Dienstag, 11. März 2014

2014.03.11: Bildung

Mittagsjournal, 11.3.2014

 

BIFIE: PISA und Bildungsstandards ausgesetzt

Regina Pöll

Das BIFIE-Datenleck hat eine erste konkrete Konsequenz: Der immer heiß umstrittene und intensiv verfolgte PISA-Test muss nächstes Jahr ausfallen, sagt Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ). Betroffen sind außerdem die Bildungsstandard-Tests und die sogenannte TIMMS-Testung. Die Zentralmatura findet heuer aber statt.

2015 keine PISA-Studie in Österreich

PISA 2015, der große internationale Vergleich unter den 15-Jährigen, muss nächstes Jahr entfallen. Denn die entsprechenden Vortests können heuer im Frühjahr nicht stattfinden, sagt Unterichtsministerin Heinisch-Hosek von der SPÖ - die Daten am verantworlichen Bundesinstitut für Bildungsforschung, dem BIFIE, seien nicht sicher genug. Und die Vortests sind Voraussetzung für PISA im nächsten Jahr. "Es wird keine Feldtestungen geben. Das heißt aber auch in der Konsequenz, nächstes Jahr wird es keine internationalen Tests in Österreich geben können."

Pisa nächstes Jahr entfällt also, die Prüfung in Deutsch, Mathematik und den Naturwissenschaften können nicht stattfinden. Negative Auswirkungen auf die Schulpolitik erwartet Heinisch-Hosek dennoch nicht: "In erster Linie bedeutet diese Testpause, dass wir uns im nächsten Jahr auf die bisherigen Ergebnisse aller Bildungsstandards konzentrieren werden. Ich glaube, dass wir hier genug aufzuarbeiten haben und ein Jahr Zwangspause auch vertragen werden können." Bei PISA hat Österreich bisher immer eher mäßig abgeschnitten, die Skandinavier sind meist vorne gelegen.

Zentralmatura findet statt

Außer PISA wird nächstes Jahr die sogenannte TIMMS-Testung für Mathematik und Naturwissenschaften ausfallen, sagt Heinisch-Hosek. Auch dafür hätte es heuer die nötigen Vortests geben müssen. Die Bildungsstandards im Frühjahr werden ebenfalls entfallen, nämlich Deutsch in der vierten und achten Schulstufe, weil hier ebenso die Datensicherheit fehlt.

Nicht ausfallen wird dagegen die Zentralmatura, die im Mai an 400 Schulen in Englisch getestet wird. Sind die Daten am verantwortlichen BIFIE nicht sicher, dann wird das Unterrichtsministerium selbst die zentral gestellten Aufgaben formulieren, sagt Heinisch-Hosek. Heute Abend wird sie mit Eltern-, Lehrer - und Schülervertretern in einer Krisensitzung darüber beraten.

APA0321 II, XI 11.03.2014 13:06:02

 

Schülerdaten: Keine Teilnahme 2 - "Muss Vertrauen zurückgewinnen"

Utl.: Heinisch-Hosek: In Pause alle Tests und Bifie auf den Prüfstand stellen

Schule/Datenschutz/Österreich

"Ich muss das Vertrauen der SchülerInnen und LehrerInnen zurückgewinnen", begründete Gabriele Heinisch-Hosek den kompletten Teststopp. "Ich kann keine Testungen durchführen lassen, solange keine Datensicherheit beim Bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Anm.) gewährleistet ist." In dieser Testpause will sie auch überprüfen, an welchen Studien man überhaupt künftig teilnehme.

Auch eine Durchführung der Erhebungen ohne vorläufige Einspeisung der Ergebnisse bis zur Klärung der Datensicherheit kommt für die Ministerin nicht in Frage. "Ich bin der Meinung, dass Konsequenz angesagt ist." Ein Teststopp beinhalte auch, dass am Bifie-Server liegende Daten bis zum Ende der Überprüfung nicht ausgegeben würden. "Das bezieht sich auf alle Bereiche. Da bin ich den Schulpartnern im Wort." Und: "Ich kann nicht mit Daten hantieren, wenn ich nicht sicher sein kann, dass diese Daten irgendwo sicher gelagert werden können."

"Wir haben genug aufzuarbeiten und können ein Jahr Zwangspause vertragen", meinte Heinisch-Hosek. In dieser Zeit will sie auch gemeinsam mit Experten alle internationalen Schülertests auf den Prüfstand stellen. "Wenn wir im eigenen Land Mathematik in der vierten Klasse Volksschule mit den Bildungsstandards überprüfen, dann ist die Frage, ob wir an TIMSS teilnehmen, wo die gleiche Altersgruppe getestet wird." Bei PISA sehe es wieder anders aus, da dort 15-Jährige auf dem Prüfstand stehen. Diese Fragen wolle sie aber nicht allein entscheiden. In der Testpause will Heinisch-Hosek auch das Bifie überprüfen und in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat und anderen Experten eine "Redimenisonierung" überlegen.

Noch nicht klar ist für Heinisch-Hosek, ob die für heuer abgesagten Standard-Testungen in Deutsch bzw. die Pilot-Testung für Mathematik für die achte Schulstufe im nächsten Jahr nachgeholt werden. Für 2015 war ursprünglich eine Testpause anvisiert worden.

Die Erhebung der Datensicherheit beim Bifie wird in den nächsten Tagen ausgeschrieben und werde "sicher einige Monate dauern", so die Ministerin. Anders sieht es bei der Durchführung der heurigen Schulversuche zur Zentralmatura aus. Hier laufe eine eigene Erhebung durch TÜV Austria, die bis Ende März beendet sein wird. Sollte diese negativ ausgehen, würden den Schulen vom Ministerium Beispiele zur Verfügung gestellt, die vom Bifie bereits erarbeitet wurden, aber nicht auf dessen Server liegen. "Wer angemeldet ist im Schulversuch, kann die neue Matura auf jeden Fall heuer durchführen."

(schluss) aku;cm;bei

 

OTS0164 II, CI 11.03.2014 12:59:44

 

FPÖ-Walter Rosenkranz: PISA-Stopp in Österreich richtig

Utl.: Wahres Motiv Heinisch-Hoseks der Sparzwang

FPÖ/Rosenkranz/Bildung/Pisa

FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Dr. Walter Rosenkranz begrüßt die Entscheidung von Bildungsministerin Heinisch-Hosek, an den TIMSS- und PISA-Studien 2015 nicht teilzunehmen: "Die FPÖ hat diesen Schritt bereits seit langem gefordert! Was an sich richtig ist, geschieht bei Ministerin Heinisch-Hosek aber leider aus den falschen Motiven!"

Bereits seit längerem bekannt sei nämlich, dass für das kommende Budget im Bildungsministerium am meisten gespart werden müsse. Rosenkranz: "So wird die BIFIE-Datenleck-Affäre zur Ausrede für die Ministerin, die TIMSS- und PISA-Studien in Österreich auszusetzen. Tatsächlich sind aber leere Kassen der Grund."

Die FPÖ fordere statt PISA und Konsorten, die wirklich enorme Summen verschlingen und bisher in Österreich ohne Folgen geblieben seien, aussagekräftigere Längsschnittstudien.

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Büro Kurt Schober
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