Freitag, 28. Juni 2013

Pressemeldungen - Unterricht

APA0118 II, XI 28.06.2013 10:33:14

 

Neue Mittelschule: Immer mehr schaffen AHS-Berechtigung

Utl.: 58 Prozent der NMS-Absolventen dürfen an höhere Schule - Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber letztem Hauptschuljahr

Unterstufe/Österreich

Immer mehr Absolventen der Neuen Mittelschule (NMS) erreichen mit ihrem Abschlusszeugnis die Berechtigung zum Besuch einer allgemeinbildenden (AHS) oder berufsbildenden höheren Schule (BHS). Diesmal dürfen 58 Prozent der Abschlussjahrgänge der 243 NMS-Standorte im kommenden Jahr eine AHS oder BHS besuchen, hieß es am Freitag in einer Aussendung des Unterrichtsministeriums. Das entspricht einem Plus von rund zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr an diesen Standorten bzw. einem Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber jenen Standorten, die schon im Vorjahr als NMS geführt wurden.

Laut einer Erhebung der Landesschulinspektoren haben von den 13.423 Schülern der Abschlussjahrgänge 7.779 ein Zeugnis bekommen, das sie zum Besuch einer AHS bzw. BHS berechtigt (57,95 Prozent). Im Vorjahr erreichten an diesen Schulen dagegen von damals 12.993 Absolventen nur 6.183 eine AHS-/BHS-Berechtigung (47,81 Prozent).

Der Großteil dieser 243 Standorte wurde im Vorjahr noch als Hauptschule geführt. 67 gehörten dagegen im Vorjahr bereits zu den "Pionierschulen" des ersten NMS-Abschlussjahrgangs. Der zweite Jahrgang an diesen Standorten erreichte wie die Absolventen des ersten eine AHS-/BHS-Berechtigungsquote von 53,3 Prozent.

(schluss) aku;jle;jul

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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0094 II, CI 28.06.2013 10:30:36

 

BMUKK: Zahl der AHS/BHS-Berechtigungen von NMS-AbsolventInnen steigt um 10 Prozentpunkte

Utl.: Rund 58% der SchülerInnen der Neuen Mittelschule schaffen die Berechtigung zum Aufstieg in eine AHS/BHS. Das ist ein Plus von 10,1 Prozentpunkten gegenüber der bisherigen Hauptschule.

Bildung/Neue Mittelschule/Schulerfolg

Eine Erhebung der Landesschulinspektoren des BMUKK bei den bundesweit 243 Standorten der Neuen Mittelschule, an denen heuer zum Schulschluss Abschlussklassen die vierjährige Neue Mittelschule beenden, zeigt einen erfreulichen Trend: Von 13.423 SchülerInnen der Abschlussjahrgänge dieser 243 Standorte, erreichen heuer 7.779 ein Zeugnis, mit dem sie zum Aufstieg in eine AHS oder BHS berechtigt sind. Das sind 57,95 % aller AbsolventInnen - ein Plus von 10,14 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Der Vergleich zum Abschlussergebnis des Jahres 2011/12 an diesen 243 Standorten zeigt einen starken Anstieg bei den Berechtigungen zum Besuch Höherer Schulen: Von 12.933 AbsolventInnen an diesen Standorten erreichten im Vorjahr 6.183 AbsolventInnen oder 47,81 Prozent die Berechtigung für den AHS/BHS-Besuch.

67 von diesen 243 Standorten waren die "Pionier-Schulen", die schon im Vorjahr den ersten Abschlussjahrgang als NMS hervorbrachten - hier erreichte der 2. Jahrgang einen praktisch identen Wert mit den AbsolventInnen des 1. Jahrgangs von 53,3 Prozent.

Eine entsprechende Tabelle ist auf www.bmukk.gv.at downloadbar.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at

mobil: +43-664-96-99-616


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0090 II, XI 28.06.2013 10:23:53

 

Schulschluss: BZÖ-Bucher/Haubner: Lehrer sollen in den Ferien Gratisnachhilfe erteilen

Innenpolitik/BZÖ/Schule/Kinder/Bildung/Lehrer/Bucher

BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner und BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher verlangen anlässlich der heutigen Zeugnisverteilung in Ostösterreich, dass alle Schüler, die zu einer Nachprüfung antreten müssen, in den Ferien Gratisnachhilfe durch Lehrer erhalten sollen. "Die Eltern müssen für private Nachhilfe immer tiefer in die Tasche greifen. Österreichs Eltern geben laut Arbeiterkammer im Jahr 101 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Pro Familie fallen 679 Euro (2012: 670) an Nachhilfekosten pro Jahr an. Generell ist zu beobachten, dass sich immer weniger Eltern die teure Nachhilfe leisten können. Damit wird eine inakzeptable soziale Bildungsbarriere aufgebaut, denn nur mehr wohlhabende Eltern werden sich die Nachhilfe für ihre Kinder weiter bezahlen können. Das BZÖ fordert deshalb die Umsetzung seines Vorschlages nach Gratis-Nachhilfe für Schüler durch Lehrer. Das Angebot soll für all jene Schüler gelten, die zu einer Nachprüfung antreten müssen. Starten soll die Gratis-Nachhilfe spätestens zwei Wochen vor den Nachprüfungen. Das würde den Eltern und Schülern massiv helfen, sie entlasten und es könnten mit Sicherheit mehr Schüler in die nächste Klasse aufsteigen", so Haubner und Bucher.

Laut brandneuer IFES Studie im Auftrag der Arbeiterkammer sind in Österreich 210.000 Schüler auf Nachhilfe angewiesen, das entspricht 21 Prozent Anteil. 40.000 Kinder und Jugendliche die Nachhilfe bräuchten, bekommen sie nicht, vor allem, weil die Eltern sie nicht bezahlen können - so konnten sich nur acht Prozent der Familien mit einem Haushaltseinkommen unter 1.600 Euro netto Nachhilfe für ihr Kind leisten, aber 58 Prozent der Familien mit mehr als 2.500. Weitere 50.000 Schüler weichen auf Gratis-Nachhilfe durch Geschwister, Freunde oder Klassenkollegen aus. Dabei kommt die Idee, Nachhilfe zu nutzen, nicht immer von den Familien selbst: 13 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen dies von der Schule nahegelegt wurde. Problematisch ist auch, dass viele Eltern die sich keine Nachhilfe leisten können, selbst ihren Kindern wenig oder gar keine Lernhilfe geben können. Umgerechnet leisten Eltern bei der Lernunterstützung ihrer Kinder die Arbeit von 48.000 Vollzeitbeschäftigten, ihnen entgehen dadurch 82 Mio. Stunden an Freizeit. Wie erstmals in der Ifes-Befragung erhoben wurde, haben zudem zwei Drittel der Eltern fachliche Probleme bei ihrem Nachhilfelehrer-Dasein: 26 Prozent plagen sich in jedem Fach, 34 Prozent können ihren Kindern zumindest in einzelnen Fächern nur schwer helfen. Besonders benachteiligt seien dabei jene Eltern, die selbst nur eine geringe Bildung haben, und Wenigverdiener (unter EUR 1.600 Haushaltseinkommen).

Die beiden BZÖ-Politiker kündigen eine parlamentarische Initiative des BZÖ auf Umsetzung der Gratis-Nachhilfe durch Lehrer an. "Diese Verbesserung muss im hoffentlich endlich kommenden neuen, vereinheitlichten Lehrerdienstrecht berücksichtigt werden. Gleichzeitig muss es aber auch für die Lehrer Verbesserungen wie eine klare Definition der Tätigkeiten, Arbeitsplätzen an den Schulen, moderne Fort- und Weiterbildung sowie eine leistungsorientierte Bezahlung geben", betont Haubner. "Österreichs Bildungssystem liefert bei im internationalen Vergleich immensen Kosten maximal mittelmäßige Ergebnisse. Gerade sozial schwache Familien, aber auch der Mittelstand, können sich den teuren Ausgleich der durch das ineffiziente Schulsystem entstandenen Bildungsdefizite ihrer Kinder nicht mehr leisten - die soziale Durchlässigkeit verschwindet. Deshalb sollen Lehrer in einem ersten Schritt, im Sommer Gratisnachhilfe erteilen, denn es muss ja im Interesse jedes engagierten Pädagogen sein, dass die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen, die ihnen gesteckten Bildungsziele erreichen und nicht auf der Strecke bleiben", so BZÖ-Chef Bucher.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ


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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0073 II, CI 28.06.2013 10:02:18

 

BMUKK: Zahl der Klassenwiederholungen sinkt um 4.500 SchülerInnen

Utl.: Die Zahl der SchülerInnen, die im Herbst nicht in die nächste Schulstufe aufsteigen darf, wird auf Basis einer ersten Trendrechnung um 4.500 oder 0,4 Prozentpunkte sinken.

Bildung/Schulerfolg/BMUKK/Statistik

Auf Basis einer ersten Trendrechnung legt das BMUKK eine erfreuliche Abschätzung über den vermutlichen Schulerfolg im Schuljahr 2012/13 vor: Die Zahl der SchülerInnen, die im Herbst nicht in die nächste Schulstufe aufsteigen darf, wird um 4.500 oder 0,4 Prozentpunkte sinken.

Im Schuljahr 2012/13 besuchten österreichweit ca. 1,1 Mio. ordentliche Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Schule bzw. eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht (ohne Schulen des Gesundheitsbereichs). Von diesen SchülerInnen werden voraussichtlich ca. 3,1 % (-0,4% gegenüber 2012), das sind rund 34.000 SchülerInnen (-4.500), nicht aufstiegsberechtigt sein, beziehungsweise die letzte Schulstufe einer Ausbildung mit diesem Schuljahr (noch) nicht erfolgreich abschließen können.

An den Volksschulen werden das nur ca. 0,4 % (+/- 0%) der dortigen SchülerInnen sein, also etwa 1.400 SchülerInnen, an den Hauptschulen rund 1,0 %, also rund 1.300 SchülerInnen (-0,3% oder -900 im Vergleich zum Schuljahr 2011/12), an den Neuen Mittelschulen ebenfalls etwa 1,0 % oder rund 800 SchülerInnen (-0,1% oder -600), an Polytechnischen Schulen sind es 8,4 Prozent oder 1.400 SchülerInnen) (-0,6% oder -300). An den AHS-Unterstufen ca. 2,9 % oder rund 3.200 SchülerInnen (-0,7% oder -800), an den AHS-Oberstufen rund 8,5 % oder 7.600 SchülerInnen (-0,7% oder -300), an Berufsschulen etwa 1,0 Prozent oder rund 1.300 SchülerInnen (-0,9% oder -2.600), an berufsbildenden mittleren Schulen (inkl. berufsbildende Statutschulen) ca. 9,7 %, also etwa 5.400 SchülerInnen (-0,2% oder -300) und an berufsbildenden höheren Schulen (inkl. BAKiP und BASoP) ca. 7,7%, also rund 11.500 SchülerInnen (-1,5% oder -1.500).

In dieser Hochrechnung der Aufstiegsberechtigungen sind die erwarteten Ergebnisse der Wiederholungsprüfungen, die zumeist im Herbst stattfinden, bereits berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Zeugnisverteilung am Schulschluss ist die Zahl der SchülerInnen mit negativen Beurteilungen um einiges höher als die oben genannten Zahlen (ca. 65.000 betroffene SchülerInnen), von denen viele die negativen Noten durch erfolgreiche Wiederholungsprüfungen noch ausbessern können beziehungsweise mit einem Nicht genügend in die nächste Schulstufe aufsteigen können.

Etwa 30.000 SchülerInnen, die in diesen Tagen ein negatives Zeugnis bekommen, werden sich voraussichtlich während der Sommerferien auf eine Wiederholungsprüfung im Herbst vorbereiten. Von diesen können dann erfahrungsgemäß über 70 Prozent - entweder aufgrund der bestandenen Wiederholungsprüfung(en) oder bei einem Nicht genügend auf Basis eines entsprechenden Konferenzbeschlusses - in die nächste Schulstufe aufsteigen.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Galley
Pressesprecher
Tel.: +43-1-53120-5019
mailto:josef.galley@bmukk.gv.at
bmukk.gv.at

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sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

APA0093 II, XI 28.06.2013 09:58:24

 

Lehrerdienstrecht: SP verwundert über VP-Schulterschluss mit Lehrern

Utl.: "Die Zustimmung der ÖVP zu diesem Gewerkschaftskurs kann ich nicht nachvollziehen"

Lehrende/Öffentliche Finanzen/Innenpolitik/Österreich

"Verwundert" zeigt sich Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) über den Schulterschluss der ÖVP mit der Lehrergewerkschaft. "Die Zustimmung der ÖVP zu diesem Gewerkschaftskurs kann ich nicht nachvollziehen", wird sie im "Kurier" (Freitagausgabe) zitiert. Vizekanzler und VP-Chef Michael Spindelegger, Finanzministerin Maria Fekter, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (beide ÖVP) sowie GÖD-Chef Fritz Neugebauer und die Vorsitzenden der einzelnen Lehrergewerkschaften hatten sich am Donnerstagabend auf die Einführung eines Jahresarbeitszeitmodells auf Basis einer neuen Studie über die Arbeitszeit der Lehrer verständigt.

"Wir haben eine gemeinsame Regierungs-Position vorgelegt, wo auch Vorschläge der Gewerkschaft eingearbeitet wurden", verwies Heinisch-Hosek auf den vor über einem Jahr an die ÖVP-dominierten Lehrervertreter übermittelten Regierungsvorschlag. Die Ministerin sprach sich außerdem gegen eine von Spindelegger ins Spiel gebrachte Übergangslösung bis 2018 aus. Dann sollen die ersten Absolventen der neuen Lehrerausbildung mit Pflicht zum Master für alle an den Schulen anfangen. "Die neuen Junglehrer sollen sofort mit einem neuen Dienstrecht beginnen." Zustimmung kommt von ihr lediglich zur Forderung nach einer Arbeitszeitstudie: "Machen wir diese Studie. Sofort." Nach Vorliegen der Ergebnisse könne man das Dienstrecht anpassen: "Aber wir dürfen es nicht auf die lange Bank schieben."

Die ÖVP hatte bereits vor mehr als drei Wochen mit einem Alternativvorschlag zum Lehrerdienstrecht die Regierungslinie verlassen: Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 20 bis 22 auf 24 Stunden und einer gemeinsamen Gehaltstabelle für alle Lehrer sollte es demnach eine Anwesenheitsverpflichtung geben, die jeweils von den einzelnen Lehrergewerkschaften ausverhandelt wird und Lehrer an Pflichtschulen (v.a. Volks-, Haupt-, Neue Mittelschule, Sonder-, Berufsschule) weiter weniger verdienen als Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS).

(schluss) jle;aku;jul

realisiert durch das SPÖ ITZ


sp/jschindlegger (S)

, 28.06.2013 10:37:57

OTS0040 II 28.06.2013 09:15:39

 

Bildung als zentrales Wahlkampfthema

Utl.: Zehn Fragen zur Bildung an die Politik

Bildung/Politik/Wahlen/Nationalrat

Zehn klare Fragen verlangen zehn klare Antworten. Und zwar noch vor der Wahl. Das ist die unmissverständliche Kernbotschaft eines Briefes, den prominente Repräsentanten des Bildungsvolksbegehrens an amtierende Regierungsmitglieder, Klubobleute, Bildungssprecher und die Vorsitzenden der wahlwerbenden Parteien richten. Damit wird den Ankündigungen der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens Nachdruck verliehen, bei den kommenden Nationalratswahlen eine umfassende Bildungsreform zu einem zentralen Thema zu machen.

Im Schreiben werden die unerträglichen Zustände in nahezu allen Bildungsbereichen aufrüttelnd bewusst gemacht:

Das österreichische Bildungssystem

- entspricht weder den Anforderungen der Zeit noch jener der Zukunft
- ist rückständig und veraltet
- ignoriert neue, bedeutsame, pädagogische wie
neurowissenschaftliche Erkenntnisse
- lässt die Bedürfnisse der wachsenden Zahl berufstätiger Mütter
weitgehend unberücksichtigt
- unternimmt nichts gegen die wachsende Belastung der
Familienbudgets durch die Millionenkosten von Nachhilfestunden,
nichts gegen die hartnäckige Blockierungspolitik führender
Lehrergewerkschafter


"Es ist unerträglich", schreiben die Verfasser des Briefes, "dass bei uns beinahe ein Drittel der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen kann, dass 79.500 junge Menschen bis zum 24. Lebensjahr keinen Schulabschluss oder nur einen Pflichtschulabschluss besitzen und oft auch keinen Job haben."

Politischen Parteien und wahlwerbenden Gruppen, die sich seit einiger Zeit mit Forderungen zur direkten Demokratie überbieten, wird in Erinnerung gebracht, dass das Bildungsvolksbegehren von rund 400.000 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde, dass das Parlament durch die Einsetzung eines "Besonderen Ausschusses" das Ergebnis respektiert hat, sich aber letztendlich doch wieder die "Blockierer" durchsetzen konnten und dieser starken demokratischen Willensäußerung das übliche Ende großkoalitionären Reformmutes bereiteten.

Ernsthaftigkeit und Bedeutung des Briefes ist durch die eigenhändige Unterschrift der Verfasser und Verfasserinnen dokumentiert, die einen attraktiven Querschnitt durch die breit aufgefächerte Gruppe der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens bilden:

Niki Glattauer, Lehrer und Schriftsteller Erwin Greiner, erfahrener AHS-Direktor, "BildungGrenzenlos" Raphaela Keller, Vorsitzende der Berufsgruppe von Kindergarten- und HortpädagogInnen Wien Christa Koenne, erfahrene AHS-Direktorin und Lehrbeauftragte an mehreren Universitäten Daniel Landau, Gymnasiallehrer, Obmann der Plattform "Zukunft.Bildung" Beppo Mauhart, Verein Bildungsinitiative, Ehrenpräsident des Österreichischen Fußballbundes Bernd Schilcher, ehem. Landesschulratspräsident und Vorsitzender der Expertengruppe der BM Schmied Heidi Schrodt, erfahrene AHS-Direktorin, Vorsitzende "BildungGrenzenlos" Christiane Spiel, Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Bildungspsychologie der Uni Wien Gundi Wentner, Personal- und Unternehmensberatung und selbstverständlich jene von Hannes Androsch, dem Initiator des Volksbegehrens.

Die Verfasser des Briefes weisen darauf hin, dass Österreich bei allen internationalen Tests seit Jahren ständig aufgefordert wird, sein Bildungssystem zu modernisieren. Auch wenn es in der Vergangenheit Bemühungen dazu gegeben hat, führten sie doch nur zu kleinen Schritten. Weitere Versäumnisse hinzunehmen ist zukunftsgefährdend für unsere Jugend und für ganz Österreich. Die kommende Nationalratswahl ist eine Chance, dieser Gefahr massiv entgegenzuwirken. Daher wird von den wahlwerbenden Parteien eine klare Beantwortung der Fragen zu folgenden Themen eingefordert: In Österreich können 28% der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen und 79.500 Jugendliche bis zum 24. Lebensjahr haben keine ausreichende Schulbildung und oftmals keinen Beruf. Wobei es gleichzeitig einen Mangel an qualifizierten Fachkräften gibt.

Frage 1: Was werden Sie gegen diese paradoxe Situation unternehmen?

In zwei Drittel der OECD Länder gibt es verschränkte Ganztagsschulen, folgt man der Erkenntnis, dass die Trennung von neun- und zehnjährigen Kindern aus menschlichen, pädagogischen und auch wirtschaftlichen Überlegungen völlig unangebracht ist.

Frage 2: Wie stehen Sie zu dem Projekt "verschränkte Ganztagsschule und gemeinsame Mittelstufe als Regelschule"?

Österreich hat 5.860 Schulen. Mehr als die Hälfte davon sind Klein- und Kleinstschulen, während in anderen Ländern größere Schulzentren üblich sind.

Frage 3: Was halten Sie von größeren Strukturen auch in unserem Land?

In vielen Ländern ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf ganztägig an den Schulen und zusammen mit den Kindern ausüben.

Frage 4: Wie stehen Sie dazu, dass LehrerInnen und SchülerInnen auch bei uns in der Regel von 8:30 bis 16:30 Uhr an den Schulen sind?

Künftig sollen alle Lehrerinnen und Lehrer - und hoffentlich sobald als möglich auch Kindergartenpädagogen und Kindergartenpädagoginnen - eine universitäre Ausbildung erhalten. Daher muss in Zukunft der Grundsatz gelten: Gleiche Besoldung für gleiche Ausbildung.

Frage 5: Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag?

Ein überproportional großer Anteil, der für Bildung zur Verfügung stehenden Mittel versickert in zu vielen Verwaltungsebenen. Gleichzeitig wird den Schulen der Gestaltungsspielraum und ihre Verantwortungsautonomie obrichkeitlich eingeschränkt.

Frage 6: Was werden Sie unternehmen, um Effektivität und Effizienz des Schulsystems zu steigern?

Universitäten sind bei uns vielfach unterdotiert, leiden unter mangelnder Planungssicherheit und unzureichenden Forschungs- und Arbeitsbedingungen.

Frage 7: Was wollen Sie tun, um diese Situation zu ändern und zu verbessern?

Die Statistik Austria hat dokumentiert, dass von den rund 280.000 Studierenden jährlich rund 100.000 so gut wie keine Prüfungen ablegen.

Frage 8: Was werden Sie gegen diese höchst unbefriedigende Situation unternehmen?

Ein großes Problem für die österreichische Bildungspolitik ist unser Föderalismus. Jedes Land hat unterschiedliche Angebote für Ganztagsplätze, unterschiedliche Öffnungszeiten sowie unterschiedliche Dienstrechte und Besoldungsregelungen.

Frage 9: a) Was werden Sie tun, um gleiche Bildungsbedingungen im Kindergarten für alle Kinder zu ermöglichen? b) Was werden Sie tun, damit die UN-Behinderten Konvention, die eine möglichst volle schulische Inklusion vorsieht, so wie zB in Südtirol (97%) auch in Österreich umgesetzt wird?

Für Schulen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung, also für die Zukunft unserer Jugend werden nur elf Prozent der gesamten Budgetmittel aufgewendet.

Frage 10: Was werden Sie unternehmen, damit Schulen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung eine für die Zukunft unseres Landes adäquate Beachtung in den öffentlichen Haushalt finden?

Die Verfasser des Briefes lassen abschließend keinen Zweifel aufkommen, dass sie mit den Reaktionen und Antworten auf ihre Fragen sehr öffentlichkeitswirksam umgehen werden. Für die Wählerinnen und Wähler bedeutet dies ein wertvolles Service für ihre persönliche Wahlentscheidung.

Rückfragehinweis:
Dr. Hannes Androsch: Tel.: 01- 586 10 54


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