Dienstag, 30. April 2013

2013.04.30: Unterricht / Schulverwaltungsreform

OTS0195 II, XI 30.04.2013 13:18:13

 

Schulverwaltung: BZÖ-Haubner: "Zwei Trippelschritte Schmieds, aber keine echte Reform"

Utl.: "Schmied nicht bereit, den Parteienproporz abzuschaffen und das Schulwesen in Gesetzgebung und Vollziehung dem Bund zu übertragen"

BZÖ/Haubner/Schule/Schulverwaltung/Schmied/Regierung

"Zwei Trippelschritte Schmieds, aber keine echte Reform". Mit diesen Worten kommentierte heute BZÖ-Bildungssprecherin Abg. Ursula Haubner die magere rot-schwarze Einigung im Bereich der Schulverwaltung. Knapp vor der NR-Wahl kommt wohl erstmals ein wenig Bewegung in die Schulverwaltung, die Reformfreude der Regierung scheint dabei aber enden wollend zu sein", denn die große Reform mit dem Lehrerdienst- und Besoldungsrecht wird sicher nicht kommen. In Summe ist das daher lediglich ein reines Ablenkungsmanöver", so Haubner weiter.

Positiv sieht Haubner den Umstand, dass diese beiden von Schmied nun gemachten Reformschritte BZÖ-Forderungen aus dem "Sieben-Punkte-Programm für eine echte Reform der Schulverwaltung" sind. "Leider ist aber Schmied nicht bereit, den Parteienproporz abzuschaffen und das Schulwesen in Gesetzgebung und Vollziehung dem Bund zu übertragen", kritisierte Haubner.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ


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OTS0158 II 30.04.2013 12:25:25

 

AKS ad Schulverwaltungsreform: Mut und Wille zur großen Verbesserung fehlen

Utl.: AKS begrüßt Reformansätze, weitergehende Schritte sind nun fällig!

Bildung/Schulverwaltungsreform/Reform/Schule/AKS

Die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) begrüßt die Reform in Sachen Schulverwaltung, kritisiert jedoch gleichzeitig die teilweise halbherzigen Ansätze. "Wir fordern eine klare Zentralisierung der Bildungskompetenzen und damit auch die Abschaffung der Landesschulräte und des Stadtschulrats in Wien", erklärt Tatjana Gabrielli, Bundesvorsitzende der AKS.

Auch mit der Reformierung des Beihilfensystems zeigt sich die Schüler_innenorganisation unzufrieden. "Bei den Beihilfen gibt es wesentlich mehr Veränderungsbedarf als vorgesehen. So sind die Beihilfen nach wie vor an den Notendurchschnitt von Schüler_innen gebunden und dürfen erst ab der 10. Schulstufe beantragt werden", kritisiert Gabrielli. Besonders jene Schüler_innen, die sich neben dem Unterricht keine zusätzliche Nachhilfe leisten können, bräuchten oftmals finanzielle Unterstützung. Zudem beginnen finanzielle Probleme nicht erst ab der 10. Schulstufe: Schon jetzt ist der Kostenaufwand ausschlaggebend für die Schulwahl nach der 8. Schulstufe.

"Das Beihilfensystem sollte ganz klar der sozialen Selektion in Österreich entgegenwirken, das tut es aber bei weitem nicht", so Gabrielli. "Wir fordern ein Beihilfensystem, das jenen zugutekommt, die es am meisten brauchen!", schließt die Schüler_innenvertreterin.

Rückfragehinweis:
Tatjana Gabrielli
Bundesvorsitzende der AKS
Tel: 069911408142
Mail: tatjana.gabrielli@aks.at


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APA0196 II, XI 30.04.2013 11:15:02

 

Schulverwaltung: Regierung bringt Reform auf Schiene

Utl.: Abschaffung der Bezirksschulräte, mehr Kontrolle beim Landeslehrereinsatz und mehr "Mitwirkungsmöglichkeiten" für Pflichtschuldirektoren auch bei Lehrerauswahl

Schule/Regierungspolitik/Österreich

Nur wenige Monate vor den Nationalratswahlen und nach Verstreichen mehrerer selbst gesetzter Deadlines hat die Regierung doch noch die seit langem angekündigte Schulverwaltungsreform auf Schiene gebracht und am Dienstag die Gesetzesentwürfe in Begutachtung geschickt (Frist bis 28. Mai). Geplant sind u.a. die Abschaffung der Bezirksschulräte und ein effektiveres, transparenteres Landeslehrer-Controlling. Außerdem sollen die Bundesländer die "Mitwirkungsmöglichkeiten" der Pflichtschuldirektoren stärken können. Diese Maßnahme ist nicht näher definiert, könnte aber u.a. dazu führen, dass Schulleiter ihre Lehrer aussuchen dürfen.

"Ich gehe davon aus, dass es bei gutem Willen noch vor der Nationalratswahl beschlossen werden kann", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (S) zu dem Gesetzespaket nach dem Ministerrat. Vizekanzler Michael Spindelegger (V) freute sich, dass in der Bildungsverwaltung gespart werde und damit mehr Ressourcen für die Ausbildung der jungen Menschen zur Verfügung stünden.

Konkret umfasst die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) mit den Landeshauptleuten Josef Pühringer (Oberösterreich, V) und Hans Niessl (Burgenland, S) ausverhandelte "Verwaltungsreform Bildung" sechs Punkte: Anstelle der 98 Bezirksschulratsbehörden samt der nach Proporz besetzten Kollegien soll es künftig ein regionales Schul- und Qualitätsmanagement mit flexiblen Außenstellen des Landesschulrats vor Ort geben. Durch die Umstellung soll ein Fünftel der derzeit 130 Planstellen bei Bezirksschulinspektoren eingespart werden.

Unter dem Titel Stärkung von Schulstandorten und -leitungen sollen die Bundesländer über ihre Landeslehrerdiensthoheitsgesetze den Schuldirektoren mehr Macht geben und Mitsprache etwa bei der Lehrerauswahl geben können. Außerdem soll es künftig möglich sein, dass ein Direktor verschiedene Schulen bzw. Schultypen gleichzeitig leitet, was angesichts des Mangels an Interessenten für Schulleiterposten vor allem bei Klein- und Kleinstschulen Vereinfachungen brächte.

Änderungen sind auch im Bereich der Landeslehrer (Volks-, Haupt-, Neue Mittel-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) vorgesehen: Das Gesetz soll ermöglichen, dass das Land die Dienstrechtsangelegenheiten der Pflichtschullehrer an den Landesschulrat - und damit an den Bund - übertragen kann, wie das in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland bereits der Fall ist. Mit der Reform soll diese Praxis verfassungsrechtlich abgesichert werden. In Kärnten, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg gibt es derzeit noch eigene Schulabteilungen der Landesregierung.

Auch das u.a. vom Rechnungshof (RH) wiederholt als mangelhaft kritisierte Landeslehrer-Controlling soll verbessert werden, allerdings "ohne dass dabei die bestehende Regelung des Finanzausgleichsgesetzes zum Kostenersatz für die Refundierung der zugesagten Planstellen angetastet wird", wie in den Unterlagen des Unterrichtsministeriums betont wird. Bei ihrem Versuch, eine stärkere Kontrolle des Landeslehrer-Einsatzes und im Falle von Überziehung der Stellenpläne höhere Refundierungen durch die Länder durchzusetzen, hatte sich Schmied bereits 2010 eine Abfuhr geholt. Setzen Länder mehr Lehrer als vereinbart ein, schießt der Bund das Gehalt nämlich vor. Die Länder müssen die Kosten dann zwar zurückzahlen, allerdings nicht das tatsächliche Gehalt, sondern das geringere für einen Neueinsteiger mit befristetem Vertrag.

Mehr Transparenz soll die Reform auch bei der Bestellung von Schulleitern, Fach- und Abteilungsvorständen, Schulaufsichtsorganen und Landesschulratsdirektoren bringen. Künftig sollen gereihte Dreiervorschläge beim Unterrichtsministerium landen, das innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung treffen muss.

Mehr Kundenfreundlichkeit und einen leichteren Zugang soll es außerdem künftig bei den Schülerbeihilfen geben. Die Altersgrenze für Schüler- und Heimbeihilfen soll von 30 auf 35 bzw. im Falle von Kinderbetreuung und/oder Kindererziehung auf 40 Jahre angehoben und der Antrag elektronisch automatisiert und damit schneller werden.

(schluss) jle;ham;aku;pm

 

 

Mittagsjournal, 30.4.2013

Andreas Jölli

 

Schulverwaltung wird schlanker

Die SPÖ-ÖVP-Koalition will ein halbes Jahr vor der Nationalratswahl offenbar Arbeitseifer demonstrieren: Die schon lange angekündigte Schulverwaltungsreform wurde - nach etlichen Verschiebungen - heute im Ministerrat akkordiert und in Begutachtung geschickt.

Beschluss vor der Wahl?

Geplant sind unter anderem die Abschaffung der Bezirksschulräte und ein effektiveres, transparenteres Landeslehrer-Controlling. Außerdem sollen die Bundesländer die "Mitwirkungsmöglichkeiten" der Pflichtschuldirektoren stärken können. Diese Maßnahme ist nicht näher definiert, könnte aber dazu führen, dass Schulleiter ihre Lehrer aussuchen dürfen.

"Ich gehe davon aus, dass es bei gutem Willen noch vor der Nationalratswahl beschlossen werden kann", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zu dem Gesetzespaket nach dem Ministerrat. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) freute sich, dass in der Bildungsverwaltung gespart werde und damit mehr Ressourcen für die Ausbildung der jungen Menschen zur Verfügung stünden.

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
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2013.04.30: Unterricht / Schulverwaltungsreform

 

OTS0105 II, CI 30.04.2013 10:54:08

 

Schulverwaltungsreform geht in Begutachtung

Utl.: Ministerinnen Mikl-Leitner und Schmied sowie Landeshauptleute Pühringer und Niessl legen 6 Punkte Programm zur Reform der Schulverwaltung vor.

Bildung/Schulverwaltung/Mikl-Leitner/Schmied/Pühringer/Niessl

Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner und Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied haben gemäß Regierungsprogramm gemeinsam mit den Landeshauptleuten Dr. Josef Pühringer und Hans Niessl eine Reihe von Projekten der Schulverwaltungsreform erarbeitet, deren wesentliche Ziele Verwaltungsvereinfachungen, Effizienzsteigerungen und die Einsparung einer Behördenebene sind.

Nach einem einstimmigen Beschluss der Landeshauptleutekonferenz am 24. Oktober 2012, die einen Bericht dieser Verhandlungsgruppe zustimmend zur Kenntnis genommen hat, nahm der Ministerrat bei der Regierungsklausur am 9. November 2012 in Laxenburg einen entsprechenden Bericht ebenfalls zustimmend zur Kenntnis.

Nun liegen die entsprechenden Gesetzesentwürfe zur Begutachtung vor - eine Beschlussfassung durch den Nationalrat und den Bundesrat ist damit noch in dieser Legislaturperiode möglich. Die gesetzlichen Regelungen sehen höhere Qualitätsstandards durch regionales Qualitäts und Schulmanagement, Bürokratieabbau durch den Wegfall von 98 Bundesbehörden (Bezirksschulratsbehörden und Bezirksschulratskollegien) und mehr Transparenz bei der SchulleiterInnenbestellung vor.

Die Eckpunkte der Schulverwaltungsreform 2013:

1.Eine Behördenebene wird eingespart:

a.Es wird dem Parlament eine Änderung der Bundesverfassung im Bereich der Bezirksschulräte vorgeschlagen. Bundesweit sollen 98 Bezirksschulratsbehörden inklusive der politisch besetzten Bezirksschulratskollegien wegfallen - stattdessen soll ein regionales Schul- und Qualitätsmanagement kommen.

b.Bundesrechtlich geregelte Zuständigkeiten des Bezirksschulrates gehen in der Folge auf den Landesschulrat über, BezirksschulinspektorInnen werden zu Organen des Landesschulrats, der die Aufgaben verteilt.

c.Auf Bezirksebene fällt damit die Behördeninstanz weg. Im Sinne der Bürgernähe können vor Ort in den jeweiligen Bildungsregionen bedarfsorientiert die Aufgaben eines regionalen Schul- und Qualitätsmanagements durch flexibel gestaltbare Außenstellen des Landesschulrats erledigt werden.

d.Durch diese Reform ist eine Einsparung von 20 Prozent der derzeit 130 Planstellen im Bereich der BezirksschulinspektorInnen vorgesehen.

2.Schulstandorte und Schulleitungen werden gestärkt:

a.Im Pflichtschulbereich ist in Zukunft die schulübergreifende und schultypenübergreifende Leitung mehrerer Schulen möglich. b.Die Bundesländer haben im Pflichtschulbereich die Möglichkeit, über ihre Landeslehrerdiensthoheitsgesetze die Mitwirkungsmöglichkeiten der SchulleiterInnen zu stärken.

3.Vereinfachung der Landeslehrerverwaltung in den Ländern: Es wird dem Parlament eine Änderung der Bundesverfassung im Bereich der Pflichtschullehrerverwaltung vorgeschlagen. Die klarstellende Neuregelung sieht vor, dass in Landesgesetzen vorgesehen werden kann, dass die Aufgaben des Landes bei der Vollziehung des Dienstrechts der LehrerInnen für öffentliche Pflichtschulen von der Schulbehörde des Bundes im jeweiligen Bundesland (Landesschulrat) wahrgenommen werden können, wobei der Landesschulrat dabei den Weisungen der Landesregierung unterliegt.

4.Weiterentwicklung des LandeslehrerInnen-Controllings:

a.Eine Novellierung der bestehenden Controlling-Verordnung soll die Effizienz des LandeslehrerInnen-Controllings heben, ohne dass dabei die bestehende Regelung des Finanzausgleichsgesetzes zum Kostenersatz für die Refundierung der zugesagten Planstellen angetastet wird.

b.Die Landesschulräte bzw. der Stadtschulrat für Wien haben ein Recht auf Abfragemöglichkeit aus der Bildungsdokumentation.

5.Mehr Transparenz bei der SchulleiterInnenbestellung:

a.Die Bestellung von DirektorInnen, Fachvorständen, Abteilungsvorständen, Schulaufsichtsorganen und Landesschulrats- bzw. StadtschulratsdirektorInnen wird transparenter.

b.Es müssen künftig gereihte Dreiervorschläge von den Landesschulräten/Stadtschulrat für Wien an das BMUKK übermittelt werden.

c.Für die Entscheidungen des BMUKK soll eine 3-monatige Frist ab Vorliegen der Entscheidungsgrundlage festgelegt werden. Die Regelung gilt auch bei den Landesschulräten und beim Stadtschulrat für Wien.

6.Vereinfachung beim Schülerbeihilfengesetz:

a.Die Modernisierung und Verwaltungsvereinfachung beim Schülerbeihilfengesetz hat das Ziel, die Kundenfreundlichkeit zu erhöhen und den Zugang zu Schülerbeihilfen zu erleichtern. b.Die Altersgrenzen für den Bezug von Schüler- und Heimbeihilfen werden um fünf Jahre auf 35 Jahre bzw. bei Anrechnung von Erwerbstätigkeit und/oder Kindererziehung auf höchstens 40 Jahre angehoben. c.Das Verfahren wird elektronisch automatisiert und dadurch beschleunigt.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at
mobil: +43-664-96-99-616

Hermann Muhr
Pressesprecher
Bundesministerium für Inneres
Herrengasse 7 - 1014 Wien
Tel +43 1 53126-2017
Fax +43 1 53126-2191
hermann.muhr@bmi.gv.at


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Andrea Steiner
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Sonntag, 28. April 2013

2013.04.27./28.: Unterricht

 

Der Standard – 27./28. April 2013

 

 

"Gute Schule ist guter Unterricht"

Interview | Lisa Nimmervoll

Jörg Dräger, im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung für Bildung zuständig und ehemaliger parteiloser Wissenschaftssenator in Hamburg, über Kellerkinder und Elternangst in der Mittelschicht

STANDARD: Sie haben bei der Verleihung der mittlerweile fünften " iv-Teacher's Awards" der Industriellenvereinigung über den "guten" Pädagogen referiert. Was macht einen "guten" Pädagogen bzw. eine "gute" Pädagogin aus?

Dräger: Bei einem guten Pädagogen lernen die Kinder viel, schnell und nachhaltig. Das klingt erst einmal trivial. Viel schwieriger ist es leider zu sagen, wie man ein guter Pädagoge wird. Denn das Offensichtliche wie die Dauer der Ausbildung oder die Berufserfahrung sagen allein nichts über die Qualität eines Lehrers aus.

STANDARD: In Österreich wurde viel Energie und Geld darauf verwendet, die Klassenschülerhöchstzahl 25 gesetzlich zu verankern. Welchen nachgewiesenen Effekt hat die Klassenschülerzahl?

Dräger: Erstaunlicherweise so gut wie gar keinen. Zumindest in bestimmten Grenzen. Sehr kleine Klassen von beispielsweise unter zwölf Kindern wirken positiv, sehr große von über 36 negativ auf das Lernverhalten und den Lernerfolg der Kinder. Aber dazwischen - ob 27, 25 oder 23 Kinder - sind kleinere Klassen teuer, aber ohne Effekt. Die Lehrerinnen und Lehrer fühlen zwar eine Stressentlastung, der Lernerfolg der Kinder verbessert sich aber trotzdem nicht.

STANDARD: Welche Rahmenbedingungen brauchen denn "gute" Pädagoginnen und Pädagogen?

Dräger: Leider streitet die Politik auf der Suche nach dem richtigen Rahmen meist um das Falsche. Die Frage der Schulstruktur - Gesamtschule, Gymnasium usw. - ist total überbewertet. Ebenso wie die Ausstattung der Klassenräume mit Computern oder eben die Schülerzahl pro Klasse. Was Kindern wirklich hilft, ist zum einen gute frühkindliche Bildung - also ein Kindergarten, in dem genügend qualifizierte Erzieherinnen arbeiten. Zum anderen hilft eine Ganztagsschule, die den Unterricht über den ganzen Tag verteilt mit sich abwechselnden Konzentrations- und Entspannungsphasen. Auch ist eine gute Schulleitung äußerst wichtig.

STANDARD: Sie sprechen von 20 Prozent "Kellerkindern". Was meinen Sie damit, und was muss ein Schulsystem für diese Kinder tun?

Dräger: Der deutsche Bildungsforscher Klaus Klemm hat diesen Ausdruck geprägt. Er meint die Kinder, die mit 15 Jahren noch nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können. Das trifft in Österreich und Deutschland auf jeden fünften Jugendlichen zu. Ich halte das für dramatisch, weil diese Kinder nur sehr wenige Chancen auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe besitzen. Zum Vergleich: In Kanada gilt das nur für zehn, in Korea sogar nur für fünf Prozent der Schüler. Neben frühkindlicher Bildung und Ganztagsschule brauchen wir dringend eine andere Art des Unterrichtens. Keine Sonderprogramme für die Schwachen, sondern eine neue Unterrichtskultur, die mit der Unterschiedlichkeit der Kinder besser umgehen kann. Davon würden alle profitieren, die Starken wie die Schwachen, weil jeder Schüler auf seinem Niveau und in seinem individuellen Lerntempo vorangehen kann.

STANDARD: Österreich und Deutschland verbindet in der Bildungspolitik eine starke Ideologisierung - aufgespannt zwischen den Polen Leistung und Gerechtigkeit, die als Widersprüche angesehen werden. Sind sie das?

Dräger: Ein gutes Bildungssystem ist beides - chancengerecht und leistungsfähig. Diesen Anspruch sollte jedes Land an seine Bildungspolitik stellen. Kanada etwa sagt ganz klar, dass es in der Bildung Leistung und Gerechtigkeit zugleich anstrebt. Die Ergebnisse zeigen, dass es möglich ist: Kanada hat mehr soziale Gerechtigkeit im Bildungssystem, und die Pisa-Ergebnisse sind besser, im Durchschnitt ebenso wie im Spitzenbereich. Bei uns haben Sozialdemokraten und Konservative einen ideologischen Graben ausgehoben, den wir möglichst schnell zuschütten sollten, weil er vom Wesentlichen ablenkt.

STANDARD: Der deutsche Soziologe Heinz Bude konstatiert "Bildungspanik" vor allem bei Eltern in der Mittelschicht, die fürchten, dass ihre Kinder bei zu viel "Vielfalt" verlieren könnten. In Hamburg wurde die geplante sechsjährige Primarschule per Volksentscheid verhindert. Was sagen Sie Eltern, die sagen: lieber in den sicheren Hafen Gymnasium?

Dräger: Gute Schule ist guter Unterricht, und der wird durch gute Lehrer gemacht. Das Problem ist, dass Bildungspolitiker zu oft glauben, durch Strukturveränderung die Qualität der Bildung besser zu machen. Strukturveränderungen wie das in Hamburg diskutierte längere gemeinsame Lernen können eine sinnvolle Konsequenz einer anderen Unterrichtskultur sein, aber niemals der Startpunkt. Die Veränderung der Unterrichtskultur ist ein längerer Prozess. Ich muss Vertrauen gewinnen bei den Eltern und durch Qualität überzeugen. Wenn Eltern sehen, die Lehrer können mit Vielfalt produktiv umgehen, und alle Schüler gewinnen dadurch, dann gibt es auch keine Bildungspanik. Werden nur die Strukturen verändert, dann verstehe ich die Eltern, die sagen: so nicht mit meinen Kindern.

STANDARD: Sie plädieren unter anderem für das Prinzip "Flipping the Classroom". Was bedeutet das?

Dräger: Wissensvermittlung funktioniert in der Schule häufig noch wie vor 100 Jahren: Vorn steht der Lehrer und erklärt etwas, die Schüler hören zu und üben dann zu Hause, jeder für sich. Anschließend geht derselbe Lehrer in die Parallelklasse und erklärt denselben Stoff noch mal. Und das Jahr für Jahr. Im Ergebnis verwendet er 80 Prozent seiner Zeit in der Klasse auf die Wissensvermittlung und 20 Prozent auf die individuelle Betreuung der Schüler. Flipping the Classroom meint, dieses Verhältnis umzudrehen. Mit digitalen Lernmaterialien, Videos, Lernspiele etc. können die Schüler allein das Wissen aufnehmen und anschließend in der Klasse üben, diskutieren, verarbeiten. Und der Lehrer hat 80 Prozent seiner Zeit für individuelle Betreuung frei. Dann würde Schule nicht nur noch Spaß machen, das würde den Kindern auch enorm viel bringen.

STANDARD: Gibt es Beispiele für solche digitalen Lernangebote?

Dräger: Etwa die Khan Academy (www.khanacademy.org), eine kostenlose Internetplattform, auf der unzählige Lernvideos und Aufgaben eingestellt sind. Salman Khan, ein ehemaliger Investmentbanker, hat da angefangen, seiner Cousine über das Internet Mathematik zu erklären. Aus dieser privaten Nachhilfe wurde das größte digitale schulische Bildungsangebot mit inzwischen mehr als 250 Millionen Downloads. Man kann sich Mathematik, Biologie, Geschichte erklären lassen, alles in kleinen Lerneinheiten, und hört nur eine angenehme Stimme, die Erläuterungen werden gezeichnet. Mehr nicht. Wer mehr Zeit braucht, drückt auf Wiederholung, besonders Begabte spulen schneller vor. Digitale Lernangebote entwickeln sich erst gerade so richtig. Wenn man sie klug einsetzt, helfen sie dem Schüler beim Lernen und geben dem Lehrer den Freiraum, sich mehr um den einzelnen Schüler zu kümmern.

Jörg Dräger (45) ist seit 2008 im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, eines von Verleger Reinhard Mohn gegründeten Thinktanks, zuständig für Bildung und leitet das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Davor war der promovierte Physiker sieben Jahre parteiloser Wissenschaftssenator in Hamburg."

 

 

 

Andrea Steiner
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Freitag, 26. April 2013

2013.04.26: Unterricht

OTS0180 II, WI 26.04.2013 12:52:34

 

Foglar: Ohne Bildungsabschluss kein Anschluss

Utl.: ÖGB begrüßt Änderung im Schulpflichtgesetz

Schule/Abschluss/ÖGB/Foglar

Der Nationalrat hat gestern eine Änderung des Schulpflichtgesetzes beschlossen, die eine wichtige Forderung des ÖGB aufgreift. SchülerInnen von Hauptschulen oder Neuen Mittelschulen, die eine oder mehrere Klassen nicht positiv abgeschlossen haben, können die Schulen im 9. und 10. Schuljahr weiter besuchen oder polytechnische Schulen besuchen. Damit wird ihnen ein Schulabschluss ermöglicht, das bloße "Absitzen" der neun Jahre Schulpflicht ohne Abschluss soll so hintan gehalten werden.++++

ÖGB-Präsident Erich Foglar begrüßt die dazu gestern im Nationalrat beschlossene Gesetzesänderung: "Ohne Bildungsabschluss haben junge Menschen kaum Chancen auf weiterführende Bildung oder auf einen guten Einstieg ins Berufsleben. Die beschlossene Änderung ist ein wichtiges Element auf dem Weg zu einem neuen Bildungssystem, das die Kinder optimal fördert."

Der ÖGB hat vor kurzem, gemeinsam mit den anderen Sozialpartner, Bildungsfundamente präsentiert, die das heimische Bildungssystem auf völlig neue Beine stellen sollen. Ein wesentlicher Teil davon ist es, keinen jungen Menschen mehr ohne Bildungs- oder Berufsabschluss aus dem Bildungssystem in die Arbeitswelt zu entlassen. Foglar: "Der gestrige Beschluss ist kurzfristig ein richtiger Schritt, die Sozialpartner haben allerdings eine umfassende Reform der 9. Schulstufe vorgeschlagen, die es mittelfristig umzusetzen gilt, um die Bildungschancen junger Menschen zu erhöhen", sagt Foglar.

Rückfragehinweis:
Nani Kauer ÖGB-Kommunikation 01/534 44-39263


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Donnerstag, 25. April 2013

2013.04.26: Unterricht

 

OÖN – 26. April 2013

 

Lehrerdienstrecht: Skurriler Streit um Verhandlerzahl

WIEN. Berufsschul- und BMHS-Lehrervertreter wollen bei den Dienstrechtsverhandlungen mitreden, Beamtenministerin Heinisch-Hosek blockt ab.

Zur Auseinandersetzung über Inhaltliches kam es bei der vergangenen Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht zwischen Gewerkschaft und Regierung gar nicht. Vielmehr führte am späten Mittwochabend die bloße Zahl der erschienenen Lehrervertreter zum Abbruch der Runde – und zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen.

Fakt ist: Erstmals waren neben Beamtengewerkschafts-Chef Fritz Neugebauer, Chefverhandler Paul Kimberger (Pflichtschullehrer) und AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin auch die Chefs der anderen Teilgewerkschaften (BMHS, Berufsschulen, Landwirtschaftsschulen) erschienen. Inklusive Mitarbeitern standen 15 Lehrervertreter den drei Ministerinnen Claudia Schmied (Bildung), Gabriele Heinisch-Hosek (Beamte, beide SP), Maria Fekter (Finanzen, VP) und deren Teams gegenüber. Die Gewerkschaft beteuert, den gemeinsamen Auftritt angekündigt zu haben, von Regierungsseite heißt es, es sei eine „kleine Runde" vereinbart gewesen.

Wie auch immer: Die Stimmung war „frostig", beschreibt Albert Arzt von den Berufsschulen, Heinisch-Hosek habe gebeten, „dass die nicht Geladenen den Raum verlassen". Schließlich wurde die Runde abgebrochen, weshalb sich auch Kimberger „sehr enttäuscht" zeigte. „Es geht hier nicht um Befindlichkeit, sondern um Verlässlichkeit", so Heinisch-Hosek.

Arzt und BMHS-Lehrervertreter Jürgen Rainer beharren weiter auf einem Platz am Verhandlungstisch: Die Anliegen der von ihnen vertretenen Lehrer seien bisher nicht ausreichend berücksichtigt worden. So sei etwa das Gehaltsschema vor allem für Fachlehrer, die an ihren Schultypen vorwiegend Quereinsteiger seien, nicht attraktiv. Rainer sorgt sich aber auch um die Zahl der Lehrerarbeitsplätze: Durch die Erhöhung der Unterrichtszeit könnte „bis zu einem Viertel" verloren gehen, sagt Rainer, der 23.000 Lehrer vertritt.

Der nächste Verhandlungsversuch startet am 8. Mai. Die Lehrervertreter wollen wieder gemeinsam kommen. Auf Regierungsseite heißt es: „Es wird jedenfalls Verhandlungen in kleiner Runde geben." Fortsetzung des Geplänkels folgt also.

 

 

Österreich – 26. April 2013

 

 

Eltern müssen zahlen 

440 € Strafe für Schul-Schwänzer

Neue Regelung gilt ab 1. September - Regierung verdoppelt das Bußgeld. 

Das Maßnahmenpaket gegen Schulschwänzer ist nun fix, wurde im Parlament beschlossen. Rechtzeitig zum kommenden Schuljahr wird es am 1. September in Kraft treten.

Erstmals ist auch klar festgelegt worden, wann eine massive Schulpflichtverletzung zu ahnden ist. Ebenso wurde ein fünfteiliger Stufenplan zur Einbindung von Lehrern, Beratern, Schulaufsicht und Jugendhilfe ausgearbeitet.

Wer 5 Tage unentschuldigt fehlt, wird nun überprüft

Der Stufenplan sieht Folgendes vor:

  • Erstmals Alarm geschlagen wird, wenn ein Schüler unentschuldigt fünf Tage oder 30 Stunden pro Semester fehlt. Das geschieht auch, wenn das Kind an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt. In diesem Fall muss ein Gespräch zwischen Schüler, Eltern und Lehrer stattfinden.
  • Nützt dies nichts, werden Schulleitung, Berater und Schulpsychologen hinzugezogen.
  • Wird weiter geschwänzt, ist es zwingend, dass die Schulaufsicht die Eltern über die möglichen Folgen aufklärt.
  • Ab Stufe vier wird wegen „Verdachts auf Kindeswohlgefährdung" die Jugendhilfe eingeschaltet.
  • Kommt es abermals zu unentschuldigten Fehlstunden, droht die 440-Euro-Geld-Strafe.

Ziel dieser Maßnahmen ist, „Hilfe, Motivation und Bekämpfung der Ursachen des Schulschwänzens", sagt SP-Unterrichtsministerin Claudia Schmied. VP-Staatssekretär Sebastian Kurz will damit Eltern dazu zwingen, sich besser um Kinder zu kümmern: „Zukunftsraub muss verhindert werden", sagt er.

Das Maßnahmenpaket gegen Schulschwänzer ist nun fix, wurde im Parlament beschlossen. Rechtzeitig zum kommenden Schuljahr wird es am 1. September in Kraft treten.

Erstmals ist auch klar festgelegt worden, wann eine massive Schulpflichtverletzung zu ahnden ist. Ebenso wurde ein fünfteiliger Stufenplan zur Einbindung von Lehrern, Beratern, Schulaufsicht und Jugendhilfe ausgearbeitet.

Wer 5 Tage unentschuldigt fehlt, wird nun überprüft

Der Stufenplan sieht Folgendes vor:

  • Erstmals Alarm geschlagen wird, wenn ein Schüler unentschuldigt fünf Tage oder 30 Stunden pro Semester fehlt. Das geschieht auch, wenn das Kind an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt. In diesem Fall muss ein Gespräch zwischen Schüler, Eltern und Lehrer stattfinden.
  • Nützt dies nichts, werden Schulleitung, Berater und Schulpsychologen hinzugezogen.
  • Wird weiter geschwänzt, ist es zwingend, dass die Schulaufsicht die Eltern über die möglichen Folgen aufklärt.
  • Ab Stufe vier wird wegen „Verdachts auf Kindeswohlgefährdung" die Jugendhilfe eingeschaltet.
  • Kommt es abermals zu unentschuldigten Fehlstunden, droht die 440-Euro-Geld-Strafe.

Ziel dieser Maßnahmen ist, „Hilfe, Motivation und Bekämpfung der Ursachen des Schulschwänzens", sagt SP-Unterrichtsministerin Claudia Schmied. VP-Staatssekretär Sebastian Kurz will damit Eltern dazu zwingen, sich besser um Kinder zu kümmern: „Zukunftsraub muss verhindert werden", sagt er.

5 Stufen bis zur Geldstrafe
Plan. So werden Schulschwänzer bestraft.

  • Stufe 1: Wer unentschuldigt 5 Tage oder 30 Stunden pro Semester oder an 3 aufeinanderfolgenden Tagen fehlt, begeht Schulpflichtverletzung. Gespräch mit Schüler, Eltern, Lehrer ist verpflichtend.
  • Stufe 2–4: Wird weiter geschwänzt, müssen Direktion und Schulpsychologen, Jugendamt eingeschaltet werden.
  • Stufe 5: Nützt das nichts, drohen bis zu 440 Euro Strafe.

 

"Österreich" vom 26.04.2013                                   Seite 4

Ressort: Thema

 

Oberösterreich

 

Zu viele Verhandler -Heinisch warf alle raus

 

Nach Eklat: Lehrer-Dienstrecht vor Aus

 

Nachdem die Beamtenministerin die Gewerkschafter aus dem Verhandlungssaal warf, stehen die Zeichen auf Sturm.

 

Wien. Wie ÖSTERREICH berichtete, endeten die Dienstrechtsverhandlungen Mittwochabend im Eklat. Dass die Lehrer mit einer 16-köpfigen Delegation samt Beamtenchef Fritz Neugebauer auftauchten, war Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zu viel: Sie wolle "so nicht mehr weiter verhandeln", es sei eine kleine Runde angesetzt gewesen, brach sie ab.

 

Die Folge: Nachdem drei Ministerinnen und die Lehrer-Spitze angetreten waren, gingen alle ohne Ergebnis nach Hause. Das Lehrer-Dienstrecht mit höheren Gehältern für Junglehrer steht damit de facto vor dem Aus.

 

In ÖSTERREICH zeigte sich Lehrer-Verhandler Paul Kimberger empört: Heinisch-Hosek gehe es nur um ihre "Befindlichkeiten". Die Zeit werde knapp. Kimberger: "Das Zeitfenster geht zu."

 

Konter Heinischs: "Es geht nicht um Befindlichkeit, es geht um Verlässlichkeit. Alles andere kommentiere ich nicht. Die Gewerkschaft weiß Bescheid." Fortsetzung des Pokers Anfang Mai. Dabei wollte man schon Ende April fertig sein. G. Schröder

 

 

"Österreich" vom 26.04.2013                                   Seite 4

Ressort: Thema

 

Kärnten, Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg

 

Lehrer-Verhandler Kimberger ist erbost

 

»Fenster geht zu«

 

ÖSTERREICH: Wie lief der Abbruch der Verhandlungen?

 

Paul Kimberger: Also mir ist so etwas noch nicht passiert. Ministerin Heinisch-Hosek hat einfach gesagt, so verhandelt sie nicht weiter.

 

ÖSTERREICH: Weil Ihre Delegation zu groß war?

 

Kimberger: Das hatte ich der Ministerin angekündigt. Es waren die Obleute der Lehrergewerkschaften und deren Stellvertreter dabei -wie es üblich ist.

 

ÖSTERREICH: Ist das Dienstrecht jetzt in Gefahr?

 

Kimberger: Es ist befremdlich, wenn aufgrund persönlicher Befindlichkeiten die Chancen auf eine gute Einigung kleiner geworden sind.

 

ÖSTERREICH: Die Zeit wird also knapp.

 

Kimberger: Das Zeitfenster geht schön langsam zu. Eigentlich wollten wir bis Ende April fertig sein. Jetzt ist der nächste Termin erst im Mai. (gü)

 

 

 

Heute – 26. April 2013

 

Bis zu 440 Euro Strafe

Nationalrat segnet Schulschwänzer-Paket ab

Der Nationalrat hat am Donnerstagabend ein neues Paket gegen das Schuleschwänzen verabschiedet. Für den Umgang mit Schulpflichtverletzungen gibt es nun einen fünfstufigen Plan zur Einbindung von Lehrern, Beratern, Schulaufsicht und Jugendhilfe. Nutzen all diese Schritte nichts, müssen Eltern Verwaltungsstrafen bis zu 440 Euro und damit doppelt so viel wie bisher bezahlen. Die Opposition lehnte das Modell als zu kompliziert ab.

Künftig liegt dann eine Schulpflichtverletzung vor, wenn ein Schüler fünf Tage bzw. 30 Stunden pro Semester oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Der fünfteilige Stufenplan sieht in diesem Fall zunächst ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schüler, Eltern und Lehrer vor, bei dem weitere Schritte zur Verbesserung der Situation vereinbart werden.

Nutzt dies nichts, werden Schulleitung und schulinterne Berater (Schulpsychologen etc.) bzw. in weiterer Folge die Schulaufsicht hinzugezogen. Auf Stufe vier wird bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung die Jugendhilfe eingeschaltet - bleibt all das ohne Ergebnisse, drohen Verwaltungsstrafen bis 440 Euro. Gelten soll die Regelung schon ab dem kommenden Schuljahr.

Ebenfalls verabschiedet, und zwar einstimmig, wurde eine neue Ausnahmeregelung, mit der Jugendliche weiterhin die Polytechnische Schule besuchen können, auch wenn sie die neun Jahre Schulpflicht schon hinter sich gebracht haben.

 

 

– 26. April 2013

 

Schulschwänzerpaket im Nationalrat beschlossen

Der Nationalrat hat gestern Abend ein neues Paket gegen das Schulschwänzen verabschiedet. Für den Umgang mit Schulpflichtverletzungen gibt es nun einen fünfstufigen Plan zur Einbindung von Lehrern, Beratern, Schulaufsicht und Jugendhilfe. Nutzen all diese Schritte nichts, müssen Eltern Verwaltungsstrafen bis zu 440 Euro und damit doppelt so viel wie bisher bezahlen. Die Opposition lehnte das Modell als zu kompliziert ab.

Künftig liegt dann eine Schulpflichtverletzung vor, wenn ein Schüler fünf Tage bzw. 30 Stunden pro Semester oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Der fünfteilige Stufenplan sieht in diesem Fall zunächst ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schülern, Eltern und Lehrer vor, bei dem weitere Schritte zur Verbesserung der Situation vereinbart werden.

Nutzt das nichts, werden Schulleitung und schulinterne Berater (Schulpsychologen etc.) bzw. in weiterer Folge die Schulaufsicht hinzugezogen. Auf Stufe vier wird bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung die Jugendhilfe eingeschaltet - bleibt all das ohne Ergebnisse, drohen Verwaltungsstrafen bis 440 Euro. Gelten soll die Regelung schon ab dem kommenden Schuljahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Mittwoch, 24. April 2013

2013.04.25: Unterricht

 

Die Presse – 25. April 2013

 

Tägliches Turnen wird Pflicht an Ganztagsschulen

Der erste Schritt in Richtung täglicher Turnstunde ist gesetzt. Unterrichtsministerin Claudia Schmied legt ein Zehn-Punkte-Programm für den Ausbau des Sportunterrichts vor.

Wien/J.n. Der große Durchbruch ist zwar (noch) nicht gelungen, der erste Schritt in Richtung täglicher Turnstunde aber gesetzt. Denn ab sofort soll es sowohl an Ganztagsschulen als auch an allen Schulen, die Nachmittagsbetreuung anbieten, eine tägliche Sporteinheit geben. Dazu sollen die Schulen durch einen Erlass des Unterrichtsministeriums verpflichtet werden.

Diese Neuregelung ist Teil des Zehn-Punkte-Programms, das Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Mittwoch vorgelegt hat. Das Konzept sieht aber nicht nur bei den Ganztagsschulen Veränderungen vor. So soll per Erlass festgelegt werden, dass der längere Entfall von Turnstunden generell nur „im äußersten Notfall“ und mit einer entsprechenden Begründung gerechtfertigt ist. Außerdem sollen Turnstunden nicht mehr über mehrere Wochen geblockt werden können. Derartige Blockungen hat es bisher etwa dann gegeben, wenn Lehrer anstatt einzelner Turnstunden einen ganztägigen Sporttag machen wollten.

Eigene Arbeitsgruppe eingesetzt

Durch das Programm wurde außerdem ein neues Mindestmaß an Turnstunden in Neuen Mittelschulen festgelegt. Die Mindestzahl lag bisher bei zehn Wochenstunden in vier Jahren und soll auf 13 ausgeweitet werden.

Außerdem plant das Ministerium eine Info-Offensive rund um das Thema Sport an Schulen und will künftig mehr Bewegungscoaches einsetzen. Was die neue Lehrerbildung betrifft, soll bei der Erarbeitung der Curricula ein eigenes Fächerbündel entwickelt werden, das die Gesundheitsförderung in den Vordergrund stellt.

Um weitere Schritte in Richtung täglicher Turnstunde soll sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Unterrichts-, Sport-, Gesundheitsministerium und Bundessportorganisation kümmern.

 

 

Die Presse – 25. April 2013

 

Lehrerdienstrecht: Gespräch dauerte nur eine Stunde

Beamtenministerin Heinisch-Hosek soll bei einer kurzfristig angesetzten Verhandlungsrunde über die Größe der Gruppe der Lehrervertreter verärgert gewesen sein.

Eine kurzfristig angesetzte Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht zwischen Gewerkschaft und den Ministerinnen Claudia Schmied, Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Maria Fekter (ÖVP) am Mittwochabend ist schon nach rund einer Stunde beendet worden. Grund soll der Missmut von Beamtenministerin Heinisch-Hosek über die Größe der Verhandlungsgruppe seitens der Lehrervertreter gewesen sein, wie die Austria Presse Agentur aus Verhandlerkreisen erfahren hat.

Heinisch-Hosek habe erklärt, dass sie in dieser Konstellation nicht zu Gesprächen bereit sei. Von den beteiligten Ministerien gab es keinen inhaltlichen Kommentar. Es wurde allerdings betont, dass bereits ein neuer Verhandlungstermin inklusive Verhandlungsfahrplan vereinbart sei.

Auf Lehrerseite zeigte man sich verwundert: Man habe die Regierungsseite vor dem Gespräch darüber informiert, dass in dieser entscheidenden Phase der Verhandlungen die Vertreter aller fünf Lehrergruppen - insgesamt 15 - sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer mitverhandeln. Bisher wurden die Verhandlungen mit den Ministerinnen im kleinen Kreis geführt, dadurch waren allerdings nur Pflichtschul-und AHS-Lehrer vertreten. Lehrer der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), der Berufsschulen und der landwirtschaftlichen Schulen waren zuletzt nicht am Tisch.

Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger wollte die Vorkommnisse des Abends inhaltlich nicht kommentieren, verwies allerdings ebenfalls auf einen schon vereinbarten neuen Termin mit Heinisch-Hosek, Unterrichtsministerin Schmied und Finanzministerin Fekter. An diesem sollen dann alle fünf Lehrergruppen teilnehmen können, denn man gehe in eine "entscheidende Phase", so Kimberger.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 25.04.2013                             Seite: 14

Ressort: Österreich

 

Steiermark

 

Tägliche Turnstunde an Ganztagsschulen kommt

 

Regierung einigte sich auf Programm. An Neuen Mittelschulen und Hauptschulen werden zudem die Sport-Mindeststunden erhöht.

 

   WIEN. Die Rufe nach einer täglichen Bewegungseinheit an Schulen tragen erste Früchte: An ganztägigen Schulen soll dies ab sofort verpflichtend werden. Das ist Teil eines von den Regierungsparteien vereinbarten Zehn-Punkte-Programms, das Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Mittwoch vorlegte. Per Erlass wird demnach „ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport“ in der Nachmittagsbetreuung und in verschränkten Ganztagsschulen (die keine Trennung in Vormittagsunterricht und Nachmittagsbetreuung vorsehen) garantiert. Alle Schüler werden dabei bei Weitem nicht erfasst: Diese Schulformen besucht derzeit rund ein Fünftel der Kinder bis 14 Jahre.

 

   Zudem soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Neuen Mittelschulen und Hauptschulen von 10 auf 13 Wochenstunden (über vier Jahre gerechnet) erhöht werden. Die Bandbreite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr 10 bis 19, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Immer wieder wurde kritisiert, dass sich viele Schulen am Minimum orientieren würden – obwohl mehr Stunden möglich wären. Einige Direktoren wiederum begründen dies mit zu wenigen oder gar nicht vorhandenen Turnsälen.

 

   Laut Zehn-Punkte-Programm soll die Schulaufsicht stärker darauf achten, ob Turnstunden tatsächlich abgehalten werden. Entfallen oder über mehrere Wochen hinweg geblockt werden dürfen sie demnach „nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung“.

 

   Die Bundessportorganisation (BSO) zeigte sich erfreut: Die Unterschriftenaktion „Tägliche Turnstunde“ habe einen ersten konkreten Erfolg verbuchen können. Die Grünen kritisierten, dass es kein Zusatzbudget für das Programm gibt.

 

 

OÖN – 25. April 2013

 

Tägliches Turnen in ganztägigen Schulen

WIEN. Es kommt Bewegung rein: Die tägliche Turnstunde soll an ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Das kündigte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SP) gestern im Rahmen eines Zehn-Punkte-Programms an.

Per Erlass werde in der schulischen Tagesbetreuung und an Ganztagsschulen „ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert“. Derzeit besucht knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen.

Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen von zehn auf 13 Wochenstunden steigen (auf vier Jahre gerechnet). Die Bandbreite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden in welcher Klasse unterrichtet werden, entscheiden die Schulen innerhalb der Bandbreite.

Weiters ist im Zehn-Punkte-Programm vorgesehen, dass die Schulaufsicht auf die Abhaltung von Turnstunden drängt. Der Entfall soll nur „im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung“ möglich sein. Außerdem sollen mehr Schüler die 117 Hauptschulen und 14 AHS mit Sportschwerpunkt wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, es gibt noch Plätze.

 

 

OÖN – 25. April 2013

 

Tägliche Turnstunde: Vorerst nur in Ganztagsschulen

WIEN. Die tägliche Turnstunde soll in ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Dies kündigte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) im Rahmen eines "Zehn-Punkte-Programms" am Mittwoch an.

Per Erlass werde in der schulischen Tagesbetreuung und verschränkten Ganztagsschulen "ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert". Derzeit besucht knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen. Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen.

Die Bandbereite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, kann innerhalb dieser Bandbreite von den Schulen selbst entschieden werden. Weiters ist in dem Zehn-Punkte-Programm vorgesehen, dass die Schulaufsicht stärker auf die tatsächliche Abhaltung von Turnstunden drängen soll: Per Erlass wird dabei festgelegt, dass "der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist".

Außerdem sollen Schüler vermehrt dazu motiviert werden, die 117 Hauptschulen bzw. NMS und 14 AHS mit Sportschwerpunkt zu wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, wobei es österreichweit noch freie Kapazitäten gibt. An den Pädagogischen Hochschulen (PH) soll es außerdem flächendeckend eine Ausbildung zum "Bewegungscoach" geben. Geprüften Trainern von Sportvereinen werden im Rahmen der Ausbildung zum Freizeitpädagogen ihre Trainerausbildungen möglichst weitestgehend angerechnet.

Schmied will mit dem Programm "im Rahmen der derzeitigen budgetären Möglichkeiten eine rasche qualitative und quantitative Verbesserung für Bewegung und Sport in der Schule sichern". Ihr Ziel, "zunächst die Zahl der Turnstunden mit einem Finanzaufwand von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr auf mindestens vier Stunden pro Woche in der Volksschule und der Sekundarstufe 1 aufzustocken und so den nächsten Schritt zur Umsetzung der täglichen Turnstunde zu tun", werde sie beharrlich weiter verfolgen.

 

 

Österreich – 25. April 2013

 

 

Nach nur einer Stunde 

Lehrerdienstrecht: Verhandlungs-Abbruch

Wegen zu großer Verhandlungsgruppe auf beiden Seiten. Neuer Termin fix.

Eine kurzfristig angesetzte Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht zwischen Gewerkschaft und den Ministerinnen Claudia Schmied, Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Maria Fekter (ÖVP) am Mittwochabend ist schon nach rund einer Stunde beendet worden.

Zu große Verhandlungsgruppe

Grund soll der Missmut von Beamtenministerin Heinisch-Hosek über die Größe der Verhandlungsgruppe seitens der Lehrervertreter gewesen sein. Heinisch-Hosek habe erklärt, dass sie in dieser Konstellation nicht zu Gesprächen bereit sei. Von den beteiligten Ministerien gab es keinen inhaltlichen Kommentar. Es wurde allerdings betont, dass bereits ein neuer Verhandlungstermin inklusive Verhandlungsfahrplan vereinbart sei.

Verwunderung auf Lehrerseite
Auf Lehrerseite zeigte man sich verwundert: Man habe die Regierungsseite vor dem Gespräch darüber informiert, dass in dieser entscheidenden Phase der Verhandlungen die Vertreter aller fünf Lehrergruppen - insgesamt 15 - sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer mitverhandeln.

Bisher wurden die Verhandlungen mit den Ministerinnen im kleinen Kreis geführt, dadurch waren allerdings nur Pflichtschul-und AHS-Lehrer vertreten. Lehrer der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), der Berufsschulen und der landwirtschaftlichen Schulen waren zuletzt nicht am Tisch.

Neuer Termin bereits fixiert
Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger wollte die Vorkommnisse des Abends inhaltlich nicht kommentieren, verwies allerdings ebenfalls auf einen schon vereinbarten neuen Termin mit Heinisch-Hosek, Unterrichtsministerin Schmied und Finanzministerin Fekter. An diesem sollen dann alle fünf Lehrergruppen teilnehmen können, denn man gehe in eine "entscheidende Phase", so Kimberger.

 

Österreich – 25. April 2013

 

An Ganztagsschulen

Tägliche Turnstunde fixiert

Ministerin Schmied stellt "Zehn-Punkte-Programm" für Schulsport vor.

 

Die Tägliche Turnstunde soll an ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Dies kündigte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) in einer Aussendung im Rahmen eines "Zehn-Punkte-Programms" am Mittwoch an. Per Erlass werde in der schulischen Tagesbetreuung und verschränkten Ganztagsschulen "ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert". Derzeit besucht knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen.

Mindeststundenanzahl
Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen. Die Bandbereite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, kann innerhalb dieser Bandbreite von den Schulen selbst entschieden werden.

Zehn-Punkte-Programm
Weiters ist in dem Zehn-Punkte-Programm vorgesehen, dass die Schulaufsicht stärker auf die tatsächliche Abhaltung von Turnstunden drängen soll: Per Erlass wird dabei festgelegt, dass "der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist". Außerdem sollen Schüler vermehrt dazu motiviert werden, die 117 Hauptschulen bzw. NMS und 14 AHS mit Sportschwerpunkt zu wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, wobei es österreichweit noch freie Kapazitäten gibt.

An den Pädagogischen Hochschulen (PH) soll es außerdem flächendeckend eine Ausbildung zum "Bewegungscoach" geben. Geprüften Trainern von Sportvereinen werden im Rahmen der Ausbildung zum Freizeitpädagogen ihre Trainerausbildungen möglichst weitestgehend angerechnet.

Schmied will mit dem Programm "im Rahmen der derzeitigen budgetären Möglichkeiten eine rasche qualitative und quantitative Verbesserung für Bewegung und Sport in der Schule sichern". Ihr Ziel, "zunächst die Zahl der Turnstunden mit einem Finanzaufwand von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr auf mindestens vier Stunden pro Woche in der Volksschule und der Sekundarstufe 1 aufzustocken und so den nächsten Schritt zur Umsetzung der täglichen Turnstunde zu tun", werde sie beharrlich weiter verfolgen.

 

 

Der Standard – 25. April 2013

 

 

Länder springen bei Lehrerposten ein

Mit den Lehrerdienststellen, die der Bund genehmigt, kommen die Bundesländer nicht aus und stopfen die Lücke aus dem eigenen Budget. Nur Wien bleibt dabei: Der Bund sei laut Gesetz zuständig, daher werde man auch künftig nicht für zusätzliche Lehrer aufkommen

Wien - Nicht nur Wien bräuchte mehr Lehrer, als das Unterrichtsministerium genehmigt, auch in anderen Bundesländern kann der Bedarf längst nicht mehr gedeckt werden. Wie vom STANDARD berichtet, klafft laut dem Stellenplan für das Schuljahr 2013/14 in der Bundeshauptstadt eine Lücke von 1148 Planstellen. Oberösterreich muss ein Minus von 140 Stellen ausgleichen, Tirol hat um 100 Dienstposten zu wenig.

Während die Länder die fehlenden Stellen selbst berappen, bleibt man in Wien dabei: Man werde die zusätzlichen Dienstposten auch weiterhin nicht selbst bezahlen. Im Gesetz sei klar geregelt, dass der Bund dafür zuständig ist, hieß es im Wiener Stadtschulrat.

Auch das Burgenland klagt diesbezüglich über den Bund. Immerhin müsse man, sagt SP-Landeshauptmann Hans Niessl, vierzig Planposten, die eigentlich der Bund zu finanzieren hätte, zahlen. Das belaufe sich auf immerhin rund 1,6 Millionen Euro im Jahr.

Bedarf durch Mittelschule

Die flächendeckende Umsetzung der Neuen Mittelschule im Burgenland hat den Bedarf klarerweise erhöht. Niessl gibt sich jedenfalls solidarisch mit Wien: "Ja, wir bringen uns schon für die anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen in Stellung. Es kann ja nicht sein, dass die Länder auf Dauer die Verpflichtungen des Bundes übernehmen."

Auch andere Länder springen ein. Vorarlberg hat für das Schuljahr 2011/2012 acht Millionen Euro für zusätzliche 208 Lehrer lockergemacht, im aktuellen Schuljahr fehlen 250 Dienststellen. Man wolle aber nicht auf eine Einigung mit dem Bund warten, sagt der Leiter der Schulabteilung Andreas Meusburger. "Die Diskussion darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden."

Tirol stellt zusätzlich 100 Lehrer um knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung. Für die zuständige Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) ist mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Ressourcen ein qualitatives Arbeiten in Tirol nicht möglich, wie sie sagt.

Niederösterreich wiederum fördert (neben dem Bund) die Bezahlung von Freizeitpädagogen in den Schulen zur Nachmittagsbetreuung, die von den Gemeinden zu bezahlen sind. Die größte Kluft zwischen Soll- und Ist-Zustand sieht Landesschulratspräsident Hermann Helm aber beim sonderpädagogischen Förderbedarf, den nicht 2,7 Prozent der Schüler hätten (wovon der Bund ausgeht), sondern 4,8 Prozent. Das Land schichtet daher hunderte Lehrerposten um - zulasten der Haupt- und Volksschulen und dortiger Zusatzangebote wie beispielsweise Freifächer.

In Sachen Sprachförderung kritisiert Helm das starre System: Viele Schüler kämen nicht in den Genuss von Sprachförderung, weil zahlreiche Schulstandorte die Anzahl von acht förderbedürftigen Kindern unterschritten. Helm fordert, eine Pro-Schüler-Bezahlung für die Länder einzuführen (pro Schüler rund 5300 Euro). Bildungslandsrätin Barbara Schwarz (VP) wünscht sich diesbezügliche Verhandlungen mit der Unterrichtsministerin. Schwarz beziffert die Zahl der fehlenden Lehrer im Land mit 497.

Steirische Punktlandung

Lediglich in der Steiermark scheint man das schulische Auslangen zu finden. "Wir haben in den letzten Jahren immer eine Punktlandung hingelegt und sind mit dem Kontingent gut durchgekommen", sagt Jörg Schwaiger vom Büro von Bildungslandesrat Michael Schickhofer (SP). Im Gegenteil, es seien sogar einige Posten "übergeblieben". Diese seien für die Leseförderung im Behindertenbereich eingesetzt worden.

Als 2007 aufgrund des Schülerrückgangs 230 Dienstposten weniger vom Bund genehmigt wurden als im Jahr davor, finanzierte aber auch die Steiermark knapp 180 Lehrerstellen selbst.

 

 

Der Standard – 25. April 2013

 

 

Tägliche Turnstunde an ganztägigen Schulen fix

Unterrichtsministerin Claudia Schmied will Turnunterricht reformieren - Lehrpläne werden überarbeitet

Wien - Die Tägliche Turnstunde soll an ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Das kündigte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) in einer Aussendung am Mittwoch an. Per Erlass werde in der schulischen Tagesbetreuung und verschränkten Ganztagsschulen "ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert". Derzeit besuchen knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen.

Mindeststundenanzahl wird erhöht

Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen. Die Bandbereite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, können die Schulen innerhalb dieser Bandbreite selbst entscheiden.

Turnstunden sollen seltener ausfallen

Weiters ist in dem Zehn-Punkte-Programm von Schmied vorgesehen, dass die Schulaufsicht stärker auf die tatsächliche Abhaltung von Turnstunden drängen soll: Per Erlass wird dabei festgelegt, dass "der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist". Außerdem sollen Schüler vermehrt dazu motiviert werden, die 117 Hauptschulen, NMS und 14 AHS mit Sportschwerpunkt zu wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, wobei es österreichweit noch freie Kapazitäten gibt.

Ausbildung zum Bewegungscoach

An den Pädagogischen Hochschulen (PH) soll es außerdem flächendeckend eine Ausbildung zum "Bewegungscoach" geben. Geprüften Trainern von Sportvereinen werden im Rahmen der Ausbildung zum Freizeitpädagogen ihre Trainerausbildungen möglichst weitestgehend angerechnet. Die Lehrpläne sollen zudem inhatlich auf den neuesten Stand der Forschung gebracht werden. Dadurch soll Freude an Bewegung und Sport vermittelt weden.

Schmied will mit dem Programm "im Rahmen der derzeitigen budgetären Möglichkeiten eine rasche qualitative und quantitative Verbesserung für Bewegung und Sport in der Schule sichern". Ihr Ziel, "zunächst die Zahl der Turnstunden mit einem Finanzaufwand von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr auf mindestens vier Stunden pro Woche in der Volksschule und der Sekundarstufe 1 aufzustocken und so den nächsten Schritt zur Umsetzung der täglichen Turnstunde zu tun", werde sie beharrlich weiterverfolgen. Derzeit sind keine zusätzlichen Mittel für die Initative geplant. Sie wird durch Umschichtungen im Budget finanziert. 

Keine Medaille in London

Die Debatte über die tägliche Turnstunde war entstanden, nachdem Österreich bei den Olympischen Sommerspielen in London keine einzige Medaille errungen hatte. Eine Initiative begann daraufhin, Unterschriften für die tägliche Turnstunde zu sammeln. Laut der Homepage der Initiative haben bereits mehr als 150.000 Bürger unterschrieben.

 

 

Krone – 25. April 2013

Tägliche Turnstunde vorerst nur an Ganztagsschulen

Schmied-Erlass

Die tägliche Turnstunde wird Realität - zumindest an Ganztagsschulen: Ab dem kommenden Schuljahr sind diese verpflichtet, sich an einen entsprechenden Erlass von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, der ab sofort gültig ist, zu halten. Dies hat Schmied in einer Aussendung am Mittwoch verlautbart.

Mit dem Erlass werde in der schulischen Tagesbetreuung und den damit verschränkten Ganztagsschulen "ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen garantiert", hieß es.

Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen. Die Bandbereite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, kann innerhalb dieser Bandbreite von den Schulen selbst entschieden werden.

Abhaltung der Turnstunden wird überprüft

Weiters ist in dem Zehn- Punkte- Programm Schmieds vorgesehen, dass die Schulaufsicht stärker auf die tatsächliche Abhaltung von Turnstunden drängen soll: Per Erlass wird dabei festgelegt, dass "der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist". Außerdem sollen Schüler vermehrt dazu motiviert werden, die 117 Hauptschulen bzw. Neuen Mittelschulen und 14 Allgemeinbildenden Höheren Schulen mit Sportschwerpunkt zu wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, wobei es österreichweit noch freie Kapazitäten gibt.

Künftig Ausbildung zum "Bewegungscoach"

An den Pädagogischen Hochschulen soll es außerdem eine flächendeckende Ausbildung zum "Bewegungscoach" geben. Geprüften Trainern von Sportvereinen werden im Rahmen der Ausbildung zum Freizeitpädagogen ihre Trainerausbildungen möglichst weitestgehend angerechnet.

Schmied will mit dem Programm "im Rahmen der derzeitigen budgetären Möglichkeiten eine rasche qualitative und quantitative Verbesserung für Bewegung und Sport in der Schule sichern". Ihr Ziel, "zunächst die Zahl der Turnstunden mit einem Finanzaufwand von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr auf mindestens vier Stunden pro Woche in der Volksschule und der Sekundarstufe 1 (Hauptschulen und Unterstufen an Gymnasien) aufzustocken und so den nächsten Schritt zur Umsetzung der täglichen Turnstunde zu tun", werde sie beharrlich weiter verfolgen.

 

 

Kurier – 25. April 2013

Tägliche Turnstunde fix - für Ganztagsschulen. Die Unterrichtsministerin präsentierte ihr Zehn-Punkte-Programm.

Die Tägliche Turnstunde soll an ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Der Erlass ist Teil eines "Zehn-Punkte-Programms" von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Es soll in der schulischen Tagesbetreuung und verschränkten Ganztagsschulen "ein Minimum von fünf Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert" werden. Derzeit besucht knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen.

Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, kann innerhalb dieser Bandbreite von den Schulen selbst entschieden werden.

"Entfall nur im Notfall"

Weiters ist in dem Zehn-Punkte-Programm vorgesehen, dass die Schulaufsicht stärker auf die tatsächliche Abhaltung von Turnstunden drängen soll: Per Erlass wird dabei festgelegt, dass "der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist". Außerdem sollen Schüler vermehrt dazu motiviert werden, die 117 Hauptschulen bzw. NMS und 14 AHS mit Sportschwerpunkt zu wählen. Derzeit besuchen rund 16.000 Schüler diese Einrichtungen, wobei es österreichweit noch freie Kapazitäten gibt.

Bewegungscoach

An den Pädagogischen Hochschulen (PH) soll es außerdem flächendeckend eine Ausbildung zum "Bewegungscoach" geben. Geprüften Trainern von Sportvereinen werden im Rahmen der Ausbildung zum Freizeitpädagogen ihre Trainerausbildungen möglichst weitestgehend angerechnet.

 

 

"Kurier" vom 25.04.2013                                    Seite: 4

Ressort: Innenpolitik

 

Länder, Wi, Morgen

 

Bildungsreform

 

Ministerin lässt Gipfel zum Dienstrecht platzen

 

   Zu viele Gewerkschafter? Die Verhandlungen zur Lehrerdienstrechtsreform sind Mittwochabend geplatzt: Grund waren aber nicht überzogene Forderungen der Gewerkschaft, sondern einfach nur die Größe ihrer Delegation. Um alle Gruppen der Lehrergewerkschaft an den Gesprächen teilhaben zu lassen, kamen die Gewerkschafter mit 15 Vertretern.

 

   Beamtenministerin Heinisch-Hosek habe den Standesvertretern nach knapp einer Stunde erklärt, dass sie in dieser Konstellation nicht zu Gesprächen bereit sei. Die Gewerkschafter überraschte das Verhalten der Ministerin, da die Besetzung der Delegation vorab angekündigt war. Von Seiten der Regierung gab es keinen Kommentar.

 

   Anfang Mai soll weiter verhandelt werden. In welcher Delegationsgröße, blieb offen. Bewegung kommt trotzdem in den Schulbereich: Die Tägliche Turnstunde soll an ganztägigen Schulen ab sofort verpflichtend werden. Bernhard Gaul

 

 

Heute – 25. April 2013

 

Ohne Budget "Pflanzerei"

Grüne kritisieren tägliche Turnstunde

 

Die Reaktionen auf die Fixierung der täglichen Turnstunde in Ganztagsschulen fällt unterschiedlich aus. "Eine Pflanzerei der Eltern", so kommentiert  Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, die Ankündigung. Der Koalitionspartner ist mit der Lösung hingegen zufrieden.

"Letzte Woche erst wurde aufgedeckt, dass schon eine Mittagsjause als ganztägige Betreuung gilt, jetzt wird der Weg von der Garderobe in die Klasse zur Bewegungseinheit", ätzt Walser und weiter: "Man darf auf das Kleingedruckte gespannt sein, denn schon jetzt sind nicht ausreichend Turnsäle und Freiräume vorhanden, um den bestehenden Anforderungen der Lehrpläne zu genügen."

Den Hinweis auf ein Programm "im Rahmen der derzeitigen budgetären Möglichkeiten" wertet Walser als entlarvend. "In Wirklichkeit handelt es sich bei der Ankündigung um ein Begräbnis erster Klasse für das Projekt", so der Grüne Bildungssprecher abschließend.

Sportminister Gerald Klug begrüßt hingegen das 10-Punkte Programm zur Umsetzung der täglichen Turnstunde: "Ich halte die heute von der Unterrichtsministerin angekündigte Umsetzung eines 10-Punkte Programms für einen ganz wichtigen Schritt in Richtung mehr Bewegung für unsere Kinder", so der Sportminister.

Auch der Präsident der Bundessport-Organisation (BSO), Peter Wittmann, zeigt sich über diesen Schulterschluss erfreut: "Die Einführung der "Täglichen Turnstunde" in Ganztagsschulen ist ein erster Erfolg. Er zeigt, dass unsere Forderung und die Bewusstseinsbildung für mehr Bewegung und Sport gehört wurden und erfolgreich waren."

 

Heute – 25. April 2013

 

10 Punkte Programm

Tägliche Turnstunde in ganztägigen Schulen fix

 

Das leibliche Wohl unserer Kinder liegt allen Parteien gleichermaßen am Herzen.

Bildungsministerin Claudia Schmied legte am Mittwoch ein 10 Punkte-Programm zur Umsetzung des Ausbaus von Sport-und Bewegung in der Schule vor. Darunter: die tägliche Turnstunde, die vorerst nur in ganztägigen Schulen kommt.

 

Derzeit besucht knapp ein Fünftel aller Schüler bis 14 Jahre ganztägige Schulformen. Darüber hinaus soll die Mindeststundenanzahl für Bewegung und Sport an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) von zehn auf 13 Wochenstunden (über alle vier Jahre gerechnet) steigen. Die Bandbereite für die Zahl der Turnstunden beträgt damit künftig nicht mehr zehn bis 19 Wochenstunden, sondern 13 bis 19 Wochenstunden. Wie viele Stunden genau in welcher Klasse unterrichtet werden, kann innerhalb dieser Bandbreite von den Schulen selbst entschieden werden.

Von der Bewegungseinheit zur Auflockerung in einer "normalen" Stunde über die tägliche Turnstunde in den ganztägigen Schulformen und in der Nachmittagsbetreuung bis hin zu neuen Wegen wie "Ergometerklassen", "School Walkers" etc. sollen Bewegung und Sport zum fixen Bestandteil des Schulalltags werden.

Zur Umsetzung dieser Ziele wurde ein 10 Punkte Programm von den Regierungspartnern vereinbart:

1. Grundsatz. Bewegung gilt als eines der wichtigen Bildungsziele.

2. Ganztagsschule. Tägliche Turnstunde in allen ganztägigen Schulformen: Ab sofort wird es in der schulischen Tagesbetreuung und den verschränkten Ganztagsschulen verpflichtend tägliche Sport- und Bewegungseinheiten geben. Durch einen Erlass des BMUKK wird ein Minimum von 5 Stunden pro Woche an Bewegung und Sport in allen Jahrgängen in ganztägigen Schulformen garantiert.

3. Kontrolle. Schulaufsicht sichert regelmäßige Bewegung an der Schule: Durch einen Erlass wird festgelegt, dass der Entfall der Unterrichtsstunden Bewegung und Sport sowie eine Blockung über mehrere Wochen hinweg nur im äußersten Notfall und mit entsprechender Begründung möglich ist. Dies wird durch die Schulaufsicht verstärkt überprüft. Gleichzeitig wird die Schulaufsicht die Schulstandorte motivieren, schulstufenübergreifenden und angebotsattraktiven Unterricht durch unverbindliche Übungen anzubieten.

4. Lehrplan. Neue Lehrpläne sichern Mindestmaß für Bewegung und Sport - Mindeststundenzahl für Bewegung und Sport in der NMS steigt um 3 Stunden, auf der Sekundarstufe 1 mindestens 13 Wochenstunden Bewegung und Sport gesichert: Die vorhandenen schulautonomen Möglichkeiten für mehr Stunden für Sport und Bewegung werden ausgebaut. Die Mindeststundenanzahl, die nicht unterschritten werden darf, wird angeglichen: Statt einer Bandbreite von 10 bis 19 Stunden in der Neuen Mittelschule und der Hauptschule soll es künftig für alle Schulformen 13 bis 19 Wochenstunden Bewegung und Sport  in vier Jahren geben. Die Mindeststundenzahl im Laufe von vier Jahren in der Neuen Mittelschule steigt also um 3 Stunden. Die Lehrpläne werden inhaltlich auf den neuesten Stand der Forschung gebracht, um Bewegungsmängeln wirkungsvoll zu begegnen und Freude an Bewegung und Sport nachhaltig zu vermitteln. Dabei sollen, um lokale Infrastrukturmängel auszugleichen, alle anderen Bewegungsmöglichkeiten außerhalb der Turnsäle einbezogen werden (Natur, Spielplätze, Sportplätze, Bäder, Eislaufplätze usw.).

 

5. Bewegungscoach. Bewegungscoach und höhere Qualifikation für LehrerInnen. Bei der Erarbeitung der Curricula für die "PädagogInnenbildung NEU" wird ein spezifisches Fächerbündel entwickelt, das die aktuellsten Inhalte der Gesundheitsförderung in der Schule vermittelt. Bewegung und Sport wird in den neuen Curricula verankert. Flächendeckend soll es an den Pädagogischen Hochschulen in Kooperation mit den Bundes Sport Akademien eine Ausbildung zum Bewegungscoach geben: Diese Weiterbildung für alle LehrerInnen soll eine profunde Ausbildung im Bereich Bewegung darstellen und eine qualitative Steigerung im Unterrichtsfach Bewegung und Sport an den Volksschulen bewirken und Bewegungskonzepte im Regelunterricht verankern helfen.

6. Trainer-Ausbildung. Mehr SporttrainerInnen als FreizeitpädagogInnen. Eine Kooperation des BMUKK mit der Bundessportorganisation (BSO) bei der Ausbildung von TrainerInnen als FreizeitpädagogInnen soll mehr qualifiziertes Personal für Bewegung und Sport bringen: Die Anrechnungsmöglichkeiten für  geprüfte TrainerInnen von Sportvereinen im Rahmen der Ausbildung zum/zur FreizeitpädagogIn werden gemeinsam mit der BSO geprüft und dadurch die Anrechenbarkeit vorheriger Ausbildungen größtmöglich ausgeschöpft. Gemeinsam soll für diese Ausbildung geworben werden.

7. Ausbildung. Ausbau der Sportschwerpunktschulen. Derzeit haben österreichweit 117 NMS/HS und 14 AHS einen Sportschwerpunkt. Zusätzlich zu den bereits knapp 16.000 SchülerInnen, die diese Schulen schon besuchen, sollen weitere SchülerInnen mit den entsprechenden Voraussetzungen und Interessen motiviert werden, diesen Ausbildungsweg zu wählen. Österreichweit gibt es noch freie Kapazitäten, die durch gezielte Information der SchülerInnen an der Schnittstelle zwischen Volksschule und Sekundarstufe 1 schrittweise aufgefüllt werden sollen.

 

8. Informationen. Gemeinsame Informationsoffensive von BMUKK und Bundessportorganisation: Die Kooperation von Schulen und Sportvereinen, für die schon ein Rahmenvertrag exisitiert, soll qualitativ und quantitativ auf eine neue Basis gestellt werden, die zu einer engen Verzahnung von schulischen und außerschulischen Sportaktivitäten beiträgt - mit dem Effekt, dass es mehr Sport in den Schulen und mehr Nachwuchs für die Sportvereine geben soll.

9. Gütesiegel. Ab 2013/14 wird Schulen, die einen genau definierten Kriterienkatalog bezüglich Qualität und Quantität von Bewegung und Sport erfüllen, das österreichische Schulsport-Gütesiegel verliehen. Das von ExpertInnen erarbeitete Projekt "Gesund & Munter" zur Förderung von Bewegung und Sport an Volksschulen soll intensiviert werden - es soll quantitativ mehr Bewegung der SchülerInnen und qualitativ mehr Kompetenz der LehrerInnen durch gezielte Weiterbildung bringen. Mit dem Projekt "Klug & Fit" werden den LehrerInnen einfach anzuwendende sportmotorische Tests und Muskelfunktionsprüfungen zur Verfügung gestellt. Sie ermöglichen eine zielgerichtete, individuelle Planung des Unterrichts und eine Empfehlung für das Bewegungsprogramm zu Hause.

10. Schulterschluss. Schulterschluss für die tägliche Bewegungseinheit: Bildungsministerium, Sportministerium, Gesundheitsministerium und die Bundessportorganisation rufen eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben, die über die Legislaturperiode hinaus Kooperationen und die Förderung von Bewegung und Sport in der Schule bearbeiten wird.

 

 

- 25. April 2013

Lehrerdienstrecht: Streit über Verhandlungsgruppe

Eine kurzfristig angesetzte Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht zwischen Gewerkschaft und den Ministerinnen Claudia Schmied, Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Maria Fekter (ÖVP) ist gestern Abend schon nach rund einer Stunde beendet worden.

Grund soll der Missmut von Beamtenministerin Heinisch-Hosek über die Größe der Verhandlungsgruppe seitens der Lehrervertreter gewesen sein, wie die APA aus Verhandlerkreisen erfahren hat. Heinisch-Hosek habe erklärt, dass sie in dieser Konstellation nicht zu Gesprächen bereit sei. Von den beteiligten Ministerien gab es keinen inhaltlichen Kommentar. Es wurde allerdings betont, dass bereits ein neuer Verhandlungstermin inklusive Verhandlungsfahrplan vereinbart sei.

15 Verhandler auf Lehrerseite

Auf Lehrerseite zeigte man sich verwundert: Man habe die Regierungsseite vor dem Gespräch darüber informiert, dass in dieser entscheidenden Phase der Verhandlungen die Vertreter aller fünf Lehrergruppen - insgesamt 15 - sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer mitverhandeln.

Bisher wurden die Verhandlungen mit den Ministerinnen im kleinen Kreis geführt, dadurch waren allerdings nur Pflichtschul- und AHS-Lehrer vertreten. Lehrer der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), der Berufsschulen und der landwirtschaftlichen Schulen waren zuletzt nicht am Tisch.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945