Dienstag, 16. Juli 2013

2013.07.16: Unterricht

Mittagsjournal - 16. Juli 2013

Andreas Jölli

Lehrer: Regierung hat nachgebessert

Dass die lange festgefahrenen Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht zu einem Ergebnis zu kommen scheinen, liegt am offenbar nachgebesserten Angebot: Grundsätzlich ist geplant, für alle Lehrer ein einheitliches Dienstrecht einzuführen, mit höheren Einstiegsgehältern, einer flacheren Lebensverdienstkurve und einer längeren Lehrverpflichtung - zu nunmehr attraktiveren Bedingungen.

Zulagen und Abgeltungen

Lehrer sollen künftig zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn mehr verdienen, nämlich mindestens 2.420 Euro. Dann aber soll das Gehalt nicht mehr so stark steigen wie bisher, das sieht zumindest der derzeitige Entwurf zum neuen Lehrerdienstrecht vor. Außerdem sollen Lehrerinnen und Lehrer künftig länger unterrichten, statt 20 bzw. 22. Stunden pro Schulwoche werden es 24 Stunden sein. Allerdings fällt in diese Arbeitszeit nicht nur der klassische Unterricht, sondern auch die Betreuung von Schüler, die Beratung von Eltern. Den Lehrern wird das aber auch abgegolten. Für diese zusätzlichen Tätigkeiten gibt es Zulagen.

Bonus, Zuschlag, Unterstützungspersonal

Zudem gibt es einen Bonus für arbeitsintensive Tätigkeiten, etwa für Klassenvorstände oder für Unterrichtsfächer, die mit beträchtlichen Vor- oder Nachbereitungszeiten verbunden sind. Dafür gibt es einen finanziellen Zuschlag, genauso wie für Lehrerinnen und Lehrer, die die Leitung einer Schule übernehmen. Einen Zusatz-Verdienst gibt es auch bei Prüfung, die sogenannten Prüfungs-Taxen bleiben. Unterm Strich gibt es also zum Grundgehalt etliche Möglichkeiten des Zuverdienstes, wenn es nach dem derzeitigen Entwurf des neuen, einheitlichen Lehrerdienstrechts gibt.

Und Lehrerinnen und Lehrer sollen künftig von administrativen und unterrichtsfremden Tätigkeiten durch sogenanntes Unterstützungspersonal entlastet werden. Wie viel genau gebraucht wird, ist aber noch nicht klar. Das ist einer der noch offenen Punkte. Klar ist aber schon, Junglehrer sollen sich fünf Jahre lang aussuchen können, ob sie sich für das neue Lehrer-Dienstrecht entscheiden.

Mittagsjournal, 16.7.2013

Stefan Kappacher

Lehrerdienstrecht: Verhandlerinnen erleichtert

Das neue Lehrerdienstrecht ist seit gestern Abend Chefsache, Vertrauensleute von Kanzler und Vizekanzler sitzen quasi mit am Verhandlungstisch. Plötzlich sehen nicht nur Gewerkschaft, sondern auch Regierung einen Gesetzesentwurf noch vor der Wahl in Reichweite. Die Systemumstellung werde von der Gewerkschaft nicht mehr in Frage gestellt, sagen die Verhandlerinnen von SPÖ und ÖVP.

System akzeptiert

Alle reden jetzt von einem Umschwung, und der wird von der Regierung auf eine neue Beweglichkeit bei der Lehrergewerkschaft zurückgeführt. Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heute früh, am Morgen nach einer offenbar entscheidenden 31. Verhandlungsrunde: "Die Gewerkschaft hat sich in Bewegung gesetzt, und das ist gut so." Und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kommt zum Kern: "Da wird nicht mehr das Modell in Frage gestellt, das ist der fundamentale Fortschritt." Schmied ist nun "vorsichtig optimistisch", dieses Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen. Und zwar in Form eines "sozialpartnerschaftlichen Beschlusses vor der Wahl", wie es Schmied formuliert. Eine Punktation reicht ihr nicht, es gibt aber offenbar Bedenken, das Gesetz noch durch das Parlament zu bringen.

Finanziell überzogen

ÖVP-Verhandlerin Maria Fekter ist ähnlich zuversichtlich wie ihre SPÖ-Kolleginnen und sieht das "neue System" von der Lehrergewerkschaft in weiten Bereichen akzeptiert. Als Problemgruppe macht Fekter jetzt noch die AHS-Lehrer aus, die als einzige der Lehrergewerkschaften noch keine Detail-Stellungnahme zum Regierungsentwurf abgegeben hat. AHS-Lehrergewerkschafter Ekkehard Quin hat gestern Abend geschwänzt, er urlaubt im Ausland. Fekter erwartet jetzt eine schriftliche Stellungnahme, "und dann werden wir schauen, was wir noch einbauen können". Die Finanzministerin signalisiert also Entgegenkommen, auch wenn sie finanziell schon überzogen habe, "um einen Konsens zu erreichen". Die Systemumstellung für die gesamte Lehrerschaft werde in Summe elf Milliarden Euro kosten, natürlich verteilt über die Jahre. Nach 2030 werde sich das in jährlichen Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe niederschlagen.

Militärische Metaphern

Die von der Regierungsspitze eingesetzte "Taskforce" sehen die Ministerinnen als Bündelung der Kräfte und nicht als Misstrauensausdruck. Nominiert wurden ja SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer als Vertrauter von Kanzler Faymann und Vizekanzler Spindeleggers Kabinettschef Jochen Danninger - und ÖVP-Minister Karlheinz Töchterle, dem der Name Taskforce nicht behagt: "Diese militärische Metapher ist mir sehr zuwider. Irgendwer hat's so genannt, und jetzt heißt's halt so." Unklar ist auch, wann die Eingreiftruppe eingreifen soll. Bei der nächsten Runde sollen die Herren jedenfalls nicht mit am Tisch sitzen, sagt die Beamtenministerin.

 

Mittagsjournal, 16.7.2013

Barbara Herbst

Bildung in Österreich: Viele Baustellen

"Zur Lage der Nation"

In Österreich können fast 30 Prozent der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen und fast 80.000 Jugendliche unter 25 haben keine ausreichende Schulbildung und oft keinen Beruf. Dazu kommen das wiederholt schlechte Abschneiden beim PISA-Test, die Unzufriedenheit von Eltern und Lehrern. Auf der anderen Seite wächst der Druck auf Österreichs Jugend, in der Schule hervorragende Leistungen zu bringen.

Dauerverhandlungen über Elternwünsche

Englischunterricht an einer Neuen Mittelschule. Zwei Lehrer stehen im Klassenzimmer. Die Kinder in Lerngruppen aufgeteilt - leistungsschwache lernen von den Sprachtalenten. Förderung statt Überforderung, beschreibt Sonja Dejanovic das Konzept. Die Grazerin ist Jugendcoach. Sie studiert Deutsch und Geschichte im zweiten Bildungsweg an der Pädagogischen Hochschule, um in einem Jahr selbst in einer Klasse zu unterrichten.

Die "Neue Mittelschule" ist das Vorzeigeprojekt der Bildungsministerin und dennoch nicht mehr als ein Mosaikstein. Ideologiekämpfe zwischen SPÖ und ÖVP dominieren die Bildungspolitik seit den 1950er Jahren. Der großkoalitionäre Kompromiss dominiert den Alltag der Familien. Claudia Riebler arbeitet als Pressechefin eines großen Konzerns Vollzeit. Um Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, hat sie sich für ihren achtjährigen Sohn für eine katholische Privatschule entschieden. Deren wesentlicher Vorteil sei die Ganztagsbetreuung.

Bewusst für eine öffentliche Schule hat sich hingegen der Tiroler Werbeagenturchef Patrick Bock entschieden. Seine älteste Tochter hat den ersten Schulwechsel hinter sich und gibt ihre Erfahrungen an den sechsjährigen Bruder weiter. Erst am Ende der Volksschule sehe man, welcher Leistungsdruck für das Kind verträglich sei. Und die Entscheidung darüber komme viel zu früh.

OECD drängt

Beide Elternwünsche - Ganztagesbetreuung und eine Gesamtschule - liegen immer wieder auf dem Verhandlungstisch. Da nützt es auch nichts, wenn Experten zur Eile mahnen. OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger legt den Finger in die offene Wunde. In allen Ländern sei es von Vorteil ein abgeschlossenes Hochschulstudien zu haben.

Österreich schneide nicht nur bei den Schulleistungen schlechter ab als andere Länder, auch der Bildungsaufstieg verlaufe auch langsamer. Während im OECD-Schnitt 37 Prozent der jungen Menschen einen höheren Bildungsgrad als ihre Eltern erreichen, schaffen den Aufstieg in Österreich nur 26 Prozent.

 

Mittagsjournal, 16.7.2013

Barbara Herbst

Finnland: Bildungskonzept als Exportschlager

Das finnische Bildungssystem zählt zu den Besten der Welt. Das sagen nicht die Finnen selbst, sondern alle Rankings von Organisationen wie der OECD oder dem Pearson Verlag, weltweit führend bei Bildungsinhalten. Wer will, kann dieses Erfolgsmodell kaufen und bei sich umsetzen.

"Nie ein Schritt zurück"

Seit drei Jahren exportiert Finnland Bildungskonzepte, also Unterrichtspläne, Lehrinhalte, Konzepte, und Ausbildungsmodule. Wer will, kann sich auch das Schul-Gebäude dazu bauen lassen. Zu den finnischen Kunden zählen Abu Dhabi, Saudi-Arabien, China und einige unserer unmittelbaren Nachbaren in Osteuropa. Finnland wird als Weltmeister des internationalen Schulvergleichs Pisa gefeiert; eigentlich aber ist Finnland Champion der unteren Zehntausend. Denn nirgendwo auf der Welt liefern schwache Schüler so gute Ergebnisse ab wie in Finnland. Was die Finnen anders machen? Kristiina Volmari von der Nationalen Finnischen Bildungsagentur: "Ein Schlüssel ist unsere Lehrerausbildung. Nur 16 Prozent kommen durch. Das heißt, in den Klassenzimmern stehen nur die Besten. Und wir wecken Potentiale. Wir sind ein kleines Land, nur Talente zu erkennen und dafür Potentiale nicht zu erkennen, das können wir uns gar nicht leisten. "

Eine Erkenntnis, die über Jahre gereift ist. Seit den 1980er Jahren wird langsam aber stetig reformiert: "Konsequenz zählt bei uns, nicht das Tempo. Wechselt bei uns die Regierung, bleibt das Bildungsziel trotzdem erhalten. Wir erneuern uns zwar nur in kleinen Schritten, dafür machen wir nie einen Schritt zurück. Das ist der Unterschied zu Ländern mit einer ideologisch geprägten Bildungspolitik."

Alle Bildungswege offen

Die Säulen sind Fairness und Gleichberechtigung: "Bei uns geht niemand in eine Sackgasse durch eine falsche Schulentscheidung. Unser Bildungssystem ist seit mehr als 30 Jahren durchlässig. Wofür immer man sich im Alter von 15 Jahren entscheidet, danach stehen einem jungen Menschen trotzdem alle Bildungswege offen. Das heißt, alle Wege führen zur Universität."

Tiina Raatikainen spricht gar von "Geheimnissen des Erfolgs". Sie arbeitet für EduCluster. Das ist ein sehr junges Unternehmen dreier Universitäten und zuständig für den Export des finnischen Bildungssystems: "Staaten wissen, dass sie in Bildung investieren müssen. Diese Einstellung hat mit den globalen Rankings zu tun. Alle wollen ganz oben dastehen im internationalen Vergleich, nicht um des Rankings willen, sondern um des Wohlstands willen. Bildung ist der Schlüssel dafür. Und was liegt da näher, als sich uns als Vorbild zu nehmen? "

Vermarkteter Bildungserfolg

Der Erfolg lockt Bildungsexperten aus der ganzen Welt an; so viele, dass daraus mittlerweile ein Geschäftsmodell geworden ist. EduCluster verkauft den finnischen Bildungserfolg. Zu den ersten Kunden zählt Abu Dhabi. 30 Lehrer und zwei Direktoren arbeiten fünf Jahre lang gemeinsam, um im Emirat eine Grundschule nach finnischem Muster aufzubauen: "Wir verkaufen kein Produkt von der Stange, wir gehen Partnerschaften ein. Im Fall Abu Dhabis arbeiten wir eng mit lokalen Experte zusammen, um die regionalen Besonderheiten mit unseren Erfolgsfaktoren zu verknüpfen."

China, Nigeria, Südamerika und Osteuropa lassen sich beraten. Dies alles geschieht im Auftrag der finnischen Regierung, erklärt Kristiina Volmari von der Bildungsagentur. Finnland arbeite an seiner Marke und Bildung ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie: "Wir stellen unsere Wirtschaft auf eine breitere Basis. Es wäre ein schlecht investiertes Steuergeld, würden wir unsere bestausgebildeten Lehrer exportieren. Was wir aber können ist, Beratungs-Dienstleistung zu exportieren. Das ist das Modell, an das ich glaube."

 

 

APA0286 II, XI 16.07.2013 14:01:40

 

Lehrerdienstrecht: Skepsis über vermeintlichen Durchbruch

Utl.: FPÖ, BZÖ und Team Stronach drängen auf baldigen Parlamentsbeschluss - Grüne "gespannt auf das Kleingedruckte"

Lehrende/Schule/Gewerkschaften/Österreich

Die optimistischen Äußerungen aus dem Verhandlungsteam zum neuen Lehrerdienstrecht haben heute, Dienstag, bei den Oppositionsparteien einerseits Skepsis und andererseits auch verhaltenen Optimismus hervorgerufen. FPÖ, BZÖ und Team Stronach geben sich vor allem gespannt, ob der vermeintliche Durchbruch noch vor der bevorstehenden Nationalratswahl im Parlament behandelt werden wird. Die Grünen geben zu bedenken, dass es derartigen Optimismus im Laufe der Verhandlungen bereits mehrmals gegeben habe.

Für die FPÖ wird ausschlaggebend sein, ob die Regierung das neue Lehrerdienstrecht noch vor der Wahl in ein Gesetz gießt. Sollte es nur "eine schwammige, substanzlose Jubelmeldung für die Regierung" werden, habe die Regierung wohl bereits die Fortführung der Koalition fix paktiert, schließt Bildungssprecher Walter Rosenkranz aus der Vermeldung eines Durchbruchs.

"Wenn es wirklich einen Durchbruch gegeben hat, ist das eine positive Überraschung und ein Befreiungsschlag", so der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser. Er sei aber "gespannt auf das Kleingedruckte", da es sich "gefühlt" um den "25. Durchbruch in der 31. Verhandlungsrunde" handle. Es müsse "für alle Lehrerinnen und Lehrern klare Verbesserungen geben", fordert Walser.

BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner fordert angesichts der Entwicklungen von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), "das Lehrerdienstrecht gleich zur Chefsache" zu erklären. Die nun eingesetzte Task Force dürfe sich nicht wieder "wochenlang wegen den von Ministerin Schmied heute angekündigten 'Feinadjustierungen' im Kreis drehen". In einer Sondersitzung des Parlaments könne man "diese Reform auch gegen die ÖVP beschließen", wiederholte Haubner ihr Angebot an die SPÖ.

Auf einen schnellen Parlamentsbeschluss drängt auch der Klubobmann des Team Stronach, Robert Lugar. "Es braucht nach 31 Verhandlungsrunden keine neue Taskforce mehr, denn alle Fakten liegen auf dem Tisch". Auch das Team Stronach stehe für einen allfälligen Beschluss des neuen Lehrerdienstrechts "Gewehr bei Fuß", so Lugar.

(schluss) nt;jle;ham

OTS0114 II, CI 16.07.2013 13:03:51

 

Schülerunion: Bildungspolitischen Diskurs endlich wieder sachlich führen

Utl.: Kein "Türschilderl-Tausch", sondern echte Reformen

Bildung/Schülerunion/Perschy/Mittagsjournal/Bildungspolitik

"Seit Jahren ist die bildungspolitische Diskussion in Österreich dominiert von politischen Graben- und Machtkämpfen. Diese Art der Diskussion wird dem Thema nicht gerecht und führt zu keinen nennenswerten Ergebnissen. Der bildungspolitische Diskurs muss wieder sachlich und wissenschaftlich fundiert geführt werden und auf diese Weise handfeste Ergebnisse liefern. Bisherige Reformen sind vielfach reines 'Türschilderl-Austauschen', sprich kosmetische Veränderungen. Stattdessen brauchen wir jedoch handfeste und tiefgreifende Reformen, in deren Entstehung die Schulpartner, sprich Lehrer, Eltern und Schüler bestmöglich eingebunden sind. Denn durch regen Austausch mit den Schulpartnern, die am direktesten von Veränderungen in Österreichs Schulen betroffen sind, lassen sich viele Probleme, wie sie zum Beispiel im Rahmen der Zentralmatura aufgetreten sind, von vorneherein vermeiden", kommentiert der Bundesobmann der Schülerunion Daniel Perschy den heutigen Mittagsjournal-Beitrag zur Bildungspolitik. ****

"Was die Schüler betrifft, wurden im letzten Monat 27 Landesschulsprecherinnen und Landesschulsprecher gewählt, die im nächsten Schuljahr die Bundesschülervertretung bilden. Diese engagierten jungen Menschen haben einige Vorschläge, wie man den Schulalltag in Österreich nachhaltig verbessern könnte. Vielleicht schaffen es die politisch Zuständigen im nächsten Schuljahr, die Vorschläge dieser jungen Menschen nicht in der Schublade verschwinden zu lassen, sondern als wichtigen und wertvollen Beitrag wahr zu nehmen. Einige Konflikte der Vergangenheit hätte man sich auf diese Weise mit Sicherheit sparen können", so Perschy abschließend.

Die Schülerunion ist die größte Interessensvertretungsorganisation für Österreichs Schüler. Über 30.000 Mitglieder vernetzen sich, um sich auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung der Schule auf Basis der Schülerinteressen einzusetzen. Entsprechende Forderungen bringt die Schülerunion zusätzlich im Rahmen der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie in diesem Schuljahr 27 von 29 Mandaten hält.

Rückfragehinweis:
Österreichische Schülerunion
Nina Londer
0664/1841228
nina.londer@schuelerunion.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1493/aom

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OTS0116 II, CI 16.07.2013 13:08:04

 

Rauch: ÖVP hat Karren flott gemacht und schafft beste Rahmenbedingungen für unsere Kinder

ÖVP/Bildung/Lehrerdienstrecht/Fekter/Schmied/Heinisch-Hosek/Rauch

Utl.: Regierung arbeitet im Sinne der Schüler, Lehrer und Eltern - Positiver Abschluss vor Wahl erklärtes Ziel der Regierung

Wien, 16. Juli 2013 (ÖVP-PD) "Die Annäherung bei den Gesprächen zum neuen Lehrerdienstrecht zeigt einmal mehr, dass diese Regierung bildungspolitisch im Sinne der Schüler, Lehrer und Eltern in Österreich arbeitet", betont ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch. "ÖVP-Verhandlungsführerin und Finanzministerin Maria Fekter und die ÖVP haben die Verhandlungsparteien überzeugt, offen aufeinander zuzugehen. Ein positiver Abschluss der Verhandlungen vor der Nationalratswahl ist das erklärte Ziel der Regierung", unterstreicht Rauch. Der ÖVP-Manager stellt klar: "Wir haben den Karren wieder flott gemacht und schaffen die besten Rahmenbedingungen für die Schülerinnen und Schüler." Nachdem Unterrichtsministerin Schmied nun auch die ÖVP-Alternativ- Forderungen – wie die Wertung von schulischer Präsenz der Lehrer als Arbeitszeit - aufgegriffen hat, war die Annäherung nun möglich. "Wir sind auf einem guten Weg. Mit dem neuen Lehrerdienstrecht werden Regierung und Gewerkschaften gemeinsam ein wichtiges Reformwerk schaffen, von dem künftige Generationen entscheidend profitieren", hält Hannes Rauch fest. ****

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien, Tel.:(01) 401 26-620; Internet: http://www.oevp.at, www.facebook.com/volkspartei, www.facebook.com/hannes.rauch, www.twitter.com/hannes_rauch

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APA0232 II, XI 16.07.2013 13:02:53

 

Lehrerdienstrecht: Unabhängige Gewerkschafter begrüßen Entwicklung

Utl.: Sellner: Teilen gerne "vorsichtigen Optimismus der Ministerinnen" - Fordern, dass nicht-unterrichtliche Tätigkeit in Zeit abgegolten wird

Schule/Lehrende/Öffentliche Finanzen/Österreich

Die Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) haben sich am Dienstag über die Fortschritte bei den Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht erfreut gezeigt. Man teile gerne den "vorsichtigen Optimismus der Ministerinnen", sagte Reinhart Sellner von den ÖLI-UG. Die unabhängigen Lehrer begrüßen die "positive Entwicklung" im Bereich der Pflichtschullehrer, sagte er. Gleichzeitig stellen sie sich gegen den Plan, nicht unterrichtliche Tätigkeit der Lehrer mittels Zuschlag abzugelten (statt durch eine Verringerung der Unterrichtszeit).

Sellner, der auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem stv. Vorsitzenden der BMHS-Gewerkschaft, Josef Fuchsberger, den Stand der Dinge beurteilte, sagte, es fehle nach wie vor die "Berücksichtigung der aufwendigen Korrekturarbeiten, Vorbereitungsarbeiten und Tätigkeiten der Lehrer" - sei es als Kustos, Schülerberater oder anderes. "Wir verlangen, dass man statt der finanziellen Arbeitszulage eine Zeiteinrechnung macht", so Sellner. Es sollte nicht nur die Klassenvorstandstätigkeit, sondern etwa auch Korrekturtätigkeit zeitlich abgegolten, also von der Unterrichtsverpflichtung abgezogen werden.

Sellner zeigte sich überzeugt davon, dass die Detailfragen in der nächsten Woche "im Konsens" gelöst werden können. "Davon gehen wir aus."

Ungeklärt ist für den Unabhängigen Gewerkschafter die Frage der Finanzierung. Konkret sprach er die Situation der rund 75.000 Pflichtschullehrer an, "die keinen Master haben". Wenn deren Ausbildung verbessert wird, "dann kostet das was". Dafür verlange er eine Garantie. Vermisst werden von den Unabhängigen auch "demokratische Momente der Mitbestimmung, vor allem was die Wahl der Schulleitung" angeht. Hier gebe es zu wenig Mitbestimmung an den einzelnen Schulen.

(schluss) hac;jle;ham

APA0225 II, XI 16.07.2013 12:57:27

 

Lehrerdienstrecht - Gewerkschafter: "Noch nicht in Zielgerade"

Utl.: BMHS-Vertreter Rainer: "Da bedarf es noch vieler Abstimmungen" - AHS-Vertreter Quin: "Meilenweit von gutem Dienstrecht entfernt" - Chefverhandler Kimberger: "Haben noch Stück Weg vor uns"

Schule/Gewerkschaften/Lehrende/Österreich

Während das Verhandlungsteam der Regierung eine Einigung in Sachen Lehrerdienstrecht nach der letzten Verhandlungsrunde gestern, Montag, Abend in greifbarer Nähe sieht, ortet Jürgen Rainer (FCG), Lehrervertreter an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), noch keinen Grund für Euphorie. "Den Eindruck, dass wir quasi auf der Zielgeraden sind, kann ich nicht bestätigen", sagt er am Dienstag zur APA. "Da bedarf es noch vieler Abstimmungen." Noch ablehnender fällt das Urteil von AHS-Gewerkschafter Eckehard Quin (FCG) aus: "Wir sind noch meilenweit von einem guten Dienstrecht entfernt."

Über die "Hard Facts" habe man gestern gar nicht verhandelt, so Rainer. Die Frage einer höheren Unterrichtsverpflichtung von 24 statt derzeit 20 bis 22 Stunden gehöre zu jenem Teil des Dienstrechts, der erst beim nächsten Mal Thema sein soll. "Die Stundenfrage ist in einigen Bereichen noch nicht außer Streit gestellt." Gestern seien viele Details besprochen worden. "Aber die großen Probleme, der Verlust von Arbeitsplätzen, wurden nicht diskutiert." Nachbesserungsbedarf sieht Rainer vor allem bei den Lehrern in den allgemeinbildenden Fächern an den AHS und BMHS. Allerdings sieht er sehr wohl Möglichkeiten, eine Lösung zu finden. Wie, das sei "Gegenstand der Verhandlungen".

Quin, der sich derzeit im Urlaub befindet, begründete gegenüber der APA seine Ablehnung damit, dass der Regierungsentwurf "nach wie vor mehr Arbeit für weniger Geld vorsieht". Zwar gebe es Schritte in die richtige Richtung, indem etwa die Arbeit als Klassenvorstand, Mentor oder Beratungsstunden zu einer Verringerung der vorgesehenen Unterrichtsverpflichtung von 24 statt derzeit 20 bis 22 Stunden führen soll. Auch der Vorschlag, 150 Mitarbeiter von Post und Telekom in der Schuladministration einzusetzen, sei angesichts von 6.000 Schulen nur "lieb gemeint".

"Aber das Grundproblem bleibt, dass Arbeitszeit abseits des Unterrichts nicht entsprechend berücksichtigt wird." Durch die höhere Unterrichtsverpflichtung würden etwa einen AHS-Lehrer mit Geschichte und Chemie 500.000 Euro entgehen, rechnete Quin anhand seines eigenen Falles vor. Dass mit der neuen Ausbildung künftig alle Lehrer einen Master absolvieren müssen, sei in dem Gesetz außerdem überhaupt nicht berücksichtigt. Die eingemahnte Stellungnahme der AHS-Lehrer liege Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mittlerweile vor.

Auch Chefverhandler Paul Kimberger (FCG) sieht im Ö1-Mittagsjournal noch "wesentliche Knackpunkte" am Weg zu einer Einigung: So müsse etwa die künftige gleichwertige Ausbildung aller Lehrer zu einer dementsprechenden Bezahlung führen. Außerdem verlangt er eine Lehrearbeitszeitstudie, aus der eine Jobdeskription und jene Bereiche abgeleitet werden können, in denen man Unterstützungspersonal braucht. "Das Ziel ist machbar, aber wir haben noch ein Stück Weg vor uns", so Kimberger.

(schluss) jle;ham

OTS0103 II 16.07.2013 12:29:18

 

Walser: Verbesserungen für alle LehrerInnen sind ein Muss

Utl.: Grüne erleichtert, aber auch skeptisch über angeblichen Befreiungsschlag vom "Kaugummi Lehrerdienstrecht"

Innenpolitik/Grüne/Walser/Lehrer/Dienstrecht/Bildung/Schmied

"Ich bin gespannt auf das Kleingedruckte", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in Bezug auf den gestrigen angeblichen Durchbruch beim Lehrerdienstrecht vorerst skeptisch, "aber wenn es wirklich einen Durchbruch gegeben hat, ist das eine positive Überraschung und ein Befreiungschlag". "Allerdings", so merkt Walser kritisch an, "ist es der gefühlt 25. Durchbruch in der 31. Verhandlungsrunde, denn diese Verhandlungen ziehen sich wie ein langer Kaugummi durch die letzten zehn Jahre".

"Es muss für alle Lehrerinnen und Lehrern klare Verbesserungen geben. Es darf keine Gruppe auf der Strecke bleiben", fordert Walser. Vor allem verlangt Walser ein eigenes Dienstrecht für die Sekundarstufe 1. "Gleiche Arbeit bei künftig gleicher Ausbildung in der Gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen muss gleich entlohnt werden", sagt Walser.

Rückfragehinweis:
Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:presse@gruene.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

Mittagsjournal, 16.7.2013

Stefan Kappacher

Annäherung beim Lehrerdienstrecht

Das neue Lehrerdienstrecht ist seit gestern Abend Chefsache, Vertrauensleute von Kanzler und Vizekanzler sitzen quasi mit am Verhandlungstisch. Plötzlich sehen nicht nur Gewerkschaft, sondern auch Regierung einen Gesetzesentwurf noch vor der Wahl in Reichweite. Die Systemumstellung werde von der Gewerkschaft nicht mehr in Frage gestellt, sagen die Verhandlerinnen von SPÖ und ÖVP.

 

Mittagsjournal, 16.7.2013

Barbara Herbst

Bildung in Österreich: Viele Baustellen

"Zur Lage der Nation"

In Österreich können fast 30 Prozent der Fünfzehnjährigen nicht sinnerfassend lesen und fast 80.000 Jugendliche unter 25 haben keine ausreichende Schulbildung und oft keinen Beruf. Dazu kommen das wiederholt schlechte Abschneiden beim PISA-Test, die Unzufriedenheit von Eltern und Lehrern. Auf der anderen Seite wächst der Druck auf Österreichs Jugend, in der Schule hervorragende Leistungen zu bringen.

Dauerverhandlungen über Elternwünsche

Englischunterricht an einer Neuen Mittelschule. Zwei Lehrer stehen im Klassenzimmer. Die Kinder in Lerngruppen aufgeteilt - leistungsschwache lernen von den Sprachtalenten. Förderung statt Überforderung, beschreibt Sonja Dejanovic das Konzept. Die Grazerin ist Jugendcoach. Sie studiert Deutsch und Geschichte im zweiten Bildungsweg an der Pädagogischen Hochschule, um in einem Jahr selbst in einer Klasse zu unterrichten.

Die "Neue Mittelschule" ist das Vorzeigeprojekt der Bildungsministerin und dennoch nicht mehr als ein Mosaikstein. Ideologiekämpfe zwischen SPÖ und ÖVP dominieren die Bildungspolitik seit den 1950er Jahren. Der großkoalitionäre Kompromiss dominiert den Alltag der Familien. Claudia Riebler arbeitet als Pressechefin eines großen Konzerns Vollzeit. Um Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, hat sie sich für ihren achtjährigen Sohn für eine katholische Privatschule entschieden. Deren wesentlicher Vorteil sei die Ganztagsbetreuung.

Bewusst für eine öffentliche Schule hat sich hingegen der Tiroler Werbeagenturchef Patrick Bock entschieden. Seine älteste Tochter hat den ersten Schulwechsel hinter sich und gibt ihre Erfahrungen an den sechsjährigen Bruder weiter. Erst am Ende der Volksschule sehe man, welcher Leistungsdruck für das Kind verträglich sei. Und die Entscheidung darüber komme viel zu früh.

OECD drängt

Beide Elternwünsche - Ganztagesbetreuung und eine Gesamtschule - liegen immer wieder auf dem Verhandlungstisch. Da nützt es auch nichts, wenn Experten zur Eile mahnen. OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger legt den Finger in die offene Wunde. In allen Ländern sei es von Vorteil ein abgeschlossenes Hochschulstudien zu haben.

Österreich schneide nicht nur bei den Schulleistungen schlechter ab als andere Länder, auch der Bildungsaufstieg verlaufe auch langsamer. Während im OECD-Schnitt 37 Prozent der jungen Menschen einen höheren Bildungsgrad als ihre Eltern erreichen, schaffen den Aufstieg in Österreich nur 26 Prozent.

APA0185 II, XI 16.07.2013 12:04:32

 

Lehrerdienstrecht -Fekter: "Systemumstellung weitgehend außer Streit"

Utl.: Aber AHS-Stellungnahme noch ausständig - Fekter will Gesetzesbeschluss in einer der ersten Nationalratssitzungen im Herbst

Schule/Lehrende/Öffentliche Finanzen/Österreich

Nicht nur die SP-Verhandlerinnen Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sehen eine Einigung mit der FCG-dominierten Gewerkschaft über ein neues Lehrerdienstrecht in greifbarer Nähe, sondern auch Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), die sich zuletzt wiederholt vom Regierungsentwurf für das Gesetz distanziert hatte. Mit den Vertretern von vier der fünf Teilgewerkschaften habe man "über weite Strecken außer Streit stellen können, dass es zu einer Systemumstellung kommen wird", so Fekter am Dienstag zur APA.

Allein von den AHS-Lehrern gebe es noch keine Stellungnahme, AHS-Chefverhandler Eckehard Quin (FCG) war bei der gestrigen Verhandlung nicht dabei. Diese Stellungnahme soll nun nachgereicht werden, so Fekter. In der kommenden Woche müsse man mit allen Teilgewerkschaften (Pflichtschule, AHS, Berufsschule, BMHS, Landwirtschaftsschulen) abklären, wo der Gesetzesentwurf mit der Praxis nicht zusammenpasse, weil er zu weit gefasst oder im Widerspruch etwa zum Beamtendienstrecht formuliert sei. Dass eine Einigung noch an den AHS-Lehrern scheitern könnte, glaubt Fekter nicht. Sie sei zuversichtlich, dass man auch mit dieser Lehrergruppe eine flexible Regelung zustande bringe.

Sobald es eine Einigung mit der Gewerkschaft gebe, soll der Gesetzestext in Begutachtung gehen, als eine der ersten Aktivitäten nach der Wahl soll das Konvolut dann im Parlament behandelt und beschlossen werden. Und das werde auch gelingen, wenn es eine andere Koalition als die bestehende geben wird, zeigte Fekter sich überzeugt. "Dass sich eine künftige Regierung daran nicht hält, kann ich mir schwer vorstellen."

Als Grund für die plötzliche Annäherung nach mehr als einem Jahr fruchtloser Verhandlungen sieht Fekter übrigens die Alternativvorschläge der ÖVP, die sich zeitweise vom Regierungsvorschlag distanziert hatte. So werde nun nicht nur der Unterricht sondern Präsenz an den Schulen (Mentoring, Klassenvorstand, Beratungsstunden) als Arbeitszeit gewertet und es werde eine Evaluierung der Umstellung und einen Beirat, der diese begleitet, geben. "Nachdem Ministerin Schmied all das aufgegriffen hat, sind wir auch weitergekommen."

Auch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), der als Mitglied der von SP-Kanzler Werner Faymann und VP-Vizekanzler Michael Spindelegger einberufenen Task Force die Verhandlungen ins Ziel bringen soll, zeigt sich in einer Stellungnahme gegenüber der APA optimistisch: "Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung vor der Wahl ist jedenfalls gegeben", so der Minister, der die Task Force als "begleitende und beschleunigende Unterstützung" versteht.

(schluss) jle;ham

OTS0068 II 16.07.2013 11:10:11

 

Heinisch-Hosek und Schmied: Wir sind beim Lehrerdienstrecht auf der Zielgeraden

Utl.: Task Force zur Bündelung aller Kräfte wird auf Regierungsebene eingerichtet

SPÖ/Heinisch-Hosek/Schmied/Lehrerdienstrecht

In einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Bildungsministerin Claudia Schmied heute, Dienstag, über den Stand bei den Verhandlungen über ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrerinnen und Lehrer. Beide zeigten sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald abgeschlossen werden könnten: "Wir sind auf der Zielgeraden. Viele Teilgewerkschaften haben sich intensiv mit dem Regierungsvorschlag und den Zusatzangeboten auseinandergesetzt. Jetzt geht es um den Feinschliff und Detailfragen." ****

Bildungsministerin Schmied lobte die konstruktive Atmosphäre der letzten Verhandlungsrunde. Sie betonte auch die Wichtigkeit einer sozialpartnerschaftlichen Lösung: "Das Angebot der Regierung ist sehr attraktiv. Es gilt nur für neu eintretende Lehrerinnen und Lehrer. Bis 2025 werden 50.000 neue Dienstverhältnisse mit Lehrerinnen und Lehrern abgeschlossen. Diese sollen wissen, was sie erwartet, wenn sie jetzt zu studieren beginnen oder bald ihr Studium abschließen. Nach der PädagogInnenbildung NEU ist es wichtig, auch das Dienst- und Besoldungsrecht auf eine einheitliche Basis zu stellen", sagte Schmied. Sie wies in diesem Zusammenhang auch auf die Nachbesserungen von Seiten der Regierung hin.

Auch Beamtenministerin Heinisch-Hosek zeigte sich "vorsichtig optimistisch", dass die letzten technischen Fragen bald geklärt sein könnten: "Die Gewerkschaft hat sich bewegt. Wir werden bis nächste Woche Gespräche mit allen Teilgewerkschaften führen und dann in großer Runde weiter verhandeln. Wir haben einen abschlussreifen Text, es geht nur noch um Detailfragen." Das neue Dienst- und Besoldungsrecht sei wichtig für junge Kolleginnen und Kollegen, diese Chance dürfe ihnen nicht verbaut werden, und das wüssten auch die Gewerkschaften. Deswegen sei es gut, dass nun die letzten Fragen geklärt werden, um bald einen sozialpartnerschaftlichen Beschluss zu haben.

Zudem wird es eine Task Force zur engen Abstimmung mit den drei verhandelnden Ministerinnen geben. Die Regierungsspitze werde laufend über den Stand der Verhandlungen informiert. Das Einrichten der Task Force beweise, dass der Abschluss sehr bald passieren könnte und jetzt noch einmal alle Anstrengungen unternommen würden, unterstrichen die Ministerinnen. Die Regierungsvorlage sieht ein Einstiegsgehalt von mindestens 2.420 Euro vor, die Lebenseinkommenskurve wird gedreht, sodass Junglehrerinnen und -lehrer ein höheres Einstiegsgehalt haben. Die Gehaltskurve soll am Ende der Dienstzeit abflachen. Die Mobilität zwischen den einzelnen Schultypen wird durch ein einheitliches Recht weiter gestärkt. In drei Zusatzangeboten wurde auf spezielle Sachlagen eingegangen, wie zuletzt die Möglichkeit des (freiwilligen) Übertritts von 150 zusätzlichen Post- und Telekombeamtinnen und -beamten als Verwaltungspersonal in Schulen zeigt. (Schluss) sn/bj

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
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OTS0063 II, CI 16.07.2013 11:03:46

 

FPÖ-Walter Rosenkranz: Durchbruch beim Lehrerdienstrecht nur schwammiger Leistungsnachweis der Regierung?

Utl.: Vorbote einer Fortsetzung der rot-schwarzen Stillstandskoalition

FPÖ/Rosenkranz/Bildung/Lehrerdienstrecht

Zu den Regierungsverhandlungen mit der Lehrergewerkschaft über das Lehrerdienstrecht äußert sich der FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Dr. Walter Rosenkranz: "Ausschlaggebend wird sein, ob der Beschluss eines neuen Lehrerdienstrechts noch vor den Wahlen in ein Gesetz gegossen werden soll oder ob das Verhandlungsergebnis bloß eine schwammige und substanzlose Jubelmeldung für die Regierung wird." Sollte sich kein Gesetz mehr vor der Wahl ausgehen, so haben wohl die SPÖ und ÖVP bereits die Fortsetzung ihrer Koaltion nach der Wahl fix paktiert. "Andernfalls hätte jetzt die Ankündigung eines Durchbruchs beim Lehrerdienstrecht NEU überhaupt keinen Sinn", so Rosenkranz.

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OTS0058 II, XI 16.07.2013 10:49:39

 

BZÖ-Haubner: "Faymann muss Lehrerdienstrecht gleich zur Chefsache erklären"

Utl.: Appell an die SPÖ: "In einer Sondersitzung des Parlaments die Dienstrechtsreform auch gegen die ÖVP beschließen"

BZÖ/Haubner/Schule/Lehrende/Gewerkschaften/Österreich/SPÖ/ÖVP

"Bundeskanzler Faymann muss das Lehrerdienstrecht gleich zur Chefsache erklären, denn jetzt darf sich nicht wieder diese nun mehr eingesetzte Task Force wochenlang wegen den von Ministerin Schmied heute angekündigten "Feinadjustierungen" im Kreis drehen. Es fehlt nun nur mehr ein "Forum österreichischer Schulwarte", die man auch noch über ein neues Lehrerdienstrecht mitplaudern lässt", kritisierte BZÖ-Bildungssprecherin Abg. Ursula Haubner.

"Das BZÖ ist für ein Jahresarbeitszeitmodell für Lehrer, wie es dies schon an Pflichtschulen gibt. Es muss -wie in der Privatwirtschaft - auch eine Rahmenarbeitszeit geben, an der sich dann die ganze Organisation orientieren kann. In diesem Modell ist für Lehrer die Anwesenheitszeit - auch in den Schulferien - klar festgeschrieben. Neben dem normalen Unterricht soll auch der Förderunterricht, die Begabtenförderung und die Nachhilfe berücksichtigt werden. Die Lehrer können somit flexibel entscheiden wie viel sie arbeiten wollen und werden dann auch dementsprechend bezahlt. Selbstverständlich müssen die Lehrer aber von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden", erklärt Haubner.

"In einer Sondersitzung des Parlaments können wir gemeinsam diese Reform auch gegen die ÖVP beschließen, damit ein neues Lehrerdienst- und Gehaltsrecht endlich umgesetzt wird", wiederholte Haubner das BZÖ-Angebot an die SPÖ.

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OTS0055 II, XI 16.07.2013 10:40:39

 

Stronach/Lugar: Keine Taskforce einrichten, sondern Lehrerdienstrecht beschließen

Utl.: "Wollen nicht weitere 12 Jahre auf neues Lehrerdienstrecht warten"

Innenpolitik/Stronach/Lugar/Schule/Lehrende/Gewerkschaften

"Es braucht nach 31 Verhandlungsrunden keine neue Taskforce mehr, denn alle Fakten liegen auf dem Tisch. SPÖ, ÖVP und die Lehrergewerkschaft haben genug geredet und sollen endlich ein neues Lehrerdienstrecht beschließen. Die Gewerkschaft hat 12 Jahre lang ein neues Lehrerdienstrecht blockiert, dies entspricht der Zeit vom Schuleintritt bis zur Matura. Wir wollen nicht weitere 12 Jahre des "Fast-Schon-Durchbruchs" warten", so Team Stronach Klubobmann Robert Lugar zum aktuellen Verhandlungsstand. Außerdem sei auch bei den unzähligen anderen von der Regierung eingesetzten Arbeitskreise und Kommissionen wenig bis gar nichts herausgekommen.

Das Team Stronach stehe für einen allfälligen Beschluss des neuen Lehrerdienstrechts "Gewehr bei Fuß". "Die Zeit der Gewerkschaftsblockierer muss endgültig vorbei sein. Wir brauchen motivierte und engagierte Lehrer, die mit Freude an ihre Arbeit gehen und nicht derzeitigen im starren System verkommen. Davon profitieren in erster Linie die Schüler, aber auch die Eltern und letztendlich die gesamte Gesellschaf", betont Lugar.

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APA0117 II, XI 16.07.2013 10:32:25

 

Lehrerdienstrecht - Schmied: Nur noch "Feinadjustierungen" notwendig

Utl.: Heinisch-Hosek ortet "Fast-Schon-Durchbruch" - Nächste Verhandlungsrunde kommende Woche - Begutachtungsentwurf noch im Sommer geplant - BILD

Schule/Lehrende/Gewerkschaften/Österreich

Bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft zum neuen Lehrerdienstrecht gestern, Montag, Abend hat es aus Sicht von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einen "Fast-Schon-Durchbruch" gegeben. Und auch ihre SP-Kollegin im Verhandlungsteam, Unterrichtsministerin Claudia Schmied, zeigte sich "vorsichtig optimistisch", dass sich noch eine Reform vor der Wahl ausgehen könnte. "Das sind jetzt Feinadjustierungen, da wird nicht mehr das Grundmodell infrage gestellt", sah sie am Dienstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz die Verhandlungen "vielleicht schon in der Zielgeraden".

Schon nächste Woche sollen in einer weiteren Runde der SP-Ministerinnen und Verhandlungsteam-Mitglied Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mit der Gewerkschaft die Detailgespräche abgeschlossen werden, sagte Heinisch-Hosek. Hier seien noch die AHS und die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ausständig, mit den anderen Lehrergruppen (Pflichtschule, Berufsschule, Landwirtschaftsschulen) habe man technische Details bereits weitgehend ausräumen können. "Dann soll so rasch wie möglich der Gesetzesentwurf adaptiert werden, um eine entsprechende Beschlusslage mit der Gewerkschaft herbeizuführen", erklärte Schmied. Der Gesetzesentwurf könnte dann noch im Sommer in Begutachtung gehen. Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger (FCG) hatte am Montagabend nach den Verhandlungen indes nur gemeint, er glaube an eine Einigung in wesentlichen Punkten".

Die Gewerkschafter hätten wohl erkannt, dass sie künftigen Lehrern "nicht ein modernes und attraktives Dienstrecht verbauen wollen", begründete die Beamtenministerin die Annäherung trotz der ablehnenden Haltung der Lehrer noch vor Verhandlungsbeginn. "Die Gewerkschaft hat sich in Bewegung gesetzt - und das ist gut so", so Heinisch-Hosek. Dabei seien einige der Teilgewerkschaften schneller, andere etwas langsamer. Schmied betonte allerdings den Zeitdruck: Bis 2025 würden mehr als 50.000 neue Lehrer eingestellt und jene, die künftig eine Lehrerausbildung beginnen, müssten wissen, welche Bedingungen sie erwarten.

Die Montagabend von SP-Kanzler Werner Faymann und VP-Vizekanzler Michael Spindelegger angekündigte Einsetzung einer "Task Force" für das Lehrerdienstrecht wollten die SP-Ministerinnen weder als Zeichen des Misstrauens gegen ihre Verhandlungsführung, noch als PR-Gag missverstanden wissen. "Das ist ein Thema, wo die ganze Bundesregierung zusammenhalten muss", betonte Schmied. "Alle Pferde bleiben auf der Bahn, niemand biegt da jetzt noch ab", betonte sie die Geschlossenheit der Regierung. Immerhin hatte die ÖVP sich zuletzt wiederholt von dem im Mai 2012 als Regierungsmodell an die Gewerkschaft übergebenen Gesetzesentwurf distanziert.

Diese Gefahr sieht Schmied durch die Task Force gebannt, der neben den drei Verhandlerinnen Schmied, Heinisch-Hosek und Fekter Wissenschaftsminister Karl-Heinz Töchterle (ÖVP), SP-Staatssekretär Josef Ostermayer und Spindeleggers Kabinettchef Jochen Danninger angehören. Bei der nächsten Runde kommende Woche sollen allerdings nur die drei Ministerinnen verhandeln.

Das neue Dienstrecht soll nur für neu in den Dienst eintretende Lehrer gelten. Diese sollen außerdem fünf Jahre lang wählen können, ob sie nach dem derzeit gültigen oder dem künftigen Modell angestellt werden wollen. Der Regierungsvorschlag sieht ein einheitliches Grundgehalt von 2.420 Euro für alle Lehrer vor. Das ist mehr als das derzeitige Einstiegsgehalt, die Gehaltskurve soll danach flacher verlaufen und die Lebensverdienstsumme gleich bleiben.

Derzeit verdienen die in drei Jahren an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Neue Mitteschule, Sonder-, Berufs-, Polytechnische Schule) deutlich weniger als ihre Kollegen an den Bundesschulen (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen), die neun Semester an der Uni studieren. Mit der neuen Lehrerausbildung sollen aber künftig alle Lehrer verpflichtend einen Masterabschluss machen. Lehrer in betreuungsintensiven Fächern (Schularbeiten, Hausübungen) sollen Zulagen erhalten, bisher mussten sie stattdessen weniger Stunden in der Klasse stehen.

"Kernarbeitszeit" sollen künftig 24 Stunden sein, wobei das mindestens 22 Stunden klassischen Unterricht bedeutet. Je eine Stunde Unterricht ersparen kann man sich durch Tätigkeit als Klassenvorstand (de facto alle Volksschullehrer), Mentor oder durch Beratungsgespräche. Von den Lehrern waren die 24 Stunden Unterricht wiederholt vehement als unzulässige Arbeitszeiterhöhung abgelehnt worden.

Die Verhandlungen über ein neues Dienstrecht laufen bereits seit Mai 2012. Es gab bereits 31 Runden, davon elf auf Regierungsebene. Bei der vergangenen Verhandlung vor knapp zwei Wochen hatten beide Seiten erstmals von einer Annäherung gesprochen.

(schluss) jle;ham

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
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