Freitag, 28. März 2014

2014.03.28: Bildung

Mittagsjournal, 28.3.2014

 

Heinisch: Zentralmatura kommt wie geplant

Helga Lazar

Die Zentralmatura an den Schulversuchsschulen könne wie geplant durchgeführt werden, hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heute bekannt gegeben. Die Sicherheitsprüfung beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) zur Zentralmatura ist positiv ausgefallen.

Kein Sicherheitsrisiko mehr

Eltern, Schüler und Lehrer können aufatmen: Bildungsministerin Gabriele Heinisch Hosek hat heute entschieden: "Die neue Matura an den Schulversuchsschulen kann wie geplant durch das BIFIE durchgeführt werden. Das heißt, keine Lehrerin, kein Lehrer muss sich die Beispiel selbst suchen, es wird auch keine Ersatzpakete geben müssen. Und die Schülerinnen und Schüler können wie geplant was sie trainiert haben, nämlich diese neue Art der Matura, durchführen."

Bei dieser Prüfung durch den TÜV seien tatsächlich Sicherheitsmängel zum Vorschein gekommen, die umgehend behoben worden seien, so Heinisch-Hosek. Jetzt gebe es laut Experten kein erhöhtes Sicherheitsrisiko in diesem Bereich mehr.

Prüfung auch fürs Management

Ein Ergebnis dieser Prüfung war aber auch, dass hinsichtlich der Datensicherheit und auch anderer Prozesse und Abläufe im BIFIE ein grundsätzlicher Handlungsbedarf bestehe. Nun werde es eine entsprechende Prüfung geben, kündigt die Bildungsministerin an. PISA und Bildungsstandards bleiben deshalb weiter ausgesetzt. Auch das kritisierte Management werde einer Prüfung unterzogen, ob Managementfehler gemacht wurden, so Heinisch-Hosek. Etwaige Schlüsse darauf wolle sie aber nicht vorwegnehmen.

Die Kritik, dass seitens des Unterrichtsministeriums aus Spargründen eine frühere Datensicherheitsprüfung abgelehnt wurde, entspreche nicht der Wahrheit, so die Ministerin: "Der Aufsichtsrat hat einstimmig vier Tage, bevor die Tageszeitung 'Die Presse' diese Geschichte herausgebracht hat, am 21.2., das BIFIE ermächtigt, dem TÜV einem Angebot näher zu treten." Dazu kam es dann durch das Auftauchen des Datenlecks dann allerdings nicht mehr.

 

Mittagsjournal, 28.3.2014

 

Zentralmatura: Beifall gepaart mit Unverständnis

Klaus Webhofer

Schüler und Lehrer begrüßen die nun getroffene Entscheidung der Ministerin, mit den Schulversuchen zur Zentralmatura weiter zu machen. Allerdings: Warum dafür das Bifie sicher genug sein soll, für Bildungstests aber nicht, sorgt für Kopfschütteln.

 

 

ORF – 28. März 2014

Zentralklausuren ja, Schulvergleich nein

„Die neue Matura an den Schulversuchsschulen kann wie geplant durch das BIFIE durchgeführt werden“, hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Freitag bekanntgegeben. Die von ihr in Auftrag gegebene Sicherheitsprüfung beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) zur Zentralmatura sei positiv ausgefallen, trotz des „Datenlecks“ bei Schülertestungen.

Besagtes „Datenleck“ war für Heinisch-Hosek der Grund, zumindest für heuer aus allen Bildungsvergleichen vom internationalen PISA-Test abwärts auszusteigen. Im Hinblick auf das Wunschprojekt Zentralmatura hatte sie eine Untersuchung angeordnet, ob die österreichweit einheitlichen, vom BIFIE vorgegebenen Beispielaufgaben auch sicher sind. Diese nun abgeschlossene Untersuchung habe gezeigt, dass es kein erhöhtes Sicherheitsrisiko gebe, sagte Harald Montenegro vom TÜV bei der gemeinsamen Pressekonferenz.

„Best Practice“

Beim BIFIE seien sehr viele „Best-Practice-Sicherheitsmaßnahmen“ vorhanden, man habe aber auch gewisse Risiken entdeckt, so Montenegro. Diese seien allerdings unmittelbar geschlossen worden beziehungsweise passiere das gerade. Als nächster Schritt wollen Ministerium und BIFIE einen „Masterplan“ für die Überprüfung der Datensicherheit des BIFIE erstellen. Die Ministerin hatte zuletzt gesagt, man werde zumindest bis Jahresende brauchen, um genügend Datensicherheit für Bildungsvergleiche gewährleisten zu können.

An rund 400 Schulen werden bereits im Schulversuch zentral vorgegebene Klausuren eingesetzt. Die Vorbereitung auf die neue Reifeprüfung kann nun wie geplant weitergehen. Die ÖVP-nahe Schülerunion zeigte sich in einer Aussendung erfreut, dass die heuer teilzentral Maturierenden nun endlich „beruhigt in die nächsten Wochen blicken können“. Wichtig sei, dass „der wahrlich holprige Weg zur neuen Matura endlich endet. Es ist fünf vor zwölf, jetzt muss alles klappen.“

Schüler wundern sich

Durch OECD-Zugeständnisse wären sieben Monate Zeit zur Schließung aller Datenlecks und die Teilnahme an PISA zur Verfügung gestanden, erinnerte die Schülerunion. „Die Überprüfung der Datensicherheit der Zentralmatura hat wenige Wochen gedauert, für PISA reichen über sieben Monate nicht. Leider fürchtet sich wohl die neue Ministerin vor den Auswirkungen der gescheiterten Reformen mit der Neuen Mittelschule“, so die Schülerunion. Österreich blamiere sich international und versage sich selbst „wichtige Erkenntnisse aus den Testungen“.

Auch der grüne Bildungssprecher Harald Walser sah im nunmehrigen grünen Licht für die Zentralmatura nur den Beleg, dass „die Panikmache um die angebliche Datenunsicherheit im BIFIE nur ein kostspieliges Schattenboxen der Ministerin“ gewesen sei. Es gebe „nach wie vor kein Anzeichen für ein Datenleck“, so Walser. Tatsächlich waren die Daten offenbar nicht über das BIFIE, sondern vermutlich über einen Subunternehmer an die Öffentlichkeit gelangt.

„Ministerium würde in TÜV-Test durchfallen“

Heinisch-Hosek solle „die Karten auf den Tisch legen und ihre wahren Beweggründe für den Teststopp nennen“, forderte Walser. Offenbar müssten „nicht die BIFIE-Server überprüft werden, sondern vielmehr die Vorgangsweise der Ministerin. Aber ich fürchte, das Bildungsministerium würde derzeit in einem TÜV-Test durchfallen.“ Der im Bundeskanzleramt angesiedelte Datenschutzrat bescheinigte Heinisch-Hosek am Freitag, mit dem Teststopp richtig gehandelt zu haben, traf jedoch über die Zentralmatura keine Aussage.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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