Mittwoch, 29. Mai 2013

Pressemeldungen Unterricht

OTS0127 II, CI 29.05.2013 12:30:36

 

VP-Leeb ad Wiener Lesetest: Brandsteidl auf einem guten Weg!?

Politik/OEVP/Wien/Leeb/Lesetest/Brandsteidl

"Wenn der Weg von Stadtschulratspräsident Susanne Brandsteidl in dieser Form weitergeführt wird (2% Verbesserung bei den leseschwachen Schülern in der 4. Schulstufe pro Jahr), dann schaffen wir es im Endeffekt allen Wiener Kindern in 10 Jahren das Lesen beizubringen", so ÖVP Wien Bildungssprecherin LAbg. Isabella Leeb zu den heute präsentierten Ergebnissen des Wiener Lesetests. Das Problem dabei ist leider nur, dass die Schulpflicht in Österreich auf 9 Jahre beschränkt ist.

Auch wenn beim Ergebnis der 4.Schulstufe eine geringfügige Verbesserung eingetreten ist, sind die Schüler der 8. Schulstufe, die nur kaum oder gar nicht lesen können weiterhin konstant. (Die vermeintliche Reduktion ist, so wie die Stadtschulratspräsident auch zugibt, wenig aussagekräftig. Es ist von einen konstanten Anzahl an leseschwachen Schülern 2013 wie 2012 auszugehen.)

Die Ergebnisse sind neuerlich "ernüchternd" und "vom großen Wurf weit entfernt". Ganz wesentlich für eine Verbesserung der Lesekompetenz ist es aber, dass die Leseförderung nicht "ergänzend" zum Regelunterricht durchgeführt wird. Derzeit ist es ja so, dass die betroffenen Kinder für die Leseförderung aus dem Regelunterricht herausgenommen werden und ihnen diese Zeit dann in anderen Gegenständen fehlt. Die Lesetests müssen auch um ein Jahr vorverlegt werden, damit leseschwache Kinder bis zum Abschluss der Volksschule ihre Defizite ausgeglichen haben.

"Es ist festzustellen, dass die Maßnahmen des Stadtschulrats in diesem Bereich nur bedingt greifen und keine substanziellen Änderungen eingetreten sind. Man kann die nächsten Jahrzehnte nicht einfach abwarten, bis wirklich positive Ergebnisse erreicht werden. Was wir brauchen sind tiefgreifende Reformen in der Wiener Bildungspolitik im Hier und Jetzt. Wichtig ist vor allem das klare Bekenntnis dazu, dass Kinder mit Sprachmängeln künftig bereits vor Schuleintritt stärker gefördert werden müssen. Kein Kind darf ohne ausreichende Sprache (Deutschkenntnisse) in den Regelunterricht aufgenommen werden. Das gilt im besonderen auch für Quereinsteiger", so Leeb weiter.

"Die Opfer dieer verfehlten Politik sind Schüler, die nicht ausbildungsfähig in die Berufswelt entlassen werden, die Lehrer sowie der Wirtschaftsstandort Wien, der angesichts der herrschenden Ausbildungsdefizite zunehmend Wettbewerbsnachteile erleidet. Die hohe Arbeitslosenquote Wiens (mit mehr als 10% negativer Spitzenreiter im Österreichvergleich) ist nicht zuletzt auch auf die desaströsen "Bildungserfolge" der Wiener Pflichtschulen zurückzuführen. Diese stehen seit 67 Jahren unter der Verantwortung der Wiener SPÖ", so Leeb abschließend.

Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: Tel.: (+43-1) 4000 /81 913
mailto:presse.klub@oevp-wien.at


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sp/jschindlegger (S)

, 29.05.2013 12:40:00

OTS0115 II, CI 29.05.2013 12:03:49

 

"Wiener Lesetest 2013": Leseförderung wirkt - Herausforderung bleibt

Kommunales/Wien/Schule/Bildung/Lesetest

Die Ergebnisse des "Wiener Lesetests 2013" liegen vor und werden ab kommendem Montag allen SchülerInnen (und LehrerInnen) übermittelt. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz wurden heute alle Details zum Lesetest von Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl sowie BIFIE-Direktor Christian Wiesner präsentiert.

Der "Wiener Lesetest" wird vom Stadtschulrat gemeinsam mit dem BIFIE heuer bereits zum dritten Mal durchgeführt. Ziel des Wiener Lesetests ist es, den SchülerInnen und LehrerInnen genauere Orientierungshilfe zu geben, als es andere internationale oder nationale Schulleistungstests wie etwa die PISA-Studie oder die Bildungsstandards können. Im Gegensatz zu diesen nämlich werden beim "Wiener Lesetest" nicht nur ausgewählte Gruppen, sondern alle SchülerInnen der entsprechenden Schulstufen getestet. Somit erhalten auch alle SchülerInnen (sowie ihre LehrerInnen) ihr individuelles Testergebnis und wissen, "wo sie stehen".

Der "Wiener Lesetest 2013" zeigt dabei sehr deutlich, dass sich Leseförderung bezahlt macht und die vor zwei Jahren begonnene Wiener Leseoffensive wirkt. Besonders ist dies bei der getesteten Gruppe der SchülerInnen der 4. Schulstufe sichtbar: Hier drückt sich der Erfolg der intensiven Leseförderung dadurch aus, dass die Gruppe der schwachen LeserInnen (=Lesestufe 1) gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte gesunken ist. Und auch bei den Kindern, die nach einem schlechten Lesetest 2012 in der 5. Schulstufe in diesem Schuljahr besondere Förderung erfahren haben, sind 60,40 % in eine höhere Lesestufe (ein Teil von ihnen sogar in die Gruppe der sehr guten LeserInnen) gewechselt.

Diese Ergebnisse machen Mut und zeigen, dass Wien auf dem richtigen Weg ist. Dennoch: Die nahezu unveränderten Ergebnisse bei den Kindern der 8. Schulstufe bedeuten, dass die Leseförderung weiterhin vor großen Herausforderungen steht. Zudem machen die Lesetest-Resultate deutlich, dass Lesen (wie generell die Vermittlung der Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen) das wichtigste Thema der Volksschule ist und sein muss: Spätere 'Reparaturarbeiten' gelingen - wenn überhaupt - deutlich mühsamer. Überdies beeinträchtigt schwache Lesekompetenz den weiteren Schullaufbahnerfolg massiv. Denn Lesen ist die zentrale Schlüsselkompetenz, ohne die jedes andere Lernen deutlich erschwert wird.

Als Conclusio der Ergebnisse des dritten "Wiener Lesetests" bezeichnete Brandsteidl, "dass wir weiter intensiv unseren Fokus auf Tests, Diagnose und gezielte Förderung richten müssen. Das heißt, wir müssen 1. die Leseoffensive fortsetzen, 2. die Lesepädagogik noch stärker in der LehrerInnenausbildung verankern und 3. uns engagiert für die Schaffung einer Ganztagsschule für alle Kinder einsetzen. Denn: Um unsere Kinder 'besser zu machen', brauchen unsere LehrerInnen mehr Zeit, die sie mit ihnen in der Schule verbringen können."

Zwtl.: Details und Ergebnisse zum Wiener Lesetest 2013

Zielgruppe:

Alle SchülerInnen der 4. und 8. Schulstufe an öffentlichen und privaten Volks- und Hauptschulen sowie an AHS mit Öffentlichkeitsrecht. In Zahlen heißt das:

o 15.009 VolksschülerInnen der 4. Schulstufe aus 265 Schulen
und 775 Klassen
o 16.090 SchülerInnen der 8. Schulstufe aus 210 Schulen
und 728 Klassen


Ergebnisrelevant sind die Lesetests aller ordentlichen SchülerInnen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf.

Zeitpunkt:

o Die 4. Schulstufe wurde am 27.2.2013 flächendeckend getestet.
o Die 8. Schulstufe wurde am 28.2.2013 flächendeckend getestet.
o Weiters wurden zur Überprüfung der Fördermaßnahmen 2.787
SchülerInnen der 5. Schulstufe nachgetestet.


Testergebnisse:

Alle SchülerInnen erhalten ein individuelles Ergebnisblatt, auf dem das Leseverständnis in Punkten und die Einteilung in eine von drei Kompetenzstufen angegeben ist. Die Ergebnisse ergehen selbstverständlich ebenfalls an die LehrerInnen.

Ergebnis 4. Schulstufe (Volksschule)

Verteilung aller SchülerInnen auf dem 3-stufigen Kompetenzstufenmodell im Jahr 2013.

o 18, 6 % (2.640 Personen) befinden sich auf Stufe 1
(schwächste Stufe).
o 42,7 % (6.049 Personen) befinden sich auf Stufe 2.
o 38,7 % (5.493 Personen) befinden sich auf Stufe 3.


Gegenüber dem Vorjahr 2012 bedeutet dieses Ergebnis, dass sich die Prozentzahl der leseschwachen SchülerInnen von 20,6 % (2012) auf 18,6 % (2013) und somit um 2 Prozent reduziert hat. Umgekehrt konnte auch die Zahl der besonders lesestarken SchülerInnen (Kompetenzstufe 3) von 36,5 % (2012) auf 38,7 % (2013) und somit um 2,2 Prozent gesteigert werden.

Ergebnis 8. Schulstufe (AHS / HS)

Verteilung aller SchülerInnen auf dem 3-stufigen Kompetenzstufenmodell im Jahr 2013.

o 22,4 % (3.220 Personen) befinden sich auf Stufe 1
(schwächste Stufe).
o 39,5 % (5.684 Personen) befinden sich auf Stufe 2.
o 38,2 % (5.501 Personen) befinden sich auf Stufe 3.


Der Vergleich der Ergebnisse 2013 mit jenen des letztjährigen Lesetests ist schwierig, da in den letztjährigen Ergebnissen (im Unterschied zu heuer) außerordentliche SchülerInnen sowie Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf enthalten waren. Die vermeintliche Reduktion der SchülerInnen der Kompetenzstufe 1 von 25,2 % (2012) auf 22,4 % (2013) ist somit wenig aussagekräftig, vielmehr ist von einer konstanten Zahl an leseschwachen SchülerInnen 2013 wie 2012 auszugehen.

Zwtl.: Intensiv-Lesekurse führen zu Erfolg bei Nachtestungen

2.787 SchülerInnen (inkl. Kontrollgruppe) wurden in der 5. Schulstufe nachgetestet, weil bei ihnen im Vorjahr beim Lesetest festgestellt wurde, dass sie noch nicht ausreichende Lesefertigkeiten hatten. Diese Gruppe umfasste jene SchülerInnen, die am Ende der Volksschulzeit als "Risikoschüler" bezeichnet wurden, weil sie nur die Kompetenzstufe 1 im Lesen erreicht hatten.

Diese Gruppe erhielt im Herbst eine von der "Soko Lesen Wien" entwickelte Spezialförderung. Diese umfasste eine "Startwoche Lesen" und "Intensiv-Lesekurse" zu je 4 Stunden pro Woche über mehrere Monate hinweg mit eigens dafür entwickelten Fördermaterialien. 60,40 Prozent dieser SchülerInnen erzielten daraufhin messbar bessere Ergebnisse im Wiener Lesetest 2013 und befinden sich ab jetzt in einer höheren Kompetenzstufe (56,50 % in der Kompetenzstufe 2, 3,90 % in der Kompetenzstufe 3). Bei diesen Kindern hat die Förderung somit gegriffen und sie sind in weiterer Folge nicht mehr als Risikoschüler zu bezeichnen.

Zwtl.: Leseförderung bleibt Schwerpukt des Wiener Schulwesens

Abschließend betonte Brandsteidl, "dass wir - solange es schlechte Leser unter Wiens SchülerInnen gibt - auch nicht zufrieden sein dürfen. Positiv ist sicherlich, dass beim Lesetest 2013 sichtbar wird, dass sich unsere Maßnahmen bezahlt machen. Gleichzeitig gibt es noch immer zu viele schlechte LeserInnen. Dementsprechend werden wir alle Leseförderinitiativen (Leseintensivkurse für alle RisikoschülerInnen in der 5. Schulstufe, Crashkurse, flächendeckende Tests - Salzburger Lesescreening und Stolperwörtertest - bereits in der 3. Schulstufe, Hernalser Lesetest flächendeckend für die 7. Schulstufe, Neu-in-Wien-Kurse) in den kommenden Schuljahren intensiviert fortsetzen." (schluss) ssr

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.gv.at/rk/
Dragana Lichtner und Matias Meißner
Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
Telefon: 01 525 25-77014
E-Mail: matias.meissner@ssr-wien.gv.at
E-Mail:: dragana.lichtner@ssr-wien.gv.at


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sp/jschindlegger (S)

, 29.05.2013 12:40:00

APA0180 CI 29.05.2013 11:31:03

 

TBC in Wiener Schulen: Ergebnisse ab Mitte nächster Woche

Utl.: Untersuchungen an insgesamt 1.500 Personen sollen heute abgeschlossen werden - BILD

Krankheiten/Schule/Wien

Nach den Tuberkulose-Erkrankungen in zwei Wiener Schulen laufen derzeit die Untersuchungen von insgesamt 1.500 Menschen - Schülern und Lehrern und Familienangehörigen. Erste Ergebnisse werden Mitte bis Ende kommender Woche vorliegen, wie Ursula Karnthaler, die Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge in der MA 15 (Gesundheitsdienste) am Mittwoch der APA berichtete. Damit bleibt die Zahl an TBC-Infizierten vorerst bei 18 bzw. 19, wenn man jene Person mitzählt, die für die Ansteckung verantwortlich sein dürfte.

Die Erkrankung war im Vorjahr festgestellt worden. Der betreffende Schüler litt an offener Tuberkulose. In jenen zwei Schulen - eine Handelsakademie in Favoriten und ein Gymnasium in Wieden - die er besuchte, wurde zunächst das nähere Umfeld untersucht. Bei 18 wurde eine Infektion festgestellt, drei Personen zeigten bereits Erkrankungssymptome.

Aufgrund des Resultats wurden die Tests nun ausgeweitet. Die Untersuchungen dürften heute abgeschlossen werden, schätzte Karnthaler. Bisher hätten sich noch keine Auffälligkeiten gezeigt, berichtete sie. Konkrete Befunde sollen aber erst kommende Woche vorliegen.

(schluss) mac;dk;lor

 

 

 

29.5.: Pressespiegel - Unterricht

Presse, 29. Mai 2013

 

ABC auf Türkisch: Kein Widerspruch zum Deutschlernen

28.05.2013 | 18:19 |  BERNADETTE BAYRHAMMER (Die Presse)

Migrantensprachen im normalen Unterricht sorgen für Debatten. Die Selzergasse ist eine von 15 Wiener Volksschulen mit einem Projekt der mehrsprachigen Alphabetisierung.

Wien. Der Buchstabe Z steht heute auf dem Programm in der 1B der Volksschule Selzergasse im 15.Wiener Gemeindebezirk. Auf die Tafel ist groß ein Z gemalt, daneben Bilder von Zebra, Zahn, Zaun und Zauberer. Doch nicht nur Kärtchen mit deutschen Wörtern hängen an der Tafel – sondern auch solche mit Begriffen auf Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (BKS): „zeytin“ etwa, das türkische Wort für Olive, oder „zub“, das serbische für Zahn. Überhaupt ist das Klassenzimmer gepflastert mit gelben, blauen und roten Kärtchen, auf denen verschiedenste Wörter, von Wochentagen über Tiere bis hin zu Frühlingsblumen, jeweils in Deutsch, BKS und Türkisch stehen.

Die Selzergasse ist eine von 15 Wiener Volksschulen mit einem Projekt der mehrsprachigen Alphabetisierung. Zehn Stunden pro Woche stehen neben der Klassenlehrerin auch die Muttersprachenlehrer für BKS und Türkisch in der Klasse. Buchstaben und Begriffe werden nicht nur im Deutschen, sondern parallel auch in den anderen Sprachen erarbeitet. Dabei treten rasch Unterschiede zutage. „Na njemačkom kažemo cet“, erklärt BKS-Lehrer Suljo Nalić: Im Deutschen wird der neue Buchstabe als „Zet“ ausgesprochen – in BKS dagegen, wie auch im Türkischen, als stimmhaftes S. „Es gibt noch einen Unterschied, den kann man nicht hören, aber sehen“, schließt die Türkischlehrerin Gülcan Kaltan an: Alle Hauptwörter werden im Deutschen groß geschrieben – in den anderen beiden Sprachen klein.

 

Angst vor Türkisch für alle

Migrantensprachen im regulären Unterricht – das ist neben der von der Koalition gerade erst in einen Kompromiss gepackten Deutschförderung eines der heikelsten Themen, wenn es um Migration und Schule geht. Vor einer Woche gingen die Wogen hoch, als eine Wiener Expertengruppe vorschlug, den Sprachen der Migranten mehr Platz einzuräumen. „Häupl-SPÖ will in Wien Türkisch als Erstsprache“, titelte die FPÖ gewohnt reißerisch. Tatsächlich schürt das Schlagwort Mehrsprachigkeit bei vielen Menschen Ängste. Müssen auch unsere Kinder jetzt Türkisch lernen?

In der Selzergasse ist das ohnehin kein Thema: Nur eine Handvoll der knapp 200 Schüler ist einsprachig deutschsprachig, wie es wissenschaftlich korrekt heißt: In der 1B haben alle Kinder Migrationshintergrund. Eine Klasse darüber sei eine einzelne Schülerin österreichischer Herkunft im Projekt, erzählt Direktorin Susanne Göd. Die Eltern hätten damit kein Problem.

Doch auch was die Migrantenkinder betrifft, ist mehrsprachiger Unterricht alles andere als unumstritten. „Deutsch hat Priorität“, betonte etwa Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) zuletzt. Ist Deutsch und Mehrsprachigkeit ein Widerspruch? „Wir sehen es nicht so“, sagt Schulleiterin Göd. „Je besser ein Kind die Muttersprache beherrscht, desto leichter fällt auch das Deutschlernen.“

 

Positiver Effekt auf Deutsch

Die mehrsprachige Alphabetisierung habe keinesfalls negative Effekte auf den Deutscherwerb, eher im Gegenteil, sagt Birgit Springsits, Germanistin an der Uni Wien, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Zwar wird die Evaluierung frühestens im Lauf des kommenden Schuljahrs fertig sein, bereits jetzt gebe es aber Anzeichen dafür, dass sich die mehrsprachig alphabetisierten Kinder beim mündlichen Deutscherwerb leichter tun als andere. Was Lesen und Schreiben betrifft – da bisher nur Erstklässler beobachtet wurden, kann man nichts Definitives sagen –, geht Springsits davon aus, dass das Fazit ebenfalls positiv sein wird. Von Lehrerseite jedenfalls sei das Feedback gut.

In der Selzergasse sieht man an diesem Vormittag auf den ersten Blick, dass die Anwesenheit der Muttersprachenlehrer auch beim Vermitteln der deutschen Sprache hilft. So können sie erklären, warum ein türkisches Kind sagt, dass es „mit der U-Bahn geht“ statt fährt: weil das im Türkischen so verwendet wird. Kennt ein Kind ein Wort nicht – an diesem Vormittag etwa fragt ein Mädchen, was „Wurzel“ bedeutet –, kann BKS-Lehrer Nalić rascher weiterhelfen als die deutschsprachige Klassenlehrerin.

Staatssekretär Sebastian Kurz müsste sich übrigens nicht sorgen, denn die Prioritäten sind – jedenfalls in der Selzergasse – relativ klar: „Am wichtigsten ist, dass die Schüler zuerst die Wörter auf Deutsch richtig schreiben lernen“, sagt Nalić. „Die deutsche Sprache ist die Arbeitssprache.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2013)

 

 

Presse, 29. Mai 2013

 

Bilinguale Klassen scheitern an fehlendem Interesse

28.05.2013 | 18:19 |   (Die Presse)

Türkisch- und Kroatisch-Klassen wurden eingestellt. Eine Weiterführung sei am mangelnden Interesse der Eltern gescheitert.

Wien/Beba. Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch: In Wien gibt es zahlreiche zweisprachige Schulen bzw. Klassen – und großteils auch einen enormen Andrang. Für Migrantensprachen wie Bosnisch/Kroatisch/Serbisch oder Türkisch gibt es indes kein derartiges Angebot. Oder besser gesagt: keines mehr, präzisiert Manfred Pinterits, Schulinspektor im 15. Wiener Gemeindebezirk und als Initiator des Sprachförderzentrums Impulsgeber für mehrsprachige Projekte in den Wiener Pflichtschulen.

So habe es in der Volksschule Vorgartenstraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk eine bilinguale türkisch-deutsche Klasse gegeben, in der Benedikt-Schellinger-Gasse im 15. Bezirk bis zum Vorjahr eine kroatisch-deutsche.

Eine Weiterführung sei am mangelnden Interesse der Eltern gescheitert – sowohl der österreichischen als auch der türkischen bzw. kroatischen. So habe man für das Türkischprojekt sogar gemeinsam mit der Botschaft um Schüler geworben, für die Kroatischklasse habe er selbst Vorträge in der kroatischen Kirchengemeinde gehalten – ohne große Resonanz.

Bei Interesse würde man ein solches Projekt aber wieder starten, so Pinterits. Nicht, ohne klarzustellen: Es handle sich um einzelne Klassen – ein mögliches Angebot, wie mit Mehrsprachigkeit umgegangen werden könne.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2013)

 

 

Presse, 29. Mai 2013

 

Pädagogenausbildung: Die Regierung vergibt erneut eine Chance

EVA BLIMLINGER (Die Presse)

Das vorgesehene Gesetz bringt keine inhaltlichen Verbesserungen, ist möglicherweise verfassungswidrig und auch unfinanzierbar.

Die Regierungsvorlage zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagogen macht deutlich, dass die Bundesregierung erneut die Chance vergeben hat, zukunftsweisende, innovative, ja vernünftige Bildungspolitik zu betreiben. Die ideologischen Gegensätze der beiden Regierungsparteien sind offenkundig unüberwindbar – und übrig bleibt ein teilweise widersinniger Kompromiss, in dem alte Parallelstrukturen beibehalten und neue etabliert werden sollen, um die Einflusssphären da und dort weiter sicherzustellen.

 

Da wird es einen neuen Qualitätssicherungsrat geben. Dass es bereits ein existierendes Qualitätssicherungssystem – die AQ Austria – in Österreichs Hochschulsektor gibt, wird dabei vor allem vom Unterrichtsministerium geflissentlich übersehen. Es ist halt schwierig, ein System zu erfinden, das für nachgeordnete Dienststellen, die Pädagogischen Hochschulen und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Rechts, die Universitäten, gleichermaßen anzuwenden ist.

Bei den Pädagogischen Hochschulen gibt es den direkten Zugriff über das Weisungsrecht der Ministerin, die genau genommen jeden Studienplan bestimmen kann. An den Unis gibt es dies nicht. Da werden die Curricula für ordentliche Studien vom Senat erlassen, in dem Lehrende, Studierende und Mitarbeiter der Verwaltung vertreten sind, und vom Rektorat letztlich genehmigt.

 

Uni-Autonomie im Würgegriff

Da es das Weisungsrecht nicht mehr gibt, soll künftig die positive Stellungnahme des Qualitätssicherungsrats dafür ausschlaggebend sein, ob die Unis im Rahmen der Leistungsvereinbarung Geld für das Studienangebot bekommen oder nicht.

Über die „Schreamsen“, wie man so treffend auf Wienerisch sagt, wird hier versucht, die Autonomie der Universitäten einzuschränken, anstatt die Pädagogischen Hochschulen ebenso in die Autonomie zu entlassen. Vielleicht ein neuer Fall für den Verfassungsgerichtshof.

 

Unberücksichtigte Bedenken

In den vergangenen Jahren haben die Unis in vielen Gesprächen und Expertengruppen versucht, die notwendigen qualitativen Verbesserungen in der Pädagogen(aus)bildung darzulegen. Wir haben Konzepte entworfen und Modelle vorgelegt. Wir haben zum Beispiel immer wieder darauf hingewiesen, dass die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller künstlerisch Lehrenden für die gesamte Sekundarstufe aufgrund der fehlenden Angebote an Pädagogischen Hochschulen ausschließlich an den sechs Kunstuniversitäten stattfinden kann.

Gehört wurden wir letztlich nicht. Die massiven Bedenken, die in der Stellungnahme der Universitätenkonferenz geäußert wurden, blieben unberücksichtigt, ebenso wie jene des Rechnungshofes, der die mangelhafte Folgekostenabschätzung beider Ministerien scharf kritisierte. Wozu dann überhaupt noch reagieren, wenn ohnehin klar ist, dass Einwände nur als störend abgetan und letztlich ignoriert werden?

Abgesehen von der demokratiepolitisch bedenklichen Vorgangsweise werden jene, die den Lehrerberuf anstreben wollen, nicht wissen, wo sie in Zukunft was studieren können, wer wofür zuständig ist, ob sie dann, wenn sie einen Bachelor haben, den Master machen dürfen.

In Zeiten, in denen in einigen Fächern ein Mangel an Lehrkräften bereits deutlich ist, der in naher Zukunft dramatisch anzusteigen droht, ist es fahrlässig, kurz vor der Nationalratswahl ein Gesetz zu beschließen, das keine inhaltlichen Verbesserungen in der Pädagogenbildung bringt, möglicherweise verfassungswidrig und wohl auch nicht finanzierbar ist.

Eva Blimlinger ist Rektorin der Akademie der bildenden Künste.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2013)

 

 

Krone, 29. Mai 2013

 

Volksschüler fanden den Mathematik- Test "voll cool"

Bildungsstandards

Die rund 79.000 Schüler der vierten Klasse Volksschule haben sich am Dienstag erstmals den österreichweiten Bildungsstandard- Tests im Fach Mathematik gestellt. Die Neun- bis Zehnjährigen hatten dabei 80 Minuten Zeit, um rund 72 Aufgaben zu lösen. Ob sie besser abschneiden als die 14- Jährigen im Vorjahr, wird sich erst im Dezember herausstellen. Jetzt steht allerdings schon fest, dass der Test für die meisten "voll leicht und voll cool" war, zeigt ein "Krone"- Lokalaugenschein.

"Sehr entspannt, voll cool", "Voll leicht!", "Nur der Flächeninhalt war schwer". Beim "Krone"- Lokalaugenschein in den Volksschulen Wichtelgasse in Wien- Hernals und Zwettl an der Rodl (OÖ) herrschte Erleichterung, dass der erstmals durchgeführte Test über die Bildungsstandards nach 80 Minuten (mit 30 Minuten Pause) vorbei war. Die Klassenlehrer durften bei den Tests nicht anwesend sein.

Allgemeine Mathematik- Kompetenz überprüft

Überprüft wurden die allgemeinen Mathematik- Kompetenzen der Volksschüler wie Modellieren, Operieren, Kommunizieren und Problemlösen bzw. die inhaltlichen Kompetenzen "Arbeiten mit Zahlen", "Arbeiten mit Operationen", "Arbeiten mit Größen" und "Arbeiten mit Ebene und Raum". Dabei mussten - je nach Frage - eigene Antworten ausformuliert werden, musste kurz schriftlich oder mit einer Zahl geantwortet werden oder mussten Ja/Nein- bzw. Multiple- Choice- Aufgaben gelöst werden.

Hier finden Sie einige Beispiele! 

Nach der Wissensüberprüfung hatten die Kinder noch einen kurzen Fragebogen auszufüllen, der etwa Faktoren wie Migrationshintergrund, zu Hause gesprochene Sprache, Beruf der Eltern, Freizeitaktivitäten, Bildungsbiografie des Kindes, Förderunterricht etc. abfragt hat.

Ergebnisse werden im Dezember veröffentlicht

Die Durchführung der Tests übernahmen meist vom Bundesinstitut für Bildungsforschung eigens geschulte Lehrer des jeweiligen Standorts, bei einigen Stichproben- Schulen externe Testleiter. Die Ergebnisse, die keinen Einfluss auf die Noten der Schüler bzw. die dienstrechtliche Leistungsbewertung der Lehrer haben, werden gemeinsam mit jenen der 83.000 Schüler der achten Schulstufe, die vor sechs Wochen in Englisch getestet wurden (siehe Infobox), im Dezember veröffentlicht.

Nur der Schüler selbst erfährt, wie er abgeschnitten hat. Der Lehrer bekommt das anonymisierte Gesamtergebnis seiner Klasse, Direktoren das ihrer Schule bzw. der einzelnen Klassen. Die Schulaufsicht erhält die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie die Unterrichtsministerin einen Bundesbericht.

Bildungsstandards werden seit 2012 überprüft

Die Bildungsstandards legen seit 2009 zusätzlich zum Lehrplan fest, was ein Schüler in der vierten Schulstufe (Deutsch, Mathematik) bzw. in der achten Schulstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll. 2012 wurde zum ersten Mal überprüft, ob die Schüler diese Standards auch erreichen: Bei den Mathe- Überprüfungen der achten Schulstufe (vierte Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule) schnitten die oberösterreichischen Jugendlichen am Besten ab. Österreichweit erreichten nur fünf Prozent der Schüler die höchste Kompetenzstufe, jeder sechste Schüler verfehlte die Bildungsstandards.

2014 stehen Deutschkenntnisse auf dem Prüfstand

Die Tests sollen Mängel aufzeigen, auf die dann etwa durch Änderungen der Lehreraus- und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagiert werden kann. Im kommenden Jahr werden bei den Volksschülern sowie bei den 14- Jährigen die Bildungsstandards in Deutsch überprüft.

 

 

Österreich, 29. Mai 2013

 

Lehrer: Gehaltsplus von bis zu 868 Euro/Monat

Höhere Einstiegsgehälter und Lebensverdienst-Summen steigen teilweise stark.

 

© Getty Images/Westend61

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Die Lehrergewerkschaft lehnt derzeit ein durchaus attraktives Offert der Regierung ab. ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe) liegt das zweimal nachgebesserte Regierungsangebot nunmehr in allen Details samt Gehaltstabellen vor. Die wichtigsten Punkte:

  • Höhere Einstiegsgehälter: Je nach Schultyp von 14 x 2.420 bis zu 3.161 Euro (derzeit 14 x 2.025 bis 2.293  Euro). Das heißt: Junglehrer (die Hauptfächer unterrichten) können monatlich um bis zu 868 Euro mehr verdienen als derzeit.
  • Höhere Lehrverpflichtung: Dafür steigt die Lehrverpflichtung von derzeit 22 auf 24 Stunden, allerdings werden entsprechende Tätigkeiten als Klassenvorstände berücksichtigt.
  • Optionsmodell: In den ersten 5 Jahren der Umstellung von Dienstrecht alt auf Dienstrecht neu können Junglehrer einmalig zwischen dem Einstieg in das alte oder das neue System wählen.
  • Lebensverdienstsummen: Sie steigen bei Volksschullehrern (bei höherer Lehrverpflichtung) um 5,5 % und bei Hauptschul/Neue Mittelschul-Lehrern um 13,2 %. BHS-Lehrer gewinnen bis zu ihrem 65. Geburtstag 14,2 % - allerdings bei einer Lehrverpflichtung von 24 Stunden (statt 18 derzeit). AHS-Lehrer können bis zu ihrem 65. Geburtstag auf ein Plus von 10,4 % kommen - das sind immerhin 96.101 Euro.

Von den seitens der Gewerkschaft genannten Summen (300.000 bis 400.000 Euro Verlust über die gesamte Karriere hinweg) ist im Regierungsentwurf keine Rede. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass die Regierung bei der Berechnung die sogenannte Barwert-Methode anwendet. Der Anstieg der Anfangsgehälter wird demnach pro Jahr mit 4 % verzinst.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. Mai 2013

2013.05.28: Unterricht

 

APA0292 II, XI 28.05.2013 13:25:52

 

Lehrerdienstrecht: Faymann möchte Ergebnis bis "Mitte, Ende Juni"

Utl.: Kanzler sieht Gesetzesbeschluss ohne Gewerkschaftszustimmung weiter als Möglichkeit - Spindelegger dagegen

Lehrende/Schule/Gewerkschaften/Österreich

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KORREKTUR-HINWEIS
In APA0292 vom 28.05.2013 muss es im ersten Absatz richtig heißen:
"bis Mitte, Ende JUNI" (nicht: Juli)
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Bundeskanzler Werner Faymann (S) hat am Dienstag eine Einigung beim Lehrerdienstrecht eingemahnt. "Ich möchte, dass diese Verhandlungen in den nächsten Wochen, bis Mitte, Ende Juni, zu einem Ergebnis kommen", erklärte er im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Er habe auch vor, hier eine "sehr aktive Rolle" zu spielen, kündigte er an, ohne aber Details zu nennen. Jedenfalls sei es auch möglich, ein Dienstrecht per Gesetz, ohne Einigung mit der Lehrergewerkschaft, einzuführen. Das allerdings lehnt Vizekanzler Michael Spindelegger (V) ab.

Faymann zeigte sich ungeduldig und wünscht sich, das Thema "nicht auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben". Er sei überzeugt, dass die Verhandlungen "sehr ernsthaft geführt" würden. Die SPÖ pocht auf ein Ergebnis noch vor der Wahl.

Ganz so viel Druck macht die ÖVP nicht. Spindelegger kündigte zwar ebenfalls an, die Regierung werde sich "aktiv einbringen". Aber ein neues Dienstrecht quasi über den Kopf der - schwarz dominierten - Lehrergewerkschaft zu beschließen, will er nicht. Es sei in Österreich üblich, dass solche Verhandlungen mit den Sozialpartnern zu Ende gebracht würden. "Ich will nicht, dass wir diesbezüglich andere Standards setzen." Denn dann könne man ja auch andere Themen gleich ohne Sozialpartner erledigen.

Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) meinte vor der Regierungssitzung, eine Einigung inklusive Gesetzesbeschluss bis zur Nationalratswahl Ende September sei durchaus machbar. "Wenn die Gewerkschaft im Sommer nicht zu lange Ferien macht", sei sie bereit, "durchzuverhandeln", konnte sie sich eine kleine Spitze Richtung Lehrer aber nicht verkneifen.

(schluss) ks;mk

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2013.05.28: Unterricht

 

APA0193 II, XI 28.05.2013 11:15:18

 

Bildungsstandards: Ergebnisse kommen im Dezember

Utl.: Ende des Jahres werden auch Resultate der Englisch-Testungen und der neuesten PISA-Studie veröffentlicht

Schule/Grundschule/Österreich

Bis zum Dezember müssen sich die rund 79.000 Schüler der vierten Klasse Volksschule gedulden, bis sie die Ergebnisse der heute, Dienstag, auf dem Programm stehenden Bildungsstandard-Testungen im Fach Mathematik erhalten. Einfluss auf die Noten der Kinder haben die Resultate nicht - aufgrund der Konzeption der Überprüfung wäre das auch gar nicht möglich: Der weitaus größte Teil der Kinder befindet sich im nächsten Schuljahr schon in einer anderen Schule, nämlich in der ersten Klasse Hauptschule/AHS-Unterstufe bzw. Neue Mittelschule (NMS).

Die 80-minütigen Tests sollen überprüfen, ob die Kinder über bestimmte, aus den Lehrplänen abgeleitete Kompetenzen verfügen. Die Rückmeldung an die einzelnen Schüler erfolgt anonym - Ziel der Standards ist es nicht, die Schwächen einzelner Schüler zu identifizieren und sie dementsprechend zu fördern. Vielmehr sollen sie Grundlage für die Qualitätsentwicklung an den Schulen sein bzw. relevante Informationen für die Politik liefern und etwa Zusammenhänge zwischen Rahmenbedingungen an den Schulen und den erreichten Kompetenzen aufzeigen. Auf etwaige Mängel kann dann etwa durch Änderungen der Lehreraus-und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagiert werden.

Resultate gibt es auf mehreren Ebenen: Schüler, Lehrer und Direktoren können die für sie relevanten Ergebnisse über einen Zugangscode im Internet abrufen. Das persönliche Testresultat inklusive Stärken- und Schwächen-Profil und Vergleichswerten mit Referenzgruppen ist dabei nur für den Schüler selbst zugänglich. Lehrer erhalten die anonymisierten Rückmeldungen für ihre Klasse samt Informationen zur Streuung der Leistungen in ihrer Gruppen und diverse Referenzwerte, Direktoren einen zweiteiligen Schulbericht, der auch Detailberichte zu den Klassen enthält. Die Schulaufsicht bekommt die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie die Unterrichtsministerin einen Bundesbericht.

Erstmals erhoben wurden Mathematik-Bildungsstandards im Vorjahr für die achte Schulstufe (vierte Klasse Hauptschule/AHS/NMS): Österreichweit erreichten fünf Prozent der Schüler die höchste Kompetenzstufe, jeder sechste Schüler verfehlte die Bildungsstandards.

Der Dezember wird in Sachen Bildungsstudien-Ergebnisse übrigens wieder einmal zum Zeugnismonat. Neben den erstmals abgeprüften Mathe-Standards der Volksschüler werden auch die Resultate der im April ebenfalls erstmals erhobenen Englisch-Standards in der vierten Klasse Hauptschule/AHS/NMS präsentiert. Zum Drüberstreuen wird im Dezember auch noch die neueste PISA-Studie vorgestellt.

(schluss) aku;jle;mk

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2013.05.28: Unterricht

 

Kurier – 28. Mai 2013

 

Die Gewerkschaft ist schuld – sonst keiner?

Fritz Neugebauer provoziert. Aber ihn allein zum Sündenbock der Schul-Misere zu machen, ist zu billig.

Macht es sich die SPÖ nicht ein bisschen einfach? Fritz Neugebauer, sprich: die ÖVP, ist schuld, dass in der Schulpolitik nichts weitergeht, sagte Bundeskanzler Faymann in einem KURIER-Interview (Sonntags-Ausgabe). Ketzerische Frage: Wird das Ressort nicht seit Jahrzehnten mit ein paar Unterbrechungen von Sozialdemokraten und seit sechs Jahren von Claudia Schmied regiert? Werden nicht die Hälfte aller Landesschulratspräsidenten von der SPÖ gestellt? Aber wahrscheinlich wird man sich noch eine weitere Legislaturperiode lang auf die Versäumnisse von Elisabeth Gehrer und die Sturheit der Lehrergewerkschaft ausreden. (Waren Eisenbahner- oder Postgewerkschaft denn flexibler?) Im Grunde müsste ein Manager oder ein Minister sein Scheitern eingestehen, wenn er sich bei der Arbeitnehmervertretung nie durchsetzen kann.

Abgesehen davon liegt die heimische Bildungs-Misere durchaus auch an der Landespolitik. So könnte die Stadt Wien aus ihrem reich gefüllten Event-Budget ein paar Millionen für die Schulen lockermachen und die dringend notwendigen Stützlehrer sowie Sozialarbeiter damit zahlen. Denn viele Probleme des Schulwesens (Migration, bildungsferne Schichten) treten in den Ballungsräumen konzentriert auf.

Natürlich ist es Chuzpe, wenn die Gewerkschaft achselzuckend meint, man könne beim neuen Lehrerdienstrecht durchaus noch ein paar Jahre weiterverhandeln. Und klar, Fritz Neugebauer eignet sich schon allein physisch so schön zum Sündenbock. Aber alle Probleme plus den Absturz Österreichs in diversen Schulrankings nur der Lehrergewerkschaft in die Schuhe zu schieben, ist einfach zu billig.

 

 

Kurier – 28. Mai 2013

 

Gewerkschaft provoziert: „Können auch noch drei Jahre länger verhandeln".

Neugebauer & Co beeindruckt die Kanzler-Warnung nicht, die Schulreform ohne Gewerkschaft zu beschließen.

Pattstellung ohne Aussicht auf ein Ende – und das nach 27 Verhandlungsrunden in Sachen Lehrerdienstrecht. Und so hat SPÖ-Kanzler Werner Faymann im Sonntags-KURIER mit etwas gedroht, das in Österreich ein Novum und für Standesvertreter ein No-Go wäre: das neue Gehalts- und Dienstrecht für Pädagogen ohne deren Sanktus im Parlament zu beschließen. Die nötige Stimmenmehrheit dafür hätten Rot und Schwarz. Wäre da nicht ÖVP-Mandatar Fritz Neugebauer; der ist freilich auch Chef der Beamtengewerkschaft. Faymann urteilt über ihn: „Neugebauer blockiert alles."

Wird diesem ob des Kanzlers Warnung nun angst und bang? Aber wo. „Das Wort Fürchten kommt im gewerkschaftlichen Sprachgebrauch nicht vor." Im Übrigen glaubt Neugebauer ohnehin nicht, dass Faymanns Worten Taten folgen. „Ich halte das für unrealistisch. Der Bundeskanzler und die Bundesregierung wissen, wie Sozialpartnerschaft funktioniert." Er gab Faymann gestern aber eine mit – indem er ihn auf eine Stufe mit Neo-Parteichef Frank Stronach stellte; der hat ja jüngst gemeint, dass Gewerkschaften nicht nötig seien. Neugebauer: „Ich glaube nicht, dass sich der Bundeskanzler in diese Richtung drücken lassen möchte."

"So eine große Reform braucht eben seine Zeit"

Paul Kimberger, oberster Lehrergewerkschafter und damit Dienstrechtsverhandler, befand: „So eine große Reform braucht eben seine Zeit. Mir geht es nicht um eine schnelle Lösung. Ich denke auch nicht in Legislaturperioden." Könnten die Verhandlungen also noch zwei oder drei Jahre länger dauern? „Wenn das Ergebnis gut ist und für die nächsten Jahrzehnte bestehen kann, sollten wir uns diese Zeit auch nehmen. Ich bleibe so lange am Verhandlungstisch, bis wir ein gutes Paket haben."

Kimberger & Co verwahren sich ja dagegen, dass Pädagogen fortan mehr arbeiten müssen. Und: Über das gesamte Berufsleben hinweg dürften sie nicht weniger verdienen als jetzt (geplant sind höhere Einstiegsgagen, niedrigere gegen Ende hin).

ÖVP will Konsens

Die Schwarzen springen der ÖVP-dominierten Gewerkschaft bei – puncto Procedere. Ohne Konsens mit ihr werden sie das Dienstrecht nicht mit der SPÖ beschließen. Klubchef Karlheinz Kopf zum KURIER: „Es ist in Österreich gute Tradition, dass Fragen der Bezügeregelungen in der Tarifautonomie der Sozialpartner geregelt werden. Wenn nun der Herr Bundeskanzler bei der Schaffung eines neuen Beamten-Gehaltsschemas von dieser sozialpartnerschaftlichen Zuständigkeit durch gesetzlichen Eingriff abgehen will, wandelt er auf den Spuren von Frank Stronach, der ja die Gewerkschaften abschaffen will." Ätzender Nachsatz: „Im Vorfeld des ÖGB-Kongresses eine interessante Positionierung."

Trotz der Schwierigkeiten bei den Lehrern drängt Neugebauer auf ein einheitliches Dienstrecht für den gesamten öffentlichen Dienst, also für Beamte und Vertragsbedienstete. Das ist kein neues Begehren; passieren wird vor der Wahl im Herbst in der Hinsicht aber nichts mehr. Das hat Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek schon klargestellt – es wäre zu teuer. 200 bis 300 Millionen würde diese Reform kosten – weil auch da die Anfangsgehälter steigen sollen. Erst im Laufe der Jahre würde es sich rechnen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 28.05.2013                           Seite: 22

Ressort: lokal

 

Vbg, Wi, Abend, Wi, Vbg, Wi, Wi, Morgen

 

Einmal täglich Sport steht ab Herbst für Tausende Schüler auf dem Stundenplan

 

Hürden für die "Turnstunde neu"

 

Für alle Schüler, die Turnen als Lieblingsfach haben, eines vorweg: Die tägliche Stunde Sport wird nicht den Leseunterricht oder Mathematik ersetzen. Das stellt Stadtschulrats-Präsidentin Susanne Brandsteidl klar. Sie bezeichnet die tägliche Bewegungseinheit grundsätzlich als "super Idee", hat aber auch durchaus kritische Worte parat. Denn die Zusatz-Turnstunde benötigt eine Latte an Dienstposten.

 

   Neue Turnsäle werden nicht gebaut, wenn ab Herbst fünfmal Sport in der Woche auf dem Stundenplan steht, stellt Stadtrat Christian Oxonitsch klar.

 

   "Ich finde den täglichen Sport super, aber er muss vom Bund bezahlt werden", MARTINA MÜNZERfordert Stadtschulrats-Präsidentin Susanne Brandsteidl. Allein an den Volksschulen wären ab Herbst 57 Lehrer notwendig.

 

   Laufen und Walken statt Turnen auf der Matte

 

   Verlegt man den Sport auf den Nachmittag, dann könnten Nachmittagsbetreuer oder Sportvereine einspringen. Für Brandsteidl ist durchaus denkbar, die Turnstunde ins Freie zu verlagern. Laufen und Walken wären gute Alternativen.

 

   "Bei uns sind schon jetzt Sport und Bewegung von großer Bedeutung, und wir haben die räumlichen Voraussetzungen", ist Direktorin Andrea Pumm von der VS am Carl-Prohaska-Platz in Favoriten begeistert. Ihre Bildungsstätte ist mit Fitnessraum und Kletterwand bestens ausgerüstet.

 

   Kritischer sieht es ihre Kollegin von der VS Börsegasse in der City: "Wir sind noch skeptisch, aus räumlichen Gründen. Der Turnsaal ist nachmittags kaum verfügbar und wird überdies von der nahe gelegenen Volksschule mitverwendet." Also abwarten, sagt Direktorin Renate Krivanek.

 

 

 

Der Standard – 28. Mai 2013

 

 

Lehrerdienstrecht: "Es gibt Gruppen, die blockieren"

Lisa Aigner

Roter Gewerkschafter Heinrich Himmer wirft seinen Kollegen vor, die Verhandlungen aussitzen zu wollen - Auch Schmied habe sich zu viel Zeit gelassen

Seit mehr als einem Jahr verhandelt die Regierung mit der Lehrergewerkschaft ein neues Dienstrecht. Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode und der letzten Chance auf eine Einigung mischen sich nun auch die sozialdemokratischen Gewerkschafter ein, die in der Lehrergewerkschaft traditionell eher wenig mitzureden haben.

Heinrich Himmer, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschaftern an den berufsbildenden und höheren Schulen, erhebt Vorwürfe gegen seine Kollegen. Weder die Regierung noch die Gewerkschaft hätten immer ernsthaft verhandelt, nicht alle hätten das gleiche Interesse an einem neuen Lehrdienstrecht, meint er im Gespräch mit derStandard.at.

Lange Verhandlungen

Die Deadline für die Verhandlungen wurde bereits mehrmals nach hinten verlegt. Knackpunkte sind vor allem die Bezahlung und die Stundenverpflichtung. Der Gesetzestext sieht unter anderem ein Einstiegs-Grundgehalt von 2.420 Euro brutto und ein Endgehalt von 4.330 Euro pro Monat für alle Lehrer vor, unabhängig von Schultyp und Fach. Das Anfangsgehalt läge damit über, das Endgehalt unter dem derzeitigen Verdienst. Die Regierung verlangt außerdem, dass alle Lehrer 24 Stunden pro Woche arbeiten. Nach Protesten der Gewerkschaft wurde der Vorschlag nachgebessert: Klassenvorstände und Mentoren für Jungpädagogen sollen weniger unterrichten müssen.

"Es gibt Gruppen, die blockieren", sagt Himmer, der selbst im erweiterten Verhandlungsteam der Gewerkschaft sitzt. Manche Verhandler seien vor allem aus ideologischen Gründen gegen ein neues Lehrerdienstrecht, manche würden eine Einführung der Gesamtschule durch die Hintertür befürchten.

Zwei Klassen

Gerade die vorgesehene Angleichung der Gehälter zwischen den verschiedenen Schultypen ist für Himmer begrüßenswert. "Es gibt noch immer Lehrer zweiter Klasse", sagt er. Zudem würden durch die Einführung der Neuen Mittelschule seine Kollegen an einem Standort unterrichten und dennoch nicht gleich viel verdienen: "Das ist unfair." Mit der Einführung einer gemeinsamen Ausbildung auf Master-Niveau für alle Lehrer seien neue Rahmenbedingungen notwendig.

Himmer kritisiert auch seine Parteikollegin und Unterrichtsministerin Claudia Schmied. "Erst jetzt auf Fritz Neugebauer Druck auszuüben ist zu spät", sagt er in Bezug auf den Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). Himmers Hoffnung, dass es so kurz vor der Nationalratswahl noch zu einer Einigung kommt, ist sehr klein. "Die ÖVP braucht jede Stimme, auch die der Lehrer." Die Strategie der Gewerkschafter, die Verhandlungen auszusitzen, gehe daher auf.

"Die Diskussion wird deshalb aber nicht verschwinden", sagt Himmer. Er befürchtet, dass auch ohne ein neues Dienstrecht das Gehalt der Lehrer sinken werde. Immerhin habe es bereits im Jahr 2012 eine Nulllohnrunde gegeben.

Christgewerkschafter weist Kritik zurück

Eckehardt Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft und Christgewerkschafter, kann die Kritik Himmers nicht nachvollziehen. "Entweder hat er sich nicht informiert, oder er stellt Parteiinteressen über Dienstnehmerinteressen", sagt Quin über seinen Kollegen. Zudem habe Himmer erst dreimal an Verhandlungen mit dem Dienstgeber teilgenommen.

"Mehr Arbeit für weniger Geld - das kann keine Gewerkschaft akzeptieren", so Quin. Zeitdruck für die Verhandlungen sieht er kaum. "Das Zeitfenster für einen Abschluss in dieser Legislaturperiode wird immer schmäler, entscheidend für einen Abschluss ist aber nicht eine Zeitleiste, sondern die Qualität des Gesamtpakets."

 

 

"Der Standard" vom 28.05.2013                                Seite: 7

Ressort: Inland

 

Michael Völker

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Neugebauers langer Atem

 

   Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer erteilt dem Wunsch des Kanzlers nach raschem Abschluss der Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht eine klare Absage und spricht vom „langem Atem der Leidenschaft".

 

   Wien – Im kargen Ambiente des Europasaals in den Räumlichkeiten der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) erteilte deren Vorsitzender Fritz Neugebauer am Montag dem Kanzler eine glatte Abfuhr. Werner Faymann hatte am Sonntag einen raschen Abschluss der Verhandlungen zu einem neuen Lehrerdienstrecht noch vor der Nationalratswahl gefordert und indirekt mit einem Gesetzesbeschluss auch ohne dem Segen der Gewerkschaft gedroht. Neugebauer stellte erst einmal klar, dass das Wort „Furcht" im Sprachgebrauch der Gewerkschaft nicht vorkomme. Er gehe davon aus, dass Faymann wisse, wie Sozialpartnerschaft funktioniere und sich nicht in das gleiche Eck wie Frank Stronach stellen lassen wolle.

 

   „Lehrersparpaket"

 

   Eile habe man jedenfalls keine, stellte Neugebauer klar und sprach vom „langem Atem der Leidenschaft". Dem bisherigen Angebot der Regierung, das Neugebauer als „Lehrersparpaket" abtat, müsse er eine klare Absage erteilen. Ihm assistierten Richard Holzer von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter und Paul Kimberger, Chefverhandler der Lehrergewerkschafter. Kimberger würde auch ein bis zwei Jahre weiteren Verhandelns in Kauf nehmen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) habe ein großes Reformpaket und ein attraktives Angebot versprochen, das sei die Regierung schuldig geblieben. „Wir werden so lange am Verhandlungstisch sitzen bleiben, bis wir unser Ziel erreicht haben", machte Kimberger klar. Eine allfällige Mehrarbeit, wie sie die Regierung durch ein Aufstocken der Unterrichtszeit erreichen wolle, könne es nur bei deutlich besserer Bezahlung geben. „Mehr Arbeit und weniger Geld, da können wir nie Ja sagen", sprach Kimberger. Und Neugebauer ergänzte: „Das können wir nicht akzeptieren, das lehnen wir ab."

 

   Rasche Verhandlungen

 

   Stattdessen fordert die Gewerkschaft jetzt die umgehende Aufnahme von Gehaltsverhandlungen für den Bereich des öffentlichen Dienstes. Diese seien wiederum noch vor der Wahl abzuschließen. Neugebauer äußerte seine Zweifel daran, ob eine neue Bundesregierung nach der Wahl im September so rasch in der Lage sein werde, Verhandlungen abzuschließen. Dass von der Regierung ein Nein zu diesen Gehaltsverhandlungen kommen könnte, kann sich Neugebauer nicht vorstellen. Eine Absage der zuständigen Beamtenministerin Gabrielle Heinisch-Hosek würde er „nicht akzeptieren". Was das bedeuten könnte, ließ der Beamtengewerkschafter offen.

 

   Verhandelt werden müsste auch über ein neues Dienstrecht im öffentlichen Dienst, das keinen Unterschied mehr zwischen Vertragsbediensteten und Beamten mache. Selbstverständlich mit einer Besoldungsreform.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2013                                  Seite 12

Ressort: Politik

 

G. Schröder

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Beamte: Sofort mehr Geld

 

* Gehalts-Plus vor Wahl* Regierung sagt Nein

 

Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) fordert jetzt Gehaltsverhandlungen noch vor der Wahl. Doch die Regierung winkt ab.

 

Wien. Die Beamten wollen ein Wahlzuckerl und das bitte gleich: GÖD-Chef Fritz Neugebauer wird heute einen Brief an die Regierung schreiben, in dem er die sofortige Aufnahme von Gehaltsverhandlungen verlangt.

 

Das Kalkül ist klar: Ein Gehaltsabschluss für 2014 vor der Nationalratswahl am 29. September würde wohl üppiger ausfallen als danach. Neugebauer begründet den Beschluss der GÖD damit, dass ja unklar sei, wann die neue Regierung stehe.

 

Neugebauer: "Ein Nein akzeptiere ich nicht"

 

Ein Nein der Regierung, so Neugebauer auf ÖSTER-REICH-Anfrage, werde er nicht akzeptieren - die Gewerkschaft werde sich dann schon "zu artikulieren wissen", drohte er.

 

Was Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek kaltlässt. Gegenüber ÖSTERREICH lehnte sie den Wunsch ab: "Das haben wir bei früheren Wahlen auch nicht gemacht, das ist doch Wahlkampfgeplänkel" Immerhin: Zu einem persönlichen Gespräch mit Neugebauer sei sie bereit.

 

Lehrer: Poker könnte noch drei Jahre dauern

 

Beim Lehrerdienstrecht setzt die GÖD jetzt auf Zeit, die Verhandlungen könnten noch bis zu drei Jahre dauern. Chefverhandler Paul Kimberger machte klar, dass es nicht angehe, dass die Lehrer während ihrer Lebensarbeitszeit 300.000 €verlieren - und auch noch mehr arbeiten sollen: Wenn dies korrigiert werde, könne es einen raschen Abschluss geben.

 

Die GÖD fordert ein neues Dienstrecht mit höheren Anfangsgehältern für alle Beamten.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2013                                  Seite 13

Ressort: Politik

 

Wien, Kärnten, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Steiermark

 

Heute: Mathe- Test für alle

 

* Volksschüler haben nur 80 Minuten für 72 Aufgaben

 

79.000 Viertklassler müssen heute zum Mathe-Test. ÖSTERREICH hat Beispiel-Aufgaben, mit denen Bildungsstandards abgeprüft werden.

 

Wien. Textaufgaben, geometrisches Zeichnen oder logisches Denken sind Fähigkeiten, die die Viertklassler heute bei der Abprüfung der Bildungsstandards in Mathematik mitbringen müssen. ÖSTERREICH hat Beispielaufgaben für die Tests (siehe unten), welche die Volksschüler erstmals machen werden.

 

Die Neun-und Zehnjährigen haben zweimal 40 Minuten Zeit für die 72 Beispielaufgaben. Manche Fragen müssen ausformuliert beantwortet werden (z. B.: Lisi dividiert die Zahl 7,10 und 16 durch 3. Was haben die Rechnungen gemeinsam?), bei einigen reicht das Ergebnis, manche sind auch als Multiple-Choice-Test gestaltet.

 

Nur fünf Prozent erreichten Ziele der Bildungsstandards

 

Die Ergebnisse der Tests werden erst im Dezember bekannt gegeben. Sie haben keinen Einfluss auf die Note, nur der Schüler selbst erfährt, wie er abgeschnitten hat.

 

2012 wurden die Bildungsstandards das erste Mal an 14-Jährigen überprüft. Ernüchterndes Resultat: Nur fünf Prozent erreichten die höchste Stufe. (knd)

 

Beispiel-Aufgaben für die Viertklassler

 

Das sind die Mathetests

 

Wien. Das Bildungsinstitut BI-FIE definiert genau, was Schüler am Ende der Volksschule in Mathe können müssen. ÖSTERREICH zeigt Beispielaufgaben, die bei den heutigen Tests so ähnlich abgeprüft werden. Hätten Sie es gewusst?

 

 

KLZ – 28. Mai 2013

 

Lehrer: "Noch zwei, drei Jahre verhandeln"

Auch wenn die Koalition am Dienstag im Ministerrat die neue Ausbildung für Lehrer absegnen will: Beim Dienstrecht bleibt die Gewerkschaft hart und will "am Tisch sitzen bleiben, bis das Ziel erreicht ist".

Bei den zähen und bisher weitgehend erfolglosen Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht stellt sich jetzt die ganze Beamtengewerkschaft (GÖD) hinter den verhandelnden Lehrergewerkschafter Paul Kimberger. Den Plänen der Regierung sei "eine klare Absage" zu erteilen, sagte der Chef der Beamtengewerkschaft Fritz Neugebauer am Montag nach der Bundeskonferenz, dem zweithöchsten Gremium der GÖD. Sonst drohten Lehrern "mehr Arbeitszeit und Einkommensverluste von 300.000 bis 400.000 Euro". So etwas könne keine Gewerkschaft gutheißen, erklärte Neugebauer.

Kimberger sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, am vor einem Jahr von der Regierung vorgelegten Entwurf, der nur "ein Lehrersparpaket" sei, habe sich bisher nichts geändert. Deshalb wolle er am Verhandlungstisch sitzen bleiben, bis das Ziel erreicht sei. Schließlich gehe es im Vollausbau um 120.000 Lehrer, dies brauche Zeit. Dabei denke er "nicht in Legislaturperioden".

Nicht ohne Gewerkschaft

Bis zu einem Erfolg könne es gut und gerne noch zwei bis drei Jahre dauern. So lange wolle er notfalls weiterverhandeln. GÖD-Chef Neugebauer meinte, diese Bereitschaft der Lehrergewerkschaft zeige "den langen Atem der Leidenschaft". Dass die Regierung über die Gewerkschaft "drüberfahren" könnte, sei trotz diverser Andeutungen auch von Bundeskanzler Werner Faymann nicht zu befürchten. "Ohne Gewerkschaft geht es nicht", meinte auch GÖD-Vize Richard Holzer von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Sollte der staatliche Dienstgeber dennoch einen Alleingang wagen, werde es zunächst "einen lauten Aufschrei der Verständnislosigkeit" geben, sagte Neugebauer zur Kleinen Zeitung. Mehr wolle er noch nicht verraten.

Obwohl sich das Lehrerdienstrecht als harter Brocken erweist, unternimmt die GÖD einen neuen Anlauf für ein einheitliches Dienstrecht, das für alle Beamten wie Vertragsbediensteten gelten soll. Deshalb hat der Bundeskongress, der sich am Montag nicht nur mit dem Lehrerdienstrecht befasste, eine Resolution verabschiedet. Darin wird ein "modernes" und eigenständiges Dienstrecht gefordert. Auch die Besoldung sei neu zu regeln. Im Kern geht es dabei um eine flachere Besoldungsstruktur "mit höheren Einstiegsgehältern und Beibehaltung der Aktivlebenssumme", betont Neugebauer. Zulagen wie die Erschwernis- oder Gefahrenzulage sollen aber nicht ins Grundgehalt eingebaut werden.

Weil der Gesundheitszustand mancher Kollegen "besorgniserregend" sei, fordert die GÖD neben "besonderen Schutzmechanismen" mehr Prävention. Auszubauen seien auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Anzahl altersgerechter Jobs. Die Regierung wird aufgefordert, die in einigen Bundesländern bereits erzielten Verbesserungen auch auf Bundesebene bei den Verhandlungen zu berücktsichtigen.

WOLFGANG SIMONITSCH

 

 

Wiener Zeitung – 28. Mai 2013

 

Erstmals Bildungsstandard-Testungen bei Volksschülern

Jetzt ist Kopfrechnen gefragt

 

 

  • Am Dienstag werden Mathematikkenntnisse von 79.000 Viertklässlern abgefragt

 

Wien. Am Dienstag steht für 79.000 Volksschüler der vierten Klassen Kopfrechnen am Stundenplan. Es wird überprüft, ob sie jene Kompetenzen beherrschen, die in den Bildungsstandards vorgegeben werden. Den Anfang macht dabei das Fach Mathematik. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit jenen der 83.000 Schüler der achten Schulstufe, die vor sechs Wochen in Englisch getestet wurden, im Dezember veröffentlicht. Im kommenden Jahr werden dann bei den Volksschülern sowie bei den 14-Jährigen die Bildungsstandards in Deutsch überprüft.

72 Mathe-Aufgaben in 80 Minuten

Die neun- bis zehnjährigen Schüler haben 80 Minuten Zeit (mit einer Pause), um rund 72 Mathematik-Aufgaben zu lösen. Überprüft werden allgemeine Kompetenzen wie Modellieren, Operieren, Kommunizieren und Problemlösen bzw. die inhaltlichen Kompetenzen "Arbeiten mit Zahlen", "Arbeiten mit Operationen", "Arbeiten mit Größen" und "Arbeiten mit Ebene und Raum". Dabei müssen bei manchen Fragen eigene Antworten ausformuliert werden, kurz schriftlich oder mit einer Zahl geantwortet werden oder Richtig-Falsch- bzw. Multiple-Choice-Aufgaben gelöst werden.

Die Durchführung der Tests übernehmen meist vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) extra geschulte Lehrer des jeweiligen Standorts, bei einigen Stichproben-Schulen externe Testleiter. Nach der Wissensüberprüfung müssen die Kinder noch einen kurzen Fragebogen ausfüllen, der etwa Faktoren wie Migrationshintergrund, zu Hause gesprochene Sprache, Beruf der Eltern, Freizeitaktivitäten, Bildungsbiografie des Kindes, Förderunterricht etc. abfragt.

Die Ergebnisse der Bildungsstandard-Testungen haben keinen Einfluss auf die Noten der Schüler bzw. die dienstrechtliche Leistungsbewertung der Lehrer. Nur der Schüler selbst erfährt, wie er persönlich abgeschnitten hat. Der Lehrer bekommt das (anonymisierte) Gesamtergebnis seiner Klasse, die Schulleitung das ihrer Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Schulaufsicht die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie die Unterrichtsministerin einen Bundesbericht. Die Tests sollen Mängel aufzeigen, auf die dann etwa durch Änderungen der Lehreraus- und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagiert werden kann.

Die Bildungsstandards legen seit 2009 zusätzlich zum Lehrplan fest, was ein Schüler in der vierten Schulstufe (Deutsch, Mathematik) bzw. in der achten Schulstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll. 2012 wurde zum ersten Mal überprüft, ob die Schüler diese Standards auch erreichen: Bei den Mathe-Überprüfungen der achten Schulstufe (4. Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule) schnitten die oberösterreichischen Jugendlichen am besten ab. Österreichweit erreichten nur fünf Prozent der Schüler die höchste Kompetenzstufe, jeder sechste Schüler verfehlte die Bildungsstandards.

 

 

Wiener Zeitung – 28. Mai 2013

 

In Sachen Lehrerdienstrecht hat es die Gewerkschaft nicht eilig, wohl aber in Sachen Gehaltsverhandlungen

Neugebauers Muskelspielchen

 

Von Wolfgang Zaunbauer

 

  • Verhandlungen noch im Sommer, "sonst entsprechende Möglichkeiten".

 

Wien. Seit Jahren ziehen sich die Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht, doch die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) hat es mit einem Abschluss nicht sonderlich eilig, wie sie am Montag deutlich machte. Rasch etwas weitergehen soll hingegen in Sachen einheitliches Beamtendienstrecht und vor allem bezüglich der Gehaltsverhandlungen für 2014. Die will GÖD-Chef Fritz Neugebauer (ÖVP) unbedingt noch vor der Wahl durchziehen - und geht damit auf Konfrontationskurs mit Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

"Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst fordert die Bundesregierung auf, ohne Zeitverzug Gehaltsverhandlungen für 2014 aufzunehmen", heißt es in einer Resolution des GÖD-Bundeskongresses, des zweithöchsten Gremiums der Beamtengewerkschaft. Üblicherweise werden die Gehälter für die öffentlich Bediensteten im Oktober oder November verhandelt. Weil aber heuer im September Nationalratswahlen anstehen, fürchtet Gewerkschaftsboss Neugebauer, dass danach - aufgrund schwieriger Koalitionsverhandlungen - womöglich für Monate keine Regierung als Verhandlungspartner zur Verfügung steht. Damit erneuerte Neugebauer eine Forderung, die die GÖD schon im März aufgestellt hat. Und damals wie heute kommt von der zuständigen Ministerin ein klares Njet.

"Wahlkampfgeplänkel"
Heinisch-Hosek sieht keinen Grund, noch vor dem Sommer die Gehaltsverhandlungen zu starten. Auch in Jahren, in denen gewählt wurde, wie etwa 2008, sei im Herbst verhandelt worden, erklärte eine Sprecherin am Montag. Angesichts der aktuellen GÖD-Forderung "stellt sich hier die Frage, ob es sich nicht um Wahlkampfgeplänkel handelt", meinte die Sprecherin. Es gehe um einen moderaten Gehaltsabschluss für über 200.000 Bedienstete und dies sei "zu wichtig, um zum Wahlkampfthema zu werden". "Natürlich" stehe Heinisch-Hosek dem GÖD-Vorsitzenden für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Sie erwarte sich auch, zu dieser Art des Gesprächs zurückzufinden und sich nicht Forderungen via Medien auszurichten.

Zweifellos käme ein guter Gehaltsabschluss der Beamten vor allem der ÖVP im Wahlkampf nicht ungelegen. Ob er denn eine solche Absage akzeptiere? "Nein", so Neugebauer. Wenn Heinisch-Hosek nicht verhandeln wolle, hätte das "absolute Verständnislosigkeit in der Kollegenschaft" zur Folge und es gebe "entsprechende Artikulationsmöglichkeiten". Das Wort "Kampfmaßnahmen" wollte er - zum Unmut der anwesenden Journalisten - aber nicht in den Mund nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945