Freitag, 30. August 2013

2013.08.30: Unterricht

OTS0175 II 30.08.2013 14:11:03

 

Bundeskanzler Faymann will "Paukenschlag in der Bildung"

Utl.: Faymann warnt vor Schwarz-Blau und schließt FPÖ als Koalitionspartner aus

SPÖ/Faymann/Bildung/Nationalratswahl/ÖVP

Bundeskanzler Werner Faymann hat am Freitag in der Ö1-Sendung "Im Journal zu Gast" einen Paukenschlag in der Bildung angekündigt. Insbesondere qualitativ hochwertige Ganztagsschulplätze sollen massiv ausgebaut werden. Dass immer noch weniger Kinder von Arbeitern als von Akademikern studieren, zeige, dass das "nicht nur eine Frage der Studiengebühren ist, sondern schon bei der Kinderbetreuung beginnt". Die Ganztagsschule würde einen wesentlichen Beitrag für gleiche Bildungschancen leisten, denn: "Je mehr junge Menschen nicht auf Nachhilfe oder auf teure Privatschulen angewiesen sind und je mehr Ganztagsschulen mit hoher Qualität es gibt, desto besser kann man Unterschiede ausgleichen", sagte Faymann und bekräftigte: "Es ist ganz wichtig, in Bildung zu investieren, einen Paukenschlag bei der Bildung zu setzen." ****

Von aktuellen Umfrageergebnissen ausgehend sagte der Kanzler, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass Schwarz, Blau und das Team Stronach eine Mehrheit bilden könnten. "Schwarz-Blau ist eine reale Gefahr, die nur die Wählerinnen und Wähler verhindern können", sagte Faymann. Vizekanzler Spindelegger würde eine Zusammenarbeit mit der FPÖ und dem Team Stronach nicht ausschließen, daher sei diese Option durchaus im Bereich des Möglichen. In Richtung Koalitionspartner ÖVP sagte Faymann: "Wir haben gemeinsam als Regierung so viel geleistet. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass man, wenn man anständig ist, keine Regierung mit dieser Hetzerpartei bilden kann." Der Kanzler bleibe dabei, die FPÖ aus möglichen Koalitionsverhandlungen auszuschließen.

Zu den aktuellen ÖVP-Themen Arbeitszeitflexibilisierung und vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters sagte der Kanzler, dass "die ÖVP klarstellen soll, dass sie das alles nicht möchte". Auch, dass die ÖVP nach 26 Jahren, in denen sie den Wirtschaftsminister stellte, den Wirtschaftsstandort Österreich als ramponiert bezeichnet hat, überraschte den Kanzler. Österreich sei ein starkes Land.

Danach gefragt, wie die SPÖ-geführte Regierung Österreich gerechter gemacht habe, sagte der Kanzler, dass Österreich im europäischen Vergleich am besten durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen sei. "Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit, gute Beschäftigungszahlen und die Wirtschaftskraft ist gestiegen. Bei all diesen Faktoren ist Österreich EU-weit immer auf dem ersten, zweiten oder dritten Platz. Das beweist, dass wir in der schwersten Krise seit den 30er-Jahren erfolgreich verhindert haben, was in anderen Ländern passiert ist", erklärte Bundeskanzler Faymann und erinnerte auch daran, dass Österreich im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit an der Spitze stehe. "Wir haben verhindert, dass 16-Jährige auf der Straße stehen."

Darüber hinaus soll das Steuersystem gerechter werden und Vermögende höhere Steuern bezahlen, sagte der Kanzler, und spricht sich für Arbeit aus, von der man leben kann. Das heißt: "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen entlastet werden, die Vermögenden mehr bezahlen." In dieser Legislaturperiode habe die Regierung auf Initiative des Kanzlers bereits vermögensbezogene Steuern eingeführt, unter anderem die Immosteuer oder die Bankenabgabe, und er würde nach der Wahl weiterhin dafür kämpfen. Darüber hinaus solle Österreich seine Rolle in Europa aktiv gestalten, um Finanztransaktionssteuer, gemeinsame Bankenaufsicht, Regulierung der Finanzmärkte voranzutreiben und die Politik wieder zu stärken.

Als Wahlergebnis am 29. September wünsche sich der Kanzler, an erster Stelle zu sein. "Ich wünsche mir jede Stimme und werde die nächsten 30 Tage dafür laufen". (Schluss) bj/sn

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OTS0163 II 30.08.2013 13:34:26

 

Ministerin Schmied: Gemeinsame Schule, neues Lehrerdienstrecht und Ausbau der Ganztagsschule müssen umgesetzt werden

Utl.: Schulreformen konsequent fortführen - Ganztagsschulen für echte Wahlfreiheit ausbauen - Mit 62 Regierungsvorlagen auf der Überholspur

SPÖ/Schmied/Bildung/Schule/Reformen

Bildungsministerin Claudia Schmied hat heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz zum Schulstart betont, dass in der Bildungspolitik "viel weitergegangen" ist. Jetzt sei "der Weg frei für drei große Reformen, die in der nächsten Legislaturperiode umgesetzt werden müssen. Und das sind: Die gemeinsame Schule, das neue Lehrerdienstrecht und der offensive Ausbau der Ganztagsschule". Es sei entscheidend, dass die SPÖ gestärkt aus den Wahlen hervorgeht, denn dann sei die "Durchsetzungsmacht der SPÖ für diese Projekte umso größer", betonte Schmied. ****

Die Leistungsbilanz der SPÖ-geführten Regierung mit 62 Regierungsvorlagen im Bildungsbereich sei positiv, sagte Schmied. Es sei gelungen, "von der ersten Spur auf der Bildungsschnellstraße auf die Überholspur zu wechseln", unterstrich die Ministerin. Im kommenden Schuljahr gehe es darum, die "Innovationen in der Bildung zu stabilisieren und die Schulreformen engagiert fortzusetzen". Es benötige auch, so wie von Bundeskanzler Werner Faymann gefordert, einen offensiven Ausbau der Ganztagsschulen. "Jeder zweite Schulstandort soll ganztägig geführt werden. Die Eltern brauchen echte Wahlfreiheit", sagte Schmied, die klarmachte, dass es "attraktive Angebote im öffentlichen Sektor braucht. In Deutschland spricht die CDU/CSU sogar von einem Recht auf Ganztagsschulen".

Bildungspolitisch stünden neben dem Ausbau der Ganztagsschule und der Umsetzung der gemeinsamen Schule im kommenden Schuljahr und in der nächsten Legislaturperiode folgende Punkte auf der Agenda: + Beschluss des neuen Lehrerdienstrechts im Herbst + Umsetzung der neuen PädagogInnenbildung + Stärkung der Volksschulen (Schwerpunktsetzung bei Sprachförderung und Integration) sowie + Fortsetzung der Dialogkultur mit den Schulpartnern.

Bei der gemeinsamen Schule "waren wir noch nie so weit wie jetzt", sagte Schmied mit Blick auf die Zustimmung der ÖVP-geführten Länder Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Es gelte, "konservative Widerstände zu überwinden", sagte Schmied, die kein Verständnis dafür hat, dass die ÖVP die Ganztagsschule und die gemeinsame Schule diffamiert. So würden Privatschulen schon längst ganztägig geführt und auch die Erfolge der Neuen Mittelschule zeigten, wie gut Individualisierung und Differenzierung gelingen. Das belege, so Schmied, dass die Schulpraxis "schon längst weiter ist als so manche konservative Bildungspolitiker". Für Schmied ist daher klar: "Die Zeit für die gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist reif. 100 Jahre Debatte sind genug."

Schmied verdeutlichte anlässlich des Schulbeginns, dass es gelte, Schule mit positiven Bildern und Wertschätzung in Verbindung zu bringen. Bildung und Ausbildung seien die Basis für ein gelingendes Leben und auch Basis für den Wohlstand in Österreich. Sie fasse Bildung als öffentliches Gut auf, das sich nicht zur Privatisierung eigne, sagte Schmied. Klar sei, dass der öffentliche Sektor gut funktionieren müsse, schließlich sei er mit Steuermitteln finanziert und daher müssen die Bürgerinnen und Bürger auch mit den öffentlichen Leistungen zufrieden sein. Österreich solle den "Ehrgeiz haben, die weltbesten öffentlichen Dienstleistungen zu erbringen". Denn das sei wichtig für die Gesellschaft, schaffe Beschäftigung und beflügle die Wirtschaft, betonte Schmied.

Die Erfolge im Bildungsbereich (z.B. erster Platz im OECD-Ranking beim berufsbildenden Schulwesen) fänden internationale Anerkennung. So habe Andreas Schleicher von der OECD darauf verwiesen, dass sich nur wenige Länder fänden, in denen sich in den letzten Jahren im Bildungsbereich so viel verändert hat wie in Österreich, sagte Schmied.

Klar sei, dass "Bildung nicht das Monopol einer wohlhabenden Gruppe ist, sondern gemeinsames Anliegen", betonte Schmied. Investitionen in die Bildung seien eine Frage der ökonomischen Vernunft und sozialen Verantwortung. Den Lehrenden komme in Bildungsfragen eine Schlüsselfunktion zu. "Den vielen engagierten Lehrerinnen und Lehrern gilt mein höchster Respekt und meine Hochachtung", sagte Ministerin Schmied, die allen Schulpartner einen guten Start in das Schuljahr 2013/14 wünschte.

SERVICE: Detaillierte Information zur Bildungsreform und zum Schuljahr 2013/14 gibt es unter http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2013/20130830.xml (Schluss) mb

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Andrea Steiner
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2013.08.30: Unterricht

APA0315 II, XI 30.08.2013 12:45:01

 

Ganztagsschule: Schmied will Hälfte der Pflichtschulen umstellen

Utl.: Wahlfreiheit "heißt nicht, ich muss bitten und betteln in Abstimmungen" - Ministerin pocht auf Einführung von Ganztagsschule: "100 Jahre Debatte ist genug"

Schule/Österreich

Geht es nach Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), soll in der nächsten Legislaturperiode jede zweite Pflichtschule in eine Ganztagsschule umgewandelt werden. Dazu müsse massiv in Infrastruktur (Lehrerarbeitsplätze, Freizeiträume etc.) investiert werden, unterstützte sie am Freitag in einer Pressekonferenz anlässlich des Schulstarts am Montag Bundeskanzler Werner Faymanns (SPÖ) Forderung, die eben erst verdoppelten Mittel von 160 Mio. Euro pro Jahr bis 2018 auf 320 Mio. Euro zu erhöhen.

Ziel müsse sein, dass jede Familie mit Sechs- bis 14-Jährigen Kindern in einer zumutbaren Entfernung einen ganztägigen Schulplatz finde. "Die Eltern sollen echte Wahlfreiheit haben", betonte Schmied, "das heißt nicht, ich muss bitten und betteln in Abstimmungen". Das Argument der ÖVP, dass es gar nicht genug Pädagogen für einen raschen Ausbau gebe, ließ sie nicht gelten. Immerhin würden in einer Ganztagsschule nicht den ganzen Tag unterrichtet, sondern im Freizeitteil auch Freizeitpädagogen, Sportler und Künstler eingesetzt. "Dann soll man doch sagen, man will es nicht", so Schmied in Richtung des Koalitionspartners.

Weiters auf Schmieds Agenda für die nächste Legislaturperiode: Ein Beschluss des derzeit in Begutachtung befindlichen neuen Lehrerdienstrechts noch im Herbst, damit es im Schuljahr 2014/15 in Kraft treten kann. "Ein neues Dienst- und Besoldungsrecht ist notwendig", richtete sie Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) aus, der beim Puls4-Wahlduell mit Faymann diesbezüglich aus ihrer Sicht zu zögerlich aufgetreten war. Immerhin würden durch die neue Lehrerausbildung künftig alle Pädagogen ein Master-Studium absolvieren und müssten dementsprechend auch gleichwertig bezahlt werden. "Ich kann nur hoffen, dass auch die Kraft da ist, es umzusetzen", verwies sie auf die zweijährige Arbeit an dem Gesetzesentwurf.

Ein "Herzensanliegen" bleibt für Schmied auch die Einführung einer gemeinsamen Schule der Sechs- bis 14-Jährigen. "100 Jahre Debatte ist genug", betonte sie. Man sei außerdem noch nie so weit gewesen wie jetzt, wo es neben der SPÖ auch von den ÖVP-geführten Bundesländern, der Industriellenvereinigung (IV) und der Wirtschaft Zustimmung für diese Schulform gebe. "Die Zeit der Umsetzung ist aus meiner Sicht gekommen."

Die Ablehnung eines massiven Ausbaus der Ganztagsschule und der Einführung der Gesamtschule durch die ÖVP lässt Schmied nicht an der Umsetzbarkeit ihrer Pläne zweifeln. "Ich habe bei keinem einzigen Projekt zu Beginn gespürt, dass es Jubel gibt", verwies sie auf ihre Erfahrungen der vergangenen sieben Jahre. Und in Sachen Gesamtschule sei von der ÖVP bisher nur ein Nein samt der Forderung nach dem Erhalt der Gymnasien gekommen, aber keine alternativen bildungspolitischen Konzepte.

Als Koalitionsbedingung will sie Ganztags- und Gesamtschule aber nicht festmachen. "Das kann man aus heutiger Sicht so nicht formulieren." Entscheidend sei, dass die SPÖ gestärkt aus den Nationalratswahlen hervorgehe und dementsprechende Durchsetzungskraft erhalte. In der Bildungspolitik müsse man in Österreich nämlich "immer wieder konservative Widerstände überwinden".

(schluss) jle;cm;mk

 

OTS0127 II, XI 30.08.2013 12:19:36

 

BZÖ-Haubner: Wahlfreiheit statt verpflichtende SPÖ-Zwangstagsschule

Utl.: Warum kapiert SPÖ das System der Wahlfreiheit und des Wettbewerbs noch immer nicht?

Innenpolitik/BZÖ/Bildung/Schule/Familie/SPÖ

Ein "klares Nein zu den Zwangstagsschulfantasien der Wiener SPÖ Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl", kommt von BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner. "Das BZÖ steht für ein besseres und größeres Angebot an Ganztagsschulen und Betreuung, sowohl Nachmittagsbetreuung, als auch verschränkten Unterricht, aber eine verpflichtende Ganztagsschule widerspricht dem liberalen Prinzip der Wahlfreiheit. Die Eltern sollen frei wählen können, welches Schulmodell ihrer persönlichen Lebenssituation am besten entspricht - eine Ganztagespflicht wie sie die SPÖ will, schert alle über einen Kamm und ist reine sozialistische Gleichmacherei ohne Sinn. Bildungspolitik muss aber endlich von Ideologie befreit werden und die Jugend in den Mittelpunkt stellen. Die Eltern brauchen weder die ÖVP-Blockierer noch eine Zwangsbeglückung durch SPÖ und Grüne", so Haubner, die endlich eine große und umfassende Bildungsreform verlangt.

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2013.08.30: Unterricht

OTS0124 II 30.08.2013 12:09:18

 

Marek: Brandsteidl-Vorschlag "verhaltensoriginell"

Utl.: Für qualitätsvolle ganztägige Angebote braucht es Personal und Infrastruktur

Parlament/ÖVP/SPÖ/Schule/Marek

Die ÖVP forciert seit Jahren den Ausbau ganztägiger Schulformen, selbst wenn die Unterrichtsministerin das noch so oft negiert. Wir bauen derzeit und weiterhin massiv Plätze aus, verwies heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Christine Marek am Rande der ÖVP-Klubklausur auf die vereinbarte Verdoppelung der Plätze. Wichtig dabei sei, dass die Finanzierung auch abgesichert ist. "Die SPÖ will die Kinder aber offenbar in ungeeignete Räumlichkeiten stecken, wenn sie eine verschränkte Ganztagsschule für alle Kinder innerhalb kürzester Zeit fordert. Anders ist die Aussage der Stadtschulratspräsidentin von Wien nicht zu erklären."

"Für qualitätsvolle ganztägige Angebote braucht es neben ausreichendem Personal insbesondere auch die entsprechende Infrastruktur. Es ist den Kindern nicht zuzumuten, die Freizeiteinheiten ebenfalls in den Klassenzimmern zu verbringen und dabei keinerlei Abwechslung über den Tag hinweg zu haben. Der SPÖ ist das aber offensichtlich aus ideologischen Motiven heraus egal. Der seriöse Ausbau braucht Zeit und Planung, die wir mit der gemeinsamen 15a-Vereinbarung, die zu Sommerbeginn beschlossen wurde, auch festgelegt haben", so Marek.

"Einfach zu sagen, wir verdoppeln die Plätze für die Ganztagsschule plötzlich wahlkampfbedingt und völlig planlos noch einmal, ist für mich ein plumper Wahlkampfgag und nicht im Sinne der Kinder und ihrer Eltern und gegen qualitätsvolle ganztägige Angebote. Abgesehen davon hat die SPÖ ohnehin das Geld abgeschafft und offenbar irgendwo einen Bankomaten, der im Himmel befüllt und auf Erden entnommen wird", so Marek.

"Über die ganztägige Schulform sollen auch weiterhin die Schulpartner mit zwei Drittelmehrheit am jeweiligen Standort entscheiden. Das hat sich bewährt", unterstrich Marek erneut die Position der ÖVP und damit einmal mehr die Forderung nach mehr Autonomie an den jeweiligen Schulstandorten und der Stärkung der Schulpartner. "Es ist zudem einfach unfassbar, dass gerade eine sozialdemokratische Politikerin Eltern, die ihre Kinder nur halbtags in die Schule schicken wollen, eine Privatschule nahelegt. Das zeigt einmal mehr die Politik der SPÖ: Wasser predigen und Wein trinken", schloss Marek. (Schluss)

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OTS0123 II, XI 30.08.2013 12:05:33

 

Schulbeginn: Stronach/Markowitz fordert Autonomie der Schulen

Utl.: Eine Volkswirtschaft, die den Wert der Bildung außer Acht lässt, verspielt ihre Wettbewerbsfähigkeit

Innenpolitik/Stronach/Markowitz/Schule/Bildung

Team Stronach Bildungssprecher Abg. Stefan Markowitz fordert anlässlich des Schulbeginns in Ostösterreich am kommenden Montag die Umsetzung von Reformmaßnahmen im österreichischen Bildungssystem. "Die österreichischen Schüler rutschen in allen Bildungsrankings ab. 20 Prozent der Pflichtschulabgänger beherrschen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend. Eine Volkswirtschaft, die den Wert der Bildung außer Acht lässt, verspielt ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das Team Stronach will für Österreich ein Bildungssystem, das im internationalen Vergleich wieder zu den besten zählt", betont Markowitz.

Das Team Stronach fordert eine schlanke Schulverwaltung sowie eine Autonomie der Schulen. "Die Eltern sollen den Direktor wählen können und dieser soll dann als Manager fungieren dürfen. Dazu gehört insbesondere die Auswahl des bestqualifizierten Lehrpersonals. Damit ist der Einfluss der Politik im Schulsystem ein für Alle Mal vorbei", so Markowitz.

Weiters fordert der Team Stronach Bildungssprecher ausreichend Platz für die Lehrer, damit sie ihre Arbeit in der Schule verrichten können sowie Investitionen in die Infrastruktur der Schulen. "Wir brauchen eine Ausweitung des Sportunterrichts, denn dieser unterstützt unsere Jugend und bringt ihr die Freude am Wettbewerb näher. Dafür braucht es ausreichend Turnsäle und eine bessere Zusammenarbeit mit den Verbänden, damit diese das ganze Jahr über ihre Sportstätten für die Schulen zur Verfügung stellen."

Dringend notwendig sei die Umsetzung eines neuen, modernen Lehrerdienstrechts mit höheren Einstiegsgehältern für Junglehrer. Die diesbezüglichen Blockaden der Lehrergewerkschaft müssten endlich beendet werden. "Wir benötigen ein motiviertes Lehrpersonal, das den Kindern und Jugendlichen die Lerninhalte optimal vermittelt", betont Markowitz.

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Team Stronach Parlamentsklub/Presse
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OTS0063 II, CI 30.08.2013 10:20:29

 

VP-Juraczka: Brandsteidl kramt tief in der politischen Mottenkiste

Utl.: Zwang zur Ganztagsschule wird von drei Viertel der Eltern abgelehnt

Politik/OEVP/Wien/Juraczka/Brandsteidl/Ganztagsschule

"Grundsätzlich stehen wir für Wahlfreiheit und glauben im Gegensatz zur SP-Stadtschulratspräsidentin immer noch, dass Eltern am Besten wissen, was gut für ihr Kind ist", so der Landesparteiobmann der ÖVP Wien StR Manfred Juraczka in Reaktion auf die Aussagen von Susanne Brandsteidl in der heutigen "Presse".

"Brandsteidl redet der Bevormundung das Wort und beleidigt nebenbei alle Eltern, indem sie anzweifelt, ob diese überhaupt mit ihrem Nachwuchs umgehen können", so Juraczka, der daran erinnert, dass einer GfK-Umfrage zu Folge gerade einmal 26 Prozent der Eltern für eine verpflichtende Ganztagsschule sind, während sich 74 Prozent für ein freiwilliges Nachmittagsbetreuungsangebot aussprechen.

Dass Brandsteidl Eltern, die ihre Kinder nur vormittags in die Schule schicken wollen, eine Privatschule empfiehlt, ist für Juraczka "vollkommen abgehoben und fern der Realität": "Nicht alle Eltern können oder wollen sich eine Privatschule leisten. Das sollte die Sozialdemokratin Brandsteidl wissen."

Der Wiener Parteiobmann betont, dass die Forderung nach freiwilliger Nachmittagsbetreuung ganz der Linie seiner Partei entspricht: "Wir stehen für Wahlfreiheit statt rot-grüner Bevormundung. Brandsteidls verpflichtende Ganztagsschule ist eine von Eltern nicht gewollte Zwangsbeglückung", so Juraczka.

"Die Forderung entspricht dem Modell des "Wiege bis zur Bahre-Sozialismus" und ist damit ein ganz tiefer Griff in die Mottenkiste des Uralt-Sozialismus", so Juraczka abschließend.

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APA0124 II, XI 30.08.2013 09:58:07

 

Bildungsvolksbegehren-Proponenten wollen "nicht locker lassen"

Utl.: Androsch: "Große Koalition soll nach Wahlen als Reform- statt Gezänkepartnerschaft in Bildung und Forschung das tun, was längst notwendig und überfällig ist"

Schule/Wien

Die Proponenten des Bildungsvolksbegehren wollen auch im neuen, am Montag beginnenden Schuljahr "nicht locker lassen". Nachdem es gelungen sei, die Bildung zu einem zentralen Thema zu machen, "erhoffen wir durch den erhöhten Druck auf die Politik, dass das längst Notwendige doch endlich angepackt wird", sagte Volksbegehrens-Initiator Hannes Androsch gegenüber der APA. Doch in den Antworten der Politik auf einen Brief der Volksbegehrensvertreter mit bildungspolitischen Fragen erkennt Androschs Mitstreiter, Bernd Schilcher, "eine merkwürdig große Tendenz, dass ja eh alles nicht so schlecht ist".

"Mein Eindruck war, dass man nun versucht zu sagen, so schlimm ist es ja nicht", resümiert Schilcher die Antworten auf die Briefe, die Androsch und seine Mitstreiter im Juni an Regierungsmitglieder, Landeshauptleute, Bildungssprecher und Klubobleute der Parlamentsparteien geschickt haben. Gebeten wurde darin um deren Position zu zehn bildungspolitischen Fragen, um mit den Antworten der Öffentlichkeit eine "Grundlage für die Wahlentscheidung" zu geben. "Die ÖVP sagt, was wollt ihr denn, es passt ja rundherum. Die SPÖ ist zwar viel kritischer, was die Schulen anlangt, aber bei den Universitäten ist die Kritik auch nicht gewaltig", so Schilcher.

Doch Androsch ist überzeugt, dass man das Thema Bildung nicht so ignorieren oder abperlen lassen kann, "dazu hat das Bildungsvolksbegehren die Thematik zu einer zu zentralen gemacht". Der Industrielle sieht durchaus positive Ansätze wie die Neue Mittelschule oder die neue Lehrerausbildung. Doch es bleibe "noch zu beweisen, dass das so wie behauptet auch umgesetzt wird". Etwa dass die Neue Mittelschule wirklich eine Niveausteigerung gegenüber der Hauptschule bringe und es bei der neuen Lehrerausbildung tatsächlich zu einer Verschränkung von Fachwissen und den noch viel wichtigeren pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten komme.

Schilcher glaubt, dass es die völlig falsche Strategie ist, nur die eigene Klientel zu füttern. Und Androsch ergänzt: "Die Klientel einer Volkspartei kann ja nicht in ein paar AHS-Gewerkschaftern bestehen, die Klientel der SPÖ im Uni-Bereich nicht nur aus ein paar ÖH-Funktionären."

Für die beiden Proponenten sind die Anliegen und Zielsetzungen des Bildungsvolksbegehrens "nicht annähernd erfüllt, da sind wir weit entfernt von einem Durchbruch". Als Beispiel nennen Androsch und Schilcher die Ganztagsschulen. Unter den rund 6.000 Schulen in Österreich gebe es "viel zu viele Klein- und Kleinstschulen" und nur 125 seien Ganztagsschulen - "das muss alles aufgebrochen werden".

Androsch hofft, dass bei den Nationalratswahlen Ende September "die Große Koalition bestätigt und aus einer Gezänkepartnerschaft eine Reformpartnerschaft gemacht wird". Diese solle dann nicht nur in der Bildung, sondern auch bei den Universitäten und in der Forschung "das tun, was längst notwendig und überfällig ist". Entschlossenheit zur Verwirklichung sei Voraussetzung dafür, den gigantischen Abstand zur überwiegenden Mehrheit der entwickelten Länder zu reduzieren.

Das Bildungsvolksbegehren erreichte Mitte November 2011 rund 383.000 Unterschriften bzw. eine Beteiligung von 6,07 Prozent.

(schluss) cm;aku;mk

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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PK Schmied: Schulstart / 30.8.2013

Liebe Genossin!

Lieber Genosse!

 

 

Zur Info übermittle ich die Unterlage zur heutigen Schulstart-PK von Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und einen interessanten Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum Thema „Ganztagsschule“.

 

 

MfG,

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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2013.08.30: Newsletter Unterricht

 

Die Presse – 30. August 2013

 

 

Brandsteidl: Wer mittags heim will, soll in Privatschule

Von Julia Neuhauser und Bernadette Bayrhammer

Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) will eine verpflichtende Ganztagsschule für alle Kinder.

 

Die Presse: Die Unterrichtsministerin stellt das Mitspracherecht von Eltern und Lehrern bei der Ganztagsschule infrage. So soll ein rascherer Ausbau möglich werden. Der richtige Weg?

Susanne Brandsteidl: Ich kann sagen, dass wir schon jetzt einen starken Druck haben, mehr Ganztagsplätze zur Verfügung zu stellen. Es gibt derzeit zu wenige Plätze.

Sie haben mehrfach gesagt, dass Sie ohnehin dafür wären, dass alle Kinder ganztägig in der Schule sein sollen. Demnach bräuchte es ja überhaupt keine Mitsprache.

Genau. Das politische Ziel ist eine ganztägige Schule für alle Kinder, wie es sie in vielen anderen europäischen Ländern gibt, etwa in Frankreich und Skandinavien. Aber nicht eine, in der die Kinder – wie die ÖVP sagt – von acht bis 16 Uhr in der Klasse sitzen, sondern wo sie eine gute Mischung von Unterricht, Sport und kreativen Angeboten haben und ein Mittagessen.

Was erwarten Sie sich davon?

Zum einen eine Entlastung: Die Eltern sollen weder Hausübung machen noch Nachhilfe geben. Und zum anderen einen sozialen Ausgleich, denn das ist ja auch Aufgabe der Schule. Manche Eltern haben die Möglichkeit, den Kindern ein warmes Mittagessen zu servieren und sich mit den Kindern am Nachmittag zusammenzusetzen – aber nicht alle. Es sollen mit einer ganztägigen Schule auch Möglichkeiten geschaffen werden, die viele Kinder sonst nicht hätten.

Ob sich die Eltern eine Ganztagespflicht für alle vorstellen können, ist fraglich: Eine aktuelle Umfrage der Wiener ÖVP zeigt beispielsweise, dass drei Viertel dagegen sind.

In der Wiener Volksbefragung gab es eine überwiegende Mehrheit für die Ganztagsschule. Das wird ernst genommen.

Es ging dabei aber nicht um eine Ganztagsschule, die verpflichtend jedes Kind besuchen muss.

Das stimmt. Die Zustimmung galt der Ganztagsschule als auszubauender Form insgesamt. Mein Ziel ist die Ganztagsschule als Regelschule. Und die Halbtagsschule soll in Form von Privatschulen ergänzend angeboten werden.

Jene Eltern, die ihren Kindern ein warmes Mittagessen servieren können, die sich kümmern können und wollen, müssten laut Ihrer Vision also in die Privatschule ausweichen?

Zum Beispiel. Diese Problematik würde sich auch in anderen Ländern so darstellen.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden Sie auch mit der Idee zitiert, eine Kindergartenpflicht ab dem ersten Geburtstag einführen zu wollen.

Da wurde ich falsch verstanden. Ich bin für ein ausreichendes Angebot ab diesem Alter. Auch hier muss man aber sagen: Bevor ein Kind zu Hause nicht gefördert wird, ist es doch besser, es in eine Institution zu geben, die das kann. Mamas sind nicht automatisch die besten Erzieher.

Für viele Eltern ist so eine Aussage ein Affront.

Es gibt viele Eltern, die es gut können, aber auch andere. Die sich nicht mit den Kindern auseinandersetzen, sich nicht mit ihnen beschäftigen. Familien, in denen die sozialen Verhältnisse so sind, dass es sehr schwierig ist, sich der Bildung zu widmen. Das Problem ist übrigens nicht, wo ein Kind geboren ist und auch nicht primär, welche Sprache es spricht. Die Frage ist: Wie werden Kinder gefördert und wie entwickeln sie sich.

Apropos Sprache: Nach langen Diskussionen gibt es auf Bundesebene einen Kompromiss. Jede Schule soll entscheiden, ob Kinder, die schlecht Deutsch sprechen, in die Vorschule kommen oder nicht. Ändert das für Wien irgendetwas?


Nein. Wie haben all das schon zuvor umgesetzt. Heuer haben wir jedenfalls ein leichtes Plus bei den Vorschulklassen. Aber Schulreife ist nicht allein die Deutschkenntnis. Das perfekt geförderte Kind, das gerade aus dem Ausland kommt, wird ganz normal als außerordentlicher Schüler eingeschult.

Wenn alles so bleibt wie zuvor, war die Debatte auf Bundesebene dann nur ein Scheingefecht?

Da bin ich zu sehr Wienerin, um das zu beantworten.

Zu einem anderen Thema: Finden Sie, dass die Neue Mittelschule ein gutes Modell ist?

Ich kann nur sagen, dass das Modell der Wiener Mittelschule – wo AHS und Hauptschulen gemeinsam Schüler aufnehmen – gut funktioniert hat. Ein Modell, wo nur eine Schulform sagt, wir sind jetzt die NMS, halte ich für kein gutes Modell.

Eine Hauptschule, die sich plötzlich NMS nennt . . .

. . . hat keinen Sinn.

In Wien wird kurz vor Schulbeginn noch immer eifrig nach Lehrern gesucht. Sie sagen trotzdem, dass es heuer keinen Lehrermangel gibt. Ist das nicht zynisch?

Nein. Wir haben ganz normal Aufnahmen – wie jedes Jahr. Die Zahl der Klassen steht ja erst kommende Woche fest. Das liegt unter anderem daran, dass die Nachprüfungen erst in der ersten Schulwoche stattfinden.

Es werden aber wieder Studenten einspringen.

Es gab kein Jahr, wo das nicht der Fall war.

Wie sieht das Worst-Case-Szenario aus?

Wir wissen es nicht. Wir kommen heuer jedenfalls deutlich besser zurecht als im Vorjahr. Damals hatten wir wirklich Probleme.

 

 

"Der Standard" vom 30.08.2013                                Seite: 2

Ressort: THEMA

 

Lisa Nimmervoll

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Ein Mangel-Mosaik mit gefüllten Leerstellen

 

   Paradoxer Mangel: Es gibt zu wenige Lehrer und zu viele. Das Problem: Sie sind nicht am selben Ort. Wartelisten treffen auf Mangelfächer. Aber zu Schulbeginn wird der Bedarf gedeckt werden können, sagen die Verantwortlichen.

 

   Niemand soll später sagen können, er oder sie habe nicht gewusst, worauf er oder sie sich eingelassen hat, als es ausgerechnet „Lehrer“ bzw. „Lehrerin“ sein sollte als Beruf: Fritz Enzenhofer, der Präsident des Landesschulrats von Oberösterreich, wird auch heuer wieder in die Erstsemestrigenklassen der zwei Pädagogischen Hochschulen (PH) in Oberösterreich und jener im benachbarten Salzburg gehen und dort den tatendurstigen, hoffnungsvollen Junglehrern reinen Wein einschenken: „Ich werde sie informieren, wie die Beschäftigungsaussichten sind, wie viele Lehrer auf der Warteliste stehen, wie viel sie verdienen“, erzählt er im Standard-Gespräch.

 

   Warten am „falschen“ Ort

 

   Wartelisten? Gibt es die noch immer? Wo doch pünktlich zum Schulbeginn auch heuer wieder die Rede vom „Lehrermangel“ ist. Nun, es ist ein paradoxes Phänomen. Denn es gibt beides. Zu viele Lehrer und zu wenige. Die Frage ist immer, wo. Das Problem, dass sie sich meist an unterschiedlichen Orten aufhalten.

 

   Aber: Vom Mangel an Lehrern wird am Ende, also am Beginn des neuen Schuljahrs, de facto nichts mehr zu sehen sein, beruhigt nicht nur Unterrichtsministerin Claudia Schmied (siehe Interview Seite 3). Auch Enzenhofer, der Sprecher der ÖVP-Landesschulratspräsidenten, aber auch die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ), die sich „nach zwei, drei Jahren mit drastischem Mangel im Pflichtschulbereich über das erste Jahr ohne Lehrermangel“ freut und sogar „einen leichten Überhang“ hat, wie sie zum Standard sagte, geben Entwarnung und sind gewappnet für den Schulanfang.

 

   Ausgehend von rund 115.000 Lehrerinnen und Lehrern in Österreich – das entspricht ungefähr der weltweiten Mitarbeiterzahl von Voest und Strabag zusammen – gibt es laut Ministerin Probleme „im dreistelligen Bereich“ – so vage, weil die genaue Schülerzahl, und somit die Zahl der benötigten Lehrer, erst kommende Woche nach den Nachprüfungen fix ist.

 

   In Oberösterreich stellt sich die Situation so dar, dass es „in bestimmten Gegenständen, speziell im naturwissenschaftlichen Bereich, ganz deutlich etwa in Physik und Chemie“ Defizite gibt, berichtet Enzenhofer, aber: „Ja, es wäre besser, wenn wir mehr Lehrer hätten, aber es ist nicht so, dass wir nicht unterrichten können.“ Der Volksschulbereich sei „sicher abgedeckt“, in höheren Schulen werden 20 Studierende, die mit dem Studium de facto fertig sind, aber das Praktikum noch nicht gemacht haben, vor einer Schulklasse stehen – mit dem Handicap, „dass sie in der Ausbildung im allgemeinbildenden höheren Bereich erst am Ende des Studiums mit der Realität konfrontiert werden“, bedauert Enzenhofer. Er dringt daher darauf, dass dieser Reality-Check in der Ausbildung früher kommt. In Wien, wo 22.800 Lehrer unterrichten, wird Brand-steidl 141 solcher Lehrer ohne Lehramtsprüfung einsetzen.

 

   Fünf oberösterreichische Lehrer – insgesamt unterrichten in diesem Bundesland 20.000 Pädagogen – könnten eigentlich schon ihren Ruhestand genießen, die Pensionisten werden aber weiter aushelfen. Acht künftige Lehrer haben zwar ein Uni-Diplom, aber nicht ein Lehramtsstudium.

 

   Und wer hängt, nachdem 270 Lehrer heuer bereits neu angestellt wurden, noch in der Linzer Warteschleife? An die 900 Lehrer. Warum? Viele arbeiten in der Zwischenzeit in anderen Jobs, vielleicht passte keine der ausgeschriebenen Stellen zu ihrem aktuellen Lebensplan, und für ein (laut altem Dienstrecht) Nettoeinstiegsgehalt von 1450 Euro für Pflichtschullehrer „sind viele nicht mobil“, erklärt Enzenhofer.

 

   Was auf dem Papier wie ein Nullsummenspiel aussieht, ist real also nicht so einfach zu lösen. Solch ein regionales Ungleichgewicht gibt es laut Ministerium zum Beispiel zwischen Wien-Umgebung bzw. Gänserndorf mit zu wenig Lehrerbewerbungen und dem Waldviertel mit zu vielen.

 

   Wer wo fehlt

 

   Laut Meldungen an das Ministerium gibt es im Bundesschulbereich (höhere Schulen) entweder eine Gleichheit von Bewerbungen und offenen Stellen bzw. meist ein Überangebot: „Allerdings ist es offenbar schwierig, dieses mit der regionalen Streuung der Arbeitsplätze in Übereinstimmung zu bringen“, heißt es. Insgesamt gab es an Bundesschulen rund 3300 Lehrerbewerbungen zu viel.

 

   Ein ministerieller Rundruf bei den Präsidenten der Landesschulräte, die für die Stellenpläne in ihren Bundesländern zuständig sind, ergab laut Standard-Infos folgendes Mangel-Mosaik: In Vorarlberg fehlen in Bundesschulen – wenn man alle Bewerber berücksichtigt, die alle Anstellungserfordernisse erfüllen, also vollgeprüfte Lehrerinnen und Lehrerin sind – ein Turnlehrer, je drei Fachtheoretiker (z. B. Maschinenbauer), Formalwissenschafter (z. B. mit Abschluss in theoretischer Informatik) und künstlerische Gestalter plus je fünf Mathematiker und Naturwissenschafter und zwei Religionslehrer. Durch „Überangebote“ in anderen Gegenständen, etwa zwölf Geisteswissenschafter, bleibt dort unterm Strich ein Mangel von einem Bundeslehrer.

 

   Bei den Landeslehrern (Volks-. Haupt-, Neue Mittel-, Sonder-, Polytechnische Schule) gibt es im Kärntner Minderheitenschulwesen (vor allem Volksschulen) ein Defizit (48) bei den geprüften zweisprachigen Pädagogen, ansonsten aber in allen Bundesländern insgesamt mehr Bewerbungen als offene Stellen. 40 fehlende Neue-Mittelschul-Lehrer in Vorarlberg sollen per Werbekampagne ins Ländle gelockt werden.

 

   Da die Schule aber nicht nur heuer Lehrerinnen und Lehrer braucht, sondern auch nächstes und übernächstes Jahr usw., rät Fritz Enzenhofer trotz aller Entwarnungen jetzt, insgesamt etwas pfleglicher mit den Pädagoginnen und Pädagogen umzugehen: „Wenn Lehrer von der allgemeinen Tendenz her permanent zu Sündenböcken der Nation gemacht werden, kriegen wir ein Problem.“

 

 

"Der Standard" vom 30.08.2013                                Seite: 2

Ressort: THEMA

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

„Manche junge Leute tun sich das nicht mehr an“

 

   Das Lehrerdienstrecht weilt munter in Begutachtung, der große Lehrerstreik zu Schulbeginn wird aber ausbleiben: „Wir arbeiten intensiv daran, dass der Schulstart über die Bühne geht“, sagt Paul Kimberger, der Chef der Pflichtschullehrergewerkschaft, im Standard-Gespräch. Protestmaßnahmen im September möchte er zwar nicht ausschließen, derzeit seien jedoch keine geplant. Man arbeite gerade an einer Stellungnahme für das Begutachtungsverfahren.

 

   Für den Lehrermangel macht Kimberger nicht allein das geltende Dienstrecht verantwortlich. Natürlich, es liege auch an den Rahmenbedingungen, junge Lehrerinnen und Lehrer bräuchten auch ein „gutes und attraktives“ Angebot. Das Lehrerbashing von Politik und „Boulevardmedien“ habe laut Kimberger Auswirkungen: „Manche junge Leute tun sich das nicht mehr an.“ Doch auch beim Lehrermangel sieht der Gewerkschafter „Handlungsbedarf“. Die kalmierenden Aussagen von Ministerin Claudia Schmied und der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl kann Kimberger „nicht nachvollziehen“: „Das hat mit Professionalität gegenüber Eltern, Lehrer und Schülern nichts zu tun.“ (seb)

 

 

"Der Standard" vom 30.08.2013                                Seite: 3

Ressort: THEMA

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

„Wir werden punktuelle Probleme haben“

 

   Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will Personallücken durch „Sondermaßnahmen“ schließen, hätte kein Verständnis für Lehrerstreiks und wirft der Gewerkschaft vor, beim Dienstrecht das Allgemeinwohl strapaziert zu haben. Mit ihr sprach Lisa Nimmervoll.

 

   Standard: Regelmäßig zu Schulbeginn taucht er auf, der „Lehrermangel“. Aus dem Ministerium heißt es dann: Halb so schlimm. Also: Haben wir jetzt einen oder nicht?

 

   Schmied: Wir werden auch dieses Jahr zu Schulbeginn punktuell Probleme haben. In einzelnen Regionen, in einzelnen Fachbereichen. Ich bin in engstem Kontakt mit den Landesschulräten und dem Stadtschulrat für Wien, die die Detailplanung machen, und wir gehen davon aus, dass wir das wieder gut lösen können.

 

   Standard: In welcher Form?

 

   Schmied: Es werden wieder Sondermaßnahmen notwendig sein, also Veränderung bei Teilzeitregelungen, Überstundenleistungen, den einen oder anderen Lehrer überreden, dass er noch nicht in Pension geht, aber auch Studierende, die im Studium schon sehr weit fortgeschritten sind, einsetzen, und natürlich Sonderverträge für Quereinsteiger. Damit werden wir das gut hinbekommen. Man muss das immer auch in Relation sehen, es geht um 115.000 Arbeitsplätze, so betrachtet ein Megakonzern, und wir leben nicht in der kommunistischen Planwirtschaft, wo man jemanden zwingen kann. Das heißt, da geht’s immer auch um Angebot und Nachfrage.

 

   Standard: Kann man den „punktuellen Mangel“ quantifizieren?

 

   Schmied: Es wird sich im dreistelligen Bereich bewegen. Wir haben jetzt noch die Nachprüfungen, die endgültige Gruppeneinteilung entscheidet sich in diesen Tagen.

 

   Standard: Wer oder was ist schuld an dieser Situation? Ein Planungsdefizit von Ihnen oder Nachwehen des berühmten Briefs an die Maturanten von Elisabeth Gehrer 2001, in dem sie vom Lehramt abriet?

 

   Schmied: Bitte verabschieden wir uns von diesem schrecklichen Spiel „Wer hat Schuld?“. Es geht um Anreize, es geht darum, den Lehrberuf attraktiv zu gestalten, auch um das große Thema Image der Lehrer, Wertschätzung. Wir müssen ein Bündel von Maßnahmen setzen, aber das Problem bewegt sich in einer Größenordnung, die jetzt nicht zu allzu großen Sorgen Anlass gibt, zumal sich die Situation ja auch entspannt durch die steigende Zahl der Studierenden. 2007 gab es 7000 an den Pädagogischen Hochschulen, jetzt sind wir bei 15.000. Und natürlich ist die Beschäftigung von Lehrerinnen und Lehrern ein Arbeitsmarkt, da sind attraktive Gehälter, Leistungskomponenten, Karrierechancen notwendig, da setze ich große Hoffnung in das neue Dienst- und Besoldungsrecht, zu dem aber auch eine höhere Unterrichtsverpflichtung gehört. Beides ist für die Zukunft notwendig.

 

   Standard: Mit Ihrer Gesamtrechnung haben Sie natürlich recht, aber für die konkrete Klasse ist es doch ein Problem, wenn da ein Student auf hohem Niveau herumdilettiert. Ist das keine Zumutung?

 

   Schmied: Ich habe mit einigen Betroffenen gesprochen. Sie finden Personen, die überglücklich sind, ganz junge Menschen als Bezugspersonen zu haben, die darauf brennen, zu unterrichten, und sich freuen, jetzt schon diese Aufgabe übernehmen zu können, natürlich eingebettet in ein Lehrerteam und begleitet. Das will ich pauschal nicht verurteilen.

 

   Standard: Fürchten Sie eigentlich, dass Sie zu Schulbeginn mit einem Lehrermangel der besonderen Art konfrontiert sein könnten, nämlich dass die Lehrer aus Protest gegen das Lehrerdienstrecht, das ohne das Ja der Gewerkschaft in Begutachtung geschickt wurde, streiken?

 

   Schmied: Ich vertraue da auf die Einschätzung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer als langjährigem ÖGB-Präsidenten, dass die Vorgehensweise – seit 2012 wurden viele Gespräche mit der Lehrergewerkschaft geführt sowie Wünsche eingearbeitet – und der Inhalt – ein neues Dienst- und Besoldungsrecht nur für neu eintretende Lehrerinnen und Lehrer – wohl nicht dazu führen wird, dass die Lehrergewerkschaft zu so drastischen Maßnahmen greift. Das würde auch in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen.

 

   Standard: Sie hätten kein Verständnis für Protestmaßnahmen?

 

   Schmied: Nein, hätte ich nicht, zumal wir jetzt in einem Begutachtungsverfahren sind. Die Frist dafür endet ein paar Tage vor der Wahl, dann wird es bewertet, daher sind wir dann schon in der nächsten Legislaturperiode, wo sicher auch noch Gespräche mit der Gewerkschaft geführt werden.

 

   Standard: Wie sehr hat diese eher unübliche Vorgangsweise das Verhältnis zur Gewerkschaft belastet?

 

   Schmied: Man muss einmal sagen, dass der Schritt, das Gesetz jetzt in Begutachtung zu schicken, ein absolut richtiger Schritt der Regierung war. Es geht um die Kultur der Sozialpartnerschaft. Im Wirtschaftsbereich denkt die Gewerkschaft immer auch das allgemeine Wohl mit, sprich den Fortbestand, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Ähnliches müssen wir doch auch bei der Gewerkschaft öffentlicher Dienst erwarten dürfen. Wir brauchen ein neues, attraktives und leistungsorientiertes Dienstrecht, das leistbar sein muss für die öffentliche Hand und die neue Schule ermöglicht. Es gilt also, über die reinen Dienstnehmerinteressen auch das Allgemeinwohl im Auge zu behalten.

 

   Standard: Hat die Lehrergewerkschaft das strapaziert?

 

   Schmied: Ja, aus meiner Sicht hat sie das: die Dauer der Verhandlungen, die Form der Inszenierung, die Wortwahl, die Kommentierungen, das passt nicht zusammen.

 

 

Wiener Zeitung – 30. August 2013

 

Derzeit in knapp zwei Prozent der AHS-Unterstufen

Verschränkte Ganztagsschule: ein Minderheitenprogramm

 

 

·         Laut Ministerium im nächsten Schuljahr "echte Ganztagsschule" für fünf Prozent der 6- bis 14-Jährigen.

 

Wien. Die SPÖ macht derzeit für einen massiven Ausbau der verschränkten Ganztagsschule mobil, bei der sich Unterricht, Lern-und Freizeit über den Tag abwechseln. In der Praxis ist sie derzeit noch ein Minderheitenprogramm: Im Schuljahr 2012/13 haben nur 1,8 Prozent der Schüler an AHS-Unterstufen diese oft als "echte Ganztagsschule" titulierte Form besucht. Für das am Montag beginnende neue Schuljahr geht das Unterrichtsministerium von knapp fünf Prozent über alle Schulformen für Sechs- bis 14-Jährigen (Volks-, Haupt-, Sonder-, Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe) aus.

Spitzenreiter in Sachen verschränkter Ganztagsschule an AHS-Unterstufen ist Vorarlberg mit 9,4 Prozent, bereits weit abgeschlagen folgen die Steiermark (4,6), Oberösterreich (2,4) und Wien (2,0). Im Burgenland, in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Tirol gibt es keine Kinder in dieser Art von Ganztagsschule.

Vorreiter: Wien, Kärnten und Steiermark
Vom Unterricht abgekoppelte Nachmittagsbetreuung wird am stärksten in Wien genutzt (24,3), gefolgt von Kärnten (17,3), der Steiermark (13,1), Salzburg (12,8), Burgenland (9,6), Niederösterreich (7,3), Oberösterreich (6,9) und Tirol (4,1).

In Vorarlberg gibt es dieses Angebot nicht, dafür nutzen im Ländle mehr als drei Viertel der Schüler der AHS-Unterstufe (76,4 Prozent) eine Mittagsbetreuung, bei der Schüler nur die Zeit bis zum Nachmittagsunterricht an der Schule überbrücken. Weit weniger sind es in Salzburg (29,8), Tirol (25,7), Niederösterreich (18,9), Wien (18,6), Oberösterreich (10,3), der Steiermark (6,8) und im Burgenland (0,7). In Kärnten gibt es keine Mittagsbetreuung.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Schuljahr 17,6 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen in der einen oder anderen Form ganztägig an einer Schule betreut, bis 2018/19 soll laut den derzeitigen Beschlüssen der Anteil auf 30 Prozent steigen.

Ob an den Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder-, Neue Mittelschule) die verschränkte Form der Ganztagsschule oder reine Mittags- oder Nachmittagsbetreuung angeboten wird, kann das Unterrichtsministerium aus den gemeldeten Daten der Länder nicht erschließen. Dazu kommt, dass die Zahlen bei der verschränkten Ganztagsschule generell sehr stark variieren: Es können nämlich nicht nur ganze Schulen, sondern auch einzelne Klassen als verschränkte Ganztagsschule geführt werden. Voraussetzung dafür ist, dass alle Schüler während der gesamten Woche für den Betreuungsteil angemeldet sind und dass je ein Drittel der betroffenen Eltern sowie Lehrer mit dieser Schulform einverstanden sind. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat zuletzt eine Änderung dieses Modus gefordert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Donnerstag, 29. August 2013

2013.08.29: Unterricht

OTS0153 II 29.08.2013 12:19:18

 

AKS: Ganztagsschule muss im Sinne der Schüler_innen beschlossen werden

Utl.: AKS fordert die Umsetzung der Ganztagsschule, auch ohne Zustimmung von Eltern und Lehrpersone

Bildung/Schmied/Satler/Ganztagsschule/Schule/AKS/SchülerInnen

Die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) fordert die schnellst mögliche Umsetzung der Ganztagsschule. Bundesvorsitzende Claudia Satler drängt zu einer raschen Entscheidung im Sinne der Schüler_innen: "Es kann nicht sein, dass Reformen, die zum sozialen Gleichgewicht unter Schülerinnen und Schülern beitragen, durch Eltern und Lehrpersonen blockiert werden!" Die Schüler_innenvertreterin unterstützt den Vorstoß Schmieds. Es sei notwendig eine zentrale Lösung zu finden, dies obliege dem Bildungsministerium und den Schüler_innen.****

"Die soziale Selektion in Österreich ist nach wie vor ein Problem. Bildung wird vererbt, das ist ein Faktum. Wenn der Ausbildungsgrad der Eltern und das Einkommen zu niedrig sind, haben es Kinder sehr schwer im österreichischen Bildungssystem", sagt Satler. Man müsse der Realität ins Auge blicken und einsehen, dass einzig eine flächendeckende Ganztagsschule allen Kindern die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten, gefördert und gefordert zu werden und einen selbstbestimmten Bildungsweg einzuschlagen. Sollte das Ganztagsangebot nur freiwillig genutzt werden, so würde das Ziel des sozialen Miteinanders niemals erreicht werden, warnte die Bundesvorsitzende.

Satler fordert sowohl Eltern und Lehrpersonen, als auch die ÖVP auf, sich endlich auf das Gesamtwohl der Schülerinnen und Schüler in Österreich zu konzentrieren. Denn wenn sich Schulpartner dermaßen gegen internationale Zahlen und Fakten, sowie die Meinung zahlreicher Expert_innen wehren, sei es fraglich, inwiefern sich diese als echte Partner bezeichnen ließen.

Rückfragehinweis:
Claudia Satler
AKS Bundesvorsitzende
tel: 069911408142
mail: claudia.satler@aks.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/5430/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

APA0230 II, XI 29.08.2013 11:55:17

 

Verschränkte Ganztagsschule derzeit absolutes Minderheitenprogramm

Utl.: Wechsel von Unterricht, Lern- und Freizeit an knapp zwei Prozent der AHS-Unterstufen - Laut Ministerium im nächsten Schuljahr "echte Ganztagsschule" für fünf Prozent der 6- bis 14-Jährigen - GRAFIK

Schule/Österreich/Hintergrund

Die SPÖ macht derzeit für einen massiven Ausbau der verschränkten Ganztagsschule mobil, bei der sich Unterricht, Lern- und Freizeit über den Tag abwechseln. In der Praxis ist sie derzeit noch ein Minderheitenprogramm: Im Schuljahr 2012/13 haben nur 1,8 Prozent der Schüler an AHS-Unterstufen diese oft als "echte Ganztagsschule" titulierte Form besucht. Für das am Montag beginnende neue Schuljahr geht das Unterrichtsministerium von knapp fünf Prozent über alle Schulformen für Sechs- bis 14-Jährigen (Volks-, Haupt-, Sonder-, Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe) aus.

Spitzenreiter in Sachen verschränkter Ganztagsschule an AHS-Unterstufen ist Vorarlberg mit 9,4 Prozent, bereits weit abgeschlagen folgen die Steiermark (4,6), Oberösterreich (2,4) und Wien (2,0). Im Burgenland, in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Tirol gibt es keine Kinder in dieser Art von Ganztagsschule.

Vom Unterricht abgekoppelte Nachmittagsbetreuung wird am stärksten in Wien genutzt (24,3), gefolgt von Kärnten (17,3), der Steiermark (13,1), Salzburg (12,8), Burgenland (9,6), Niederösterreich (7,3), Oberösterreich (6,9) und Tirol (4,1).

In Vorarlberg gibt es dieses Angebot nicht, dafür nutzen im Ländle mehr als drei Viertel der Schüler der AHS-Unterstufe (76,4 Prozent) eine Mittagsbetreuung, bei der Schüler nur die Zeit bis zum Nachmittagsunterricht an der Schule überbrücken. Weit weniger sind es in Salzburg (29,8), Tirol (25,7), Niederösterreich (18,9), Wien (18,6), Oberösterreich (10,3), der Steiermark (6,8) und im Burgenland (0,7). In Kärnten gibt es keine Mittagsbetreuung.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Schuljahr 17,6 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen in der einen oder anderen Form ganztägig an einer Schule betreut, bis 2018/19 soll laut den derzeitigen Beschlüssen der Anteil auf 30 Prozent steigen.

Ob an den Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder-, Neue Mittelschule) die verschränkte Form der Ganztagsschule oder reine Mittags- oder Nachmittagsbetreuung angeboten wird, kann das Unterrichtsministerium aus den gemeldeten Daten der Länder nicht erschließen. Dazu kommt, dass die Zahlen bei der verschränkten Ganztagsschule generell sehr stark variieren: Es können nämlich nicht nur ganze Schulen, sondern auch einzelne Klassen als verschränkte Ganztagsschule geführt werden. Voraussetzung dafür ist, dass alle Schüler während der gesamten Woche für den Betreuungsteil angemeldet sind und dass je ein Drittel der betroffenen Eltern sowie Lehrer mit dieser Schulform einverstanden sind. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat zuletzt eine Änderung dieses Modus gefordert.

(0863-13, Format 88 x 84 mm)

(schluss) jle;cm;hac

APA0221 II, XI 29.08.2013 11:50:10

 

Ganztagsschule: Brandsteidl für Verdoppelung der Mittel

Utl.: Verweist auf großen Bedarf der Eltern - Ausbau könnte "zu hundert Prozent" personell abgedeckt werden - Derzeitige Zustimmungs-Hürde für verschränkte Form kein Problem in Wien

Schule/Österreich/Wien

Wiens Stadtschulpräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) hat am Donnerstag Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in seiner Forderung nach einer neuerlichen Verdoppelung der Mittel für den Ausbau ganztägiger Schulformen unterstützt. Sie sei "völlig dafür", betonte sie am Rande einer Pressekonferenz mit Verweis auf entsprechende Wünsche von Eltern sowie auf die knapp 80-prozentige Zustimmung zum Ausbau der Ganztagsschule bei der Wiener Volksbefragung.

Derzeit werden 80 Mio. Euro pro Jahr für den Ausbau der Ganztagsschulen aufgewendet, ab 2014 sollten es bis 2018 eigentlich 160 Mio. Euro sein, Faymann wünscht sich jedoch die Verdoppelung auf 320 Mio. Euro bis 2018.

Ein entsprechender Ausbau könnte in Wien laut Brandsteidl "zu hundert Prozent" personell abgedeckt werden. Schon derzeit verbringe in Wien mehr als die Hälfte der Sechs- bis 14-Jährigen den Nachmittag entweder an der Schule (Nachmittagsbetreuung oder verschränkte Ganztagsschule mit Wechsel von Unterrichts-, Lern- und Freizeit) oder in einem Hort.

Die von der SPÖ favorisierte Form der verschränkten Ganztagsschule sei in Wien zudem schon jetzt wesentlich stärker verbreitet als im Österreich-Schnitt von nur zwei Prozent an den AHS-Unterstufen und rund fünf Prozent über alle Schulformen. So gut wie alle Privatschulen, alle internationalen Schulen, 41 öffentliche Volks-, vier Neue Mittelschulen und einzelne Klassen in AHS-Unterstufen würden als verschränkte Ganztagsschulen geführt.

Keinen Änderungsbedarf für Wien sieht Brandsteidl hingegen bei der Hürde für verschränkte Ganztagsschulen. Derzeit müssen zwei Drittel der betroffenen Eltern und Lehrer der Einrichtung solcher Ganztagsklassen zustimmen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte zuletzt gefordert, man müsse "den Modus komplett überdenken". "Das müssen sich die Schulpartner auf Bundesebene ausmachen", spielte die Stadtschulratspräsidentin den Ball weiter.

"Für Wien würde das nichts ändern", betonte sie. Denn es gebe schon jetzt keine Probleme mit der Zwei-Drittel-Hürde, da jede Schule in Wien, die auf die verschränkte Form umstelle, in der Regel bereits Nachmittagsbetreuung anbiete. Eine Umstellung betreffe dann auch nicht alle Klassen auf einmal, sondern nur die jeweils erste Klasse. Eltern würden sich daher schon bei der Schulanmeldung bewusst für die verschränkte Form entscheiden.

(schluss) jle;cm;hac

OTS0036 II, CI 29.08.2013 09:17:47

 

Ganztagsschulen mit einfacher Mehrheit einführen!

Utl.: Österreichische Kinderfreunde unterstützen Forderung nach Abschaffung der 2/3 - Mehrheit von Lehrern und Eltern für die Einführung der verschränkten Ganztagsschule.

Bildung/Kinder/Soziales/Schule

"Wir können uns der heute von BM Claudia Schmied geäußerten Forderung zur Abschaffung der 2/3-Mehrheit bei der Einführung der verschränkten Ganztagsschule nur anschließen", erklärt Jürgen Czernohorszky, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde.

Mit der Senkung des erforderlichen Quorums auf eine einfache Mehrheit von Lehrern und Eltern wird es dort, wo es von einer Mehrheit der Beteiligten gewünscht wird, einfacher, diese Schulform einzurichten. Die Möglichkeit, dass ein so wichtiges und pädagogisch sinnvolles Projekt durch eine Minderheit gegen die klare Mehrheit der SchulpartnerInnen verhindert würde, wird so eingeschränkt.

An vielen Stellen in Österreich ist der Ausbau von Ganztagsschulen mit verschränkten Lern-, Übungs- und Freizeitangeboten weiterhin eine dringende Sache, um eine echte Wahlfreiheit für die Eltern, die die ÖVP ja immer so betont, erst entstehen zu lassen.

"Natürlich unterstützen die Österreichischen Kinderfreunde deshalb auch den Vorschlag von Kanzler Faymann, den Mitteleinsatz für die Einrichtung von Ganztagsschulen auf 320 Mio. Euro zu erhöhen", schließt Jürgen Czernohorszky.

Rückfragehinweis:
mailto:Juergen.czernohorszky@kinderfreunde.at,
Tel.: 01/5121298/52


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/3289/aom

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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945