Mittwoch, 5. Juni 2013

2013.06.04: Unterricht

 

Die Presse – 5. Juni 2013

 

 

Was Schüler bei der Zentralmatura erwartet

von Julia neuhauser 

Bereits 88 Prozent der AHS haben heuer an der Zentralmatura teilgenommen. Im Fach Englisch ist die neue Reifeprüfung fast Routine. In Mathematik wurden Schüler hingegen das erste Mal zentral getestet.

Die Skepsis gegenüber der Zentralmatura war lange groß – und gipfelte exakt vor einem Jahr in der Verschiebung des Starts. Seither ist viel geschehen. Heuer nahmen bereits 88 Prozent der Gymnasien und 21 Prozent der Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) zumindest in einem Maturafach an der Zentralmatura teil. Damit haben sich allein in diesem Jahr mehr als 20.000 Schüler den einheitlichen Prüfungsaufgaben gestellt. Das geht aus dem Bericht zur Entwicklung der Zentralmatura hervor, den das Bundesinstitut (BIFIE) nun veröffentlicht hat.

Der Bericht zeigt auch, dass sich die Zentralmatura bisher noch nicht in allen betroffenen Fächern gleichermaßen durchgesetzt hat. Englisch gilt als Vorreiter. Insgesamt – also an AHS und BHS – haben in diesem Jahr fast 16.000 Schüler in Englisch die zentralen Prüfungsaufgaben absolviert. Zum Vergleich: In Deutsch waren es lediglich 2400 Schüler. Das rührt vor allem daher, dass die Zentralmatura in Deutsch heuer das erste Mal durchgeführt wurde.

Mathematik ist ein Sonderfall. Denn an den AHS gibt es in diesem Fach in den Maturaklassen gar keine Schulversuche, stattdessen fanden in den siebten Klassen – den Maturaklassen des kommenden Jahres – zahlreiche „Probematuras“ statt. Eine zentrale Mathematikmatura gibt es vorerst also nur in den BHS. Auch dort haben heuer aber erst 15 Schulen teilgenommen.

Der BIFIE-Bericht versucht außerdem, die größte Befürchtung der Kritiker zu entkräften: dass die neue Matura nämlich zu einer Verzerrung der Noten führe. Wie der Bericht zeigt, liegen die vergebenen Noten zumindest bei den Schulversuchen zur Zentralmatura im langjährigen Durchschnitt. In Deutsch wurden rund 18 Prozent der Arbeiten mit „Sehr gut“ und vier Prozent mit „Nicht genügend“ bewertet. Auch im Fach Englisch erhielten 18 Prozent der Maturanten einen Einser, rund zehn Prozent erfüllten die Anforderungen nicht und wurden mit „Nicht genügend“ benotet.

Lediglich im Fach Mathematik schnitten die Schüler überdurchschnittlich gut ab. Hier erhielten 23 Prozent der Schüler ein „Sehr gut“. Diese Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen – immerhin haben nur gut ein Dutzend Schulen teilgenommen.

Noten besser als bei Schularbeit

Der Vergleich der Maturanoten mit den Schularbeitsnoten der achten Klasse zeigt, dass die Zentralmatura keinesfalls eine Verschlechterung bringt. Die Lehrer geben an, dass ihre Schüler bei der Zentralmatura nur in den seltensten Fällen „deutlich schlechter“ bzw. „schlechter“ abschneiden als bei den Schularbeiten. In rund einem Drittel der Fälle schneiden die Schüler „gleich gut“ ab. Häufig seien die Ergebnisse sogar „besser“ bzw. „deutlich besser“, so die Angaben der befragten Lehrer. Ab dem Schuljahr 2014/15 werden jedenfalls alle AHS-Schüler die neue Zentralmatura absolvieren müssen – ein Jahr darauf auch alle an den BHS. „Die Presse“ hat sich angesehen, wie die Aufgaben angelegt sind.

• In Deutsch haben die Maturanten fünf Stunden Zeit. Es stehen drei verschiedene Themen zur Auswahl. Diese bestehen aus zwei voneinander unabhängigen Schreibaufträgen. Es ist jeweils mindestens ein vorgegebener Text zu lesen, insgesamt müssen 900 Wörter geschrieben werden.

• Für die Zentralmatura im Fach Englisch haben AHS-Schüler 4,5 Stunden und BHS-Schüler fünf Stunden Zeit. Die Prüfung setzt sich aus einem Lese-, einem Hör-, einem Sprach- und einem Schreibteil zusammen. Während im Hör- und Leseteil vor allem Multiple-Choice-Aufgaben zu erledigen und offene Fragen kurz zu beantworten sind, werden im Schreibteil zwei Aufgaben vorgegeben.

• Die 4,5 Stunden dauernde Mathematikmatura setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Einem Teil A, der die Grundkompetenzen prüft – hier sind fünf Aufgaben mit 19 Unteraufgaben zu erfüllen – und einen Teil B, der schulspezifische Aufgaben abfragt.

 

 

Die Presse – 5. Juni 2013

 

 

Neue Lehrerausbildung passiert Unterrichtsausschuss

SPÖ und ÖVP stimmten für das neue Modell, das die Ausbildungsdauer teilweise verlängert und Zugangsverfahren einführt.

Wer Lehrer werden will, muss dafür künftig unabhängig vom Schultyp zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen und danach ein vierjähriges Bachelor-, ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium und eine dem "Turnus" der Mediziner ähnliche einjährige Praxiseinführung durch einen Mentor hinter sich bringen. Diese Reform der Lehrerausbildung ist am Dienstag im Unterrichtsausschuss des Nationalrates mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden.

Deutliche Änderungen bringt die neue Lehrerausbildung für die bisher an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Lehrer für Pflichtschulen (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs-, Polytechnische Schule): Ihre Ausbildungsdauer wird von bisher drei Jahren (Bachelor) auf fünf bis fünfeinhalb Jahre (Bachelor und Master als Voraussetzung für Fixanstellung) fast verdoppelt. Volksschullehrer können auch künftig zur Gänze an den PH ausgebildet werden. Kaum Änderungen bei der Dauer gibt es für Lehrer an AHS oder berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), hier müssen sich Studieninteressenten allerdings erstmals den an PH bereits etablierten Zugangsverfahren stellen.

Für Sekundarstufenlehrer (AHS, BMHS, Hauptschule) muss der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni stattfinden. Der Master kann dann berufsbegleitend während oder aber vor Beginn der einjährigen Induktionsphase absolviert werden (vorgesehen waren ursprünglich ein bis zwei Jahre).

Die Kindergartenpädagogen werden zunächst dagegen nicht Teil der gemeinsamen Ausbildung sein. Das Gesetz sieht zwar ein Bachelorstudium für "Elementar- und/oder Primarbereich" vor, allerdings wird es vorerst für diese Gruppe an den Hochschulen keine entsprechenden Angebote geben.

 

 

Die Presse – 5. Juni 2013

 

 

ÖVP geht in die Offensive: Plan für die Lehrer

Für das Dienstrecht und künftige Lehrergehälter will nun die ÖVP selbst inhaltliche Akzente setzen. Der Koalition läuft die Zeit für eine Lösung vor der Nationalratswahl davon.

Wien/Ett/J.n. Mit konkreten Vorschlägen für eine Neuregelung von Gehalts- und Dienstrecht für die Lehrer möchte die ÖVP die stockenden Verhandlungen zwischen Regierung und Lehrergewerkschaft in Schwung bringen. Der Koalition läuft die Zeit für eine Lösung vor dem Sommer und damit vor der Nationalratswahl davon. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat bereits „mehrere Gipfelgespräche“ angekündigt, sollte die nächste Runde am 13.Juni kein Ergebnis bringen. Vizekanzler Michael Spindelegger und die ÖVP wollen nicht als Bremser dastehen, daher wird vielleicht schon Mittwoch, ein umfassender Reformplan vorgestellt werden.

Die beiden Parteichefs waren am Dienstag nach dem Ministerrat bemüht zu betonen, dass sie an einer möglichst raschen Einigung interessiert sind. Die Chancen stehen jedoch schlecht. Denn die Lehrervertreter, unterstützt von Beamtengewerkschaftschef Fritz Neugebauer, lehnen den Entwurf von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) vehement ab. Dies deswegen, weil ihr Plan – in den Grundzügen ein Bruttomonatsgehalt von 2420 Euro und Erhöhung der Lehrverpflichtung auf 24 Stunden pro Woche – auch Verschärfungen für bereits jetzt tätige Lehrer vorsieht.

Von Spindelegger gab es auch einen Seitenhieb auf Faymann: „Ich möchte nicht gleich in die Richtung gehen, Gipfel anzukündigen.“ Der Kanzler fühlt sich dennoch nicht ignoriert, weil beide ein rasches Ergebnis wollen.

 

 

Die Presse – 5. Juni 2013

 

 

Schulforschung: Was uns Hattie (nicht) sagen will

BERNADETTE BAYRHAMMER 

John Hattie, der neue Star der Pädagogik, wird oft missverstanden. Fünf Fehlinterpretationen auf dem Prüfstand.

Für die einen ist er das ultimative Argument gegen die Gesamtschule, für die anderen der Totengräber der Reformpädagogik: John Hattie, jener Neuseeländer, der mit seiner gigantischen Bildungsstudie zum neuen Star der Pädagogik aufgestiegen ist, wird gern missinterpretiert, sei es aus Unwissen – kaum jemand hatte sein gut 400 Seiten starkes Buch in Händen –, oder weil (scheinbare) Botschaften Hatties gut in diverse ideologische Konzepte passen.

Ulrich Steffens ist einer der Erziehungswissenschaftler, die sich eingehender mit den Thesen Hatties beschäftigt haben. „Die Presse“ hat nachgefragt, was John Hattie sagen will – und was nicht.

1.Es kommt auf den Lehrer an – nicht falsch, und doch zu einfach

Es kommt auf den Lehrer an – so wird John Hattie zuallermeist zitiert. Das ist nicht ganz falsch, und doch zu einfach. Nicht nur, weil das den Lehrer, die Lehrerin tendenziell überfordert – denn wenn es um den Lernerfolg geht, gibt es ja auch noch den Schüler selbst. Sondern auch, weil viele die Botschaft auf die Lehrerpersönlichkeit münzen. „Bei Hattie geht es aber nicht um die Person des Lehrers“, sagt Ulrich Steffens. „Es geht darum, was er tut.“ Wie er lehrt, wie er mit den Schülern interagiert. „Das ist trainierbar“, betont Steffens – und hier müsse die Politik ansetzen.

2. Strukturdebatten sind irrelevant– wenn es eine Gesamtschule gibt

Ein Punkt, der hierzulande von vielen mit einer gewissen Genugtuung rezipiert wurde: Hattie zufolge sind Schulstrukturen relativ irrelevant. Hier etwas zu ändern bringt für den Lernerfolg wenig. Ergo – so die Lesart in Österreich: Die Gesamtschuldebatte ist überflüssig. „Hattie wird hier konträr zu dem interpretiert, was er eigentlich meint“, sagt Steffens. Die Studien, die Hattie analysiert hat, stammen aus dem angloamerikanischen Raum – und dort gibt es in der Sekundarstufe meist keine Differenzierung. Dass Strukturveränderungen nichts bringen, bedeutet also eigentlich: Es hat wenig Sinn, ein differenziertes Schulsystem – AHS und Hauptschule – einzuführen.

3. Es ist nicht der klassische Frontalunterricht, der klug macht

Nicht nur die „FAZ“ jubelte über ein anderes Ergebnis: „Frontalunterricht macht klug“, titelte sie. Doch was Hattie zufolge zum Lernerfolg beiträgt, sei nicht jener Unterricht, bei dem der Lehrer den Schülern vom Pult aus sein Wissen diktiert, sondern vielmehr die häufig als Frontalunterricht missverstandene „direkte Instruktion“, sagt Steffens. Das wiederum ist eine Vorgehensweise, bei der der Lehrer den Unterricht zwar von der ersten bis zur letzten Minute steuert – aber immer aus der Perspektive (und unter Einbindung) der Schüler. Es geht also nicht um einen lehrerzentrierten, sondern um einen schülerorientierten Unterricht, bei dem der Lehrer ständig Feedback gibt und auch selbst annimmt. Um einen Unterricht, bei dem sich der Lehrer als Lernender versteht.

4. Offenes Lernen bringt wenig – aber zumindest gleich viel

Der Effekt von offenem Unterricht oder freier Arbeit ist laut Hattie äußerst gering – was Kritiker der Reformpädagogik rasch für sich vereinnahmt haben. Dabei bedeute das nicht, dass die Methoden nicht wirksam seien oder schlechter als traditioneller Unterricht, sagt Steffens. Sondern nur, dass es zur klassischen Herangehensweise keinen Unterschied gibt. Und auch das nur, was den reinen Lernerfolg betrifft. Was reformpädagogische Konzepte in anderen Bereichen bringen – etwa für die Selbstständigkeit –, müsse man nochmals gesondert betrachten, sagt Steffens. Klar sei: Es komme Hattie weniger auf die Methodenfrage an, als darauf, wie der Unterricht aussehen soll. Nämlich kognitiv aktivierend.

5. Hattie hat den Gral der Pädagogik entdeckt – für einen Teilbereich

John Hattie habe den heiligen Gral der Schulforschung entdeckt, titelte einst die britische „Times“. Seine Studie sei die letztgültige Antwort auf schulpädagogische und didaktische Fragen, meinen viele. Das sei sicherlich übertrieben, so Steffens. Denn im Einzelnen seien die Ergebnisse hinreichend bekannt. Das Besondere an Hattie sei die Zusammenschau der großen Anzahl an Befunde. Und: Hattie fokussiert in seiner Arbeit (fast) immer auf den fachlichen Lernerfolg. Selbstständigkeit, Kreativität und Sozialkompetenz sind nicht Gegenstand der Untersuchung.

Trotz dieser Einschränkungen: Aus einer pädagogischen Perspektive fielen die Befunde positiv aus, sagt Ulrich Steffens. Zentral für den Lernerfolg ist das, was im Unterricht passiert. Die Schlussfolgerungen daraus sind für ihn klar: „Die Bildungspolitik muss viel stärker als bisher in das Personal investieren – in die Lehrer, ihre Ausbildung und Weiterbildung.

Auf einen Blick

Für seine Studie hat der Erziehungswissenschaftler John Hattie rund 800Metastudien untersucht, die auf über 50.000 einzelnen Studien basieren. Ergebnis ist eine Skala von 138Faktoren für den Lernerfolg.

Ulrich Steffens ist Erziehungswissenschaftler und seit Jänner als Direktor am hessischen Landesschulamt in Wiesbaden tätig. Auf Einladung der Initiative BildungGrenzenlos war Steffens kürzlich in Wien. Der Hattie-Experte referierte vor rund 270 Gästen zum Thema „Lernen sichtbar machen“. Der Vortrag samt Podiumsdiskussion war der erste Teil einer gemeinsamen Veranstaltungsserie von BildungGrenzenlos und „Presse“.

 

 

Die Presse – 5. Juni 2013

 

 

Bildungspolitik: Auf halbem Weg zum halben Ziel

BERND SCHILCHER 

Die Ganztagsbetreuung als Ausdruck der Unentschlossenheit. Die Reform der Pädagogenausbildung ist genauso halbherzig.

Vermutlich stammt die Metapher gar nicht von ihm. Aber das spielt bei Anekdoten keine Rolle. Es genügt, dass sie zu ihm passen könnte. Jean Béthune (Johannes Buridanus), dem Hauptvertreter des französischen Nominalismus im 14. Jahrhundert, wird die Geschichte vom Esel zugeschrieben, der sich zwischen zwei Heubündeln nicht entscheiden kann und langsam verhungert.

Eugen Bleuler und Sigmund Freud haben dieses Dilemma später als „Ambivalenz“ bezeichnet; Grillparzer nennt es „Halbheit“ und schreibt dazu in seinem „Bruderzwist im Hause Habsburg“ den bekannten Satz: „Das ist der Fluch von unserm edlen Haus: auf halben Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.“ Besser hätte man die gegenwärtigen Reformversuche der Regierung in Sachen Bildung nicht beschreiben können.

Da ist zunächst einmal die Ganztagsschule. Zwei Drittel aller OECD-Länder haben sie. Dort wird der herkömmliche Frontalunterricht mit Projekten verschränkt, bei denen es um selbstständiges, kreatives Probleme-Lösen geht – sei es durch einzelne Schüler, aber auch im Team; sei es in der Schule oder in Zusammenarbeit mit konkreten Wirtschaftsbetrieben und gesellschaftlichen Einrichtungen. Da kann man von Wirtschaft nicht nur hören, man kann ihre Abläufe sehen und mittun – mit einem Wort: Man kann persönliche Erfahrungen machen.

Geglücktes Lernen

Geht etwas schief, lernt man mit Fehlern umzugehen; bisweilen kommt man auch mit dem Recht in Kontakt, ist gezwungen, Argumente vorzubringen und ihr Gewicht abzuwägen. Neben theoretischem Unterricht gibt es handwerkliche Praxis, aber auch Theateraufführungen, Musik und Sport.

Da Lehrer und Schüler ganztägig beisammen sind und miteinander reden, gemeinsam essen und ihre Freizeit verbringen, entstehen Beziehungen, die eine entscheidende Voraussetzung für geglücktes Lernen sind. Ist ein solcher abwechslungsreicher Schultag zu Ende, enden auch alle schulischen Pflichten: Es gibt grundsätzlich keine Hausaufgaben, somit auch keine teure Nachhilfe und kein stressiges Lernen mit den Eltern. Wer diese Art der Schule nicht will, kann nach wie vor in eine Halbtagsschule gehen – wenn die Schulpartner dafür gestimmt haben.

Eine unheilvolle Mischung

Was aber macht die Regierung? Sie wählt den halben Weg zum halben Ziel und nennt diese unheilvolle Mischung Ganztagsbetreuung. Dabei wird die Halbtagsschule à la longue zu einer komprimierten, rein theoretischen Veranstaltung, weil der Nachmittag von den bisherigen, „überhängenden“ Turn-, Musik- und Zeichenstunden „gesäubert“ werden muss.

Denn hier greift ja die Betreuung ein, die im Pflichtschulbereich mangels Geld der Länder und Gemeinden überwiegend von Billigpersonal – man spricht von sechs bis sieben Euro pro Stunde – erledigt wird. Auch eine Form des Verhungerns durch Halbheit und Unentschlossenheit.

Dasselbe passiert bei der neuen Pädagogenausbildung. Die Lehrer für die Jüngsten, die Kinder in den Krippen und Kindergärten, werden wieder ausgeschlossen. „Die kleinste Lösung für die kleinsten Kinder“, grollt diesmal sogar Fritz Neugebauer. Und wieder ist es das fehlende Geld.

Was ist das eigentlich für ein Föderalismus und was ist das für eine Gemeindeautonomie, die nahezu ausschließlich vom Bund erhalten werden? In beiden Fällen reicht es daher nur noch zum Blockieren. Zwei mehr, um Bildungsreformen zu verhindern. Die Regierung schaut zu, seit Jahrzehnten. Und in der Ferne wiehert Buridans Esel. Wie lange noch ?

Univ.-Prof. Bernd Schilcher (*1940 in Graz), Ordinarius für bürgerliches Recht an der Uni Graz, war 1989 bis 1996 Präsident des steirischen Landesschulrats.

 

 

KLZ – 5. Juni 2013

 

Neue Lehrerausbildung beschlossen

Wer Lehrer werden will, muss dafür künftig unabhängig vom künftigen Schultyp zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen und danach ein vierjähriges Bachelor-, ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium und eine einjährige Praxiseinführung durch einen Mentor hinter sich bringen. Diese Reform der Lehrerausbildung ist am Dienstag im Unterrichtsausschuss des Nationalrates beschlossen worden.

Deutliche Änderungen bringt die neue Lehrerausbildung für die bisher an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Lehrer für Pflichtschulen (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs-, Polytechnische Schule): Ihre Ausbildungsdauer wird von bisher drei Jahren (Bachelor) auf fünf bis fünfeinhalb Jahre (Bachelor und Master als Voraussetzung für Fixanstellung) fast verdoppelt. Volksschullehrer können auch künftig zur Gänze an den PH ausgebildet werden. Kaum Änderungen bei der Dauer gibt es für Lehrer an AHS oder berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), hier müssen sich Studieninteressenten allerdings erstmals den an PH bereits etablierten Zugangsverfahren stellen.

Für Sekundarstufenlehrer (AHS, BMHS, Hauptschule) muss der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni stattfinden. Der Master kann dann berufsbegleitend während oder aber vor Beginn der einjährigen Induktionsphase absolviert werden (vorgesehen waren ursprünglich ein bis zwei Jahre).

Die Kindergartenpädagogen werden zunächst dagegen nicht Teil der gemeinsamen Ausbildung sein. Das Gesetz sieht zwar ein Bachelorstudium für "Elementar- und/oder Primarbereich" vor, allerdings wird es vorerst für diese Gruppe an den Hochschulen keine entsprechenden Angebote geben.

 

 

"Österreich" vom 05.06.2013                                  Seite 12

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Lehrer: ÖVP plant Kompromiss

 

* Thema soll raus aus dem Wahlkampf

 

Die ÖVP will nicht mit dem ungeklärten Lehrer-Thema in den Wahlkampf gehen: Heute gehen Fekter und Töchterle in die Offensive.

 

Wien. Schon am Dienstag war das Lehrer-Dienstrecht Thema im Ministerrat, wie ÖSTERREICH erfuhr. Kanzler Werner Faymann und ÖVP-Chef Michael Spindelegger wollen die Causa ja zur Chefsache machen. Doch nicht nur das: Die ÖVP plant offenbar heute einen medienwirksamen Vorstoß. In einem eilig angesetzten Hintergrundgespräch dürften Finanzministerin Maria Fekter -sie sitzt ja selbst am Verhandlungstisch mit der Gewerkschaft -und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle einen Kompromissvorschlag machen. Spindelegger hatte schon mehrfach versucht, Töchterle anstelle von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied in Sachen Lehrer in Stellung zu bringen.

 

Die Lehrer-Gewerkschaft sowie Beamtenchef Fritz Neugebauer haben sich in den Gesprächen bisher nicht bewegt -eine Blockade, die der ÖVP im Wahlkampf schaden könnte.

 

 

"Österreich" vom 05.06.2013                                  Seite 12

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Schmied: Abkommen mit den Ländern ist unterschriftsreif

 

Einigung bei Ganztagsschulen

 

Nach langem Streiten haben sich SPÖ und ÖVP auf den Ausbau des Angebots geeinigt.

 

Wien. Am Dienstag konnte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bestätigen, dass sich die Regierung beim Ausbau der Ganztagsbetreuung geeinigt hat:

 

Nun kann die entsprechende 15a-Vereinbarung mit den Bundesländern abgeschlossen werden. Bis zum Jahr 2018 sollen dann 200.000 Betreuungsplätze bereitstehen. Ab 2014 werden die bisher vorgesehenen Mittel für den Ausbau von ganztägigen Schulangeboten auf Druck Schmieds von jährlich 80 auf 160 Millionen Euro bis 2018 verdoppelt.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 05.06.2013                           Seite: 11

Ressort: politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West, N.Ö., Stmk, Vbg, Wi, Ti, Sbg, O.Ö., Morgen

 

Regierung einigt sich auf Ausbau des Angebots

 

Spät, aber doch: Streit um Ganztagsschule beigelegt

 

   Wien. - Bis zuletzt wurde gestritten und gefeilscht - kurz vor dem Ministerrat am Dienstag einigte sich die Regierung doch noch auf den Ausbau der Ganztagsschule. Bis zum Jahr 2018 soll es 200.000 Betreuungsplätze in ganz Österreich geben, dafür werden die finanziellen Mittel verdoppelt. Der nun getroffene Beschluss beinhaltet auch die Ausweitung der Betreuungszeit bis 18 Uhr sowie eine Anhebung der Zuschüsse. "Diese Regelung ist das Herzstück der Schulentwicklung", zeigt sich Unterrichtsministerin Schmied (SPÖ) zufrieden.

 

   Stillstand gibt es hingegen weiterhin bei den Verhandlungen um ein neues Lehrerdienstrecht. Vor allem die SPÖ ist mit ihrer Geduld am Ende und drückt nun aufs Tempo.

 

 

Kurier – 5. Juni 2013

 

Kann ÖVP-Chef Spindelegger Fritz Neugebauer bändigen?. Die ÖVP will nicht mit dem Makel der Blockierer-Partei in den kommenden Wahlkampf gehen.

Der Versuch sei „ernsthaft“, betont Vizekanzler Michael Spindelegger auf KURIER-Nachfrage.

Der ÖVP-Chef gab gestern am Rande des Ministerrats bekannt, dass die ÖVP einen Kompromissvorschlag für ein neues Lehrerdienstrecht vorlegen werde. Darin enthalten: mehr Unterrichtsverpflichtung für neu eintretende Lehrer, dafür höhere Einstiegsgehälter.

Hinter den Kulissen hat Spindelegger versucht, seinen Parteifreund und Chef der Beamtengewerkschaft, Fritz Neugebauer, an Bord zu holen. Ergebnis der „intensiven Gespräche“: Neugebauer sei „teilweise“ überzeugt, aber nicht im harten Punkt der Mehrarbeit für Lehrer.

Neugebauers Zustimmung hin oder her – die ÖVP will möglicherweise schon heute einen „Lösungsvorschlag“ präsentieren. Dann werde man sehen, wie die SPÖ reagiere. Spindelegger: „Ich will, dass wir uns einigen. Und ich halte eine Einigung vor der Wahl für möglich.“

Mit diesem neuen Anlauf lehnt sich nach Kanzler Werner Faymann auch der Vizekanzler weit aus dem Fenster. Wenn sich die beiden „Chefs“ nicht von der Lehrergewerkschaft vorführen lassen wollen, müssen sie im Ernstfall versuchen, das Lehrerdienstrecht ohne Zustimmung der Gewerkschaft durch den Nationalrat zu bringen. Dort tummeln sich jedoch bekanntlich auch einige Gewerkschafter.

Hintergrund für die Bemühungen der ÖVP, doch noch zu einer Einigung zu kommen: Die ÖVP will nicht mit dem Blockierer-Makel in den Wahlkampf gehen.

Zuletzt hatte die SPÖ den Druck auf die ÖVP erhöht, indem sie sich bei der ÖVP-Forderung nach mehr direkter Demokratie bewegte. Doch auch dieses Vorhaben ist umstritten (siehe rechts).

Faymann und Spindelegger agieren im Wahlkampf bisher sehr abgestimmt. So haben beide ihre Teilnahme an den Elefantenrunden in ORF, ATV und Puls 4 abgesagt. Ihr Argument: Von Diskussionen unter sechs Spitzenkandidaten habe das Publikum nichts. Ein „Kanzlerduell“ in ATV lehnten sie mit der Begründung ab, dass der angebotene Termin im Juni viel zu früh sei, man wolle nicht gegeneinander auftreten, solange man noch mitten in der Regierungsarbeit stecke.

Das Kanzlerfest wird heuer nicht wie üblich vor der Sommerpause, sondern erst am 3. August stattfinden. Es ist der Tag, an dem der SPÖ-Bundesparteirat die Kandidatenliste für den Nationalrat beschließt. Da sind alle Funktionäre in Wien und werden vom Kanzler eingeladen.

Die Elektronik kann ein Hund sein. Das musste Finanzstaatssekretär Andreas Schieder erfahren. Im frisch renovierten Finanzministerium sind die Türen mit elektronischen Schlössern versehen. Als Schieder in seinem neuen Büro die Tür zumachte, kam er nicht mehr hinaus. Das Schloss war falsch programmiert, es ließ sich nicht von innen, sondern nur von außen öffnen. Die Sekretärin befreite den eingesperrten Staatssekretär.

 

 

Wiener Zeitung – 5. Juni 2013

 

Mit Mehrheit von SPÖ und ÖVP

Neue Lehrerausbildung beschlossen

 

 

Wien. Wer Lehrer werden will, muss dafür künftig unabhängig vom Schultyp zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen und danach ein vierjähriges Bachelor-, ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium und eine dem "Turnus" der Mediziner ähnliche einjährige Praxiseinführung durch einen Mentor hinter sich bringen. Diese Reform der Lehrerausbildung ist am Dienstag im Unterrichtsausschuss des Nationalrates mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden.

Deutliche Änderungen bringt die neue Lehrerausbildung für die bisher an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Lehrer für Pflichtschulen (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs-, Polytechnische Schule): Ihre Ausbildungsdauer wird von bisher drei Jahren (Bachelor) auf fünf bis fünfeinhalb Jahre (Bachelor und Master als Voraussetzung für Fixanstellung) fast verdoppelt. Volksschullehrer können auch künftig zur Gänze an den PH ausgebildet werden. Kaum Änderungen bei der Dauer gibt es für Lehrer an AHS oder berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), hier müssen sich Studieninteressenten allerdings erstmals den an PH bereits etablierten Zugangsverfahren stellen.

Für Sekundarstufenlehrer (AHS, BMHS, Hauptschule) muss der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni stattfinden. Der Master kann dann berufsbegleitend während oder aber vor Beginn der einjährigen Induktionsphase absolviert werden (vorgesehen waren ursprünglich ein bis zwei Jahre).

Die Kindergartenpädagogen werden zunächst dagegen nicht Teil der gemeinsamen Ausbildung sein. Das Gesetz sieht zwar ein Bachelorstudium für "Elementar- und/oder Primarbereich" vor, allerdings wird es vorerst für diese Gruppe an den Hochschulen keine entsprechenden Angebote geben.

 

 

Wiener Zeitung – 5. Juni 2013

 

Regierung segnete 15a-Vertrag ab

Ländervereinbarung zur Ganztagsschule unterschriftsreif

 

 

  • Änderungswünsche der Länder berücksichtigt.

 

Wien. Die Bund-Länder-Vereinbarung für den weiteren Ausbau der Ganztagsschule ist unterschriftsreif, nachdem die 15a-Vereinbarung am Dienstag im Ministerrat beschlossen wurde. Damit sollen bis 2019 insgesamt rund 200.000 Ganztagesplätze zur Verfügung stehen. Die Regierung feierte den Beschluss denn auch als "Herzstück der Schulentwicklung", so Unterrichtsministerin Claudia Schmied im Vorfeld der Regierungssitzung.

  Laut Schmied wurden Bundesländerwünsche, die im Mai bei der LH-Konferenz aufs Tapet gekommen waren, berücksichtigt: Pro neu geschaffener Gruppe mit mindestens 15 Kindern sollen für zusätzliches Personal statt ursprünglich 8.000 nun 9.000 Euro an Unterstützung gewährt werden, bei infrastrukturellen Maßnahmen 55.000 statt 50.000 Euro. Alles in allem komme man mit dem Ausbau "einen großen Schritt vorwärts".

  Auch Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger zeigten sich zufrieden, dass die zusätzlichen Mittel für ganztägige Schulangebote noch vor der Nationalratswahl beschlossen wurden. "Das ist eine erhebliche Maßnahme und keine kleine Ergänzung", sagte Faymann. Spindelegger verwies darauf, dass es Förderung auch für katholische Privatschulen gebe, und das sei ein "durchaus gemeinsamer Beschluss".

  Durch den neuen 15a-Vertrag werden ab 2014 die bisher vorgesehenen Mittel für den Ausbau von ganztägigen Schulangeboten von jährlich 80 auf 160 Mio. Euro bis 2018 verdoppelt. Der Bund trägt laut dieser Vereinbarung die Lehrer-Personalkosten, für die Länder sind nach einem abgestimmten Schlüssel rund 80 bis 110 Millionen Euro pro Jahr als Zuschuss für die Schulerhalter vorgesehen.

  Ganztägige Schulformen umfassen sowohl Schulen mit reiner Nachmittagsbetreuung nach dem Unterricht als auch verschränkte Ganztagsschulen, in denen sich Unterricht und Freizeit abwechseln. Im laufenden Schuljahr haben rund 119.000 Schüler an den allgemeinbildenden Pflichtschulen und AHS-Unterstufen einen Platz in einer ganztägigen Schulform - das entspricht einer Betreuungsquote von 17,5 Prozent aller Schüler bis 14 Jahre.

  Mit den derzeit zur Verfügung stehenden 80 Mio. Euro können jährlich rund 10.000 Plätze neu geschaffen werden. Durch die bis 2018 zur Verfügung stehenden Zusatzmittel sollen bis 2019 200.000 Plätze erreicht werden - die Verzögerung um ein Jahr ergibt sich daraus, dass die ausgeschütteten Mittel erst "verbaut" werden müssen.

 

 

– 5. Juni 2013

 

Neue Lehrerausbildung im Unterrichtsausschuss beschlossen

Wer Lehrer werden will, muss dafür künftig unabhängig vom Schultyp zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen und danach ein vierjähriges Bachelor-, ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium und eine dem „Turnus“ der Mediziner ähnliche einjährige Praxiseinführung durch einen Mentor hinter sich bringen.

Diese Reform der Lehrerausbildung ist gestern im Unterrichtsausschuss des Nationalrates mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden.

Tiefgreifende Änderungen in der Ausbildung

Deutliche Änderungen bringt die neue Lehrerausbildung für die bisher an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Lehrer für Pflichtschulen (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs-, Polytechnische Schule): Ihre Ausbildungsdauer wird von bisher drei Jahren (Bachelor) auf fünf bis fünfeinhalb Jahre (Bachelor und Master als Voraussetzung für Fixanstellung) fast verdoppelt.

Volksschullehrer können auch künftig zur Gänze an den PH ausgebildet werden. Kaum Änderungen bei der Dauer gibt es für Lehrer an AHS sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), hier müssen sich Studieninteressenten allerdings erstmals den an PH bereits etablierten Zugangsverfahren stellen.

Für Sekundarstufenlehrer (AHS, BMHS, Hauptschule) muss der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni stattfinden. Der Master kann dann berufsbegleitend während oder aber vor Beginn der einjährigen Induktionsphase absolviert werden (vorgesehen waren ursprünglich ein bis zwei Jahre).

Die Kindergartenpädagogen werden zunächst dagegen nicht Teil der gemeinsamen Ausbildung sein. Das Gesetz sieht zwar ein Bachelorstudium für „Elementar- und/oder Primarbereich“ vor, allerdings wird es vorerst für diese Gruppe an den Hochschulen keine entsprechenden Angebote geben.

 

Mittagsjournal - 4.6.2013

 

Peter Daser

Schule: Ausbau der Ganztagsbetreuung fixiert

Die Ganztagsbetreuung an den Schulen wird weiter ausgebaut. Die Bundesregierung hat heute eine mit den Ländern ausgehandelte Vereinbarung beschlossen, wonach mehr Geld als bisher für die Betreuung von Schulkindern zur Verfügung steht. In den nächsten Jahren sollen es dadurch insgesamt 200.000 Plätze geben.

Mehr Geld für Personal

Bisher werden rund 120.000 Schülerinnen und Schüler auch am Nachmittag in den Schulen betreut. Das System wird nun ausgebaut. Ziel von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ist es, bis zum Jahr 2018 Plätze für 200.000 Kinder anbieten zu können: "Das ist das Herzstück der Schulentwicklung und ganz im Interesse der Eltern."

Die Landeshauptleute haben grundsätzlich ihre Zustimmung schon vor ein paar Wochen gegeben, auf ihren Wunsch wurden noch Änderungen vorgenommen, zum Beispiel, dass die Betreuungszeit bis 18 Uhr ausgeweitet wird. Es gebe auch eine Anhebung der Zuschüsse, so Schmied, weil auch die Personalkosten entsprechend steigen. Die Bundesländer und Gemeinden bekommen also Geld für zusätzliches Personal und für Umbauten an den Schulen, die für die Nachmittagsbetreuung notwendig sind. Das war schon bisher so, 80 Millionen wurden jedes Jahr vom Bund überwiesen, ab 2015 wird diese Summe verdoppelt. Der Bund trägt die Personalkosten für die Lehrerinnen und Lehrer, die Länder bekommen Geld, das sie an die Gemeinden weitergeben. Denn die sind die Schulerhalter. Daher sei die enge Kooperation des Bundes mit den Ländern und Gemeinden.

Sozialpartnerschaftliche Lösungen

Weniger allgemeine Kooperation gibt's derzeit ja in der Frage des Lehrerdienstrechts: Hier wird seit langem ergebnislos verhandelt, und die Unterrichtsministerin hatte zuletzt einen Beschluss des Dienstrechts ohne Zustimmung der Gewerkschaft als Möglichkeit genannt. Schmied heute: "Das ist wirklich die allerletzte Option, die ich mir überhaupt nicht wünsche. Ich schätze das sozialpartnerschaftliche Klima sehr, das ist Teil des österreichischen Erfolgsweges. Und ich möchte das im öffentlichen Sektor fortsetzen." Darüber Hinausgehendes zum Thema Lehrerdienstrecht wollte Schmied dazu heute nicht erklären.

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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