Freitag, 29. Juni 2012

2012.06.29: Unterricht

Burgenland - 29. Juni 2012

 

Schmied feierte mit ersten NMS-Absolventen

Zu Schulschluss hat es heute im Burgenland eine Premiere gegeben: Zum ersten Mal wurden an den insgesamt neun Neuen Mittelschulen (NMS) des Landes die Abschlusszeugnisse verteilt. In der NMS Mattersburg war Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) dabei.

Schmied hatte den NMS-Modellversuch vor vier Jahren auch in Mattersburg gestartet. „Zwischendurch braucht auch eine Ministerin Motivation - und die habe ich heute auch voll und ganz bekommen“, sagte die Unterrichtsministerin bei ihrem Besuch in Mattersburg. Es sei ein schöner Moment auf einem weiten Weg, der durchaus immer wieder Hürden habe. „Jetzt geht es weiter in die Regelschule, in die Standardschule und da liegt auch noch viel Arbeit vor uns“, so Schmied.

Erwartungen erfüllten sich

„Ich habe vor vier Jahren gehofft, dass die Neue Mittelschule einschlägt, dass die Qualität in der Bildung verbessert wird und genau das ist eingetreten“, sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

Auch der Mitinitiator der NMS, der ÖVP-Bildungsexperte Bernd Schilcher, zeigte sich zufrieden. Die Stärken und Fähigkeiten der Schüler würden gefördert, die Schwächen kompensiert, so Schilcher. Von den insgesamt 147 Absolventen in Mattersburg erreichten 125 - das sind 80 Prozent - die AHS-Reife.

Ferien für 32.600 Schüler

Im Burgenland verlassen mit dem heutigen Zeugnistag rund 400 Kinder des ersten NMS-Jahrgangs die Schule - mehr dazu in 32.600 Schüler starten in die Ferien.

 

 

Mittagsjournal, 29.6.2012

 

Zweifel am Plan gegen Schulschwänzen

Skepsis kommt von Schülern, Eltern und Lehrern zum Regierungsplan gegen das Schulschwänzen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) haben sich auf eine Art Stufenplan geeinigt - wenn alles nichts hilft, soll es eine Anzeige und Strafe von 440 Euro geben.

Peter Daser

Langer Prozess

Wenn eine Schülerin oder ein Schüler fünf Tage oder 30 Stunden im Semester unentschuldigt fehlt, dann soll es künftig ein verpflichtendes Gespräch mit Eltern und Lehrern geben. Hört das Schwänzen nicht auf, werden nacheinander Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Jugendwohlfahrt beigezogen. Zwischen jedem neuen Gespräch liegen mehrere Wochen.

Wenn wirklich jede Stufe genutzt wird, dauert das alles insgesamt viele Monate. Theodor Saverschel vom Bundes-Elternverband sieht hier mögliche Probleme, auch wenn er den Stufenplan grundsätzlich positiv beurteilt. Die Dauer sollte man aber reduzieren, Ergebnisse müssten auch schon nach zwei Wochen sichtbar werden, so Saverschel.

Problem Geldstrafe

Letzte Stufe im Regierungsplan gegen das Schulschwänzen ist eine Anzeige der betroffenen Schüler bei der Bezirksverwaltungsbehörde, samt einer Höchststrafe von 440 Euro. Dazu weist der Elternvertreter darauf hin, dass die Betroffenen in der Regel minderjährig seien und kein eigenes Einkommen hätten. Und auch für die Eltern werde es ein Problem sein, sich das leisten zu können.

Die Geldstrafe ist auch für die Schülervertreter ein Problem. Bundesschulsprecherin Conny Kolmann befürchtet, dass die relativ hohe Summe zu weiterem Ärger und Problemen in der Familie führen werden.

"Nur für schwere Fälle"

Die zuvor im Stufenplan vorgesehenen Gespräche sieht die Schülervertreterin dagegen positiv. Das tut auch Lehrergewerkschaft Eckehard Quin, er sieht in dem Plan aber einen "relativ groben Rechen." Damit erreiche man nur die ganz schweren Fälle wie etwa mit Suchterkrankungen. Für "normale" Schulschwänzer reiche das wahrscheinlich nicht.

Grundsätzlich sei es gut und richtig, wenn sich die Regierung des Problems des Schulschwänzens annehme, sagt Quin - ob sich der Plan in der Praxis bewähren wird, sei offen.

 

 

Mittagsjournal, 29.6.2012

 

Spiel: Lehrer-Weiterbildung in den Ferien

Pünktlich zu Ferienbeginn zieht Christiane Spiel, eine der führenden Bildungswissenschafterinnen Österreichs, eine Bilanz der wichtigsten Baustellen in der Schulpolitik. Die größte sieht sie in der Lehrerausbildung. Hier ist die Psychologin für eine verpflichtende Weiterbildung - auch in den Ferien.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

PK BM Schmied / LH Niessl: Schulschluss - Neue Mittelschule

Liebe Genossin!

Lieber Genosse!

 

 

Anlässlich der Zeugnisübergabe der NMS Mattersburg fand heute eine Pressekonferenz mit Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und Landeshauptmann Hans Niessl zur Entwicklung der Neuen Mittelschule statt. Im Anhang übermittle die Unterlagen zum Abschluss des ersten Jahrgangs der Neuen Mittelschule.

 

 

MfG,

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

Donnerstag, 28. Juni 2012

2012.06.29: Unterricht

 

Die Presse – 29. Juni 2012

 

Pflichtgespräche und Strafen gegen Schuleschwänzen

Die Regierung will demnächst Eckpunkte zu einem Vierstufenplan, mit Strafen bis 440 Euro, festschreiben. Dem sollen aber vor allem viele Gespräche vorangehen.

Wien/APA/PÖ Schuleschwänzen soll stärker geahndet und im Wiederholungsfall auch höher bestraft werden - nämlich mit bis zu 440 Euro, die die Eltern bezahlen müssen. Dem sollen aber vor allem viele Gespräche vorangehen. Auf einen solchen gesetzlichen Vierstufenplan, der in den nächsten Ministerrat soll, haben sich gestern, Donnerstag, Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sowie Integrations-Staatssekretär und Junge-ÖVP-Chef Sebastian Kurz geeinigt.

Demnach gibt es bald auf einer ersten Stufe verpflichtende Gespräche zwischen Schülern, Eltern (Erziehungsberechtigten), Lehrern, auf einer zweiten Stufe kommen Schulpsychologen und Sozialarbeiter unter der Leitung des Direktors hinzu, auf einer dritten dann auch Vertreter der Schulaufsicht. Auch die Jugendwohlfahrt kann in einem weiteren Schritt eingeschaltet werden. Hilft auch deren Einschreiten nichts, zeigt die Schulleitung Schuleschwänzer bzw. ihre Eltern (Erziehungsberechtigten) bei der Bezirksverwaltungsbehörde an. Diese kann dann eine Strafe von bis zu 440 Euro verhängen: doppelt so viel wie die derzeitige Höchststrafe.
Greifen soll der Stufenplan, sobald ein Schüler entweder fünf Schultage oder 30 Schulstunden in einem Semester oder aber an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt gefehlt hat.

Schüler- und Elternvertreter haben bereits Bedenken angemeldet: unter anderem, weil man den Motiven für das Schuleschwänzen noch besser auf den Grund gehen müsse, um Probleme wirklich zu lösen - und weil sich viele Beträge bis zu 440 Euro gar nicht leisten könnten.

 

 

KLZ – 29. Juni 2012

Zentralmatura-Verschiebung beschlossen

Die Verschiebung der Zentralmatura um ein Jahr auf 2015 an den AHS bzw. 2016 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) ist nun auch vom Unterrichtsausschuss abgesegnet worden. Der rot-schwarze Antrag wurde auch von FPÖ und BZÖ mitgetragen, lediglich die Grünen stimmten dagegen.

Bildungssprecher Harald Walser sprach von einem "Chaosmanagement" - was Bildungsministerin Schmied zurückwies. Beide Regierungsparteien betonten, an der Umsetzung der Zentralmatura habe sich durch die Verschiebung außer dem Termin nichts geändert.

Einstimmig angenommen wurden eine Regierungsvorlage, die das Nachholen des Pflichtschulabschlusses für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene vorsieht, und die Verlängerung der Sprachförderkurse an den Schulen um zwei Jahre. Letzteres soll auch evaluiert werden. Ein Antrag des BZÖ zur Änderung der Maßzahl für den sonderpädagogischen Reformbedarf soll mit Experten in einem Unterausschuss diskutiert werden.

 

 

KLZ – 29. Juni 2012

Einigung über Stufenplan zum Schulschwänzen

Auf einen gesetzlich festgeschriebenen Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens haben sich Unterrichtsministerin Schmied, Familienminister Mitterlehner und Integrations-Staatssekretär Kurz geeinigt. In vier Stufen werden darin zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen.

Nützt alles nichts, können Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden. Außerdem ist eine jährliche Erhebung der Zahl der Schulpflichtverletzungen geplant. Die Eckpunkte dieses Maßnahmenpakets sollen im nächsten Ministerrat beschlossen werden, hieß es in einer Aussendung.

Um Schwänzen schon im Vorfeld zu vermeiden, müssen außerdem schon zu Beginn jedes Schuljahres zwischen Schülern und Klassenlehrern Kommunikations- und Verhaltensvereinbarungen erarbeitet werden. Direktoren, Lehrer und Eltern sollen außerdem schon bei den ersten Fällen von unentschuldigtem Fehlen angehalten werden, präventiv aktiv zu werden, unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen für das Schwänzen zu beseitigen.

Eine Schulpflichtverletzung soll dann vorliegen, wenn ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester aufweist oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Kommt es zu diesem Fall, tritt der Stufenplan in Kraft.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, soll die Zahl der Schulpflichtverletzungen jährlich erhoben und vom Unterrichtsministerium gesammelt werden. Auf Basis dieser Schulschwänzstatistik erfolgt nach drei Jahren eine Evaluierung.

 

 

SN – 29. Juni 2012

Einigung über Stufenplan zum Schulschwänzen

Auf einen gesetzlich festgeschriebenen Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens haben sich Unterrichtsministerin Schmied, Familienminister Mitterlehner und Integrations-Staatssekretär Kurz geeinigt.

In vier Stufen werden darin zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen. Nützt alles nichts, können Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden. Außerdem ist eine jährliche Erhebung der Zahl der Schulpflichtverletzungen geplant. Die Eckpunkte dieses Maßnahmenpakets sollen im nächsten Ministerrat beschlossen werden, hieß es in einer Aussendung.

Um Schwänzen schon im Vorfeld zu vermeiden, müssen außerdem schon zu Beginn jedes Schuljahres zwischen Schülern und Klassenlehrern Kommunikations- und Verhaltensvereinbarungen erarbeitet werden. Direktoren, Lehrer und Eltern sollen außerdem schon bei den ersten Fällen von unentschuldigtem Fehlen angehalten werden, präventiv aktiv zu werden, unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen für das Schwänzen zu beseitigen.

Eine Schulpflichtverletzung soll dann vorliegen, wenn ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester aufweist oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Kommt es zu diesem Fall, tritt der Stufenplan in Kraft.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, soll die Zahl der Schulpflichtverletzungen jährlich erhoben und vom Unterrichtsministerium gesammelt werden. Auf Basis dieser Schulschwänzstatistik erfolgt nach drei Jahren eine Evaluierung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2012.06.28: Unterricht

 

APA0496 II, XI 28.06.2012 16:17:29

 

Zentralmatura - Verschiebung im Unterrichtsausschuss beschlossen

Utl.: Nachholen des Pflichtschulabschlusses und Verlängerung der Sprachkurse einstimmig abgesegnet

Nationalrat/Schulen/Bildung

Die Verschiebung der Zentralmatura um ein Jahr auf 2015 an den AHS bzw. 2016 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) ist nun auch vom Unterrichtsausschuss abgesegnet worden. Der rot-schwarze Antrag wurde auch von FPÖ und BZÖ mitgetragen, lediglich die Grünen stimmten dagegen. Bildungssprecher Harald Walser sprach laut Parlamentskorrespondenz von einem "Chaosmanagement" - was Bildungsministerin Claudia Schmied (S) zurückwies. Beide Regierungsparteien betonten, an der Umsetzung der Zentralmatura habe sich durch die Verschiebung außer dem Termin nichts geändert.

Einstimmig angenommen wurden eine Regierungsvorlage, die das Nachholen des Pflichtschulabschlusses für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene vorsieht, und die Verlängerung der Sprachförderkurse an den Schulen um zwei Jahre. Letzteres soll auch evaluiert werden. Ein Antrag des BZÖ zur Änderung der Maßzahl für den sonderpädagogischen Reformbedarf soll mit Experten in einem Unterausschuss diskutiert werden.

(schluss) vef;bei

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2012.06.28: Unterricht

 

OTS0206 II, CI 28.06.2012 13:19:13

 

Mitterlehner/Schmied/Kurz: Maßnahmenpaket gegen Schulpflichtverstoß für kommenden Ministerrat akkordiert

Utl.: KORREKTUR zu OTS0128 - Mitterlehner ergänzt Schmied und Kurz: "Jugendwohlfahrt wird Kindeswohlgefährdung prüfen"

Bildung/Schmied/Kurz/Mitterlehner/Schulpflicht

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und Staatssekretär Sebastian Kurz einigen sich auf ein Maßnahmenpaket gegen Schulpflichtverletzungen, dessen Eckpunkte im kommenden Ministerrat vorgelegt werden.

Nachstehend wird der Vortrag an den Ministerrat veröffentlicht:

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied erklärt dazu: "Mit diesem Paket schaffen wir effektive Maßnahmen gegen Schulpflichtverletzung im Interesse aller Schüler/innen - es geht um Hilfe, Motivation und nachhaltige Bekämpfung der Ursachen von Schulpflichtverletzung statt existenzgefährdender Strafen."

Staatssekretär Sebastian Kurz betont: "Damit setzen wir ein Zeichen, dass uns Bildung etwas wert ist und Bildungsraub in unserer Gesellschaft keinen Platz hat."

Familien- und Jugendminister Dr. Reinhold Mitterlehner betont: "In Fällen der Schulpflichtverletzung liegt auch der Verdacht der Kindeswohlgefährdung nahe. Daher wird künftig auch die Jugendwohlfahrt mit den Fällen befasst werden. Es geht um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendwohlfahrt, aber auch um die Unterstützung der Eltern in der Erziehung durch die Jugendwohlfahrt."

Im Zuge der Diskussion zum Thema Schulpflichtverletzung wurde auf Basis einer Studie und weiterer Analysen vereinbart, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die Schulpflichtverletzung im Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer, der jeweiligen Erziehungsberechtigten, der Verantwortlichen im Bereich der Schulaufsicht und letztendlich der gesamten Gesellschaft nachhaltig verhindern. Ziel ist es, die Ursachen für das Fernbleiben vom Unterricht zu erkennen und die richtigen Schritte zu setzen.

Die vorliegende Expertise hat jene Formen von Schulpflichtverletzungen im Pflichtschulalter zum Thema, die aufgrund ihrer Dynamik letztlich zur Anzeige der Erziehungsberechtigten geführt haben. Bei der Analyse ist gemäß den einschlägigen Forschungen davon auszugehen, dass Schulschwänzen mit einem Bedingungsgeflecht aus individuellen Problemlagen der Schülerinnen und Schüler, Situationsmerkmalen aus Familie und Schule in Zusammenhang steht.

Auf Basis der Erkenntnisse der Studie wurden Eckpunkte eines Reformpaketes ausgearbeitet und ein Stufenplan, der im Falle der Schulpflichtverletzung zum Einsatz kommt, entwickelt. Kommunikations- und Verhaltensvereinbarung Um Schulpflichtverletzungen schon im Vorfeld zu verhindern, soll gesetzlich verankert werden, dass zu Beginn jedes Schuljahres eine Kommunikations- und Verhaltensvereinbarung zwischen Schülerinnen und Schülern und den klassenführenden Lehrerinnen und Lehrern zu erarbeiten ist. Diese definiert die grundlegenden Spielregeln des Miteinanders und wird im Sinne der Vereinbarungskultur an Schulen (Basis sind die Richtlinien des Österreichischen Zentrums für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen die im Auftrag des BMUKK erstellt wurden) erstellt.

Zwl.: Frühe Erkennung und Prävention

Je früher den Ursachen für Schulpflichtverletzung begegnet wird, desto besser kann den Schülerinnen und Schülern geholfen werden, wieder aktiv am Unterricht teilzunehmen und so ihr persönliches Leistungspotential auszuschöpfen. Deshalb sind alle Akteurinnen und Akteure des Schulbetriebes (Schulleiter/innen, Lehrer/innen, Erziehungsberechtigten) angehalten auch präventiv bei den ersten Anzeichen von Schulpflichtverletzung wie ersten Fällen von unentschuldigtem Fernbleiben vom Unterricht aktiv zu werden und im Rahmen der Möglichkeiten unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen zu beseitigen.

Zwtl.: Definition Schulpflichtverletzung

Um eine einheitliche Entscheidungsgrundlage zu geben, ab wann ein Fall von Schulpflichtverletzung vorliegt, soll diese gesetzlich festgeschrieben werden. Schulpflichtverletzung liegt vor, wenn eine Schülerin/ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage in einem Semester bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester bzw. drei aufeinander folgende unentschuldigte Fehltage hat.

Liegt eine Schulpflichtverletzung laut dieser Definition vor, tritt Stufe I des Stufenplans in Kraft, welcher gesetzlich verankert werden soll.

Stufe I

Als erster Schritt wird durch die klassenführende Lehrerin bzw. den klassenführenden Lehrer ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schüler/in, Erziehungsberechtigten (Erziehungsberechtigen) und Lehrperson geplant und durchgeführt. Dabei wird nach den Gründen für das Fernbleiben vom Unterricht gesucht und eine schriftliche Vereinbarung über die nächsten Schritte seitens der Beteiligten sowie Klärung der Verantwortung für die Vermeidung der Schulpflichtverletzung bzw. für die Verbesserung der Situation (in Bezug auf Anwesenheit, Motivation, Lernleistung, soziale Integration, etc.) getroffen.

Erziehungsberechtigte: Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe, Kontrolle der Einhaltung der Schulpflicht, Unterstützung des Schülers/der Schülerin bei Lernproblemen, Schulängsten, Motivationsproblemen oder sozialen Problemen.

Schulebene: Maßnahmen zur Verbesserung des Klassenklimas und zur Vermeidung von Mobbing und Bullying; gezielte Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Leistungen; individuelles Förderkonzept, das mit der Schülerin oder dem Schüler vereinbart wird.

Schülerebene: Einhaltung der Anwesenheitspflicht an der Schule, aktive Teilnahme am Unterricht, aktive Mitarbeit an der Behebung der Probleme.

Nach maximal 4 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe II in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe II

Unter der Federführung der Schulleitung werden die schulischen/schulinternen Beratungssysteme (Schülerberater/in, Beratungslehrer/in, Schulpsycholog/innen) eingebunden und an den Standorten, wo diese zur Verfügung steht, durch Schulsozialarbeit und Jugendcoaching (Bundessozialamt) ergänzt. Ziel ist die Konfliktlösung und Vermittlung zwischen den Beteiligten und die gemeinsame Identifizierung möglicher Ursachen (Schulphobie, familiäre Probleme, Sucht). Wichtig sind die Vermittlung zwischen den Akteuren und das Verhindern weiterer Eskalation. Auf Basis der Problemanalyse werden Lösungsansätze erarbeitet. Die in Stufe I getroffene Vereinbarung wird zwischen allen Beteiligten unter Berücksichtigung der Lösungsvorschläge der Beratungs- und Unterstützungssysteme adaptiert.

Nach maximal 4 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe III in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe III

Zeigten die bisher gesetzten Maßnahmen keine Wirkung, wird die Schulaufsicht mit dem Fall befasst und die Beteiligten werden über notwendige rechtliche Schritte im Falle weiterer Schulrechtsverletzung eingehend informiert. In einem Erziehungsberechtigten-Schüler/in-Lehrer/in-Gespräch mit der Schulaufsicht überprüft diese die Einhaltung der Vereinbarung aus der Stufe I und II und klärt die weitere Vorgehensweise unter Nutzung der schulischen Beratungssysteme zur Überprüfung der Fortschritte in der Vermeidung von Schulpflichtverletzung und der Beseitigung der Ursachen und Gründen hierfür ab.

Nach maximal 2 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten inklusive Schulaufsicht überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe IV in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe IV

Da davon ausgegangen werden kann, dass der Verdacht der Kindeswohlgefährdung vorliegt, wird die Jugendwohlfahrt mit dem Fall befasst. Die Schule übermittelt die Information über die Fallgeschichte inklusive der getroffenen Vereinbarungen im Sinne der Amtshilfe. Die Jugendwohlfahrt beginnt unverzüglich mit der Gefährdungsabklärung und bietet Unterstützung zur Bewältigung von Erziehungsproblemen.

Um die gesetzten Schritte nachhaltig zu gestalten, wird die gegenseitige Kommunikation zwischen Schule und Jugendwohlfahrt im Rahmen des derzeit in Verhandlung stehenden Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetzes geregelt. Die Übermittlung von Daten beschränkt sich auf allgemeine Informationen der Jugendwohlfahrt über Abklärungsschritte (z.B. Datum von Gesprächen mit Schülern, Eltern, Fallkonferenz etc.) sowie die Gefährdungseinschätzung (Vorliegen bzw. nicht Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung). Die weitere Zusammenarbeit von Jugendwohlfahrt und Schule über das gemeinsame Vorgehen in Bezug auf die betroffene Schülerin oder den betroffenen Schüler werden dadurch optimiert.

Nach maximal 4 Wochen überprüfen die Schulleitung und die Jugendwohlfahrt, ob die gesetzten Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. Zeigen diese keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe V in Kraft. Ist durch die Schulleitung und die Jugendwohlfahrt absehbar, dass die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit haben, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe V

Haben alle gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu geringe Wirkung gezeigt, erfolgt die Anzeige der betroffenen Schülerin oder des betroffenen Schülers bei der Bezirksverwaltungsbehörde durch die Schulleitung. Die Höchststrafe wird von Euro 220,- auf Euro 440,- erhöht. Zusätzlich wird eine verpflichtende Rückmeldung über den Ausgang des Verfahrens gemäß §24 Schulpflichtgesetz von der die Strafe aussprechenden Behörde an die Schule gesetzlich verankert, um so weitere Maßnahmen am Schulstandort anzupassen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass auch bei dieser Stufe das Wohl des/r Schülers/in im Vordergrund steht und der/die Schüler/in von Schule und Jugendwohlfahrt entsprechend weiter begleitet werden muss.

Jährliche Erhebung

Um die Wirksamkeit des Maßnahmenpaketes zur Vermeidung von Schulpflichtverletzung zu überprüfen, wird die Anzahl der Schulpflichtverletzungen jährlich umfassend erhoben und durch das BMUKK gesammelt. Auf Basis dieser Zahlen wird nach 3 Jahren eine Evaluierung durchgeführt.

Auf Basis dieser Eckpunkte werden die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen erarbeitet und dem Ministerrat nach der Begutachtung gemeinsame zur Beschlussfassung vorgelegt.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at
mobil: +43-664-96-99-616

Staatssekretariat für Integration
Pressereferat
1010 Wien,
Minoritenplatz 9
Tel +43 1 53126-7005
kristina.rausch@bmi.gv.at

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Pressesprecher des Bundesministers:
Mag. Waltraud Kaserer
Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
mailto:waltraud.kaserer@bmwfj.gv.at
www.bmwfj.gv.at


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APA0316 II, XI 28.06.2012 13:06:21

 

Schulschwänzen: Stufenplan sieht viele Gespräche und Geldstrafe vor

Utl.: Gespräche mit Eltern, Psychologen, Sozialarbeitern, Schulaufsicht, Jugendwohlfahrt vor Verhängung einer Geldstrafe von bis zu 440 Euro

Schulen/Gesellschaft/Soziales/Schmied/Kurz/Mitterlehner

Auf einen gesetzlich festgeschriebenen Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens haben sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S), Familienminister Reinhold Mitterlehner (V) und Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (beide V) geeinigt. In vier Stufen werden darin zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen. Nützt alles nichts, können Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden. Außerdem ist eine jährliche Erhebung der Zahl der Schulpflichtverletzungen geplant. Die Eckpunkte dieses Maßnahmenpakets sollen im nächsten Ministerrat beschlossen werden, hieß es in einer Aussendung.

Um Schwänzen schon im Vorfeld zu vermeiden, müssen außerdem schon zu Beginn jedes Schuljahres zwischen Schülern und Klassenlehrern Kommunikations- und Verhaltensvereinbarungen erarbeitet werden. Direktoren, Lehrer und Eltern sollen außerdem schon bei den ersten Fällen von unentschuldigtem Fehlen angehalten werden, präventiv aktiv zu werden, unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen für das Schwänzen zu beseitigen.

Eine Schulpflichtverletzung soll dann vorliegen, wenn ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester aufweist oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Kommt es zu diesem Fall, tritt der Stufenplan in Kraft.

Stufe eins sieht ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schülern, Erziehungsberechtigten und Lehrern vor. Dabei wird nach den Gründen für das Fernbleiben vom Unterricht gesucht, eine schriftliche Vereinbarung über die nächsten Schritte getroffen und die Verantwortung für die Vermeidung des Schulschwänzens bzw. die Verbesserung der Situation geklärt. In einem weiteren Gespräch nach vier Wochen wird überprüft, ob die Vereinbarung eingehalten wurde.

Ist dies nicht der Fall bzw. zeichnet sich ein Scheitern schon früher ab, tritt Stufe zwei in Kraft. Dabei werden unter Federführung der Schulleitung Schülerberater, Schulpsychologen bzw. wenn vorhanden Schulsozialarbeiter und Jugendcoaches einbezogen. Wenn auch diese Maßnahme nach spätestens vier Wochen keine Wirksamkeit zeigt, wird in Stufe drei die Schulaufsicht befasst und die Beteiligten über weitere rechtliche Schritte informiert. Auch hier sind Gespräche mit Eltern, Schülern und Lehrern geplant. Nach maximal zwei Wochen wird in einem weiteren Gespräch erneut überprüft, ob die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben.

Nutzt auch das nichts, wird die Jugendwohlfahrt eingeschaltet. Diese beginne "unverzüglich mit der Gefährdungsabklärung und bietet Unterstützung zur Bewältigung von Erziehungsproblemen". Hat auch das keine Wirkung, erfolgt durch die Schulleitung nach maximal vier Wochen eine Anzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Diese kann dann eine Strafe von bis zu 440 Euro verhängen, das ist eine Verdoppelung der bisherigen Höchststrafe.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, soll die Zahl der Schulpflichtverletzungen jährlich erhoben und vom Unterrichtsministerium gesammelt werden. Auf Basis dieser Schulschwänzstatistik erfolgt nach drei Jahren eine Evaluierung.

(schluss) aku;cm;ks

OTS0184 II 28.06.2012 13:00:05

 

Unterrichtsausschuss - Riepl: Den Grünen sind Sorgen und Ängste von Schülerinnen und Schülern egal

SPÖ/Riepl/Parlament/Unterrichtsausschuss/Neue Matura/Grüne

Als "völlig unverständlich" bezeichnete SPÖ-Abgeordneter Franz Riepl die Haltung der Grünen, die im heutigen Unterrichtsausschuss als einzige Partei gegen das Toleranzjahr zur neuen Matura stimmten. "Die Schulpartner, also Eltern, Schülerinnen und Schüler und die Lehrenden wollten, dass Schulstandorte, die sich noch nicht genügend vorbereitet fühlen, die Möglichkeit für ein Toleranzjahr erhalten. Seitens der Schulpartner wurden Sorgen bezüglich der neuen Matura vor allem im Fach Mathematik geäußert und die nehmen wir ernst", sagte Riepl. Den Grünen seien die Sorgen und Nöte von Schülerinnen und Schülern offenbar egal, betonte Riepl heute, Donnerstag. ****

Das Optionenmodell solle den unterschiedlichen Vorbereitungsniveaus der Schulstandorte Rechnung tragen. Die Schulstandorte, die sich bereits gut genug vorbereitet fühlen, könnten jederzeit nach dem ursprünglichen Plan in die neue Matura einsteigen, sagte Riepl. Es gebe auch bei den lebenden Fremdsprachen, wo schon 85 Prozent der Schulstandorte die neue Matura durchführen, keinerlei Probleme. Nur im Fach Mathematik gebe es Sorgen und Ängste, hier sei von den Schulpartnern noch Vorbereitungszeit gewünscht worden. "Wir laden die Grünen ein, ihre Haltung bis zur Plenarsitzung nächste Woche, bei der das Gesetz endgültig beschlossen wird, noch zu überdenken", sagte Riepl. (Schluss) mb/sl

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien, Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/199/aom

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Andrea Steiner
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2012.06.28: Unterricht

OTS0162 II, XI 28.06.2012 12:25:54

 

Cortolezis-Schlager zur Reifeprüfung: Wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung ist sicherzustellen

Utl.: ÖVP-Wissenschaftssprecherin will auch Sprachförderkurse begleitend weiter evaluieren

Parlament/ÖVP/Unterricht/Wissenschaft/Cortolezis-Schlager

In der Bildungspolitik ist es uns ein großes Anliegen, dass quer über alle Schularten in gewissen Kompetenzbereichen die Erreichung gemeinsamer verpflichtender Bildungsstandards sichergestellt wird. Bei so einem anspruchsvollen Projekt wie der standardisierten Reifeprüfung, die einen gewaltigen Paradigmenwechsel im österreichischen Bildungswesen und für die Qualitätssicherung in der Schule darstellt, ist die Frage der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung sicherzustellen. Das sagte heute, Donnerstag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Mag. Katharina Cortolezis-Schlager bei der Diskussion über den Bericht der Unterrichtsministerin zur Entwicklung der standardisierten kompetenzorientierten schriftlichen Reife- und Diplomprüfung in der Sitzung des Unterrichtsausschusses.

"Gerade weil es um eine große österreichweite Testung geht, brauchen wir eine exzellente wissenschaftliche Begleitung und eine starke Verknüpfung mit der bildungswissenschaftlichen Expertise und hochschulischer Fachdidaktik", fuhr die ÖVP-Abgeordnete fort.

Cortolezis-Schlager wies darauf hin, dass sich einige Schulen bereits sehr gut auf die neue Reifeprüfung vorbereitet hätten und jetzt über die Verschiebung enttäuscht seien, andere wiederum hätten sich hinsichtlich der Vorbereitung "erst auf den Weg gemacht". "Es muss sichergestellt sein, dass quer durch Österreich alle Schülerinnen und Schüler dieselben Chancen haben. Wir müssen Fairness in den Leistungsbeurteilungen sicherstellen und alles tun, damit dieses Jahr gut genützt wird und die Bedenken der Schulpartner ausgeräumt werden können."

Ebenfalls auf der Tagesordnung steht ein Bundesgesetz, mit dem das Schulorganisationsgesetz geändert wird. Dabei geht es konkret um Sprachförderkurse, wie sie seit dem Schuljahr 2006/07 durchgeführt werden. Sie würden nach geltender Rechtslage nun mit Ende dieses Schuljahres auslaufen. Da sich diese Sprachförderkurse aber bewährt haben, sollen sie um zwei Jahre verlängert werden. "Sprachförderung ist eine sinnvolle Maßnahme", begrüßt Cortolezis-Schlager diese Verlängerung. Sie wünscht sich allerdings auch bei der Sprachkompetenz eine Verknüpfung mit der Fachdidaktik an den Universitäten und dem Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum in Graz sowie Kooperationen mit dem Österreich-Institut. "Ich halte es für enorm wichtig, dass auf die Expertise der Universitäten im Bereich Deutsch als Fremdsprache zurückgegriffen wird, vor allem in der Elementarpädagogik. Sprache gehört mit fachdidaktischer Kompetenz ausgebildet. Wir müssen sicherstellen, dass die Kinder nach den neuesten Erkenntnissen gefördert werden", fordert Cortolezis-Schlager auch eine begleitende Evaluierung.

Da das letzte Kindergartenjahr nun verpflichtend ist, ist es richtig, in einer Zeitreihe über die Jahre festzustellen, ob und wie jede einzelne Fördermaßnahme zu greifen beginnt. In diesem Zusammenhang hat Cortolezis-Schlager einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur ersucht wird sicherzustellen, dass die gegenständliche Regelung und deren praktische Umsetzung in den einzelnen Bundesländern sowie die Auswirkungen bis 1. September 2013 evaluiert werden und diese Evaluierung dem Nationalrat als Bericht vorgelegt wird. (Schluss)

Rückfragehinweis: Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs Tel.: 01/40110/4436 http://www.oevpklub.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/169/aom

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OTS0148 II 28.06.2012 12:10:18

 

Neue Matura - Mayer: Toleranzjahr für Schulstandorte, die noch nicht genügend vorbereitet sind

SPÖ/Mayer/Bildung/Neue Matura/Unterrichtsausschuss

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Wien (OTS/SK) - "Die neue Matura ist ein Riesenprojekt, das einen Paradigmenwechsel im Bildungssystem für die nächsten 50 Jahre einleitet. Die Matura wird fairer, objektiver und qualitätsvoller", erklärte SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer am Rande des heutigen Unterrichtsausschusses. Seit bereits fünf Jahren machen Schülerinnen und Schüler an 85 Prozent der Schulstandorte in den lebenden Fremdsprachen die standardisierte Reifeprüfung. "Das funktioniert bestens, es gibt keinerlei negative Rückmeldung. Nur in Mathematik sind seitens Eltern und Schülern Sorgen aufgetreten. Die nehmen wir ernst, deshalb erhalten Schulstandorte, die sich noch nicht genügend vorbereitet fühlen, ein Toleranzjahr", sagte Mayer heute, Donnerstag, zum SPÖ/ÖVP-Initiativantrag, mit dem ein Optionenmodell zur neuen Matura im Unterrichtsausschuss beschlossen wird. Schulen, die sich schon gut genug vorbereitet fühlen, könnten jederzeit schon nach dem ursprünglichen Plan in die neue Reifeprüfung einsteigen oder Teile der neuen Reifeprüfung im Schulversuch vorziehen, sagte Mayer mit Blick auf das flexible Optionenmodell. ****

Die neue Matura basiert auf einem Drei-Säulen-Modell und besteht aus der vorwissenschaftlichen Arbeit, einem standardisierten schriftlichen Prüfungsteil und einem objektivierten mündlichen Prüfungsteil. "Damit können auch individuelle Neigungen und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden, und die Schülerinnen und Schüler werden an universitäres Arbeiten herangeführt, indem sie eine vorwissenschaftliche Arbeit schreiben, die sie in einer Defensio mündlich verteidigen", betonte Mayer die Qualitätssprünge, die durch die neue Matura geschafft werden.

Besonders wichtig sei die Lehrendenfortbildung an den Schulstandorten, allein in den letzten beiden Schuljahren boten Unterrichtsministerium, BIFIE und die verantwortlichen Landeskoordinatoren bereits 1.148 Fortbildungs- und Lehrveranstaltungen für über 21.000 Pädagoginnen und Pädagogen über die neue Reifeprüfung an, sagte Mayer. "Auch das kommende Jahr wird von den Verantwortlichen intensiv genutzt, um vor Ort präsent zu sein und alle Beteiligten noch einmal über den genauen Ablauf zu informieren, damit die Umsetzung gut funktioniert", betonte Mayer. (Schluss) mb/sl

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien, Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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OTS0139 II 28.06.2012 11:56:19

 

Amon: Grüne missachten Schulpartnerschaft und direkte Demokratie

Utl.: Grün-Abgeordnete Walser und Brosz stimmen im Unterrichtsausschuss gegen neue Terminregelung der neuen Reifeprüfung

Parlament/ÖVP/Bildung/Amon

Heute wurde im Unterrichtsausschuss mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ die neue Terminregelung für die neue Reifeprüfung beschlossen. In der Diskussion und Abstimmung haben sich die Grünen gegen diese Regelung und die Mitwirkung der Schulpartner ausgesprochen. "Damit negieren sie die vielen Stimmen der Schüler, Eltern und Lehrervertreter, die auch zahlreiche Unterschriften im Parlament für eine Verschiebung des Termins eingebracht haben. Die Grünen haben damit bewiesen, dass Schulpartnerschaft, Stärkung des Schulstandorts und direkte Demokratie nur Lippenbekenntnisse sind", so ÖVP-Bildungssprecher Abg. Werner Amon MBA heute, Donnerstag. (Schluss)

Rückfragehinweis: Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs Tel.: 01/40110/4436 http://www.oevpklub.at

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Andrea Steiner
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2012.06.28: Unterricht

 

OTS0128 II, SI 28.06.2012 11:37:11

 

Schmied und Kurz bringen Maßnahmenpaket gegen Schulpflichtverstoß in kommenden Ministerrat ein

Utl.: Schmied: "Effektive Maßnahmen im Interesse der SchülerInnen."; Kurz: "Zeichen, dass uns Bildung viel wert ist"

Bildung/Schmied/Kurz/Schulpflicht

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und Staatssekretär Sebastian Kurz einigen sich auf ein Maßnahmenpaket gegen Schulpflichtverletzungen, dessen Eckpunkte im kommenden Ministerrat vorgelegt werden.

Nachstehend wird der Vortrag an den Ministerrat veröffentlicht.

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied erklärt dazu: "Mit diesem Paket schaffen wir effektive Maßnahmen gegen Schulpflichtverletzung im Interesse aller SchülerInnen - es geht um Hilfe, Motivation und nachhaltige Bekämpfung der Ursachen von Schulpflichtverletzung statt existenzgefährdender Strafen."

Staatssekretär Sebastian Kurz betont: "Damit setzen wir ein Zeichen, dass uns Bildung etwas wert ist und Bildungsraub in unserer Gesellschaft keinen Platz hat."

Im Zuge der Diskussion zum Thema Schulpflichtverletzung wurde auf Basis einer Studie und weiteren Analysen vereinbart konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die Schulpflichtverletzung im Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer, der jeweiligen Erziehungsberechtigten, der Verantwortlichen im Bereich der Schulaufsicht und letztendlich der gesamten Gesellschaft nachhaltig verhindern. Ziel ist es, die Ursachen für das Fernbleiben vom Unterricht zu erkennen und die richtigen Schritte zu setzen.

Die vorliegende Expertise hat jene Formen von Schulpflichtverletzungen im Pflichtschulalter zum Thema, die aufgrund ihrer Dynamik letztlich zur Anzeige der Erziehungsberechtigten geführt haben. Bei der Analyse ist gemäß den einschlägigen Forschungen davon auszugehen, dass Schulschwänzen mit einem Bedingungsgeflecht aus individuellen Problemlagen der Schülerinnen und Schüler, Situationsmerkmalen aus Familie und Schule in Zusammenhang steht.

Auf Basis der Erkenntnisse der Studie wurden Eckpunkte eines Reformpaketes ausgearbeitet und ein Stufenplan, der im Falle der Schulpflichtverletzung zum Einsatz kommt, entwickelt. Kommunikations- und Verhaltensvereinbarung Um Schulpflichtverletzungen schon im Vorfeld zu verhindern, soll gesetzlich verankert werden, dass zu Beginn jedes Schuljahres eine Kommunikations- und Verhaltensvereinbarung zwischen Schülerinnen und Schülern und den klassenführenden Lehrerinnen und Lehrern zu erarbeiten ist. Diese definiert die grundlegenden Spielregeln des Miteinanders und wird im Sinne der Vereinbarungskultur an Schulen (Basis sind die Richtlinien des Österreichischen Zentrums für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen die im Auftrag des BMUKK erstellt wurden) erstellt.

Frühe Erkennung und Prävention

Je früher den Ursachen für Schulpflichtverletzung begegnet wird, desto besser kann den Schülerinnen und Schülern geholfen werden, wieder aktiv am Unterricht teilzunehmen und so ihr persönliches Leistungspotential auszuschöpfen. Deshalb sind alle Akteurinnen und Akteure des Schulbetriebes (SchulleiterInnen, LehrerInnen, Erziehungsberechtigten) angehalten auch präventiv bei den ersten Anzeichen von Schulpflichtverletzung wie ersten Fällen von unentschuldigtem Fernbleiben vom Unterricht aktiv zu werden und im Rahmen der Möglichkeiten unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen zu beseitigen.

Definition Schulpflichtverletzung

Um eine einheitliche Entscheidungsgrundlage zu geben, ab wann ein Fall von Schulpflichtverletzung vorliegt, soll diese gesetzlich festgeschrieben werden. Schulpflichtverletzung liegt vor, wenn eine Schülerin/ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage in einem Semester bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester bzw. drei aufeinander folgende unentschuldigte Fehltage hat.

Liegt eine Schulpflichtverletzung laut dieser Definition vor, tritt Stufe I des Stufenplans in Kraft, welcher gesetzlich verankert werden soll.

Stufe I

Als erster Schritt wird durch die klassenführende Lehrerin bzw. den klassenführenden Lehrer ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schüler/in, Erziehungsberechtigten (Erziehungsberechtigen) und Lehrperson geplant und durchgeführt. Dabei wird nach den Gründen für das Fernbleiben vom Unterricht gesucht und eine schriftliche Vereinbarung über die nächsten Schritte seitens der Beteiligten sowie Klärung der Verantwortung für die Vermeidung der Schulpflichtverletzung bzw. für die Verbesserung der Situation (in Bezug auf Anwesenheit, Motivation, Lernleistung, soziale Integration, etc.) getroffen.

Erziehungsberechtigte: Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe, Kontrolle der Einhaltung der Schulpflicht, Unterstützung des Schülers/der Schülerin bei Lernproblemen, Schulängsten, Motivationsproblemen oder sozialen Problemen.

Schulebene: Maßnahmen zur Verbesserung des Klassenklimas und zur Vermeidung von Mobbing und Bullying; gezielte Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Leistungen; individuelles Förderkonzept, das mit der Schülerin oder dem Schüler vereinbart wird.

Schülerebene: Einhaltung der Anwesenheitspflicht an der Schule, aktive Teilnahme am Unterricht, aktive Mitarbeit an der Behebung der Probleme.

Nach maximal 4 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe II in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe II

Unter der Federführung der Schulleitung werden die schulischen/schulinternen Beratungssysteme (Schülerberater/in, Beratungslehrer/in, Schulpsycholog/innen) eingebunden und an den Standorten, wo diese zur Verfügung steht, durch Schulsozialarbeit und Jugendcoaching (Bundessozialamt) ergänzt. Ziel ist die Konfliktlösung und Vermittlung zwischen den Beteiligten und die gemeinsame Identifizierung möglicher Ursachen (Schulphobie, familiäre Probleme, Sucht). Wichtig sind die Vermittlung zwischen den Akteuren und das Verhindern weiterer Eskalation. Auf Basis der Problemanalyse werden Lösungsansätze erarbeitet. Die in Stufe I getroffene Vereinbarung wird zwischen allen Beteiligten unter Berücksichtigung der Lösungsvorschläge der Beratungs- und Unterstützungssysteme adaptiert.

Nach maximal 4 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe III in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe III

Zeigten die bisher gesetzten Maßnahmen keine Wirkung, wird die Schulaufsicht mit dem Fall befasst und die Beteiligten werden über notwendige rechtliche Schritte im Falle weiterer Schulrechtsverletzung eingehend informiert. In einem Erziehungsberechtigten-Schüler/in-Lehrer/in-Gespräch mit der Schulaufsicht überprüft diese die Einhaltung der Vereinbarung aus der Stufe I und II und klärt die weitere Vorgehensweise unter Nutzung der schulischen Beratungssysteme zur Überprüfung der Fortschritte in der Vermeidung von Schulpflichtverletzung und der Beseitigung der Ursachen und Gründen hierfür ab. Nach maximal 2 Wochen wird in einem weiteren Gespräch zwischen den Beteiligten inklusive Schulaufsicht überprüft, ob die Vereinbarung von allen eingehalten wurde. Zeigen die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe IV in Kraft. Ist absehbar, dass die Vereinbarungen von einer Seite nicht eingehalten werden, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe IV

Da davon ausgegangen werden kann, dass der Verdacht der Kindeswohlgefährdung vorliegt, wird die Jugendwohlfahrt mit dem Fall befasst. Die Schule übermittelt die Information über die Fallgeschichte inklusive der getroffenen Vereinbarungen im Sinne der Amtshilfe. Die Jugendwohlfahrt beginnt unverzüglich mit der Gefährdungsabklärung und bietet Unterstützung zur Bewältigung von Erziehungsproblemen.

Um die gesetzten Schritte nachhaltig zu gestalten, wird die gegenseitige Kommunikation zwischen Schule und Jugendwohlfahrt im Rahmen des derzeit in Verhandlung stehenden Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetzes geregelt. Die Übermittlung von Daten beschränkt sich auf allgemeine Informationen der Jugendwohlfahrt über Abklärungsschritte (z.B. Datum von Gesprächen mit Schülern, Eltern, Fallkonferenz etc.) sowie die Gefährdungseinschätzung (Vorliegen bzw. nicht Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung). Die weitere Zusammenarbeit von Jugendwohlfahrt und Schule über das gemeinsame Vorgehen in Bezug auf die betroffene Schülerin oder den betroffenen Schüler werden dadurch optimiert.

Nach maximal 4 Wochen überprüfen die Schulleitung und die Jugendwohlfahrt, ob die gesetzten Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. Zeigen diese keine oder eine zu schwache Wirksamkeit, tritt Stufe V in Kraft. Ist durch die Schulleitung und die Jugendwohlfahrt absehbar, dass die gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu schwache Wirksamkeit haben, kann dies auch schon zu einem früheren Zeitpunkt passieren.

Stufe V

Haben alle gesetzten Maßnahmen keine oder eine zu geringe Wirkung gezeigt, erfolgt die Anzeige der betroffenen Schülerin oder des betroffenen Schülers bei der Bezirksverwaltungsbehörde durch die Schulleitung. Die Höchststrafe wird von Euro 220,- auf Euro 440,- erhöht. Zusätzlich wird eine verpflichtende Rückmeldung über den Ausgang des Verfahrens gemäß §24 Schulpflichtgesetz von der die Strafe aussprechenden Behörde an die Schule gesetzlich verankert, um so weitere Maßnahmen am Schulstandort anzupassen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass auch bei dieser Stufe das Wohl des/r Schülers/in im Vordergrund steht und der/die Schüler/in von Schule und Jugendwohlfahrt entsprechend weiter begleitet werden muss.

Jährliche Erhebung

Um die Wirksamkeit des Maßnahmenpaketes zur Vermeidung von Schulpflichtverletzung zu überprüfen, wird die Anzahl der Schulpflichtverletzungen jährlich umfassend erhoben und durch das BMUKK gesammelt. Auf Basis dieser Zahlen wird nach 3 Jahren eine Evaluierung durchgeführt.

Auf Basis dieser Eckpunkte werden die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen erarbeitet und dem Ministerrat nach der Begutachtung gemeinsame zur Beschlussfassung vorgelegt.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at
mobil: +43-664-96-99-616

Staatssekretariat für Integration
Pressereferat
1010 Wien,
Minoritenplatz 9
Tel +43 1 53126-7005
kristina.rausch@bmi.gv.at


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Dienstag, 26. Juni 2012

Pressemeldungen Unterricht

OTS0101 II, KI 26.06.2012 11:22:49

 

"Österreich 2020"-Zukunftsdiskurs - BM Schmied: Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kulturinstitutionen stärken

Utl.: "Wertschätzung für Kunst breit in Gesellschaft tragen" - Erfolgreiche Maßnahmen: Freier Museumseintritt und Theaterinitiative "Macht|schule|theater"

SPÖ/Schmied/Österreich 2020/Zukunftsdiskurs/Kultur

"Kulturvermittlung und kulturelle Bildung. Gemeinsame Wege zur Kunst mit allen" - das war gestern, Montagabend, Thema des "Österreich 2020"-Zukunftsdiskurses im Wiener MuseumsQuartier, zu dem das Karl-Renner-Institut geladen hatte. Kulturministerin Claudia Schmied bekräftigte, dass es ihr erklärtes Ziel sei, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kulturinstitutionen zu stärken. Hierzu gibt es bereits mehrere Projekte, die erfolgreich in Umsetzung sind, wie z.B. "culture connected" (Kooperation zwischen Schulen und Kulturpartnern), die Theaterinitiative "Macht|schule|theater" und den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre in die Bundesmuseen. Es gelte, "die Wertschätzung der Kunst sowie der Künstlerinnen und Künstler breit in die Gesellschaft zu tragen", sagte Ministerin Schmied, die betonte, dass jede Schule in Österreich eine Kunst- und Kulturpartnerschaft mit einer Kultureinrichtung eingehen soll. ****

Mit Blick auf die Theaterinitiative "Macht|schule|theater" betonte Schmied, dass die Kinder und Jugendlichen durch die Beschäftigung mit Kunst und Kultur Zuversicht und Selbstvertrauen gewinnen. Mit dem freien Eintritt bis 19 sei es zudem gelungen, Barrieren abzubauen. Seit Einführung des freien Eintritts haben bereits zwei Millionen junge Menschen von dieser Maßnahme profitiert, erklärte Ministerin Schmied, die auch auf die zahlreichen gestarteten Kulturvermittlungsprogramme verwies. Die Ministerin unterstrich außerdem, dass "wir in der Schule eine Kultur des Gelingens brauchen".

Nach einleitenden Worten von Ministerin Schmied gab es beim gestrigen "Österreich 2020"-Zukunftsdiskurs auch eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion unter Leitung von Friedrich Graf-Götz (Renner-Institut). Gemeinsam mit Claudia Schmied diskutierten Frank Hoffmann (Schauspieler, Regisseur, Intendant des Güssinger Kultursommers) und Erwin Dorn (Projektentwickler für die europäische Kulturhauptstadt Linz, Mitgründer des Vereins "KUKUSCH - Kunst und Kultur an Schulen"). Frank Hoffmann bestätigte mit Blick auf sein Theaterprojekt mit Amateurschauspielerinnen und -schauspielern, dass junge Menschen durch Kunst und Kultur "sehr an Selbstbewusstsein gewinnen". Und Erwin Dorn betonte in der Diskussion, dass Kulturprojekte in der Schule auch dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler in den Klassenverband zu integrieren. Dorn sprach sich außerdem für eine Öffnung der Schulen aus: "Dritte in der Schule, wie zum Beispiel Kunstschaffende, sind ein ungeheurer Gewinn." Ministerin Schmied betonte hierzu, dass dadurch auch "wichtige Expertise von außen" in die Schulen komme.

SERVICE: Weitere Infos unter: www.oe2020.at und unter www.machtschuletheater.at (Schluss) mb/bj

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/impressum

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mb;bj

realisiert durch das SPÖ ITZ


sp/jschindlegger (S)

, 26.06.2012 12:11:02

OTS0057 II 26.06.2012 10:11:14

 

Schwarzgrün hungert Neue Mittelschulen aus: 56 LehrerInnenstellen in Oberösterreich gestrichen

Utl.: SP-Klubchefin Jahn: "Lange Serie der ÖVP-Bildungsblockaden wird fortgeführt"

Bildung/Schulen/SPÖ/Oberösterreich/Landtag/Jahn

Nach dem Motto "Wenn wir die Neuen Mittelschulen nicht mehr aufhalten können, dann hungern wir sie eben aus!" streicht die ÖVP mit Einverständnis der Grünen 56 LehrerInnenstellen, die für Team-Teaching vorgesehen gewesen wären. SPÖ-Bildungssprecherin und Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn protestiert gegen diese Einschnitte: "Sogar auf Bundesebene ist der Bildungssektor von den Kürzungen ausgenommen - in Oberösterreich hingegen streichen ÖVP und Grüne eiskalt LehrerIn-nenstellen, die für moderne Pädagogik in den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden. Diese parteipolitisch motivierten Einschnitte von Landesrätin Hummer gehen einmal mehr auf Kosten der Schulkinder in unserem Land."

Konkret soll die LehrerInnen-Kürzung folgendermaßen ablaufen: Die sogenannten Leistungsgruppenstunden werden von bisher im Durchschnitt 5 auf 4,5 Stunden pro Klasse ge-kürzt. Das bedeutet allein im kommenden Schuljahr 2012/13 ein Minus von 700 LehrerInnen-Wochenstunden in allen ersten Klassen der Hauptschulen und Neuen Mittelschulen. Insgesamt würden dadurch im ersten Jahr sogar 33 LehrerInnen-Dienstposten wegfallen, wovon 14 echt gestrichen und 19 für "besondere Problemlagen" zurückgehalten werden. Diese Kürzungen werden dann in den Folgejahren weitergeführt, bis alle vier Schulstufen der bereits geschaffenen Neuen Mittelschulen und noch bestehenden Hauptschulen zurecht gekürzt sind. In vier Jahren - wenn die letzten Hauptschulen auf Neue Mittelschulen umgestellt werden - soll demnach das Kürzungsprogramm der ÖVP im Gesamtumfang von 56 LehrerInnenstellen abgeschlossen werden. Während SPÖ-Bildungsministerin Schmied zusätzliche 6 Wochenstunden pro Klasse für die Neuen Mittelschulen zur Verfügung stellt, streicht ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten.

"Wenn man weiß, dass das pädagogische Herzstück der Neuen Mittelschulen im Team-Teaching mit innerer Differenzierung liegt, dann wird klar, wie fatal sich diese Stundenkür-zung auswirken kann", warnt Jahn. So sollen in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik stets zwei LehrerInnen in der Klasse sein, um alle Kinder bestmöglich fördern zu können. Die SPÖ-Klubvorsitzende appelliert daher an die ÖVP-Bildungsreferentin Hummer die handstreichartige Kürzung, für die es nicht einmal einen Beschluss im Lenkungsausschuss zur Verwaltungsreform gibt, umgehend zurückzunehmen: "Wir SozialdemokratInnen wollen, dass die SchülerInnen der Neuen Mittelschulen die gleichen Bildungschancen vorfinden, wie die Kinder im Gymnasium. Deshalb appelliere ich an die ÖVP, ihren parteipoliti-schen Widerstand gegen die Bildungsreform endlich aufzugeben und die Kürzung der Lehrkräfte für die Neuen Mittelschulen zurückzunehmen!"

Rückfragehinweis: SPÖ-Landtagsklub Mag. Andreas Ortner Tel.: 0732/7720-11313

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Walser zu AK-Studie: Nachhilfe ist verstecktes Schulgeld

OTS0052 II 26.06.2012 10:04:14

 

Walser zu AK-Studie: Nachhilfe ist verstecktes Schulgeld

Utl.: Grüne: Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten steigt

Innenpolitik/Grüne/Walser/Bildung/Nachhilfe/Eltern/Förderunterricht

"Die Schule schiebt die Verantwortung für die Lernerfolge der SchülerInnen weiterhin an die Eltern ab. Diese zahlen jährlich rund 107 Millionen Euro für Nachhilfe. Das ist nichts anderes als ein verstecktes Schulgeld", kritisiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen. Dieses versteckte Schulgeld belegt eindrucksvoll die Notwendigkeit einer Bildungsreform hin zu einer ganztägigen Schule.

"Die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten steigt derzeit, weil sich deren Eltern Nachhilfeunterricht für ihre Kinder nicht mehr leisten können. Die Finanzkrise wird somit auch zur Bildungskrise für Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen", warnt Walser.

"Das Schulsystem muss so reformiert werden, dass private Nachhilfe überflüssig wird, weil die Schule gezielte Förderung anbietet", sagt Walser. Förderunterricht braucht Zeit, deshalb muss der Ausbau ganztägiger Schulen vorangetrieben werden. "Dort ist durch ausgebildete FörderlehrerInnen ein individuellerer Unterricht möglich", meint Walser.

Rückfragehinweis: Die Grünen Tel.: +43-1 40110-6697 mailto:presse@gruene.at

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Montag, 25. Juni 2012

26.6.: Pressespiegel Unterricht

Standard, 26. Jun. 2012

 

Dümmer als die Finnen

Kommentar | Lisa Nimmervoll, 25. Juni 2012, 19:02

Nach dem Lernen in der Schule kommt das Nachlernen mit teuren Nachhilfe-" Lehrern"

Es ist ein gutes Geschäft - für die, die vom Versagen der Schule in Österreich profitieren: 107 Millionen Euro gab es 2011 zu holen; von Eltern, die diesen Betrag dafür abgelegt haben, dass ihre Kinder das, was ihnen in der Schule nicht beigebracht wurde, doch irgendwie erlernen. Am privaten Nachhilfemarkt - quasi der Hilfsschule neben der eigentlichen Schule, die ihren Job nicht macht.

Das ist der jährliche Skandal, den es gegen Schulende zu vermelden gibt. Nach dem Lernen in der Schule kommt das Nachlernen mit teuren Nachhilfe-" Lehrern", die hoffentlich keine "echten" Lehrer sind. Denn diese Doppelfunktion hätte den Hautgout von Kleinkorruption im Schulbereich. Offenkundiger könnte eine dysfunktionale Organisation des Lernens nicht demonstriert werden.

Es ist ein schlechtes Geschäft - für die Eltern, die doppelt zahlen, als Steuerzahler für die Schule, als Private für die Nachhilfe, und für die Gesellschaft, weil ein Systemdefekt durch eine teure Parallelstruktur kaschiert wird. In anderen Ländern wie Finnland blüht dieses Geschäft nicht.

Wenn man nicht der etwas exzentrischen These anhängt, dass die Schüler in Österreich eben dümmer sind als jene im Norden Europas, drängt sich wieder einmal der lästige Verdacht auf, dass es wohl oder übel etwas mit dem Unterricht (fehlende individuelle Förderung) und der Verfasstheit der Schule (Halbtagsschule, Durchreichmöglichkeit nach unten) zu tun haben muss. Kleiner Wert, großer Preis. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 26.6.2012)

 

 

Presse, 26. Jun. 2012

 

265.000 Kinder in Österreich brauchen Nachhilfe

 (DiePresse.com)

Unverändert hoch ist der Anteil von Schulkindern, die auf Nachhilfe angewiesen sind. Aber immer weniger Eltern könnten sich das leisten, zeigt der aktuelle Nachhilfebarometer der Arbeiterkammer.

265.000 Kinder in Österreich brauchen Nachhilfe. Das zeigt der diesjährige Nachhilfebarometer der Arbeiterkammer (AK), der heute, Montag, präsentiert wurde. Die Erhebung zeigt außerdem, dass 77 Prozent der Eltern von Schulkindern, nach der Schule mit den Kindern lernen, das entspricht der Arbeit von 47.000 Vollbeschäftigten, wie die AK vorrechnet.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der Kinder, die Nachhilfe benötigen, nicht verändert. Was sich allerdings verändert hat, sind die Ausgaben für Nachhilfe: Diese sind von 127 Millionen Euro auf 107 Millionen Euro gesunken. AK-Präsident Herbert Tumpel erklärt diesen Umstand damit, dass die allgemeinen Lebenserhaltungskosten gestiegen sind und sich weniger Eltern als im Vorjahr kostenpflichtige Nachhilfe leisten können.

So ist auch der Anteil jener Kinder, die gratis Nachhilfe in Anspruch nehmen, von 50.000 auf 60.000 gestiegen. Ebenso verzichten die Eltern auf teure Sprachferien und Lerncamps im Sommer: Nur noch halb so viele Eltern wie im Vorjahr lassen ihre Kinder an so einem Angebot teilnehmen.

AK: Positive Auswirkung von NMS

AK-Präsident Tumpel sieht außerdem in der zunehmenden Verbreitung der Neuen Mittelschule (NMS) einen Fakor, der die Kosten für Nachhilfe reduziert. So halten die Ausgaben pro Kind für Nachhilfe in einer NMS bei 482 Euro, in einer AHS-Unterstufe sind es demgegenüber 668 Euro. Auch die Häufigkeit der Nachhilfe ist in der NMS geringer.

Tumpel leitet daraus ab, dass die "Schulreform nicht stecken bleiben" dürfe, insbesondere den Ausbau von ganztätigen Betreuungsformen sieht er als probates Mittel, wenn es darum geht, Familien zu entlasten und die Nachhilfekosten zu reduzieren. Als Beispiel bringt er das Bundesland Wien: Hier liegt der Anteil der sechs bis 14-jährigen die einen Platz in der Nachmittagsbtetreuung haben, bei 32 Prozent. Im Bundesschnitt sind es nur 21 Prozent der Schulkinder. Mit Kindern in Wiener Volksschulen müssten 15 Prozent der Eltern nie lernen, im Bundesschnitt haben diesen Vorteil hingegen nur 10 Prozent der Eltern. Derzeit kostet das gemeinsame Lernen außerhalb der Schule Eltern und Kinder etwa 80 Millionen Stunden Freizeit, rechnet die AK vor.

Finanziell schwächere benachteiligt

Außerdem würden die Ausgaben für Nachhilfe zum Großteil Kindern von Besserverdienern zu Gute kommen: Nur 13 Prozent der bezahlten Nachhilfe wird Kindern aus Familien, die ein monatliches Nettoeinkommen von bis zu 1600 haben, gegeben. Demgegenüber erhalten 37 Prozent der Kinder aus Familien mit eine Einkommen von bis zu 2500 Euro Nachhilfe, bei Familien die noch mehr verdienen, sind es gar 50 Prozent.

 

 

Presse, 26. Jun. 2012

 

Jeder fünfte Jugendliche kann nicht prozentrechnen

 (Die Presse)

Bei einer von Gfk Austria durchgeführten Umfrage gaben nur vier Prozent der Jugendlichen an, sich in Versicherungsfragen gut auszukennen. Bei den Erwachsenen sind es 17 Prozent.

Wien/Höll. Wenn Sie in Österreich 100 Euro auf ein Sparbuch legen und dafür pro Jahr vier Prozent Zinsen bekommen: Wie viel Geld haben Sie nach zwölf Monaten? 104 Euro, antworteten 75 Prozent der Erwachsenen bei einer vom Versicherungsverband in Auftrag gegebenen Umfrage. Das ist falsch.

Denn wer sein Geld auf einem Sparbuch liegen lässt, muss auch die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent berücksichtigen. Daher bleiben nach einem Jahr nur 103 Euro übrig. Nur neun Prozent der Befragten wussten die korrekte Antwort. Noch schlechter sieht das Finanzwissen bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren aus. Von ihnen kann jeder Fünfte nicht einmal prozentrechnen, geht aus der von Gfk Austria durchgeführten Umfrage unter 500 Personen (davon 200 Jugendliche) hervor.

Die Ergebnisse der Studie seien „sehr erschütternd", sagt Wolfram Littich, Chef der Allianz-Versicherung und Präsident des Versicherungsverbands. Vor allem die Mängel beim Prozentrechnen müssten in der Ausbildung zu einem Umdenken führen. Littich fordert, dass Finanzthemen in die Lehrpläne aufgenommen werden.

68 Prozent der Jugendlichen erklärten, dass sie in der Schule nie Informationen über Versicherungen bekommen haben. Dabei halten es 57 Prozent für sinnvoll, solche Themen stärker in den Lehrplan zu integrieren.

 

Österreich ist Schlusslicht

Mit einer besseren Finanzbildung wäre man laut Littich weniger anfällig für unrealistische Versprechungen. Er erinnerte daran, dass einst „mündelsichere Produkte" mit Jahresrenditen von bis zu zehn Prozent für Furore sorgten. Doch im Zuge der Finanzkrise stellte sich heraus, dass solche Renditen nur mit hohen Risken zu erzielen sind. „Jeder Schulabsolvent sollte daher einmal im Leben Finanzwissen durchgenommen haben", verlangt Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär des Versicherungsverbands.

Bei der Befragung gaben nur vier Prozent der Jugendlichen an, sich in Versicherungsfragen gut auszukennen. Bei den Erwachsenen sind es 17 Prozent.

Große Unwissenheit herrscht auch bei der privaten Altersvorsorge. 70 Prozent der Jugendlichen und 37 Prozent der Erwachsenen erklärten, sie wissen nicht, mit welchen Produkten man sich für den Lebensabend absichern kann.

Im internationalen Vergleich schneidet Österreich in puncto Finanzwissen besonders schlecht ab. So testete die Direktbank ING DiBa jüngst 11.000 Menschen in elf Ländern. Dabei bildeten die Österreicher zusammen mit den Polen das Schlusslicht.

Daher starten die Versicherungen nun eine Informationsoffensive. Schulen können kostenlos Informationspakete anfordern. Kritik, dass damit in erster Linie der Verkauf eigener Produkte angekurbelt werden soll, weisen die Assekuranzen zurück. „Uns geht es um den mündigen Bürger", so Norman-Audenhove. Dabei arbeite man mit dem Verein für Konsumenteninformation zusammen. Auch die Wiener Börse, die Nationalbank und die Wirtschaftskammer bieten Pakete für Schulen an.

Im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) weist man die Kritik der Finanzbranche zurück. Man sei gerade dabei, die schulische Ausbildung zu verbessern. Daher werden die Österreicher in einigen Jahren in Umfragen besser abschneiden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2012)

 

 

Kleine Zeitung, 26. Jun. 2012

 

"Deutliche Nachbesserungen" bei Lehrerdienstrecht

"Deutliche Nachbesserungen" verlangt der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, bei den Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht. Nach der auf Beamtenebene geführten Verhandlungsrunde konstatierte er, dass man noch "weit auseinander" liege. Der vorliegende Dienstrechtentwurf habe "mit einem großen Reformpaket nichts und mit einem attraktiven Angebot schon gar nichts zu tun".

 

Bei der Verhandlungsrunde habe man die eigenen Berechnungen zu der von der Regierung vorgelegten Gehaltsstruktur präsentiert, so Kimberger. Dabei sei man auf Verluste zwischen zehn und 30 Prozent beim Lebenseinkommen gekommen - von den geforderten und eigentlich avisierten höheren Anfangsgehältern bei gleichbleibendem Lebensverdienst und Zusatz-Leistungsanreizen sei keine Spur.

Weiterer Kritikpunkt der Lehrervertreter: Die künftige Ausbildung sehe grundsätzlich Bachelor-Abschlüsse für die neu eintretenden Pädagogen vor. "Das ist gegen den internationalen Trend. Wir wollen eine Lehrerausbildung auf Masterniveau." Außerdem verlange man eine "umfassende Job Description für Pädagoginnen und Pädagogen". Bei den Verhandlungen sei lediglich die Arbeitsplatzbeschreibung eines Verwaltungsbeamten vorgelegt worden.

Bis Ende Juli habe man nun zwei weitere "große" Verhandlungsrunden auf Beamtenebene vereinbart, betonte Kimberger. Dazu gebe es laufend informelle Gespräche. Auf die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) geäußerte Kritik am langsamen Tempo der Verhandlungen reagierte er gereizt: "Das lasse ich mir von ihr überhaupt nicht sagen." Die Ministerin habe seit 2008 Zeit gehabt, einen Entwurf auf den Tisch zu legen und habe vier Jahre dafür verstreichen lassen. Nun sei das Verhandlungstempo sogar "sehr hoch". Man sei immerhin in jene Bereiche eingestiegen, die die "großen Brocken" darstellen.

 

 

Österreich, 26. Jun. 2012

 

107 Millionen Euro für Nachhilfe

Immer mehr Eltern können sich Nachhilfe für ihre Kinder nicht mehr leisten.

265.000 Kinder brauchen sie -und 60.000 können sie sich nicht leisten: die Nachhilfe. Aus dem aktuellen Nachhilfebarometer der Arbeiterkammer (AK) geht hervor, dass sich Eltern die Nachhilfe für ihre Kids immer öfter nicht mehr leisten können. Das zeigt auch die Zahl der jährlichen Ausgaben für Nachhilfe: Die Gesamtausgaben sind innerhalb eines Jahres von 127 auf 107 Millionen Euro gesunken. "In Zeiten der Teuerung fließen die Ausgaben eben in Miete, Strom und Essen", sagt AK-Chef Herbert Tumpel.

Weniger Nachhilfekosten in Neuer Mittelschule
Lichtblick der Studie sind die Ergebnisse der Neuen Mittelschule (NMS), die zukünftig die Hauptschule ersetzen soll. In den NMS sei der Aufwand für Nachhilfe geringer, es wird rechtzeitig auf die Schwächen von Kindern eingegangen, so Tumpel. Während in der AHS-Unterstufe 668 Euro pro Schüler für Nachhilfe ausgegeben werden, sind es in der Neuen Mittelschule nur 482 Euro (s. Kasten unten). Tumpel fordert eine zügige Umsetzung der NMS und hält ganztägige Betreuung für einen guten Ansatz. Die Bildungspolitik sieht er auf dem richtigen Weg, aber "sie soll mehr Gas geben".

 

 

Österreich, 26. Jun. 2012

 

Lehrer: Streit um die Arbeitszeit

"Aufgabenliste fehlt" - Keine Sommerpause.

Geeinigt hat man sich nach der vierten Verhandlungsrunde gestern, Montag, über das neue Lehrerdienstrecht nur auf eines: Über den Sommer wird weitergeredet. Ansonsten herrscht Streit. „Bei dem, was bisher vorgelegt wurde, geht es um eine Arbeitszeiterhöhung. Dem werden wir sicher nicht zustimmen", wettert Gewerkschafter Paul Kimberger.

Schmied will bekanntlich die Unterrichtsverpflichtung von derzeit 20 Stunden pro Woche auf 24 erhöhen. Ob das eine Erhöhung der gesamten Arbeitszeit der Lehrer bedeutet, ist allerdings unklar, weil eine Arbeitsplatzbeschreibung fehle, so die Gewerkschaft. Die Regierung habe am Montag die Job-Beschreibung eines Verwaltungsbeamten überreicht, nicht die eines Lehrers.

Kimberger: „Man kann über die Erhöhung der Unterrichtszeit reden. Aber dann muss man die Lehrer auf der anderen Seite entlasten. Dazu liegt bisher kein Angebot vor. Die Lehrer sind an der Belastungsgrenze."

Klar ist: Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte bereits vor Verhandlungsstart die Linie vorgegeben: „20% mehr Gehalt, 30% mehr Arbeit." Das Ministerium berücksichtigt die höhere Unterrichtszeit bei seinen Berechnungen der Lebensverdienstsumme nicht. Die Lehrergewerkschaft tut dies schon – und kommt so auf Verluste von 10 bis 30% oder bis zu 500.000 Euro.

Ministerin Schmied will intensivere Verhandlungen
Auch in der Frage der Ausbildung will Kimberger mehr als nur einen Bachelor-Abschluss: Er verlangt einen Master für alle. Schmied hatte am Sonntag „intensivere Verhandlungen" gefordert. Kimberger bringt das auf die Palme: „Ich habe die Nase voll von bildungspolitischen Lippenbekenntnissen. Sie hätte seit 2008 Zeit gehabt, ein modernes Dienstrecht vorzulegen."

Kimberger: „Ich habe die Nase voll!"
ÖSTERREICH:
24 Stunden Unterricht pro Woche – für Sie okay?
Paul Kimberger:
Darüber kann man reden. Aber dann muss man die Lehrer auch irgendwo entlasten. Dazu gibt es bisher nichts.

ÖSTERREICH: Aber wenn die Lehrer entlastet werden, dann bedeuten 24 Stunden ja keine Erhöhung der Arbeitszeit insgesamt, oder?
Kimberger:
Bei dem, was bisher vorgelegt wurde, ist es ganz eindeutig eine Erhöhung. Dem werden wir nicht zustimmen.

ÖSTERREICH: Dafür steigt aber laut Ministerium das Gehalt.
Kimberger:
Mehrarbeit wird nicht berücksichtigt: Wir kommen auf Verluste zwischen 10 und 30 %. Ich habe die Nase voll von den Lippenbekenntnissen.

107 Mio. Euro für Nachhilfe
265.000 Kinder brauchen sie – und 60.000 können sie sich nicht leisten: die Nachhilfe. Aus dem aktuellen Nachhilfebarometer der Arbeiterkammer (AK) geht hervor, dass sich Eltern die Nachhilfe für ihre Kids immer öfter nicht mehr leisten können. Das zeigt auch die Zahl der jährlichen Ausgaben für Nachhilfe: Die Gesamtausgaben sind innerhalb eines Jahres von 127 auf 107 Millionen Euro gesunken. „In Zeiten der Teuerung fließen die Ausgaben eben in Miete, Strom und Essen", sagt AK-Chef Herbert Tumpel.

Weniger Nachhilfekosten in Neuer Mittelschule
Lichtblick der Studie sind die Ergebnisse der Neuen Mittelschule (NMS), die zukünftig die Hauptschulen ersetzen sollen. In den NMS sei der Aufwand für Nachhilfe geringer, es wird rechtzeitig auf die Schwächen von Kindern eingegangen, so Tumpel. Während in der AHS-Unterstufe 668 Euro pro Schüler für Nachhilfe ausgegeben werden, sind es in der Neuen Mittelschule nur 482 Euro (s. Kasten unten). Tumpel fordert eine zügige Umsetzung der NMS und hält ganztägige Betreuung für einen guten Ansatz. Die Bildungspolitik sieht er auf dem richtigen Weg, aber „sie soll mehr Gas geben".

 

 

Salzburger Nachrichten, 26. Jun. 2012

 

107 Millionen Euro pro Jahr für Nachhilfe

Wien (SN). 27 Prozent aller Schüler (265.000 Kinder) brauchen laut einer Studie der Arbeiterkammer (AK) Nachhilfe. Für private Lernhilfe bezahlen Eltern 127 Mill. Euro, um rund 20 Mill. Euro weniger als im Vorjahr. Die AK führt diesen Rückgang auf die Teuerung zurück, weshalb schlechter verdienende Eltern sich Nachhilfe weniger leisten könnten. Die Neue Mittelschule schneidet in der AK-Studie besser ab als Gymnasien und Hauptschulen. Hier müssten Eltern nicht nur weniger für Nachhilfe ausgeben, NMS-Schüler müssten auch seltener für Nachprüfungen lernen.

 

 

 

Wiener Zeitung, 26. Jun. 2012

 

Weniger Ausgaben für Nachhilfe

 

  • Fast jeder dritte Schüler braucht außerschulische Unterstützung.

 

Wien.

 

 

27 Prozent aller Schüler - das sind etwa 265.000 Kinder - brauchen laut einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer (AK) Nachhilfe. Das entspricht in etwa den Zahlen des Vorjahrs. Dennoch sanken die Ausgaben für Nachhilfe im Vergleich zu 2011 um 20 Millionen Euro. Das läge aber weniger daran, dass die Schüler klüger geworden seien, sondern eher daran, dass sich wenig verdienende Eltern diese Zusatzbelastung kaum noch leisten könnten, interpretierte AK-Präsident Herbert Tumpel.

Er vermeint auch, dass sich die Neue Mittelschule (NMS) positiv auswirke: Hier sei der Bedarf an bezahlter Nachhilfe wesentlich geringer als etwa in Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS).

Für die Studie wurden österreichweit 2851 Haushalte mit Schulkindern befragt. "Die alte Halbtagsschule macht genau dieselben Probleme wie im Vorjahr", so Tumpel. 77 Prozent aller Eltern müssen ihren Kindern bei Hausaufgaben helfen oder mit ihnen für Schularbeiten und Tests lernen. Das entspricht der Leistung von 47.000 Vollzeitbeschäftigten.

Am häufigsten lernen Eltern immer noch mit Volksschulkindern (88 Prozent). Diese Zahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert, gesunken sind allerdings die Ausgaben der Eltern für bezahlte Nachhilfe - von 127 auf 107 Millionen Euro.

Von den Befragten fühlen sich zwei Drittel durch Ausgaben für Nachhilfe "extrem belastet"; 2011 war es nur ein Viertel. Eltern sparen vor allem bei teuren Sprachferien oder Lerncamps (zwölf Millionen Euro weniger Ausgaben) und nehmen verstärkt kostenlose Angebote in Anspruch.