Mittwoch, 19. März 2014

2014.03.19: Bildung

APA0239 II, XI 19.03.2014 11:54:35

 

Schülerdaten: Forscher sehen keine Notwendigkeit für Teststopp

Utl.: Bundesschulgemeinschaftsausschuss: Hinweis auf Datensicherheit "fadenscheiniges Argument"

Schule/Datenschutz/Österreich

Die Österreichische Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) spricht sich gegen den von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verhängten vorläufigen Stopp aller vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) durchgeführten Schulleistungserhebungen aus. Die Forscher fürchten einen "erheblichen Schaden" für die Qualitätsentwicklung an den Schulen.

Heinisch-Hosek hatte die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt, da beim Bifie, das die Erhebungen durchführt, die Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Darunter fallen etwa die Bildungsstandard-Erhebungen sowie die Feldtests für die PISA-Studie und die Naturwissenschafts- und Mathe-Studie TIMSS. Auf einem rumänischen Testserver einer Bifie-Partnerfirma waren im Vormonat ungeschützte Ergebnisse von informellen Schülertests aus den Jahren 2011 und 2012 aufgetaucht.

Die ÖFEB unterstütze zwar die Bemühungen um größtmöglichen Datenschutz, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung:"Wir sehen allerdings in der gegenwärtigen Situation keine Notwendigkeit, aus diesem Grund die Durchführung nationaler und internationaler Schulleistungserhebungen generell zu stoppen, insbesondere dann, wenn missbräuchlich verwendbare personenbezogene Daten gar nicht erhoben bzw. gespeichert werden." An Heinisch-Hosek appellierten die Forscher, "den Weg einer daten- und evidenzbasierten Weiterentwicklung des Schulsystems nicht zu verlassen, auch weiterhin nationale und internationale Schulleistungsvergleiche durchzuführen und ihre Ergebnisse für die Forschung und die Schulentwicklung vor Ort bereitzustellen". Mit öffentlichen Mitteln erhobene Bildungsdaten müssten "der scientific community für weitergehende wissenschaftliche Analysen uneingeschränkt zur Verfügung stehen".

Ähnlich argumentiert der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (Bundes-SGA), der den Hinweis Heinisch-Hoseks auf die Datensicherheit als "fadenscheiniges Argument" bewertet: "Standards, PISA, TIMSS, PIRLS etc. werden mit Papier und Bleistift durchgeführt", so Vorsitzende und Bundesschulsprecherin Angi Groß von der VP-nahen Schülerunion in einer Aussendung. "Wie das durch digitalen Datendiebstahl oder einen Hackerangriff gefährdet werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis." "Zur Auswertung werden die Daten digitalisiert. Damit kann das BIFIE problemlos warten, bis die Datensicherheit gewährleistet ist. Und das kann doch wohl nicht Monate dauern, wenn Experten beauftragt werden", so Elternvertreter Theodor Saverschel, der im IT-Projektmanagement tätig ist. Saverschel wurde am Wochenende für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) gewählt.

Im Bundes-SGA haben sich Vertreter des BEV, der AHS- und BMHS-Lehrergewerkschaft sowie der Bundesschülervertretung zusammengeschlossen. Das Gremium ist allerdings nicht gesetzlich verankert.

(schluss) aku;jle;ks

OTS0034 II 19.03.2014 09:22:54

 

Nationalrat - Gessl-Ranftl: "Wir müssen das Vertrauen in die Datensicherheit wiederherstellen!"

Utl.: "8,1 Mrd. Euro haben unserem Bildungssystem einen enormen Schub gebracht"

SPÖ/Nationalrat/Gessl-Ranftl/Bildung/PISA/Dringliche Anfrage

"Ich bedauere es sehr, dass es zum Stopp der PISA-Studie gekommen ist. Aber ich bin überzeugt, dass es die Aufgabe und Pflicht unserer Bildungsministerin ist, für eine rasche Aufklärung im Sinne unserer PädagogInnen und SchülerInnen zu sorgen", denn "das oberste Ziel muss es sein, das Vertrauen in die Datensichehreit wiederherzustellen und einen lückenlosen Datenschutz zu gewährleisten", betonte die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Andrea Gessl-Ranftl in der gestrigen Nationalratssitzung anlässlich der Dringlichen Anfrage an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zum diesjährigen Aussetzen der PISA-Studie. ****

Lobend strich Gessl-Ranftl die bildungspolitischen Maßnahmen hervor, die die sozialdemokratische geführte Bundesregierung, teils schon unter Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, bereits gesetzt habe: "Unser Schulsystem hat in den letzten Jahren einen enormen Schub erhalten. 2013 beliefen sich die Gesamtausgaben für Großprojekte im Bereich der Bildung auf 8,1 Mrd. Euro: die PädagogInnenweiterbildung, die schulische Tagesbetreuung, das verpflichtende Kindergartenjahr sowie das neue Lehrerdienstrecht sind nur ein Teil der gesetzten Maßnahmen, die in den letzten Jahren erfolgreich im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler erbracht worden sind", so die Abgeordnete. (Schluss) dm

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
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OTS0002 II 19.03.2014 07:58:35

 

Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss kritisiert Testungsstopp

Utl.: Hinweis auf Datensicherheit fadenscheiniges Argument

Schule/Datenschutz/Bildung/Gewerkschaften

Standards, PISA, TIMSS, PIRLS etc. werden mit Papier und Bleistift durchgeführt", stellt Angi Groß, Vorsitzende des B-SGA, fest. "Wie das durch digitalen Datendiebstahl oder einen Hackerangriff gefährdet werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis."

"Zur Auswertung werden die Daten digitalisiert. Damit kann das BIFIE problemlos warten, bis die Datensicherheit gewährleistet ist. Und das kann doch wohl nicht Monate dauern, wenn Experten beauftragt werden", ergänzt Theodor Saverschel, selbst hauptberuflich im IT-Projektmanagement und Datenschutz tätig.

11 der 28 EU-Staaten haben an PIRLS 2006, TIMSS 2007 und PISA 2012 teilgenommen. Schüler wurden im Alter von zehn Jahren (PIRLS; TIMSS) und fünf Jahre später bei PISA in denselben Kompetenzbereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) getestet. Während der Sekundarstufe I kommt es zu markanten Verschiebungen zwischen diesen 11 EU-Staaten.

"In der vierten Schulstufe haben wir in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft die Plätze 8, 8 und 6 erreicht, fünf Jahre später die Plätze 3, 4 und 4. Das differenzierte Schulwesen der Unterstufe reduziert also den Leistungsrückstand österreichischer Schüler - nicht gerade ein Argument für die Gesamtschule", so Eckehard Quin.

"Wir können und sollen zweifellos eine breite Diskussion über die Notwendigkeit mancher Studien und Testungen führen. Nach einer solchen sollten wir entscheiden, ob - und wenn ja - welche Studien gestrichen werden", fügt Jürgen Rainer hinzu. "Ein unüberlegter Hüftschuss schadet aber nur der Reputation unseres Schulsystems."

"All diese Testungen werden aus Steuermitteln finanziert. Es ist daher völlig inakzeptabel, dass die Rohdaten der Standardtestungen nicht in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt werden", kritisieren alle Schulpartner gemeinsam. "Bei PISA ist das eine Selbstverständlichkeit."

Aus den Daten ließen sich viele interessante Fragen beantworten wie etwa:

- In welchem Ausmaß gibt es Förderkurse für lernschwache bzw. für besonders begabte Schüler?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von einer Lehrperson unterrichtet, wie viele von zwei gemeinsam (Teamteaching)? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von Lehrern mit entsprechender Fachprüfung unterrichtet, wie viele von Lehrern ohne entsprechende Fachprüfung? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?

"Es drängt sich der Verdacht auf, dass politisch nicht opportune Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen. Diese Daten wurden um Steuergeld erhoben. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass sie transparent gemacht und genutzt werden", so die Schulpartner abschließend.

Rückfragehinweis:
Angi Groß, Bundesschulsprecherin
mailto:angi.gross@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, mailto:office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD
mailto:eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD mailto:juergen.rainer@goed.at


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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