Freitag, 28. Juni 2013

Ö1 Mittagsjournal 28. Juni 2013

 

Pressemeldungen - Unterricht

OTS0195 II 28.06.2013 13:10:46

 

Mayer ad Walser: Notorisches Schlechtreden ändert nichts an Erfolgsgeschichte Neue Mittelschule

Utl.: 58 Prozent der NMS-Absolventen haben AHS-Reife - Zahlreiche Vorteile der NMS - Walser offenbar gegen chancengerechte Bildung

SPÖ/Mayer/Bildung/Schule/Neue Mittelschule/Walser

Mit Unverständnis reagiert SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer auf jüngste Äußerungen des grünen Bildungssprechers Walser und des Bildungswissenschafters Haider zum Thema Neue Mittelschule (NMS). "Hier haben sich zwei gesucht und gefunden, die aus leicht durchschaubaren Motiven und wider besseres Wissen gegen das Erfolgsmodell Neue Mittelschule agitieren. Es ist schade, dass einem karenzierten AHS-Direktor und einem ehemaligen BIFIE-Direktor, dessen Vertrag nach einem vernichtenden Rechnungshof-Bericht über den Umgang mit Steuergeld nicht verlängert wurde, zum Thema Bildung nicht mehr einfällt als notorisches Schlechtreden." Walsers Frontalattacke auf die erfolgreiche Neue Mittelschule sei "nichts anderes als ein Offenbarungseid dahingehend, dass der grüne Bildungssprecher nur in Sonntagsreden für ein chancengerechtes Bildungssystem und in Wirklichkeit Verfechter eines elitären Bildungssystems ist", sagte Mayer heute, Freitag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Neue Mittelschule sei ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur gemeinsamen Schule und liefere damit einen großen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit. Die Neue Mittelschule biete außerdem eine Reihe von Vorteilen, betonte Mayer mit Verweis auf individuelle Förderung, Team-Teaching und die neue Lern- und Lehrkultur. Dass die NMS ein voller Erfolg ist, werde nicht nur durch mehrere Umfragen zur Zufriedenheit mit der Neuen Mittelschule belegt, sondern auch durch aktuelle Zahlen zur AHS-Reife der NMS-Schülerinnen und -Schüler, betonte Mayer. Demnach schaffen rund 58 Prozent der NMS-Schülerinnen und -Schüler die Berechtigung zum Aufstieg in eine AHS bzw. BHS. Gegenüber dem Vorjahr sei das ein Anstieg von 10,1 Prozent, zeigte sich Mayer über den Erfolg der Neuen Mittelschule erfreut.

Dass Walser und Haider bloße Spekulationen als Tatsachen verkaufen, sei ein deutlicher Beweis für die "unsaubere Vorgangsweise von Walser und Haider, denen es nur um Kritik um der Kritik willen geht. Das Heranziehen der Bildungsstandards für Aussagen über die Neue Mittelschule ist unseriös, schließlich liegen laut Haiders eigener Analyse vor gerade einmal sechs Monaten aufgrund der geringen Anzahl an getesteten Schülerinnen und Schülern der NMS bei den Bildungsstandards weder zuverlässige noch repräsentative Daten vor", betonte Mayer. Die Aussagen von Walser und Haider seien daher "an den Haaren herbeigezogen und richten sich von selbst", stellte der SPÖ-Bildungssprecher klar.

"Der Neuen Mittelschule, bei der Chancengerechtigkeit und die individuelle Förderung aller Talente groß geschrieben wird, gehört die Zukunft. Daran ändert auch das notorische Schlechtreden von Walser & Co. nichts. So ein Erfolgsprojekt einzustellen, das beweisbar mehr Schülerinnen und Schülern aus sozial nicht privilegierten Familien eine Chance auf höhere Bildung ermöglicht, wäre ein Rückschritt in die bildungspolitische Steinzeit", unterstrich Mayer. (Schluss) mb/sn

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 13:27:30

APA0295 WI, II, XI 28.06.2013 13:10:00

 

Wifo/IHS-Chefs rufen nach mehr Bildung gegen hohe Arbeitslosigkeit

Utl.: Aiginger: "Entscheidend für Wachstum und Vollbeschäftigung" - Keuschnigg: "Neue Arbeitslosigkeit darf sich nicht verfestigen" - Unterm Strich kein Lohn-Plus - Teuerung bei uns höher

Volkswirtschaft/BIP/Wirtschaftswachstum/Österreich/Wien

Angesichts der aufgrund der schwachen Wirtschaft heuer stark steigenden Arbeitslosigkeit in Österreich rufen die Chefs von Wifo und IHS nach mehr Zukunftsausgaben in Bildung und Forschung. "Der Bildungssektor entscheidet darüber, ob die Wirtschaft wächst und es Vollbeschäftigung gibt", sagte Karl Aiginger am Freitag bei der Erläuterung der jüngsten Konjunkturprognose. Auch Christian Keuschnigg hofft auf "eine Politik, die die Wirtschaft stärkt" mit einem Strukturwandel und einer Stärkung der Unternehmen für eine allfällige nächste Krise: "Die neue Arbeitslosigkeit darf sich nicht verfestigen, sondern man muss versuchen, die Menschen durch Qualifizierung wieder in Arbeit zu bringen."

Fehlende Bildung sei "das größte Arbeitslosigkeitsrisiko", so IHS-Chef Keuschnigg. Wifo-Leiter Aiginger verwies vor allem auf das bekannte "Mismatch-Problem", dass es einerseits einen Mangel an Fachkräften und Hochqualifizierten gebe, dass andererseits aber Unqualifizierte ohne Job blieben. Bei 25 Prozent Leseschwäche unter den 15-Jährigen dürfe dies nicht verwundern, so Aiginger, zugleich würden andere wegen Überarbeitung unter einem Burn-out leiden.

Für die Arbeitslosenrate in Österreich befürchten sowohl Wifo als auch IHS wegen der schwachen Konjunktur heuer einen starken Anstieg von 7,0 auf 7,5 Prozent der unselbstständigen Erwerbstätigen, also nach nationalem Berechnungsmodus. Das IHS rechnet für 2014 wegen der dann besseren Wirtschaftsaussichten nur noch mit einem Verharren auf diesem hohen Niveau, das Wifo prognostiziert jedoch eine weitere leichte Verschlechterung auf 7,6 Prozent.

Die Arbeitslosenzahl steigt heuer laut Wifo auf 282.000 und nächstes Jahr auf 290.000, das seien sogar um 20.000 mehr als im Krisenjahr 2009. Und hinzu kämen noch rund 75.000 Menschen in AMS-Schulungen.

Nach EU-Kriterien dürfte die heimische Arbeitslosenrate - trotz zugleich wachsender Gesamtbeschäftigung - von 4,3 auf 5,0 Prozent zulegen und 2014 nochmals weiter auf 5,1 Prozent. Das sei in beiden Jahren "höher als das Maximum vor der Krise" von damals 4,8 Prozent, so Aiginger.

Licht am Horizont gibt es dem Wifo-Chef zufolge vorerst nicht: "Wir sehen keine Chance dass die Arbeitslosigkeit von dem hohen Sockel in den nächsten Jahren heruntergeht, weil das Wirtschaftswachstum zu niedrig ist." Allein ein bis eineinhalb Prozent mache pro Jahr der technische Fortschritt aus, durch den es trotz Wachstums keinen Beschäftigungsanstieg gebe.

Zu den Arbeitsmarktproblemen komme noch hinzu, dass den Beschäftigten von den durchaus ansehnlichen Bruttolohnerhöhungen - in vielen Branchen nominell über 3 Prozent - durch Inflation und Steuerprogression unterm Strich nichts bleibe. Zwar würden die Reallöhne 2013 und 2014 um je 2,4 Prozent zulegen, nach Inflation seien es aber nur noch 0,2 bzw. 0,4 Prozent, und inklusive Steuerprogression komme für heuer -0,1 Prozent und für 2014 +0,1 Prozent heraus, rechnete der Wifo-Chef vor.

Angst vor einer galoppierenden Inflation müsse man freilich nicht haben, verwies Aiginger auf die vom Wifo für heuer erwartete Rückbildung von 2,4 auf 2,2 Prozent und dann noch 2,0 Prozent Preisanstieg 2014.

Dass die Inflation in Österreich aber um rund ein Prozent höher als in Deutschland und Europa sei, liege "zu 80 Prozent am Differenzial bei Dienstleistungen und kaum an industriellen Produkten". Als Exempel verwies der Wifo-Chef auf "regulierte Bereiche" wie die Rauchfangkehrer-Kosten, die Mobilfunk-Grundentgelte, Parkpickerl, die Straßenmaut, aber auch den Sektor Gastronomie.

(fortsetzung-moeglich) sp;tsk

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Neue Mittelschule: Grüne und Ex-Bifie-Chef Haider für Stopp

APA0271 II, XI 28.06.2013 12:47:46

 

Neue Mittelschule: Grüne und Ex-Bifie-Chef Haider für Stopp

Utl.: Kein Schritt zur Gesamtschule, keine Verbesserung der Leistungen - Unterrichtsministerium: Kommt überhaupt nicht infrage

Unterstufe/Die Grünen/Österreich

Die Grünen und der ehemalige Chef des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Günter Haider, fordern einen Stopp des Ausbaus der Neuen Mittelschule (NMS). Die NMS sei weder ein Schritt zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen noch ein attraktiver Schultyp und habe zumindest keine Verbesserung der Leistungen gebracht, so Haider bei einer Pressekonferenz am Freitag. Im Herbst 2013 sollen zwar noch Schüler normal eine NMS beginnen. Ob im Herbst 2014 das Projekt fortgesetzt wird, dürfe aber erst nach einer seriösen Evaluierung entschieden werden. Im Unterrichtsministerium lehnt man einen Stopp der NMS dagegen ab. Sämtliche Daten zeigten, dass sich die Bildungschancen der Schüler verbessert hätten.

Die ersten NMS wurden vor rund fünf Jahren gestartet. "Die Bedenken wachsen aber immer mehr, ob dieses Modell wirklich Vorteile bringt", so Haider. Der Bildungswissenschafter zeichnete unter anderem für die bisherigen PISA-Studien verantwortlich und war bis vor kurzem Direktor des Bifie. Sein Vertrag wurde von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) nicht mehr verlängert.

Die NMS sei alles andere als eine Gesamtschule, betonte Haider. Und sie führe auch nicht zu einer solchen, ganz im Gegenteil. Die Anteile der Zehn- bis 14-Jährigen an den AHS-Unterstufen sei seit Einführung der NMS sogar gewachsen und werde bei gleichbleibender Entwicklung von 33 Prozent bis 2030 auf 42 Prozent steigen. "Die NMS ist kein Weg zur Gesamtschule." Bis 2030 würden die AHS rund 30.000 Schüler dazugewinnen, die der NMS "davonlaufen".

Auch leistungsmäßig habe die NMS zu keinen Verbesserungen geführt, meinte Haider. Zwar dürfe man die im Vorjahr erstmals österreichweit erhobenen Bildungsstandards wegen der geringen NMS-Stichprobe und des Modellcharakters der Schulen nicht eins zu eins heranziehen, eines sei aber klar: "Es wird zumindest nicht besser." Wenn man sich die Zahlen genauer anschaue, könne man sagen: "Da könnte ein zusätzliches Leistungsproblem auftauchen."

Dass die Zahl der AHS-Berechtigungen an den NMS gegenüber den Hauptschulen zugenommen hat, lässt Haider nicht als Argument für einen Leistungszuwachs gelten. "Wenn es nach objektiven Kriterien keine Verbesserungen gegeben hat, aber bessere Zeugnisse herauskommen, kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen." Um diesen Widerspruch zu klären, bedürfe es einer objektiven Untersuchung.

Insgesamt ist für Haider "völlig unklar, ob die NMS die Wirkungen erzielt hat, die intendiert waren". Daher solle der weitere Ausbau angehalten und müssten zunächst die Evaluierungsergebnisse abgewartet werden.

Auch Walser sieht bei der NMS "sämtliche Versprechungen nicht eingehalten". Diese sei vor allem kein geeignetes Mittel, die Bildungsarmut aufzuhalten, die Ungleichheit wachse weiter. "Wir sind auf einem falschen Weg." Für Walser ist klar, dass ab Herbst 2014 keine neuen Schüler mehr an NMS aufgenommen werden dürfen. Er will aber nicht zurück zur alten Hauptschule: "Wir müssen in Richtung gemeinsame Schule gehen."

Aus dem Büro Schmieds hieß es dagegen: "Eine Einstellung der Neuen Mittelschule kommt überhaupt nicht infrage. Das widerspricht sämtlichen Daten." Die Fakten würden für sich sprechen: Man habe die Chancen der Schüler auf einen höheren Bildungsabschluss nachweislich gesteigert. "Die echten Fakten zeigen, dass Haider und Walser auf dem Holzweg sind."

(schluss) aku;jle;jul

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Pressemeldungen - Unterricht

APA0232 II, XI 28.06.2013 12:09:34

 

Bildungsvolksbegehrer fordern Antworten von der Politik

Utl.: Androsch: Man werde mit den Reaktionen "sehr öffentlichkeitswirksam umgehen" - "Service" für Entscheidung bei den Nationalratswahlen im Herbst

Schule/Lehrende/Familie/Österreich

Die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens um den Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch haben am Freitag in einem Brief an Regierungsmitglieder, Klubobleute, Bildungssprecher und die Vorsitzenden der wahlwerbenden Parteien "klare Antworten" auf zehn Fragen zur Bildungspolitik eingefordert. Man wolle damit bei den Nationalratswahlen "eine umfassende Bildungsreform zu einem zentralen Thema" machen, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Mit den Reaktionen und Antworten werde man "sehr öffentlichkeitswirksam umgehen", man sehe das als "Service" für eine Entscheidung der Wähler.

In dem Brief werden "die unerträglichen Zustände in nahezu allen Bildungsbereichen" wie hoher Nachhilfebedarf und mangelnder Widerstand gegen "die hartnäckige Blockierungspolitik führender Lehrergewerkschafter" beklagt. Von den Politikern wollen die Bildungsvolksbegehrer u.a. wissen, wie sie zu Gesamtschule, Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht für Lehrer und Schüler von 8.30 bis 16.30 Uhr, Schulzentren statt Klein- und Kleinstschulen und gleicher Bezahlung für gleichwertig ausgebildete Pädagogen (inklusive Kindergartenpädagogen) stehen.

Politische Konzepte verlangen Androsch und andere Initiatoren des Volksbegehrens, das im Herbst 2011 fast 400.000 Unterschriften erhalten hatte, außerdem für eine Effizienzsteigerung der Schulverwaltung, die Steigerung des Anteils prüfungsaktiver Studenten und eine höhere Finanzierung von Schulen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung.

(schluss) jle;cm;jul

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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 12:20:04

OTS0134 II 28.06.2013 11:21:00

 

Viele offene Baustellen im OÖ-Bildungswesen

Utl.: SPÖ-Klubvorsitzende Gertraud Jahn: "Heute schon die Schule von morgen gestalten."

Bildung/Schule/SPÖ

Der Ausbau kindgerechter Ganztagsschulen, die gerechte Zuteilung von Ressourcen an Schulen und moderne Schulbaurichtlinien sind drei Kernforderungen von SPÖ-Klubvorsitzender Mag.a Gertraud Jahn. "Für die SPÖ stehen in Schulfragen immer die Kinder im Mittelpunkt. Wir wollen gerechte Chancen für alle Kinder - egal aus welchem Elternhaus sie kommen. Deshalb haben wir eine ganze Reihe von konkreten Initiativen im Oö. Landtag eingebracht, die in Oberösterreich umgesetzt werden können und das Schulwesen im Land nachhaltig verbessern würden", weist Jahn auf die vielen offenen SPÖ-Initiativen im Bildungs-Unterausschuss des Landtags hin.

Der aktuelle Ausbau von ganztägigen Schulen ist eine große Chance für höhere Qualität im heimischen Bildungswesen - allerdings nur dann, wenn es gelingt, mehr kindgerechte Ganztagsschulen zu errichten. Wenn nämlich Unterricht mit Bewegungs- und Freizeitphasen in kindgerechter Form über den Tag verteilt stattfindet, dann hat das nachweislich positive Auswirkungen: Die Zahl der Klassenwiederholungen sinkt enorm, das Aggressionspotential nimmt ab und sowohl Lehrkräfte wie auch Schulkinder haben mehr Freude an der Schule. "Damit der Ausbau kindgerechter Ganztagsschulen gelingt, müssen auch die erforderlichen Ressourcen vorhanden sein", zeigt die SPÖ-Bildungssprecherin auf.

Um den Ausbau ganztägiger Schulen bestmöglich vorantreiben zu können, müssen auch die Schulbaurichtlinien des Landes Oberösterreich überarbeitet werden. "Ganztägige Schulen haben andere Raumerfordernisse als Halbtagsschulen. Mehr Flexibilität, mehr Raum für Bewegung und Freizeit und Möglichkeiten für das Mittagessen in den Schulen sind die Hauptthemen", stellt Jahn fest.

Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen brauchen zusätzliche Ressourcen, um ihren Bildungsauftrag bestmöglich erfüllen zu können. Die Linzer Universitätsprofessoren Altrichter und Bacher haben dazu ein Modell erarbeitet, das von der SPÖ im Oö. Landtag als Initiativ-antrag eingebracht wurde. "Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass man Kindern und Lehrkräften in Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen auch die nötige Hilfe anbietet. Dabei geht es vor allem um zusätzliche LehrerInnenstunden samt Hilfspersonal bis hin zu SozialarbeiterInnen", argumentiert Jahn.

Rückfragehinweis:
Mag. Andreas Ortner
Tel. Nr.: 0664/60072-11313


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 12:20:04

OTS0128 CI 28.06.2013 11:15:56

 

Aviso: Gemeinsames Pressegespräch von Claudia Schmied und Karlheinz Töchterle

Utl.: Aktuelle Umsetzungsschritte zur Pädagog/innenbildung Neu

Wissenschaft/Töchterle/BMWF/BMUKK/PK/Lehrerbildung/Aviso/Termin

Mit dem Beschluss im Bundesrat ist der parlamentarische Prozess für die Neugestaltung der Lehrerbildung abgeschlossen, jetzt geht es darum die Reform mit Leben zu erfüllen. Ein wesentliches Element der neuen Regelungen ist die unabhängige Qualitätssicherung durch den Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung, der einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der kooperierenden Institutionen leisten und prüfen wird, ob die Ausbildungen die Anstellungserfordernisse des Dienstgebers widerspiegeln.

Am Mittwoch, 3. Juli 2013 informieren Unterrichtsministerin Dr. Claudia Schmied und Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle über aktuelle Umsetzungsschritte bei diesem gemeinsamen Regierungsprojekt.

Termin: Mittwoch, 3. Juli 2013, 09:30 Uhr

Ort: BMWF/BMUKK, Audienzsaal, Minoritenplatz 5, 1010 Wien

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressesprecher: Felix Lamezan-Salins
Tel.: +43 1 531 20 9027
mailto: felix.lamezan-salins@bmwf.gv.at
www.bmwf.gv.at

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Pressesprecher: Josef Galley
Tel.: +43 1 531 20 5019
mailto: josef.galley@bmukk.gv.at
www.bmukk.gv.at


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 12:20:04

OTS0111 II, CI 28.06.2013 11:00:38

 

TERMIN: Schulschluss-Pressekonferenz mit Bildungsministerin Schmied

Utl.: AVISO: Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied lädt zur Schulschluss-Pressekonferenz

Bildung/Schmied/Termin/Schulschluss

Die VertreterInnen der Medien sind herzlich zur Pressekonferenz mit Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied zum Thema "Schulschluss - Bilanz und Ausblick" eingeladen.

Termin: Dienstag, 2.Juli 2013 Uhrzeit: 10.00 Uhr Ort: BMUKK, Audienzsaal Minoritenplatz 5 1014 Wien

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at

mobil: +43-664-96-99-616


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Jasmin Schindlegger

 

Büro Mag.a Monika Juch, MA

SPÖ-Parlamentsklub

Tel.: +43 (1) 40110-3531

Fax: +43 (1) 40110-3875

eMail: jasmin.schindlegger@spoe.at

 

Pressemeldungen - Unterricht

APA0118 II, XI 28.06.2013 10:33:14

 

Neue Mittelschule: Immer mehr schaffen AHS-Berechtigung

Utl.: 58 Prozent der NMS-Absolventen dürfen an höhere Schule - Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber letztem Hauptschuljahr

Unterstufe/Österreich

Immer mehr Absolventen der Neuen Mittelschule (NMS) erreichen mit ihrem Abschlusszeugnis die Berechtigung zum Besuch einer allgemeinbildenden (AHS) oder berufsbildenden höheren Schule (BHS). Diesmal dürfen 58 Prozent der Abschlussjahrgänge der 243 NMS-Standorte im kommenden Jahr eine AHS oder BHS besuchen, hieß es am Freitag in einer Aussendung des Unterrichtsministeriums. Das entspricht einem Plus von rund zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr an diesen Standorten bzw. einem Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber jenen Standorten, die schon im Vorjahr als NMS geführt wurden.

Laut einer Erhebung der Landesschulinspektoren haben von den 13.423 Schülern der Abschlussjahrgänge 7.779 ein Zeugnis bekommen, das sie zum Besuch einer AHS bzw. BHS berechtigt (57,95 Prozent). Im Vorjahr erreichten an diesen Schulen dagegen von damals 12.993 Absolventen nur 6.183 eine AHS-/BHS-Berechtigung (47,81 Prozent).

Der Großteil dieser 243 Standorte wurde im Vorjahr noch als Hauptschule geführt. 67 gehörten dagegen im Vorjahr bereits zu den "Pionierschulen" des ersten NMS-Abschlussjahrgangs. Der zweite Jahrgang an diesen Standorten erreichte wie die Absolventen des ersten eine AHS-/BHS-Berechtigungsquote von 53,3 Prozent.

(schluss) aku;jle;jul

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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0094 II, CI 28.06.2013 10:30:36

 

BMUKK: Zahl der AHS/BHS-Berechtigungen von NMS-AbsolventInnen steigt um 10 Prozentpunkte

Utl.: Rund 58% der SchülerInnen der Neuen Mittelschule schaffen die Berechtigung zum Aufstieg in eine AHS/BHS. Das ist ein Plus von 10,1 Prozentpunkten gegenüber der bisherigen Hauptschule.

Bildung/Neue Mittelschule/Schulerfolg

Eine Erhebung der Landesschulinspektoren des BMUKK bei den bundesweit 243 Standorten der Neuen Mittelschule, an denen heuer zum Schulschluss Abschlussklassen die vierjährige Neue Mittelschule beenden, zeigt einen erfreulichen Trend: Von 13.423 SchülerInnen der Abschlussjahrgänge dieser 243 Standorte, erreichen heuer 7.779 ein Zeugnis, mit dem sie zum Aufstieg in eine AHS oder BHS berechtigt sind. Das sind 57,95 % aller AbsolventInnen - ein Plus von 10,14 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Der Vergleich zum Abschlussergebnis des Jahres 2011/12 an diesen 243 Standorten zeigt einen starken Anstieg bei den Berechtigungen zum Besuch Höherer Schulen: Von 12.933 AbsolventInnen an diesen Standorten erreichten im Vorjahr 6.183 AbsolventInnen oder 47,81 Prozent die Berechtigung für den AHS/BHS-Besuch.

67 von diesen 243 Standorten waren die "Pionier-Schulen", die schon im Vorjahr den ersten Abschlussjahrgang als NMS hervorbrachten - hier erreichte der 2. Jahrgang einen praktisch identen Wert mit den AbsolventInnen des 1. Jahrgangs von 53,3 Prozent.

Eine entsprechende Tabelle ist auf www.bmukk.gv.at downloadbar.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at

mobil: +43-664-96-99-616


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0090 II, XI 28.06.2013 10:23:53

 

Schulschluss: BZÖ-Bucher/Haubner: Lehrer sollen in den Ferien Gratisnachhilfe erteilen

Innenpolitik/BZÖ/Schule/Kinder/Bildung/Lehrer/Bucher

BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner und BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher verlangen anlässlich der heutigen Zeugnisverteilung in Ostösterreich, dass alle Schüler, die zu einer Nachprüfung antreten müssen, in den Ferien Gratisnachhilfe durch Lehrer erhalten sollen. "Die Eltern müssen für private Nachhilfe immer tiefer in die Tasche greifen. Österreichs Eltern geben laut Arbeiterkammer im Jahr 101 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Pro Familie fallen 679 Euro (2012: 670) an Nachhilfekosten pro Jahr an. Generell ist zu beobachten, dass sich immer weniger Eltern die teure Nachhilfe leisten können. Damit wird eine inakzeptable soziale Bildungsbarriere aufgebaut, denn nur mehr wohlhabende Eltern werden sich die Nachhilfe für ihre Kinder weiter bezahlen können. Das BZÖ fordert deshalb die Umsetzung seines Vorschlages nach Gratis-Nachhilfe für Schüler durch Lehrer. Das Angebot soll für all jene Schüler gelten, die zu einer Nachprüfung antreten müssen. Starten soll die Gratis-Nachhilfe spätestens zwei Wochen vor den Nachprüfungen. Das würde den Eltern und Schülern massiv helfen, sie entlasten und es könnten mit Sicherheit mehr Schüler in die nächste Klasse aufsteigen", so Haubner und Bucher.

Laut brandneuer IFES Studie im Auftrag der Arbeiterkammer sind in Österreich 210.000 Schüler auf Nachhilfe angewiesen, das entspricht 21 Prozent Anteil. 40.000 Kinder und Jugendliche die Nachhilfe bräuchten, bekommen sie nicht, vor allem, weil die Eltern sie nicht bezahlen können - so konnten sich nur acht Prozent der Familien mit einem Haushaltseinkommen unter 1.600 Euro netto Nachhilfe für ihr Kind leisten, aber 58 Prozent der Familien mit mehr als 2.500. Weitere 50.000 Schüler weichen auf Gratis-Nachhilfe durch Geschwister, Freunde oder Klassenkollegen aus. Dabei kommt die Idee, Nachhilfe zu nutzen, nicht immer von den Familien selbst: 13 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen dies von der Schule nahegelegt wurde. Problematisch ist auch, dass viele Eltern die sich keine Nachhilfe leisten können, selbst ihren Kindern wenig oder gar keine Lernhilfe geben können. Umgerechnet leisten Eltern bei der Lernunterstützung ihrer Kinder die Arbeit von 48.000 Vollzeitbeschäftigten, ihnen entgehen dadurch 82 Mio. Stunden an Freizeit. Wie erstmals in der Ifes-Befragung erhoben wurde, haben zudem zwei Drittel der Eltern fachliche Probleme bei ihrem Nachhilfelehrer-Dasein: 26 Prozent plagen sich in jedem Fach, 34 Prozent können ihren Kindern zumindest in einzelnen Fächern nur schwer helfen. Besonders benachteiligt seien dabei jene Eltern, die selbst nur eine geringe Bildung haben, und Wenigverdiener (unter EUR 1.600 Haushaltseinkommen).

Die beiden BZÖ-Politiker kündigen eine parlamentarische Initiative des BZÖ auf Umsetzung der Gratis-Nachhilfe durch Lehrer an. "Diese Verbesserung muss im hoffentlich endlich kommenden neuen, vereinheitlichten Lehrerdienstrecht berücksichtigt werden. Gleichzeitig muss es aber auch für die Lehrer Verbesserungen wie eine klare Definition der Tätigkeiten, Arbeitsplätzen an den Schulen, moderne Fort- und Weiterbildung sowie eine leistungsorientierte Bezahlung geben", betont Haubner. "Österreichs Bildungssystem liefert bei im internationalen Vergleich immensen Kosten maximal mittelmäßige Ergebnisse. Gerade sozial schwache Familien, aber auch der Mittelstand, können sich den teuren Ausgleich der durch das ineffiziente Schulsystem entstandenen Bildungsdefizite ihrer Kinder nicht mehr leisten - die soziale Durchlässigkeit verschwindet. Deshalb sollen Lehrer in einem ersten Schritt, im Sommer Gratisnachhilfe erteilen, denn es muss ja im Interesse jedes engagierten Pädagogen sein, dass die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen, die ihnen gesteckten Bildungsziele erreichen und nicht auf der Strecke bleiben", so BZÖ-Chef Bucher.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0073 II, CI 28.06.2013 10:02:18

 

BMUKK: Zahl der Klassenwiederholungen sinkt um 4.500 SchülerInnen

Utl.: Die Zahl der SchülerInnen, die im Herbst nicht in die nächste Schulstufe aufsteigen darf, wird auf Basis einer ersten Trendrechnung um 4.500 oder 0,4 Prozentpunkte sinken.

Bildung/Schulerfolg/BMUKK/Statistik

Auf Basis einer ersten Trendrechnung legt das BMUKK eine erfreuliche Abschätzung über den vermutlichen Schulerfolg im Schuljahr 2012/13 vor: Die Zahl der SchülerInnen, die im Herbst nicht in die nächste Schulstufe aufsteigen darf, wird um 4.500 oder 0,4 Prozentpunkte sinken.

Im Schuljahr 2012/13 besuchten österreichweit ca. 1,1 Mio. ordentliche Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Schule bzw. eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht (ohne Schulen des Gesundheitsbereichs). Von diesen SchülerInnen werden voraussichtlich ca. 3,1 % (-0,4% gegenüber 2012), das sind rund 34.000 SchülerInnen (-4.500), nicht aufstiegsberechtigt sein, beziehungsweise die letzte Schulstufe einer Ausbildung mit diesem Schuljahr (noch) nicht erfolgreich abschließen können.

An den Volksschulen werden das nur ca. 0,4 % (+/- 0%) der dortigen SchülerInnen sein, also etwa 1.400 SchülerInnen, an den Hauptschulen rund 1,0 %, also rund 1.300 SchülerInnen (-0,3% oder -900 im Vergleich zum Schuljahr 2011/12), an den Neuen Mittelschulen ebenfalls etwa 1,0 % oder rund 800 SchülerInnen (-0,1% oder -600), an Polytechnischen Schulen sind es 8,4 Prozent oder 1.400 SchülerInnen) (-0,6% oder -300). An den AHS-Unterstufen ca. 2,9 % oder rund 3.200 SchülerInnen (-0,7% oder -800), an den AHS-Oberstufen rund 8,5 % oder 7.600 SchülerInnen (-0,7% oder -300), an Berufsschulen etwa 1,0 Prozent oder rund 1.300 SchülerInnen (-0,9% oder -2.600), an berufsbildenden mittleren Schulen (inkl. berufsbildende Statutschulen) ca. 9,7 %, also etwa 5.400 SchülerInnen (-0,2% oder -300) und an berufsbildenden höheren Schulen (inkl. BAKiP und BASoP) ca. 7,7%, also rund 11.500 SchülerInnen (-1,5% oder -1.500).

In dieser Hochrechnung der Aufstiegsberechtigungen sind die erwarteten Ergebnisse der Wiederholungsprüfungen, die zumeist im Herbst stattfinden, bereits berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Zeugnisverteilung am Schulschluss ist die Zahl der SchülerInnen mit negativen Beurteilungen um einiges höher als die oben genannten Zahlen (ca. 65.000 betroffene SchülerInnen), von denen viele die negativen Noten durch erfolgreiche Wiederholungsprüfungen noch ausbessern können beziehungsweise mit einem Nicht genügend in die nächste Schulstufe aufsteigen können.

Etwa 30.000 SchülerInnen, die in diesen Tagen ein negatives Zeugnis bekommen, werden sich voraussichtlich während der Sommerferien auf eine Wiederholungsprüfung im Herbst vorbereiten. Von diesen können dann erfahrungsgemäß über 70 Prozent - entweder aufgrund der bestandenen Wiederholungsprüfung(en) oder bei einem Nicht genügend auf Basis eines entsprechenden Konferenzbeschlusses - in die nächste Schulstufe aufsteigen.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at

mobil: +43-664-96-99-616


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realisiert durch das SPÖ ITZ


sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

APA0093 II, XI 28.06.2013 09:58:24

 

Lehrerdienstrecht: SP verwundert über VP-Schulterschluss mit Lehrern

Utl.: "Die Zustimmung der ÖVP zu diesem Gewerkschaftskurs kann ich nicht nachvollziehen"

Lehrende/Öffentliche Finanzen/Innenpolitik/Österreich

"Verwundert" zeigt sich Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) über den Schulterschluss der ÖVP mit der Lehrergewerkschaft. "Die Zustimmung der ÖVP zu diesem Gewerkschaftskurs kann ich nicht nachvollziehen", wird sie im "Kurier" (Freitagausgabe) zitiert. Vizekanzler und VP-Chef Michael Spindelegger, Finanzministerin Maria Fekter, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (beide ÖVP) sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer und die Vorsitzenden der einzelnen Lehrergewerkschaften hatten sich am Donnerstagabend auf die Einführung eines Jahresarbeitszeitmodells auf Basis einer neuen Studie über die Arbeitszeit der Lehrer verständigt.

"Wir haben eine gemeinsame Regierungs-Position vorgelegt, wo auch Vorschläge der Gewerkschaft eingearbeitet wurden", verwies Heinisch-Hosek auf den vor über einem Jahr an die ÖVP-dominierten Lehrervertreter übermittelten Regierungsvorschlag. Die Ministerin sprach sich außerdem gegen eine von Spindelegger ins Spiel gebrachte Übergangslösung bis 2018 aus. Dann sollen die ersten Absolventen der neuen Lehrerausbildung mit Pflicht zum Master für alle an den Schulen anfangen. "Die neuen Junglehrer sollen sofort mit einem neuen Dienstrecht beginnen." Zustimmung kommt von ihr lediglich zur Forderung nach einer Arbeitszeitstudie: "Machen wir diese Studie. Sofort." Nach Vorliegen der Ergebnisse könne man das Dienstrecht anpassen: "Aber wir dürfen es nicht auf die lange Bank schieben."

Die ÖVP hatte bereits vor mehr als drei Wochen mit einem Alternativvorschlag zum Lehrerdienstrecht die Regierungslinie verlassen: Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 20 bis 22 auf 24 Stunden und einer gemeinsamen Gehaltstabelle für alle Lehrer sollte es demnach eine Anwesenheitsverpflichtung geben, die jeweils von den einzelnen Lehrergewerkschaften ausverhandelt wird und Lehrer an Pflichtschulen (v.a. Volks-, Haupt-, Neue Mittelschule, Sonder-, Berufsschule) weiter weniger verdienen als Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS).

(schluss) jle;aku;jul

realisiert durch das SPÖ ITZ


sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0040 II 28.06.2013 09:15:39

 

Bildung als zentrales Wahlkampfthema

Utl.: Zehn Fragen zur Bildung an die Politik

Bildung/Politik/Wahlen/Nationalrat

Zehn klare Fragen verlangen zehn klare Antworten. Und zwar noch vor der Wahl. Das ist die unmissverständliche Kernbotschaft eines Briefes, den prominente Repräsentanten des Bildungsvolksbegehrens an amtierende Regierungsmitglieder, Klubobleute, Bildungssprecher und die Vorsitzenden der wahlwerbenden Parteien richten. Damit wird den Ankündigungen der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens Nachdruck verliehen, bei den kommenden Nationalratswahlen eine umfassende Bildungsreform zu einem zentralen Thema zu machen.

Im Schreiben werden die unerträglichen Zustände in nahezu allen Bildungsbereichen aufrüttelnd bewusst gemacht:

Das österreichische Bildungssystem

- entspricht weder den Anforderungen der Zeit noch jener der Zukunft
- ist rückständig und veraltet
- ignoriert neue, bedeutsame, pädagogische wie
neurowissenschaftliche Erkenntnisse
- lässt die Bedürfnisse der wachsenden Zahl berufstätiger Mütter
weitgehend unberücksichtigt
- unternimmt nichts gegen die wachsende Belastung der
Familienbudgets durch die Millionenkosten von Nachhilfestunden,
nichts gegen die hartnäckige Blockierungspolitik führender
Lehrergewerkschafter


"Es ist unerträglich", schreiben die Verfasser des Briefes, "dass bei uns beinahe ein Drittel der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen kann, dass 79.500 junge Menschen bis zum 24. Lebensjahr keinen Schulabschluss oder nur einen Pflichtschulabschluss besitzen und oft auch keinen Job haben."

Politischen Parteien und wahlwerbenden Gruppen, die sich seit einiger Zeit mit Forderungen zur direkten Demokratie überbieten, wird in Erinnerung gebracht, dass das Bildungsvolksbegehren von rund 400.000 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde, dass das Parlament durch die Einsetzung eines "Besonderen Ausschusses" das Ergebnis respektiert hat, sich aber letztendlich doch wieder die "Blockierer" durchsetzen konnten und dieser starken demokratischen Willensäußerung das übliche Ende großkoalitionären Reformmutes bereiteten.

Ernsthaftigkeit und Bedeutung des Briefes ist durch die eigenhändige Unterschrift der Verfasser und Verfasserinnen dokumentiert, die einen attraktiven Querschnitt durch die breit aufgefächerte Gruppe der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens bilden:

Niki Glattauer, Lehrer und Schriftsteller Erwin Greiner, erfahrener AHS-Direktor, "BildungGrenzenlos" Raphaela Keller, Vorsitzende der Berufsgruppe von Kindergarten- und HortpädagogInnen Wien Christa Koenne, erfahrene AHS-Direktorin und Lehrbeauftragte an mehreren Universitäten Daniel Landau, Gymnasiallehrer, Obmann der Plattform "Zukunft.Bildung" Beppo Mauhart, Verein Bildungsinitiative, Ehrenpräsident des Österreichischen Fußballbundes Bernd Schilcher, ehem. Landesschulratspräsident und Vorsitzender der Expertengruppe der BM Schmied Heidi Schrodt, erfahrene AHS-Direktorin, Vorsitzende "BildungGrenzenlos" Christiane Spiel, Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Bildungspsychologie der Uni Wien Gundi Wentner, Personal- und Unternehmensberatung und selbstverständlich jene von Hannes Androsch, dem Initiator des Volksbegehrens.

Die Verfasser des Briefes weisen darauf hin, dass Österreich bei allen internationalen Tests seit Jahren ständig aufgefordert wird, sein Bildungssystem zu modernisieren. Auch wenn es in der Vergangenheit Bemühungen dazu gegeben hat, führten sie doch nur zu kleinen Schritten. Weitere Versäumnisse hinzunehmen ist zukunftsgefährdend für unsere Jugend und für ganz Österreich. Die kommende Nationalratswahl ist eine Chance, dieser Gefahr massiv entgegenzuwirken. Daher wird von den wahlwerbenden Parteien eine klare Beantwortung der Fragen zu folgenden Themen eingefordert: In Österreich können 28% der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen und 79.500 Jugendliche bis zum 24. Lebensjahr haben keine ausreichende Schulbildung und oftmals keinen Beruf. Wobei es gleichzeitig einen Mangel an qualifizierten Fachkräften gibt.

Frage 1: Was werden Sie gegen diese paradoxe Situation unternehmen?

In zwei Drittel der OECD Länder gibt es verschränkte Ganztagsschulen, folgt man der Erkenntnis, dass die Trennung von neun- und zehnjährigen Kindern aus menschlichen, pädagogischen und auch wirtschaftlichen Überlegungen völlig unangebracht ist.

Frage 2: Wie stehen Sie zu dem Projekt "verschränkte Ganztagsschule und gemeinsame Mittelstufe als Regelschule"?

Österreich hat 5.860 Schulen. Mehr als die Hälfte davon sind Klein- und Kleinstschulen, während in anderen Ländern größere Schulzentren üblich sind.

Frage 3: Was halten Sie von größeren Strukturen auch in unserem Land?

In vielen Ländern ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf ganztägig an den Schulen und zusammen mit den Kindern ausüben.

Frage 4: Wie stehen Sie dazu, dass LehrerInnen und SchülerInnen auch bei uns in der Regel von 8:30 bis 16:30 Uhr an den Schulen sind?

Künftig sollen alle Lehrerinnen und Lehrer - und hoffentlich sobald als möglich auch Kindergartenpädagogen und Kindergartenpädagoginnen - eine universitäre Ausbildung erhalten. Daher muss in Zukunft der Grundsatz gelten: Gleiche Besoldung für gleiche Ausbildung.

Frage 5: Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag?

Ein überproportional großer Anteil, der für Bildung zur Verfügung stehenden Mittel versickert in zu vielen Verwaltungsebenen. Gleichzeitig wird den Schulen der Gestaltungsspielraum und ihre Verantwortungsautonomie obrichkeitlich eingeschränkt.

Frage 6: Was werden Sie unternehmen, um Effektivität und Effizienz des Schulsystems zu steigern?

Universitäten sind bei uns vielfach unterdotiert, leiden unter mangelnder Planungssicherheit und unzureichenden Forschungs- und Arbeitsbedingungen.

Frage 7: Was wollen Sie tun, um diese Situation zu ändern und zu verbessern?

Die Statistik Austria hat dokumentiert, dass von den rund 280.000 Studierenden jährlich rund 100.000 so gut wie keine Prüfungen ablegen.

Frage 8: Was werden Sie gegen diese höchst unbefriedigende Situation unternehmen?

Ein großes Problem für die österreichische Bildungspolitik ist unser Föderalismus. Jedes Land hat unterschiedliche Angebote für Ganztagsplätze, unterschiedliche Öffnungszeiten sowie unterschiedliche Dienstrechte und Besoldungsregelungen.

Frage 9: a) Was werden Sie tun, um gleiche Bildungsbedingungen im Kindergarten für alle Kinder zu ermöglichen? b) Was werden Sie tun, damit die UN-Behinderten Konvention, die eine möglichst volle schulische Inklusion vorsieht, so wie zB in Südtirol (97%) auch in Österreich umgesetzt wird?

Für Schulen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung, also für die Zukunft unserer Jugend werden nur elf Prozent der gesamten Budgetmittel aufgewendet.

Frage 10: Was werden Sie unternehmen, damit Schulen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung eine für die Zukunft unseres Landes adäquate Beachtung in den öffentlichen Haushalt finden?

Die Verfasser des Briefes lassen abschließend keinen Zweifel aufkommen, dass sie mit den Reaktionen und Antworten auf ihre Fragen sehr öffentlichkeitswirksam umgehen werden. Für die Wählerinnen und Wähler bedeutet dies ein wertvolles Service für ihre persönliche Wahlentscheidung.

Rückfragehinweis:
Dr. Hannes Androsch: Tel.: 01- 586 10 54


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28.6.: Pressespiegel - Unterricht

Presse, 28. Jun. 2013

 

Keine Chance auf neues Lehrerdienstrecht vor Wahl

27.06.2013 | 20:17 |  von Karl Ettinger (DiePresse.com)

Gewerkschaftstreffen mit ÖVP-Chef Michael Spindelegger: Schmieds Gesetzesentwurf stößt auf allgemein Ablehnung. Eine neue Studie soll klären, wie viel die Lehrer tatsächlich arbeiten.

[Wien/ett] Die Wahrscheinlichkeit, dass es, wie von der Regierung angestrebt, noch vor der Nationalratswahl am 29. September, zu einer Lösung über ein neues Dienstrecht für künftige Lehrer kommt, ist weiter gesunken. Bei einem rund zweistündigen Treffen von Vizekanzler ÖVP-Obmann Michael Spindelegger mit dem Vorsitzenden der Beamtengewerkschafter, Fritz Neugebauer, und fünf schwarzen Vertretern der Lehrergewerkschaftern angeführt von Chefverhandler Paul Kimberger am frühen Donnerstagabend bestand nach Informationen der „Presse" Übereinstimmung darin, dass der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) vorgelegte Gesetzesentwurf vehement abgelehnt wird.

 

Als möglich gilt jetzt nur mehr, dass es noch eine Vereinbarung in Form einer Punktation gibt: Mit dieser würde es, wie von der ÖVP-Spitze zuletzt angestrebt, zu einer Übergangslösung bis 2019 kommt. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann die ersten Pädagogen nach der Reform der Lehrerausbildung den Schuldienst antreten.

Einigkeit herrschte bei der Sitzung, wie nach der Aussprache zu erfahren war, dass eine neue, völlig aktualisierte Studie über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrer erstellt wird. Diese soll gemeinsam vom Arbeitgeber, das wäre der Bund beziehungsweise das Unterrichtsministerium, und der Gewerkschaft finanziert werden.

Neuer Zündstoff für 3. Juli

Bundeskanzler Werner Faymann hatte zuletzt mehrfach angekündigt, dass er noch vor der Nationalratswahl eine Einigung über ein neues Lehrerdienstrecht erzielen wolle. Vorerst ist daher eine weitere reguläre Verhandlungsrunde zwischen der Regierung angeführt von Ministerin Schmied und den Lehrergewerkschaftern für 3. Juli, also für kommenden Mittwoch, angesetzt. In der Vorwoche hat aber mit Peter Korecky, Vizechef der Beamtengewerkschaft, auch bereits ein SPÖ-Vertreter offen vor einer Husch-Pfusch-Aktion vor der Nationalratswahl beim Dienstrecht vor gewarnt.

Der von den Lehrergewerkschaftern heftig bekämpfte Entwurf Schmieds sieht einheitlich für die Pädagogen höhere Einstiegsgehälter vor, aber auch eine Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung der Pädagogen auf 24 Stunden. Die ÖVP-Gewerkschafter sind allerdings lediglich bereit, über das von Finanzministerin Maria Fekter und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle inzwischen präsentierte Alternativmodell als Verhandlungsbasis zu reden. Dieses sieht vor, dass es in einer Übergangslösung bei einem unterschiedlichen Dienstrecht etwa für Pflichtschul-, AHS- und BHS-Lehrer bleibt. Spindelegger hatte jedoch selbst am vergangenen Sonntag eine Präsenzpflicht der Lehrer in den Schulen von 26 Stunden auch für die Betreuung neu in die Debatte eingebracht.

Thema des nunmehrigen Treffens der schwarzen Lehrergewerkschafter war unter anderem auch die von ihnen massiv kritisierte mangelnde Ausstattung der Schulen. Spindelegger habe dabei ein Bekenntnis zu modernen Lehrerarbeitsplätzen abgelegt, wurde nach der Aussprache erklärt.

 

 

Kurier, 28. Jun. 2013

 

Lehrer spalten Koalition. Die ÖVP schwenkt auf die Blockadehaltung der Lehrer um. Die SPÖ zeigt sich „verwundert“.

Das Treffen hätte eigentlich Bewegung in die Sache bringen sollen: Am Donnerstag machte VP-Chef Michael Spindelegger die Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht zur Chefsache. Bei einem Gipfel mit den Spitzen von Beamten- und Lehrergewerkschaft, Finanzministerin und Wissenschaftsminister sollten die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang gebracht werden.

Das Ergebnis war ein anderes: Die ÖVP werde einem neuen Lehrerdienstrecht nur nach Zustimmung der Gewerkschaft zustimmen, erklärte Lehrer-Gewerkschaftschef Paul Kimberger dem KURIER. Das Koalitions-Angebot zum Lehrerdienstrecht – von Kimberger nur noch als Schmied-Papier bezeichnet – sei gescheitert. „Das hat keine Chance auf Realisierung.“ Und: „Den Tendenzen, über uns drüber zu fahren, wurde eine Absage erteilt.“

In den Gesprächen rückte Spindelegger offenbar auch von seiner Forderung nach 26 Stunden „Präsenzzeit“ für alle Lehrer ab. Geht es nach der Gewerkschaft, soll statt der von SP-Bildungsministerin Claudia Schmied angestrebten höheren Wochenarbeitszeit ein Jahresarbeitszeit-Modell kommen – nach der Durchführung einer großen Arbeitszeitstudie.

In der SPÖ sorgte das Ergebnis noch am Abend für heftiges Kopfschütteln: „Wir haben eine gemeinsame Regierungs-Position vorgelegt, wo auch Vorschläge der Gewerkschaft eingearbeitet wurden“, sagte Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zum KURIER. Sie sei über die ÖVP „verwundert“: „Die Zustimmung der ÖVP zu diesem Gewerkschaftskurs kann ich nicht nachvollziehen.“

Neu beim Gewerkschaftskurs ist, dass man sich nun vorstellen kann, dass eine „gleichwertige Ausbildung auch eine gleichwertige Bezahlung nach sich zieht“. Das soll aber frühestens 2018 gelten. „Die neuen Junglehrer sollen sofort mit einem neuen Dienstrecht beginnen“, wünscht sich hingegen Heinisch-Hosek – und richtet der Gewerkschaft aus: „Machen wir diese Studie. Sofort.“ Nach Vorliegen der Ergebnisse könne man das Dienstrecht anpassen: „Aber wir dürfen es nicht auf die lange Bank schieben.“

 

 

Salzburger Nachrichten, 28. Jun. 2013

 

„Derzeit leiden alle an unserem Schulsystem“

28.06.2013

Reform. Weniger Notendruck, mehr Spaß am Lernen: Geht’s nach dem Hirnforscher Gerald Hüther, muss der Unterricht auf neue Beine gestellt werden.

thomas hödlmoser salzburg (SN). Die Schule der Zukunft müsse ganz anders aussehen als heute. Das sagt der deutsche Neurobiologe und Buchautor Gerald Hüther. Wie? Das erklärt der Gastprofessor an der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg im SN-Gespräch.

Wie muss Unterricht in der Zukunft aussehen? Hüther: Das müsste eine Schule sein, in der die Schüler die Möglichkeit haben, sich selbst Wissen und Fähigkeiten anzueignen, unter der kompetenten Anleitung von Lehrern. Das müsste eine Art Werkstatt sein, die Schüler so gern besuchen, dass sie weinen, wenn Ferien sind.

Was braucht es dazu? Hüther: Drei Dinge: Erstens muss der Unterricht so aufgebaut sein, dass der Schüler selbst zu einer Erkenntnis kommt. Zweitens: Kinder sollen die Möglichkeit haben, etwas richtig gut zu machen. Denn Kinder streben nach Höchstleistungen, nicht nach dem Durchschnitt. Drittens: Das, was sie tun, sollen sie anwenden können. Das, was sie lernen, muss Sinn haben, es muss für sie bedeutsam sein.

Wäre das auch ein Rezept für die Förderung der Begabungen? Sie kritisieren ja immer wieder, dass die Schule von heute nur Mittelmaß fördere.

Hüther: Ja. Diese neuen Lernformen machen es aber erforderlich, dass sich der Lehrer nicht mehr als Wissensvermittler versteht, sondern als jemand, der die Schüler anleitet, sich Wissen anzueignen, neue Fähigkeiten zu erwerben und ihre eigenen Talente zu entdecken.

Was heißt das für die Lehrerausbildung? Hüther:Der Lehrer der Zukunft müsste in der Lage sein, seine Schüler für etwas zu begeistern, sodass sie etwas lernen und gestalten wollen, was ihnen vorher egal war. Ein Beispiel: Von allein kommt kein Kind auf die Idee, herauszufinden, wie die Photosynthese funktioniert. Außerdem muss der Lehrer in der Lage sein, aus einem zusammengewürfelten Haufen ein leistungsfähiges Team zu bilden, in dem sich jedes Kind mit seinen Fähigkeiten einbringen kann.

Gerade in den vergangenen Wochen herrschte wieder Notenstress. An den höheren Schulen kämpfen Schüler darum, der Nachprüfung zu entgehen. In den Volksschulen bangen Eltern, ob die Zeugnisnoten für den Eintritt ins Gymnasium reichen. Gibt es eine Alternative? Hüther: Erstens stellt sich immer mehr heraus, dass man sich auf das, was Noten aussagen, nicht verlassen kann. Die Noten verlieren auch an Bedeutung, vor allem in der Wirtschaft, auch an Universitäten. Zweitens wäre es gut, wenn Prüfungen woanders abgelegt würden als an der Schule – ähnlich wie bei der Fahrschule. Man kann von einem Lehrer nicht verlangen, dass er Schüler maximal fördert und gleichzeitig beurteilt und selektiert.

Die Ferienzeit ist auch Nachhilfezeit. Und dafür müssen viele Eltern jedes Jahr sehr tief in die Tasche greifen. Muss das sein? Hüther: Das darf nicht sein. Das ist Ausdruck eines völligen Versagens unseres gegenwärtigen Schulsystems. Wenn die Schule ihre Aufgabe erledigt, darf es keine Nachhilfe geben. Es darf auch keine übermäßigen Hausaufgaben geben.

Derzeit leiden ja alle am Schulsystem: Die Schüler finden Schule nicht toll. Viele Lehrer leiden an Burn-out. Das Geld der Familien fließt in die Nachhilfe. Schuldirektor will keiner mehr werden. Und die Schulbehörden sind ebenfalls ratlos.

Unter diesen Umständen kann sich ein Bildungssystem nicht mehr lang halten.