Freitag, 21. Dezember 2012

2012.12.21: Unterricht

APA0194 II, XI 21.12.2012 11:43:03

 

Uni-Budget: Unis 2 - Salzburg: "Können Betrieb aufrechterhalten"

Utl.: Für Uni Klagenfurt bei Neuvorhaben "keine großen Sprünge möglich" - Boku sieht "erfreuliches Ergebnis"

Universität/Salzburg

An der Universität Salzburg kann mit den neuen Leistungsvereinbarungen wie im Vorfeld erwartet der Status Quo aufrechterhalten werden. "Wir können damit den jetzigen Betrieb fortsetzen", so Rektor Heinrich Schmidinger zur APA. "Wenn ich jetziger Betrieb sage, heißt das schon, dass wir auch das eine oder andere neue Projekt angehen können. Das haben wir auch bisher gemacht."

Als Beispiele nannte Schmidinger die Ausschreibung von Professuren in Fachgebieten, die es in dieser Form noch nicht gegeben habe, sowie die Investition in vor kurzem geschaffene Einrichtungen wie die School of Education als Vorbereitung auf die Reform der Lehrerausbildung. Neue Professuren gebe es etwa im Bereich der Elementarpädagogik und der Sprachlehrforschung - "das sind zufällig auch jene Bereiche, wo starke Nachfrage seitens der Studierenden herrscht". In anderen Bereichen werde ein vorhandener Lehrstuhl "nur" neu ausgeschrieben, aber praktisch neu aufgestellt: So sei etwa der Lehrstuhl für Botanik frei geworden - dieses Gebiet sei aber mittlerweile von klassischen Methoden auf eine molekularbiologische Basis umgestellt worden: "Das setzt dann ganz andere Ausstattungen voraus."

Keine neuen Professuren erhält die Uni Salzburg aus jenen 95 Stellen, die aus der "Uni-Milliarde" für jene fünf Studienfelder (Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften) finanziert werden, die im Zuge des Testlaufs zur Studienplatzfinanzierung ab dem Herbst 2013 Platzbeschränkungen einführen dürfen. "Wo wir zusätzlichen Bedarf hätten, greift die Regelung nicht", so Schmidinger. "Wir bräuchten etwa in der Pädagogik mehr Personal, weil dort der Andrang groß ist." In der Biologie wiederum seien die Betreuungsrelationen nicht schlecht - dort fehle es aber an der Laborausstattung und am Platz.

Vorerst vertagt wurde der von der Uni Salzburg geplante Ausbau der Materialwissenschaften. "Da besteht das Ministerium darauf, dass diese Frage noch in der Hochschulkonferenz diskutiert wird." Dort solle etwa geklärt werden, ob es vergleichbare Standorte gebe und wie dieser Bereich künftig national aufgestellt werden solle. "Da hat man uns gesagt, bis das nicht entschieden, klammern wir das aus."

"Ein Stück weit zufrieden" ist Rektor Oliver Vitouch mit dem Budget, das die Uni Klagenfurt in den Jahren 2013 bis 2015 erhalten wird. Es führe nicht zu einschneidenden Sparzwängen beim Personal oder im Bereich der Lehre, im Wesentlichen bringe es allerdings nur einen Teuerungsausgleich. "Mit diesem Grundbudget können wir halbwegs ruhig schlafen, aber bei den Neuvorhaben sind keine großen Sprünge möglich." Für Neuvorhaben sind 2,6 Mio. Euro vorgesehen.

So könne die Uni die ursprünglich geplante Stärkung von Forschungsbereichen in vielen Bereichen nicht umsetzen. Über den Probelauf zur Studienplatzfinanzierung gibt es an der Uni Klagenfurt zusätzliche Professuren, konkret drei neue Stellen in den Wirtschaftswissenschaften und zwei Informatikstellen. Die Reform der Lehrerausbildung ist in den Leistungsvereinbarungen hingegen nicht enthalten, sondern wurde in die für gesellschaftlich besonders wichtige Themen vorgesehenen Gestaltungsvereinbarungen ausgelagert. Wie viel Geld es dafür gibt, ist laut Vitouch davon abhängig, wie viel Budget dem Ministerium noch bleibt.

Positiv fällt das Resümee an der Uni für Bodenkultur (Boku) aus: Rektor Martin Gerzabek spricht in einer Mitteilung an die Studenten von einem "erfreulichen Ergebnis" bei den Leistungsvereinbarungen : Es sei gelungen, geplante Berufungen für die kommenden Jahre und Bau- bzw. Sanierungsvorhaben abzusichern.

(schluss) jle;aku;bei

APA0190 II, XI 21.12.2012 11:39:53

 

Uni-Budget: Unis Wien und Graz sehen akzeptables Ergebnis 1

Utl.: Uni Wien kann Status Quo auferhalten, nachhaltige Verbesserung der Betreuungsverhältnisse gescheitert - Uni Graz konnte Projekte nicht in geplantem Ausmaß umsetzen

Universität/Wien

Mit 1. Jänner gelten für die 22 öffentlichen Unis die neuen Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013-2015, insgesamt hat das Wissenschaftsministerium 7,4 Milliarden Euro zu vergeben. Auch wenn diese Gesamtsumme aus Sicht der Rektoren zu gering ist, zeigen sie sich mit der Verteilung der Mittel bei einem Rundruf der APA im Großen und Ganzen zufrieden. Tenor: Angesichts der angespannten Finanzlage im Ministerium sei das Ergebnis akzeptabel, wenn mit dem Budget auch keine großen Sprünge machbar seien. Bei den Betreuungsverhältnissen konnten weder die Uni Wien noch die Uni Graz ihre Ziele durchbringen.

Die Uni Wien bekommt in den kommenden drei Jahren um etwa 14 Prozent mehr Mittel als in der vergangenen Leistungsvereinbarungsperiode (2010-2012). "Das bedeutet, dass wir den Status quo aufrechterhalten und ein paar, wenn auch nicht gravierende Verbesserungen umsetzen können", erklärt Rektor Heinz Engl gegenüber der APA. Die Verhandlungen seien "hart, aber fair gewesen". Im Rahmen dessen, was realistisch erwartbar war, sei er mit dem Ergebnis zufrieden.

Ein wesentliches Ziel der Uni, nämlich die nachhaltige Verbesserung der Betreuungsverhältnisse, habe ob des Budgetrahmens nicht erreicht werden können. "Es war rasch klar, dass das für das Ministerium nicht finanzierbar ist, deshalb haben wir vereinbart, die Betreuungsrelationen im Wesentlichen stabil zu halten." Die Uni Wien habe bereits in den vergangenen zwei bis drei Jahren relativ stark das Lehrpersonal in stark belasteten Studien ausgebaut "und den Status Quo können wir auch in den kommenden Jahren halten. Das ist schon ein Erfolg". Spielräume zur weiteren Verbesserung der Betreuungsverhältnisse, auch in jenen Fächern, in denen ab kommendem Herbst Aufnahmeverfahren vorgesehen sind, gibt es für die Uni Wien allerdings kaum.

In der Forschung ist die Uni laut Engl "gut unterwegs", allerdings hoffe er, dass das Ministerium wie in der Vergangenheit zusätzliche Mittel für Investitionen in Geräte ausschütten wird. Immerhin müsse die Uni bei Berufungen mit den deutlich besser finanzierten deutschen und Schweizer Exzellenzunis konkurrieren.

"Summa summarum ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis" hat die Universität Graz laut Rektorin Christa Neuper erreicht. Von einer langen Liste habe man die strategischen Projekte letztendlich umsetzen können - wenn auch nicht im gewünschten Ausmaß. Die geplanten Schwerpunkte der Uni waren Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Verbesserung der Betreuungsverhältnisse, Lehrerausbildung und Fortführung der Standortkooperationen mit der Technischen Uni (TU) Graz bei den Naturwissenschaften bzw. mit der TU und der Medizin-Uni Graz bei den Life Sciences. "Inhaltlich waren wir da sehr nahe an den Vorstellungen des Ministeriums. Das Thema war, was man mit den Mitteln tatsächlich umsetzen kann."

Gerade bei der Lehrerausbildung hätte die Uni weit reichendere Pläne gehabt und auch für die Kooperationsprojekte sei es "nicht so einfach" gewesen, Mittel zu erhalten. Bei den Betreuungsverhältnissen habe man das gewünschte Ziel nicht erreicht. Die zehn neuen Professuren, die die Uni nun im Rahmen des Testlaufs zur Studienplatzfinanzierung bekommt, seien von der Uni ohnehin bereits geplant gewesen und hätten auch andere Fächer als die nun genehmigten umfasst. Weiterer Wermutstropfen: Die Uni muss bei den zusätzlichen Professuren etwas zuschießen. "Sie sind nicht ausfinanziert, dazu braucht man ja auch Infrastruktur, Räume und Laborausstattung."

Noch dazu überschreite die Zahl der geplanten Plätze (angelehnt an der Zahl der Studienanfänger im Studienjahr 2011/12) ganz klar die tatsächlichen Kapazitäten der Uni. Dementsprechend unzufriedenstellend findet sie die vorliegende Regelung. "Was die Kapazitätenorientierung angeht, haben wir im Rahmen der Leistungsvereinbarungen leider keine verbindliche Lösung abschließen können, hier laufen noch weitere Gespräche." Die Leistungsvereinbarungen nicht zu unterschreiben wäre dennoch "nicht wirklich eine Alternative gewesen". Auf die erhoffte Umverteilung der Studenten auf verschiedene Unis will Neuper sich nicht verlassen. "Ich gehe davon aus, dass man da nicht viel umschichten kann. Man muss die Studienplätze auf die Zahl begrenzen, die man auch finanzieren kann. Da müsste auch eine gewisse Ehrlichkeit in der Politik her." Sie halte es für einen großen Irrtum, dass mehr Studienanfänger auch zu mehr Absolventen führen, denn gerade bei überlaufenen Studien gebe es einen hohen Dropout.

(fortsetzung) jle;aku;bei

APA0097 II, XI 21.12.2012 09:58:01

 

Schulschwänzen: Gesetz für AHS-Lehrer "völlig untauglich"

Utl.: Fünf-Stufen-Plan "realitätsfremd" - Fürchten "Tsunami an Gesprächen"- Auch Pflichtschullehrer, Tiroler Landesschulrat und Gemeinden mit Einwänden

Schule/Wien

Die AHS-Lehrergewerkschaft hält den von der Regierung vorgelegten "Fünf-Stufen-Plan" gegen das Schulschwänzen für "realitätsfremd und deshalb völlig untauglich". Ein schnelles und wirkungsvolles Eingreifen würde dadurch "verhindert oder zumindest rechtlich fragwürdig", heißt es in der Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf des entsprechenden Gesetzes. Das komplexe Verfahren werde aufgrund diverser Mängel "in wohl keinem Fall rechtskonform bis zur letzten Stufe gelangen, erzeugt aber einen Tsunami an Gesprächen, an denen bestimmte Personen teilzunehmen haben".

Als Schulschwänzer soll laut Gesetzesentwurf künftig gelten, wer in einem Semester fünf unentschuldigte Fehltage oder 30 unentschuldigte Fehlstunden bzw. drei aufeinanderfolgende unentschuldigte Fehltage aufweist. Bei Vorliegen einer solchen Schulpflichtverletzung sind dann in vier Stufen zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen. Nützt alles nichts, können als fünfte Stufe Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden.

Die AHS-Lehrer verlangen eine Verschärfung bei der Definition der Schulpflichtverletzung und monieren unter anderem die zahlreichen vorgeschriebenen Gespräche: "Wie viele Gespräche hätte z.B. der Schülerberater einer mittelgroßen Schule nach Meinung der für diesen Entwurf Verantwortlichen pro Jahr in Summe zu führen? Ist daran gedacht, den Schülerberater dafür gänzlich von seiner Unterrichtstätigkeit zu befreien?" Gleichzeitig fragen sie sich, wie man angesichts dieses Aufwands in den Erläuterungen von "verminderten Verwaltungsabläufen" und "vernachlässigbaren finanziellen Auswirkungen" sprechen könne.

Ähnliche Kritik, wenn auch in milderer Form, äußert die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft. Einerseits sollten Lehrer die Möglichkeit erhalten, schon vor Erreichen der Fehltags-Grenze das Verfahren in Gang zu setzen. Andererseits solle vorgesehen werden, dass die festgesetzten Zeiträume nicht ausgeschöpft werden müssen. Ebenfalls vermisst werden Vorgehensweisen für den Fall, dass Erziehungsberechtigte Gesprächstermine einfach nicht wahrnehmen.

Einwände kommen auch von manchen Landesschulräten und dem Gemeindebund. Die Tiroler Schulbehörde bezeichnete den Fünf-Stufen-Plan aufgrund des "enormen Verwaltungsaufwands" als "grundsätzlich schwer umsetzbar". Bei Ausschöpfung aller Ebenen seien "bis zu fünf voneinander unabhängig durchzuführende Besprechungen vorgesehen, bis zu drei Zielvereinbarungen abzuschließen und bis zu 13 Personen bzw. Institutionen zu involvieren": "Daraus resultiert ein sehr bürokratisches und zeitraubendes Verfahren, das sich noch dazu Einrichtungen (z.B. Schulpsychologie) bedient, die derzeit einen besorgniserregend geringen Personalstand aufweisen." Der Landesschulrat Salzburg begrüßt zwar die Initiative zur Reduktion des Schwänzens, wünscht sich aber ebenfalls eine "Verschlankung" des Verfahrens.

Der Gemeindebund hält den Fünf-Stufenplan für "wenig geeignet, das unentschuldigte Fernbleiben von Schülern vom Unterricht hintanzuhalten". Der vorgesehene Verfahrensablauf sei "so kompliziert und umständlich gestaltet, dass er für den Schulalltag kaum geeignet erscheint". Befürchtet wird auch ein "immenser Verwaltungs- und Kostenaufwand" für die Schulerhalter. Arbeiterkammer und das Land Wien halten die 440 Euro Strafe für zu hoch.

Keine Bedenken haben dagegen etwa die Landesschulräte in Vorarlberg und Oberösterreich und die Gewerkschafter an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS).

(schluss) aku;jle;bei

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2012.12.21: Unterricht

 

Der Standard – 21. Dezember 2012

 

Marek: "Gesamtschule bringt keine besseren Bildungserfolge"

Interview | Lisa Aigner

Die neue ÖVP-Bildungssprecherin Christine Marek über Qualitätskriterien im Kindergarten und die Reformvorhaben in Tirol

Christine Marek will als neue Bildungssprecherin der ÖVP einen Fokus ihrer Arbeit auf den Kindergarten legen. Man müsse "das Haus von unten aufbauen, nicht vom ersten Stock". Im Interview mit derStandard.at erklärt sie, warum sie in Sachen Gesamtschule nicht einer Meinung mit Günther Platter ist, ihrem Parteikollegen und Landeshauptmann von Tirol, und sie kritisiert, dass Lehrer immer in eine "Blockiererposition" gedrängt werden. "Die Lehrer sind ein wesentlicher Faktor für die Erziehung der Kinder", so die Abgeordnete.

derStandard.at: Warum gab es jetzt diesen Wechsel von Werner Amon zu Ihnen?

Marek: Die außenpolitische Sprecherposition war neu zu besetzen und die wurde auf seinen Wunsch mit Werner Amon besetzt. Ich habe die neue Funktion mit großer Freude angenommen. Das Thema ist für mich sehr spannend, ich habe im Bereich Frühkindpädagogik schon sehr viel gemacht. Für mich ist auch das Thema der ganztätigen Schulformen ein ganz wichtiges. Gerade als alleinerziehende Mutter habe ich das selbst immer miterlebt, wie das ist. Es ist wichtig, klare Fronten zu haben und wir haben da sehr viel Positives gemacht in der Vergangenheit und auch jetzt aktuell. Es stimmt nicht, dass in der Bildungspolitik nichts weitergeht. Wir nehmen viel Geld in die Hand und es passiert auch sehr viel. Ich verwehre mich nur dagegen, dass es nur eine Schulform gibt und die verpflichtend für alle.

derStandard.at: Das heißt Sie sind gegen die Gesamtschule, die ihr Parteikollege und Landeshauptmann Günther Platter in Tirol umsetzen möchte?

Marek: Ich kenne bis jetzt kein konkretes Modell. Wir warten darauf.

derStandard.at: Herr Platter sagt zum Beispiel: "Die Gesamtschule ist keine Frage der Ideologie, sondern eine Frage der Vernunft". Wie sehen Sie das?

Marek: Ich kenne die Aussagen von Günther Platter aus den Medien. Es gibt kein konkretes Modell. Es gibt auch keine Studien, die beweisen, dass die Gesamtschule tatsächlich viel bessere Bildungserfolge bringt, als ein differenziertes Schulsystem.

derStandard.at: Platter beruft sich in seiner Argumentation darauf, dass die Ergebnisse in Südtirol etwa bei der Pisa-Studie besser sind. Dort gibt es eine Gesamtschule in der Unterstufe.

Marek: Es gibt genug andere Beispiele. In Bayern gibt es ein differenziertes Schulsystem, das großartige Bildungsergebnisse hat. Wir haben das differenzierte Schulsystem festgeschrieben. Im September haben wir die Weiterentwicklung vereinbart. Wir haben die Neuen Mittelschulen. Dort gibt es sehr gute Begabungsförderungen für Schüler. Die Gymnasien und damit die Differenzierung im Schulsystem bleiben erhalten. Das war ein Einheitsbeschluss, dem sich auch Günther Platter angeschlossen hat. Auch in der ÖVP. Dem ist nichts hinzuzufügen.

derStandard.at: Platter meint, dass die starre Position gegenüber der Gesamtschule in der ÖVP langsam bröckelt. Erleben Sie das auch so?

Marek: Nein.

derStandard.at: Wie kommt er dann darauf, dass zu sagen?

Marek: Das müssen Sie ihn fragen. Haben Sie ihn gefragt?

derStandard.at: Ja, wir haben ja auch mit ihm ein Interview geführt.

Marek: Ich habe mit ihm noch nicht darüber gesprochen.

derStandard.at: Werden Sie das tun?

Marek: Natürlich.

derStandard.at: Und werden Sie dann versuchen, ihn von Ihren Ideen zu überzeugen?

Marek: (Lacht.) Nein. Es wird sicher ein Gespräch geben. Aber ich bin erst seit einer Woche Bildungssprecherin.

derStandard.at: Österreich fährt bei Bildungstests regelmäßig schlechte Ergebnisse ein. Wo sehen Sie den größten Fehler im System?

Marek: Wir müssen die Kinder individueller unterstützen. Was ich jetzt auch gerne angehen möchte, ist das Haus von unten aufzubauen, nicht nur vom ersten Stock. Wir diskutieren in der Bildungsdebatte immer nur über die Sekundarstufe 1. Diskutieren wir doch, wie wir schon bei den ganz Kleinen beginnen können. Das heißt im Kindergarten. Das ist die erste Bildungseinrichtung. Da haben sich schon wesentliche Schritte getan mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr. Das ist auch ein Baby von mir. Wir müssen da ansetzen, auch durchaus mit Qualitätskriterien. Ich möchte mit den Ländern darüber diskutieren, wie wir gemeinsam weiterkommen. Dann kommen die Kinder schon mit ganz anderen Voraussetzungen in die Volksschule.

Wir haben bei den Lesetests gesehen, dass die Kinder in der vierten Klasse Volksschule eigentlich nicht dort sind, wo sie sein müssten. Das ist das Problem, wenn sie dann in die Sekundarstufe 1 kommen, dass ihre Leistungen total heterogen sind. Wir müssen im Kindergarten auch schon stärker etwas im Bereich Naturwissenschaften machen. Da machen Länder wie Deutschland schon mehr. Es gibt dort die Initiative "Haus der kleinen Forscher", die flächendeckend eingeführt worden ist. Bei KiWi (Kinder in Wien, Anm.) machen die Kindergartenpädagoginnen mit den Kindern Experimente. Es geht darum, die Kinder neugierig zu machen. Das sollte auch in die Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen integriert werden

derStandard.at: Wollen Sie für mehr Qualitätskriterien in den Kindergärten mehr Durchgriffsrechte für den Bund?

Marek: Das ist realpolitisch kein Thema. Mir geht es darum, dass wir uns auf Basis der geltenden Rechtslage anschauen, wo wir gemeinsam weiterkommen können. Wir haben im Rahmen der geltenden 15a-Vereinbarung über das verpflichtende Gratiskindergartenjahr einen bundeseinheitlichen Bildungsplan für die Fünfjährigen. Da wäre es schön, wenn es uns gelingt, weiter über Qualitätskriterien zu diskutieren. Ich habe gelernt, dass es Sinn macht, das Machbare zu diskutieren. Ich kann natürlich sagen "Wünsch dir was" und ein fernes Ziel diskutieren, ich setze aber lieber einen Schritt,der realistisch ist, nach dem anderen. Mit kleinen Schritten komm ich auch zum Ziel.

derStandard.at: Die ÖVP hatte in dieser Legislaturperiode vier Personen, die für Schulthemen zuständig waren: Johannes Hahn, Beatrix Karl, Werner Amon und jetzt Sie. Warum wird dieses Thema zwischen so vielen Personen herumgereicht?

Marek: Moment, Sie reden hier von zwei Personen auf Regierungsebene und zwei aus dem Parlament.

derStandard.at: Ich rede von den Personen, die mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied verhandelt haben.

Marek: Aber das heißt nicht, dass das Thema herumgereicht wird. Das sind verantwortungsvolle Positionen und Personen, die dann einfach in eine andere Funktion gewechselt haben. Die Position muss dann neu besetzt werden.

derStandard.at: Eines der größten Probleme im österreichischen Bildungssystem ist, dass der Bildungsstand der Eltern auf die Kinder vererbt wird. Ist es Aufgabe der Politik, das zu ändern?

Marek: Ich gehe davon aus, dass wir mit der Weiterentwicklung der Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen bereits einen wesentlichen Schritt gesetzt haben. Aber es geht auch darum, dass wir den Kindergarten bestmöglich gestalten und die Kinder auch in der Volksschule abholen. Natürlich sind auch die ganztägigen Angebote ein wesentliches Thema. Da geht es auch darum, dass Kinder von berufstätigen Eltern am Nachmittag die Hausaufgaben in der Schule machen können. Natürlich muss es eine Wahlfreiheit geben. In der ganztägigen Schulform kann man viel abfangen.

derStandard.at: Wenn die Eltern dafür wären, dass es eine verschränkte Ganztagsschule gibt und die Lehrer dagegen, dann wird sie nicht umgesetzt. Die Lehrer haben eine Vetomöglichkeit.

Marek: Diese Argumentation ist sehr ärgerlich. Der Bundeskanzler (Werner Faymann, Anm.) hat das in der Pressestunde so argumentiert. Wir haben die Schulautonomie, wo Lehrer, Schüler und Eltern zu gleichen Teilen ein Stimmrecht haben. Es wird in den Raum gestellt, dass die Lehrer ein Vetorecht haben und blockieren. Wir ersuchen, einen Fall zu nennen, wo von den Lehrern so etwas blockiert worden ist. Wir kennen bis jetzt keinen. Ich halte es nicht für gescheit automatisch eine ganze Gruppe in die Blockiererposition zu bringen. Es geht darum, dass man gemeinsam eine Lösung findet.

derStandard.at: Aber man gibt den Lehrern damit schon sehr viel Macht.

Marek: Die Lehrer sind ein wesentlicher Teil des Systems. Wir vertrauen den Lehrern die Kinder an. Recht viel mehr Macht - im positiven Sinn - kann man nicht geben. Die Lehrer sind ein wesentlicher Faktor für die Erziehung der Kinder. So viele Eltern delegieren sehr viele ihrer Aufgaben an die Schule oder an die Lehrer. Sehr viele Eltern kommen nicht einmal mehr zum Elternsprechtag.

derStandard.at: Welche Rolle spielt für Sie der Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer in der Schulpolitik?

Marek: Fritz Neugebauer ist ein Gewerkschaftsvertreter der mit hohem Engagement die Interessen derer, die ihn gewählt haben, vertritt.

derStandard.at: Dadurch kommen oft Reformen nicht zustande.

Marek: Er macht das, wofür er gewählt ist. Er ist Interessensvertreter.

derStandard.at: Der größte Brocken, der in dieser Legislaturperiode noch ansteht, ist das Lehrerdienstrecht. Glauben Sie, dass das noch passieren wird?

Marek: Glauben heißt, nicht wissen. Hier gibt es konkrete Gespräche. Die sind auf Sozialpartnerebene zu führen. Hier sind vor allem die Ministerinnen Heinisch-Hosek (Beamtenministerin, Anm.) und Schmied gefordert, zusammen mit der Gewerkschaft. Die Frage ist, wie weit man aufeinander zugeht.

derStandard.at: Sie werden Sich da nicht einbringen?

Marek: Natürlich bringe ich mich ein, aber es ist in erster Linie ein Sozialpartnerthema.

derStandard.at: Vorher waren Sie Chefin der Wiener ÖVP, jetzt werden Sie Bildungssprecherin in der ÖVP. Das sind beides Jobs, die nicht besonders angenehm sind. Als ÖVP Bildungssprecherin muss man öfter Dinge verhindern. Wie kommen Sie zu diesen Positionen?

Marek: Um verhindern geht es der ÖVP überhaupt nicht, da widerspreche ich vehement! Ich bin nicht in der Bildungspolitik um etwas zu verhindern, sondern um etwas zu gestalten. Es gilt natürlich, immer einen Interessensausgleich und eine gewisse Balance zu halten. Aber das ist in jedem Bereich so. Auch als Staatssekretärin war das so. Politik muss immer auch Kompromisse schließen.

derStandard.at: Sie haben Ihre Aufgabe als Familienstaatssekretärin bei Ihrer Abschiedsrede von der Wiener ÖVP als "Herzensjob" bezeichnet. Wollen Sie wieder auf die Regierungsbank?

Marek: Ich bin jetzt sehr glücklich, da wo ich bin. Das ist jetzt kein Thema. Ich habe jetzt eine Aufgabe übernommen, die sehr spannend ist und wo ich mich riesig darüber freue.

CHRISTINE MAREK (44) sitzt seit September 2011 für die ÖVP im Parlament. Seit 14. Dezember ist sie Bildungssprecherin für ihre Partei. Im Wiener Wahlkampf 2010 trat sie für die ÖVP als Spitzenkandidatin an, trat 2011 aber als Landesparteiobfrau zurück. Von 2007 bis 2010 war sie Familienstaatssekretärin.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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Donnerstag, 20. Dezember 2012

2012.12.21: Unterricht

 

Die Presse – 21. Dezember 2012

 

 

Bildung à la Stronach: "Muss Rad nicht neu erfinden"

Von Rosa Schmidt-Vierthaler 

Der Unterrichtssprecher des Team Stronach, Stefan Markowitz, legt gegenüber DiePresse.com seine bildungspolitischen Wünsche dar. Diese betreffen vor allem die Lehrer.

Mehr Gehalt, mehr Arbeit, mehr Selektion: Stefan Markowitz rückt die Lehrer ins Zentrum seiner bildungspolitischen Änderungswünsche. Im Team Stronach hat der ehemalige BZÖ-Abgeordnete die Funktion des Jugend- und Unterrichtssprechers eingenommen, derzeit arbeitet er "täglich am Parteiprogramm", wie er im Gespräch mit DiePresse.com erzählt. Bisher hat das Team Stronach nur einige wenige Grundsatzpositionen vorgestellt, das Thema Bildung wurde dabei großflächig ausgespart.

Dies soll sich bald ändern: "Ich sitze permanent mit Expertengruppen zusammen. Wir veröffentlichen im Jänner einen Teil, im Februar sollte es fertig sein", sagt Markowitz. Dabei helfen dem gelernten Elektrotechniker "viele Experten von Lehrern über Uni-Professoren bis zu Rektoren." Namen will er allerdings nicht nennen.

 

Gesamtschule keine essentielle Frage

Die Frage, ob alle Kinder zwischen 10 und 14 in eine Gesamtschule gehen sollen oder ob die bisherige Trennung in Haupt- bzw. Mittelschule sinnvoll ist, stellt man sich derzeit im Team Stronach nicht. "Türschilder" seien nicht das Thema.

Trotz der entsprechenden Ergebnisse bei der Testung der Bildungsstandards glaubt Markowitz nicht, dass die Schüler in Kärnten schlechter rechnen können als die Schüler in Oberösterreich. Das enttäuschende Ergebnis Kärntens "hat sicher damit was zu tun, wie man einem Menschen etwas beibringt. Deshalb müssten "die Lehrer bei der Hand genommen werden". Die Länder, die gut abgeschnitten haben, sollten den anderen erklären, wie sie ihre Ergebnisse erreichten: "Ich würde es gut finden, wenn die Bundesländer mehr miteinander kommunizieren würden."

 

"Mehr Gehalt für Lehrer"

Ein Paradigmenwechsel ist beim bildungspolitischen Programm des Team Stronach nicht abzusehen: "Bei gewissen Dingen muss man das Rad auch nicht völlig neu erfinden. Man muss es nur verbessern", sagt Markowitz. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er vor allem bei den Lehrern: "Mehr Gehalt für Lehrer, um wirklich die besten der besten Lehrer für die Kinder zu haben ist mir ein großes Anliegen." Vor allem das Einstiegsgehalt sollte demzufolge angehoben werden.

Markowitz kritisiert, dass die 2009 geplanten zwei Stunden Mehrarbeit für Lehrer an der Blockade der ÖVP scheiterte und hält eine erhöhte Unterrichtsverpflichtung für sinnvoll: "Ich will das gar nicht an den zwei Stunden mehr aufhängen. Das kann eine Stunde mehr oder auch vier Stunden mehr sein. Ich bin davon überzeugt, dass es genug engagierte Lehrer gibt, die das genauso sehen." Höheres Einstiegsgehälter und höhere Lehrverpflichtung versucht Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) seit Jahren umzusetzen.

"Deutsch muss mehr gefördert werden"

Weiters am Wunschzettel des Team Stronach: Mehr Berufsinformation an den Schulen, deren Absolventen eine Lehre beginnen: "Die Privatwirtschaft sollte viel mehr eingebunden werden. Auch Kleinunternehmer sollten eingeladen werden, um ihre Sparte zu präsentieren, damit die Berufswahl nicht immer in eine Richtung geht."

Außerdem wünscht sich Unterrichtssprecher Markowitz mehr Deutschförderung an den Schulen. "Es gehört überprüft, ob der muttersprachliche Förderunterricht nicht in die falsche Richtung geht. Deutsch muss mehr gefördert werden."

Auf den Posten des Unterrichtsministers in einer möglichen Dreierkoalition schielt Markowitz nach eigenen Angaben übrigens nicht: Ihm sei es in der Politik nie um Posten gegangen, sagt er.

Zur Person

Der 1977 in Klagenfurt geborene Stefan Markowitz machte nach Beendigung der Schulpflicht eine Lehre als Elektrotechniker. In den frühen 1990ern war er Obmann der Jungen ÖVP Spittal an der Drau. 1997 begann er seine berufliche Laufbahn am Biozentrum Wien. Selbstständig machte er sich schließlich mit der "Fahrmitbörse", außerdem organisiert Markowitz die Party "Glamour in White" am Wörthersee. 2008 zog er für das BZÖ als Jugendsprecher in den Nationalrat ein. Im Oktober gab er seinen Wechsel zum Team Stronach bekannt.

 

 

"Österreich" vom 21.12.2012                                  Seite 12

Ressort: Politik

 

Wien, Steiermark, Niederösterreich, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Amon-Nachfolgerin strikt gegen Gesamtschule

 

ÖVP-Marek will Deutsch-Crashkurse in der Schule

 

Marek will Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen in Crashkurse stecken.

 

Wien. Seit vergangener Woche ist Ex-Staatssekretärin Christine Marek neue VP-Bildungssprecherin. Im (E-Mail-)Interview mit ÖSTERREICH schlägt sie schon erste Pflöcke ein:

 

Lehrerdienstrecht: Unterrichtsministerin Schmied wird in Marek keine Verbündete gegen die Lehrer finden: An den Verhandlungen will sie - im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Werner Amon - nicht teilnehmen: "Verhandelt wird zwischen den zuständigen Bundesministerinnen und der Gewerkschaft."

 

Crash-Kurse: Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen will sie in spezielle Klassen bzw. Crashkurse setzen: "Kinder mit sprachlichem Förderbedarf müssen eine besondere Förderung erhalten, damit sie dem Unterricht folgen können und bessere Chancen im Berufsleben haben."

 

Gesamtschule: Voll auf VP-Linie ist sie auch bei der Gesamtschule: "Ich bekenne mich absolut zum differenzierten Schulsystem - mit Erhaltung der Gymnasien und Entwicklung der Hauptschulen zu neuen Mittelschulen." (gü)

 

 

Kurier – 21. Dezember 2012

 

Marek gegen "Gesudere in der Schulpolitik". Die neue Bildungs- Sprecherin der ÖVP will mehr Geld für Schulen mit hohem Migrantenanteil.

In den Wahlkampf wird die ÖVP mit einer neuen Bildungssprecherin gehen: Christine Marek, 44, übernimmt den nicht immer dankbaren Job von Werner Amon, der außenpolitischer Sprecher wird.

Sie selbst wohne in Wien im 15. Bezirk, wo es einen besonders hohen Migrantenanteil auch an den Schulen gibt. „Diese Schulen brauchen dringend mehr Ressourcen und zusätzliche Unterstützung“, sagt die Bereichssprecherin. „Was sollen wir denn sonst machen? Die Kinder quer durch Wien zu karren, ist nicht realistisch. Wir sprechen hier ja auch von sechs- bis zehnjährigen Kindern.“ Schuld an der Misere wäre vielmehr eine verfehlte Wohnbau- und Integrationspolitik.

Sie will aber die Kinder noch früher fördern, schon Eltern von Vierjährigen sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder „bestmöglich“ in den Kindergärten zu fördern. „Auch das ist eine Frage der Ressourcen, das müssen wir mit den Ländern verhandeln.“ Aber: „Keine Kindergartenpflicht für die Vierjährigen.“ Vielmehr müsse man die laufenden Projekte abwarten und dann die richtigen Schlüsse ziehen.

Das Wort Pflicht mag sie auch in der Debatte um Ganztagsschulen – oder Betreuung gar nicht. „Ich wehre mich gegen jede Form einer Verpflichtung. Es muss aber dort ein Angebot geben, wo das gebraucht wird.“ Dafür habe sie sich immer stark gemacht, obwohl das Thema nicht immer „common sense“ in der Partei gewesen sei. „Als alleinerziehende Mutter war ich da nicht im Mainstream der ÖVP.“

Wie sieht sie ihre Aufgabe für den kommenden Wahlkampf ? Ein liberales Antlitz für eine Partei, die nicht gerade als fortschrittlich in Sachen Bildungspolitik gilt? „Mag sein“, sagt Marek. Aber es habe sich bereits sehr viel getan. „Da verwahre ich mich auch gegen das Gesudere, dass es hier seit Langem einen Stillstand gibt.“

Lehrerdienstrecht

In die Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht will sie sich nicht einmischen, weil das Sache der Sozialpartner sei. „Aber einfach nur zu sagen, die Lehrer müssen mehr arbeiten, das kann es auch nicht sein.“ Es gehe um ein Gesamtpackage. „Eine Veränderung wird man aber nicht bekommen, wenn man den Lehrern schon bei der Diskussion dauernd mit dem Stellwagen ins Gesicht fährt.“

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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AK Wien: „Baustelle Mehrsprachigkeit“ / Anmeldung: veranstaltungenbp@akwien.at

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir laden Sie herzlich zur Kooperationsveranstaltung von AK Wien, Netzwerk SprachenRechte, Universität Wien und VHS Wien zum Thema „Baustelle Mehrsprachigkeit", ein.

 

Das Programm entnehmen Sie bitte der Einladung. Sie können sich für diese Veranstaltung und die Workshops per e-mail unter: veranstaltungenbp@akwien.at anmelden.

 

Baustelle Mehrsprachigkeit

 

Frohe Weihnachten und die besten Wünschen für das Neue Jahr!

 

Mag. Gabriele Schmid

Leiterin der Abt. Bildungspolitik

AK Wien

 

 

2012.12.20: Unterricht / Lehrerdienstrecht

APA0352 II, XI 20.12.2012 13:42:59

 

Lehrerdienstrecht: Regierung plant noch Mini-Änderungen

Utl.: Heinisch-Hosek erwartet Zustimmung der Gewerkschaft

Lehrende/Österreich

Die Regierung will der Lehrergewerkschaft im neuen Jahr "marginale, aber doch" vorhandene Änderungen in ihren Vorschlägen für die Reform des Lehrerdienstrechts unterbreiten. "Wir erwarten uns dann selbstverständlich eine große Bewegung von der Gewerkschaft, denn so kann's auch nicht weitergehen, dass man nur fordert und der Arbeitgeberseite keinen Schritt entgegenkommt", erklärte Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) am Donnerstag gegenüber der APA.

In den jüngsten Gesprächen mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Finanzministern Maria Fekter (V) diese Woche habe man die Argumente der Gewerkschaft erneut diskutiert und überlegt, wie man den Wünschen der Lehrervertreter noch entgegenkommen könne, also "nachgeschärft". In der nächsten politischen Runde im Jänner werde man der Gewerkschaft dann die Vorschläge mitteilen. Diese würden sich "marginal, ab aber doch noch ein bisschen" von dem unterscheiden, was die Gewerkschaft bisher weiß, erklärte Heinisch-Hosek. "Wir glauben, dass dieses Entgegenkommen dazu führen müsste, dass hier nicht mehr abgelehnt werden kann", zeigte sich die Ministerin überzeugt.

Der bisherige Vorschlag der Regierung sah ein Einstiegs-Grundgehalt von 2.420 Euro brutto für alle Lehrer vor, unabhängig von Schultyp oder Fach. Das Einstiegsgehalt der Lehrer läge damit über, das Endgehalt unter dem derzeitigen Verdienst. Allerdings würden nach dem neuen Schema unterschiedliche Zulagen nach Fächern, Schulstufe und Zusatzaufgaben hinzukommen. Außerdem sieht der Regierungsvorschlag vor, dass Lehrer verpflichtend 24 Stunden pro Woche unterrichten müssen, wobei darunter auch Lernzeiten bei der Tagesbetreuung fallen. Derzeit liegt die Unterrichtsverpflichtung zwischen 20 und 22 Stunden. Die Gewerkschaft hat die Vorschläge bisher als "Lehrer-Sparpaket" abgelehnt und Nachbesserungen verlangt.

(schluss) jul;jle;spu

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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2012.12.29: Unterricht / Lehrerausbildung

 

APA0084 II, XI 20.12.2012 09:23:42

 

Lehrerausbildung - Rektoren: Zertifizierungsrat hat "keinen Platz"

Utl.: Schmidinger: "Muss sich früher oder später spießen"

Universität/Wien

Die Universitätenkonferenz (uniko) macht weiter gegen den im Zuge der gemeinsamen Lehrerausbildung geplanten Zertifizierungsrat für die Studienangebote von Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH) mobil. Dieses von Wissenschafts- und Unterrichtsministerium beschickte Gremium soll unter anderem feststellen, ob das jeweilige Studienangebot die Kriterien für eine Anstellung der Absolventen an Schulen erfüllt und dabei etwa Studienpläne kontrollieren. Damit würden Aufgaben, die derzeit in der Autonomie der Unis liegen wie die Erlassung von Curricula an eine Kommission delegiert, kritisierte uniko-Präsident Heinrich Schmidinger am Dienstagabend vor Journalisten: "Das kann's nicht sein."

Grundsätzlich seien die Unis an einer Kooperation mit den PH in Sachen Lehrerausbildung interessiert, wobei die Federführung bei der gemeinsamen Entwicklung von Studienplänen für die Sekundarstufe I und II (derzeit Hauptschule/Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe bzw. AHS-Oberstufe und berufsbildende mittlere und höhere Schulen) bei den Unis liegen müsse. "Da gibt es eine positive Grundhaltung unsererseits", so Schmidinger.

Allerdings würden mit PH und Unis aus politischen Gründen zwei Institutionen zusammengebracht, die sehr verschieden seien. Auf der einen Seite stünden die autonomen Unis und auf der anderen die dem Unterrichtsministerium weisungsgebundenen PH, so Schmidinger. "Wenn man von uns Kooperation will, muss sich das früher oder später spießen." Dies sei mit dem geplanten Zertifizierungsrat der Fall.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) habe der uniko mehrmals zugesagt, dass eine solche Einschränkung der Autonomie nicht kommen werde, meinte Schmidinger. Die Vorgehensweise bei der Lehrerausbildung spiegle eine ähnliche Situation wie bei der Studienplatzfinanzierung. "Nur damit ein Kompromiss gefunden wird, kommt halt eine halbe Sache heraus."

(schluss) aku;jle;spu

 

 

Andrea Steiner
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Mittwoch, 19. Dezember 2012

2012.12.19: Unterricht

 

OTS0070 II 19.12.2012 10:36:25

 

Schulverantwortliche mahnt wertorientierte Sexualaufklärung ein

Utl.: Leiterin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung, Mann: Das "bunt lieben" der Sexualbroschüre "Ganz schön intim" braucht Ergänzung durch "treu lieben" - Als Kirche "nicht den Mund verbieten lassen"

KATHPRESS/Bildung/Kirchen/Sexualbroschüre/Mann/Kritik

Eine wertorientierte, "lebensfreundliche" Sexualaufklärung hat die Leiterin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung, Christine Mann, im Blick auf die Sexualbroschüre "Ganz schön intim" eingemahnt. Dort werde "sexuelles Alleinunterhaltertum, gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Aktivitäten" als gleich bedeutsam und daher gesellschaftlich gleich wünschenswert dargestellt. Mann kritisierte dies in ihrer Stellungnahme gegenüber "Kathpress" als "ideologisch schon ziemlich belastet". Das "bunt lieben" der Broschüre sei nicht alles, "es braucht auch ein 'treu lieben'".

Die katholische Schulverantwortliche äußerte sich im Anschluss an die jüngste Tagung der österreichischen Schulamtsleiterkonferenz, die sich mit der Aufklärungsbroschüre des Unterrichtsministeriums für Sechs- bis Zwölfjährige beschäftigte. Mann - sie ist langjährige Leiterin des Erzbischöflichen Schulamtes in Wien - wies auf die zahlreichen Kritikpunkte an der Broschüre hin: Widersprüche zur Rechtslage, Unkorrektheiten, "Ideologisierungen durch mangelnden Wertepluralismus" und Nichteinbeziehung der Elternvertretungen.

Dass all dies den Widerstand von Eltern hervorrufe, "darf nicht verwundern", bemerkte die kirchliche Bildungsexpertin. Sie geht von einer grundlegenden Überarbeitung der Publikation aus, die vom Ministerium auch bereits zugesagt sei.

Polemik gegen Vorbehalte aus dem kirchlichen Bereich wies die Schulamtsleiterin zurück: Als Kirche "müssen wir uns in dieser Sache nicht den Mund verbieten lassen". Jeder Verdacht, die Kirche sei grundsätzlich gegen Aufklärung, gehe ins Leere: Die "ersten und vielfach einzigen Lehrkräfte", die seit Jahrzehnten Sexualität thematisieren, seien Religionslehrer, betonte Mann.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/pwu/

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Andrea Steiner
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Dienstag, 18. Dezember 2012

2012.12.19: Unterricht / Lehrergehälter

 

Die Presse – 19. Dezember 2012

 

 

Lehrergehälter: Ab Jänner steigt die Schlagzahl

Schmied, Heinisch-Hosek und Fekter fixierten den Fahrplan für das neue Lehrerdienstrecht.

Wien/ett. Einen Tag früher als zuerst geplant kam es am Dienstagnachmittag zu einem außergewöhnlichen Treffen: Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) stimmten in einem zweistündigen konstruktiven Gespräch mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ihre Linie und den Fahrplan für die weiteren Verhandlungen mit den Lehrergewerkschaftern über ein neues Dienstrecht für künftige Pädagogen ab.

Hauptkonfliktpunkt ist und bleibt die Frage eines längeren Unterrichts bei gleichzeitig höheren Gehältern für Junglehrer.
Die Schlagzahl bei den Verhandlungen mit den Lehrergewerkschaft wird nun erhöht. Im Jänner wird es daher zuerst nochmals Beratungen auf Beamtenebene und dann eine politische Runde geben. Ziel der drei Ministerinnen bleibt, rechtzeitig vor der Nationalratswahl im Herbst 2013 eine Einigung mit den Lehrergewerkschaftern zu erzielen.

In Salzburg sind gleichzeitig Verhandlungen der Landesregierung mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten erneut gescheitert. Das Land bietet 40 Euro im Monat mehr, die Gewerkschaft fordert 50 Euro und berät nun auch über Kampfmaßnahmen.

 

 

Österreich – 19. Dezember 2012

 

 

Gipfeltreffen 

Koalition will Lehrer-Dienstrecht retten

Schmied: „Müssen an einem Strang ziehen“.

Einen Tag früher als geplant, bereits am Dienstag um 15 Uhr, trafen sich Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zu einer politischen Runde ums Lehrer-Dienstrecht. Grund des Krisentreffens bei Heinisch-Hosek: Seit Monaten stocken die Verhandlungen mit den Lehrern, jetzt wollen die SPÖ-Ministerinnen das Regierungsprojekt vorantreiben. Schmied: „Wichtig ist, dass die Regierungsseite ihre Position abstimmt. Wir brauchen eine Strategie für das nächste Jahr.“ Die Gespräche waren zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch in Gang.

Schmied will Fekter in die Pflicht nehmen
Fekter hatte sich bisher aus den Verhandlungen herausgehalten. Sie sei nur für das Geld zuständig. Schmied will auch sie jetzt in die Pflicht nehmen: „Das ist ein Regierungsprojekt, wir müssen an einem Strang ziehen.“ Bei dem Treffen will man offenbar ÖVP-Ministerin Fekter ins Boot holen, damit sie die ÖVP-dominierte Lehrer-Gewerkschaft besänftigt.

Verhandlungsrunde mit Lehrern im Jänner
Mit den Lehrern setzen sich die drei Ministerinnen dann im Jänner an den Verhandlungstisch. Auch mit von der Partie: Die neue ÖVP-Bildungssprecherin Christine Marek.

Für die großen Knackpunkte wie die Bezahlung wird man noch einige Zeit brauchen. Insider gehen davon aus, dass sich ein neues Lehrer-Dienstrecht in dieser Legislaturperiode nicht mehr ausgeht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
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W e i h n a c h t s w ü n s c h e

Montag, 17. Dezember 2012

2012.12.18: Unterricht

 

"Österreich" vom 18.12.2012                                  Seite 12

Ressort: Politik

 

Wien, Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Niederösterreich, Burgenland

 

Vertrag mit Ländern so gut wie fertig - Gipfel zu Lehrerdienstrecht

 

Ganztagsschule: Morgen Einigung

 

Morgen will sich Schmied mit Ländern auf den Ausbau der Ganztagsschulen einigen.

 

Wien, Innsbruck. Die Landeshauptleute haben morgen (Mittwoch) in Innsbruck eine ganze Latte von Themen abzuarbeiten - jetzt kommt eines dazu: Unterrichtsministerin

 

Claudia Schmied will sich mit LH-Chef Günther Platter auf den Ausbau der Ganztagsschulen einigen: Laut ÖSTERREICH-Recherchen wird der bestehende 15a-Vertrag zum Ausbau der Ganztagsschulen einfach über das Jahr 2014 hinaus verlängert. Allerdings: Standen bisher pro Jahr 80 Millionen Euro für den Ausbau zur Verfügung, so sollen es ab 2015 160 Millionen zusätzlich sein.

 

Die Kriterien werden gleich bleiben: Finden sich pro Schule 15 Schüler für eine Nachmittagsbetreuung, so entsteht für die Eltern ein Rechtsanspruch. Allerdings: Wenn es darum geht, echte Ganztagsschulen einzurichten, bei denen der Unterricht über den ganzen Tag verteilt ist, dann kann dies ein Drittel der Lehrer verhindern.

 

Ebenfalls morgen trifft Schmied mit Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auf Finanzministerin Maria Fekter. Die Unterrichtsministerin will die ÖVP-Finanzministerin dazu bringen, ihr in den Verhandlungen mit den Lehrern über ein neues Dienstrecht zu helfen. Fekter hat aber schon abgewunken -das sei Schmieds Sache.

 

 

SPÖ-Ministerin Schmied.

 

Fekter will bei den Lehrern nicht mitmischen.

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
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