Dienstag, 18. März 2014

2014.03.18: Bildung

 

APA0390 II, XI 18.03.2014 14:26:33

 

Nationalrat: Test-Desaster 2 - Heinisch-Hosek gegen Kleinreden

Utl.: Von "riesengroßem Datenproblem"

Nationalrat/Schule/Österreich

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Eher schwammig antwortete Heinisch-Hosek auf Fragen, in welcher Form sie in Kontakt mit der OECD in Zusammenhang mit PISA sei. Jedenfalls gab es ihren Angaben zufolge Gespräche mit den zuständigen Stellen. Zur Aufklärung des "Kriminalfalls" rund um die offen gelegten Schülerdaten konnte Heinisch-Hosek mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben.

(fortsetzung) bei;mk

APA0231 II, XI 18.03.2014 12:10:29

 

Nationalrat: Test-Desaster wird "dringlich" behandelt

Utl.: Auf Wunsch der Grünen

Nationalrat/Schule/Österreich

Die Absage der Schülertests in Folge eines vermeintlichen Datenlecks wird Thema im Nationalrat. Die Grünen haben eine "Dringliche Anfrage" an Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) eingebracht, in deren Rahmen sie Aufklärung über die Datenaffäre begehren und wissen wollen, wieso Österreich nun etwa den PISA-Test schwänzt.

In der Begründung der "Dringlichen" verzichten Bildungssprecher Harald Walser und Kollegen im Wesentlichen auf Polemik, weisen aber ausführlich auf Experten-Meinungen hin, wonach es keinen Anlass gebe, die Teilnahme an PISA und TIMSS zu stoppen bzw. die Bildungsstandards auszusetzen.

Erwähnt wird von den Grünen, dass für die Testungen auch bereits viel Zeit und Geld im Rahmen der Vorbereitung investiert wurde. Nun "überfallsartig" die Tests zu kippen, bringe deutlich mehr Erklärungsbedarf, als von Seiten des Ministeriums bisher geliefert worden sei.

Gelegenheit, die Grünen zufrieden zu stellen, hat die Ministerin ausführlich. Gleich 55 Fragen hat Heinisch-Hosek zu beantworten. Berichten soll sie unter anderem darüber, wann sie vom Datenproblem bei den Ergebnissen der "informellen Kompetenzmessung" erfahren habe.

Auch möchte Walser wissen, ob bei der OECD nachgefragt wurde, ob PISA wie bisher mit Papier und Bleistift durchgeführt werden kann und wieso Heinisch-Hosek das Angebot der Uni Salzburg, die Vortestungen vorzunehmen, abgelehnt habe.

Mögliche andere Hintergründe für den Teststopp werden ebenfalls abgefragt, etwa ob die zu tätigenden Sparmaßnahmen des Ressorts damit im Zusammenhang stünden. Ferner begehren die Grünen Auskunft, ob die Ministerin überhaupt mit der OECD in Kontakt war, um etwa eine Verschiebung der PISA-Vortestungen zu besprechen.

Behandelt wird die "Dringliche" ab 13 Uhr.

(schluss) bei;mk

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen