, jeder fünfte 14-Jährige kann nicht sinnerfassend lesen: Rot-Grün will das Wiener Bildungssystem reformieren, ist dabei aber auf den Bund angewiesen.

 

   Andrea Heigl

 

   Wien - Über Straßen zu streiten sei ihm lieber als über Schulen, sagte Bürgermeister Michael Häupl (SP), als es zwischen SP und Grünen ernst wurde; tatsächlich war die meilenweite rot-schwarze Entfernung in Bildungsfragen eines der Hauptargumente gegen eine solche Koalition.

 

   Doch im Bund regieren die Schwarzen nun einmal mit - und die Stadt stößt in Bildungsreformfragen immer wieder an ihre Grenzen. Etwa bei den Pädagogen: So sicher wie das Lamento über schlechtes Sommerwetter kam vergangene Woche wieder einmal der Ruf nach mehr qualifiziertem Kindergartenpersonal.

 

   Seit die Betreuung für alle Kinder von null bis sechs in Wien gratis ist, fehlen Pädagogen an allen Ecken und Enden. Die Stadt hat eine zusätzliche Ausbildungsschiene eingerichtet, 2013 könne man beginnen, "die Lücke zu schließen", sagt Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SP). Er hofft gleichzeitig auf "neue Ausbildungsmodelle" - sprich eine akademische Kindergarten-Pädagogen-Ausbildung, die gleichzeitig die Durchlässigkeit verbessert, also ermöglicht, sich etwa zum Volksschullehrer weiterzubilden.

 

   Auch die rund 30 Schulsozialarbeiter, die die Stadt seit dem vergangenen Jahr einsetzt, harren einer Bundesentscheidung: Sie sind derzeit beim Stadtschulrat auf Lehrerposten angestellt, was unter anderem bedeutet, dass sie in den ersten Jahren bloß befristete Einjahresverträge erhalten. An der grundsätzlichen dienstrechtlichen Konstruktion möchte man zwar festhalten, Oxonitsch hofft aber, dass im Zuge einer bundesweiten Reform des Lehrerdienstrechts auch die Schulsozialarbeiter verankert werden. In einer anderen Reformfrage gab es im Bund tatsächlich Bewegung: Die Hürde, wonach nur zehn Prozent aller Schulen pro Bundesland als Neue Mittelschulen (NMS) geführt werden dürfen, ist gefallen; in ihr Koalitionspapier hatten SP und Grüne noch geschrieben, sich "mit Nachdruck" dafür einsetzen zu wollen.

 

   Nun, da es so weit ist, habe sich aber nicht viel geändert, sagt Oxonitsch dem Standard: Er halte nichts davon, einfach "alle Taferln auszutauschen" und Hauptschulen in NMS zu verwandeln. Bei der "Wiener Mittelschule" sollen Gymnasien und Hauptschulen kooperieren. Und das ist nicht ganz einfach durchzusetzen.

 

   Denn zwei Drittel der Lehrer, Schüler und Eltern an einem Standort müssen der Umwandlung in eine NMS zustimmen - auch jene der vierten Klasse Unterstufe, die davon gar nicht mehr betroffen sind. "Da hat man eine sehr hohe Hürden gelegt", findet der Bildungsstadtrat.

 

   Grundlegende Defizite

 

   Im Wiener Schulsystem gibt es aber auch viel grundlegendere Defizite, die jüngst ein flächendeckender Lesetest zutage förderte: Jeder vierte Zehnjährige und jeder fünfte 14-Jährige hat Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen, sieben bis zehn Prozent der getesteten Kinder fehlen die elementarsten Lesefähigkeiten. Für sie soll es im Herbst eine Art "Crashkurs" geben, auch die Lehrer sollen speziell geschult werden. Zu Weihnachten wird wieder überprüft. Und zumindest in dieser Bildungsfrage liegt die Verantwortung einzig und allein bei der Stadtregierung.

 

   Lesen Sie im nächsten Teil:

 

   Wie die Rathaus-Medienorgel PID  Druck von den Stadträten nehmen soll.

 

   p derStandard.at/ReformagendaWien

 

   Reformagenda

 

   Wien

 

   Teil 6: Bildung

 

Bild: Beim flächendeckenden Lesetest stellte sich heraus, dass es

      einem Gutteil der Wiener Kinder an elementaren Lesefähigkeiten

      mangelt. Im Herbst soll es für sie "Crashkurse" geben. Foto:

      APA

 

 

"Kronen Zeitung" vom 29.07.2011                            Seite: 3

Ressort: politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Morgen

 

Die mit dem Glaskinn Lehrer haben zwei Monate Sommerferien plus...

 

   Die mit dem Glaskinn Lehrer haben zwei Monate Sommerferien plus Weihnachten plus Ostern plus Energieferien. Freigestellte Lehrergewerkschafter unterrichten wenn überhaupt nur ganz wenige Stunden, und so bleibt ihnen sehr viel Zeit, um "nachzudenken".

 

   Etwa darüber, wie man Bemühungen, unser reparaturbedürftiges Schulsystem zu verbessern, torpedieren kann. Die Devise lautet: "Nein" zu Plänen der Unterrichtsministerin und vor allem ein "deutliches Nein" zu Mehrarbeit der Lehrer.

 

   Genau diese Diskussion wurde jetzt im innenpolitischen Sommerloch von der Lehrergewerkschaft neu angezettelt.

 

   Besonders arg wird diese Einmischung der Gewerkschaft in Bildungs-und Schulfragen, wenn Personalvertretungswahlen bevorstehen. Da findet geradezu ein Wettlauf statt, der gerade amtierenden Unterrichtsministerin Prügel vor die Beine zu werfen und ihr auszurichten, was geht und was nicht.

 

   Ja, und wenn umgekehrt die Gewerkschaft in die Pflicht genommen wird (etwa mit Vorschlägen für eine Mehrarbeit usw.), heißt es postwendend: nicht mit uns, nicht in diesem Ton.

 

   Sind halt ganz stark im Austeilen und ganz, ganz schwach im Einstecken.

 

Donnerstag, 28. Juli 2011

Kuntzl: Durchschnittliche AHS-Klassengröße wurde deutlich gesenkt

OTS0140 5 II 0280 SPK0004                             Do, 28.Jul 2011

 

SPÖ/Kuntzl/Bildung/Schulen

 

Kuntzl: Durchschnittliche AHS-Klassengröße wurde deutlich gesenkt

 

Utl.: Klassenhöchstgrenze von 25 Schülern ist Richtwert =

 

   Wien (OTS/SK) - SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl betonte heute, Donnerstag, dass es eine gleiche Behandlung der Schulformen AHS und Neue Mittelschule (NMS) gibt. "Wie vereinbart, erhalten die Gymnasien in Österreich die finanziellen Ressourcen, die sie benötigen", sagte Kuntzl gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Besonders positiv sei, dass die Klassengrößen in den AHS in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden konnten und somit die Betreuungssituation erheblich verbessert wurde, unterstrich Kuntzl.****

 

Während die durchschnittliche Klassengröße im Bereich der AHS im Schuljahr 2006/2007 noch 25,4 Schülerinnen und Schüler umfasste, lag der Durchschnitt im abgelaufenen Schuljahr 2010/2011 nur noch bei 23,63. Die derzeitigen Klassengrößen liegen damit deutlich unter 25 Kindern pro Klasse. Und das, obwohl die Anzahl von 25 in der AHS keine verpflichtende Norm, sondern nur ein Richtwert ist, der um maximal 20 Prozent überschritten werden darf. "Selbst eine Klassengröße von 30 Kindern würde also noch den Vorgaben entsprechen", stellte Kuntzl klar.

 

"Diese deutliche Verbesserung hin zu kleineren Klassen ist vor allem das Ergebnis der engagierten Bildungspolitik von Ministerin Schmied", betonte die Wissenschaftssprecherin. So sind in den letzten Jahren rund 2.000 zusätzliche Lehrerposten im Bereich der AHS und BMHS geschaffen worden, um das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern zu optimieren. "Und wir setzen uns dafür ein, die Klassengrößen - sowohl in AHS, BMHS und NMS - weiter zu senken", betonte Kuntzl.

 

Kuntzl verweist außerdem auf den Umstand, dass etwa die 80 Mio. Euro, die jährlich für den Ausbau ganztägiger Schulformen zur Verfügung gestellt werden, auch den AHS offen stehen. "Es liegt an den Schulen, sich dieses Geld abzuholen", so Kuntzl. (Schluss) sc/bj

 

Rückfragehinweis:

   SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,

   Tel.: 01/53427-275

   http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

 

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OTS0140    2011-07-28/15:28

 

Pädagogen-Ausbildung - Später Start für Elementarpädagogik

APA0242 5 II 0533 XI                                  Do, 28.Jul 2011

 

Schulen/Lehrer/Reform/Schmied

 

Pädagogen-Ausbildung - Später Start für Elementarpädagogik 1

 

Utl.: Schmied: Lehrpersonal fehlt - Expertinnen: Gemeinden stellen

      sich quer - Doktoratsprogramme für künftige Lehrende sollen

      2012 starten =

 

   Wien (APA) - Mit einem Universitätsstudium auf dem neuesten Wissensstand sein, in der Gesellschaft Ansehen gewinnen und ein höheres Gehalt bekommen: Das sind bereits lang gehegte Wünsche von und für Kindergartenpädagogen, die nun im Rahmen der neuen, alle Lehrer umfassenden Pädagogen-Ausbildung erfüllt werden sollen. Doch bis Bachelor und Master als Regelabschlüsse auch für sie kommen, dauert es noch - weil das Lehrpersonal für Elementarpädagogik erst ausgebildet werden muss, so Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Und weil sich die Gemeinden, die für die Kindergärten zuständig sind, ob der künftig höheren Gehälter querstellten, kritisieren Experten und Betroffene.

 

   Eckpunkte des Modells zur "Pädagoginnenbildung NEU", das von einer Vorbereitungsgruppe um den Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider erstellt wurde: Aufnahmeverfahren, gemeinsame Studieneingangsphase und ein gemeinsamer Ausbildungskern für alle. Geht es nach der Vorbereitungsgruppe, sollen noch in diesem Herbst die Vorarbeiten für die neue gemeinsame Ausbildung für alle Pädagogen - vom Kindergarten bis zur maturaführenden Schule - beginnen.

 

   Im Bereich der Elementarpädagogik, für die im Konzept der Expertengruppe österreichweit an jeder neu zu schaffenden Ausbildungsinstitution eine Professor vorgesehen ist, ist der Start jedoch später angesetzt. Grund: Schmied vermisst vorerst sowohl an den Unis als auch an den Pädagogischen Hochschulen (PH) Personal für eine entsprechende akademische Ausbildung. Im Büro der Ministerin rechnet man auf Anfrage der APA mit etwa zehn Jahren, "bis das Ganze implementiert ist und alle Voraussetzungen so erfüllt sind, wie wir das haben wollen".

 

   "Deshalb können wir mit der Ausbildung erst etwas später beginnen", bestätigt Cornelia Wustmann, österreichweit einzige Professorin für Elementarpädagogik an der Uni Graz und Mitglied der Vorbereitungsgruppe, zur APA. "Es ist nicht so, dass wir niemand geeigneten in Österreich haben, aber eben nicht auf dem akademischen Niveau". Um künftige Bachelor- und Masterstudenten in Elementarpädagogik auszubilden, benötige es Doktoratsprogramme, die 2012 starten sollen, so die Professorin.

 

   Ein Schritt, der von der Politik schon viel früher hätte eingeleitet werden sollen, meint Raphaela Keller, Obfrau der Berufsgruppe von Kinder- und HortpädagogInnen Wien. "Es gibt genug Kindergartenpädagogen, die nach ihrer Ausbildung studiert haben und nun an Bakips unterrichten", meint sie gegenüber der APA. An Bakips, also Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik, findet derzeit im Rahmen eines fünfjährigen Oberstufengymnasiums mit Matura und paralleler Fachausbildung die Ausbildung zum Elementarpädagogen statt. "Natürlich gehört diese Ausbildung für die tertiäre Ebene adaptiert, aber es gibt trotz allem Menschen, die mit dem Uni-Betrieb vertraut sind."

 

   Auch Heidemarie Lex-Nalis, Bakip-Direktorin i.R. und wie Keller Mitglied der Plattform EduCare, bezeichnet das Feld österreichweit als überschaubar. "Wir sind ein so kleines Land, da muss man kein großer Prophet sein, um zu sagen, wer die in Frage kommenden Menschen für zukünftige Ausbildungsfunktionen sind." Sowohl Keller als auch Lex-Nalis sehen neben dem Personal-Mangel auch politische Hintergründe als Auslöser für den späten Start. "Wenn die Ausbildung akademisch wird, dann muss auch das Dienst- und Besoldungsrecht den Lehrern angeglichen werden", so Lex-Nalis.

 

   Laut Keller "wettert" etwa Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (V) dagegen, müssten doch die für Kindergärten zuständigen Gemeinden in weiterer Folge die Kosten für höhere Gehälter tragen. "Solange Kindergärten nicht zur Bundeskompetenz gehören, sind wir ein Spielball zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Privaten", meint Keller. "Es scheint offenbar nicht möglich, wirklich kooperativ zu arbeiten."

(Forts.) pra/jle/spu

 

APA0242    2011-07-28/12:04

 

 

APA0246 5 II 0521 XI               F. APA0242/28.07   Do, 28.Jul 2011

 

Schulen/Lehrer/Reform/Schmied

 

Pädagogen-Ausbildung - Später Start 2: Zukunft der Bakips ungewiss

 

Utl.: Schmied will Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik

      erhalten - Wustmann: "Curricula müssen modularisiert werden" Wien/APA =

 

   Was mit den Bakips passiert, sobald die Ausbildung auf tertiärer Ebene kommt, ist unklar. Aus dem Unterrichtsministerium heißt es, dass es schlussendlich an den Gemeinden liegt, ob und inwiefern sie eine höhere Qualifikation für leitende Positionen verlangen und Bakip-Absolventen beispielsweise künftig als "Assistenzkräfte" arbeiten. "Letztlich wird der Fortbestand der Bakips davon abhängen, wie sie sich selbst verhalten", meint indes Cornelia Wustmann zur APA. Sie sieht vonseiten der Bakips "dringenden Handlungsbedarf in der Neugestaltung ihrer Ausbildungsinhalte".

 

   "Die Curricula müssen dringend modularisiert und an den wissenschaftlichen Stand der Forschung angepasst werden", so Wustmann. Gelinge das nicht, "wird es schwierig für die Absolventen". "Irgendwann wird die Frage sein: Will ich als Kindergartenpädagogin nur die Bakip machen oder gegebenenfalls weiterstudieren und einen anderen gesellschaftlichen Status erreichen." Schmied kündigte vor zwei Wochen an, als "ersten und wichtigen Schritt" die Lehrenden der Bakip "speziell" auszubilden und in die Modernisierung zu investieren.

 

   Eine Investition, die laut Raphela Keller im Sand verläuft. "Die Bakip ist ein sehr teures Ausbildungssystem, da nur 20 bis 40 Prozent der Absolventinnen überhaupt in den Beruf einsteigen." Das Geld, das die "nicht zeitgemäßen" Bakips kosten bzw. zusätzlich brauchen, "sollte in eine richtige Reform investiert werden". Bis Bachelor und Master als Abschlüsse für Elementarpädagogik kommen, sei eine Umstellung von Bakips auf Kollegstudiengänge sinnvoll. Menschen ab 18 könnten ihren Berufswunsch besser einschätzen, außerdem "fallen die Maturafächer weg und ich kann mich auf die Praxis konzentrieren".

 

   Hat das Uni-Studium dann erst mal Fuß gefasst, "brauchen wir die Bakips in ihrer jetzigen Form nicht mehr", ist sich Keller sicher. EduCare fordere eine Umwidmung der Schulen in "pädagogisch-soziale Gymnasien, in denen interessierte Menschen bis zur Matura jene Berufsfelder, die sie nachher studieren können, kennenlernen".

 

   Fakt ist laut Wustmann: Die Ausbildung an einer Bakip allein reicht heutzutage nicht, um den Anforderungen gerecht zu werden. "Eine Elementarpädagogin steht vor der Aufgabe, das gesamte breite Wissen, das Kinder abfragen, selbst zu beherrschen", so Wustmann zum Unterschied zu Lehrern, die im Vergleich "zwei bis drei Fächer" vermitteln. Von sozialen bis zu naturwissenschaftlichen, musischen und mathematischen Kompetenzen entsteht "eine große Bandbreite dessen, was man können muss" und viele Pädagogen "eignen sich dieses Wissen in Fort- und Weiterbildungen an". Laut Lex-Nalis lernen Pädagogen derzeit nur "Rezepte für Fünfjährige, Achtjährige". "Dabei wissen wir mittlerweile, dass es für Kinder bereits im Kindergarten ganz unterschiedliche Voraussetzungen gibt". Hier müssen Pädagogen "anknüpfen können und über den wissenschaftlichen Hintergrund verfügen, um zu verstehen, warum ein Kind ist, wie es ist, und um mit Eltern kooperativ zusammenarbeiten zu können".

 

   Dass es sich bei der Aufgabe um einen sogenannten "Frauenberuf" handelt, werde sich laut Wustmann nicht ändern - trotz allem bestehe die Hoffnung, dass man den Beruf durch das Anheben auf die universitäre Ebene und die damit verbundene Verbesserung von gesellschaftlichem Ansehen und Bezahlung dadurch für Männer attraktiver macht. "In anderen Ländern hat elementare Bildung eine deutlich höhere Stellung", so Wustmann. "In Norwegen und Dänemark ist sie gesellschaftlich hoch angesehen - dort gibt es mit zehn Prozent Männeranteil deutlich mehr Männer in dem Beruf als in Österreich."

(Schluss) pra/jle/spu

 

APA0246    2011-07-28/12:08

Abschrift aus dem heutigen Mittagsjournal 2 - Bildungsstreit: Rauch fordert Gleichbehandlung der AHS

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 28.07.2011 12.00 Uhr

 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 (12:00) - Bildungsstreit: Rauch fordert Gleichbehandlung der AHS

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Der Streit um die Bildung geht auch in den Ferien weiter. Die Unterstufe der

   Gymnasien werde finanziell ausgehungert, warnt die Lehrergewerkschaft, und

   sie verweist auf Budgetkürzungen an den AHS und auf Versäumnisse bei der

   beschlossenen Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen auf maximal 25. Jetzt

   meldet sich ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch zu Wort und nimmt die

   Unterrichtsministerin, Claudia Schmied von der SPÖ, in die Pflicht: Die

   AHS-Unterstufe müsse so wie die Neuen Mittelschulen mehr Geld bekommen.

   Stefan Kappacher:

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Obwohl die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 schon vor fünf Jahren

   beschlossen worden ist und in den Hauptschulen - den künftigen Neuen

   Mittelschulen - längst umgesetzt, ist in vielen AHS-Klassen immer noch zu

   wenig Geld dafür da, klagt die Lehrergewerkschaft. Sie kann sich auf Zahlen

   des Rechnungshofes berufen. Es gebe aktuell auch Budgetkürzungen an den

   AHS, so die Gewerkschaft, die daraus den Schluss zieht, die SPÖ wolle die

   AHS-Unterstufe durch die Hintertür abschaffen, um die gemeinsame Schule der

   10- bis 14-Jährigen durchzusetzen. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch, den

   wir in seinem Italienurlaub erreicht haben, ist gar nicht erfreut über

   diese Neuigkeiten von daheim. Rauch an die Adresse der

   SPÖ-Unterrichtsministerin:

 

Rauch Hannes (ÖVP)

   Das kann also nicht sein, dass also das Gymnasium eine benachteiligte

   Schulform ist gegenüber anderen Schulformen, weil es geht ja da um die

   Bildung von unseren Kindern, und deshalb ist es ganz, ganz wichtig, dass

   das Gymnasium auch dementsprechend berücksichtigt wird in der Planung des

   Ressorts.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Machen wir es an zwei Punkte konkret fest: Fordern Sie, dass die

   AHS-Unterstufe finanziell ebenso gut ausgestattet wird, wie es für die

   Neuen Mittelschulen jetzt vorgesehen ist? Die kriegen ja relativ Geld.

 

Rauch Hannes (ÖVP)

   Es ist so, dass der Steuerzahler für die Neuen Mittelschulen tief in die

   Taschen gegriffen hat, und wir fordern, dass auch die Gymnasien auch

   dementsprechend ihre Berechtigungen in unserem Schul- und Bildungssystem

   haben und dass eben dort auch die Klassenschülerhöchstzahlen eingehalten

   werden. Es kann also nicht sein, dass also die Gymnasien überfüllt sind und

   dass die Neuen Mittelschulen dort schon weiter sind, beziehungsweise die

   Hauptschulen. Also, wir fordern einfach eine Gleichbehandlung und vor allem

   fordern wir, dass sich diese Kritikpunkte in Luft auflösen bis zum

   Schulbeginn, weil dort sollten dann klare Verhältnisse sein, auch für die

   Schülerinnen und Schüler in den Gymnasien.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Bezieht sich das auch auf die Kritik der Gewerkschaft, dass Budgets gekürzt

   würden für die AHS?

 

Rauch Hannes (ÖVP)

   Das Bildungsministerium hat das notwendige Budget und da geht es einfach

   darum, dass also jeder - jeder Schultyp, sei es jetzt Neue Mittelschule,

   sei es Hauptschule oder sei es die Unterstufe des Gymnasiums,

   dementsprechend mit den finanziellen Rahmenbedingungen ausgestattet wird.

   Was nicht sein kann, ist eine Ungleichbehandlung von - von

   unterschiedlichen Schultypen in Österreich.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   An ein systematisches Aushungern der AHS-Unterstufe, wie es die Gewerkschaft

   befürchtet, glaubt der ÖVP-Generalsekretär nicht.

 

Rauch Hannes (ÖVP)

   Ich hoffe, dass es nicht so ist, weil wir im Koalitionsübereinkommen ganz

   klar festgehalten haben, dass wir die Neuen Mittelschulen ausbauen wollen,

   aber auch, dass wir unsere Gymnasien erhalten wollen. Und deshalb hoffe

   ich, dass es nicht so ist.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Denn eine Diskriminierung der AHS, so Hannes Rauch, wäre schlicht ein Bruch

   des Koalitionsabkommens.

 

Der gegenständliche Text ist eine Abschrift eines audiovisuellen Beitrags. Aufgrund der medienspezifischen Charakteristik von Radio- und Fernsehbeiträgen kann es bei der Transkription zu formalen Abweichungen in der sprachlichen Abbildung zwischen dem Text und dem audiovisuellen Original kommen.

 

Abschrift aus dem heutigen Mittagsjournal - Gewerkschaft: Vorwurf gegen Schmied

Ö3 Mittagsjournal 12:00 vom 28.07.2011 12.00 Uhr

 

 

Ö3 Mittagsjournal 12:00 (12:00) - Gewerkschaft: Vorwurf gegen Schmied

 

Mieses Silvia (ORF)

   Mitten in den Sommerferien ist ein neuer Schulstreit ausgebrochen. Die

   Lehrergewerkschaft wirft SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied vor, die

   Unterstufe der Gymnasien finanziell auszuhungern. Mit dem Hintergedanken,

   die Gymnasien völlig unattraktiv zu machen, um die gemeinsame Schule der

   zehn- bis vierzehnjährigen durchzusetzen. Das befürchtet man offenbar auch

   bei der ÖVP, deren Generalsekretär Hannes Rauch fordert jetzt von Schmied,

   die Unterstufe der Gymnasien müsse so wie die neuen Mittelschulen mehr Geld

   bekommen. Ö3-Innenpolitikredakteur Stefan Kappacher:

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Der ÖVP-Generalsekretär, den wir in seinem Italienurlaub erreicht haben, ist

   gar nicht erfreut über die Neuigkeiten von daheim in Sachen AHS. Hannes

   Rauch an die Adresse der SPÖ Unterrichtsministerin:

 

Rauch Hannes (ÖVP)

   Es ist so, dass der Steuerzahler für die neuen Mittelschulen tief in die

   Tasche gegriffen hat und wir fordern, dass auch die Gymnasien

   dementsprechend ihre Berechtigungen in unserem Schul- und Bildungssystem

   haben und dass eben dort auch die Klassenschüler-Höchstzahlen eingehalten

   werden.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Auch Budgetkürzungen seien nicht akzeptabel, so Rauch, der eine Erklärung

   der Kritikpunkte des Rechnungshofes und der Gewerkschaft bis Schulbeginn

   fordert. An ein systematisches Aushungern der AHS-Unterstufe, wie es die

   Gewerkschaft befürchtet, glaubt der ÖVP-Generalsekretär nicht, denn das, so

   Hannes Rauch, wäre ein Bruch des Koalitionsabkommens.

 

Der gegenständliche Text ist eine Abschrift eines audiovisuellen Beitrags. Aufgrund der medienspezifischen Charakteristik von Radio- und Fernsehbeiträgen kann es bei der Transkription zu formalen Abweichungen in der sprachlichen Abbildung zwischen dem Text und dem audiovisuellen Original kommen.

 

ÖVP fordert Gleichbehandlung von AHS und Neuer Mittelschule

APA0315 5 II 0183 XI                                  Do, 28.Jul 2011

 

Schulen/Lehrer/Reform

 

ÖVP fordert Gleichbehandlung von AHS und Neuer Mittelschule

 

Utl.: Höchstgrenze von 25 Schülern pro Klasse muss laut

      Generalsekretär Rauch ab Herbst auch an AHS-Unterstufen

      eingehalten werden =

 

   Wien (APA) - ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hat am Donnerstag an Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) appelliert, künftig auch an den Gymnasien die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse einzuhalten. Er fordert am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal in Reaktion auf Vorwürfe der AHS-Lehrergewerkschaft eine Gleichbehandlung von Gymnasien und den mit sechs zusätzlichen Werteinheiten ausgestatteten Neuen Mittelschulen (NMS).

 

   Die Kritik an der Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl an den AHS, die auch vom Rechnungshof (RH) in einem Bericht Anfang dieses Jahres festgestellt wurde, müsse sich "in Luft auflösen bis zum Schulbeginn", betonte Rauch. Laut Unterrichtsministerium hat sich die Situation allerdings seit der RH-Prüfung verbessert.

 

   "Es kann nicht sein, dass die Gymnasien benachteiligt werden", pochte Rauch darauf, dass der Erhalt der AHS-Unterstufe von der Regierung vereinbart wurde. Zum Vorwurf der Lehrervertreter, die AHS würden finanziell ausgehungert, meinte er: "Ich hoffe nicht, dass das so ist." Schmied verfüge über das notwendige Budget. "Eine Diskriminierung der AHS wäre ein Bruch des Koalitionsabkommens."

(Schluss) jle/pra/spu

 

APA0315    2011-07-28/13:12

 

Mittwoch, 27. Juli 2011

Schule: Religionslehrer an Pflichtschulen dringend gesucht

Schule: Religionslehrer an Pflichtschulen dringend gesucht

utl: Anstehende Pensionierungswelle sorgt für gute Jobperspektive für Absolventen

KATHPRESS/Kirchen/Bildung/Religionslehrer/Bastel

 

Wien-Salzburg-Innsbruck, 27.07.11 (KAP) Wenn zum kommenden Schuljahr die rund 730.000 Schülerinnen und Schüler, die in Österreich am katholischen Religionsunterricht teilnehmen, in ihre Klassen zurückkehren, kann es sein, dass das eine oder andere Lehrerpult unbesetzt bleibt: Angesichts einer rollenden Pensionierungswelle, die auch vor Religionslehrern nicht halt macht, schlagen die vier kirchlichen pädagogischen Hochschulen des Landes nun Alarm: Es werden dringend junge Religionslehrer gesucht, unterstreicht etwa der Leiter des Instituts für die Religionslehrerausbildung an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH), Heribert Bastel.

 

Von den aktuell rund 14.000 Religionslehrern wird in den nächsten zehn Jahren fast die Hälfte in Pension gehen, so Bastel gegenüber "Kathpress", der für angehende Religionslehrer "gute Jobperspektiven" sieht. Die Pensionierungswelle rollt dabei laut Bastel von Ost nach West, d.h. die westlichen Bundesländer würden laut Bastel zeitversetzt vom Religionslehrermangel erfasst werden - "aber entgehen werden sie ihm ebenfalls nicht".

 

Zu den Merkmalen, die zukünftige Religionslehre mitbringen sollten, zählt Bastel die Fähigkeit, den Schülern ein konkretes Wissen von Religion vermitteln zu können und sie somit auskunftsfähig über den Glauben zu machen. Auch sollten sie eine tiefe eigene Verankerung im Glauben und in der Kirche haben. "Denn das ist es, was mich trägt - und das ist es, was ich für den Religionsunterricht brauche, gestärkt, gehalten von der eigenen Kirche zu sein und Zeuge für die gute Botschaft Jesu zu werden."

 

Wer sich für die Religionslehrerausbildung an Pflichtschulen interessiert: Noch bis September sind Anmeldungen für die Vollzeit- oder berufsbegleitenden Ausbildungsgänge an den Kirchlich Pädagogischen Hochschulen möglich. Weitere Informationen dazu auf den Websites der Hochschulen: www.kphvie.at (KPH Wien/Krems), www.kph-es.at (KPH Edith Stein für Salzburg, Tirol und Vorarlberg), www.kphgraz.at (KPH Graz), www.phdl.at (Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz). Religionspädagogische Weiterbildungsangebote bietet außerdem die Kirchliche Pädagogische Hochschuleinrichtung in Klagenfurt (www.kphe-kaernten.at).

 

Mehr auf www.kathpress.at (ende) hkl/pwu/

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/510/aom

 

 

Lehrer-Mangel: Engpässe bei Religionsunterricht bereits diesen Herbst

Utl.: Einzelne Stunden in Wien können nicht besetzt werden - Mangel wird wegen Pensionswelle jedes Jahr intensiver

Schulen/Lehrer/Religion

 

Der bevorstehende Lehrer-Mangel aufgrund einer Pensionierungswelle ist bereits bekannt - im Bereich des katholischen Religionsunterrichts greift er aber schon jetzt, wie Kathpress am Mittwoch berichtet. Fast die Hälfte der aktuell rund 14.000 Religionslehrer werde in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen, die kirchlichen pädagogischen Hochschulen (KPH) suchten deshalb "dringend junge Religionslehrer", wird Heribert Bastel, Institutsleiter für Religionslehrerausbildung an der KPH Wien/Krems, zitiert. Er sieht für angehende Religionslehrer und jene, die es werden wollen, "gute Jobperspektiven".

 

Laut Christine Mann, Schulamtsleiterin der Erzdiözese Wien, gibt es bereit dieses Schuljahr Engpässe. "Es ist nicht so, dass wir ganze Schulen nicht besetzen können, aber es fehlt an Personal für einzelne Stunden", so Mann zur APA. Ebendieser Mangel werde jedes Jahr intensiver, die Pensionswelle gehe unabhängig vom Schultyp dabei von Ost nach West. "In Wien haben wir ungefähr 200 Lehramtsstudenten in Ausbildung", meint Mann. "Im Verhältnis zu denen, die in Pension gehen, ist das zu wenig."

 

Abmeldungen einzelner katholisch getaufter Schüler vom Religionsunterricht sowie die Zunahme von Schülern anderer Religionszugehörigkeit gleiche den Lehrermangel nicht aus, wehrt Mann ab. "Das Geheule über die Abmeldungen betrifft nur einzelne Schultypen und Ballungszentren." Seit 120 Jahren nehmen laut Mann österreichweit "unverändert zwischen 96 und 97 Prozent katholischer Schüler am Religionsunterricht teil".

Walser: Regierung führt Kulturkampf um Schule statt konstruktiver Arbeit an Schulreform

OTS0087 5 II 0217 FMB0005                             Mi, 27.Jul 2011

 

Innenpolitik/Bildung/Schule/Grüne

 

Walser: Regierung führt Kulturkampf um Schule statt konstruktiver Arbeit an Schulreform

 

Utl.: Grüne fordern konsequente Maßnahmen in Richtung einer

      Gemeinsamen Schule =

 

   Wien (OTS) - "Es darf natürlich nicht sein, dass ein Schultyp ausgehungert wird. Die Leidtragenden einer solchen Politik sind die SchülerInnen", betont Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen. "Die Regierung muss endlich runter von der Bildungsbremse. Derzeit wird auf Kosten der Kinder innerhalb der Regierung Kulturkampf betrieben, statt konstruktiv an der dringend notwendigen Schulreform zu arbeiten", kritisiert Walser  den von der ÖVP-dominierten Lehrergewerkschaft begonnenen Konflikt mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied. "Das derzeitige Tohuwabohu im Bildungsbereich kostet viel Geld und schadet Kindern, Lehrkräften und den Eltern." Allein die Neue Mittelschule erfordert jährlich 230 Millionen Euro.  Vom im Gesetz festgelegten Ziel dieses Schulversuchs hat sich die ÖVP inzwischen aber verabschiedet.

 

"Wir brauchen endlich eine Antwort beider Regierungsparteien auf die Frage, ob wir künftig eine moderne und leistungsfähige Gemeinsame Schule wollen oder weiterhin das Nebeneinander der mittlerweile vier Schultypen AHS, Hauptschule, Neue Mittelschule und Sonderschule", so Walser. Erst dann kann man zielgerichtet Maßnahmen setzen.

 

"Wir haben in Österreich die weltweit früheste Trennung von Kindern im Alter von 9,5 Jahren. Das hat sich als pädagogisch und gesellschaftlich als nicht wettbewerbsfähig erwiesen. Wir brauchen daher konsequente Maßnahmen in Richtung einer Gemeinsamen Schule", so Walser abschließend.

 

Rückfragehinweis:

   Die Grünen

   Tel.: +43-1 40110-6697

   mailto:presse@gruene.at

 

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OTS0087    2011-07-27/11:44

 

Beitrag aus dem heutigen Morgenjournal betr. AHS

Ö1 Morgenjournal 07:00 vom 27.07.2011 07.00 Uhr

 

Ö1 Morgenjournal 07:00 (07:00) - Vorwurf der Gewerkschaft: Schmied wolle Gymnasien aushungern

 

Wittmann Wolfgang (ORF)

   Die Neue Mittelschule soll bis 2018 alle Hauptschulen ersetzen. Sie soll

   besser ausgestattet sein die Hauptschule, aber keine gemeinsame Schule der

   10- bis 14-Jährigen. Denn die ÖVP hält am Gymnasium fest.

   Unterrichtsministerin Claudia Schmied von der SPÖ sieht sich jetzt dem

   Vorwurf ausgesetzt, dass sie das Gymnasium finanziell aushungern wolle, um

   ihr erklärtes Ziel der gemeinsamen Schule zu erreichen. Mehr von Stefan

   Kappacher:

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Der Rechnungshof hat der ÖVP-dominierten Lehrergewerkschaft die Munition

   geliefert, mit der sie jetzt gegen Unterrichtsministerin Claudia Schmied

   von der SPÖ scharf schießt. Die Prüfer haben herausgefunden, dass die

   Klassen an den Hauptschulen viel rasanter verkleinert worden sind als an

   den AHS-Unterstufen. Nur noch 25 Schüler pro Klasse, wurde 2006 als

   politisches Ziel ausgerufen. Zwei Jahre später, 2008, war das an den

   Hauptschulen laut Rechnungshof praktisch umgesetzt, während immer noch 610

   AHS-Unterstufenklassen zu viele Schüler hatten. Jede siebte Klasse war

   überfüllt. Laut Ministerium hat sich die Lage weiter verbessert. Im

   abgelaufenen Schuljahr habe die durchschnittliche Klassengröße an den

   AHS-Unterstufen bereits unter 25 Schüler betragen. Für

   AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Weiß sagt das aber nichts aus. Die

   AHS-Unterstufe werde weiter bewusst kurzgehalten, in der Steiermark etwa

   sei die aktuell vom Landesschulrat vorgegebene Klassengröße 27 statt 25.

   Weiß über das Dilemma der AHS:

 

Weiß Herbert (AHS-Lehrergewerkschaft)

   Sie hätten mehr Lehrerstunden zugewiesen bekommen müssen, und nachdem das

   nicht erfolgt ist, konnten auch die Klassen nicht eröffnet werden. Auch

   wenn teilweise die Räume vorhanden gewesen wären.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Das sei aber noch nicht alles, so Lehrervertreter Herbert Weiß:

 

Weiß Herbert (AHS-Lehrergewerkschaft)

   Es ist in anderen Bereichen auch spürbar, es gibt heuer zum Beispiel

   Senkungen der Schulbudgets im AHS-Bereich, wo bis heute noch nicht klar

   ist, wohin diese Budgets verlagert werden. Momentan geht es nur darum, dass

   Budgets gekürzt werden.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Die Gewerkschaft sieht einen logischen Zusammenhang mit dem politischen Ziel

   der zuständigen SPÖ-Ministerin, die AHS-Unterstufe in der gemeinsamen

   Schule aufgehen zu lassen. Eine Sichtweise, die Bildungswissenschafterin

   Christa Koenne teilt. Der Druck auf die AHS sei natürlich politisch

   gewollt, so Koenne:

 

Koenne Christa (Privat)

   Wenn ich tendenziell meine, eine gemeinsame Schule, in der dann die

   Unterschiedlichkeiten hoch gefördert werden, dann sind die Maßnahmen, die

   jetzt gesetzt werden, auch die ökonomischen, natürlich gut.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Das heißt, Sie würden es als Bildungsexpertin schon als eine

   Steuerungsmaßnahme der Politik sehen, was da passiert?

 

Koenne Christa (Privat)

   Ja.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Denn der Erhalt der AHS-Unterstufe stehe im absoluten Widerspruch zur Idee

   der gemeinsamen Schule. Bildungsexpertin Koenne:

 

Koenne Christa (Privat)

   Das eigentliche Ziel einer gemeinsamen Schule der Schulpflichtigen ist, ein

   System zu schaffen, in dem man Kinder nicht loswerden kann. Also, die

   Problematik heutiger AHS liegt daran, dass man sagen kann, du bist für uns

   nicht gut genug.

 

Kappacher Stefan (ORF)

   Das sei unfair gegenüber den jungen Menschen, sagt Christa Koenne, die die

   Aufwertung der Hauptschule zur Neuen Mittelschule auch nur als einen

   Zwischenschritt sieht - der in Summe 230 Millionen Euro kosten wird.

   Blieben die Gymnasien auf Dauer draußen, dann sei diese Viertelmilliarde

   eine glatte Fehlinvestition, so die Bildungswissenschafterin.

 

Der gegenständliche Text ist eine Abschrift eines audiovisuellen Beitrags. Aufgrund der medienspezifischen Charakteristik von Radio- und Fernsehbeiträgen kann es bei der Transkription zu formalen Abweichungen in der sprachlichen Abbildung zwischen dem Text und dem audiovisuellen Original kommen.

 

Montag, 25. Juli 2011

Pressespiegel Bildung 25.07.11

Mit lieben Grüßen von Kurt Schober!

 

Karin Schilling

SPÖ-Parlamentsklub

Pressestelle

Tel.: +43(1)/40110-3570

Fax: +43(1)/40130-3803

E-Mail: karin.schilling@spoe.at

 

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"Die Presse" vom 23.07.2011                                Seite: 5

Ressort: Inland

 

red

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

UNO rügt Österreich: Sonderschulen müssen abgeschafft werden

 

   Die Republik verstößt seit drei Jahren wissentlich gegen die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung.

 

   (WIen/vrg) Scharfe Kritik am Umgang mit behinderten Kindern im heimischen Schulwesen übt Marianne Schulze vom UN-Monitoringausschuss: Österreich verstößt mit seiner Sonderschulregelung seit nunmehr drei Jahren gegen die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung. Diese besagt, dass jedes Kind - einschließlich Kinder mit Behinderung - das Recht hat, auf die Schule seiner Wahl zu gehen. Dennoch besuchen in Österreich 48 Prozent der 27.800 Schüler mit einem sogenannten "sonderpädagogischen Förderbedarf" eine Sonderschule.

 

   Die Bemühungen des Unterrichtsministeriums, die Situation zu verbessern, halten sich in Grenzen: Die für 2012/12 geplante Ausweitung der Integrationsklassen auf die neunte Schulstufe sei nur eine geringfügige Verbesserung, kritisiert Schulze. Sie fordert die gänzliche Abschaffung aller Sonderschulen: "Sie widersprechen dem Antidiskriminierungsansatz und sind menschenrechtswidrig."

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 169 vom 23.07.2011            Seite: 7

Ressort: Innenpolitik

 

ALFRED PFEIFFENBERGER

 

Tausende Schüler ohne Abschluss

 

   Problemfälle. Jedes Jahr beenden Tausende Kinder ihre Schullaufbahn, ohne einen Abschluss geschafft zu haben.

 

   ALFRED PFEIFFENBERGER WIEN (SN). Die Zahlen sind erschreckend. Pro Jahrgang schaffen es an die 4000 Mädchen und Buben nicht, einen ordentlichen Pflichtschulabschluss zu erreichen. Dies teilte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage mit. Als Beispiel führt sie die 14-jährigen Schüler des Jahrgangs 2006/2007 an. Selbst zwei Jahre nach dem Ende ihrer "normalen" Schullaufbahn haben 3906 immer noch keinen Abschluss. Wobei deutlich mehr Burschen (2552) als Mädchen (1354) betroffen sind.

 

   Im Büro der Unterrichtsministerin betont man, dass bereits seit Jahren versucht werde, dieses Problem zu entschärfen. Allerdings seien die Ursachen, die zum Versagen in der Schule führen, vielschichtig. Diese reichen von Problemen in der Familie bis zu mangelnder Integration und schlechten Deutschkenntnissen. Um all diesen Schwierigkeiten zu begegnen, sei ein ganzes Bündel von Maßnahmen erforderlich. So müssen die Förderungsmöglichkeiten für diese Schüler verbessert werden und es müsse Angebote geben, einen Hauptschulabschluss nachzuholen. Dies sei etwa am Berufsförderungsinstitut möglich. Eine verbesserte Berufsberatung sei ebenfalls dringend notwendig. Auch über eine Reform des Polytechnischen Lehrgangs werde nachgedacht. Dieser Schultyp müsse für die Jugendlichen deutlich attraktiver werden.

 

   Die Drop-out-Rate an den österreichischen Schulen sei in den vergangenen beiden Jahren jedenfalls bereits gesunken, heißt es im Ministerium. Sie liege bereits unter den von der OECD geforderten Richtwerten.

 

   Josef Sampl, Rektor der Pädagogischen Hochschule in Salzburg, sagt, dass es ohne Schulabschluss oft Probleme gebe, einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu finden. Einen Schulabschluss nachzuholen, sei wichtig und müsse deshalb dringend gefördert werden.

 

   Bereits seit Längerem gibt es in Österreich eine Ausbildungsgarantie für Jugendliche. Allerdings: Die Zahl der Mädchen und Burschen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, ist nach wie vor hoch. Pro Jahrgang geht man von etwa 10.000 Mädchen und Burschen aus. Das soll jedenfalls so nicht bleiben. So wird bereits seit einiger Zeit über eine Ausbildungspflicht für Jugendliche debatiert. Einer, der diese Idee bisher immer vertreten hat, ist der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Bereits vor einiger Zeit kündigte er in einem SN-Interview an, dass eine solche kommen solle, wenn die Zahl der Jugendlichen ohne abgeschlossene Ausbildung durch die derzeitigen Maßnahmen nicht zurückgehe.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 25.07.2011                   Seite: A6

Ressort: Vorarlberg

 

MarliesMohr

 

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied über alte und neue Schulleiden

 

Machbares im Klassenzimmer

 

   Halten des Status quo im Kompetenzgerangel um Lehrerzuständigkeiten ein Erfolg.

 

   MArlies Mohr

 

   marlies.mohr@vn.vol.at, 05572/501-385

 

   Ihr Parteikollege Elmar Mayer hat unlängst als Konsequenz aus der Neuen Mittelschule die Einführung der gemeinsamen Schule gefordert. Die Replik des Landeshauptmannes war, dass alles bleibt, wie es derzeit ist. Wo finden Sie sich in dieser Debatte?

 

   Schmied: Auf einer wichtigen Etappe. Mein Ziel deckt sich mit dem von Elmar Mayer. Wir würden die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen sofort umsetzen, wenn es eine Alleinregierung der Sozialdemokratie gebe. Aber die haben wir nicht. Mit dem Regierungspartner schaffen wir den flächendeckenden Ausbau der Neuen Mittelschulen mit der Option, Kooperationsmodelle anzubieten und der Möglichkeit, dass auch Gymnasien einsteigen können. Elf haben sich schon dafür entschieden. Mich wundert eigentlich, dass in Vorarlberg nicht mehr AHS-Unterstufen auf den Zug aufspringen, zumal ja der Herr Abgeordnete Walser als ehemaliger AHS-Direktor hervorragende Verbindungen hätte. Man könnte da durchaus ein bisschen in diese Richtung motivieren.

 

   Wie sieht es in Hinblick auf das längere Verbleiben der Lehrer an den Schulen eigentlich mit der Bereitstellung adäquater Räumlichkeiten aus?

 

   Schmied: Ich bin sehr froh und halte mich auch eisern an die Vereinbarung, dass die Gespräche mit der Lehrergewerkschaft nicht auf offener Bühne, sondern hinter verschlossenen Türen geführt werden. Natürlich wird es um Infrastruktur, um das Einkommen und um die Frage gehen, inwieweit wir die Lehrer von administrativen Aufgaben entlasten können und damit mehr Zeit für die Schülerinnen und Schüler gewinnen.

 

   Das klingt nach sehr viel benötigtem Geld. Haben Sie es?

 

   Schmied: Ich würde sagen, es hängt von der Effektivität ab. Und wir werden alles in einer Gesamtrechnung betrachten. Fakt ist, wir müssen bei den Einstiegsgehältern attraktiver werden, denn der Lehrermarkt ist ein Arbeitsmarkt wie jeder andere. Derzeit "verlieren" wir Lehrer ins benachbarte Ausland und viele Lehramtsstudenten und Absolventen der Unis an die Wirtschaft.

 

   Bis wann soll das längst fällige neue Dienst- und Besoldungsrecht kommen?

 

   Schmied: Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich dabei um ein Regierungsprojekt handelt. Wenn wir das als solches finalisieren wollen, und das haben wir bei der Regierungsklausur am Semmering bekräftigt, müssen wir spätestens im Frühjahr 2012 die Verhandlungen abgeschlossen haben. 2013 sind Wahlen

 

   Das heißt, Sie möchten das noch vorher unter Dach und Fach bringen?

 

   Schmied: Unbedingt, das dürfen wir nicht in die Länge ziehen. Viele Lehrer gehen in Pension und jetzt haben wir die Chance, dass es für die neue Generation wirkt.

 

   Ein Thema, an dem sich die AHS-Lehrer reiben, ist die modulare Oberstufe. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?

 

   Schmied: Gelassen. Ich muss Ihnen sagen, nach viereinhalb Jahren als Bildungsministerin bin ich nicht so rasch aus der Bahn zu werfen. Das Projekt ist sehr gut und wird an 30 Schulen erprobt. Die AHS-Lehrergewerkschaft ist nicht prinzipiell dagegen, es geht, und das ist legitim für eine Interessensvertretung, wieder einmal primär um die Frage der Entlohnung.

 

   Das kommt dann wohl nicht überraschend.

 

   Schmied:

 

   Nein. Wir werden bis September alle Stellungnahmen haben, diese dann auswerten und uns an einen Tisch setzen. Mir war wichtig, dass wir in der Regierung sagen, "jawohl, wir wollen das". Und wenn die Aufregung etwas Gutes gehabt hat dann, dass sich in schwierigen Phasen auch die Tragfähigkeit einer Beziehung herausstellt und ich kann nur sagen, dass mein Vertrauen in den Bildungssprecher der ÖVP, Werner Amon, gefestigt wurde. Von daher bin ich zuversichtlich, dass wir die zwei großen Standortprojekte, die die Schulklassen unmittelbar betreffen, nämlich die Oberstufe neu und die gesetzliche Verankerung der Ausweitung der Neuen Mittelschule, gemeinsam umsetzen.

 

   Ist das Bund-Länder-Kompetenzgerangel um die Zuständigkeit der Lehrer ausgestanden?

 

   Schmied: Bitte nicht wieder beginnen. Da sind wir ja leider Gottes völlig auf die "schiefe Bahn" gekommen. Da muss ich Ihnen ehrlich sagen, wenn die Bundesposition nicht möglich ist, ist den Status quo zu halten ein Erfolg. Dann versuchen wir, die Abläufe zu optimieren, die Zusammenarbeit gut hinzubekommen und konzentrieren uns auf die Projekte, die Schüler, Eltern und Lehrer tatsächlich betreffen. Konzentrieren wir uns auf das Machbare im Klassenzimmer.

 

   Dort wird es künftig Freizeitpädagogen geben. Worum geht es dabei?

 

   Schmied: Wir möchten die Schulen auch für andere Berufsgruppen öffnen. Freizeitpädagogen absolvieren eine berufsbegleitende zweisemestrige Ausbildung und werden für die Ganztagsbetreuung angestellt.

 

Bild: Claudia Schmied will das neue Dienst- und Besoldungsrecht für

      Lehrer vor 2013 durchbringen.

Bild: Foto: VN/Steurer

 

 

OTS0075 5 II 0228 FMB0001                             Mo, 25.Jul 2011

 

Innenpolitik/Grüne/Walser/Schmied/Bildung/Mittelschule

 

Walser: Schmied hat in Sachen Schulreform resigniert

 

Utl.: Grüne: Neue Mittelschule ist nicht Lösung, sondern Teil des

      Problems =

 

   Wien (OTS) - "Wenn die Unterrichtsministerin von einem Oppositionspolitiker verlangt, er soll ihren Job erledigen, spricht das Bände für Ihre Ratlosigkeit in Sachen Bildungsreform", reagiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, auf Angriffe von Bildungsministerin Claudia Schmied in einem Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten. Schmied forderte Walser im Interview auf, sich für die Neue Mittelschule stark zu machen.

 

Walser erinnert Schmied an die Aussagen des ehemaligen SPÖ-Bildungspolitikers Helmut Seel. Er hatte die Neue Mittelschule als "zweiten Klassenzug des Schulsystems" bezeichnet. Auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sieht in der neuen Mittelschule "nicht einmal einen Schritt in die richtige Richtung". Auch die Grünen würden sich nicht für diesen Etikettenschwindel einsetzen, betont Walser.

 

"Die Ministerin hat offensichtlich jeden Gestaltungswillen aufgegeben, wenn sie eingesteht, sie sei in Sachen Reform der Schulverwaltung 'völlig auf die schiefe Bahn' geraten und die Erhaltung des Status quo in der Verwaltung wörtlich 'als Erfolg' bezeichnet", sagt Walser. Der Grüne Bildungssprecher erinnert daran, dass die Regierung vor einem Jahr im Verfassungsausschuss ein Papier zur Verwaltungsreform präsentiert hat, dem alle drei Oppositionsparteien zugestimmt haben: "Was soll man von einer Regierung halten, die mitten in der Legislaturperiode ein Vorhaben aufgibt, für das sie sogar die Unterstützung der Opposition hat? So eine Regierung hat abgedankt", betont Walser.

 

Rückfragehinweis:

   Die Grünen

   Tel.: +43-1 40110-6697

   mailto:presse@gruene.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom

 

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OTS0075    2011-07-25/11:43

 

 

"Die Presse" vom 25.07.2011                               Seite: 10

 

red

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

"Es gibt Kinder, die begabter sind"

 

   Gemeinsame Schule. Schuldirektorin Isabella Zins über das unterschiedliche Schülerniveau in Niederösterreich und Wien - und das Kleingedruckte im Androsch-Volksbegehren.

 

   Von Erich Witzmann

 

   Die Presse: Sie sind Direktorin des Oberstufengymnasiums in Mistelbach, Niederösterreich, in das Hauptschüler und Schüler aus der AHS-Unterstufe kommen. Wie schaut es da mit dem Niveau aus?

 

   Isabella Zins: Wir bieten verschiedene Schwerpunkte, da kommen auch Gymnasiasten, etwa ein Viertel bis ein Drittel. Das Niveau der Hauptschüler ist sehr unterschiedlich. Unter den Spitzenhauptschülern sind ganz tolle Leute mit lauter "Sehr gut" aus der ersten Leistungsgruppe der Hauptschule, die können bei uns nahtlos anschließen. Dennoch haben wir in den vergangenen Jahren verstärkt Probleme: Es kommen Schüler mit relativ guten Zeugnissen. Dann stellt sich jedoch heraus, dass die Nahtstelle doch nicht so ganz leicht zu überspringen ist.

 

   Kommen diese Schüler aus sozial schwachen Familien oder aus Migrantenfamilien?

 

   Migranten sind vereinzelt auch dabei, aber nicht in großer Zahl. Es ist ein Querschnitt durch die Bevölkerung, es sind auch einzelne Akademikerkinder dabei. Das Niveau ist ziemlich unterschiedlich, vereinzelt haben wir Kinder aus dem Wiener Raum, aus der Kooperativen Mittelschule (der Wiener Hauptschule, Anm.), und die sind oft wirklich arm, weil sie mit guten Zeugnissen kommen und dennoch meist im ersten Jahr scheitern oder das erste Jahr wiederholen und sich weiterwursteln.

 

   Woran kann das liegen?

 

   Weil in Wien ein hoher Prozentsatz ins Gymnasium geht. Bei uns auf dem Land sind es maximal 25 Prozent, in Wien sind es fast 50 Prozent. Da bleibt natürlich in den Kooperativen Mittelschulen ein Niveau übrig, bei dem die relativ Besten doch ein gutes Zeugnis bekommen, obwohl die Leistungen nicht entsprechen. Ein Gradmesser sind für mich die Bildungsstandards, die es übungshalber bereits gibt. Wenn man mit diesen Bildungsstandards die Schülerinnen und Schüler in den Hauptgegenständen überprüft, ohne Noten zu geben, dann sieht man, dass sie nicht erfüllt werden. Und trotzdem haben diese Schüler dann Einser und Zweier in ihrem Zeugnis.

 

   Wahrscheinlich, weil es in Wien keine Leistungsgruppen gibt.

 

   Das ist sicher ein Manko. Ich habe diese Sorge auch bei der Neuen Mittelschule. Sie bedeutet zwar sicher eine Aufwertung der Hauptschulen. Aber - und das weiß ich aus vielen Gesprächen mit Hauptschullehrern - es gibt die Sorge, ob nach einer Umstellung eine Begabtenförderung an den Hauptschulen noch so möglich sein wird wie jetzt in der ersten Leistungsgruppe.

 

   Derzeit sprechen alle von einer Bildungsreform. Wo sollte unser Schulsystem reformiert werden?

 

   Das System ist nicht krank. Aber man hat es in den letzten Jahren ziemlich geschwächt, etwa durch Ressourcenknappheit. Es reden zwar immer alle von Schulautonomie, ich habe aber nur ein minimales Kontingent an Förderkursen, für Schwache wie auch für Begabte. Über das ganze Schuljahr verteilt kann ich nur 14 Miniförderkurse anbieten.

 

   In welche Richtung soll eine Schulreform gehen?

 

   Man soll den Standorten Autonomie in einem positiven Sinne lassen, sodass man zum Beispiel entscheiden kann, wo ein Zweitlehrer angebracht ist. Und man soll in der Oberstufe auch die Klassenschülerhöchstzahl senken, wir haben oft noch bis zu 36. Das ist die tolerierte Überschreitung um 20 Prozent. In Deutsch habe ich dann 33 Schüler, vom tollen Aufsatzschreiber bis zu dem, der keinen geraden Satz zustande bringt.

 

   Sie lehnen das Androsch-Bildungsvolksbegehren strikt ab. Warum?

 

   Weil es mir viel zu schwammig ist, weil sich einige Dinge darin verstecken, die ich absolut ablehne, wie etwa die gemeinsame Schule aller bis zum Ende der Schulpflicht. Da würde bei Kindern mit einem höheren Potenzial immens viel verloren gehen. Es gibt einfach Kinder, die schneller und begabter sind als andere. Ich verstehe nicht, warum man alle mit Gewalt in einen Topf wirft und glaubt, dass dadurch die Schwachen gewinnen. Studien aus Deutschland zeigen, dass die Einheitsschule den Schwachen nicht hilft, die Guten aber gebremst werden. Es funktioniert auch innerhalb der Klasse nicht, weil die Schwachen merken, dass sie schwach sind. Und dann kommen auch disziplinäre Probleme dazu, die verschwiegen werden.

 

   Androsch hat zuletzt knapp 52.000 Unterstützungserklärungen für sein Bildungsvolksbegehren vorgelegt.

 

   Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute, die unterschreiben, wirklich wissen, was drinnensteht. Mich wundert der Zuspruch nicht, wenn so massiv dafür geworben wird. In Mistelbach etwa steht zum Beispiel an jedem Samstag ein SPÖ-Stand auf dem Hauptplatz, bei dem die Leute aufgefordert werden zu unterschreiben. Da werden Leute geködert, die keine Ahnung haben, was drinnensteht. Einige Forderungen wie etwa mehr Wertschätzung für den Lehrberuf und mehr Förderung für die Kinder, die kann jeder unterschreiben, aber beim Kleingedruckten wie der gemeinsamen Schule bis 15 haben wohl sehr viele keine Ahnung.

 

 

"Die Presse" vom 25.07.2011                               Seite: 12

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Zur Person

 

   Isabella Zins ist seit 1985 AHS-Lehrerin für Deutsch und Latein, seit 2007 Direktorin am BORG Mistelbach in Niederösterreich. Die Lehrergewerkschafterin ist ÖVP-Stadträtin und sitzt im Vorstand der Bildungsplattform "Leistung und Vielfalt", die sich als Gegengewicht zum Bildungsvolksbegehren von Hannes Androsch versteht.

 

 

"Die Presse" vom 25.07.2011                               Seite: 12

 

red

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Umfrage: Jeder zweite Schüler fit für "Erasmus"

 

   Ein Großteil der Schüler, die sich in einem Projekt über das EU-Austauschprogramm informiert haben, kann sich ein Studium im EU-Ausland gut vorstellen.

 

   (WIEN/RED.) Mehr als 80 ehemalige "Erasmus"-Studenten aus allen Bundesländern sind im abgelaufenen Schuljahr an ihre früheren Schulen zurückgekehrt, um dort von ihrem Aufenthalt an einer Partneruniversität ihres Heimatinstituts im EU-Ausland zu erzählen: Wie war das Studium? Wie das Leben im Ausland? Worauf sollte man als Austauschstudent besonders achten?

 

   Darauf bekamen rund 3500 Schülerinnen und Schüler von "Erasmus"-Teilnehmern der Vorjahre Antwort, organisiert hatte das Projekt "Europa an deiner Schule - Erasmus back to School" die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) in Kooperation mit der Nationalagentur Lebenslanges Lernen. "Erasmus zeigt, welche Chancen die Europäische Union gerade für die Jugend bietet", sagt ÖGfE-Leiter Paul Schmidt.

 

   Die Zahl der Teilnehmer steigt

 

   Und die Chance für ihr Studium haben in einer ÖGfE-Umfrage nach den einzelnen Vorträgen offenbar auch die meisten Schüler erkannt: Die Mehrheit der 3500 Befragten will Europa kennenlernen. Die Hälfte der Schüler ist konkret interessiert, einen Teil ihres Studiums mit dem "Erasmus"-Programm der Europäischen Union im Ausland zu absolvieren.

 

   Seit dem Jahr 1987 gibt es "Erasmus", die Zahl der beteiligten Universitäten in allen EU-Ländern - und darüber hinaus - steigt laufend. Im Studienjahr 2009/10 nahmen 5.251 Studierende aus Österreich an "Erasmus" teil: der Großteil im Rahmen eines Auslandsstudiums. "Erasmus" bietet jedoch auch die Gelegenheit zu einem Praktikum im EU-Ausland. Für Lehrende und Forscher gibt es die Möglichkeit zu Lehr- und Fortbildungsaufenthalten.

 

   Auch im Schuljahr 2011/12 wird "Europa an deiner Schule - Erasmus back to School" wieder an zahlreichen Schulstandorten in ganz Österreich abgehalten.

 

   @LX WEITERE INFORMATIONEN UNTER

 

   http://cms.euro-info.net/