Mittwoch, 19. März 2014

2014.03.19: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 19. März 2014

 

Eltern wollen in BIFIE-Aufsichtsrat

Die Elternvertreter fordern nach Datenleck und PISA-Stopp einen Platz in einem erweiterten Aufsichtsrat des Instituts.

Nach Datenleck und Absage aller Bildungstests wollen die Eltern nun beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) mitreden. „Um die Kommunikation zu verbessern und die Umsetzung der strategischen Ziele zu unterstützen, sollen die Schulpartner in Form eines erweiterten Aufsichtsrats des BIFIE oder erweiterten wissenschaftlichen Beirats eingebunden werden“, fordert Theodor Saverschel, der die Eltern an den mittleren und höheren Schulen vertritt im Gespräch mit der „Presse“.

Er will auch, dass die Vorbereitung für die Tests – zumindest für die Bildungsstandards – „umgehend“ wieder aufgenommen wird. Die Aktivitäten der besten Schulen sollen daraufhin analysiert und als Best-Practice-Beispiele anderen Standorten zur Verfügung gestellt werden.

"Nicht aus Panikreaktion Testungen stoppen"

„Es ist uns vollkommen bewusst, dass Daten, egal in welcher Form, nie hundertprozentig sicher sein können“, heißt es. „Daher ist es auch wichtig, dass Vorkommnisse, wie dem sogenannte „Datenleck“ (...) mit aller Vehemenz nachgegangen und lückenlos geklärt werden. Es macht jedoch keinen Sinn, das Kind mit dem Bade auszuschütten und aus einer Panikreaktion heraus alle Testungen zu stoppen.“

Dem BIFIE sprechen die Eltern übrigens trotz allem ihr „vollstes Vertrauen“ aus. „Wir sind überzeugt, dass unsere Daten dort gut aufgehoben sind“, sagt Saverschel.

 

 

Die Presse – 19. März 2014

 

Ministerin "vergisst" Maturagremium

Seit einem halben Jahr fehlt eine per Gesetz vorgesehene Kommission. Die Lehrer haben das Ministerium schon informiert. Dieses sieht keinen Grund zur Eile.

Julia Neuhauser  

Wien. Eigentlich sollte die Bildungsministerin seit September 2013 von einem Gremium beraten werden. Die 13-köpfige Kommission sollte ihr Empfehlungen zur Durchführung der Matura geben. So sieht es das Gesetz vor. In der Praxis ist davon aber keine Spur.

Die sogenannte Bundes-Reifeprüfungskommission hat nämlich nicht nur noch nie getagt, sie gibt es de facto (noch) gar nicht. Bei einem Rundruf der „Presse“ zeigte sich, dass die vorgesehenen Mitglieder der Kommission noch nicht einmal informiert wurden. „Mit uns hat es diesbezüglich bisher keine Kontaktaufnahme gegeben“, heißt es aus dem Büro der Universitätenkonferenz, die in dem Gremium vertreten sein sollte. Die Reaktion aus dem Wissenschaftsministerium, von den Landesschulräten, Schülern und Eltern ist eine ähnliche.

Eigentlich wäre es die Aufgabe der ehemaligen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) gewesen, die Kommission einzusetzen. Obwohl sie ihr Amt ja noch bis Dezember innehatte, tat sie das aber nicht. „Ministerin Schmied hat die Kommission wissentlich ignoriert“, wirft AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin der ehemaligen Ressortchefin im Gespräch mit der „Presse“ vor.

„Gibt keinen fixen Zeitpunkt“

Ihre Nachfolgerin, Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), hatte seit der Amtsübernahme Zeit, die Reifeprüfungskommission einzuberufen. Doch auch unter ihrer Führung passierte nichts. „Ihr dürfte das nicht bewusst gewesen sein. Sie hat erst vor Kurzem von der Existenz des Gesetzes erfahren“, sagt Quin. Er habe die Ministerin in einem persönlichen Gespräch darauf aufmerksam gemacht.

Aus dem Ministerium heißt es dazu: „Dass die Kommission eingerichtet werden muss, ist selbstverständlich bekannt, es gibt allerdings dafür keinen fix definierten Zeitpunkt. Die Kommission wird gerade konstituiert, die jeweiligen Institutionen werden dieser Tage aufgefordert, ihre Mitglieder zu nominieren.“ Ihre Hauptaufgabe sei die Begleitung der Einführung der neuen Matura – und die komme ja erst kommendes Jahr flächendeckend.

Dabei wäre ein derartiges Gremium in den vergangenen Wochen womöglich nützlich gewesen. Denn mit Bekanntwerden des Datenlecks beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) kam auch die Zentralmatura ins Wanken. Dafür, dass die Ministerin erst Ende März entscheiden will, ob die Reifeprüfung wie geplant durchgeführt wird, oder ob das Ministerium Ersatzaufgaben zur Verfügung stellt, erntete sie Kritik. Unter anderem deshalb, weil in die Entscheidungsfindung keine Experten eingebunden wurden und die Ministerin das Ganze quasi im Alleingang beschloss.

Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) ist sogar der Meinung, dass das Gremium sich auch mit den Vor- und Nachteilen des von Heinisch-Hosek verordneten generellen Stopps der Bildungstests auseinandersetzen könnte. „Hätte es eine derartige Kommission schon gegeben, wäre die Beratung der Ministerin in dieser Situation eine klassische Aufgabe gewesen.“

 

 

KLZ – 19. März 2014

 

Die "verantwortungsvolle" PISA-Absage

Während sowohl der Koalitionspartner als auch die Opposition Zweifel daran haben, ob das Aussetzen der PISA-Studie aus Datenschutzgründen gerechtfertigt ist, verteidigt die SPÖ-Bildungsministerin ihr Vorgehen. Unklar ist, inwiefern sie diesbezüglich in Kontakt mit der OECD sei.

Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Eher schwammig antwortete Heinisch-Hosek auf Fragen, in welcher Form sie in Kontakt mit der OECD in Zusammenhang mit PISA sei. Jedenfalls gab es ihren Angaben zufolge Gespräche mit den zuständigen Stellen. Zur Aufklärung des "Kriminalfalls" rund um die offen gelegten Schülerdaten konnte Heinisch-Hosek mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben.

Breite Kritik am Ausstieg

Kritik musste sich die Ministerin von der gesammelten Opposition, aber auch vom Koalitionspartner ÖVP gefallen lassen. Vermutet wurde, dass ihr das Bifie-Datenleck gelegen komme, um sich negative Evaluierungsergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS) zu ersparen. Mit Heinisch-Hoseks Entscheidung werde die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode von solchen Daten verschont, sagte der Grüne Dieter Brosz. Dass die Absage alternativlos sei und man monatelang keine Lösung finde, ließ er nicht gelten. "Wenn die österreichische Verwaltung auf diesem Stand ist, muss man sich die Hände vors Gesicht halten."

Ähnlich sah man das bei FPÖ, NEOS und Team Stronach. Doch auch die ÖVP zeigte sich über die Absage unglücklich. So plädierte Bildungssprecherin Brigitte Jank dafür, die Durchführung wichtiger Tests sicherzustellen. Ein wenig schärfer formulierte es Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Ich bitte Sie, Frau Minister, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten."

Unterschiedliche Einschätzungen gab es bei der FPÖ. Während sich Wendelin Mölzer im Kampf gegen die "überbordende Wut, Daten zu sammeln" bestärkt fühlte, stimmte Peter Wurm in den Chor der Ausstiegskritiker ein. Robert Lugar (vom Team Stronach) nahm die Debatte zum Anlass, das österreichische Schulsystem unter die schlechtesten der Welt einzureihen. "Unsere Schüler werden mit Lehrern vergewaltigt, die nicht geeignet sind", verwies er auf 5.000 "Problemlehrer". Matthias Strolz (NEOS) attestierte der Ministerin guten Willen, dennoch habe sie falsch gehandelt. Als Beitrag zur Fehlerkultur sollte sie den Testausstieg zurücknehmen.

Einzig die SPÖ-Fraktion sprang ihrer Ministerin bei. Ex-Bildungssprecher Elmar Mayr sprach von der Sensibilität der Daten und der Bedeutung des Vertrauens der Eltern im Bildungsbereich. Daher sei Heinisch-Hosek in ihrer Vorgangsweise recht zu geben.

 

 

Österreich – 19. März 2014

 

 

Nationalrat  

Heinisch-Hosek verteidigt Test-Stopp

Opposition übte scharfe Kritik am Ausstieg.

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Ministerin. Test-Stopp wegen Datensicherheit
Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Kritik der Opposition
Von der Opposition kam Kritik. Vermutet wurde, dass der Ministerin das Bifie-Datenleck gelegen komme, um sich negative Evaluierungsergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS) zu ersparen.

Mit Heinisch-Hoseks Entscheidung werde die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode von solchen Daten verschont, sagte der Grüne Dieter Brosz. Dass die Absage alternativlos sei und man monatelang keine Lösung finde, ließ er nicht gelten. "Wenn die österreichische Verwaltung auf diesem Stand ist, muss man sich die Hände vors Gesicht halten."

Ähnlich sah man das bei FPÖ, NEOS und Team Stronach. Doch auch die ÖVP zeigte sich über die Absage unglücklich. So plädierte Bildungssprecherin Brigitte Jank dafür, die Durchführung wichtiger Tests sicherzustellen. Ein wenig schärfer formulierte es Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Ich bitte Sie, Frau Minister, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten."

 

 

Der Standard – 19. März 2014

 

 

"Dringliche": Heinisch-Hosek verteidigt Vorgehen bei Bifie

Bildungsministerin gegen Kleinreden von "riesengroßem Datenproblem"

Wien - Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Einstimmiger Beschluss für Test-Weiterführung

Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Ministerin gegen Alleingang Oberösterreichs

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Eher schwammig antwortete Heinisch-Hosek auf Fragen, in welcher Form sie in Kontakt mit der OECD in Zusammenhang mit PISA sei. Jedenfalls gab es ihren Angaben zufolge Gespräche mit den zuständigen Stellen. Zur Aufklärung des "Kriminalfalls" rund um die offen gelegten Schülerdaten konnte Heinisch-Hosek mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben.

Kritik von Opposition

Kritik gab es von der gesammelten Opposition. Vermutet wurde, dass ihr das Bifie-Datenleck gelegen komme, um sich negative Evaluierungsergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS) zu ersparen.

Mit Heinisch-Hoseks Entscheidung werde die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode von solchen Daten verschont, sagte der Grüne Dieter Brosz. Dass die Absage alternativlos sei und man monatelang keine Lösung finde, ließ er nicht gelten. "Wenn die österreichische Verwaltung auf diesem Stand ist, muss man sich die Hände vors Gesicht halten."

"Überbordende Wut, Daten zu sammeln"

Ähnlich sah man das bei FPÖ, NEOS und Team Stronach. Doch auch die ÖVP zeigte sich über die Absage unglücklich. So plädierte Bildungssprecherin Brigitte Jank dafür, die Durchführung wichtiger Tests sicherzustellen. Ein wenig schärfer formulierte es Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Ich bitte Sie, Frau Minister, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten."

Unterschiedliche Einschätzungen gab es bei der FPÖ. Während sich Wendelin Mölzer im Kampf gegen die "überbordende Wut, Daten zu sammeln" bestärkt fühlte, stimmte Peter Wurm in den Chor der Ausstiegskritiker ein. Robert Lugar (vom Team Stronach) nahm die Debatte zum Anlass, das österreichische Schulsystem unter die schlechtesten der Welt einzureihen. "Unsere Schüler werden mit Lehrern vergewaltigt, die nicht geeignet sind", verwies er auf 5.000 "Problemlehrer".

Matthias Strolz (NEOS) attestierte der Ministerin guten Willen, dennoch habe sie falsch gehandelt. Als Beitrag zur Fehlerkultur sollte sie den Testausstieg zurücknehmen.

Unterstützung von SPÖ

Einzig die SPÖ-Fraktion sprang ihrer Ministerin bei. Ex-Bildungssprecher Elmar Mayer sprach von der Sensibilität der Daten und der Bedeutung des Vertrauens der Eltern im Bildungsbereich. Daher sei Heinisch-Hosek in ihrer Vorgangsweise recht zu geben.

 

 

Kurier – 19. März 2014

 

Heinisch-Hosek verteidigt Pisa-Stopp.

Die Ministerin verteidigte im Nationalrat ihr Vorgehen. Es sei "rasch und verantwortungsvoll" gewesen.

 

 

 

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Frage der Befugnis

Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Kein schlüssiges Konzept

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Eher schwammig antwortete Heinisch-Hosek auf Fragen, in welcher Form sie in Kontakt mit der OECD in Zusammenhang mit PISA sei. Jedenfalls gab es ihren Angaben zufolge Gespräche mit den zuständigen Stellen. Zur Aufklärung des "Kriminalfalls" rund um die offen gelegten Schülerdaten konnte Heinisch-Hosek mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben.

 

 

Wiener Zeitung – 19. März 2014

 

Nationalrat

Heinisch-Hosek gegen Kleinreden von Test-Desaster

 

 

 

Wien. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist Dienstagnachmittag im Nationalrat angetreten, den von ihr verfügten Stopp diverser Bildungstests zu verteidigen. Die Ressortchefin wandte sich in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage der Grünen dagegen, ein "riesengroßes Datenproblem kleinzureden" und schilderte ihr Vorgehen als "rasch und verantwortungsvoll".

Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser hatte in der Begründung der "Dringlichen" einmal mehr seine Zweifel geäußert, ob das Aussetzen von PISA, TIMMS und Bildungsstandards wirklich aus Datenschutzgründen notwendig ist. Anstatt Probleme zu lindern, habe die Ministerin "Öl ins Feuer gegossen und die Angelegenheit viel zu stark dramatisiert".

Fragen rund um den BIFIE
Dabei brauche es dringend Vergleichsdaten, um abzuklären, was im österreichischen Bildungssystems nicht funktioniere, findet Walser. Er hat auch Zweifel, dass Heinisch-Hosek das BIFIE anweisen konnte, die Tests nicht durchzuführen. Experten sagten, dass die Ministerin dazu gar nicht befugt sei.

Heinisch-Hosek musste dann auch bei der Beantwortung der Fragen zugestehen, dass der Aufsichtsrat des BIFIE einstimmig beschlossen habe, dass die Tests weiterzuführen seien. Die Ministerin verwies jedoch darauf, dass der entsprechende Beschluss nur unter der Voraussetzung gefällt wurde, dass die Datensicherheit gewährleistet sei.

Betont wurde von der Ressortchefin einmal mehr, dass es beim Test-Stopp nur um die Datensicherheit gehe. Sparmaßnahmen im Budget des Ministeriums hätten hier keine Rolle gespielt, versicherte Heinisch-Hosek auf eine entsprechende Frage. Ungeachtet dessen blieb sie dabei, dass in nächster Zeit evaluiert werde, an welchen Testungen man insgesamt festhalten werde.

Abgelehnt wird von der Ministerin weiter der Plan Oberösterreichs, autonom an der PISA-Studie teilzunehmen. Dies wäre nicht für ganz Österreich repräsentativ. Zudem liege kein schlüssiges Konzept des Landes vor. Einen Umstieg zurück auf einen Test mit Bleistift und Papier lehnte Heinisch-Hosek ab. Schon unter ihrer Vorgängerin habe man sich entschieden, auf computerbasierte Prüfungen umzusteigen.

Eher schwammig antwortete Heinisch-Hosek auf Fragen, in welcher Form sie in Kontakt mit der OECD in Zusammenhang mit PISA sei. Jedenfalls gab es ihren Angaben zufolge Gespräche mit den zuständigen Stellen. Zur Aufklärung des "Kriminalfalls" rund um die offen gelegten Schülerdaten konnte Heinisch-Hosek mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben.

Breite Kritik am Ausstieg

Kritk von der gesammelten Opposition, aber auch vom Koalitionspartner ÖVP hat der von Heinisch-Hosek verteidigte Bildungsteststopp am Dienstag im Nationalrat nach sich gezogen. Vermutet wurde, dass ihr das Bifie-Datenleck gelegen komme, um sich negative Evaluierungsergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS) zu ersparen.

Mit Heinisch-Hoseks Entscheidung werde die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode von solchen Daten verschont, sagte der Grüne Dieter Brosz. Dass die Absage alternativlos sei und man monatelang keine Lösung finde, ließ er nicht gelten. "Wenn die österreichische Verwaltung auf diesem Stand ist, muss man sich die Hände vors Gesicht halten."

Auch Töchterle dagegen, "das Kind mit dem Bade auszuschütten"
Ähnlich sah man das bei FPÖ, NEOS und Team Stronach. Doch auch die ÖVP zeigte sich über die Absage unglücklich. So plädierte Bildungssprecherin Brigitte Jank dafür, die Durchführung wichtiger Tests sicherzustellen. Ein wenig schärfer formulierte es Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Ich bitte Sie, Frau Minister, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten."

Unterschiedliche Einschätzungen gab es bei der FPÖ. Während sich Wendelin Mölzer im Kampf gegen die "überbordende Wut, Daten zu sammeln" bestärkt fühlte, stimmte Peter Wurm in den Chor der Ausstiegskritiker ein. Robert Lugar (vom Team Stronach) nahm die Debatte zum Anlass, das österreichische Schulsystem unter die schlechtesten der Welt einzureihen. "Unsere Schüler werden mit Lehrern vergewaltigt, die nicht geeignet sind", verwies er auf 5.000 "Problemlehrer".

Matthias Strolz (NEOS) attestierte der Ministerin guten Willen, dennoch habe sie falsch gehandelt. Als Beitrag zur Fehlerkultur sollte sie den Testausstieg zurücknehmen.

Einzig die SPÖ-Fraktion sprang ihrer Ministerin bei. Ex-Bildungssprecher Elmar Mayr sprach von der Sensibilität der Daten und der Bedeutung des Vertrauens der Eltern im Bildungsbereich. Daher sei Heinisch-Hosek in ihrer Vorgangsweise recht zu geben.

 

 

ORF – 19. März 2014

 

Bildungstests: Breite Oppositionskritik am Ausstieg

Kritik von der gesammelten Opposition, aber auch vom Koalitionspartner ÖVP hat der von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verteidigte Bildungsteststopp gestern im Nationalrat nach sich gezogen. Vermutet wurde, dass ihr das BIFIE-Datenleck gelegen komme, um sich negative Evaluierungsergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS) zu ersparen.

Grüne: Absage nicht alternativlos

Mit Heinisch-Hoseks Entscheidung werde die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode von solchen Daten verschont, sagte der Grüne Dieter Brosz. Dass die Absage alternativlos sei und man monatelang keine Lösung finde, ließ er nicht gelten. „Wenn die österreichische Verwaltung auf diesem Stand ist, muss man sich die Hände vors Gesicht halten.“

Ähnlich sah man das bei FPÖ, NEOS und Team Stronach (TS). Doch auch die ÖVP zeigte sich über die Absage unglücklich. So plädierte Bildungssprecherin Brigitte Jank dafür, die Durchführung wichtiger Tests sicherzustellen. Ein wenig schärfer formulierte es Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. „Ich bitte Sie, Frau Minister, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten.“

Unterschiedliche Einschätzungen gab es bei der FPÖ. Während sich Wendelin Mölzer im Kampf gegen die „überbordende Wut, Daten zu sammeln“ bestärkt fühlte, stimmte Peter Wurm in den Chor der Ausstiegskritiker ein. Robert Lugar (vom TS) nahm die Debatte zum Anlass, das österreichische Schulsystem unter die schlechtesten der Welt einzureihen. „Unsere Schüler werden mit Lehrern vergewaltigt, die nicht geeignet sind“, verwies er auf 5.000 „Problemlehrer“.

Matthias Strolz (NEOS) attestierte der Ministerin guten Willen, dennoch habe sie falsch gehandelt. Als Beitrag zur Fehlerkultur sollte sie den Testausstieg zurücknehmen.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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