Dienstag, 18. März 2014

2014.03.18: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 18. März 2014

 

 

Gymnasien lassen NMS-Schüler abblitzen

Offenbar weigern sich Gymnasien in Wien, Kinder aus der Neuen Mittelschule aufzunehmen. AHS und Stadtschulrat sehen "Einzelfälle".

Die Neue Mittelschule (NMS) sollte eigentlich - bei entsprechend guten Noten - einen problemlosen Übertritt in andere Schultypen garantieren. Dass dem nicht so ist, zeigt eine Zeitungsrecherche auf. Der "Kurier" berichtet von einem Buben, der nach dem Abschluss einer Neuen Mittelschule (NMS) auf ein Gymnasium wechseln wollte, aber von vier Schulen abgewiesen wurde.

Die Zeitung rief daraufhin anonym bei einigen Wiener Schulen an und bekam irritierende Antworten: "Wir nehmen keine Schüler aus der Neuen Mittelschule. Das ist eine Entscheidung der Direktion", hieß es gleich von der ersten AHS. Andere wiesen auf "die Realität" hin oder verwiesen darauf, dass sie "schlechte Erfahrungen" mit Schülern gemacht hätten, die zuvor in einer NMS waren. Manche Schulen empfahlen ein Oberstufenrealgymnasium (ORG), das wiederum auf Restplätze verwies: NMS-Kinder würden mitunter "übrig bleiben".

Okonitsch: "Unterträglicher Zustand"

Der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) sagte im Ö1-Mittagsjorunal, er habe den Bericht "aufmerksam gelesen" und halte die beschriebene Situation "für einen sehr unerträglichen Zustand". Er habe den Stadtschulrat bereits um eine Stellungnahme ersucht. Der gesetzliche Rahmen sei klar und der Übertritt müsse möglich sein.

Die Rechtslage: NMS-Schüler, die im Zeugnis in den Hauptfächern einen Einser Zweier haben, dürfen auf ein Gymnasium wechseln, bei einem Dreier nur in Ausnahmefällen. Direktoren können jedoch zusätzliche Kriterien festlegen. Im Stadtschulrat sieht man die Durchlässigkeit gegeben: Der Wechseln in ein Oberstufenrealgymnasien sei zumeist problemlos möglich. In ein achtjähriges Gymnasium könne man schwerer wechseln, weil es kaum Aufnahmekapazitäten gebe.

AHS-Direktoren: "Nur Einzelfälle"

Die Sprecher der AHS-Direktoren von Wien bzw. Österreich betonen, dies könnten nur "Einzelfälle" sein. NMS-Absolventen seien beim Zugang zu den AHS-Oberstufen auf jeden Fall gleichberechtigt, betont AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner (ÖVP). Für ihn persönlich sei es "auf keinen Fall denkbar", einen Bewerber nur wegen der Schulform abzuweisen. "Das ist sicherlich kein generelles und kein abgesprochenes Vorgehen", so Zillner, der selbst ein Oberstufenrealgymnasium leitet. "Alles andere wäre illegal und nicht zu rechtfertigen."

Auch laut Ursula Madl, Sprecherin der AHS-Direktoren Wiens, kann es sich "auf gar keinen Fall" um akkordiertes Vorgehen, sondern maximal "Einzelfälle" handeln, immerhin gebe es für den Übertritt in die Oberstufe ganz klare Kriterien. Es gebe an den achtjährigen Gymnasien allerdings immer viele Abweisungen bei den Bewerbungen für die Oberstufe, da diese "heillos überfüllt" seien.

"Die AHS-Langform kann nur Kinder aufnehmen, wenn Plätze frei bleiben, weil Schüler an eine berufsbildende höhere Schule wechseln", so Madl. Dass dabei Schüler mit NMS-Abschluss benachteiligt werden, kann sie sich nicht vorstellen. Nicht die Schulart zähle, sondern der Leistungsstand. "Alles andere wäre unprofessionell." Nachsatz: Es sei vorstellbar, dass Eltern wegen der verwirrenden Notengebung an den NMS fälschlicherweise annehmen, dass ihr Kind ein Spitzenzeugnis habe.

Neue Mittelschule

Die NMS soll bis 2016 flächendeckend die Hauptschule ersetzen. Die Idee: Kinder mit und ohne AHS-Reife werden gemeinsam unterrichtet. In der 3. und 4. Klasse wird in Deutsch, Mathematik und Englisch unterschieden, ob ein Schüler nur das "grundlegende" oder "vertiefte" Niveau erreicht. Das wird im Zeugnis ausgewiesen, nur Schüler mit "vertiefter" Benotung in den Hauptfächern sind zum Übertritt in eine AHS oder berufsbildende höhere Schule (BHS) berechtigt.

 

 

Die Presse – 18. März 2014

 

 

BIFIE informiert über Leck: "Unzulässige Zugriffe"

Das BIFIE veröffentlicht die verpflichtende "Data Breach Notification". Es sei zu nicht identifizierbaren Zugriffen auf eine Datenbank gekommen.

Nach dem Datenleck informiert das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) nun auf seiner Homepage über die Panne. Wie der Standard berichtet, sind öffentliche Stellen (ebenso wie private Unternehmen) durch das Datenschutzgesetz seit 2010 zur Information der Betroffenen verpflichtet.

„Im Laufe der letzten Wochen gab es mehrere bisher nicht identifizierbare unzulässige Zugriffe auf eine Datenbank des Bundesinstituts BIFIE auf einem Entwicklungsserver unserer Partnerfirma“, heißt es nun auf der Homepage. „Die Zugriffsmöglichkeit wurde bereits am 25. Februar 2014 geschlossen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Datenbank in unautorisierten Händen befindet. Eine missbräuchliche Verwendung der Datenbank ist dem Bundesinstitut BIFIE derzeit allerdings nicht bekannt.“

"Sonstige Daten nicht betroffen"

„Diese Datenbank enthält die E-Mail-Adressen aller Lehrer/innen und Schulleiter/innen, mit denen sich diese im Zeitraum von 25. März 2011 bis 30. Dezember 2012 auf der Plattform zur Informellen Kompetenzmessung (IKM) angemeldet haben. Die Datenbank enthält keine sonstigen personenbezogenen Daten von Lehrerinnen und Lehrern oder Schülerinnen und Schülern. Sämtliche Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern sind anonym. (…) Sonstige Daten oder Datenbanken, mit denen das Bundesinstitut BIFIE arbeitet, sind nicht betroffen.“

Kurz hält sich das BIFIE mit der Erklärung, warum diese sogenannte „Data breach notification“ erst rund drei Wochen nach dem ersten Bericht über das Datenleck durch die „Presse“ (und drei Monate nach dem ersten Hinweis auf das Leck) veröffentlicht wird. „Eine frühere Bekanntgabe war aufgrund notwendiger Verifikationen nicht möglich.“   

>>> Zur BIFIE-Hompage

------------------

 

Data Breach Notification (Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 2a DSG)

Datum: Freitag, 14. März 2014

Bezugnehmend auf die Medienberichte der letzten Tage gibt das Bundesinstitut BIFIE Folgendes bekannt:

Im Laufe der letzten Wochen gab es mehrere bisher nicht identifizierbare unzulässige Zugriffe auf eine Datenbank des Bundesinstituts BIFIE auf einem Entwicklungsserver unserer Partnerfirma. Die Zugriffsmöglichkeit wurde bereits am 25. Februar 2014 geschlossen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Datenbank in unautorisierten Händen befindet. Eine missbräuchliche Verwendung der Datenbank ist dem Bundesinstitut BIFIE derzeit allerdings nicht bekannt.

Diese Datenbank enthält die E-Mail-Adressen aller Lehrer/innen und Schulleiter/innen, mit denen sich diese im Zeitraum von 25. März 2011 bis 30. Dezember 2012 auf der Plattform zur Informellen Kompetenzmessung (IKM) angemeldet haben.

Die Datenbank enthält keine sonstigen personenbezogenen Daten von Lehrerinnen und Lehrern oder Schülerinnen und Schülern. Sämtliche Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern sind anonym.

Die Datenbank enthält diagnostische Aufgaben, mit welchen Lehrer/innen die Kompetenzen der Schüler/innen für eine spätere Förderung ermitteln können. Da es sich bei der IKM um ein reines Selbstevaluierungstool handelt, sind die Testergebnisse nicht unter standardisierten Bedingungen entstanden und deren Aussagekraft kann demnach nur von dem/der durchführenden Lehrer/in beurteilt werden.

Sonstige Daten oder Datenbanken, mit denen das Bundesinstitut BIFIE arbeitet, sind nicht betroffen.

Eine frühere Bekanntgabe war aufgrund notwendiger Verifikationen nicht möglich.

Das BIFIE entschuldigt sich für die Vorfälle, bedauert den damit einhergehenden Vertrauensverlust und wird zukünftig zusätzliche Maßnahmen treffen, um eine Wiederholung eines solchen oder ähnlichen Vorfalls auszuschließen.

Bitte richten Sie Rückfragen in diesem Zusammenhang an dbn@bifie.at.

Salzburg, am 14. März 2014

Dir. MMag. Christian Wiesner     Dir. Mag. Martin Netzer, MBA

 

 

Österreich – 18. März 2014

 

 

PISA: Dringliche Anfrage der Grünen

Trotz Hypo-Sondersitzung soll Heinisch-Hosek dringliche Anfrage gestellt werden.

Die Grünen nehmen die Hypo-Sondersitzung des Nationalrats am Dienstag zum Anlass, eine Dringliche Anfrage an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zu den aktuellen Vorgängen in der Schulpolitik zu richten. Letztere sei derzeit nämlich zum Fürchten, sagte Vize-Klubchef Werner Kogler am Montag in einer Pressekonferenz.

Der Grüne erinnerte an die Aufregung um das Datenleck beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) und die darauf folgende Entscheidung, die diesjährigen Schülertests zu stoppen. Für Kogler ist dies völlig unverständlich, er sprach von einer internationalen Blamage. Es stehe der Verdacht im Raum, dass damit das Prestigeprojekt Neue Mittelschule vor einer Evaluierung geschützt werden solle.

Beim eigentlichen Thema der Sitzung, der Hypo-Rettung, ließ Kogler erneut kein gutes Haar an den "Schwindlern in dieser Bundesregierung". Der Schaden für den Steuerzahler sei maximiert worden, die Banken würden geschont und unredliche Investoren laufen gelassen, kritisierte er. Vor allem die SPÖ habe hier Erklärungsbedarf, warum man nicht zumindest eine geordnete Teilinsolvenz wage.

Ein Untersuchungsausschuss sei unvermeidlich, betonte Kogler einmal mehr. Die Grünen überlegen, hier als Druckmittel Zweidrittelmaterien im Nationalrat zu blockieren. Positives wie die Beschränkung von Luxuspensionen wolle man allerdings nicht verhindern, schränkte er gleich ein. Als ersten Schritt zur Aufklärung führte Kogler den Rechnungshofausschuss am Donnerstag an, zu dem unter anderem der abgetretene Chef der Hypo-Task-Force, Klaus Liebscher, geladen wurde.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kündigte in einer Aussendung für Dienstag einen neuerlichen Oppositionsantrag zur U-Ausschuss-Einsetzung an. Ein Ausschuss entspreche auch dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung, die diesbezügliche Online-Petition hätten mittlerweile beinahe 37.000 Personen unterzeichnet.

Strache kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Anstaltslösung. Damit würden die Gläubiger geschützt, die österreichischen Bürger aber voll belastet. Die Regierung mache den Spekulanten und Investoren Milliardengeschenke, den Steuerzahlern hingegen offeriere sie Milliardenrechnungen.

Team-Stronach-Klubobfrau Kathrin Nachbaur appelliert an die Klubobmänner Andreas Schieder (SPÖ) und Reinhold Lopatka (ÖVP), die Abstimmung über den gemeinsamen Oppositionsantrag freizugeben. Erneut bot sie ihre Partei für den Ausschussvorsitz an.

 

Der Standard – 18. März 2014

 

 

Bifie informiert über Datenpanne

Lisa Nimmervoll

Veröffentlicht "Data Breach Notification" gemäß Datenschutzgesetz auf der Homepage

Wien - Wenn in Österreich öffentliche Stellen oder private Unternehmen von Verletzungen der Datensicherheit im eigenen Bereich erfahren, verpflichtet sie das Datenschutzgesetz seit 2010 zur Information der Betroffenen.

"Nicht identifizierbare unzulässige Zugriffe"

Das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) kam am Freitag dieser "Data Breach Notification Duty" nach und veröffentlichte eine sogenannte Data Breach Notification auf seiner Homepage: "Im Laufe der letzten Wochen gab es mehrere bisher nicht identifizierbare unzulässige Zugriffe auf eine Datenbank des Bundesinstituts Bifie auf einem Entwicklungsserver unserer Partnerfirma."

Die "Zugriffsmöglichkeit" sei am 25. Februar geschlossen worden, aber: "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Datenbank in unautorisierten Händen befindet", schreiben die Bifie-Direktoren Christian Wiesner und Martin Netzer. Eine "missbräuchliche Verwendung der Datenbank" sei dem Bifie "derzeit allerdings nicht bekannt".

Nur E-Mail-Adressen von Lehrern und Schulleitern

Die Datenbank enthalte die E-Mail-Adressen aller Lehrer und Schulleiter, die sich damit zwischen 25. März 2011 und 30. Dezember 2012 auf der Plattform zur Informellen Kompetenzmessung (IKM) angemeldet haben, sowie diagnostische Aufgaben für das als freiwilliges Selbstevaluierungstool gedachte Instrument.

Alle Schülerdaten anonym

Das Wichtigste: Die Datenbank enthält "keine sonstigen personenbezogenen Daten" von Lehrern oder Schülern. Sämtliche Testergebnisse der Schüler "sind anonym". Das Bifie entschuldige sich für die "Vorfälle", bedauere dem Vertrauensverlust und werde Maßnahmen treffen, um eine Wiederholung auszuschließen.

 

 

Kurier – 18. März 2014

 

 

Hürden bei Schulwechsel: Ministerin greift ein.

Landesschulräte müssen zum Rapport: Die Probleme beim Wechsel von NMS-Schülern in eine AHS sollen durchleuchtet werden.

 

 

 

Für viel Wirbel sorgte der KURIER-Bericht vom Sonntag, wonach Schüler der Neuen Mittelschule beim Wechsel in eine AHS-Oberstufe trotz guter Noten diskriminiert werden. "Wir nehmen keine Schüler aus der NMS", lautete der Tenor beim Rundruf an Wiener Schulen, da diese ein schlechteres Niveau als AHS-Schüler hätten. Und das, obwohl die Bildungspolitik versichert hat, dass Absolventen der NMS bei entsprechenden Noten ohne Probleme in die AHS-Oberstufe wechseln können.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek will nun gegensteuern. Sie will die das Problem bei einem Treffen mit den neun Landesschulräten thematisieren, denn noch sei nicht einmal klar, wie viele Schüler davon bereits betroffen waren. Sie werde darauf drängen, dass die "Durchlässigkeit", also der Wechsel innerhalb des Schulsystems besser von den Landesschulräten kontrolliert werde. Derzeit, hieß es aus ihrem Büro, könne man nicht sagen, ob auch gesetzliche Änderungen notwendig sein werden. Aber: Bei der Durchmischung der Schülerschaft sei man "noch nicht am Ende unsere Weges".

Unerträglicher Zustand

Der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch hält die vom KURIER berichteten Fälle für einen "unerträglichen Zustand", er hat den Wiener Stadtschulrat umgehend um eine Stellungnahme ersucht. In einer ersten Reaktion hieß es dort gegenüber dem ORF-Radio, dass es nur vereinzelt wegen Platzmangels Probleme gegeben habe, generell sei man aber nicht beunruhigt.Die NMS-Lehrerin Alexandra P. bestätigte allerdings dem KURIER die Missstände: "Heuer wurde sogar mein Klassenbester an einer BAKIP (Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik) abgelehnt, mit dem Hinweis, ein Kind aus ‚einer dieser Alternativ-Schulen‘ nehmen wir nicht."

Die Grünen nehmen die heutige Hypo-Sondersitzung zum Anlass, eine Dringliche Anfrage an Ministerin Heinisch-Hosek zur Schulpolitik zu richten. Die Grünen befürchten zudem, dass durch Aussetzen aller Bildungstests das "Prestigeprojekt Neue Mittelschule" vor einer Evaluierung geschützt werden solle (mehr dazu hier).

 

 

Kurier – 18. März 2014

 

 

Heinisch-Hosek muss sich Dringlicher stellen.

Nicht nur die Hypo soll im Nationalrat Thema werden. Stopp der Schülertests sei völlig unverständlich, sagen die Grünen.

 

 

 

Die Grünen nehmen die Hypo-Sondersitzung des Nationalrats am Dienstag zum Anlass, eine Dringliche Anfrage an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zu den aktuellen Vorgängen in der Schulpolitik zu richten. Letztere sei derzeit nämlich zum Fürchten, sagte Vize-Klubchef Werner Kogler am Montag in einer Pressekonferenz.

Der Grüne erinnerte an die Aufregung um das Datenleck beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) und die darauf folgende Entscheidung, die diesjährigen Schülertests zu stoppen. Für Kogler ist dies völlig unverständlich, er sprach von einer internationalen Blamage. Es stehe der Verdacht im Raum, dass damit das Prestigeprojekt Neue Mittelschule vor einer Evaluierung geschützt werden solle.

"Schwindler in Regierung"

Beim eigentlichen Thema der Sitzung, der Hypo-Rettung, ließ Kogler erneut kein gutes Haar an den "Schwindlern in dieser Bundesregierung". Der Schaden für den Steuerzahler sei maximiert worden, die Banken würden geschont und unredliche Investoren laufen gelassen, kritisierte er. Vor allem die SPÖ habe hier Erklärungsbedarf, warum man nicht zumindest eine geordnete Teilinsolvenz wage.

Ein Untersuchungsausschuss sei unvermeidlich, betonte Kogler einmal mehr. Die Grünen überlegen, hier als Druckmittel Zweidrittelmaterien im Nationalrat zu blockieren. Positives wie die Beschränkung von Luxuspensionen wolle man allerdings nicht verhindern, schränkte er gleich ein. Als ersten Schritt zur Aufklärung führte Kogler den Rechnungshofausschuss am Donnerstag an, zu dem unter anderem der abgetretene Chef der Hypo-Task-Force, Klaus Liebscher, geladen wurde.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kündigte in einer Aussendung für Dienstag einen neuerlichen Oppositionsantrag zur U-Ausschuss-Einsetzung an. Ein Ausschuss entspreche auch dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung, die diesbezügliche Online-Petition hätten mittlerweile beinahe 37.000 Personen unterzeichnet.

Strache kritisiert Anstaltslösung

Strache kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Anstaltslösung. Damit würden die Gläubiger geschützt, die österreichischen Bürger aber voll belastet. Die Regierung mache den Spekulanten und Investoren Milliardengeschenke, den Steuerzahlern hingegen offeriere sie Milliardenrechnungen.

Team-Stronach-Klubobfrau Kathrin Nachbaur appelliert an die Klubobmänner Andreas Schieder (SPÖ) und Reinhold Lopatka (ÖVP), die Abstimmung über den gemeinsamen Oppositionsantrag freizugeben. Erneut bot sie ihre Partei für den Ausschussvorsitz an.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen