Freitag, 31. Januar 2014

2014.01.31: Bildungsstandards

 

OTS0142 II 31.01.2014 13:08:50

 

Rudas: Bildungsstandards bestätigen Richtigkeit der gesetzten Schulreformen

Utl.: Neue Mittelschule bewährt sich - Bildungsvererbung gezielt entgegensteuern: Ganztagsschulausbau erhöht Chancengerechtigkeit

SPÖ/Rudas/Schule/Bildungsstandards

SPÖ-Bildungssprecherin, Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas hat heute, Freitag, den zentralen Stellenwert der Bildungsstandards betont. "Mit den seit 2009 gesetzlich verankerten Bildungsstandards verfügen wir über ein wertvolles Instrument, um die Schulqualität laufend zu verbessern und die Grundkompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler zu fördern", sagte Rudas. Die SPÖ-Bildungssprecherin betonte weiters, dass die "aufschlussreichen Resultate der Bildungsstandards ein deutlicher Beleg dafür sind, dass die in den letzten Jahren im Schulbereich gesetzten Reformen wichtig und richtig waren und dafür gesorgt haben, dass sich unsere Schulen massiv verbessern". Angesichts der Tatsache, dass Bildungsabschlüsse noch immer vererbt werden, "muss der eingeschlagene Weg in Richtung mehr Chancengerechtigkeit intensiviert werden. Die im Regierungsprogramm fixierten Maßnahmen wie der Ganztagsschulausbau, mehr Sprachförderung und das zweite Gratis-Kindergartenjahr sind Schritte in die richtige Richtung", betonte Rudas. ****

Die heute von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek präsentierten Ergebnisse der Bildungsstandards bestätigen auch das Erfolgsmodell Neue Mittelschule. "Die Umstellung der Hauptschulen auf Neue Mittelschulen hat sich bewährt. Denn in der Neuen Mittelschule stehen unsere Kinder und die individuelle Förderung ihrer Begabungen im Mittelpunkt und nicht das Einkommen der Eltern. Damit liefert die Neue Mittelschule einen großen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit", verwies Rudas auf den erfreulichen Umstand, dass in der Neuen Mittelschule die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Buben, aber auch zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund deutlich kleiner sind als in Hauptschulen und AHS.

Die neue Lehr- und Lernkultur, die individuelle Förderung und das Team-Teaching an den NMS seien "unverzichtbare Bausteine zur weiteren Hebung der Unterrichtsqualität", sagte Rudas. Die SPÖ-Bildungssprecherin betonte, dass die Bildungsstandards dafür sorgen, "dass wir in der Schulentwicklung einen großen Sprung nach vorn machen". Die Bildungsstandards hätten sich überdies als wichtiges Service- und Unterstützungselement für Lehrende, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern bewährt, sagte Rudas. (Schluss) mb/ps

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
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APA0354 II, XI 31.01.2014 13:14:07

 

Bildungsstandards auf einen Blick

Utl.: Von Ausgangswert bis zu den Schultypen

Schule/Österreich/Hintergrund

Im Anschluss ein Überblick über die Ergebnisse der Bildungsstandard-Testungen nach Stichworten:

AUSGANGSWERT: Als Ausgangswert wurden die Resultate einer allerdings nur stichprobenartig durchgeführten sogenannten "Baseline-Testung" im Jahr 2009 (Englisch) bzw. 2010 (Mathe) herangezogen und der Durchschnittswert mit 500 festgelegt. Seither haben sich die Resultate der Schüler verbessert - auf einen Österreich-Schnitt von 533 (Mathe) bzw. 519 (Englisch). Als mögliche Erklärung wird ein höheres Engagement der Schüler bei der ersten "echten" Überprüfung genannt.

BILDUNGSHINTERGRUND: Der Bildungshintergrund hat starken Einfluss auf die Ergebnisse: In Mathematik erreichen 23 Prozent der Akademikerkinder die höchste Kompetenzstufe 3 (Bildungsstandards übertroffen), aber nur zwei Prozent der Kinder, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. Umgekehrt verfehlen nur vier Prozent aller Akademikerkinder die Standards komplett (Kompetenzstufe "Unter 1"), aber 31 Prozent der Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss. In Englisch wurde auf eine Einreihung in Kompetenzstufen verzichtet - Kinder von Akademikern erreichten aber im Schnitt 582 Punkte, Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss 456 - das bedeutet bei 68 Testaufgaben eine Differenz von 16 richtig gelösten Aufgaben.

BUNDESLÄNDERVERGLEICH: Das beste Bundesländer-Ergebnis im Fach Mathematik (vierte Schulstufe) erzielte Oberösterreich (545 Punkte), gefolgt von Niederösterreich (544) und Salzburg (541). Im Mittelfeld und damit im Bereich des Österreich-Schnitts (533) liegen die Steiermark (535) und Tirol (528), unter dem Schnitt sind das Burgenland (526), Kärnten (520), Wien (519) und etwas abgeschlagen Vorarlberg (514). Im Fach Englisch (achte Schulstufe) sind Wien und Niederösterreich (je 525) Spitze, gefolgt von Salzburg (524). Etwa im Österreich-Schnitt (519) platzierten sich Burgenland und Oberösterreich (je 520), etwas darunter liegen Tirol (517) und Vorarlberg (514). Die niedrigsten Werte weisen die Steiermark (506) und Kärnten (501) auf. Sowohl in Mathe als auch in Englisch sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern aber relativ gering - in Mathe entsprechen sie drei bis vier gelösten Aufgaben (von 68) zwischen bestem (OÖ) und schlechtestem Bundesland (Vorarlberg).

"FAIRER VERGLEICH": Im Unterschied zu den Standarderhebungen des Jahres 2012 wurde heuer kein sogenannter "fairer Vergleich" auf Bundesländerebene ausgewiesen. Für diesen wurde nicht der absolute Punktewert herangezogen, sondern das aufgrund der Zusammensetzung der Schülerpopulation "erwartbare" Ergebnis.

GESCHLECHTERUNTERSCHIED: Die Unterschiede zwischen Buben und Mädchen in der Mathematik (4. Schulstufe) sind eher gering: Burschen erreichten einen Schnitt von 540 Punkten, Mädchen 526. 14 Prozent der Burschen schafften die höchste Kompetenzstufe drei, aber nur zehn Prozent der Mädchen. Umgekehrt erreichten zehn Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen die Standards nicht. Größere Unterschiede gibt es in Englisch - diesmal zugunsten der Mädchen: Diese schafften einen Mittelwert von 535 Punkten gegenüber 502 Punkte bei den Burschen. Besonders groß ist die Punktedifferenz in den Hauptschulen, geringer in den AHS und Neuen Mittelschulen (NMS).

GETESTETE SCHÜLER: Insgesamt wurden für die Erhebungen 73.655 Schüler in den vierten Klassen Volksschule (Mathe) und 76.728 Schüler in den vierten Klassen Hauptschule/Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe (Englisch) getestet. Das entspricht rund 97 bzw. 96 Prozent aller in Frage kommenden Schüler dieser Schulstufen, der Rest war am Testtag abwesend. Von vorneherein von der Überprüfung ausgenommen waren z.B. außerordentliche und behinderte Schüler.

HAUPTSCHULE UND NEUE MITTELSCHULE: Hauptschulen (480) und NMS (478) erreichen in Englisch im Schnitt praktisch die selben Werte. Einzig in Salzburg und Vorarlberg erzielen die NMS-Schüler um 39 bzw. 32 Punkte niedrigere Werte als jene an den Hauptschulen, in Wien scoren dagegen die NMS-Schüler sogar um 48 Punkte höher.

KOMPETENZSTUFEN: In der Mathematik erreichten zwölf Prozent die höchste Kompetenzstufe (Stufe 3: "Standards übertroffen", Mindestpunktanzahl 651) insgesamt sind das ca. 9.000 Schüler. 65 Prozent (49.300 Schüler) schafften Stufe 2 ("Standards erreicht", Mindestpunktezahl 457), zwölf Prozent (8.800 Schüler) Stufe 1 ("Standards teilweise erreicht", Mindestpunktezahl 410). Elf Prozent (8.700 Schüler) liegen auf der Kompetenzstufe "Unter 1" ("Standards nicht erreicht"). In Englisch wurde auf eine Einreihung in Kompetenzstufen verzichtet.

LEISTUNGSSTREUUNG: In der Mathematik erreichte die schlechteste Schule rund 350 Punkte, die beste rund 750 Punkte, in etwa die gleichen Werte wurden in Englisch verzeichnet. 19 der insgesamt 1.400 AHS/Hauptschulen/NMS verzeichneten einen Mittelwert von nur 350 bis 400 Punkten - darunter 17 Hauptschulen und zwei NMS. Die beste Hauptschule landete im Bereich zwischen 650 und 700 Punkten, die beste NMS zwischen 600 und 650 Punkten. Eine AHS erreichte den Spitzenwert von 700 bis 750 Punkten, keine einzige fiel unter einen Mittelwert von 500.

MIGRANTEN: Insgesamt haben 19 Prozent der getesteten Volksschüler und 18 Prozent der AHS-,Haupt- und NMS-Schüler Migrationshintergrund (jeweils exklusive Deutsche). In Mathe erreichten die Migranten einen Mittelwert von 481 Punkten, "einheimische" Schüler kommen im Schnitt auf 64 Punkte mehr (545). Das entspricht bei 68 Aufgaben rund sechs bis sieben gelösten Aufgaben. Vergleicht man nur Einheimische und Migranten mit gleichem Sozialstatus, halbiert sich der Leistungsunterschied fast auf 34 Punkte. Insgesamt erreichen 24 Prozent der Migranten die Standards nicht und 18 Prozent nur teilweise, bei den Einheimischen sind es neun bzw. zehn Prozent. In Englisch erreichten Migranten einen Durchschnittswert von 487 Punkten, Einheimische 526 Punkte. Diese Leistungsdifferenz von 39 Punkten ist fast vollständig durch den unterschiedlichen Sozialstatus der beiden Gruppen erklärbar - vergleicht man nur Jugendliche mit gleichem Sozialstatus, beträgt der Leistungsunterschied nur mehr sechs Punkte. In den Hauptschulen sind die Leistungsunterschiede zwischen Einheimischen und Migranten am höchsten (38 Punkte), in den AHS (18 Punkte) am geringsten.

SCHULTYPEN: In der Mathematik gab es mit der Volksschule nur einen getesteten Schultyp. In Englisch erreichten die AHS-Schüler im Schnitt 600 Punkte, die Schüler an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) lagen mit 480 bzw. 478 praktisch gleichauf weit dahinter. An den AHS sind die Englischleistungen am homogensten, in den Hauptschulen am heterogensten.

(schluss) aku;jle;mk

OTS0150 II 31.01.2014 13:33:05

 

Stronach/Lugar zu Bildungsstandards: Schulautonomie ist Gebot der Stunde

Utl.: Inakzeptabel, dass sich Heinisch-Hosek mit Status Quo zufrieden gibt - Neue Mittelschule hat keine Verbesserungen gebracht

Team Stronach/Lugar/Bildung/Schule

"Die aktuellen Ergebnisse der Bildungsstandardtests zeigen, dass die Forderung des Team Stronach nach einer totalen Schulautonomie das Gebot der Stunde ist. Denn die derzeitige "Verparteipolitisierung" des Schulsystems wirkt sich im Endeffekt negativ auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler aus", so Team Stronach Bildungssprecher Abg. Robert Lugar. Lugar fordert, dass vom Bund nur mehr die Bildungsziele vorgegeben werden sollen. Der Direktor soll von den Eltern gewählt werden, dann als Manager fungieren und sich sein Lehrpersonal selbst aussuchen können. "Mit diesem Modell könnte man die notwendige Verbesserung der Ergebnisse erreichen."

Die Tatsache, dass bei den aktuellen Tests die Schüler der Neuen Mittelschule und der Hauptschule mit dem gleichen Ergebnissen abschneiden, bestätige die Ansicht des Team Stronach, dass die Einführung der Neuen Mittelschule nur zu einer Nivellierung des Niveaus nach unten geführt hat. "Jetzt ist bewiesen, dass auf diesen Schulen nur ein anderer Name draufsteht, aber sich nichts zum Positiven verändert hat", so der Team Stronach Bildungssprecher.

Lugar kritisiert, dass SPÖ-Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek die Bildungsstandardtests künftig nur mehr alle zwei Jahre durchführen will und den Ist-Stand einfach nur zur Kenntnis nimmt. "Wir brauchen diese Tests zwei Mal pro Jahr, denn anstatt nur den Status Quo zu ermitteln und sich damit zufrieden zu geben, müssen die richtigen Schlüsse daraus gezogen und Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt werden."

Rückfragehinweis:
Team Stronach Parlamentsklub/Presse
Tel.: ++43 1 401 10/8080
mailto:parlamentsklub@teamstronach.at


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APA0394 II, XI 31.01.2014 13:43:18

 

Bildungsstandards: Jeder 3 - Studienautoren sehen Aufwärtstrend

Utl.: Aussagekraft von Vergleich mit Ausgangstestungen wird in Studie aber relativiert - Migrationshintergrund hat keinen Einfluss auf Leistungsunterschied in Englisch

Schule/Österreich

Bifie-Direktor Christian Wiesner sieht bei den Ergebnissen in Mathematik (4. Klasse) und in den Kompetenzbereichen Hören und Lesen in Englisch (8. Schulstufe) im Vergleich zu den Ausgangstestungen von 2010 bzw. 2009 einen "deutlichen Aufwärtstrend". Die Aussagekraft des Vergleichs wird in der Studie aber relativiert, da die Schüler möglicherweise mit größerer Ernsthaftigkeit teilgenommen hätten.

Im Vergleich zu 2010 haben die Volksschüler in Mathematik um 33 Punkte zugelegt, die Schüler der 8. Schulstufe (4. Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule) in Englisch insgesamt um 19 Punkte. Beim Schreiben haben sich die Kompetenzen der 14-Jährigen dabei nicht wesentlich verändert, beim Lesen um 24 Punkte und bei Hörübungen um 36 Punkte verbessert. Beim Sprechen, das allerdings nur in einer Stichprobe überprüft wurde, waren es gar 77 Punkte.

Als überraschendes Ergebnis hob Wiesner hervor, dass der Leistungsunterschied in Englisch nichts mit dem Migrationshintergrund zu tun hat, sondern fast ausschließlich auf den sozialen Hintergrund zurückzuführen ist. Der Abstand von 39 Punkten verringert sich auf sechs, wenn nur Jugendliche mit gleichem sozialem Hintergrund verglichen werden. In der Mathematik verringert sich der Leistungsunterschied zwischen Einheimischen und Migranten um die Hälfte (von 64 auf 34 Punkte), wenn der soziale Hintergrund berücksichtigt wird.

(schluss) jle;aku;mk

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2014.01.31: Bildungsstandards

Heinisch-Hosek: "Klarer Aufwärtstrend bei Bildungsstandards in Mathematik und Englisch"

Verbesserungen in Mathematik und Englisch, gutes Zeugnis für die Neue Mittelschule

Heute, Freitag 31. Jänner 2014, präsentierte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek gemeinsam mit MMag. Christian Wiesner (Direktor des Bifie) und Mag.a Dr.in Claudia Schreiner (Departmentleitung Bildungsstandards und internationale Studien, Bifie) die Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfungen für Mathematik in der 4. Schulstufe sowie Englisch in der 8. Schulstufe der AHS, Neuen Mittelschule und Hauptschule.

"Erfreulich ist, dass Drei Viertel aller Schulen Top-Werte in Mathematik haben. Mehr als 70% erreichen oder übertreffen die Standards. Auch bei Englisch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Insgesamt haben rund 4.500 Schulen und mehr als 150.000 Schülerinnen und Schüler an der Überprüfung teilgenommen.

Sieht man sich die Ergebnisse im Detail an, so zeigt sich, dass der Anteil der Buben und Mädchen, die die Standards Mathematik erreichen, gleich hoch ist (65%), jedoch es noch etwas mehr Mädchen sind, die die Standards nicht erreichen. "Ich ziehe daraus den Schluss, dass wir möglichst früh Mädchen für die Technik begeistern und Mathematik interessanter gestalten müssen. Dazu gibt es einen Schwerpunkt im Regierungsprogramm, daran arbeite ich auch als Frauenministerin," so Heinisch-Hosek.

In Englisch schneiden Mädchen deutlich besser ab als Buben. Die Ergebnisse beider Fächer zeigen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Kompetenz und Bildung der Eltern sowie Migrationshintergrund gibt.

"Noch immer entscheidet die Bildung der Eltern, über den schulischen Erfolg ihrer Kinder. Das müssen wir ernst nehmen. Mit dem Ausbau der ganztägigen Schulformen erhöhen wir die Chancengleichheit. Bis 2018 werden insgesamt 400 Mio. Euro dafür investiert", sagte die Ministerin.

"Die Neue Mittelschule punktet vor allem im Bereich der Chancengleichheit", so Heinisch-Hosek. Der Unterschied zwischen Mädchen und Buben und zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund ist viel kleiner.

Die Überprüfung der Bildungsstandards soll eine neue Kultur des Rückmeldens sein. "Die Ergebnisse sind für die Schulen und für die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für die Eltern ein großer Service. Damit es genügend Zeit für die Analyse und die Umsetzung der Ergebnisse gibt, wird die nächste Testung 2016 durchgeführt.

Die Ergebnisse der Überprüfung sind auf der Seite https://www.bifie.at/ abrufbar.

 

Mittagsjournal, 31.1.2014

Bildungsstandards: Neue Mittelschule enttäuscht

Regina Pöll, Christian Williwald

Österreichs Schüler haben sich bei den neusten Bildungsstandards verbessert. Das zeigen die Ergebnisse, die heute veröffentlicht wurden. Allerdings zeigen sich nach wie vor beträchtliche Defizite. Und die Neue Mittelschule kann sich von der Hauptschule weniger deutlich absetzen als erwartet.

Erhebliche Defizite

Bei Mathematik gab es einen leichten Aufwärtstrend gegenüber den Vorjahren. Jetzt schaffen an drei von vier Schulen mehr als 70 Prozent der Kinder die Bildungsstandards, ein kleiner Teil übererfüllt die Bildungsziele sogar. Im Umkehrschluss heißt das natürlich: Ein gutes Viertel schafft das nicht, da gibt es Defizite, zum Teil sogar erhebliche. So wurden einfachste Beispiele, wie zum Beispiel das Kombinieren von geometrischen Figuren zu einem Haus mit Dach, nicht gelöst. Dieses Problem, das man ähnlich bereits aus der Pisa-Studie kennt, bleibt offenbar bestehen.

Faktor Migration relativiert

Ganz ähnlich sieht es in der vierten Klasse Haupt- und Neue Mittelschule in Englisch aus. Die Werte sind vergleichbar. Unterschiede gibt es nach Geschlechtern: In Englisch liegen die Mädchen merkbar vorn, während sie in der Mathematik hinten liegen. Auch ein Problem ist - zumindest aus der Sicht der Bildungspolitik und wohl auch für die Betroffenen , dass der soziale Hintergrund der Eltern eine Rolle spielt, die Ergebnisse der Kinder zum Teil deutlich beeinflusst.

Der Faktor Migration spielt überraschenderweise keine so große Rolle. Zumindest bei Englisch fällt das nicht so schwer ins Gewicht. Bei Mathematik hingegen liegen die Migranten und Nicht-Migranten gleich 64 Punkte auseinander. Bei 500 Punkten im Schnitt ist das nicht ganz unerheblich.

Neue Mittelschule = Hauptschule

Der mit Spannung erwartete erste Vergleich der Hauptschule mit der Neuen Mittelschule fiel nicht ganz so aus wie erwartet. 243 Neue Mittelschulen hat man sich angeschaut im Vergleich mit den Hauptschulen, aber auch mit den Gymnasien. Gegenüber den AHS fallen sie ab - die Gymnasiasten bringen zum Teil um ein Drittel bessere Ergebnisse. Bei den Neuen Mittelschulen und den alten Hauptschulen ist die Differenz nicht so groß. Bei dem Aufwand für die Neuen Mittelschulen sollte man einen größeren Unterschied erwarten, ist doch die Neue Mittelschule seit wenigen Jahren das Prestigeprojekt der Regierung oder jedenfalls des Unterrichtsministeriums.

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sieht das allerdings differenziert: In der Neuen Mittelschule gebe es mehr Kinder mit Migrationshintergrund, trotzdem sei die Leistung die gleiche wie in den Hauptschulen. Heinisch-Hosek glaubt weiter daran, dass die Neue Mittelschule noch große Fortschritte machen könne.

 

OTS0133 II, CI 31.01.2014 12:53:58

 

Kaske zu Bildungsstandards: Rasch für gerechte Bildungschancen sorgen

Utl.: AK fordert Mittelzuteilung an Schulen nach sozialer Lage der Schulkinder

Schule/Arbeiterkammer

"Noch immer sind die Chancen auf Bildung ungerecht verteilt", kommentiert AK Präsident Rudi Kaske die heute veröffentlichten Testergebnisse zu den Bildungsstandards auf der vierten und der achten Schulstufe. Positiv sei, dass die Testergebnisse insgesamt besser wurden. Dramatisch sei, dass unverhältnismäßig viele die Bildungsstandards verfehlen, deren Eltern maximal Pflichtschulabschluss haben - besonders in Mathematik auf der vierten Schulstufe. "Die Schule muss einspringen, wo die Eltern nicht helfen können", fordert Kaske die Zuteilung der Mittel an die Schulen nach der sozialen Lage der Kinder.

Die Testergebnisse zeigen für Kaske, "dass es in unseren Schulen leider immer noch ungerecht zugeht". Der Schulerfolg hänge sehr stark davon ab, wie gut die Eltern ihren Kindern beim Lernen helfen oder für Nachhilfe zahlen können. Bemerkenswert ist für Kaske dabei, dass der Zuwanderungshintergrund der Kinder nur dort eine Rolle spielt, wo es (wie in Mathematik) auch um Deutschkenntnisse geht. Das zeigen die Testergebnisse in Englisch auf der achten Schulstufe: Lernen alle eine Fremdsprache, hängen die Leistungsunterschiede nur von der sozialen Lage der Kinder ab.

Um mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem herzustellen, fordert Kaske die Zuteilung der Mittel an die Schulen nach sozialen Kriterien. Derzeit spielt es bei der Mittelzuteilung auf einzelne Schulstandorte keine Rolle, wie viele SchülerInnen aus sozial benachteiligten Familien kommen. Kaske fordert, ein entsprechendes Modell zu entwickeln. Muster könnten erfolgreiche Modelle in der Schweiz, einigen deutschen Bundesländern, in Belgien und in den Niederlanden sein.

Rasch kommen müsse auch das versprochene zweite Gratis-Kindergartenjahr - nicht zuletzt zur Sprachfördeung. Beim weiteren Ausbau der ganztägigen Schulen tritt Kaske für ein qualitativ hochwertiges Angebot mit fachlich guter Betreuung, passenden Räumen, kindgerechter Freizeitgestaltung und kindgerechtem Mittagessen ein.

Nicht zuletzt müssten die Bildungsstandard-Erhebungen und die Teilnahme an internationalen Tests fortgesetzt werden. Es sei wichtig, regelmäßig über den Stand der Entwicklung des Bildungssystems Bescheid zu wissen, um gezielt Maßnahmen für die Schulentwicklung setzen zu können.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at


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APA0272 II, XI 31.01.2014 12:06:39

 

Bildungsstandards: Jeder 2 - Tests künftig nur noch alle zwei Jahre

Utl.: Aber weiterhin als Vollerhebung bei allen Schülern der betreffenden Jahrgänge - Heinisch-Hosek: Soll kein Wettbewerb sein - Mit NMS zufrieden

Schule/Österreich

Nächstes Jahr will Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) den Schulen bei den Bildungsstandards "eine Pause zum Durchatmen" gönnen und dann einen neuen Testrhythmus starten. Statt bisher jedes Jahr sollen künftig nur noch alle zwei Jahre rotierend die Fächer Mathematik und Deutsch (Volksschule) bzw. in der achten Schulstufe zusätzlich auch Englisch abgeprüft werden.

Die Tests, betonte Christian Wiesner, Direktor des für die Bildungsstandards zuständigen Instituts für Bildungsforschung (Bifie), seien vor allem für die Schulentwicklung da. Für diese müsse man den Standorten aber auch Zeit geben. Gegen eine von Kritikern geforderte, lediglich stichprobenartige Erhebung wehrte Heinisch-Hosek sich. "Wir wollen bis in den kleinsten Standort hineinschauen können", betonte sie die Wichtigkeit einer Vollerhebung. Wiesner: "Dann würden nur Systemdaten vorliegen und das würde für die Schulentwicklung nichts bringen."

Ziel der Standards sei nicht ein Wettbewerb zwischen Bundesländern, Schulen oder Schulformen, strich Heinisch-Hosek hervor. Sie seien "ein Instrument der Feedbackkultur." Mit der Akzeptanz durch die Schulen zeigte sie sich zufrieden: Nach den ersten Ergebnisrückmeldungen im vergangenen Jahr hätten zwei Drittel aller Schulen "begonnen, etwas mit den Ergebnissen zu tun". Nur die AHS müssten noch stärker überzeugt werden, die Rückmeldemoderatoren stärker einzusetzen und dadurch Schulentwicklung voranzutreiben.

Mit den Ergebnissen der Neuen Mittelschule (NMS), die erstmals separat ausgewiesen wurden, zeigte Heinisch-Hosek sich zufrieden: "Sie haben größere Herausforderungen (mehr Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien, Anm.), aber die Leistung passt trotzdem."

(schluss) jle;aku;mk

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2014.01.31 - PK BM Heinisch-Hosek: Bildungsstandards

 

OTS0105 II 31.01.2014 12:00:59

 

Heinisch-Hosek: "Klarer Aufwärtstrend bei Bildungsstandards in Mathematik und Englisch"

Utl.: Verbesserungen in Mathematik und Englisch, gutes Zeugnis für die Neue Mittelschule

Bildung/Bifie, Bildungsstandards, Heinisch-Hosek

Heute, Freitag 31. Jänner 2014, präsentierte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek gemeinsam mit MMag. Christian Wiesner (Direktor des Bifie) und Mag.a Dr.in Claudia Schreiner (Departmentleitung Bildungsstandards und internationale Studien, Bifie) die Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfungen für Mathematik in der 4. Schulstufe sowie Englisch in der 8. Schulstufe der AHS, Neuen Mittelschule und Hauptschule.

"Erfreulich ist, dass Drei Viertel aller Schulen Top-Werte in Mathematik haben. Mehr als 70% erreichen oder übertreffen die Standards. Auch bei Englisch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Insgesamt haben rund 4.500 Schulen und mehr als 150.000 Schülerinnen und Schüler an der Überprüfung teilgenommen.

Sieht man sich die Ergebnisse im Detail an, so zeigt sich, dass der Anteil der Buben und Mädchen, die die Standards Mathematik erreichen, gleich hoch ist (65%), jedoch es noch etwas mehr Mädchen sind, die die Standards nicht erreichen. "Ich ziehe daraus den Schluss, dass wir möglichst früh Mädchen für die Technik begeistern und Mathematik interessanter gestalten müssen. Dazu gibt es einen Schwerpunkt im Regierungsprogramm, daran arbeite ich auch als Frauenministerin," so Heinisch-Hosek.

In Englisch schneiden Mädchen deutlich besser ab als Buben. Die Ergebnisse beider Fächer zeigen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Kompetenz und Bildung der Eltern sowie Migrationshintergrund gibt.

"Noch immer entscheidet die Bildung der Eltern, über den schulischen Erfolg ihrer Kinder. Das müssen wir ernst nehmen. Mit dem Ausbau der ganztägigen Schulformen erhöhen wir die Chancengleichheit. Bis 2018 werden insgesamt 400 Mio. Euro dafür investiert", sagte die Ministerin.

"Die Neue Mittelschule punktet vor allem im Bereich der Chancengleichheit", so Heinisch-Hosek. Der Unterschied zwischen Mädchen und Buben und zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund ist viel kleiner.

Die Überprüfung der Bildungsstandards soll eine neue Kultur des Rückmeldens sein. "Die Ergebnisse sind für die Schulen und für die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für die Eltern ein großer Service. Damit es genügend Zeit für die Analyse und die Umsetzung der Ergebnisse gibt, wird die nächste Testung 2016 durchgeführt.

Die Ergebnisse der Überprüfung sind auf der Seite https://www.bifie.at/ abrufbar.

Rückfragehinweis:
Dr.in Julia Valsky
Pressesprecherin der
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Telefon: + 43 1 53120-5025
julia.valsky@bmukk.gv.at


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APA0237 II, XI 31.01.2014 11:44:45

 

Bildungsstandards: Jeder 9. Volksschüler verfehlte Mathe-Standards 1

Utl.: Zwölf Prozent erreichen sie nur teilweise - OÖ in Mathe Top, Wien und NÖ in Englisch - Keine Unterschiede zwischen Haupt- und Neuer Mittelschule - GRAFIK BILD

Schule/Österreich

Jeder neunte Volksschüler hat im Vorjahr bei den Bildungsstandardtestungen in der vierten Schulstufe die Standards im Fach Mathematik nicht erreicht. Weitere zwölf Prozent konnten sie nur teilweise erfüllen. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse. In Englisch in der achten Schulstufe haben im Kompetenzbereich Schreiben 37 Prozent nicht das Lehrplanziel erreicht (Lesen: 14, Hören: 3).

Bei den Tests wurden im Frühjahr 2013 rund 74.000 Volksschüler der vierten Klasse im Fach Mathematik und 77.000 Schüler der vierten Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule im Fach Englisch abgeprüft. Im Bundesländervergleich schnitt in der Mathematik dabei Oberösterreich (545 Punkte), gefolgt von Niederösterreich (544) und Salzburg (541) am besten ab. Der Österreich-Schnitt liegt bei 533 Punkten. Am schlechtesten lagen Vorarlberg (514), Wien (519) und Kärnten (520).

Anders in Englisch: Hier liegen Wien und Niederösterreich (je 525) an der Spitze, knapp dahinter folgt Salzburg (524). Die niedrigsten Werte erzielten Kärnten (501) und die Steiermark (506). Der Österreich-Schnitt beträgt 519. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind aber relativ gering.

Im Vergleich zu den sogenannten "Baseline"-Testungen in den Jahren 2009 (Englisch) bzw. 2010 (Mathe) haben sich die Ergebnisse der Schüler jeweils verbessert - in Mathematik um 33 Punkte, in Englisch um 19 Punkte. Einschränkung: Damals seien kompetenzorientierte Erhebungen von Schülerleistungen noch wenig verbreitet gewesen und nur stichprobenartig erfolgt, diesmal wären die Schüler die Aufgaben möglicherweise ernsthafter angegangen, heißt es im Ergebnisbericht.

Im Fach Englisch in der achten Schulstufe wurden erstmals die Neuen Mittelschulen (NMS) separat ausgewertet: Sie erreichten im Schnitt mit 578 Punkten praktisch den gleichen Wert wie die Hauptschulen (580). Unangefochten an der Spitze liegen die AHS (600).

(GRAFIK 0135-14,)

(fortsetzung) aku;jle;mk

OTS0116 II 31.01.2014 12:21:40

 

Walser zu Bildungsstandards: Stabilisierung auf niedrigstem Niveau

Utl.: Grüne verlangen einen nationalen Bildungsgipfel

Innenpolitik/Grüne/Walser/Bildung/Schule

"Und täglich grüßt das Murmeltier", zeigt sich der Grüne Bildungssprecher Harald Walser wenig erstaunt über die heute präsentierten Ergebnisse der Bildungsstandardtestungen: "Jahrelang haben wir in Österreich versucht, durch Gesundbeten eine Trendwende bei den diversen Testungen herbeizuführen. Das nützt aber ebenso wenig wie das Beschönigen von Fakten." Von einem "klaren Aufwärtstrend", wie ihn Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek sieht, könne jedenfalls keine Rede sein, zumal die Studienautoren selbst darauf hinweisen, dass die SchülerInnen die Aufgaben diesmal ernsthafter angegangen seien: "Derzeit stabilisieren sich bei mehreren Testungen im Schulsystem die Ergebnisse auf niedrigstem Niveau."

Besonders bedrückend sind für den Bildungssprecher der Grünen die Ergebnisse der Neuen Mittelschule (NMS): "Ich sehe mich in meiner Skepsis bei der Einführung der NMS bestätigt. Hier wurde ein Schultyp ins Regelschulwesen übernommen, ohne eine Evaluierung durchzuführen. Das war unverantwortlich, rächt sich nun und demotiviert die Kinder ebenso wie ihre Eltern und die Lehrkräfte!" Schuld an der Situation ist laut Walser die Politik: "Wer ein System jahrelang wider besseres Wissen aufrecht erhält, handelt nicht nur gegenüber den Kindern verantwortungslos, sondern auch gegenüber dem Wirtschaftsstandort. Das vor allem ins Stammbuch der Bundes-ÖVP!"

Der Grüne Bildungssprecher verlangt einen nationalen Bildungsgipfel: Das nützt aber nur dann etwas, wenn wir den Ratschlägen von Expertinnen und Experten auch endlich Folge leisten!"

Rückfragehinweis:
Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:presse@gruene.at


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- 31. Jänner 2014

Bildungsstandards: Problemfach Mathematik

Jeder neunte Volksschüler hat im Vorjahr bei den Bildungsstandardtestungen in der vierten Schulstufe die Standards im Fach Mathematik nicht erreicht. Weitere zwölf Prozent konnten sie nur teilweise erfüllen. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse.

Bei den Tests wurden im Frühjahr 2013 rund 74.000 Volksschüler der vierten Klasse im Fach Mathematik und 77.000 Schüler der vierten Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule im Fach Englisch abgeprüft. In Englisch in der achten Schulstufe haben im Kompetenzbereich Schreiben 37 Prozent nicht das Lehrplanziel erreicht (Lesen: 14, Hören: 3).

Oberösterreich in Mathematik an der Spitze

Im Bundesländervergleich schnitt in der Mathematik dabei Oberösterreich (545 Punkte), gefolgt von Niederösterreich (544) und Salzburg (541) am besten ab. Der Österreich-Schnitt liegt bei 533 Punkten. Am schlechtesten lagen Vorarlberg (514), Wien (519) und Kärnten (520).

Wien und Niederösterreich in Englisch top

Anders in Englisch: Hier liegen Wien und Niederösterreich (je 525) an der Spitze, knapp dahinter folgt Salzburg (524). Die niedrigsten Werte erzielten Kärnten (501) und die Steiermark (506). Der Österreich-Schnitt beträgt 519. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind aber relativ gering.

Im Vergleich zu den sogenannten „Baseline“-Testungen in den Jahren 2009 (Englisch) bzw. 2010 (Mathematik) haben sich die Ergebnisse der Schüler jeweils verbessert - in Mathematik um 33 Punkte, in Englisch um 19 Punkte. Einschränkung: Damals seien kompetenzorientierte Erhebungen von Schülerleistungen noch wenig verbreitet gewesen und nur stichprobenartig erfolgt, diesmal wären die Schüler die Aufgaben möglicherweise ernsthafter angegangen, heißt es im Ergebnisbericht.

Keine Unterschiede zwischen Haupt- und NMS

Im Fach Englisch in der achten Schulstufe wurden erstmals die Neuen Mittelschulen (NMS) separat ausgewertet: Sie erreichten im Schnitt mit 578 Punkten praktisch den gleichen Wert wie die Hauptschulen (580). Unangefochten an der Spitze liegen die AHS (600).

Mit den Ergebnissen der NMS zeigte Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sich zufrieden: „Sie haben größere Herausforderungen (mehr Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien, Anm.), aber die Leistung passt trotzdem.“

Tests künftig nur noch alle zwei Jahre

Nächstes Jahr will Heinisch-Hosek den Schulen bei den Bildungsstandards „eine Pause zum Durchatmen“ gönnen und dann einen neuen Testrhythmus starten. Statt bisher jedes Jahr sollen künftig nur noch alle zwei Jahre rotierend die Fächer Mathematik und Deutsch (Volksschule) bzw. in der achten Schulstufe zusätzlich auch Englisch abgeprüft werden.

Die Tests, betonte Christian Wiesner, Direktor des für die Bildungsstandards zuständigen Instituts für Bildungsforschung (Bifie), seien vor allem für die Schulentwicklung da. Für diese müsse man den Standorten aber auch Zeit geben.

Heinisch-Hosek: Kein Wettbewerb

Gegen eine von Kritikern geforderte, lediglich stichprobenartige Erhebung wehrte Heinisch-Hosek sich. „Wir wollen bis in den kleinsten Standort hineinschauen können“, betonte sie die Wichtigkeit einer Vollerhebung. „Dann würden nur Systemdaten vorliegen und das würde für die Schulentwicklung nichts bringen“, sagte Wiesner.

Ziel der Standards sei nicht ein Wettbewerb zwischen Bundesländern, Schulen oder Schulformen, strich Heinisch-Hosek hervor. Sie seien „ein Instrument der Feedbackkultur.“ Mit der Akzeptanz durch die Schulen zeigte sie sich zufrieden: Nach den ersten Ergebnisrückmeldungen im vergangenen Jahr hätten zwei Drittel aller Schulen „begonnen, etwas mit den Ergebnissen zu tun“. Nur die AHS müssten noch stärker überzeugt werden, die Rückmeldemoderatoren stärker einzusetzen und dadurch Schulentwicklung voranzutreiben.

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
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Donnerstag, 30. Januar 2014

2014.01.30: Newsletter Bildung

 

"News" Nr. 05/2014 vom 30.01.2014                Seite: 30,31,32,33

Ressort: Politik

 

 

Schafft diese Frau die Schule?

 

   Schulbeginn. Die neue Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek geht auf Goodwill-Tour durch die Schulen. Geld für Unterstützungspersonal hat sie noch keines.

 

   Die Skepsis ist groß: Denn Gabriele Heinisch-Hosek war Dienstgebervertreterin, als die Regierung jenes neue Lehrer-Dienstrecht beschloss, das viele Lehrerinnen und Lehrer immer noch vehement bekämpfen. Ausgerechnet sie wechselte in der neuen Regierung ins Schulressort und muss nun versuchen, bei "ihren“ Lehrkräften Vertrauen zurückzugewinnen. Deshalb hat sich die Bildungsministerin (SPÖ) als Erstes den Gang zur Basis verordnet. Auf einer Tour durch alle Bundesländer will sie zunächst: zuhören: "Ich will spüren und hören, was Lehrerinnen und Lehrer wirklich brauchen.“

 

   Gut zuhören.

 

   Dazu geht sie an die Schwerhörigenschule am Hammerfestweg in Wien-Donaustadt: nicht nur, um hier gut zuzuhören, sondern auch, weil das "ihre“ frühere Schule war. Heinisch-Hosek ist gelernte Lehrerin, unterrichtete 18 Jahre lang und davon sechs Jahre an dieser Schule: "Hallo, griaß Di’!“ Die gemeinsame Schule und differenzierten Unterricht gibt es hier schon lange, denn es werden hörende und schwerhörige SchülerInnen unterrichtet, in Volks-, Haupt- und Neuer Mittelschule, in Integrationsklassen oder kleinen Schwerhörigenklassen mit individueller Förderung.

 

   Wer diese Dame sei? Eine Schülerin rät: "Die Schulinspektorin?“

 

   In den Klassen tut sich "die Neue“ leicht, findet schnell das Gespräch mit den Kindern, lässt sich Grammatik in Gebärdensprache erklären und bietet Hilfe bei Mathematik-Aufgaben an. Sie schaut ihre Gesprächspartner direkt an, artikuliert deutlich und unterstützt das Gesagte mit Gesten. Sie will auch gehört werden.

 

   Den Kindern ist es ziemlich egal, wer da bei der Tür hereinschneit. Die Lehrkräfte dagegen haben darauf gewartet, endlich der Ressortchefin direkt zu sagen, was ihnen fehlt: "Uns ist ganz wichtig, dass Du gefragt hast, was gebraucht wird“, erklärt Schuldirektorin Michaela Lechner. Es hat sich viel angestaut in den letzten Jahren, als eine Reform nach der anderen durchgedrückt wurde. Viele Lehrende haben das Gefühl, es kam alles von oben, während ihre Erfahrung nicht zählte. Ein Lehrer wird später sagen, er glaube der einstigen Kollegin, dass sie versuche rauszukriegen, "was da alles faul ist“. Claudia Schmied, die frühere Ministerin, habe "sicherlich gute Ansatzpunkte in der Diskussion um eine bessere Schule geliefert, aber das ist unten nicht angekommen.“

 

   Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl, die die Ministerin begleitet, kennt das: "Wir werden ein bissel in der Illusion gehalten: Wir sagen etwas, und es passiert. Was und wie das bis zu den Kindern kommt, ist etwas ganz anderes.“

 

   Viele können das Wort Reform deshalb schon nicht mehr hören. Heinisch-Hosek meint dazu: "Jetzt ist es Zeit, Tempo rauszunehmen, damit das verdaut werden kann, was neu ist. Aber wir dürfen in der Schulpolitik nicht stehenbleiben, denn Bildung ist der Schlüssel zum selbstbestimmten Leben und zum sozialen Aufstieg.“ Klingt ein bisschen nach Spagat.

 

   Schafft sie die Schule?

 

   Der Politikwissenschafter und Meinungsforscher Peter Hajek sieht die Ministerin vor zwei Herausforderungen. Neben den Zielen der eigenen Partei ist das der Widerstand von Koalitionspartner und Lehrergewerkschaftern. Die ÖVP machte aus ihren ersten Ansagen für die Schulzukunft sogleich den ersten Koalitionsstreit. Danach verhielt sich die neue Ministerin eine Zeit lang still, um die Wogen zu glätten.

 

   Hajek: "Heinisch-Hoseks Vorteil ist aber - sie kennt das gesamte Umfeld, das ist ein klarer Informationsvorsprung im Vergleich zu ihrer Vorgängerin. Zum anderen drängen inzwischen einige ÖVP-Bundesländer in ihre Richtung, wenn sie Modellregionen für die gemeinsame Schule fordern. Das heißt: Sie ist an sich nicht schlecht aufgestellt.“ Nachsatz: "Was sie daraus macht, ist eine andere Sache.“

 

   Hajek konzediert, dass im Schulbereich inzwischen eine gewisse Reformmüdigkeit herrscht. Andererseits weiß er aus Umfragen, dass Bildungsfragen an Bedeutung gewonnen haben, Bildung gilt als das Zukunftsthema schlechthin. "Für Eltern wird das immer wichtiger, sie suchen für ihre Kinder gezielt nach verschiedenen Schulformen. Ihr Fokus ist groß geworden. Da hinkt die Politik hinterher.“ Gelänge es, eine Reform aus einem Guss für die nächsten fünf Jahre zu schmieden, so wäre das Feedback für die Bildungsministerin gut, meint der Meinungsforscher.

 

   Ob das der neuen Ministerin gelingen kann, ist noch nicht absehbar. Sowohl in der Bevölkerung als auch im Urteil der InnenpolitikjournalistInnen gilt sie als durchsetzungsstark (siehe Zeugnis auf Seite 26). Sie behaupte sich gut im Dschungelcamp mit der Lehrergewerkschaft und der ÖVP, lautet eine der Einschätzungen.

 

   Am Gelde fehlt’s.

 

   Die Lehrenden selbst wünschen sich von ihr indes Durchsetzungskraft der anderen Art. Kein "Lehrer-Bashing“, wie sie Kritik erleben, sondern Anerkennung für ihren harten Job und mehr Unterstützungspersonal wie Psychologen und Sozialarbeiter. Die Ministerin bietet: Aufmerksamkeit, Wertschätzung und, nur vielleicht, Zusatzpersonal. Das Geld dafür hat sie nicht, denn 90 Prozent ihres Budgets sind durch Personalkosten gebunden. Jetzt muss sie wie jedes Ressort noch einmal sechs Prozent einsparen. Sie setzt auf Verhandlungen mit dem Finanzminister und die Hilfe der Bundesländer. Den LehrerInnen sagt sie inzwischen: "Ich kann es allein nicht schaffen, aber ich kämpfe drum.“

 

   Sie hält aber auch fest: "Ein Mehr an Unterrichtsstunden ist zumutbar - für alle, die kommen.“ Das wiederum ist ein rotes Tuch für die meisten Lehrer, das könnte gleich der erste heftige Knackpunkt werden. Eine der Lehrerinnen in der Runde berichtet: "Ich geh in manche Geschäfte schon nicht mehr, weil ich angefeindet werde. Wenn ich einmal um fünf Uhr zum Einkaufen komme, heißt es: Ah, die Lehrerin ist schon da?“

 

   Heinisch-Hosek wird Geduld aufbringen müssen. Dabei drängt es sie, etwas voranzubringen. Sie will das Schulunterrichtsgesetz und das Schulorganisationsgesetz, beides sehr alte und überfrachtete Wälzer, durchforsten und vereinfachen. Sie will den Schulen ermöglichen, die zu ihnen passenden Lehrkräfte auf einer Online-Plattform auszuwählen. Sie will für Schüler-Feedback an die Lehrer werben, aber nicht verordnen.

 

   Das könnte sehr schnell sehr vielen zu viel sein. In "ihrer“ ehemaligen Schule hatte sie ein Heimspiel. Anderswo wird das Feedback an sie wohl härter ausfallen.

 

   * Tessa Prager

 

 

"Kleine Zeitung" vom 30.01.2014                             Seite: 18

Ressort: Bundesland

 

Steiermark

 

Neue Mittelschulen gehen ins Duell

 

Spannung vor Präsentation der Bildungsstandards: Erstmals stehen Haupt- und Neue Mittelschulen im direkten Vergleich.

 

   SONJA HASEWEND

 

   Ein Test, für den es keine Noten gibt, dürfte trotzdem wieder für Diskussionen sorgen: Morgen gibt es die Ergebnisse der letzten Bildungsstandards-erhebung. Das ist tatsächlich so etwas wie eine „kleine Zentralmatura“: Österreichweit wurden im vergangenen April alle Schüler der achten Schulstufe in Englisch getestet, im Mai waren die Viertklässler in Mathematik dran. Mit dem bundesweit einheitlichen Verfahren will das Bildungsministerium herausfinden, wie es um Wissen und Fähigkeiten der Schüler bestellt ist.

 

   Für die zuletzt forcierten Neuen Mittelschulen schlägt morgen die Stunde der Wahrheit. Beim letzten Mal wurden sie noch in einer Wertung mit den Hauptschulen ausgewiesen. Heuer werden sie separat ausgewertet und stehen damit im direkten Leistungsvergleich mit den Hauptschulen, aber auch den AHS. Zuletzt waren die NMS ja politisch in der Kritik, weil bisher keine Evaluierung der „aufgewerteten“ Hauptschule erfolgt ist.

 

   2012 lagen die steirischen Schulen im Bundesländervergleich der Bildungsstandards nur im Mittelfeld, am besten schnitt Oberösterreich ab, am schlechtesten Kärnten. Alarmierend: Immerhin 16,7 Prozent der österreichischen Schüler verfehlten die Standards gänzlich – nur 4,8 Prozent erreichten die höchste Stufe.

 

   In der Steiermark ist man vorbereitet: Fallen Schulen mit schlechten Resultaten auf, gibt es dort Gespräche mit den Bezirksschulinspektoren (künftig „Pflichtschulinspektoren“) – um Maßnahmen wie etwa Fortbildungen auszuarbeiten. Auch Unterstützung von den Pädagogischen Hochschulen ist möglich.

 

   Verschnaufpause ist den Schülern und Lehrern übrigens keine gegönnt. Alle Schüler der vierten und achten Schulstufe müssen heuer noch die Bildungsstandards-Tests in Deutsch absolvieren.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Mittwoch, 29. Januar 2014

2014.01.29: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 29. Jänner 2014

 

 

Loblied auf katholische Privatschulen

Katholische Schulen erfreuen sich bei Eltern großer Beliebtheit. Die christlichen Werte stehen bei der Schulwahl aber nicht an erster Stelle – eher die hohe Leistungskultur.

Wien. Man hört bisweilen ähnliche Geschichten von jungen Eltern, die auf der Suche sind nach der richtigen Schule für ihr Kind. Man sei zwar, heißt es da, selbst nicht sonderlich katholisch. Trotzdem habe man das Kind nun für eine katholische Privatschule angemeldet: der Ruf, die Qualität, die Mitschüler.

Und tatsächlich: Wenn sich Eltern dafür entscheiden, ihr Kind in eine katholische Privatschule zu schicken, tun sie das nicht in erster Linie wegen der christlichen Werte oder der entsprechenden Lebensführung. Das zeigt eine Studie, die der Hauptverband katholischer Elternvereine am gestrigen Dienstag, präsentiert hat (siehe Grafik).

Das Schulklima, die individuelle Förderung, Schwerpunktthemen, wenig Gewalt oder eine hohe Leistungskultur sind jene Motive, die bei der Schulwahl ganz vorn stehen. Die christlichen Werte dagegen kommen in der Reihung auf Platz zwölf – hinter den regionalen Gegebenheiten –, die katholische Lebensführung noch weiter hinten. Immerhin beide mit einer doch recht hohen Zustimmung: Für 78 bzw. 67Prozent der Eltern waren das wichtige Motive). Insgesamt ist die Religion den befragten Eltern nicht viel wichtiger als dem österreichischen Durchschnitt, 22Prozent der Eltern halten den Bereich für „sehr wichtig“.

Hoher Bildungsstand

Gar nicht durchschnittlich wird es dagegen, wenn man sich die Bildungsabschlüsse der befragten Eltern ansieht. Der Maturantenanteil ist mit knapp 30Prozent doppelt so hoch wie im Österreich-Schnitt, jener der Akademiker fast drei Mal so hoch (38Prozent). Eine Klientel, die relativ viel Wert auf die Bildung ihrer Kinder legt. Und eine, die es sich auch leisten kann, dafür zu bezahlen.

Umso bemerkenswerter ist unter diesem Gesichtspunkt ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie, für die die KPH Wien/Krems über 5000 Online-Fragebögen ausgewertet hat: Wer für sein Kind eine katholische Privatschule gewählt hat, ist damit in der Regel auch zufrieden. Nur sechs Prozent der befragten Eltern würden ihr Kind eher oder sicher nicht mehr in dieselbe Schule schicken. 67Prozent würden das dagegen „sicher“ wieder tun, weitere 27Prozent „wahrscheinlich“. Die meisten sind demnach auch durch persönliche Empfehlungen auf die Schule aufmerksam geworden.

Trotz allem plagen auch die Eltern an den katholischen Privatschulen manche Sorgen, die an das öffentliche Schulsystem erinnern: So wünschen sie sich, dass die Lehrpläne entrümpelt werden, sie klagen über die neue Zentralmatura und über Leistungsdruck schon in der Volksschule und wünschen sich mehr Bewegung und Sport für ihre Kinder. Die Eltern wollen zudem mehr Mitsprache in Schulbelangen. Und: Sie wünschen sich vor allem anderen möglichst gut ausgebildete Lehrer, eine Qualitätssicherung bei Unterricht und Personal. Und damit einhergehend auch mehr Möglichkeiten, (anonym) Feedback zu geben.

Gegen Ganztagspflicht

In den großen bildungspolitischen Fragen zeigen sich die Eltern gespalten – ganz besonders, was die Gesamtschule betrifft. So haben sie einerseits Vorbehalte: Knapp mehr als die Hälfte fürchtet eine Nivellierung nach unten. Zugleich sehen aber viele Eltern die Gesamtschule als förderlich für Chancengleichheit und soziale Durchlässigkeit.

Eine verpflichtende Ganztagsschule lehnt die große Mehrheit der befragten Eltern ab – eine in verschränkter Form mit Wechsel zwischen Unterricht, Lern- und Freizeit noch mehr als die reine Nachmittagsbetreuung. Gleichzeitig verlangen die Eltern aber zu 85Prozent, dass es eine Nachmittagsbetreuung gibt, die freiwillig in Anspruch genommen werden kann.

AUF EINEN BLICK

Katholische Schulen. Derzeit besuchen in Österreich rund 70.000 Schüler eine katholische Privatschule. Am höchsten ist der Anteil der Privatschüler in der AHS, wo sie rund 14Prozent der Gesamtschülerzahl ausmachen (27.420 Schüler). An den Volksschulen sowie an den Haupt- und Neuen Mittelschulen beträgt ihr Anteil jeweils knapp fünf Prozent, an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) knapp zehn Prozent. Für die Studie hat die Katholische Pädagogische Hochschule Wien/Krems im Auftrag des Hauptverbands der katholischen Elternvereine mehr als 5300 Online-Fragebögen ausgewertet.

 

 

OÖN – 29. Jänner 2014

 

Schulen: Land fordert mehr Geld vom Bund

LINZ. Mehr als vier Prozent aller oberösterreichischen Schüler haben sonderpädagogischen Förderbedarf.

Das heißt, dass jeder 25. Schüler entweder beeinträchtigt ist, oder wegen Lernproblemen oder schwierigem Sozialverhalten einer besonderen Förderung bedarf. Geleistet wird diese durch die Schulassistenz, wo Betreuungslehrer, Schulpsychologen oder Sozialarbeiter die Kinder neben dem Regelunterricht zusätzlich betreuen.

Zehn Millionen Euro jährlich

Vom Bund, sprich Bildungsministerium, werden aber nicht die Kosten für alle betroffenen Kinder übernommen, sondern nur für 2,7 Prozent. "Das verursacht dem Land Oberösterreich jährliche Kosten von zehn Millionen Euro", sagt Bildungslandesrätin Doris Hummer (VP). Sie will den Wechsel von Gabriele Heinisch-Hosek (SP) an die Spitze des Bildungsministeriums nun zum Anlass nehmen, um die Kostenaufteilung für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf neu zu verhandeln. "Es kann nicht sein, dass das Land hier ständig über Gebühr zur Kasse gebeten wird", sagt Hummer. Auch wenn die budgetäre Lage schwierig sei, müsse das Bildungsministerium die Kosten mittelfristig übernehmen. (eda)

 

 

ORF – 29. Jänner 2014

 

 

Dialog

Von Tag zu Tag

Die Antwort ist Schul(re)form. Aber was war die Frage?
Gast: Karl Heinz Gruber. Moderation: Johann Kneihs. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Der Streit über den besseren Schultyp beherrscht die Debatte über das Bildungswesen ebenso wie die Verteidigung der Interessen von Berufsgruppen. Viele Schüler/innen und Eltern zweifeln, ob es dabei um Wesentliches geht: zum Beispiel, wie in der Schule Lernen mit Neugier, Freude und Engagement möglich ist.

Der Bildungswissenschaftler Karl Heinz Gruber sieht es differenziert: er versteht Schule als System, in dem jeder Eingriff an einer Stelle Auswirkungen anderswo hat. Doch wie hängen Schulform und -reform damit zusammen, was tagtäglich "im Kleinen" geschieht?

Es gibt weltweite "Megatrends", betont Gruber, denen sich Österreich nicht entziehen kann: darunter eine immer größere Bildungsteilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen und die "Verweiblichung" anspruchsvoller Bildungsoptionen (bzw. männliche Jugendliche als "Bildungsverlierer"). Zu diesen Trends gehört aber auch wachsendes Qualitätsbewusstsein, vom Ländervergleich bis zur Bewertung der Lehrtätigkeit – mit Anreiz für gute Arbeit und Konsequenzen bei unbefriedigenden Ergebnissen.

Wie muss das Schulsystem auf Herausforderungen der Zeit reagieren, um Erfolg zu haben? Darüber spricht Johann Kneihs mit dem Bildungsforscher, spezialisiert auf Schulentwicklung im internationalen Vergleich.

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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Tel.: 01/40110-3945

 

Sonntag, 26. Januar 2014

2014.01.27: Newsletter Bildung

 

KLZ – 27. Jänner 2014

 

Schulverwaltungs-Reform mit Tücken

Jahrelang wurde diskutiert, jetzt soll eine erste Reform der komplizierten Schulverwaltung umgesetzt werden. Doch da gibt es noch einige Hürden.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Ab August soll es die Bezirksschulräte samt politisch besetzten Kollegialorganen nicht mehr geben. Ihre Abschaffung ist Teil der zähen Schulverwaltungsreform. Auch die Zahl der Bezirksschulinspektoren wird von 23 auf 18 reduziert. Wie das in der Steiermark umgesetzt werden soll, darüber wird noch immer verhandelt. So richtig Freude mit dem Thema hat kaum jemand, geht es doch um die Neuaufteilung der komplizierten und für viele kaum nachvollziehbaren Zuständigkeiten zwischen Bund und Land - und auch darum, wer zahlt.

Ein Relikt macht die Sache zusätzlich schwierig: Ein Vertrag zwischen Bund und Land Steiermark von 1960 besagt, dass einerseits der Bund einen Teil der Dienstrechtsverwaltung für die Pflichtschullehrer übernimmt und andererseits das Land die Infrastruktur für die Bezirksschulräte zur Verfügung stellt. Jetzt müssen Pflichten wie Kosten aus dem Vertrag nachjustiert werden.

Fest steht: Die Bezirksschulinspektoren wird es als solche nicht mehr geben. "Aber natürlich gibt es weiterhin eine Schulaufsicht", erklärt Bernhard Just, zuständiger Referent im Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ). Die derzeit 23 dem Landesschulrat untergeordneten Bezirksschulinspektoren-Posten, die dem Bundesdienst zugehören, werden auf 18 "Pflichtschulinspektoren" reduziert.

Der Inspektoren-Abbau soll durch anstehende Pensionierungen gelöst werden. Einsparungen soll es auch durch den Wegfall mehrerer Büros samt Personal geben. Denn: Es soll künftig sogenannte Bildungsregionen geben. Die Rede ist davon, das mit den sieben Regionext-Regionen zu verknüpfen, allerdings wird man wohl mit sieben nicht auskommen. Mit allzu großen Einsparungen rechnet niemand.

Und wo werden die künftigen Pflichtschulinspektoren sitzen? Bisher seien sie Bundesbedienstete, die aber für das Land arbeiten, erklärt Harald Marth vom Landesschulrat.

Die Lösung könnte etwa so aussehen, dass das Personal beim Bund bleibt und das Land für die Kosten aufkommt. Oder dass das Land das Personal für die Pflichtschullehrerverwaltung ganz übernimmt.

Wer zahlt?

Lehrergewerkschafter Jürgen Rainer sieht Probleme dräuen: So würden Schulrechtsfragen derzeit von den Bezirkshauptleuten erledigt. Werden diese Aufgaben mit der Verwaltungsumstellung an andere Stelle ausgelagert, brauche es künftig bis zu 20 zusätzliche Juristen. Kämen diese - anders als in anderen Bundesländern geplant - zum Land, müssten sie auch budgetiert sein.

Die viel kritisierten Doppelgleisigkeiten in der Schulverwaltung werden jedenfalls so oder so bestehen bleiben. Denn eine "Verländerung" sämtlicher Kompetenzen lehnt der Bund, der damit an Einfluss verlieren würde, ab.

SONJA HASEWEND

 

 

KLZ – 27. Jänner 2014

 

Kein großer Wurf

SONJA HASEWEND

Reformen der Schulverwaltung sind ziemlich zäh. Die Verflechtungen der Zuständigkeiten sind nicht nur für jene schwer zu durchschauen, die nicht tief in der Materie stecken. Seit Jahrzehnten werden sich Bund und Länder über eine wirkliche Entstaubung der alten Strukturen nicht grün - seit 1962 wurde die Schulverwaltung nicht reformiert.

Jetzt gibt es immerhin etwas Bewegung: Die Bezirksschulräte werden abgeschafft, die Zahl der Bezirksschulinspektoren verringert. Sitzungsgelder werden damit eingespart, Raummieten und ein paar Personalkosten. Von größeren Einsparungen wagt jedoch kaum jemand zu sprechen.

Doch im Groben wird es in Österreich weiterhin eine zweigeteilte Schulverwaltung geben: die Schulabteilungen der Länder und auf Bundesebene die Landesschulräte. In der Steiermark wird die Sache zusätzlich durch einen alten Vertrag verkompliziert, der Pflichten und Kompetenzen zwischen Bund und Land zerfleddert.

Ein großer Wurf ist diese Verwaltungsreform nicht. Es bleibt bei Kosmetik.

Sie erreichen die Autorin unter sonja.hasewend@kleinezeitung.at

 

 

Der Standard – 27. Jänner 2014

 

 

"Aus der ÖVP gibt es mutigere Bekenntnisse als aus der SPÖ"

Interview | Sebastian Pumberger

Für den grünen Bildungssprecher Harald Walser sind Modellregionen für Gesamtschulen ein nötiges Übel. Dadurch erhofft er sich eine Veränderung in der ÖVP. Von der SPÖ fordert er mehr Unterstützung

STANDARD: Sie werben intensiv für Modellregionen zur gemeinsamen Schule. Warum?

Walser: Weil es die einzige Chance ist, die Blockadehaltung insbesondere in der ÖVP aufzubrechen. Im Prinzip brauchen wir keine Modellregionen. Es gibt genügend Beispiele für eine funktionierende gemeinsame Schule, etwa in Südtirol, Finnland oder Polen. Überall dort wurden Reformen durchgeführt. Wir könnten uns auch in einen Bus setzen und uns dort umschauen. Wir scheuen uns in Österreich immer noch davor, erfolgreiche Modelle zu übernehmen.

STANDARD: Sehen Sie nicht die Gefahr, dass die Modellregionen ein Versuch bleiben? Sie streben ja eine flächendeckende gemeinsame Schule an.

Walser: Natürlich wird es nicht so sein, dass wir unmittelbar im nächsten Jahr zu einer Beschlussfassung für eine moderne gemeinsame Schule kommen werden. Die Alternative ist, dass wir uns gegenseitig andauernd auf den Zehen stehen und ÖVP und SPÖ nicht weiterkommen. Wir müssen schauen, dass wir Bewegung in diese Starrheit bekommen.

STANDARD: Welche Rolle spielt in der Bildungsdebatte die Landtagswahl in Vorarlberg?

Walser: Für die ÖVP spielt sie eine wichtige Rolle. Unser Position ist klar: In Sache Bildungsreform ist auf die Grünen Verlass. Die ÖVP hingegen rudert. Landeshauptmann Markus Wallner steht enorm unter Druck, weil die Blockadehaltung von der Bevölkerung nicht mehr verstanden wird.

STANDARD: Welche Auswirkung haben die Neos in diesem Zusammenhang?

Walser: Sicher knabbern die Neos ganz ordentlich an der Volkspartei.

STANDARD: Und an den Grünen?

Walser: Österreichweit haben wir bei der letzten Nationalratswahl das beste Ergebnis in unserer Geschichte erreicht. In Vorarlberg hatten wir trotz Neos 17 Prozent. Sie nagen nicht an uns, aber fischen dort, wo wir auch gewinnen könnten. Etliche ÖVPler, die abwandern, haben die Alternative Neos oder Grüne. An die Substanz geht es aber nicht bei uns, sondern bei der ÖVP.

STANDARD: Ist man vom Stil der Neos überrascht worden?

Walser: Die Neos verleihen ein bisschen Flügel und machen Theater. Uns tun die Neos aber auch ganz gut, weil wir sehen, dass es auch andere Kommunikationskanäle gibt. Aber lassen wir die Kirche im Dorf, die Neos sind jetzt bei fünf Prozent. Wir waren auch 30 Jahre lang Umfrageweltmeister.

STANDARD: Wie würden Sie die Position der Neos in der Bildungspolitik bewerten?

Walser: Bildungspolitisch haben die Neos die Rolle des BZÖ übernommen, auch dieses war bildungspolitisch ein interessanter Partner. Die Neos sind im Bildungsbereich neoliberal. Bildung ist aber nichts, das wir dem Markt unterordnen können. Insgesamt sind sie aber deutlich fortschrittlicher als die ÖVP.

STANDARD: Vor fünf Jahren waren die ÖVP-Landeshauptleute auf der Linie der Bundespartei. Nun weichen einige von dieser Linie ab. Welche Rolle spielt, dass die Landeshauptleute ihre Macht in der Schulpolitik sichern wollen?

Walser: Es ist kein Zufall, dass wir dort, wo wir starke Grüne haben, auch Bewegung haben. Es ist möglich, dass die ÖVP in den Ländern nur ihre Macht und ihren Einfluss sichern will. Eine Verländerung der Bildungspolitik aber wäre fatal. Bei den Modellregionen sehe ich diese Gefahr aber nicht. Modell bedeutet, dass etwas getestet und dann entweder ins Regelschulwesen übernommen oder verworfen wird. Generell gehe ich davon aus, dass das Bildungssystem in Bundeshand bleibt, aber mit klareren Strukturen, als wir sie jetzt haben. Für die konkrete Umsetzung braucht man aber stärker als bisher den lokalen Bereich.

STANDARD: Das bedeutet also auch mehr Freiheiten in der Schule?

Walser: Schulautonomie ist sicher ein wesentlicher Punkt. Wir haben diese seit fünf Jahren in unserem Programm drinnen. Pädagogisch wichtige Entscheidungen sollen am Schulstandort getroffen werden. Dort wissen die Leute, was Sache ist. Es nutzt uns jedoch nichts, wenn wir die besten pädagogischen Konzepte haben, Lehrer und Eltern aber nicht davon überzeugt sind. Nur wenn man überzeugt ist von dem, was man tut, wird man es auch gut machen können.

STANDARD: Aber die Entscheidung über eine Modellregion wollen Sie nicht schulautonom treffen lassen?

Walser: Nein, ich kann die Entscheidung, ob wir eine gemeinsame Schule haben oder nicht, nicht in der Hand der Schulpartner lassen. Das ist keine Entscheidung, die am Schulstandort getroffen werden soll. Die äußere Struktur, die Ziele und eventuell die Kontrolle gibt der Bund vor - alles andere soll an den Schulen selbst entschieden werden.

STANDARD: Sie wollen im Parlament einen Antrag einbringen zur Schaffung von Modellregionen. Sie sagen, es gibt Bewegung in der ÖVP; wie sehen Sie die Rolle der SPÖ, die ähnliche Ziele hat wie die Grünen?

Walser: Angeblich soll das so sein. Ich sehe die Genossinnen und Genossen leider immer nur auf Tauchstation. Wenn es ans Eingemachte geht, höre ich von sozialdemokratischer Seite kein Wort. Ich bezweifle, dass es ernst gemeint ist. Bei diesem Antrag haben in Vorarlberg SPÖ- und ÖVP-Abgeordnete gesagt: Dieser Antrag ist gerechtfertigt und wir unterstützen ihn. Als ich ihn im Parlament einbringen wollte, bekamen alle kalte Füße und wollten nicht auf dem Antrag stehen.

STANDARD: Ist das der Einfluss des Klubzwangs?

Walser: Ja, aber das ist indiskutabel. Ich würde mir das nie bieten lassen, dass man sich in einer derart zentralen Frage gegen die eigene Einsicht wendet.

STANDARD: Sehen Sie in manchen Bundesländern in der ÖVP einen verlässlicheren Partner?

Walser: Es gibt aus der ÖVP mutigere Bekenntnisse zu einer Bildungsreform als aus der SPÖ. In der SPÖ zieht man sich immer wieder zurück auf Parteiprogramme, aber es folgt kein einziger konkreter Schritt. In keinem SPÖ-Bundesland gibt es Bewegung.

STANDARD: Sie sind seit fünf Jahren Bildungssprecher. Was hat sich seit Ihrer ersten Legislaturperiode verändert?

Walser: Damals war es noch so, dass die ÖVP geglaubt hat, mit dem Begriff der "gemeinsamen Schule" begegnete ihr der Leibhaftige. In der ÖVP tun heute nur noch bildungspolitische Fossile so, als ob dies ein Werk des Teufels ist. Die Umsetzung bleibt schwierig, aber wir bleiben dran. 

Harald Walser (60) ist seit 2008 Bildungssprecher der Grünen. Davor war er Direktor des Gymnasiums in Feldkirch.

DER STANDARD präsentiert in den nächsten Wochen jeweils am Montag die Positionen der Bildungssprecher-/innen der sechs Parlamentsparteien.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
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