Montag, 24. März 2014

2014.03.23: Bildung

"Kurier" vom 23.03.2014                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend

 

Flop der Neuen Mittelschule: "Alle Alarmglocken sollten läuten"

 

   von daniela kittner

 

Bildung. Landeshauptmann Haslauer fordert vom Bund ein Korrekturpaket für die Neue Mittelschule. Er war Bildungschefverhandler der ÖVP bei der Regierungsbildung. Er ist als Landeshauptmann verpflichtet, die Neue Mittelschule flächendeckend einzuführen. Jetzt ist Wilfried Haslauer alarmiert, weil erste Prüfergebnisse zeigen, dass die Neue Mittelschule floppt.

 

   Der Rechnungshof hat festgestellt, dass die NMS teurer ist als die Hauptschule, der Bildungserfolg aber nicht steigt. Das Bildungsforschungsinstitut ist zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. "Die Neue Mittelschule ist teuer - allein der Schulversuch hat schon 130 Millionen gekostet. Und jetzt sind wir Länder gesetzlich verpflichtet, sie flächendeckend einzuführen", schildert Salzburgs Landeshauptmann das Dilemma. Besonders schlecht habe Vorarlberg bei den Tests abgeschnitten, wo die Neue Mittelschule bereits flächendeckend eingeführt ist. Viel Geld ohne Wirkung. "Es müssten alle Alarmglocken läuten. Die soziale Durchlässigkeit steigt auch nicht, der Zulauf zu den Gymnasien ist ungebremst", sagt Haslauer.

 

   Kein Zurück. Dennoch ist der Landeshauptmann nicht dafür, die Einführung der NMS zu stoppen und zur alten Hauptschule zurückzukehren. Er fordert aber von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek baldigst ein Korrekturpaket, "weil das das drängendste Problem ist, wenn sie einmal nicht mit ihrem Daten-Leak beschäftigt ist".

 

   Haslauers Vorschlag geht dahin, die Schulautonomie zu stärken. Die Schulen sollten Wahlfreiheit in der Unterrichtsmethode bekommen und außerdem die Stundentafel beeinflussen können. Beispiel: Wenn in einer Klasse der Standard im Deutschunterricht zufriedenstellend ist, sollte die Schule die zusätzlich gewährten Deutsch-Unterrichtseinheiten in einen anderen Gegenstand verlagern können, in dem es Probleme gibt, etwa Mathematik oder Physik.

 

   Wahlfreiheit in der Unterrichtsmethode sei damit zu verbinden, dass die Schuldirektoren Lehrer aussuchen, gute nehmen und schlechte ablehnen können. Haslauer: "Es wird zu viel zentral vorgegeben, Schulen und Lehrer hängen zu sehr am Gängelband des Ministeriums."

 

 

APA0102 5 II 0198 XI                                  So, 23.Mär 2014

 

Schule/Wien/Salzburg

 

Neue Mittelschule: Haslauer fordert von Bund Korrekturpaket

 

Utl.: Bei Salzburgs Landeshauptmann "läuten alle Alarmglocken" =

 

   Wien/Salzburg (APA) - Ein Korrekturpaket für die Neue Mittelschule (NMS) fordert Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) im "Kurier" (Sonntag-Ausgabe). Als Grund nannte er in den vergangenen Monaten bekannt gewordene Test- und Prüfergebnisse über die NMS und die Leistungen von deren Schülern. "Es müssten alle Alarmglocken läuten", sagte Haslauer, der die Schulform selbst aber nicht in Frage stellt.

 

   Der Rechnungshof hatte im Dezember etwa statistische Tricksereien des Unterrichtsministerium bei der NMS kritisiert und dass "das Ziel der Verschiebung der Bildungslaufbahnentscheidung nicht erreicht wurde". Bei der Bildungsstandardtestung, deren Ergebnisse im Jänner bekannt gegeben wurde, erreichten die Schüler der NMS trotz höherer Kosten dieser Schulform nur die gleichen Resultate wie jene der Hauptschule.

 

   "Die soziale Durchlässigkeit steigt auch nicht, der Zulauf zu den Gymnasien ist ungebremst", so Haslauer, der auf die hohen Kosten der NMS verweist und darauf, dass die Länder verpflichtet seien, sie flächendeckend einzuführen. Haslauer fordert daher, die Schulautonomie zu stärken. Die Schulen sollten die Wahlfreiheit in der Unterrichtsmethode bekommen, selbst Verschiebungen bei den zusätzlich gewährten Unterrichtseinheiten vornehmen können und Direktoren Lehrer selbst aussuchen können.

 

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231127 Mär 14

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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