Dienstag, 25. März 2014

2014.03.25: Newsletter Bildung

Morgenjournal, 25.3.2014

 

"Gipfel" über Neue Mittelschule

Regina Pöll

Die Neuen Mittelschulen sollen zwar bleiben, sie müssten aber reformiert werden - diese Forderung ist heute Thema eines Treffens der Landesschulratspräsidenten bei Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ). Der Grund: Die Ergebnisse bei den Leistungstests an den NMS seien viel zu schlecht für den hohen finanziellen und auch personellen Aufwand.

"Team-Teaching kein Allheilmittel"

Heute um 14 Uhr ist der Termin aller Landesschulratspräsidenten bei Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek. Dann werden die sechs schwarzen Landesschulratspräsidenten auf eine Reform der Neuen Mittelschule (NMS) drängen. Auch ihnen sind die Ergebnisse an den NMS zu schlecht, so wie Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) das kürzlich gesagt hat. Eine Erneuerung müsse rasch kommen, sagt der Chef der schwarzen Landesschulratspräsidenten, der Oberösterreicher Fritz Enzenhofer: "Jetzt müssen wir schauen, dass das, was Absicht war, nämlich durch mehr Mittel bessere Ergebnisse zu erreichen, dass das auch wirklich erzielt wird."

Konkret will Enzenhofer auch beim Kern der Neuen Mittelschule ansetzen - beim Unterrichten im Team: "Das Allheilmittel nur im Team-Teaching zu finden, das halte ich pädagogisch nicht unbedingt für erwiesen." Sinnvoller könnte es sein, so Enzenhofer, wenn nicht mehr zwei Lehrer in einer Klasse stehen, sondern wenn sich zwei Gruppen mit je einem Lehrer bilden: eine Gruppe für die besseren Schüler und Schülerinnen und eine für die schwächeren.

"Über Weiterentwicklung nachzudenken"

So sieht das auch Salzburgs Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder: "Ich würde mir verstärkt eine innere Differenzierung wünschen, ich würde auf mehr Methodenfreiheit für die Lehrerinnen und Lehrer drängen. Denn sie wissen am besten, wie sie die zur Verfügung gestellten Ressourcen für die Neue Mittelschule am besten einsetzen." Für Plötzeneder heißt das auch: Das Unterrichten im Team soll nicht mehr auf Deutsch, Englisch und Mathematik beschränkt sein, sondern Personal und auch Geld sollten von den Schulen autonom eingesetzt werden, zum Beispiel für eigene Förderschwerpunkte auch in Nebenfächern.

Begrenzt ist das schon jetzt im Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP vorgesehen. Bei Ministerin Heinisch-Hosek wollen die schwarzen Landesschulratspräsidenten erreichen, dass die rechtlichen Möglichkeiten weiter ausgedehnt werden. Es wäre im Sinne aller, gemeinsam über Weiterentwicklungsmöglichkeiten nachzudenken, so Plötzeneder.

Heinisch-Hosek hat die Neue Mittelschule bisher verteidigt. Zwar hätten die NMS-Schüler bei Leistungstests insgesamt nur mäßig abgeschnitten. Die Neuen Mittelschulen, so Heinisch-Hosek, seien aber oft auch "Brennpunktschulen".

 

Die Presse – 25. März 2014

 

 

Haslauer fordert Korrekturpaket zur NMS

Beim Salzburger Landeshauptmann "läuten alle Alarmglocken" wegen der ersten Resultate, die die Neue Mittelschule bringt.

Ein Korrekturpaket für die Neue Mittelschule (NMS) fordert Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) im "Kurier". Als Grund nannte er in den vergangenen Monaten bekannt gewordene Test- und Prüfergebnisse über die NMS und die Leistungen von deren Schülern. "Es müssten alle Alarmglocken läuten", sagte Haslauer. Dennoch ist er nicht dafür, die Einführung der NMS zu stoppen und zur alten Hauptschule zurückzukehren.

Der Rechnungshof hatte im Dezember etwa statistische Tricksereien des Unterrichtsministerium bei der NMS kritisiert und dass "das Ziel der Verschiebung der Bildungslaufbahn-Entscheidung nicht erreicht wurde". Bei der Bildungsstandardtestung, deren Ergebnisse im Jänner bekannt gegeben wurde, erreichten die Schüler der NMS trotz höherer Kosten dieser Schulform nur die gleichen Resultate wie jene der Hauptschule.

Die Neue Mittelschule

Die NMS wurden 2008 gestartet und sollten eigentlich nach Abschluss des ersten vierjährigen Durchgangs evaluiert werden. Stattdessen wurde die Schulform im Vorjahr ungeprüft ins Regelschulwesen übernommen. Bis 2018/19 soll die NMS komplett die Hauptschule ersetzen.

"Die soziale Durchlässigkeit steigt auch nicht, der Zulauf zu den Gymnasien ist ungebremst", so Haslauer, der auf die hohen Kosten der NMS verweist und darauf, dass die Länder verpflichtet seien, sie flächendeckend einzuführen.

Haslauer fordert daher, die Schulautonomie zu stärken. Die Schulen sollten die Wahlfreiheit in der Unterrichtsmethode bekommen und flexibler agieren können: Wenn etwa in einer Klasse das Niveau im Deutschunterricht zufriedenstellend ist, sollte die Schule die zusätzlich gewährten Deutsch-Unterrichtseinheiten in einen anderen Gegenstand verlagern können, in dem es Schwierigkeiten gibt.

Eine erste Evaluierung der Neuen Mittelschulen soll Ende 2014, Anfang 2015 vorliegen.

Rückkehr zu Leistungsgruppen?

Auch Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP)verlangt Korrekturen. Er wünscht sich, dass Neue Mittelschulen autonom über den Einsatz der zusätzlichen Ressourcen entscheiden können und "mehr Gestaltungsspielraum" beim Bilden von (Leistungs-)Gruppen bekommen.

Derzeit stehen an den NMS in Deutsch, Mathe und Englisch zwei Lehrer gemeinsam in der Klasse, um besser auf die Schüler eingehen zu können. Das Regierungsprogramm sieht allerdings vor, dass künftig ein Drittel der Ressourcen auch in anderen Fächern eingesetzt werden darf. Außerdem ist bei der NMS, die bis 2015/16 die Hauptschulen flächendeckend ablösen soll, das Bilden von (Leistungs-) Gruppen stark eingeschränkt und laut Gesetz nur "temporär" erlaubt.

Enzenhofer plädiert dafür, dass die Schulen generell entscheiden sollen, was am Standort gebraucht wird. "Wenn diese Stunden besser zur Gruppenteilung verwendet werden können, dann ist das sinnvoll. Es kann sich auch herausstellen, dass ein Teil dieser Stunden besser zur Individualisierung und für Förderangebote eingesetzt werden sollte", so Enzenhofer.

 

 

"Kurier" vom 25.03.2014                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend

 

ÜBERBLICK

 

   NMS: Enzenhofer für mehr Autonomie. ÖVP-Salzburgs ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat Unterstützung für seine im KURIER deponierte Forderung nach Korrekturen bei der Neuen Mittelschule (NMS) bekommen. Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) fordert, dass NMS autonom über den Einsatz zusätzlicher Ressourcen entscheiden und "mehr Gestaltungsspielraum" beim Bilden von (Leistungs-)Gruppen bekommen. Derzeit stehen an NMS in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zwei Lehrer in der Klasse, um besser auf die Schüler eingehen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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