Montag, 30. Juli 2012

Pressespiegel UNTERRICHT 28. - 30. Juli 2012

"Die Presse" vom 30.07.2012                                Seite: 1

Ressort: Seite Eins

 

red

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

ÖVP fürchtet um die Zukunft der Lehrerbildung

 

   Pädagogische Hochschule. Nach der Abberufung von Rektor Elmar Märk durch die Unterrichtsministerin sehen ÖVP, Gewerkschaft und Wissenschaftler den Ruf der Pädagogischen Hochschulen in Gefahr. von Theresa Aigner und Christoph Schwarz

 

   (Wien) Knapp eine Woche ist es her, da musste sich der designierte PH-Tirol-Rektor von Unterrichtsministerin Claudia Schmied eine "massive Störung des Vertrauensverhältnisses" vorwerfen lassen. Mittlerweile scheint es eher die Ministerin selbst zu sein, die das Vertrauen vieler ihrer Partner im Bildungsbereich verspielt hat.

 

   Mit der Abberufung von Elmar Märk aus parteipolitischen Gründen hat die Ministerin einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, dessen Ausmaß selbst die roten Strategen im Unterrichtsressort verwundert haben dürfte. In die anfängliche Polemik der ÖVP, die Schmied kurzerhand "kommunistische" Personalpolitik - "schlimmer als hinter dem Eisernen Vorhang" - nachsagte, mischen sich mittlerweile ernsthafte Vorwürfe gegen die Amtsführung der Ministerin.

 

   Die Personalpolitik Schmieds schade dem Ansehen der Pädagogischen Hochschulen, so lautet der Vorwurf. Nicht zuletzt setze sie damit die Zukunft der neuen Lehrerbildung, an der die Koalition und die Institutionen seit Längerem feilen, aufs Spiel. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle fürchtet nach der Aktion der Ministerin um das "Bekenntnis zur Gemeinsamkeit und zur Kooperation von Unis und PH" in Sachen Lehrerbildung. Es wäre "schlecht, sollten PH-Rektoren die Kooperation mit Universitäten nun nicht mehr an-, mitdenken oder planen dürfen", sagt Töchterle zur "Presse". "Die Wissenschaftlichkeit", so Töchterle, sei "zentrale Grundlage für die beste Ausbildung der Lehrer von morgen." Wissenschaftlichkeit "benötigt wiederum den Freiraum für eigenes Überlegen".

 

   Genau dieses "eigene Überlegen" war es, das Elmar Märk zum Verhängnis wurde, als er in einem Interview - entgegen der SPÖ-Parteilinie - die Zukunft der gemeinsamen Lehrerbildung an den Universitäten sah (Details zur Vorgeschichte siehe Infokasten).

 

   Doch nicht nur Töchterle sieht eine Einigung bei der Lehrerbildung - diskutiert wird derzeit vor allem, an welcher Institution die Pädagogen in Hinkunft ausgebildet werden sollen - in Gefahr. Katharina Cortolezis-Schlager, ÖVP-Wissenschaftssprecherin im Nationalrat, ortet einen "herben Rückschlag" für die Lehrerbildung. Damit diese gelingen könnte, bräuchten die PH "das gleiche Maß an Autonomie wie die Unis". Nur so könne man "auf Augenhöhe zusammenarbeiten". In Fragen der Lehrerfortbildung solle der Dienstgeber auch künftig Zielsetzungen definieren können. Aus der Ausbildung jedoch solle er sich heraushalten, sagt Cortolezis zur "Presse". Sie wünscht sich, dass die PH ins Uni-Gesetz aufgenommen werden. Ebenso wie in das Qualitätssicherungsgesetz. In Letzterem sind die PH als einzige Institution des tertiären Sektors nicht vertreten.

 

   PH als "politische Handlanger"

 

   Die noch fundamentalere Kritik an Schmied, die aus ÖVP, Lehrergewerkschaft und der Wissenschaft kommt: Die Personalpolitik der Ministerin schade der Reputation der PH insgesamt. "Wenn sich ein PH-Rektor künftig inhaltlich äußert, denken alle, er mache das nur im Auftrag der Ministerin", befürchtet Cortolezis. Schmied habe, so ihr Vorwurf, "Fachleute in der öffentlichen Wahrnehmung zu politischen Handlangern gemacht".

 

   Noch deutlicher formuliert es der oberste AHS-Gewerkschafter, Eckehard Quin: Er fühle sich "an den Fall Entacher erinnert". (Der Generalstabschef wurde 2011 wegen einer Meinungsverschiedenheit das Berufsheer betreffend von SPÖ-Minister Norbert Darabos abberufen, Anm.) "Ich dachte, wir hätten diese Zeiten in Europa seit Jahrzehnten hinter uns", so Quin. "Aber das sind historische Vorgehensweisen, die eher an Nordkorea erinnern." Eines, heißt es aus der Gewerkschaft, sei klar: Kompetenzen in Sachen Lehrerbildung verstärkt an die PH zu geben - wie es sich die Ministerin wünscht - gleiche einem "Rückschritt". Wenn Personen für ihre Meinung einen Maulkorb verpasst bekommen, sei das demokratiepolitisch bedenklich. Derzeit "sind die Lehrer an den Unis besser aufgehoben".

 

   Auch von den Landesschulräten kommt Kritik: Das Vorgehen der Ministerin habe "keine positiven Auswirkungen auf das Selbstverständnis des Lehramts", fürchtet Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. "Es müssen nicht alle das gleiche denken und man muss zeigen, dass es genug Platz für eigene Gedanken gibt." Schmieds Reaktion auf die Aussagen Märks halte er für "überzogen". "Ich kann auch nicht jeden Schuldirektor entlassen, der nicht meiner Meinung ist oder voraussetzen, dass alle einer Meinung sind", sagt Enzenhofer - der sich (wie Schmied) übrigens sehr wohl einen Ausbau der PH zur Pädagogischen Uni in Oberösterreich wünscht.

 

   Auch aus der Bildungswissenschaft erntet Schmied Kritik. Diese reagiere "kindisch" und habe "den Kompromiss zur Lehrerbildung aufgekündigt", sagt Stefan Hopmann, Bildungswissenschafter an der Uni Wien. Die PH seien keine wissenschaftlichen Institutionen - denn "das würde die Freiheit der Wissenschaft voraussetzen. Die PH aber sind in völliger Abhängigkeit vom Ministerium." Quasi "ein von oben geführter Schulbetrieb", in dem das Motto gelte: "Bist du nicht willig, brauch' ich Gewalt."

 

   Die Lehrerbildung ganz an den PH anzusiedeln, sei kein tragfähiges Modell, sagt Hopmann. Auch gegen Hybrid-Modelle (also die Kooperation von Unis und PH) spricht er sich aus: Entweder man entscheide sich für den universitären Charakter, das setze aber Freiheit der Wissenschaft voraus. Oder man mache eine handwerkliche Ausbildung an der PH. Man könne "genauso wenig nur ein bisschen wissenschaftlich sein, wie man ein bisschen schwanger sein kann".

 

   Nur ein "Sommerlochthema"?

 

   Im Umfeld der Ministerin zeigt man sich übrigens überraschend wortkarg. Die Urlaubszeit kommt da gerade recht. Andreas Schnieder, von Schmied mit der Konzeption der neuen Lehrerbildung beauftragt und üblicherweise wortgewaltig, erklärt etwa, im Ausland zu sein und "gar nicht zu wissen, was eigentlich passiert sei". Aus den anderen PH gibt es generell keine Reaktionen. Die Rektoren fürchten wohl Sanktionen der Ministerin.

 

   Die Sache sei ein "Sommerlochthema", sagen unterdessen Experten aus dem Ministerium. Märk habe mit seinen "unbedachten, wohl nicht böse gemeinten Aussagen unklug gehandelt". Vor allem, da seine Bestellung alles andere als unumstritten war. Mit ihrer Reaktion biete Schmied, die "ohnehin eine beliebte Zielscheibe abgebe", in "dieser sensiblen Situation" nun Angriffsfläche. Man wünsche sich, rasch zur inhaltlichen Debatte zurückzukehren.

 

   Ein Wunsch, der wohl unerfüllt bleiben wird.

 

 

"NÖN Landeszeitung" Nr. 31/2012 vom 30.07.2012               Seite: 9

Ressort: POLITIK

 

NÖN Landeszeitung

 

UMFRAGE  Eine neue GFK-Umfrage belegt, dass die Mehrheit in Niederösterreich für die

Beibehaltung der Gymnasien und gegen die Gesamtschule ist. VP-Absage an Christoph Leitl.

 

Ein Ja für Gymnasien

 

    VON MARTIN GEBHART

 

    Die ÖVP fühlt sich bestätigt. Ihr liegt eine repräsentative Umfrage des GfK-Institutes vom Juni vor, worin sich die Mehrheit der Niederösterreicher klar für die Beibehaltung der Gymnasien ausspricht. Für ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger ist das auch eine Absage an seinen Parteikollegen, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, der sich Anfang der Vorwoche für eine differenzierte gemeinsame Schule von der Volksschule bis zum Alter von 14 Jahren ausgesprochen hatte.

 

   Für Schneeberger ist die Umfrage, die den Gymnasien eine klare Mehrheit von 61 Prozent ausweist (siehe Infobox) eine Bestätigung des eigenen Kurses und eine Absage an die SPÖ und ihre Bildungsministerin Claudia Schmied. Die Mehrheit der Menschen wolle keine Gesamtschule, sondern neben der Neuen Mittelschule eine Begabtenschule. Diese brauche allerdings eine neue Art der Aufnahmeprüfung, damit nicht auf den Volksschulen die ganze Last der Qualifi zierung liege. Gleichzeitig müssten mit den NÖ Neuen Mittelschulen die richtigen Akzente gesetzt werden.

 

    „Leitl soll nicht

 

   Schmied nacheifern“

 

    In Richtung seines Parteikollegen Christoph Leitl hat Schneeberger auch eine klare Botschaft: „Ihm kann man nur sagen, Schuster, bleib bei deinem Leisten.“ Er solle sich lieber um die Ausrichtung in den Berufsschulen kümmern, als in der Bildungspolitik populistisch Ministerin Claudia Schmied nachzueifern. „Aber wir sind solche Ausreißer von Herrn Leitl gewöhnt.“

 

   Applaus erhielt Leitl von der NÖ Arbeiterkammer. Präsident Hermann Haneder zeigte sich erfreut, dass der Wirtschaftskammerpräsident für die gemeinsame Schule eintrete: „Wir greifen das Signal gerne auf und wollen alle Möglichkeiten nutzen, um soziale Ungerechtigkeiten im Bildungswesen zu beseitigen. Dazu gehört neben der gemeinsamen Schule der Sechs- bis Vierzehnjährigen auch die Ganztagsschule.“ Zufrieden mit den Leitl-Aussagen war auch Bildungsministerin Claudia Schmied. Und SPÖ-Landesgeschäftsführer Günter Steindl forderte die ÖVP des Landes auf, die Rolle als Bildungsblockierer aufzugeben.

 

   Der Konter von ÖVP-Bildungssprecher Karl Bader: „Ganz offensichtlich ist, was Haneder, SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Leitner und die Bildungsministerin wirklich vorhaben, nämlich eine echte Zwangstagsschule sozialistischer Prägung und die Abschaffung der Gymnasien.“

 

 

"NÖN Landeszeitung" Nr. 31/2012 vom 30.07.2012               Seite: 9

Ressort: POLITIK

 

NÖN Landeszeitung

 

DIE ERGEBNISSE DER UMFRAGE VON GFK AUSTRIA

 

    Auf die Frage „Unterstufengymnasium gegen Gesamtschule für alle Zehn- bis Vierzehnjährigen“ haben sich in Niederösterreich 61 Prozent für die Beibehaltung des Gymnasiums in seiner Langzeitform und 29 Prozent für die Gesamtschule ausgesprochen.

 

    Diese 61 Prozent für die Beibehaltung des Gymnasiums setzen sich bezüglich der einzelnen Wählergruppen so zusammen: 70 Prozent der befragten ÖVP-Wähler, 46 Prozent der SPÖ-Wähler, 73 Prozent der FPÖ-Wähler und 42 Prozent der Grüne-Wähler.

 

    Die 29 Prozent für die Gesamtschule gliedern sich so auf: 21 Prozent der ÖVP-Wähler, 48 Prozent der SPÖ-Wähler, 19 Prozent der FPÖ-Wähler und 50 Prozent der Grüne-Wähler.

 

    Abgefragt wurde auch, ob die Unterstufengymnasien durch SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied benachteiligt werden. 52 Prozent finden den Vorwurf gerechtfertigt, für 29 Prozent ist er nicht gerechtfertigt. 19 Prozent

 

   haben keine Angaben gemacht.

 

 

"Die Presse" vom 30.07.2012                                Seite: 8

Ressort: Chronik

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Die Vorgeschichte

 

   Nach einem Interview wurde der designierte PH-Tirol-Rektor Elmar Märk von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) abberufen. Märk hatte über eine Zukunft der Lehrerbildung an den Unis spekuliert und damit gegen die politische Linie der Ministerin verstoßen. Schmied steht nun für ihre personellen Eingriffe in die PH in der Kritik. Auch die Bestellung der neuen Rektorin der PH Wien, Ruth Petz, ist umstritten. Märk will in den nächsten Wochen entscheiden, ob er gegen die Abberufung gerichtlich vorgehen wird.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 209-AS vom 29.07.2012           Seite: 5

Ressort: Meinung4u5

 

TT am Sonntag

 

Das Dilemma der neuen Lehrlinge

 

   Die schlechte Erfolgsquote bei der Lehrabschlussprüfung müsste eigentlich eine Debatte über die Qualität der Ausbildung in den heimischen Betrieben auslösen. Laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer Österreich - die TT berichtete - sind im Vorjahr 17,5 Prozent aller Prüflinge, das sind 10.071 Jugendliche, bei der Lehrabschlussprüfung durchgefallen. In 23 Lehrberufen lag die Durchfallrate bei mehr als 30 Prozent - so haben etwa bei den Malern und Anstreichern 38 % aller Prüflinge nicht bestanden, von den Kfz-Technikern fast jeder vierte nicht. Im Prinzip müssten jetzt alle Alarmglocken schrillen. Stattdessen ist seitens Experten hinter vorgehaltener Hand zu hören: Erstens ist es nichts Neues, dass die Qualität der Lehrlinge immer schlechter wird. Und zweitens ist ein Lehrabschluss „kein Muss", weil in einigen Kollektivverträgen der Lohnunterschied zwischen Hilfs- und Facharbeitern nur gering sei.

 

   Beides darf nicht sein, weil es faktisch der Todesstoß für die ohnehin strauchelnde Lehrausbildung ist, deren Problem nicht nur ist, dass weniger Betriebe ausbilden. Übersehen wird auch, dass heute die Mehrheit der Jungen versucht, in eine höhere Ausbildung zu kommen. Die Mittelschicht strömt in die Schulen. Eine klassische Lehre machen oft jene, die früher Hilfsarbeiter waren. Je nach Beruf haben Lehrlinge in der Gesellschaft vielfach einen Status, der „eher weiter unten ist". In den meisten Familien zählt ein Uni-Absolvent mehr als ein Handwerksmeister. Daran ändern auch zig Imagekampagnen für die Lehre nichts. Wir brauchen aber gute, intelligente Handwerker. Und diese müssen einen Wert haben. Deshalb muss man endlich auch ein strenges Auge auf die Berufsschulen werfen und schauen, ob wirklich alles getan wird, um die nächste Generation erfolgreich zum Abschluss zu führen. Momentan sieht es nicht danach aus.

 

 

Bild: Imagekampagnen lenken ab, können die Probleme der Lehre aber

      auf Dauer nicht verdecken.

 

 

 

"Die Presse am Sonntag" vom 29.07.2012                    Seite: 36

Ressort: Leserbriefe

 

Abend, Morgen

 

Die Angst der Eltern vor den Ferien

 

   Die Sommerferien stellen Jahr für Jahr viele Eltern vor Probleme - wohin mit den Kindern? Denn einen Betreuungsplatz zu finden ist nicht immer ganz einfach.

 

   @LR von Eva Winroither

 

   Eigentlich sollte es die schönste Zeit im Jahr sein. Es ist die Zeit der Eisstanitzel, über die geschmolzenes Erdbeereis läuft. Es ist die Zeit des Planschens im See und die Zeit der aufgeschlagenen Kinderknie - das gehört nun einmal dazu, wenn man viel Zeit im Freien verbringt. In Wahrheit ist die Sache allerdings eine andere: Sommer und Ferien bedeuten für viele Eltern, den Spagat zwischen Arbeit und Kinderbetreuung zu schaffen. Heute bei Oma und Opa (wenn es sie überhaupt in der Nähe gibt), morgen zwei Tage bei den Freunden, und am dritten Tag kann man die Kinder vielleicht in einem Ferienspiel unterbringen. Bleibt noch immer ein Tag offen. So geht das Dilemma manchmal über die gesamte Ferienzeit - fast neun Wochen lang.

 

   "Als eine echte Herausforderung" beschreibt etwa die 43-jährige Patricia Käfer aus Wien die Ferienbetreuung ihrer beiden Töchter, sieben und elf Jahre alt. Während die Siebenjährige noch in den Hort gehen könnte, gibt es für die elfjährige Gymnasiastin überhaupt kein Angebot wie Hort oder Nachmittagsbetreuung mehr. Sowohl Käfers Mann als auch sie selbst arbeiten jeweils 30 Stunden die Woche. Wohin also mit den Kindern? "Sechs Wochen Ferienlager, das kann sich doch niemand leisten", sagt sie. Eigentlich findet sie auch 200 Euro pro Kind in der Woche zu teuer.

 

   So wie Patricia Käfer geht es jedes Jahr tausenden berufstätigen Eltern in Österreich. Sie alle haben ihre Kinder unter 14 Jahren über die Sommermonate zu versorgen. Nicht alle können dabei auf einen Hort oder einen Kindergarten zählen, der das ganze Jahr offen hat. Durchschnittlich 18 Tage sind Kindertagesstätten wie Hort oder Kindergarten österreichweit im Sommer geschlossen. Das sind rund drei Wochen. Wobei hier die Steiermark mit 40 Schließtagen, also acht Wochen, die Statistik anführt und Wien mit 1,9 Tagen am Ende steht.

 

   Unterschiedliche Verträge. "In den Bundesländern gelten für die Horte unterschiedliche Gesetze, die meisten schließen daher wie die Schulen", sagt Raphaela Keller vom Dachverband der Berufsgruppe Kindergarten- und Hortpädagogen. Insgesamt sei die Betreuung in den Landeshauptstädten aber jedenfalls besser als auf dem Land.

 

   Gemeinsam haben alle, dass die Sommerferien "eine Extrazeit" sind, ein kleiner Ausnahmezustand. Manche Gruppen werden kleiner, manche größer, auch die Pädagogen müssen einmal auf Urlaub gehen - und jeder kommt mit Menschen zusammen, die er vorher nicht gekannt hat. Andere erhalten überhaupt keine Betreuung, weil es keine gibt - oder weil sie zu alt sind. Kaum ein Hort im Land, der noch Kinder über zehn Jahre nimmt.

 

   Eltern müssen daher kreativ sein, wenn sie ihre Kinder betreuen wollen. Oder sich einfach "durchjonglieren". Patricia Käfer setzt mit ihrem Mann etwa auf die tageweise Betreuung ihrer Töchter. Einen Tag macht ihr Mann Homeoffice, einen Tag passt der Großvater auf, und die restlichen drei Tage "versucht man, sich halt irgendwie zu arrangieren", sagt Käfer. Manchmal sind die Kinder bei ihren Freunden, manchmal bei Freunden der Eltern - meistens beginnt Käfers Mann aber bereits um sechs Uhr zu arbeiten, damit er am frühen Nachmittag wieder zu Hause ist.

 

   Ihrer Arbeitskollegin Patricia Lindner geht es nicht besser. Die 33-Jährige ist Mutter eines neunjährigen Sohnes, der unter dem Jahr die Nachmittagsbetreuung in seiner Schule besucht. Im Sommer fällt diese natürlich weg. "Ich hätte ihn vermutlich in einen Ausweichhort geben können. Aber erstens bin ich von der Schule darüber nicht einmal informiert worden, und zweitens wäre der in einem anderen Bezirk gewesen", sagt sie. Und das Geschrei jeden Morgen in der Früh, dass der Sohn nicht hinwill, weil er niemanden kennt - das wollte sie sich nicht antun.

 

   Großeltern nicht fit genug. Jetzt passen die Großeltern der Angestellten tageweise auf das Kind auf. "Aber so viel kann ich ihnen nicht zumuten, mein Vater ist ja auch nicht mehr der jüngste", sagt sie.

 

   Angela Geoghegan, Elternberaterin bei der Kinderdrehschreibe Wien kennt solche Probleme. Der Verein hilft, private Betreuungsplätze für Kinder zu finden: Tagesmütter, Kinderkrippen, Kindergärten und Horte sowohl unter dem Jahr als auch den Sommer über. Auch jetzt würden sich jede Woche "einige" Eltern bei ihr und ihren Kolleginnen melden. "Das sind einerseits Mütter, die kurzfristig eine Schulung vom AMS bekommen und deswegen nicht auf die Kinder aufpassen können. Andererseits oft Eltern von Volksschülern, die unter dem Jahr versorgt sind, weil ein Elternteil nur halbtags arbeitet."

 

   Meistens, "also in 70 Prozent der Fälle", können Geoghegan und ihre Kollegen den Eltern helfen. Und die anderen 30 Prozent? "Die müssen auf private Alternativen wie Babysitter ausweichen." Nachsatz: "Aber unser Verzeichnis ist nicht immer komplett. Nicht jeder Kindergarten meldet seine Sommerplätze."

 

   Im zuständigen Büro des Wiener Jugendstadtrats Christian Oxonitsch sieht man dennoch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Insgesamt gebe es 22.000 Hortplätze in Wien, die ganzjährig - also auch im Sommer - geöffnet sind. Für Schüler von Ganztagsschulen (die im Sommer natürlich schließen) seien zusätzlich 105 Standorte geschaffen worden, wo derzeit 1600 Kinder betreut werden. Dieses Jahr hat die Stadt Wien zusätzlich eine Million Euro in die Sommerbetreuung investiert.

 

   Einen Versorgungsengpass kann auch die zuständige Mediensprecherin Michaela Zlamal nicht feststellen: "Wartelisten für Horte gibt es nicht. Und wenn der Platz an einem Standort dennoch knapp wird, wird Eltern mit dringendem Betreuungsbedarf (Berufstätigkeit) der Vorzug am Wunschstandort gegeben."

 

   Zu weit weg, zu unbekannt. Die Eltern von Kindern nehmen das freilich anders wahr. "Ich glaube nicht, dass es an der Quantität der Plätze liegt, eher an der Qualität", sagt dazu Raphaela Keller, Vorständin im Dachverband der Kindergarten- und Hortpädagogen. In den Ferien seien manche Hort- und Kindergartengruppen besonders voll. Hinzu komme, dass die Gruppen völlig neu zusammengewürfelt werden. Kinder müssten vom regulären Hort in den Ausweichhort übersiedeln. "Die Kinder müssen sich dort orientieren, die Betreuerinnen wissen nicht, wie sich die Kinder bei Ausflügen verhalten. Die ganze Bildungsarbeit findet nicht statt." Das sei anstrengend, "und zwar für alle". Oft würden die Pädagogen im Sommer an ihre Grenzen gehen.

 

   Abgesehen davon weiß Angela Geoghegan von der Kinderdrehscheibe auch von finanziellen Hürden zu berichten. Sommerbetreuung muss nämlich extra bezahlt werden. "Da kommt man bei Privaten schon auf 100 bis 350 Euro die Woche." Die Betreuung in städtischen Einrichtungen gibt es billiger, nämlich um 80 Euro die Woche.

 

   Dafür ist dort nicht sichergestellt, dass die Einrichtung auf dem Weg zur Arbeit gut erreichbar ist. Denn die Angabe eines Wunschstandortes ist im Anmeldeformular nicht möglich. "Manchmal können die Eltern den Platz auch gar nicht in Anspruch nehmen, weil die Öffnungszeiten nicht passen oder für die Anfahrt ein großer Umweg notwendig ist", sagt Geoghegan.

 

   Für Patricia Käfer ist das alles keine Option. Ihre siebenjährige Tochter wollte partout nicht in einen Hort, in dem sie niemanden kennt. Und für ihre Elfjährige gibt es sowieso nichts. Jetzt sind die Mädchen am Vormittag öfter allein daheim. Das Bauchweh nimmt die Mutter dafür in Kauf. "Natürlich habe ich ständig ein blödes Gefühl dabei." Vor allem, weil sie weiß, dass die Kinder häufiger fernsehen als sonst. "Aber da weiß ich wenigstens, dass nichts passiert."

 

   Aufsichtspflicht verletzt. Rechtlich gesehen begibt sie sich damit auf Glatteis. "Es ist schwer, im Voraus zu sagen, wann jemand die Aufsichtspflicht verletzt", sagt die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits. An sich ende die Aufsichtspflicht erst mit Erreichen der Volljährigkeit. Davor können Eltern im Prinzip nach Entwicklungsstand des Kindes und den weiteren Umständen selbst entscheiden, was sie einem Kind zutrauen und was nicht. "Es ist ein Graubereich. Wenn dann aber etwas passiert, dann sind oft schnell die Eltern schuld." Sie selbst würde ein elfjähriges Kind jedenfalls nicht zu Hause lassen.

 

   Das müssen aber die meisten Eltern tun, denn auch in Wien hört die Hortbetreuung grundsätzlich mit zehn Jahren auf. "Die Nachfrage dafür ist aber gar nicht so groß", sagt dazu Michaela Zlamal vom Stadtratbüro. Ansonsten gibt es für Kinder das städtische Ferienspiel. Dass das nur tageweise eine Option ist und nicht für mehrere Wochen - und viele Aktionen erst zu Mittag beginnen -, sagt sie nicht.

 

   Elke Panny aus dem 1800-Seelen-Ort Reichraming in Oberösterreich musste ohnehin nach einer ganz anderen Lösung für ihren neunjährigen Sohn suchen (die Tochter geht noch in den Kindergarten). Den Juli hat er am Vormittag allein zuhause verbracht, ausstaffiert mit einem Handy, damit er die Mutter jederzeit anrufen kann - sie arbeitet nur drei Minuten entfernt als Buchhalterin.

 

   Die Lösung funktioniere eigentlich ganz gut. Zumindest besser als im Vorjahr, denn da hätte er noch jede Stunde angerufen. "Dann bin ich sofort nach Hause gerannt." An Arbeit war nicht zu denken. Dabei arbeitet Panny sogar in der Firma ihres Mannes. Auch die Schwiegermutter wohnt im selben Haus. "Die ist aber auch nicht immer da und will auch irgendwann auf Urlaub fahren." Wenn sie sich etwas wünschen könnte, dann würde sie daher sofort einen Sommerhort in Anspruch nehmen. Allein, den gibt es in ihrer Umgebung nicht.

 

   Alternative Lösungen. Manche Eltern hätten für die Ferien eine ganz simple Lösung: eine Verkürzung von neun auf sechs Wochen. "Die Kinder brauchen doch keine neun Wochen, um sich zu erholen", heißt es dann. Andere wie Barbara Kupfinger, Mutter zweier Töchter und ebenfalls aus Reichraming, hätten hingegen am liebsten eine Leihoma für die Ferien. Die gibt es in Kupfingers Nähe allerdings auch nicht.

 

   Sie nimmt diesen Sommer drei Wochen Urlaub, in denen sie auf ihre Töchter aufpasst, ihr Ehemann übernimmt ebenfalls drei Wochen. Bleibt eine Woche, in der sie gemeinsam wegfahren. Die restlichen Tage der Sommerferien werden tageweise abgedeckt. Nicht unbedingt eine sehr familienfreundliche Lösung. Allerdings: "Es gibt halt nichts anderes." Was das für das Sozialleben in ihrem kleinen Dorf bedeutet: "Ich glaube ja, dass das der Grund ist, warum so wenige Frauen hier im Ort arbeiten gehen", meint Kupfinger. "Wer soll denn dann in den Ferien auf die Kinder aufpassen?" @LU

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 28.07.2012

Ressort: VN-A

 

 

Schülerfreifahrtim ganzen Land

 

   Wien. (VN-joh) Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt ausweiten. Notwendig dazu ist eine Änderung des Familienlastenausgleichsgesetzes; ein entsprechender Begutachtungsentwurf liegt seit gestern vor. Schüler und Lehrlinge sollen Bahn, Bus und alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel einer Verkehrsverbund-Region beinahe gratis benützen dürfen; in Vorarlberg wäre das das gesamte Land. Ein Pilotprojekt läuft derzeit in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Ziel sei eine Ausweitung auf ganz Österreich, wie es im Familienministerium heißt.

 

   Für Schüler- und Lehrlingsfreifahrticktes soll es weiterhin einen Selbstbehalt von 19,60 Euro geben. Den Rest soll der Familienlastenausgleichsfonds übernehmen bzw. dem jeweiligen Verkehrsverbund überweisen.

 

   Mit der Ausweitung wolle man auf geänderte Lebensbedingungen reagieren, erklärt Mitterlehner: Immer mehr Kinder müssten zwischen Vater, Mutter, Großeltern und Schule oder Lehrstelle pendeln.

 

 

"Wiener Zeitung" Nr. 146 vom 28.07.2012                     Seite: 25

Ressort: Wirtschaft

 

Wiener Zeitung

 

Ruf nach mehr Qualität in der Lehrausbildung wird wieder laut.

 

Jeder 5. Lehrling patzt im Finale

 

   Durchfallquote bei Lehrabschlussprüfung steigt – Gewerkschaft fordert Kontrolle der Betriebe

 

    Rosa Eder-Kornfeld und Sophia Freynschlag

 

    Wien. Die Supermarktkette Spar Österreich setzt auf die Jugend. 2700 Lehrlinge sind derzeit bei dem Lebensmittelhändler in Ausbildung, 900 schließen jährlich ihre Lehre ab. Damit möglichst viele die Lehrabschlussprüfung bestehen, gibt es Vorbereitungskurse, in denen etwa die Testsituation simuliert wird. „Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Prüfungskandidaten fällt durch“, sagt Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann.

 

   Die Gesamtsituation in Österreich sieht anders aus: Von den 57.511 Lehrlingen, die 2011 zur Abschlussprüfung angetreten sind, schlossen zwar 6527 mit Auszeichnung ab, 10.071 Lehrlinge fielen jedoch durch. Nur rund 4100 Jugendliche treten jährlich zur Wiederholungsprüfung an – damit bleiben fast 6000 Lehrlinge ohne Abschluss.

 

   Gar nicht erfasst werden jene Jugendlichen, die erst gar nicht bis zur Abschlussprüfung kommen – weil sie nicht antreten oder während der Lehrzeit gekündigt werden oder selbst kündigen. Ohne Abschluss werden diese Arbeitnehmer im Kollektivvertrag niedriger eingestuft und verdienen somit weniger.

 

   Vor allem im Gewerbe und Handwerk, wo jeder dritte Lehrling ausgebildet wird, bestehen viele Jugendliche nicht. Am höchsten ist die Durchfallquote bei Malern und Anstreichern, wo mehr als jeder dritte Lehrling die Abschlussprüfung nicht schafft. „Für viele ist dieser Beruf nicht die erste Wahl. Die persönliche Motivation hängt auch vom sozialen Umfeld ab“, sagt Franz Huemer, Geschäftsführer der Bundesinnung der Maler und Tapezierer. Außerdem absolvieren viele Maler-Lehrlinge eine überbetriebliche Ausbildung. Es gebe aber auch viele motivierte Malerlehrlinge mit Vorbildwirkung, die bei internationalen Lehrlingswettbewerben siegen.

 

   Überdurchschnittlich viele Koch-Lehrlinge schaffen den Abschluss nicht. „Viele Jugendliche sind nicht auf die Prüfung vorbereitet. Es gibt hervorragende Ausbildungsbetriebe, aber in manchen – vor allem Klein- und Mittelbetrieben – üben Lehrlinge über den Großteil der dreijährigen Ausbildung einfachste Tätigkeiten wie Erdäpfelschälen aus“, sagt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Vida. Angesichts des Fachkräftemangels müssten die Betriebe eigentlich daran interessiert sein, Mitarbeiter gut auszubilden, so Kaske.

 

   Eine Überprüfung sowohl bei Lehrlingen als auch bei den Betrieben wird als Möglichkeit zur Verbesserung gesehen. „Wer einmal die Lehrberechtigung erhalten hat, behält diese derzeit unbefristet“, sagt Kaske. Er fordert daher, dass die Betriebe in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel alle fünf Jahre, kontrolliert werden, ob sie noch die Voraussetzungen für die Lehrausbildung erfüllen.

 

   Der Vorarlberger Egon Blum, von 2003 bis 2008 Lehrlingsbeauftragter der Bundesregierung, fordert eine verpflichtende Teilprüfung zur Hälfte der Lehrzeit. Diese wurde Ende 2008 bereits in Österreich eingeführt, aber bald darauf wieder abgeschafft. „Mit einer Qualitätssicherung zur richtigen Zeit würde man erkennen, wo die Schwachstellen liegen. Ohne Qualitätssicherung wird die Glaubwürdigkeit der Lehre sinken“, sagt der Erfinder des „Blum-Bonus“ zur Förderung zusätzlicher Lehrstellen.

 

   „Gefahr für Österreich als Produktionsstandort“

 

   Blum sieht einen Notstand in der derzeitigen Lehrlingsausbildung: Es sei notwendig, den Stellenwert der Lehre aufzuwerten, denn immer mehr Jugendliche entscheiden sich für eine weiterführende Schule anstatt einer Lehre. Verschärft wird der Rückgang der Lehrlingszahlen durch die demografische Entwicklung. „Die österreichische Wirtschaft braucht qualifizierte manuelle Arbeitskräfte, die im Beruf bleiben. Uns werden die Fachkräfte ausgehen, nicht die Akademiker – das gefährdet den Produktionsstandort Österreich“, sagt Blum.

 

   Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner kündigte an, mit einem neuen Lehrlingscoaching werden ab Herbst sowohl die Jugendlichen als auch die Ausbilder in den Betrieben bei Bedarf unterstützt und begleitet.

 

 

"Die Presse" vom 28.07.2012                               Seite: 60

Ressort: Karriere

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Werner Schnabl Tourismusschulen Modul

 

   Mit 1. September übernimmt der Betriebswirt und Wirtschaftspädagoge die Leitung der Tourismus-Ausbildungsstätten der WKW. Er ist selbst Absolvent der Schule und hat nationale und internationale Tourismus-Erfahrung gesammelt. Seit 2009 ist er Direktor der Gewerbefachschule

 

   am Judenplatz, wo er seit 1991 Lehrer ist.

 

 

 

 

Anne-Marie Kalin

SPÖ-Parlamentsklub

Pressestelle

Tel.: 40110-3443

Fax: 40130-3803

 

 

Mittwoch, 25. Juli 2012

Pressespiegel UNTERRICHT 25. Juli 2012

OTS0184 5 II 0333 UAK0002 KI                          Di, 24.Jul 2012

 

Bildung/Universitäten/Politik/Schulen/Kunst/Wissenschaft

 

Rektor Bast: "Wehret den Anfängen!"

 

Utl.: Mit den Argumenten der Unterrichtsministerin gegenüber der PH

      Innsbruck könnten auch die JustizministerIn und der

      Gesundheitsminister Zugriffsrechte auf die Unis fordern. =

 

   Wien (OTS) - Die Unterrichtsministerin kündigt die Umwandlung der Pädagogischen Hochschulen zu Pädagogischen Universitäten an und entlässt wenig später einen von ihr designierten Rektor. Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern um das Grundverständnis über den Umgang des demokratischen Staates mit Universitäten.

 

   Ohne Zweifel ist die LehrerInnenbildung von zentraler Bedeutung für den Staat. Ebenso wie zB die akademische Bildung von RichterInnen, Staatsanwältinnen oder ÄrztInnen. Wenn aber das Schule macht, was die Unterrichtsministerin unter Hinweis auf

ihre "Konzernverantwortung" an der Pädagogischen Hochschule Innsbruck praktiziert hat, dann könnten mit dem gleichen Recht demnächst die Justizministerin das Ernennungs- und Abberufungsrecht für die Dekane der juridischen Fakultäten und der Gesundheitsminister für die Rektoren der Medizinischen Universitäten fordern. "Wehret den Anfängen!" kann man da nur so laut und deutlich wie möglich sagen.

 

   Die Unterrichtsministerin wird sich entscheiden müssen, was ihr wichtiger ist: der direkte Zugriff auf das Personal der Lehrerbildungsinstitutionen oder das Anheben der LehrerInnenbildung für die Primarstufe und die Neue Mittelschule auf das (international übliche) universitäre Niveau. Die von der Bildungsministerin angestrebte gemeinsame LehrerInnenbildung für alle Schulformen, kann jedenfalls nur eine auf universitärem Niveau sein. Alles andere wäre eine nicht akzeptable Verschlechterung gegenüber dem status quo. Konkret heißt das: Solange es Pädagogische Hochschulen gibt, die die wissenschaftlichen und organisatorischen Standards einer Universität nicht erfüllen, kann eine gemeinsame LehrerInnenbildung nur durch eine Ausweitung der Zuständigkeit der bestehenden Universitäten (zumindest auf die LehrerInnenbildung für die Neue Mitelschule) erreicht werden. Punktuelle Kooperationen mit Pädagogischen Hochschulen zur Ergänzung des Lehrangebotes wären dabei möglich. Sollten die Pädagogischen Hochschulen aber tatsächlich zu echten Universitäten mit allen wissenschaftlichen und organisatorischen Standards autonomer Universitäten (zB mit bestimmten pädagogischen oder fachdisziplinären Schwerpunkten) umgewandelt werde, dann - und nur dann! - könnte man interuniversitäre Studienangebote zweier oder mehrerer gleichrangiger Universitäten einrichten.

 

Rückfragehinweis:

   Mag. Anja Seipenbusch Hufschmied

   Presse und Kommunikation

   Universität für angewandte Kunst Wien

   T: +43 71133 2160

   www.dieangewandte.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/947/aom

 

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OTS0184    2012-07-24/17:59

 


 

OTS0059 5 II 0283 NHO0001                             Mi, 25.Jul 2012

 

Innenpolitik/Bildung/Demokratie/PädagogInnen/PH/Universitäten

 

ÖH zu PädagogInnenbildung: Grabenkämpfe bringen uns keinen Schritt weiter

 

Utl.: es braucht Demokratisierung der Hochschulen =

 

   Wien (OTS) - Die derzeitige Diskussion um die Bestellung von Elmar Märk zum Rektor der Tiroler PH hat auch das Thema der PädagogInnenbildung wieder ins Zentrum der Debatte gerückt. Die Institutionenfrage, also wo PädagogInnen ausgebildet werden sollen, steht nun wieder im Raum. "Anstatt sich hier Grabenkämpfe zu liefern, sollte allen Zuständigen bewusst werden, dass eigentlich StellvertreterInnendiskussion geführt werden, die am eigentlichen Thema vorbeigehen. Es macht keinen Sinn, an der Zersplitterung der Hochschullandschaft festzuhalten - die ÖH hat spätestens mit Forum Hochschule ein Konzept vorgelegt, das zeigt: ein Sektor, der demokratisch aufgebaut ist, ist genug", so Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam.

 

"Die derzeitige Debatte um das Mitspracherecht bei den Postenbestellungen zeigt, dass es einen dringenden Bedarf an mehr Demokratie gibt, der seit Jahren unter den Tisch gekehrt wird. Pädagogische Hochschulen - sowie auch Unis und Fachhochschulen - müssen demokratisch konstituiert sein und aus gleichberechtigt besetzten, transparenten Gremien bestehen, was aktuell bei keinem der drei Sektoren der Fall ist. Nur auf dieser Basis können Entscheidungen getroffen werden und der derzeit viel zitierte Begriff der Autonomie diskutiert werden", erklärt Peter Grabuschnig vom ÖH Vorsitzteam.

 

"Auch zur PädagogInnenbildung an sich ist zu sagen, dass viel mehr um grundlegende Punkte diskutiert werden sollte. Wir haben mit unserem Modell, das im Juni präsentiert wurde, u.a. darauf hingewiesen, dass es unbedingt eine fünfjährige, tertiäre Ausbildung für alle PädagogInnen braucht", so Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam. "Das Modell dazu liegt am Tisch - wo bleibt die Diskussion?"

 

Forum Hochschule und das Modell zur PädagogInnenbildung finden sich unter diesen Links: http://www.oeh.ac.at/#/studierenleben/forum-hochschule/ http://www.oeh.ac.at/#/informationnews/presse/pressematerial/

 

Rückfragehinweis:

   Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)

   Sara Scheiflinger, Pressesprecherin

   Tel.: 0676 888 52 211

   mailto:sara.scheiflinger@oeh.ac.at; http://www.oeh.ac.at

 

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OTS0059    2012-07-25/11:14

 


 

APA0266 5 II 0500 XI                                  Mi, 25.Jul 2012

 

Schulen/Lehrer/Hochschulen/Tirol/Vorarlberg

 

PH-Rektoren: Kollegen wollen Personalentscheidung nicht kommentieren

 

Utl.: Rektorenchef: Haben durchaus Autonomierahmen in Diskussion -

      Hackl: Keine langen Diskussionen über einzelne Personen =

 

   Wien (APA) - Keinen Kommentar zur von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) wieder abgeblasenen Bestellung von Elmar Märk zum Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol wollen der Vorsitzende der PH-Rektorenkonferenz, Ivo Brunner (PH Vorarlberg), und seine Stellvertreterin Dagmar Hackl (PH Wien) abgeben. Die Rektorenkonferenz habe sich in Personalentscheidungen nie eingemischt, so Brunner zur APA. "Das ist eine Angelegenheit der Hochschulräte und der einzelnen Standorte." Konkret müssten Schmied und Märk bzw. der Hochschulrat und Schmied diese Angelegenheit lösen.

 

   Schmied hatte die Bestellung des von ihr designierten Rektors Märk noch vor seinem Amtsantritt am 1. Oktober wieder abgeblasen, weil er sich in einem APA-Interview für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte. Ihre Entscheidung begründete sie mit einem "massiv gestörten Vertrauensverhältnis" zu Märk, der im Bewerbungsgespräch mit ihr noch eine andere Meinung vertreten habe.

 

   Er kenne die Facetten und Feinheiten dieses Gesprächs nicht, betonte Brunner. Daher könne er dies auch nicht kommentieren. Generell habe er aber den Eindruck, dass die PH durchaus einen Autonomierahmen hätten, was die Gestaltung ihrer Zukunft betreffe. "Wir haben einen sehr breiten Raum für diese Diskussion und eine gute Kooperation mit dem Ministerium und dem (für die Umsetzung der Lehrerausbildungs-Reform zuständigen, Anm.) Entwicklungsrat."

 

   Für die PH Vorarlberg sei die Diskussion in Tirol "doppelt interessant, weil wir mit den Tirolern eng zusammenarbeiten", so Brunner. Langfristig - derzeitiges Ziel ist 2020 - soll in Vorarlberg die PH zu einer selbstständigen Pädagogischen Universität entwickelt werden. Ziel müsse es sein, die Qualität der PH anzuheben und auf Masterniveau bzw. gutes universitäres Niveau zu bringen. "Da brauchen wir noch, bis wir auf Augenhöhe mit den Unis sind."

 

   Auch die Alternative einer "School of Education", bei der die Unis die Lehrerbildung mit einer gewissen Personal- und Budgethoheit herauslösen und die bisherigen Leistungen der PH dazuorganisiert werden, gefällt Brunner gut. Bei beiden Varianten müsse es immer eine enge Kooperation mit den Unis geben: "Das ist immer ein Give and Take der beiden."

 

   Die scheidende PH-Wien-Rektorin Hackl betonte, dass es ihr nicht zustehe, Personalentscheidungen auf rechtlicher Ebene zu kritisieren. Die ebenfalls kritisierte Schmied-Entscheidung für Ruth Petz als ihre Nachfolgerin geht für sie im Sinne eines Generationswechsel aber aus jetziger Sicht in Ordnung. "Man soll die neuen Teams jetzt einmal arbeiten lassen. Der Sache ist nicht gedient, wenn man jetzt lang und breit Personaldiskussionen führt." Dem Thema Lehrerbildung bleibt Hackl erhalten - sie kehrt nach dem Ende ihrer Amtszeit im Herbst ins Unterrichtsministerium zurück.

 

   Weniger Zurückhaltung zeigte der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, in einer Aussendung. "Wenn das Schule macht, was die Unterrichtsministerin unter Hinweis auf ihre 'Konzernverantwortung' an der Pädagogischen Hochschule Innsbruck praktiziert hat, dann könnten mit dem gleichen Recht demnächst die Justizministerin das Ernennungs- und Abberufungsrecht für die Dekane der juridischen Fakultäten und der Gesundheitsminister für die Rektoren der Medizinischen Universitäten fordern." Hier könne man "nur so laut und deutlich wie möglich sagen": "Wehret den Anfängen!"

(Schluss) aku/hac

 

APA0266    2012-07-25/12:15

 


 

"Wiener Zeitung" Nr. 143 vom 25.07.2012                      Seite: 9

Ressort: Österreich

 

Wiener Zeitung

 

Arbeitsgruppen zur Lehrerausbildung sind nach Märk-Abberufung geschockt.

 

Experten fühlen sich vor den Kopf gestoßen

 

    Bettina Figl

 

    Wien. Ratlos, geschockt und traurig: Mit diesen Worten beschreibt eine Insiderin die derzeitige Stimmung in den Arbeitsgruppen zur neuen Lehrerausbildung nach der Abberufung von Elmar Märk. Der designierte Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol war vergangene Woche von Unterrichtsministerin Claudia Schmied noch vor seinem Amtsantritt abberufen worden, da er sich für die langfristige Inte gration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte.

 

   Schmied begründete ihre Entscheidung am Dienstag in einer Pressekonferenz folgendermaßen: Märks öffentliche Stellungnahme habe jener Haltung widersprochen, die er im Bewerbungsgespräch dargelegt habe, und habe dadurch das Vertrauensverhältnis „massiv gestört“. Bei Personalentscheidungen sei ihr neben der fachlichen Qualifikation auch die Haltung der Kandidaten zu der Institution wichtig.

 

   Unmut über die Abberufung wurde nicht nur seitens ÖVP und Grünen laut, sondern auch bei den Experten, die derzeit an der „PädagogInnenausbildung Neu“ arbeiten und Empfehlungen aussprechen sollen, wo die Ausbildung der Pflichtschullehrer künftig stattfinden soll. Der 2011 einberufene Entwicklungsrat sollte herausfinden, in welchen Regionen sich welche Kooperationsmodelle für die Lehrerausbildung am besten eignen – PH und Unis, Verbund- oder Kooperationsmodelle. Doch nun fragen sie sich: „Wozu das Ganze?“, berichtet eine Expertin, da die Entscheidung gegen die Unis innerhalb des Unterrichtsministeriums anscheinend längst feststehe.

 

   Ungleichheit an Uni und PH

 

   Doch nicht nur die Experten fühlen sich vor den Kopf gestoßen – an den PHs wachse die Angst davor, etwas Falsches zu sagen, berichtet die Insiderin. Und von der „Begegnung auf gleicher Augenhöhe“ könne keine Rede sein: Die Abberufung würde verdeutlichen, dass die Universitäten und die PHs eben nicht gleichwertig sind: An den autonomen Universitäten hat das Wissenschaftsministerium kein direktes Mitsprache- oder Berufungsrecht, an den PHs werden die Rektoren von der Unterrichtsministerin auf Vorschlag des Hochschulrats bestellt – oder eben abberufen.

 


 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 205 vom 25.07.2012              Seite: 4

Ressort: Tirol1u2

 

Tiroler Tageszeitung

 

Märk sollte freiwillig verzichten

 

   Innsbruck - Der noch vor seinem Amtsantritt von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) abberufene Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT) sollte von sich aus zurücktreten. Das wurde gestern der TT bestätigt. Märk weigerte sich am Freitag, weshalb die Ministerin die Neuausschreibung veranlasst hat. Diese will der Hochschulrat aber nicht vornehmen, die Ministerin erklärte am Dienstag einmal mehr, dass sie die Letztverantwortung für die Entscheidung über die Führungskräfte wahrnehme.

 

   Tirols Landesschulratspräsident Hans Lintner kündigte an, dass der Hochschulrat über die Vorgänge rund um die Abberufung Märks ein Gutachten am Institut für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Innsbruck in Auftrag geben werde. „Schließlich hat nur noch die Ausfertigung seines Dienstvertrags gefehlt, mündlich wurde schon alles vereinbart." Für Lintner geht es aber vor allem um die PHT: „Die jetzigen Diskussionen sind nicht positiv." Notwendige Reformschritte seien vom Rektorat bereits eingeleitet worden.

 

   Rückendeckung erhält die Ministerin hingegen von der Fachgruppe Pädagogische Hochschulen in der Gewerkschaft. Die vorzeitige Abberufung wird als gerechtfertigt bezeichnet. Märk habe mit seinen Aussagen zur Überführung der Pädagogischen Hochschule in den Schoß der Universitäten sein Ziel verfehlt. (pn)

 


 

"Der Standard" vom 25.07.2012                                Seite: 6

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich, Wien

 

„Massiv gestörtes Vertrauen“

 

Schmied verteidigt PH-Rektor-Abberufung in Tirol

 

   Wien - Als Verfechterin einer „Kultur der Begründbarkeit“ begründete Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Dienstag den von ihr beschlossenen Rauswurf des von ihr unlängst bestellten neuen Rektors der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol, Elmar Märk, noch vor dessen Amtsantritt im 1. Oktober: „Ein massiv gestörtes Vertrauensverhältnis“ zwischen der Ministerin und „ihrem“ Rektor - die PH sind, anders als die Universitäten, nicht autonom - sei der Grund für die ministeriell stornierte PH-Rektorenbestellung in Innsbruck.

 

   „Es ist ein No-go, was Verantwortung und Leitung betrifft“, sagte Schmied, wenn ein PH-Rektor wie Märk sich in einem APA-Interview für etwas, nämlich langfristig eine Zukunft der Lehrerausbildung an den Universitäten (und nicht an den PH), ausspreche - noch dazu, wo er im persönlichen Bewerbungsgespräch mit ihr noch ganz andere Vorstellungen über die Zukunft der PH geäußert habe.

 

   Für Schmied ist es für jemanden in einer Führungsfunktion „entscheidend, dass er bedingungslos zu dieser Institution steht“. Bei einer Neubesetzung seien ihr die fachliche Qualifikation, aber auch die „Einstellung und Haltung der Führungskräfte zu der Institution, die sie leiten“, wichtig. Der Vertrag mit Märk werde nicht zustande kommen. Bis ein neuer Rektor bestellt sei, führt der amtierende Rektor weiter die Geschäfte. (nim)

 


 

"Kurier" vom 25.07.2012                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Bernhard Gaul und Dominik sinnreich

 

Länder, Morgen

 

Streit um Pädagogische Hochschulen

 

Neue Aufregung um Schmieds Postenvergabe: "Färbt rot ein"

 

Bildungsministerin steht wegen der Besetzung von Spitzenjobs in der Lehrerausbildungunter Beschuss.

 

   Sie besetzt die Rektorate, als wäre sie die Bürgermeisterin in einem Dorf - als ginge es hier um den Direktorsessel in einer Volksschule. Es ist furchtbar, was hier passiert." Walter Strobl sitzt im Hochschulrat der Pädadogischen Hochschule (PH) Wien und ist empört. Im Gespräch mit dem KURIER erhebt er neue Vorwürfe gegen Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ).

 

   Letzte Woche hatten zwei Postenbesetzungen für Furore gesorgt. Elmar Märk, den designierten Rektor der PH Innsbruck, setzte sie ab, weil er öffentlich eine andere Ansicht als die Ministerin zur Zukunft der PH geäußert hatte. Und nachdem Ruth Petz zur neuen Rektorin der PH Wien gekürt wurde, meldete sich eine unterlegene Kandidatin zu Wort: Die vermeintliche Favoritin Ilse Schrittesser, Bildungswissenschaftlerin an der Uni Innsbruck, beklagte, die SPÖ Wien habe sich in die Besetzung eingemischt. Strobl kritisiert aber noch eine andere Entscheidung: Schmied habe bei der Wahl der Vizerektorin der PH Wien den Dreier-Vorschlag des Hochschulrates über den Haufen geworfen - und die Zweitplatzierte gewählt.

 

   Strobl: "Wir hatten Jutta Zemanek erstgereiht, weil sie bereits sechs Jahre als Vizerektorin gute Arbeit gemacht hat. Von der Ministerin wurde sie gelobt, wurde in Arbeitsgruppen und Kommissionen geholt. Außerdem ist sie aus dem berufsbildenden Bereich, was ausgezeichnet zur Ausschreibung des Vizerektorsposten gepasst hat."

 

   Bekommen hat den Posten die Zweitgereihte: Barbara Huemer leitet an der PH das Institut für Fortbildung. "Ich halte sie für qualifiziert", so Strobl. "Nur nicht für diesen Bereich. Mir scheint eine gezielte Aktion gelaufen zu sein - die einzige im Rektorat noch schwarz gefärbte Position wurde rot eingefärbt."

 

   Strobl stört vor allem, dass die Reihung des Hochschulrates von der Ministerin ignoriert wurde. Rechtlich ist der Vorgang gedeckt, die Entscheidung liegt bei Schmied. Aus ihrem Büro hieß es am Dienstag nur: "Dazu gab es keine einheitliche Sichtweise des Hochschulrates. Die von der Ministerin gewählte Kandidatin war im Dreiervorschlag."

 

   Zwist

 

   Bei der Wahl Petz' zur Rektorin der PH Wien verteidigt Strobl Schmied aber: "Wir haben sie auf Platz eins gereiht. Unserer Meinung ist sie am besten dafür geeignet." Sauer stößt ihm aber die Causa Märk auf: Auch in dem Fall ignoriere Schmied die Vorschläge des Hochschulrates: "Wenn es nach ihr geht, braucht sie den Rat offenbar gar nicht." Der Hochschulrat der PH Innsbruck hatte sich am Montag gegen eine Neuausschreibung und für Märk ausgesprochen.

 

   Die Bildungsministerin verteidigte am Dienstag die Abberufung des eben erst von ihr bestellten Rektors der Pädagogischen Hochschule Tirol, Elmar Märk. Grund: Das Vertrauensverhältnis sei "massiv gestört". Denn Märk hatte bei einem Antrittsinterview die Sinnhaftigkeit Pädagogischer Hochschulen angezweifelt - und langfristig die Angliederung der Lehrerausbildung an die Universitäten verlangt. "An der Spitze einer Institution müsse man aber bedingungslos zu dieser stehen", sagte Schmied, "das ist ein No-Go."

 


 

 

Karin Schilling

SPÖ-Parlamentsklub

Pressestelle

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Dienstag, 24. Juli 2012

Halbzeit bei Schulbauprogramm - Rund 930 Mio. verbaut bzw. in Bau - Korrigierte Fassung!

APA0319 5 II 0316 XI             Korr APA0271/24.07   Di, 24.Jul 2012

 

Schulen/Schmied/Bauten

 

Halbzeit bei Schulbauprogramm - Rund 930 Mio. verbaut bzw. in Bau  =

 

   Wien (APA) - In APA0271 muss es im ersten Absatz, erster Satz richtig heißen: "Schulentwicklungsplan (Schep)" (nicht: Schulerweiterungsprogramm (Schep))

 

KORRIGIERTE FASSUNG

 

   Halbzeit bei Schulbauprogramm - Rund 930 Mio. verbaut bzw. in Bau Utl.: Bis 2018 wird jede dritte AHS bzw. BMHS neu gebaut, saniert oder erweitert

 

   Wien (APA) -   Insgesamt 1,7 Milliarden Euro für 270 Projekte sollen laut dem aktuellen Schulentwicklungsplan (Schep) zwischen 2008 und 2018 in den Neubau, die Sanierung und die Erweiterung von vor allem allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) fließen. Mittlerweile sind bereits 550 Mio. Euro verbaut, weitere Projekte im Ausmaß von 380 Mio. Euro befinden sich bereits in Bau, so Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

 

   Bis 2018 wird dann jeder dritte Bundesschulstandort entweder erweitert, saniert oder neu errichtet worden sein, meinte der Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Wolfgang Gleissner. Neue Organisationsformen, neue Lernmethoden und die schrittweise Erweiterung ganztägiger Schulangebote würden sich natürlich auch in der Infrastruktur niederschlagen, so Schmied. Beim Neubau würden primär die Kapazitäten in den BHS wie etwa den HTLs oder den HAKs erweitert, wo starke Schülerzuwächse zu verzeichnen sind. Sanierungen beträfen vor allem die Gebiete Nachhaltigkeit, ökologisches Bauen, Barrierefreiheit und Aspekte des offenen Lernens.

 

   Ein Schwerpunktthema für den Herbst werde die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation der Lehrer durch neue Bürostrukturen, betonte Schmied. Über Pilotprojekte soll dabei auch durch internationale Beispiele in die Zukunft geblickt werden. Viele Pädagogen wie etwa die Chemie- und Physiklehrer hätten bereits Arbeitsplätze - für die anderen müsse etwa das Konferenzzimmer neu gedacht werden. "Konferenzen finden vielleicht vier oder fünf Mal pro Jahr statt." Daher gelte es, auch neue Bürostrukturen zu entwickeln. Beim Thema ganztägiges Schulangebot gehe es um bauliche Infrastruktur wie die Errichtung von Küchen und Freizeiträumen.

 

   Der Löwenanteil des Schep entfällt auf Niederösterreich (358 Millionen Euro), gefolgt von Wien (277 Mio.) und Oberösterreich (262 Mio.).

(Schluss) aku/bei

 

APA0319    2012-07-24/12:50

 


 

OTS0127 5 II 0201 FPK0004 CI                          Di, 24.Jul 2012

 

FPÖ/Hofer/Schmied/Aktionsplan/Behinderte

 

FPÖ-Hofer: Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention ist reine Absichtserklärung  =

 

   Wien (OTS) - "Der heute präsentierte nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention ist eine reine Absichtserklärung ohne Substanz", kritisierte der freiheitliche Behindertensprecher NAbg. Norbert Hofer, das von Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied vorgelegte Papier. "Alleine dass auf matten 100 Seiten 250 Maßnahmen aufgelistet sind zeigt, dass es sich hier nur um eine vage Überschriftensammlung handelt", so Hofer.

 

Auch an der Entstehungsgeschichte des Aktionsplanes übte Hofer Kritik: "Die Einbindung von behinderten Menschen war quasi nicht vorhanden. Abgesehen davon sind die Bundesländer, die in erster Linie für Behindertenpolitik zuständig sind, weitgehend ausgespart worden." In Wahrheit ignoriere die rot-schwarze Bundesregierung die Interessen der Betroffenen und setze ihnen einen Aktionsplan vor, der bis zum Schluss geheim gehalten worden sei, so Hofer.

 

Diese Ignoranz den behinderten Menschen gegenüber zeige sich auch in der Tatsache, dass die SPÖ die einzige Partei neben dem unerheblichen BZÖ sei, in der kein behinderter Abgeordneter sitze, der die Interessen seiner Klientel vertreten könnte, kritisierte Hofer. Daher verwundere es auch nicht, dass die Ziele des Aktionsplanes weder verbindlich noch ausfinanziert seien, fasste Hofer die schwache Vorlage von Ministerin Schmied zusammen.

 

Rückfragehinweis:

 

~

   Freiheitlicher Parlamentsklub

   Tel.: 01/ 40 110 - 7012

   mailto:presse-parlamentsklub@fpoe.at

 

   http://www.fpoe-parlamentsklub.at

   http://www.fpoe.at

~

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4468/aom

 

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OTS0127    2012-07-24/13:14

 


 

APA0413 5 II 0271 XI            Siehe APA0175/24.07   Di, 24.Jul 2012

 

Hochschulen/Universitäten/Lehrer/Schulen/Hintergrund

 

Pädagogische Hochschulen: Weniger Autonomie als Unis BILD

 

Utl.: Rektorsbestellung durch Minister =

 

   Wien (APA) - Die Pädagogischen Hochschulen (PH) sind aus den ehemaligen Pädagogischen Akademien bzw. Instituten hervorgegangen und für die Aus- und Weiterbildung der Pflichtschullehrer zuständig. Wie sich bei der derzeitigen Diskussion um die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) wieder abgeblasene Bestellung von Elmar Märk zum Rektor der Tiroler PH zeigt, kommt ihnen weniger Autonomie als den Universitäten zu. Die jeweiligen PH-Rektoren werden etwa vom jeweiligen Unterrichtsminister auf Vorschlag des Hochschulrats bestellt, während an den Unis der jeweilige Wissenschaftsminister kein direktes Mitsprache- oder Berufungsrecht hat.

 

   Auch auf die Hochschulräte hat der jeweilige Unterrichtsminister bestimmenden Einfluss: Er darf drei der fünf Mitglieder bestellen. Dazu kommen ein von der jeweiligen Landesregierung zu beschickendes Mitglied und der jeweilige amtsführende Landesschulrats-Präsident.

 

   An den PH studieren derzeit die angehenden Lehrer für die Volksschulen, Hauptschulen, Sonderschulen und Polytechnischen Schulen sowie für den berufspädagogischen Bereich, an den Unis die künftigen AHS- und BMHS-Pädagogen. Die allgemeinen Zugangsvoraussetzungen sind für PH und Unis zwar zunächst gleich (Matura bzw. gleichwertiger Abschluss oder Studienberechtigungsprüfung) - wer an einer PH studieren möchte, muss sich allerdings im Unterschied zur Uni-Ausbildung (freier Zugang) einer Eignungsfeststellung unterziehen.

 

   Verschieden sind auch Abschlüsse und Studiendauer: Während die PH-Ausbildung nach dem Bologna-System (Bachelor/Master) funktioniert, bieten die Unis ein Diplomstudium an, das mit dem Magister endet. Die Lehramtsstudenten an der Uni müssen für ihren Magister mindestens neun Semester studieren, die PH-Absolventen schließen nach einer Mindeststudiendauer von sechs Semestern mit dem Titel "Bachelor of Education" ab. Weiterer Unterschied: Lehramtsstudien an den Unis sind kombinationspflichtig. Das heißt, dass für ein Lehramtsstudium mindestens zwei Unterrichtsfächer belegt werden müssen.

(Schluss) aku/bei

 

APA0413    2012-07-24/14:21

 


 

Karin Schilling

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