Mittwoch, 30. November 2011

30.11.2011 Unterricht 2. Teil

OTS0211 WI 30.11.2011 13:04:28

 

Agrarreferenten beraten über Bildung in der Landwirtschaft

Utl.: Eisl: Bund und Länder wollen sich über Finanzierung der Landwirtschaftsschulen einigen

Landwirtschaft/Agrarreferenten/Salzburg

Am kommenden Freitag, 2. Dezember, findet im Mozarthaus in St. Gilgen am Wolfgangsee die Landesagrarreferentenkonferenz statt, bei der die führenden Agrarpolitiker Österreichs über die neuesten Entwicklungen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik beraten und vor allem die Weichen die Finanzierung des landwirtschaftlichen Schulwesens in den kommenden Jahren stellen wollen.

"Ein besonderes Anliegen ist es mir, eine Lösung zur Finanzierung des mittleren landwirtschaftlichen Schulwesens zu finden. Wichtig ist, dass Bund und Länder an einem Strang ziehen und das notwendige Geld für die Ausbildung unseren jungen Bäuerinnen und Bauern zur Verfügung stellen. Die langjährige Diskussion über die Finanzierung soll endlich abgeschlossen werden, damit wir uns in weiterer Folge der inhaltlichen Diskussion widmen können", sagte der Vorsitzende der Landesagrarreferentenkonferenz und Salzburger Agrarreferent Landesrat Sepp Eisl heute, Mittwoch, 30. November.

Eisl erinnerte an eine Regelung im Finanzausgleichsgesetz 2005, wonach der Bund den Ländern die Personalkosten für die genehmigten Lehrerdienstposten zu 50 Prozent ersetzen muss. Die Genehmigung des Bundes kann erst im laufenden Schuljahr erfolgen, wenn die Lehrer bereits angestellt sind. Die Länder müssen jedoch bereits zu Schulbeginn die notwendigen Lehrer einstellen, wissen aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie viele Lehrer der Bund für das laufende Schuljahr genehmigt. Dies führt zu einer Planungs- und Finanzierungsunsicherheit der Länder, die beseitigt werden muss.

"Wichtig ist die Planungssicherheit. Vor Beginn des Schuljahres soll Klarheit über die Anzahl der Dienstposten herrschen, damit die Finanzierung gemeinsam von Bund und Ländern vorausschauend sichergestellt werden kann", ergänzte Landesrat Eisl.

In der Gemeinsamen Agrarpolitik geht es für die Zukunft vor allem darum, die vielfältigen Leistungen der heimischen Landwirtschaft abzusichern. Ebenso ist es ein Ziel, eine österreichische Linie zur Umsetzung der kommenden EU-Agrarreform zu finden. "Wir wollen weiter die Rahmenbedingungen für eine bäuerliche, naturnahe Landwirtschaft schaffen. Wichtig ist, dass insbesondere für Kleinbauern die bürokratischen Auflagen abnehmen, damit sich die Landwirte auf das konzentrieren können, was sie am besten können: gesunde heimische Lebensmittel produzieren", so Landesrat Eisl abschließend.

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APA0301 II, XI, WI 30.11.2011 12:38:22

 

Lehrerdienstrecht und -gehälter: Spindelegger verweist auf Schulden

Utl.: "Gehaltsverhandlungen oder ein neues Dienstrecht wären Kleinigkeiten, wäre nicht das andere im Vordergrund"

Schulen/Lehrer/Gewerkschaften/ÖVP/Spindelegger/Oberösterreich

Keinerlei Versprechungen hat Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger den Pädagogen bei der Generalversammlung des Christlichen Lehrervereins Oberösterreich am Mittwoch in Linz gemacht. "Gehaltsverhandlungen oder ein neues Dienstrecht wären Kleinigkeiten, wäre nicht das andere im Vordergrund", so Spindelegger und präzisierte, was er damit meinte: "Frühpensionsalter, Verschuldung, ÖBB, ..."

Bildungsministerin Claudia Schmied (S) solle "ernsthaft" über ein neues Dienstrecht für junge Lehrer verhandeln, auch bei dem Gehaltsabschluss mit dem Öffentlichen Dienst müsse man zu einem Ergebnis kommen, mit dem beide Seiten leben können, verlangte Spindelegger. Zugeständnisse hatte er jedoch nicht im Gepäck: "Ich kann es nicht, ich will es nicht", sagte er mit Verweis auf die Schuldenkrise.

"Die Schule in dem Land ist nicht krank. Sie gehört entwickelt", betonte der Vizekanzler. Es seien ausgereifte Konzepte nötig, beispielsweise müssten Begabte gefördert werden. Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger von der VP-nahen Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) hatte zuvor einen "Rettungsschirm gegen unqualifizierte Angriffe gegen Lehrerinnen und Lehrer" gefordert.

(schluss) ver;tob;spu

 

 

APA0278 II, CI, XI 30.11.2011 12:18:37

Land Salzburg beantragt Schulversuch für eine Pflege-BHS

Utl.: Ausbildung für Pflege- und Sozialbetreuungsberufe soll mit Matura abschließen - Start nach Pflichtschule

Pflege/Bildung/Schulen/Salzburg

Das Land Salzburg möchte einen Schulversuch für eine Berufsbildende höhere Schule (BHS) für Pflege- und Sozialbetreuungsberufe starten. Der Landtag hat sich heute, Mittwoch, in einer Ausschusssitzung einstimmig dafür ausgesprochen. Die Bundesregierung wird nun ersucht, die Grundlagen dieses Pilotprojektes zu erarbeiten und einen entsprechenden Schulversuch einzurichten.

Junge Menschen können zurzeit erst mit 17 Jahren eine Krankenpflegeschule besuchen. Für viele Pflichtschulabsolventen, die grundsätzlich am Pflegeberuf interessiert wären, sei dies eine zu lange "Wartezeit" von zwei Jahren, in der nicht wenige "verloren" gingen, begründete ÖVP-Klubobfrau Gerlinde Rogatsch ihren Antrag.

Dem soll eine Pflege-BHS Abhilfe schaffen, in die junge Menschen bereits nach der Pflichtschule eintreten können. In den ersten beiden Jahren sollen sie eine fundierte Grundausbildung im Gesundheits- und Sozialwesen erhalten. Darauf aufbauend kann dann die Spezialisierung auf den Pflegesektor beginnen. Die Ausbildung schließt mit der Matura ab, die Absolventinnen und Absolventen können dann in den Pflegeberuf einsteigen oder eine weiterführende Ausbildung beginnen.

(schluss) bn;spu

 

OTS0137 CI 30.11.2011 11:18:52

NÖ Hilfswerk fördert Kinder mit Hörschädigung - BILD

Utl.: Pädagogische Frühförderung unterstützt hörgeschädigte oder gehörlose Kinder. Neun Hörfrühförderinnen haben nun die Ausbildung im Landesklinikum St. Pölten abgeschlossen.

Kinder/Bildung/Familie/Niederösterreich/Soziales

Diagnose: Hörschädigung. Das Ergebnis des Hörscreenings bei Neugeborenen ist ein Schock für die Eltern. Im Krankenhaus werden sie gut betreut. Das NÖ Hilfswerk sorgt dafür, dass Mutter, Vater und Kind auch zuhause bestmögliche Unterstützung erhalten. Hilfe in dieser schwierigen Situation bietet die Mobile Frühförderung des NÖ Hilfswerks für hörgeschädigte, gehörlose und mehrfach behinderte Kinder. Qualifizierte Hörfrühförderer und Hörfrühförderinnen kommen dabei zu den Familien und fördern das Kind ganzheitlich.

40 Frauen arbeiten beim NÖ Hilfswerk im Bereich der Mobilen Frühförderung. 14 davon sind auf Hörfrühförderung spezialisiert. Neun Teilnehmerinnen haben nun den einjährigen Lehrgang "Pädagogische frühe Förderung von gehörlosen, schwerhörigen oder mehrfach behinderten Kindern" absolviert. Das NÖ Hilfswerk arbeitete bei der Ausbildung eng mit der HNO-Abteilung des Landesklinikums St. Pölten zusammen.

Kinder, die mit Hörgeräten oder Implantaten versorgt sind, brauchen individuelle Förderung - bei der Sprach- und kognitiven Entwicklung, bei der Wahrnehmung, bei der Sozialentwicklung, beim Hörtraining und vielem mehr. Schließlich sind die Kinder eine geräuschlose oder geräuscharme Umgebung gewohnt. Mit Hilfe von hochmodernen Technologien erschließt sich den Kindern eine völlig neue Welt.

Die Hörfrühförderung orientiert sich immer am Entwicklungsstand des Kindes, an den individuellen Möglichkeiten und am familiären Umfeld. "Ziel ist es, die Kinder zur größtmöglichen Selbstständigkeit zu bringen. Wir bieten ihnen vielseitige Möglichkeiten, um sich Wissen und Bildung anzueignen. So können sie selbst ihren Platz in der Gesellschaft finden", weiß Eveline Tanzer, Fachbereichsleiterin der Mobilen Frühförderung im NÖ Hilfswerk. Die Begleitung und Beratung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Medizin, Logopädie, Hörgeräteakustik und Therapie.

Die Kosten der Mobilen Frühförderung übernimmt das Land Niederösterreich. Pro Einheit (1,5 Stunden) werden den Eltern 15 Euro in Rechnung gestellt. In sozialen Härtefällen kann um Reduzierung der Kosten beim Amt der NÖ Landesregierung angesucht werden.

Nähere Informationen gibt es in den Zentren für Beratung & Begleitung des NÖ Hilfswerks oder bei der landesweiten INFOline unter 02742 / 90 600. www.hilfswerk.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis: Mag. (FH) Elisabeth Schreiner, NÖ Hilfswerk, Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 02742/249-1121 mailto:elisabeth.schreiner@noe.hilfswerk.at
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OTS0109 II 30.11.2011 10:36:53

Frauenberger: Sprache ist die halbe Miete

Utl.: Wiens Integrationsstadträtin präsentierte beim Team Talk das Wiener Integrationskonzept und Zukunftspläne

SPÖ/Wien/Frauenberger/Integration

Sie trage "keine rosarote Brille", es sei jedoch klar fest zu stellen, dass Wien in den letzten Jahren in der Integrationspolitik sehr viel weitergebracht hat. Welche Leitlinien hinter dem Wiener Integrationskonzept stehen, welche Ziele Wien für die Zukunft formuliert hat und welche Begleitmaßnahmen die Stadt setzt - auf all das ging die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger Dienstag Abend bei einem Team-Talk ein. Moderiert wurde die Veranstaltung des "Team für Wien" im Wiener Ringturm von Markus Pohanka. "Für Populismus und das Schüren von Vorurteilen, dafür bin ich nicht zu haben", stellte Frauenberger nachdrücklich klar.****

Jährlich wandern nach Wien 9.000 Menschen zu. Bei dieser Zahl handle es sich um eine Vorgabe des Bundes, worauf die Stadt keine Einflussnahme habe, informierte Frauenberger. Die vielfältigen Potenziale dieser NeuzuwanderInnen müssten auf jeden Fall als Chance begriffen werden. So sprach sie etwa an, dass rund 60 Prozent über sehr gute Qualifikationen - solche, die über den Facharbeiterabschluss hinausgehen - verfügen. In diesem Zusammenhang machte Frauenberger darauf aufmerksam, dass Wien "mitreden" möchte, unter welchen Bedingungen und Kriterien ZuwanderInnen hierher kommen. Dafür wurde auch die Wiener Zuwandererkommission geschaffen. Denn die Stadt wolle den Wettbewerb um die besten Hände und die besten Köpfe gewinnen.

Das Wiener Integrationskonzept ist "ein zutiefst politisches Konzept in ihrem Ursprung", so Frauenberger, die auf die sozialdemokratische Handschrift verwies. Zuwanderung solle demzufolge klar und transparent geregelt werden. Es gehe darum, respektvoll zusammen zu leben, dieselbe Sprache zu sprechen und das alles mit einer unmissverständlichen Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Dem Integrationskonzept selbst liegen klare Leitlinien zu Grunde. Sinngemäß geht es darum, Integration aktiv zu gestalten und konkrete Lösungen anzubieten. Sachlichkeit steht stets im Vordergrund. Schlüssel zur Integration ist die deutsche Sprache, wobei alle hier lebenden Menschen die gleiche Chance haben müssen, diese auch zu lernen. Außerdem bekennt sich Wien zur Vielfalt, was auch heißt, dass alle eine Chance auf sozialen Aufstieg haben müssen. Außerdem geht es um Gleichstellung, Partizipation, die Einhaltung der Menschenrechte und der Frauenrechte und um eine Trennung von Religion und Staat.

Frauenberger ging weiters auf die integrationsbegleitenden Maßnahmen der Stadt ein. So hole Wien NeuzuwanderInnen ab dem ersten Tag ab. Im Rahmen von Start Wien gibt es ein Startcoaching, den Bildungspass mit Modulen wie etwa der Arbeitsplatzberatung und bei Absolvierung zudem einen 300 Euro-Sprachgutschein, denn: "Sprache ist die halbe Miete", betonte Frauenberger. Deutschkurse selbst müssen zielgruppenorientiert, leistbar und leicht erreichbar sein. Das biete Wien auch mit speziellen Kursen u.a. für ältere Männer, Jugendliche oder Mütter (Mama lernt Deutsch). Außerdem gibt es Fachdeutschkurse zur Qualifizierung. Start Wien wird von 90 Prozent aller NeuzuwanderInnen besucht, insgesamt 11.000 Menschen besuchen jährlich die Sprachkurse der Stadt.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. So gehe es darum, die zugewanderten Menschen in den Arbeitsprozess einzugliedern. Wien leiste hierfür intensive Beratungstätigkeit, beispielsweise Qualifizierungs- und Nostrifikationsberatung. Auch das Nachholen von Schulabschlüssen sei ein besonders wichtiges Thema, um jungen Menschen Perspektiven zu geben. Weiters sei die Messbarkeit der Integration wesentlich.

Als "größte Herausforderung für unsere Gesellschaft" bezeichnete die Integrationsstadträtin das "Zusammenleben". Sie sprach dabei das erfolgreiche Projekt "Sei dabei" an und kündigte für 2012 ein großes Dialogprojekt an, an dessen Ende eine "Charta für gutes Zusammenleben" stehen wird. Ob Schulklassen, Sportvereine, BewohnerInnen in Gemeinde- oder Genossenschaftsbauten - sie alle sollen sich einbringen können. Das Ziel sei klar, nämlich "ein besseres Klima, wo Fremdenfeindlichkeit keinen Platz hat". Abschließend betonte Frauenberger: "Es braucht jede einzelne und jeden einzelnen von uns, damit das Zusammenleben gut funktioniert." (Schluss) ah

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Eva Maria Bartes-Stummvoll

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30.11.2011 Unterricht

OTS0032 CI, II 30.11.2011 09:00:00

SchülerInnenbegehren für Bio-Schulbuffets heute im NR-Ausschuss

Utl.: GLOBAL 2000 sammelte 4231 Unterschriften von SchülerInnen

Umwelt/Nationalrat/Bio/Schüler/Buffet/Begehren

Das von der GLOBAL 2000-Jugend eingebrachte und von 4231 SchülerInnen unterschiebene Begehren für ein verpflichtendes Bioangebot der Schulbuffets wird heute zum ersten Mal im Nationalrat behandelt. "Wir fordern Biologische Lebensmittel in den Schulbuffets, denn diese sind frei von chemisch-synthetischen Pestiziden", erklärt Sven Hergovich, Sprecher der GLOBAL 2000-Jugend: "Bildungsministerin Schmied hat bis jetzt nicht dafür gesorgt, dass an Österreichs Schulen künftig ein gesundes Buffet zur Pflicht wird. Wir freuen uns, dass unsere Petition nun im Nationalrat behandelt wird", sagt Hergovich.

Insgesamt sollte an den Schulen mehr frisches Obst und Gemüse für die Pause angeboten werden, doch bei konventioneller Ware können Rückstände von Pestiziden vorhanden sein, wie bereits Tests der Umweltschutzorganisation gezeigt haben. Die Werte liegen zwar meistens unter den gesetzlichen Grenzwerten, aber die Summenwirkung der einzelnen Chemikalien werden nicht berücksichtigt. "Gerade für Kinder sollte aber kein Risiko in Kauf genommen werden, schon gar nicht, wenn man mit der Umstellung auf biologische Produkte dieses Risiko vermeiden könnte", sagt Hergovich.

Eine kürzlich von der EU veröffentlichte Studie hat zudem gezeigt, dass man in der EU als durchschnittlicheR KonsumentIn etwa vier bis fünfmal im Jahr einer Höchstwertüberschreitung ausgeliefert ist - Kinder sollten davor geschützt werden. "Die wenigsten wissen, dass man sich nach Verzehr bzw. nach dem Schälen von konventionellen Bananen wegen der Pestizide die Hände waschen muss. Das gleiche gilt für Orangen und Mandarinen. Pestizide sind aber oft auch nicht nur auf der Oberfläche, sondern auch im Obst oder Gemüse enthalten, und lassen sich nicht einfach wegwaschen", berichtet Hergovich. Neben Pestiziden gibt es weitere problematische Stoffe in konventionellen Produkten, die durch Bio vermieden werden können, wie Tierarzneimittel in Fleischerzeugnissen oder lange Listen von Zusatzstoffen in Mehlmischungen.

In der konventionellen Produktion kommen zudem auch chemische Schutzmittel - zum Beispiel beim Mehl - oder Antibiotika bei der Fleischerzeugung zum Einsatz. "Wir erwarten nun in Folge der Behandlung der Petition die gesetzliche Umsetzung der Biologischen Verpflegung in Österreichs Schulen, denn bio ist besser!" fordert Hergovich.

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"Kurier" vom 30.11.2011                                    Seite: 4
Ressort: Innenpolitik
 
Wi, Abend, Länder, Morgen

PISA-Jubiläum

Schmied strikt gegen Ausstieg aus der Studie

"Sicher nicht infrage" kommt für Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ein Ausstieg Österreichs aus der PISA-Studie. Expertenaussagen, wonach die internationale Bildungsvergleichsstudie als bildungspolitisches Instrument "tot" und eine weitere Teilnahme nicht sinnvoll sei, widerspricht Schmied anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums der OECD-Studie. "Ich nehme die OECD sehr, sehr ernst und will die Zusammenarbeit weiter intensiv gestalten", sagt die Ministerin. "Die Studien sind für mich eine zentrale Grundlage, um Bildungspolitik faktenbasiert zu argumentieren."

 
 
 
"Die Presse" vom 30.11.2011                                Seite: 6
Ressort: Inland
 
Österreich, Abend, Österreich, Morgen

PISA-Macher: Kritik an eigenem Test

Der Direktor des für die Durchführung des PISA-Tests zuständigen Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Josef Lucyshyn, stellt die Sinnhaftigkeit desselben infrage. Die Ergebnisse würden von der Politik nur ideologisch missbraucht. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wehrt sich: Die Studien würden helfen, die Bildungspolitik von ideologischen Fesseln zu befreien. Ein Ausstieg von PISA sei daher nicht denkbar.

 
 
"Österreich" vom 30.11.2011                                  Seite 11
Ressort: Politik
Kärnten, Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien
PISA-Studienautor Lucyshyn: "Warum teilnehmen, wenn Reformen
ausbleiben?"

Steigt Österreich aus PISA aus?

Bildungsstudie PISA: Der Befund ist seit zehn Jahren klar, Reformen bleiben aus.

Wien, Salzburg. Zum zehnjährigen Geburtstag der PISA-Studie in Österreich -2001 wurde der internationale Bildungs-Vergleich erstmals für Österreich präsentiert -zieht Studienautor Josef Lucyshyn eine negative Bilanz. "Warum nehmen wir an PISA wieder teil, wenn die Politik -und damit meine ich nicht die Unterrichtsministerin -seit zehn Jahren nicht wirklich bereit ist, Ergebnisse aus den Untersuchungen zur Kenntnis zu nehmen und nachhaltige Reformen umzusetzen?", so der frustrierte Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE).

Schmied gegen Ausstieg. SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied sieht das anders: "Die Studien sind für mich eine zentrale Grundlage, um Bildungspolitik faktenbasiert zu argumentieren und ein wesentlicher Faktor, um sie von ideologischen Fesselungen zu befreien." Ein Ausstieg komme für sie "sicher nicht infrage".

Experte für Ganztagsschule. PISA zeige, dass ein Drittel der Schüler "eine so verheerende Lesekompetenz hat, dass man mit größter Sorge in die Zukunft blicken muss", so Lucyshyn. Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwächer gestellten Familien würden systematisch benachteiligt, kritisiert der Experte. Doch vor systematischen Reformen, wie der Einführung der Ganztagsschule, habe man sich gedrückt.

"Dramolett". Gegen PISA argumentierte bislang vor allem die ÖVP: Ex-Wissenschaftsminister Johannes Hahn spielte die Ergebnisse 2007 hinunter, man mache ein Drama aus einem "Dramolett". 2009 rief die ÖVP-nahe Schülerunion zum Boykott des Tests auf.

Bildungsministerin Schmied (r.), Experte Lucyshyn (u.).

 

„Kronen Zeitung" vom 30.11.2011                           Seite: 34

Ressort: lokal

O.Ö., Morgen

Pflichtschulpädagogen haben heute Generalversammlung:

Christliche Lehrer können sich für Ganztagsschule erwärmen

Nachdem der Christliche Lehrerverein (CLV) als größte Pädagogengewerkschaft jahrzehntelang in puncto Ganztagsschule voll auf der Bremse stand, steht bei der heutigen Generalversammlung in Linz die Nachmittagsbetreuung auf der Agenda. Auch die roten, blauen und grünen Lehrer tauschen heute Ideen aus.

"Ich habe selbst lange an einer Schule mit Nachmittagsbetreuung gearbeitet, dort hat das sehr gut funktioniert", ist CLV-Obfrau Johanna Müller einer Ganztagsschule nicht komplett abgeneigt, wenn auch vermieden wird, dieses "böse" Wort in den Mund zu nehmen. Dabei decken sich viele Anliegen der Lehrer quer durch die Parteien: So fordert der CLV mehr Möglichkeiten für Strafen.

Pflichtschulvorsitzender Walter Wernhart: "Es gibt immer mehr verhaltensauffällige Kinder, aber nur zwei Sanktionsmöglichkeiten, nämlich Tadel oder Suspendierung. Wir könnten uns einen Sozialdienst als Strafe vorstellen." Nahezu einig mit der FP ist der CLV bei der Forderung nach einer teilweisen Zweckbindung der Kinderbeihilfe.

Eine Absage erteilt CLV-Chef und Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer den Plänen von VP-Finanzministerin Maria Fekter nach sechs Stunden Mehrarbeit für Jung-Lehrer.

Die roten Lehrer treffen sich heute in der Leondinger Kürnberghalle. Bei ihnen wird hinterfragt, was Jugendliche wollen und wie sie ticken. Die Freiheitlichen versammeln sich in Ansfelden. Sie fordern eine Reform der Lehrerausbildung, den verpflichtenden Gebrauch der deutschen Sprache auch in den Pausen sowie Jahrgangsmischung nicht nur in Kleinschulen.

 

 

Eva Maria Bartes-Stummvoll

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Dienstag, 29. November 2011

29.11.2011 Unterricht 2. Teil

 

APA0359 II, XI 29.11.2011 13:19:23

10 Jahre PISA - Ausstieg kommt für Schmied "sicher nicht infrage"

Utl.: Will Zusammenarbeit mit OECD "weiter intensiv gestalten" - Studien als Faktor, um Bildungspolitik "von ideologischen Fesselungen zu befreien"

Schulen/Studie/PISA/Schmied

"Sicher nicht infrage" kommt für Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) ein Ausstieg Österreichs aus der PISA-Studie. Expertenaussagen, wonach die internationale Bildungsvergleichsstudie als bildungspolitisches Instrument "tot" und eine weitere Teilnahme nicht sinnvoll sei, widerspricht Schmied im APA-Gespräch anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums der OECD-Studie vehement. "Ich nehme die OECD sehr, sehr ernst und will die Zusammenarbeit weiter intensiv gestalten", so die Ministerin. "Die Studien sind für mich eine zentrale Grundlage, um Bildungspolitik faktenbasiert zu argumentieren und ein wesentlicher Faktor, um sie von ideologischen Fesselungen zu befreien."

Der "wertvolle Beitrag", den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) seit Schmieds Amtsantritt als Unterrichtsministerin 2007 an der österreichischen Bildungspolitik leistet, gehe "weit über PISA hinaus". Mit einer ganzen Reihe von Studien wie etwa "Education at a glance" sowie Konferenzen, Diskussionen und Länderstudien habe die OECD es als Wirtschaftsorganisation geschafft, "dass Bildungspolitik international auch das Wirtschaftsthema geworden ist und wir Bildung heute nicht mehr nur als Schulpolitik definieren". Zeitgleich begrüßt sie es, dass "auch umgekehrt die OECD die Bewegung, die wir in Österreich im Bereich der Bildung setzen, wahrnimmt und auch immer wieder betont".

Seit ihrem ersten Erscheinen am 4. Dezember 2001 wird die Sinnhaftigkeit der PISA-Studie immer wieder angezweifelt. So hinterfragte Josef Lucyshyn, Direktor des für die Durchführung in Österreich zuständigen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), am Dienstag im APA-Gespräch die weitere Teilnahme Österreichs an der OECD-Studie, wenn durch die Politik keine nachhaltigen Reformen folgen.

(schluss) pra;jle;pm

 

 

APA0245 II, XI 29.11.2011 11:58:54

10 Jahre PISA - Experte Hopmann: "Das sollen Horrormeldungen sein"

Utl.: Der Wiener Bildungswissenschafter sieht die OECD-Studie als rein politisches Projekt, das die OECD-Länder zu höheren Investitionen in Bildung antreiben soll

Bildung/Studie/PISA/Hintergrund

Der Bildungswissenschafter Stefan Hopmann von der Uni Wien ist seit Jahren prononcierter Kritiker der PISA-Studie. Die Untersuchung selbst hält er für gut gemacht, allerdings könnten die Daten nicht zu einer Verbesserung des Bildungswesen genutzt werden, betonte er im APA-Gespräch. Das ist für ihn auch der Grund, wieso PISA als bildungspolitisches Instrument schon tot ist.

APA: Österreich nimmt seit zehn Jahren an der PISA-Studie teil. Was hat's bisher gebracht?

Hopmann: Viel öffentliche Diskussion. Bildung war schon vorher Thema, aber PISA hat sicher zu einer Intensivierung der öffentlichen Debatte beigetragen. Und PISA hat sicher dazu beigetragen, dass wir so etwas wie die Zentralmatura bekommen - wobei dabei interessant ist, dass es kein einziges belegbares Beispiel dafür gibt, dass man durch solche Maßnahmen Schulqualität verbessern kann.

APA: Hat PISA dazu geführt, dass die Bildungspolitik stärker auf Basis von Daten agiert?

Hopmann: Nein. Empirische Bildungsforschung gibt es seit mindestens fünfzig Jahren, und man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass die österreichische Bildungspolitik in irgendeiner Weise vom jeweiligen Forschungsstand bereichert wird. Ihre politischen Entscheidungen haben mit Evidenz wenig bis gar nichts zu tun, sonst gäbe es viele Dinge, die man so nicht oder gerade das Gegenteil tun müsste. Die Politik ist heute nicht mehr evidence based als sie früher war.

APA: Wozu brauchen wir die PISA-Studie dann, immerhin kostet sie viel Geld?

Hopmann: Die PISA-Studie ist primär eine OECD-Strategie, um das bildungspolitische Thema am Kochen zu halten und die Mitgliedsländer zu mehr Investitionen im Bildungsbereich zu veranlassen. In diesem Sinne hat das ja auch durchaus funktioniert. Aber es ist ein politisches Projekt, kein wissenschaftliches. Es ist technisch gut gemacht, wird aber dann für Aussagen verwendet, die man aufgrund der Daten gar nicht machen kann. Ich kann anhand von PISA nichts über Schulstrukturen sagen, nichts über Unterrichtsqualität oder die Qualität einzelner Schulstandorte. Dafür taugen die Daten einfach nicht. Das sind Monitoringdaten, die sagen, wie eine ganz bestimmte Sorte Wissen verteilt ist, aber sie eignen sich überhaupt nicht dafür zu sagen, wie eine solche Wissensdistribution zustande kommt oder wie man die ändert.

APA: Sagt PISA überhaupt etwas über die Leistungen der Schüler im internationalen Vergleich aus?

Hopmann: In Bezug auf das, was PISA fragt, ja. Wir wissen dann, wie gut unsere Schüler im PISA-Test sind.

APA: Aber nicht, wie gut sie in Lesen, Mathe und den Naturwissenschaften sind?

Hopmann: Nein. Denn man kann mit solche Tests nur das beschreiben, was ich in allen Ländern gleichzeitig testen kann und das ist ein relativ kleiner Ausschnitt aus der Breite des Wissens. PISA ist eine Kartographie, wie ein bestimmter Typus Wissen in bestimmten Ländern verteilt ist. Aber alles, was darüber hinausgeht - ob das das richtige Wissen für unser Land ist, ob die Schulqualität passend ist, das Zusammenspiel von Schule und Gesellschaft, Schule und Wirtschaft gut ist - kann PISA nicht beantworten.

APA: Und was ist mit dem hohen Anteil an Risikoschülern, die es laut PISA in Österreich gibt?

Hopmann: Diese Gruppe gibt es, aber um das zu zeigen, brauche ich nicht PISA. Denn da ist die Risikogruppe standardisiert. Selbst wenn jetzt alle Schüler einen riesigen Sprung machen würden, wäre da immer noch eine gleich große Risikogruppe, denn die Daten werden nachträglich so normalisiert, dass immer ein bestimmter Teil in der Risikoabteilung landet. Sonst würde PISA nicht seinen politischen Zweck erfüllen, das sollen ja Horrormeldungen sein. Sonst würde sich ja niemand gedrückt fühlen. Fragen sie mal die finnischen Kollegen, wie sehr sie unter ihrem Erfolg gelitten haben!

APA: Wie kommt's?

Hopmann: Der Erfolg hat dazu geführt, dass die Politiker sagen: Was ändern? Uns um was kümmern? Brauchen wir nicht, wir sind doch eh so super. Dabei haben sie in Finnland ein massives Problem am Übergang von der Sekundarstufe zu den höheren Bildungsformen und zum Arbeitsmarkt.

APA: Der Mathematiker Rudolf Taschner hat einmal gesagt, in zehn Jahren ist PISA tot ...

Hopmann: PISA ist jetzt schon tot, das haben wir in Österreich nur noch nicht gemerkt. Diese Art von Daten eignet sich nicht, Schulqualität langfristig zu sichern. Das können sie in all jenen Ländern sehen, die solche Maßnahmen schon länger einsetzen wie die USA oder England. Dort ist allen Beteiligten klar, dass man mit solchen Daten zwar die Leute erschrecken kann, aber nichts verbessern kann und dass wir eine andere Sorte Bildungsforschung und Bildungspolitik brauchen, wenn es wirklich besser werden soll. PISA wird weiterlaufen, schon allein wegen der Verträge und des ganzen Prestiges, das von der OECD investiert wurde. Aber als Politikinstrument spielt es eine zunehmend geringere Rolle und als wissenschaftliches Instrument können Sie es ignorieren.

(Das Gespräch führte Judith Lecher/APA)

(schluss) jle;cm;ks

 

APA0229 II, XI 29.11.2011 11:49:56

10 Jahre PISA - OECD-Koordinator 2: Nutzen "erheblich eingeschränkt"

Utl.: Nach Boykott-Aufruf durch Schüler 2009 "keine sinnvollen Trendaussagen" mehr möglich Wien/APA

Bildung/Schulen/Jubiläum/PISA/Hintergrund/Interview

APA: Die OECD wird immer wieder dahingehend kritisiert, PISA gäbe nicht wirklich Aufschluss über die Leistungen der Schüler, sondern zeige lediglich, wie gut sie mit dieser Art von Test zurechtkommen. Ist diese Kritik berechtigt?

Schleicher: Diese Gesichtspunkte sind bei PISA über viele Jahre ausführlich untersucht wurden, da finden detaillierte Studien statt und die technischen Fragen sind von PISA alle beantwortet. Es ist sicherlich kein allumfassender Test. Bei PISA wird nur ein Teil der entscheidenden Kompetenzen abgebildet, aber die, die gemessen werden, werden sinnvoll und umfassend getestet und haben einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftlichen und sozialen Aussichten dieser jungen Menschen. Langzeitstudien zeigen sehr deutlich, dass die prognostische Validität von PISA bei allen Schwächen dieses Instruments - also die Aussagekraft dieser Resultate für z.B. späteren Bildungsfortgang, Einkommen, soziale Erträge - enorm ist.

APA: Nach den Boykottaufrufen berichtete PISA 2009 die Österreich-Ergebnisse "mit Vorbehalt". In welchem Ausmaß hat das der Studie geschadet?

Schleicher: Ich glaube, auf die Studie selbst hat das wenig Einfluss, aber für die Relevanz der Ergebnisse für Österreich ist es natürlich abträglich. Man sieht klar, dass wir keine sinnvollen Trendaussagen mehr treffen können. Haben sich die Resultate 2009 wirklich verschlechtert oder nicht? Insofern hat es sicherlich den Nutzen von PISA für Österreich erheblich eingeschränkt. Ob das Auswirkungen auf die nächsten Studien in Österreich haben wird, kann ich nicht abschätzen.

APA: Wie soll sich die PISA-Studie dahingehend in Zukunft weiterentwickeln?

Schleicher: Zum einen muss man den erfassten Kompetenzbereich erweitern. Wir müssen und werden bei PISA über die klassischen Schuldisziplinen hinauskommen und auch wichtige andere Kompetenzbereiche sinnvoll erfassen. Was heute im Leben entscheidend ist, ist ja nicht nur das Schulwissen, sondern auch die Fähigkeit und Motivation, lebensbegleitend zu lernen. Auch soziale Kompetenzen, gemeinsam mit anderen zu arbeiten und Wissen auszutauschen, sind bedeutend.

Außerdem müssen wir die Ergebnisse noch klarer mit den Einzelfaktoren verknüpfen, also noch klarere Hinweise gewinnen, was wir wo im Bildungssystem verbessern können. Vor allem müssen wir die Lehrerinnen und Lehrer in dieses Bild mit hineinbringen. Wir haben die Perspektive der Schüler, der Eltern, der Schulen, aber die Perspektive der Lehrerinnen und Lehrer fehlt uns noch. Niemand weiß, wie Lernen wirklich vor sich geht, was im Klassenzimmer tatsächlich passiert. Wenn wir die ganzen Perspektiven in ihrer berechtigten Sichtweise abbilden - beispielsweise um zu wissen, wie Schüler über Disziplin denken, wie aber auch Lehrer, Eltern, Schulleiter dazu stehen -, hätten wir für das Bildungssystem viel an Einsicht gewonnen.

Der dritte und fast wichtigste anstehende Bereich umfasst die Tatsache, dass wir uns im Moment mit den 15-Jährigen befassen. Ich glaube aber, wir müssen Kompetenz sehr viel stärker in Lebensverläufen abbilden, also sehen, was es eigentlich bedeutet, wenn ich als Kind in der Schule bestimmte Stärken und Schwächen habe und wie Motivation, aber auch affektive Komponenten, Einfluss auf meinen späteren Lebensweg haben. Wenn wir in diesen drei Bereichen weiterkommen, haben wir für PISA sehr viel gewonnen aber auch für das, was mit PISA gemacht wird - bildungspolitisch und bildungspraktisch. (Das Gespräch führte Angelika Prawda/APA)

pra;jle;cm;ks

 

 

APA0227 II, XI 29.11.2011 11:46:20

10 Jahre PISA - OECD-Koordinator Schleicher zieht positive Bilanz 1

Utl.: Länder haben heute "nach außen gerichteten Blick" - "In Österreich ist relativ viel passiert" - Heute "objektivere Basis" bei Bildungsthemen

Bildung/Schulen/Jubiläum/PISA/Hintergrund/Interview

Einst war Andreas Schleicher der einzige bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der sich mit Bildungsempirie auseinandergesetzt hat. "Heute ist das die größte Abteilung im OECD-Bildungsbereich", sagt der als Erfinder der PISA-Studie geltende Schleicher. Zehn Jahre nach Erscheinen der ersten PISA-Studie zieht der OECD-Koordinator im APA-Gespräch Bilanz und erläutert, welche Wege die Studie in den kommenden Jahren gehen wird.

APA: Vor zehn Jahren ist die erste PISA-Studie erschienen. Was sagen Sie jemandem, der fragt, wozu man diese Untersuchung braucht?

Andreas Schleicher: Ich denke, PISA zeigt uns, wo wir stehen und wo man stehen kann. Die leistungsfähigsten Bildungssysteme zeigen uns letztendlich auch, wie man dorthin kommt. Das spannendste bei PISA ist, nicht nur das eigene Land zu sehen, sondern auch das Nachbarland. Vor PISA hatten Bildungssysteme den Blick nach innen und haben sich oft abgeschottet gegen die Außenwelt und gegen andere Bildungssysteme. Das hat sich sicherlich verändert, wir haben heute einen nach außen gerichteten Blick: Die Schulen schauen auf die nächste Nachbarschule, Lehrer auf andere Lehrer, Bildungssysteme auf andere Bildungssysteme.

APA: Für wen ist die PISA-Studie letztendlich Zeugnis: Für die Lehrer, die Schüler, die Politik?

Schleicher: Das ist ja das Interessante: Die Studie befasst sich damit, was am Ende nach allem, was Schule, Lehrer, Eltern und Schüler tun, herauskommt. Sie zeigt auf, dass es nicht eine verantwortliche Identität gibt, sondern jeder im Grunde einen maßgeblichen Beitrag leisten kann, um das Bildungssystem zu verbessern. Sie können die Ergebnisse auf Staatenebene herunterbrechen und sagen, wo Österreich viel Nachholbedarf hat. Schaut man auf die Variabilität zwischen den Schulen in Österreich, sieht man viele, die tolle Leistungen bringen. Und dann gibt es Schulen, die ein sozial sehr günstiges Umfeld haben und trotzdem nur Mittelmaß sind.

APA: Wie beurteilen Sie den Einfluss von PISA auf bildungspolitische Maßnahmen? Lässt sich Österreich für konkrete Reformen zu lange Zeit?

Schleicher: Ich glaube, auch in Österreich ist relativ viel passiert, von früher Förderung bis zur Neuen Mittelschule. Das alles sind Themen, die vorher sehr schwer zu diskutieren waren, weil es große ideologische Gräben gegeben hat. Da hat man heute eine objektivere Basis. Deutlich sieht man den Einfluss in Ländern am ganz unteren Ende: Das letzte Land im Jahr 2000 war Brasilien. Die Wirkung, die PISA dort entfaltet hat, hätte niemand erwartet, das wurde bis in jede Schule getragen. Dort hat sich enorm viel verändert. Auch in Deutschland war viel Diskussion, viel Kontroverse, aber letztendlich sehen die Resultate zehn Jahre später deutlich besser aus und es ist in vielen Bereichen viel in Bewegung gekommen. Wir können nicht nur bewerten, was Länder getan haben, sondern auch inwieweit es dort Veränderungen gab. Ich bin da im Grunde positiv, ich denke in den letzten zehn Jahren hat sich international im Bildungsbereich mehr getan als in vielen Jahren vorher.

APA: Mittlerweile wird auf jede neue Veröffentlichung mit viel Mediengetöse und Diskussion reagiert. Wie erleben Sie das?

Schleicher: Ich glaube, der Geräuschpegel sagt nichts über die Qualität der Diskussion aus. In den ersten Wochen nach einer Studie gibt es sicherlich immer sehr viel Wirbel, viel Über- und Falschinterpretation, aber es glätten sich die Wogen ja relativ schnell und ich denke, dann kommt viel an Zielgerichtetem in Gang. Das ist das, worauf es ankommt. Am Bildungssystem verändern Sie nichts, wenn Sie von einem Tag auf den anderen das Ruder rumschlagen und etwas völlig anders machen, sondern wenn Sie wirklich langfristige Ziele vor Augen haben und diese konsequent über Parteigrenzen und über politische Grenzen hinaus über den Zeithorizont ansteuern. Das ist der Prozess, den so eine empirische Studie unterstützt, denn sie bringt die Diskussion von einer über Ideen, Tradition und Ideologien hin zu einer der überprüfbaren Ergebnisse.

(fortsetzung) pra;jle;cm;ks

 

 

 

APA0223 II, XI 29.11.2011 11:42:44

 

10 Jahre PISA: Studienautoren stellen Sinn weiterer Teilnahme infrage

Utl.: Bifie-Direktor Lucyshyn: Obwohl seit zehn Jahren Daten vorliegen, gab es keine nachhaltigen Reformen - Daten würden ideologisch missbraucht

Schulen/Studie/PISA/Hintergrund

Zehn Jahre nach Veröffentlichung der ersten PISA-Studie am 4. Dezember 2001 stellt Josef Lucyshyn, Direktor des für die Durchführung in Österreich zuständigen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), im APA-Gespräch die Sinnhaftigkeit einer weiteren Teilnahme Österreichs an der OECD-Studie infrage. "Warum nehmen wir an PISA wieder teil, wenn die Politik - und damit meine ich nicht die Unterrichtsministerin (Claudia Schmied, S), sondern die Regierungsparteien - seit zehn Jahren nicht wirklich bereit ist, Daten und Ergebnisse aus den Untersuchungen zur Kenntnis zu nehmen und nachhaltige Reformen umzusetzen?"

Der Bifie-Direktor kritisiert auch den Umgang mit den Daten. Er ortet einen ideologischen Missbrauch der Ergebnisse, wenn diese etwa im Streit darüber, welche Schulform die bessere sei, instrumentalisiert werden, obwohl sie in dieser Frage keine Empfehlung aussprechen. "Wenn Experten eine Interpretation der Daten mitliefern und Vorschläge unterbreiten, müsste sich die Politik auch ernsthaft mit diesen Daten auseinandersetzen. Sonst unterstützt sie nur eine Maschinerie, die mittlerweile weltweit ein Geschäftszweig geworden ist."

Für Lucyshyn erteilt PISA "ein beeindruckendes Zeugnis über Versäumnisse der österreichischen Bildungspolitik": Die Studien zeigten, dass die Leistungen in unserem Bildungssystem eher schlechter als besser werden, dass ein Drittel der Schüler "eine so verheerende Lesekompetenz hat, dass man eigentlich mit größter Sorge in die Zukunft blicken muss" und dass Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwächer gestellten Familien systematisch benachteiligt werden. Vor systemischen Reformen - aufeinander abgestimmte Maßnahmen im Bereich der Lehrpläne, der Unterrichtsgestaltung, der Lehrerausbildung, der Betreuung von Kindern an ganztägigen Schulformen oder in der frühkindlichen Erziehung - habe man sich "gedrückt", kritisiert er.

Dafür brauche es nämlich einen politischen Konsens. Da sich die Wirksamkeit solcher Maßnahmen erst nach vielen Jahren zeige, könnten die Politiker ihren Reformerfolg politisch nicht mehr umsetzen. Deshalb würden stattdessen lieber "Kleinstmaßnahmen" wie z.B. Aktionen mit Leseonkel und -tanten gestartet. "Das ist gut für eine Schlagzeile, aber ein solcher Aktionismus bleibt an der Oberfläche und löst die Probleme nur scheinbar."

Auswirkungen der PISA-Ergebnisse auf das Schulsystem habe er - im Gegensatz zu Deutschland - in Österreich nur wenige wahrgenommen. Eine wichtige, indirekte Folge schlechter PISA-Ergebnisse sei allerdings die Einführung der Bildungsstandards und der Zentralmatura. Die Einführung der Bildungsstandards sei von der intensiven Bildungsdiskussion in Deutschland nach dessen schlechtem Abschneiden bei PISA 2000 und 2003 beeinflusst worden. Die damalige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) sei von der Entscheidung der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK), einen verstärkt kompetenzorientierten Unterricht einzuführen, so begeistert gewesen, dass sie diese Weichenstellung für Österreich eingeleitet habe, die 2008 von Schmied gesetzlich verankert wurde.

Die Einzelschule könne unterdessen an den mittelmäßigen Ergebnissen bei PISA weiterhin wenig ändern, denn dafür bräuchte diese bestimmte Rahmenbedingungen, wie Lucyshyn betont: mehr Autonomie in personeller und inhaltlicher Gestaltung des Schullebens, flexibleren Einsatz der Ressourcen. So könne z.B. ein Schulleiter nicht autonom mehr Deutschstunden oder flexiblere Lerngruppen anordnen, wenn der Großteil der Schüler seines Standorts wegen Sprachproblemen dem Unterricht nicht folgen könne. "Diese Autonomie haben die Schulen leider nicht und sind damit im Grunde in einer aussichtslosen Situation, weil ihnen der Handlungsspielraum fehlt."

(schluss) jle;pra;cm;ks

 

 

APA0215 II, XI 29.11.2011 11:36:58

 

10 Jahre PISA - Schock, Boykott und Ausstiegsgedanken BILD

Utl.: "Pleiten, Pech und Pannen" in der zehnjährigen Geschichte der OECD-Studie - Vom korrigierten Ergebnis der 2000er-Studie bis zum Boykottaufruf der Schüler 2009

Schulen/Studie/PISA/Hintergrund

Beinahe 1.000 Mal findet sich seit dem ersten Erscheinen der internationalen OECD-Bildungsvergleichsstudie PISA im Dezember 2001 der Begriff "PISA-Studie" in der APA-Meldungsdatenbank. Wurde die Untersuchung zu den Leistungen 14- bis 15-Jähriger in Österreich anfangs noch unaufgeregt aufgenommen, sorgt sie mittlerweile vor, nach und bei ihrer Präsentation im Dreijahrestakt für jede Menge Diskussionsstoff. Neben durchaus unterschiedlichen Interpretationen und parteipolitischen Debatten prägten auch Kritik an den Studienverantwortlichen, Boykottaufrufe und Ausstiegsgedanken die zehnjährige Geschichte von PISA.

Still, leise und scheinbar ohne markante Österreich-Ergebnisse wurde die erste PISA-Studie am 4. Dezember 2001 präsentiert. Während die größte internationale Bildungsleistungsstudie im Nachbarland ob des schlechten Abschneidens deutscher Schüler zu einer Debatte über Unterrichtsmodelle geführt hat, trat der "PISA-Schock" in Österreich erst drei Jahre später ein. Dass der "Absturz" etwa vom 10. auf den 19. Platz im Lesen bei der PISA-Studie 2003 gar kein Absturz war, sondern Österreich bereits bei der ersten Studie schlechter abgeschnitten hatte als gedacht, erwiesen Statistiker erst 2005. Grob gesagt hat eine Stichprobenverzerrung dazu geführt, dass damals die schlechter lesenden und rechnenden männlichen Berufsschüler Österreichs unterrepräsentiert waren, was zu einem besseren Gesamt-Ergebnis führte. Die OECD korrigierte die Ergebnisse nachträglich.

Auch abseits des alarmierenden Studienergebnisses selbst herrschte Chaos rund um die zweite Ausgabe der Untersuchung: Medien in Österreich und Deutschland berichteten bereits in den Tagen und Wochen vor der offiziellen Präsentation über Ergebnisse der Studie. Eine ähnliche Panne ereignete sich bei der darauffolgenden Studie 2007, woraufhin deutsche und spanische Bildungsforscher und -politiker als Strafe für das vorzeitige Bekanntwerden der neuen Ergebnisse von der OECD temporär von exklusiven Vorabinformationen ausgeschlossen wurden.

Der für Österreich verantwortliche PISA-Koordinator und Leiter des heutigen Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Günter Haider, kam indes aus anderen Gründen in die Schlagzeilen. In einem Interview im September 2005 meldete er sich mit massiver Kritik an der damaligen Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V) zu Wort. Diese mache "einfach nicht mehr den Eindruck, als könnte sie die Motivation aufbringen, um diese große Aufgabe zu bewältigen". Ein medial ausgetragener Streit mit der ÖVP folgte.

Die ÖVP war es auch, in deren Reihen ab 2007 vermehrt über einen Ausstieg aus PISA nachgedacht wurde. Der damalige Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) ortete in der Aufregung rund um PISA ein "Dramolett", aus dem "ein Shakespeare-Drama" konstruiert wird. Die VP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek formulierte vor allem methodische Kritik und meinte, "zu einer nationalen Stärken- und Schwächenanalyse hätten wir PISA nicht gebraucht". Ausstiegsgedanken erhielten sowohl von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) als auch von Haider eine Absage.

Im Laufe der Jahre hatte es von allen möglichen Seiten Kritik an PISA gegeben. So sah der Philosoph Konrad Paul Liessmann von der Uni Wien hinter der Studie den "Wahn der Rangliste" und befand die "Gläubigkeit, mit der Rankings angebetet werden" als erschütternd. Der Mathematiker Rudolf Taschner plädierte indes dafür, "Pisa einmal zu schwänzen und das Geld in Bildungskonzepte zu stecken".

Zum Schwänzen rief 2009 auch der damalige Bundesschulsprecher Nico Marchetti von der VP-nahen Schülerunion auf. In einem Offenen Brief forderte er die Schüler dazu auf, die bis Mai an rund 300 Schulen laufenden PISA-Tests zu boykottieren, indem sie die Testbogen "einfach komplett unbeschriftet" lassen. Das Bifie drohte der Schülerunion daraufhin mit einer Klage - die nach einem Gespräch Marchettis mit Schmied ebenso zurückgenommen wurde wie der Boykottaufruf. Konsequenzen hatte das Ganze trotzdem: Kurz vor der Präsentation der Studie im Dezember 2010 kündigte die OECD an, aufgrund der "negativen Atmosphäre" infolge der Boykottaufrufe während der Testphase die Österreich-Resultate "nur mit Vorbehalt zu berichten" und "von Vergleichen mit den Ergebnissen früherer PISA-Untersuchungen für Österreich abzusehen".

(schluss) pra;jle;cm;ks

 

 

Eva Maria Bartes-Stummvoll

Büro Kurt Schober

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Parlament

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Montag, 28. November 2011

29.11.2011 Unterricht

 

OTS0165 WI 28.11.2011 13:49:13

Koren: Bei Bildungsreformen von der Schweiz lernen

Utl.: IV-Vize-GS Koren: Österreichs Tempo bei Bildungsreformen zu langsam - Schweiz hat auf schlechte PISA-Ergebnisse rasch und umfassend reagiert

Wirtschaft/IV/Bildung/Schweiz/Österreich

"Die heutige Positionierung Österreichs als erfolgreicher Wirtschaftsstandort und wohlhabendes Land ist unmittelbar mit der Qualität des Bildungssystems verbunden. Um diesen Status auch weiterhin erhalten zu können, brauchen wir das beste Bildungssystem der Welt, das die Kinder und Jugendlichen auf die Anforderungen und Herausforderungen der Zukunft vorbereitet", betonte der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Peter Koren, anlässlich der Veranstaltung "Was braucht das Bildungssystem der Zukunft - Reformprozesse und Visionen zweier Nachbarstaaten", die in Kooperation mit der Schweizerischen Botschaft in Österreich heute Abend im Haus der Industrie stattfand.

"Sowohl in der Schweiz als auch in Österreich sind wir uns im Klaren, dass unsere Bildungssysteme eine Veränderung erfahren müssen, um weiterhin sicherzustellen, dass wir im globalen Wettbewerb um die "besten Köpfe" bestehen können und vor allem innovationsfähig bleiben", stellte Koren fest. Was den Schulbereich betrifft schneide die Schweiz bei internationalen Bildungsstudien (Beispielsweise: PISA) inzwischen wieder deutlich besser als Österreich ab. Der Ergebnisunterschied sei allerdings nicht immer so gravierend wie heute gewesen. Bei der ersten Vergleichsstudie, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurde, hatte auch die Schweiz erhebliche Defizite - vor allem im Bereich Lesen - zu verzeichnen. Damals habe man sofort Maßnahmen ergriffen, um dem entgegen zu wirken. "Nun kann man von PISA halten, was man will, aber die Ergebnisse Österreichs sind dennoch erschreckend - mehr als ein Viertel der 15-16-Jährigen kann nur unzureichend sinnerfassend lesen. Auch wir müssen dringend handeln, um diesem grundlegenden Defizit entgegenzuwirken", so Koren.

"Auch in den anderen Bildungsbereichen hat unser Nachbarland Schweiz die Dringlichkeit von Veränderungen erkannt und führt gegenwärtig umfassende Reformschritte durch, die vom Kindergarten bis zu den Hochschulen und den Institutionen der Weiterbildung reichen. Hier kann Österreich von der Schweiz lernen. In Österreich gibt es ähnliche Voraussetzungen und Anforderungen, allerdings wird viel zu langsam am Umbau gearbeitet bzw. werden bloß kosmetische Maßnahmen, die völlig unzureichend sind, gesetzt", stellte Koren fest. Die Industriellenvereinigung fordere daher bereits seit Jahren ein völliges Umdenken in der Struktur, den Inhalten und der Organisation des österreichischen Bildungswesens und nicht einfach das Austauschen von Türschildern. "Vor allem im Hinblick auf die erhöhten Staatsschulden muss man jegliches Effizienzpotenzial auch im Bildungssystem ausschöpfen, um die Gelder wirklich für die Kinder einzusetzen und nicht in einer überregulierten Verwaltung", sagte der IV-Vize-Generalsekretär. Das Volksbegehren Bildungsinitiative sei ein Anstoß und ein Arbeitsauftrag für die Politik, endlich umfassende Verbesserungsmaßnahmen zu setzen, so Koren.

Zum detaillierten Programm der Veranstaltung: http://www2.iv-eventnet.at/upload/doc/1093/Einladung_SchweizVA_28.11. 2011.pdf
* Bitte S P E R R F R I S T beachten *
Rückfragehinweis: IV-Newsroom Tel.: +43 (1) 711 35-2306 mailto:info@iv-newsroom.at www.iv-net.at/medien
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OTS0162 II 28.11.2011 13:41:05

Mayer ad Walser: Beim Erfolgsprojekt Neue Mittelschule gibt es laufend Entwicklungsbegleitung

Utl.: "Nachhilfe" für grünen Bildungssprecher - Neue Mittelschule ist neues pädagogisches Konzept: Individuelle Förderung, mehr Lehrer in der Klasse

SPÖ/Mayer/Bildung/Neue Mittelschule/Walser

SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer zeigt sich "überrascht über den offenkundig durchaus noch ausbaufähigen Kenntnisstand" des grünen Bildungssprechers Walser in Sachen Neue Mittelschule. "Ich gebe Herrn Walser gern Nachhilfe. Aber eigentlich müsste der grüne Bildungssprecher wissen, dass es bei der Neuen Mittelschule laufend eine sehr umfangreiche Entwicklungsbegleitung gibt. Die NMS-Entwicklungsbegleitung vernetzt mittels bundesweiter Veranstaltungen alle Beteiligten und stärkt so die Weiterentwicklung der Neuen Mittelschule", sagte Mayer heute, Montag, gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Überdies stellten sich die Grünen mit ihren Äußerungen gegen den Wunsch von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrenden: "Die Schulpartner haben immer wieder klargemacht, dass die Neue Mittelschule rasch flächendeckend ausgebaut werden soll. Ich bin enttäuscht, dass von Seiten der Grünen jetzt versucht wird, die vielen Vorteile der Neuen Mittelschule schlecht zu reden", betonte Mayer. ****

Die Neue Mittelschule hat in Umfragen immer wieder Bestnoten bekommen. So zeigte eine große IFES-Umfrage zu Schulbeginn, dass drei Viertel der Eltern mit der Neuen Mittelschule zufrieden sind und 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler gern in die Neue Mittelschule gehen. "Dieser überwältigende Zuspruch ist auch auf die vielen Vorteile zurückzuführen, die die Neue Mittelschule bietet", so Mayer. "Bei der Neuen Mittelschule steht das Wichtigste im Mittelpunkt, nämlich die Begabungen und Interessen unserer Kinder. In den wichtigen Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sorgen zwei Lehrende im Team für die bestmögliche Förderung unserer Kinder. Und zwei Drittel der Neuen Mittelschulen werden bereits ganztägig geführt." Daher ist für den SPÖ-Bildungssprecher klar: "Es war richtig und hoch an der Zeit, dass die Neue Mittelschule flächendeckend ausgebaut wird." (Schluss) mb/ah

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien, Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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APA0317 II, XI 28.11.2011 13:31:17

Neue Mittelschule: Lehrergewerkschaften sind unzufrieden mit Entwurf

Utl.: AHS-Gewerkschaft will strengere Selektion beim Aufstieg in die Gymnasialoberstufe - Pflichtschullehrer warnen vor Benachteiligung von NMS-Schülern

Schulen/Reform/Lehrer/Hintergrund

Die Lehrergewerkschaften orten zahlreiche Mängel bei der bis 2018/19 geplanten Umstellung der Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen (NMS). Zwar wird grundsätzlich die flächendeckende Umstellung auf den bisherigen Schulversuch NMS von den Lehrervertretern der Pflichtschulen, AHS sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) befürwortet. In wesentlichen Punkten üben sie allerdings in ihren Stellungnahmen zu dem Gesetzesentwurf, für den am Sonntag die Begutachtungsfrist geendet hat, harsche Kritik.

Umstritten ist etwa die geplante Unterscheidung zwischen "grundlegender allgemeiner Bildung" und "vertiefender allgemeiner Bildung" in Deutsch, Mathematik, Englisch und Latein/Geometrisch Zeichnen. Dabei können die Schüler - anders als in den Leistungsgruppen der Hauptschule - flexibel zugeteilt werden. Wer im Abschlusszeugnis der vierten Klasse in allen vier differenzierten Gegenständen "vertiefend" abschließt, erhält laut Gesetzesentwurf die AHS-Reife.

Die AHS-Lehrer fordern allerdings in ihrer Stellungnahme diese Differenzierung in allen Fächern, wobei betont wird, dass die "vertiefte" Allgemeinbildung viele Schüler in der Mittelschule "überfordert": "Es ist pädagogischer Nonsens, eine Rücksichtslosigkeit gegenüber diesen Schülern und das Gegenteil von Differenzierung, sie mit vertieften Inhalten zu quälen, anstatt mit ihnen grundlegende Inhalte zu üben, damit diese halbwegs verlässlich beherrscht werden." Gleichzeitig müssten gute Schüler motiviert werden, indem schon ab der ersten und nicht erst ab der dritten Klasse NMS die Differenzierung im Zeugnis ausgewiesen wird.

Außerdem wollen die Gymnasiallehrer eine Verschärfung der Voraussetzungen für einen Umstieg von der NMS an die AHS-Oberstufe. Dass nur die differenzierten Gegenstände über AHS-Reife entscheiden sollen, sei "inakzeptabel", immerhin gelte derzeit die strengere Regel, dass auch in den Gegenständen ohne Leistungsgruppe mindestens ein "Befriedigend" erreicht werden muss. "Jemandem eine Berechtigung für den Besuch einer Schulart auszustellen, für die diese Person nicht die Befähigung besitzt, provoziert ein Scheitern", so der AHS-Zentralausschuss.

Die Pflichtschullehrer lehnen indes die Unterscheidung zwischen "grundlegender" und "vertiefender allgemeiner Bildung" im Zeugnis generell ab. Stattdessen soll wie bisher bei Schülern der ersten Leistungsgruppe Hauptschule der Zusatz "wurde nach dem Lehrplan des RG (Realgymnasium, Anm.) beurteilt" stehen, um eine Ungleichbehandlung von NMS- und AHS-Schülern beim Umstieg in höhere Schulen zu verhindern.

Es dürfe kein Unterschied zwischen AHS-Unterstufe und NMS bestehen, fordert auch der oberösterreichische Landesschulrat, und warnt davor, dass die unterschiedlichen Ziele einer "grundlegenden" und "vertiefenden" Allgemeinbildung "indirekt zu einer Wiedereinführung des 'A-bzw. B-Zuges'" wie früher an Hauptschulen führen. Außerdem müssten Schüler die Möglichkeit bekommen, in Fächern, in denen sie die "Vertiefung" nicht erreichen, eine Wiederholungsprüfung zu machen, wie auch der Landesschulrat Tirol fordert.

Wieder ganz andere Probleme ortet die BMHS-Gewerkschaft: Sie "begrüßt keinesfalls" die Anpassung der NMS an die Inhalte der AHS-Unterstufe, immerhin würden 90 Prozent der Haupt- bzw. NMS-Schüler direkt in die berufliche Bildung wechseln. Die Pflichtschullehrergewerkschaft fürchtet indes eine andere inhaltliche Einengung: Durch die geplanten Novellen würden "bisher erprobte und für gut befundene Schwerpunktsetzungen" wie Naturwissenschaften oder Kreativität unmöglich. Auch der oberösterreichische Landesschulrat sieht einen Widerspruch zu den derzeit üblichen schulautonomen Gestaltungsmöglichkeiten.

Umstritten sind auch die angeblichen Kosten der flächendeckenden Einführung der NMS: Laut AHS-Gewerkschaft fallen diese im Endausbau zwischen 40 und 69 Mio. Euro pro Jahr höher als vom Ministerium angegeben aus - je nachdem, ob nur Landeslehrer oder, wie eigentlich vorgesehen, auch Bundeslehrer beim Teamteaching in den vier differenzierten Fächern miteinander in der Klasse stehen. Auch im Salzburger Landesschulrat kann man die Kostenkalkulation nicht nachvollziehen. Bis zum Schuljahr 2018 werde es allein in Salzburg rund 100 NMS-Klassen mehr geben als in dem Modell berechnet, daher sei "jedenfalls mit beträchtlich höheren finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt des Bundes zu rechnen".

(schluss) jle;pra;ks

 

 

OTS0107 II 28.11.2011 12:00:40

Walser zu Neue Mittelschule: Bifie bestätigt Kritik der Grünen

Utl.: Grüne stehen für Etikettenschwindel nicht zur Verfügung

Grüne/Bildung/Schulen/Neue Mittelschule

"Die Neue Mittelschule ist ein Etikettenschwindel, unsere Kritik daran wird nun auch von Bifie-Direktor Josef Lucyshyn bestätigt", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, wenig überrascht von der harschen Kritik des Direktors des Bundesinstitut für Bildungsforschung (Biefie): "Die Verschiebung der Evaluierung auf 2015 zeigt, dass selbst Ministerin Claudia Schmied von ihrem Konzept nicht mehr überzeugt ist", so Walser weiter.

Der Gesetzesentwurf zur Einführung der Neuen Mittelschule an Stelle der Hauptschulen weicht stark vom ursprünglichen Konzept ab. So ist die ursprünglich versprochene Durchlässigkeit in höhere Schulen nicht mehr gegeben. Die SchülerInnen werden wieder wie in der bildungspolitischen Steinzeit anhand ihrer Volksschulnoten in einen 'A- und B-Zug' eingeteilt. Selbst der ursprünglich versprochene Unterricht durch AHS- und BHS-LehrerInnen wurde gestrichen. "Was bleibt, ist eine Hauptschule mit etwas mehr Ressourcen", so Walser.

Rückfragehinweis: Die Grünen Tel.: +43-1 40110-6697 mailto:presse@gruene.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom
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"Salzburger Nachrichten" Nr. 276 vom 29.11.2011              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

Von: Thomas Hödlmoser

Österreich

Gesetz für Neue Mittelschule umstritten

 

Sechs Zusatzstunden sind im Entwurf nicht garantiert – Ernährung und Haushalt ist kein Pflichtgegenstand mehr

 

Thomas Hödlmoser SALZBURG (SN). Derzeit ist die Neue Mittelschule (NMS) ein Schulversuch. Ab dem Schuljahr 2015/16 sollen dann alle Hauptschulen in NMS umgewandelt werden. Die Pläne für das entsprechende Gesetz sind jedoch umstritten. Am Entwurf des Unterrichtsministeriums gibt es von mehreren Seiten Kritik. So sind in dem Gesetzesvorschlag die sechs zusätzlichen Wochenstunden pro Klasse – das Kernstück der Reform – nicht ausdrücklich festgeschrieben. Kritiker befürchten, dass bei anhaltendem Spardruck diese Stunden gekürzt werden könnten. Das sei angesichts der Budgetlage langfristig „nicht undenkbar“, sagt Wolfgang Neubacher, Vizepräsident des Salzburger Landesschulrats. „Ohne diese zusätzlichen Ressourcen ist die Neue Mittelschule aber nicht machbar.“ Vorgesehen ist, dass der Unterricht in den Hauptfächern auf zwei unterschiedlichen Leistungsschienen erfolgen soll: Für die Leistungsstärkeren gibt es eine vertiefende Allgemeinbildung, für die leistungsschwächeren Schüler eine grundlegende Allgemeinbildung. Ab der dritten Klasse wird das Leistungsniveau auch im Zeugnis ausgewiesen.

 

Er sehe die Gefahr, dass als Resultat dieser Vertiefung wieder die alten Klassenzüge eingerichtet werden könnten, sagt der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. „Da muss man aufpassen: Man könnte in der A-Klasse den vertieften, in der B-Klasse den grundlegenden Unterricht machen. Dann hätte man den A- und B-Zug wieder eingeführt.“

 

Auch die „temporäre“ Bildung von Arbeitsgruppen ist umstritten. Es sei nicht klar, was „temporär“ heiße, sagt Salzburgs Lan-desschulratspräsident Herbert Gimpl. „Das könnte auch über ein Semester sein – dann hätte man eine ähnliche Situation wie jetzt in den Leistungsgruppen.“ Kritik gibt es weiters an der geplanten Streichung von Ernährung und Haushalt als Pflichtfach. In der Stellungnahme der Pflichtschullehrergewerkschaft heißt es dazu: „Angesichts wachsender gesundheitlicher Probleme, die ihren Ursprung in der (falschen) Ernährung haben, ist die Streichung von Ernährung als Pflichtfach für alle Zehn- bis 14-Jährigen unverständlich.“ Der verpflichtende Einsatz von AHS- oder BHS-Lehrern ist nicht mehr vorgesehen. Damit wählte das Ministerium eine pragmatische Lösung: Der Einsatz von Bundesschullehrern an allen Neuen Mittelschulen wäre schon aus Gründen des Lehrermangels kaum durchsetzbar gewesen.

 

Josef Galley vom Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sagt zur Kritik, die sechs Zusatzstunden seien ohnehin in der Budgetplanung bis 2015/16 vorgesehen. In Gesetzen werde die Finanzierung einzelner Unterrichtsstunden aber prinzipiell nicht festgeschrieben. Auch die Warnungen vor der Wiedereinführung von Klassenzügen seien unbegründet.

 

 

 

 

Vorarlberger Nachrichten" vom 29.11.2011                   Seite: A2

Ressort: Politik

Überprüfung der Mittelschule verschoben

Wien. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung "Bifi" wurde 2009 vom Nationalrat beauftragt, den Modellversuch Neue Mittelschule zu evaluieren und 2012 einen Bericht dazu vorzulegen. Jetzt wird die Überprüfung verschoben, aber die Mittelschule flächendeckend ausgebaut. Bifi-Direktor Josef Lucyshyn spricht von "Ignoranz der Politik gegenüber Daten".

Bild: Unterrichtsministerin Schmied in einer Mittelschule.Bild: Foto: APA

 

 

"Der Standard" vom 29.11.2011                             Seite: 34

Ressort: KDA

NÖ, Morgen

Anforderungsprofil für Lehrer

Betrifft; Arbeitszeit-Grafik zum Bericht "Rettender Schirm gegen Fekters Regenschauer"

der Standard , 25. 11. 2011

Wenn ich diese Grafik sehe, fehlt mir der Glaube. Am Mittwoch müssen wir übrigens eine Aufsicht für unseren Sohn finden oder einen Urlaubstag verbrauchen, weil sich Lehrer während ihrer Arbeitszeit zur Generalversammlung der Lehrervereine nicht am Nachmittag oder Abend treffen können. Im Sommersemester findet dann wieder die Gewerkschaftsversammlung statt - Schule ganztägig geschlossen, egal ob Lehrer bei der Gewerkschaft sind oder nicht. Woanders heißt das Streik.

Bezüglich der Stundenanzahl denke ich, dass man die Lehrer in einer arbeitsintensiven Zeit, etwa Juni, befragt und diese Werte mal 52 Wochen multipliziert hat - ohne aber 14 Wochen Ferien und die fünf schulautonomen Tage zu berücksichtigen. Lehrer sollten zwischen 7 und 9 Uhr Früh in der Schule sein und bis 15 bis17 Uhr bleiben müssen. Direktoren sollen Dienstpläne wie etwa auf Krankenstationen erstellen - und das Problem des Fehlangebots an Nachmittagsbetreuung hat sich erledigt. Jakob Unterberger,

Bad Ischl

 

 

Eva Maria Bartes-Stummvoll

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28.11.2011 Unterricht 2. Teil

 

OTS0107 II 28.11.2011 12:00:40

Walser zu Neue Mittelschule: Bifie bestätigt Kritik der Grünen

Utl.: Grüne stehen für Etikettenschwindel nicht zur Verfügung

Grüne/Bildung/Schulen/Neue Mittelschule

"Die Neue Mittelschule ist ein Etikettenschwindel, unsere Kritik daran wird nun auch von Bifie-Direktor Josef Lucyshyn bestätigt", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, wenig überrascht von der harschen Kritik des Direktors des Bundesinstitut für Bildungsforschung (Biefie): "Die Verschiebung der Evaluierung auf 2015 zeigt, dass selbst Ministerin Claudia Schmied von ihrem Konzept nicht mehr überzeugt ist", so Walser weiter.

Der Gesetzesentwurf zur Einführung der Neuen Mittelschule an Stelle der Hauptschulen weicht stark vom ursprünglichen Konzept ab. So ist die ursprünglich versprochene Durchlässigkeit in höhere Schulen nicht mehr gegeben. Die SchülerInnen werden wieder wie in der bildungspolitischen Steinzeit anhand ihrer Volksschulnoten in einen 'A- und B-Zug' eingeteilt. Selbst der ursprünglich versprochene Unterricht durch AHS- und BHS-LehrerInnen wurde gestrichen. "Was bleibt, ist eine Hauptschule mit etwas mehr Ressourcen", so Walser.

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APA0166 II, XI 28.11.2011 11:02:13

 

Neue Mittelschule: Kritik an genereller Einführung ohne Evaluierung

Utl.: Modellversuche sollten eigentlich bis Ende 2012 vom Bifie wissenschaftlich überprüft werden

Schulen/Reform/Hintergrund

2009 wurde das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) per Parlamentsbeschluss damit beauftragt, den Modellversuch Neue Mittelschule (NMS) mit ihren immerhin 1.000 Euro Zusatzbudget pro Schüler und Jahr zu evaluieren. Der Bericht sollte Ende 2012 als Entscheidungsgrundlage für die Einführung der NMS vorgelegt werden, die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen auf NMS wurde in der Zwischenzeit dennoch längst beschlossen. Für Bifie-Direktor Josef Lucyshyn ist das ein Beispiel für "die Ignoranz der Politik gegenüber Daten", wie er im APA-Gespräch kritisiert.

Die Darstellung im Vorblatt zum entsprechenden Gesetzesentwurf, wonach sich "der Modellversuch in Österreich bewährt hat", wie es dort wörtlich heißt, sei sachlich nicht nachvollziehbar. "Das ist nicht datenbasierte Politik, sondern hier ist man wieder in alte Muster zurückgefallen und ideologischen Argumentationen gefolgt", so Lucyshyn.

Die Ergebnisse der Evaluierung der NMS durch das Bifie sollen nun erst 2015 vorliegen, wenn die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen bereits abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der erste Durchgang der Überprüfung der Bildungsstandards für die achte Schulstufe in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch abgeschlossen sein - und damit erstmals Daten vorliegen, wie die NMS mit ihren zusätzlichen Fördermitteln im Vergleich zu den AHS-Unterstufen abschneiden.

(schluss) jle;pra;ks

 

 

APA0146 KI, II, XI 28.11.2011 10:41:02

Eltern sollen bei der Leseförderung stärker unterstützt werden

Utl.: Enquete stellt mehrere Modelle aus dem Bereich "Familiy Literacy" vor - Soll vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien fördern

Bildung/Eltern/Literatur

Wie gut ein Kind lesen kann, hängt in Österreich stark mit seinem sozialen Umfeld und der Bildung seiner Eltern zusammen. Geht es nach Gerhard Falschlehner, Geschäftsführer des Buchklubs der Jugend, sollen deshalb Eltern aus niedrigen sozialen Schichten künftig stärker bei der Leseförderung ihrer Kinder unterstützt werden - und zwar durch sogenannte "Family Literacy"-Projekte, bei denen die Familie eingebunden wird. Bei einer gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium veranstalteten Enquete werden am Montag mehrere solcher Modelle vorgestellt. Es soll zudem eine stärkere Vernetzung der "vielen kleinen Initiativen, die isoliert gute Arbeit leisten", diskutiert werden, so Falschlehner zur APA.

Ziel der Enquete sei ein "Masterplan" für "Family Literacy": Dabei sollen bestehende Initiativen vernetzt und so Synergien genutzt werden. Auch öffentliche Willensbildung, um die wichtige Rolle der Eltern stärker zu kommunizieren, wäre aus Falschlehners Sicht ein wichtiger Punkt. Außerdem will er sich ein Beispiel an Deutschland nehmen. Dort habe man es geschafft, die Wirtschaft als Financier für Leseprojekte zu gewinnen, weil diese schließlich auch an Nachwuchskräften mit guten Lesekompetenzen interessiert sei.

Das Modell der "Family Literacy" ist laut Falschlehner in Europa schon seit den 1990ern verbreitet, in Österreich wurden nach den mittelmäßigen Leseergebnissen bei der PISA-Studie 2000 erste Projekte zur Förderung der Lesefreude in der Familie gestartet. Dabei würden aber gerade bei Schulen beliebte Projekte wie eine "Lesenacht" nicht jene erreichen, die Förderung am meisten bräuchten, und sie würden noch dazu nicht langfristig wirken. Bei der Enquete werden laut Falschlehner ausschließlich Projekte vorgestellt, bei denen auch ein nachhaltig positiver Effekt nachgewiesen wurde. Etwa das "Hippy-Hausbesuchsprogramm für Eltern von Kindern zwischen drei und sieben Jahren", bei dem Betreuer Familien aus bildungsfernen Schichten besuchen.

Die Wirksamkeit von "Family Literacy"-Projekten ist laut Falschlehner durch Studien belegt. Er verweist u.a. auf ein Lesepartner-Projekt, bei dem Erwachsene und Kinder sich über eine Dauer von zwei bis drei Monaten fünfmal pro Woche abwechselnd mindestens zehn Minuten vorgelesen haben. Laut einer Evaluierung durch die Uni Salzburg hat sich bei der Hälfte der leseschwachen Kinder die Leseleistung bereits in diesem verhältnismäßig kurzen Zeitraum deutlich verbessert.

Generell gelte bei der Leseförderung: "Man kann gar nicht früh genug beginnen", betont Falschlehner. So gibt es schon lange internationale Book-Start-Projekte, im Rahmen derer frischgebackenen Müttern bereits im Spital Vorlesebücher mitgegeben werden. Seit Oktober diesen Jahres setzt auch Vorarlberg bei der Geburt an: Frischgebackene Eltern erhalten kostenlose Bücherpakete, um die Sprachentwicklung ihres Kindes durch Erzählen, Anschauen und Vorlesen zu unterstützen. Je früher die Förderung erfolge, so Falschlehner, desto positiver der Effekt. Immerhin seien bei Kindern in der ersten Klasse Volksschule bereits bis zu vier Jahre Unterschied bei den sprachlichen Fähigkeiten zu beobachten. Die Volksschullehrer könnten dann nur noch Kompensationsarbeit leisten.

(S E R V I C E - http://www.buchklub.at/Aktuell/Buchklub-News/Family-Literacy.html)

 

 

 

Eva Maria Bartes-Stummvoll

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