Montag, 31. März 2014

2014.04.01: Newsletter Bildung

 

OÖN – 1. April 2014

 

Leitl drängt weiter auf PISA-Teilnahme Österreichs

WIEN. Der Wirtschaftskammer-Präsident will notfalls eine Durchführung nur in Oberösterreich, nach Vorbild Quebecs.

 

"Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben": Mit diesen Worten machte sich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (VP) am Montag erneut für die Teilnahme Österreichs an der PISA-Bildungsstudie stark.

Er kenne Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP), sie sei "vernünftigen Argumenten zugänglich", so Leitl. Wie berichtet, hatte Heinisch-Hosek Österreichs Teilnahme am Haupttest 2015 und den heuer nötigen Vortests wegen einer Überprüfung der Datensicherheit beim durchführenden Bildungsforschungsinstitut abgesagt.

"Es ist nicht sinnvoll, die Alarmanlage auszuschalten, nur weil man den Alarm nicht hören will", spielte Leitl auf mögliche andere Gründe für die Absage an. Österreich habe sich seit der ersten PISA-Teilnahme im Wesentlichen nicht verbessert, so die Wirtschaftskammer.

Sollte Heinisch-Hosek bei der Absage bleiben, dann dürfe sie zumindest die oberösterreichischen Bestrebungen einer eigenständigen Teilnahme nicht blockieren, so Leitl. Schließlich nehme auch die kanadische Provinz Quebec an PISA teil. Er, so Leitl, würde sich auch wünschen, dass sich mehrere Bundesländer anschließen, "aber es ist deren eigene Entscheidung". (jabü)

 

 

Der Standard – 1. April 2014

 

 

Wirtschaftskammer hat noch Hoffnung auf PISA-Teilnahme

Zumindest Oberösterreich soll Studie durchführen können - Informelle Schülertests

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hat die Hoffnung auf eine Teilnahme Österreichs an der nächsten PISA-Studie noch nicht aufgegeben. "Ich kenne (Bildungsministerin, Anm.) Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ, Anm.) gut und weiß, dass sie vernünftigen Argumenten zugänglich ist", meinte Leitl am Montag vor Journalisten.

Heinisch-Hosek hatte die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt, da beim Bifie, das die Erhebungen durchführt, die Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Darunter fallen etwa die Bildungsstandard-Erhebungen sowie die Feldtests für die PISA-Studie und die Naturwissenschafts- und Mathe-Studie TIMSS. Auf einem rumänischen Testserver einer Bifie-Partnerfirma waren im Vormonat ungeschützte Ergebnisse von informellen Schülertests aus den Jahren 2011 und 2012 aufgetaucht.

Einzelne Bundesländer

Am liebsten wäre es dem Wirtschaftskammer-Chef, wenn die Republik geschlossen an PISA teilnähme - wenn nicht, müsse einzelnen Bundesländern auf ihren Wunsch hin die Chance zur Teilnahme eröffnet werden. Bisher hat nur Oberösterreich Interesse gezeigt. Im Bildungsministerium ist man allerdings der Ansicht, dass kein Bundesland einen Alleingang unternehmen dürfe.

In anderen Staaten würden durchaus einzelne Länder oder Regionen immer wieder an PISA teilnehmen, verwies Leitl etwa auf die kanadische Provinz Quebec. "Warum soll nicht auch ein österreichisches Bundesland für Österreich stehen?" Anhand der Resultate eines Bundeslandes könne man durchaus Stärken und Schwächen der österreichischen Schule benennen.

Zoff

Der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der Kammer, Michael Landertshammer, kann das Aussetzen der Studie nicht nachvollziehen. "Bei allem Verständnis, dass die Regierung ein Budget auf die Beine bringen muss und das ein willkommener Punkt ist, wo man einsparen kann: Wenn ich Fieber habe und das Thermometer wegschmeiße, habe ich ja deswegen auch nicht kein Fieber mehr." Als weiteres Argument für ein Aussetzen bei PISA vermutet Landertshammer auch die Vermeidung von regierungsinternen Konflikten: "Wenn es wie erwartet keine besseren Ergebnisse gibt, erspart man sich auch Zoff."

 

 

"Kronen Zeitung" vom 01.04.2014                            Seite: 2

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Morgen

 

Leitl für PISA-Studie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl...

 

   Leitl für PISA-Studie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl drängt auf eine Teilnahme Österreichs am PISA-Test. Zumindest einzelnen Bundesländern müsse der Test ermöglicht werden, so Leitl. Bisher fordert Oberösterreich einen Alleingang - laut Bildungsministerium ist dies jedoch nicht möglich.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 01.04.2014                             Seite: 38

Ressort: Leserbriefe

 

WILHELM ZILLNER fordert Ministerin Heinisch-Hosek zum Handeln auf.

 

Steiermark

 

DEBATTE

 

Offener Brief an die Unterrichtsministerin

 

„Lehrplan-veränderungen und Stunden-kürzungen betreffen in erster Linie jene Fächer, die dann bei PISA getestet werden.“

 

   Geben Sie eine klare Stellungnahme zur Neuen Matura bzw. zu deren Implementierung im Jahr 2015 ab! Die Durchhalteparolen und Verschiebungen, die das Projekt mittlerweile jahrelang begleiten, müssen ein Ende haben. Die Schüler/innen und auch die sie betreuenden Lehrer/innen haben ein Recht darauf, endlich verlässlich bestätigt zu bekommen, dass die Matura in jener Form stattfinden wird, in der sie seit Jahren vorbereitet und die auch in Schulversuchen erfolgreich erprobt wird. Vor allem in den Fremdsprachen gibt es die Neue Reifeprüfung seit mehreren Jahren in fast allen Schulen, und es ist nicht ein einziger Fall bekannt, dass dabei Daten an die Öffentlichkeit gelangt wären.

 

   Ermöglichen Sie uns, zu einer datenbasierten Schulentwicklung zurückzukehren, indem Sie die durch nichts zu rechtfertigende Absage der Bildungsstandards-Überprüfung, die Anfang April hätte stattfinden sollen, zurücknehmen! Diese Testungen wurden mit erheblichem finanziellem Aufwand vorbereitet, und sie basieren auf einem gesetzlichen Auftrag. Inhaltlich bieten sie den Schulen eine Fülle von Rückmeldungen, wie wirksam ihre Schulentwicklungsprozesse sind. Diese Testungen jetzt zu stoppen, zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht einmal ein einziger Durchlauf abgeschlossen ist, ist unverantwortlich, unserer Meinung nach nicht einmal gesetzeskonform. Dass die Unterlagen fix und fertig erstellt, teilweise sogar schon verschickt sind, sei nur am Rande erwähnt. Und dass die Testungen mit Papier und Bleistift durchgeführt werden, ein unmittelbares Datenleck also überhaupt nicht entstehen kann, ebenfalls.

 

   Ihre Vorgangsweise in dieser Thematik unterstützt diejenigen, die an der Verlässlichkeit des Bildungssystems zweifeln, in ihrer Skepsis. Schule kann nur gut funktionieren, wenn es klare Vorgaben gibt, die für alle Beteiligten im System transparent sind, und alle auf die Einhaltung dieser Vorgaben vertrauen können.

 

   Erklären Sie konkret, warum Österreich an den Testungen zu PISA vorläufig nicht teilnimmt! Der Dachverband der AHS-Direktoren steht den PISA-Testungen durchaus kritisch gegenüber. Sie messen in weiten Bereichen etwas anderes als das, was den Schulen über Unterrichtsprinzipien und Schwerpunkte seit Jahren angeordnet wird. Wir erinnern daran, dass Lehrplanveränderungen und Stundenkürzungen seit vielen Jahren in erster Linie jene Fächer betreffen (Deutsch, Mathematik, naturwissenschaftliche Fächer), die dann bei PISA getestet werden. Eine grundsätzliche Diskussion darüber würden wir sogar begrüßen. Die Absage mit der Begründung des Datenlecks macht Österreich allerdings international lächerlich. Es ist befremdlich, dass die Schließung dieses Datenlecks durch Experten nicht in kürzester Zeit möglich ist.

 

   Wilhelm Zillner ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der AHS-Direktoren

 

 

 

"Österreich" vom 01.04.2014                                  Seite 21

Ressort: Wirtschaft

 

Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg

 

Wirtschaftskammer will Matura mit Lehre

 

Wien. Die Lehre mit Matura gibt es schon -nun soll auch die Matura mit Lehre kommen. Maturanten sollen in der 7. oder 8. Klasse als Wahlfach die Theorie absolvieren und nach der Matura in einem "Intensivjahr" den Lehrabschluss machen können, so Wirtschaftskammer-Chef Leitl.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 01.04.2014                            Seite: 6

Ressort: Wirtschaft

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Morgen

 

Mehr Chancen für Berufseinstieg Jugendlicher

 

Leitl will Lehrlinge mit Matura

 

   Wien. - "Unser duales Ausbildungssystem ist ein Welterfolg", rühmt WKÖ-Präsident Leitl. Aber man könnte es noch verbessern: Künftig sollten Maturanten binnen eines Jahres eine komplette Lehre abschließen können. "Mit 19 soll man beides haben können, eine allgemeine Ausbildung und eine abgeschlossene Berufsausbildung." Bei uns haben 1,4% der Lehrlinge Matura, in Deutschland sind es 25%.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 01.04.2014             Seite: 9

Ressort: Wirtschaft

 

 

Matura mit Lehre und im Eiltempo

 

   WIEN. Seit 2009 können sich Lehrlinge parallel zur Berufsausbildung auch auf die Matura vorbereiten und diese absolvieren. Nun soll im Gegenzug Maturanten ein rascher Lehrabschluss ermöglicht werden.

 

   Zumindest fordert das die Wirtschaftskammer und sieht es, wie Präsident Christoph Leitl (VP) am Montag formulierte, als "kleine Revolution". Schon in der 7. und 8. Klasse sollen sich demnach Oberstufenschüler in einem Wahlfach auf einen Lehrberuf vorbereiten können, der Lehrabschluss könnte nach einem "Intensivjahr" bereits zwölf Monate nach der Reifeprüfung erfolgen, so Leitl. Das Modell soll auch Studienabbrechern eine schnelle Berufsausbildung ermöglichen. Die Gewerkschaftsjugend zeigte sich skeptisch über die "Expresslehre". (jabü)

 

 

"Kurier" vom 01.04.2014                                   Seite: 11

Ressort: Wirtschaft

 

Wi, Abend, Länder, Morgen

 

Wirtschaftskammer schlägt Matura mit Lehre vor

 

   Sozialprestige. Künftig soll es für Maturanten die Möglichkeit geben, in der 7. oder 8. Klasse als Wahlfach die theoretischen Grundlagen für eine Lehrausbildung zu erwerben. Danach könnte man ein "Intensivjahr" anschließen, das mit der Lehrabschlussprüfung endet. Dies fordert Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl. "Wir haben noch immer einen starken Restbestand an Imageproblemen bei der Lehre, die sich mit Sozialprestige verbinden." Die Möglichkeit, mit 19 Jahren beide Abschlüsse zu haben, würde er als "kleine Revolution" empfinden. Denn bisher benötigen Maturanten zwei Jahre Lehrausbildung.

 

   Das Modell Lehre mit Matura ist laut Leitl bereits erfolgreich. Zehn Prozent der Lehrlinge nutzen diese Kombi. Darüber hinaus soll eine Meisterprüfung den Zugang zur Fachhochschule eröffnen. Die Kammer startet zudem mit Berufsakademien, die Lehrabsolventen mit Berufserfahrung den Zugang zu einer Ausbildung auf akademischem Niveau eröffnet.

 

 

"Die Presse" vom 01.04.2014                                Seite: 7

Ressort: Inland

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Nachrichten

 

Wirtschaftskammer will Matura mit Lehre

 

   Die Wirtschaftskammer wünscht sich die Matura mit Lehre: AHS-Schüler sollten am Ende ihrer Schullaufbahn damit nicht nur die Matura in der Tasche haben, sondern auch einen Lehrabschluss. Dazu sollten die Schüler in der 7. oder 8. Klasse zunächst als Wahlfach die theoretischen Grundlagen für die Lehre erwerben, um dann nach der Matura in einem Intensivjahr zur Lehrabschlussprüfung zu kommen. Die Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) übt am Vorschlag Kritik: Es sei "verantwortungslos, den Maturanten einzureden, dass ein Lehrabschluss eine leicht zu holende Zusatzqualifikation ist".

 

 

"Kleine Zeitung" vom 01.04.2014                             Seite: 32

Ressort: Wirtschaft

 

Kärnten

 

Matura mit Lehre soll kommen

 

Kammer-Präsident Leitl fordert Lehrabschluss für Maturanten nach einem Jahr.

 

   Die Lehre mit Matura ist bereits voll anerkannt und wird immer besser angenommen. Zehn Prozent der Lehrlinge nutzen bereits diese Kombination. Waren es in Kärnten im Jahr 2010 noch 735 „Maturanten-Lehrverträge“, so waren es Ende 2013 schon 806.

 

   Doch da ist immer noch das Imageproblem des Lehrlings. Immer noch sagen viele Eltern: „Wenn das Nachbarskind in eine höhere Schule geht, soll auch unser Kind in eine höhere Schule gehen – es ist ja nicht blöder.“ Und die Lehrlingszahlen sinken und sinken.

 

   Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl plädiert nun für eine Systemänderung. Er fordert neben der „Lehre mit Matura“ die „Matura mit Lehre“. Für Maturanten soll es künftig die Möglichkeit geben, in der 7. und 8. Klasse zunächst als Wahlfach die theoretischen Grundlagen für den Lehrberuf zu erwerben und dann nach der Reifeprüfung in einem „Intensivjahr“ zur Lehrabschlussprüfung zu kommen.

 

   Derzeit wird Maturanten für die Lehrabschlussprüfung nur ein Jahr Ausbildungszeit angerechnet. Sie brauchen daher noch einmal zwei ganze Jahre bis zum Lehrabschluss. „Da überlege ich dann aber schon, ob ich in der gleichen Zeit nicht fast schon einen Bachelor habe“, sagt Leitl.

 

   Kärntens Landesschulratspräsident Rudi Altersberger kann der Idee vieles abgewinnen. Er räumt allerdings ein: „Am BORG Althofen wurde so etwas in Kooperation mit der Firma Flextronics schon einmal angeboten und es gab eine sehr schlechte Nachfrage.“ Warum? Altersberger mutmaßt: „Nach der Matura will niemand mehr pauken. Und die Burschen gehen zum Militär.“ Altersberger ist also für eine Lehrabschlussprüfung vor der Matura. Und er hält die Leitl-Idee nur an großen Schulen für umsetzbar, an sehr großen.

 

   200 Lehrberufe gibt es in Österreich, in Kärnten werden 170 davon gelehrt. Wie die Maturanten-Lehre für all diese Berufe aussehen soll, kann sich noch niemand vorstellen.

 

   Fix ist: „Wir müssen unsere alten Rollenbilder über Bord werfen. Die demografische Entwicklung verlangt nach neuen Zielgruppen für Lehrberufe“, sagt Benno Tosoni, Leiter der Lehrlingsstelle in der Kärntner Wirtschaftskammer.

 

   EVA GABRIEL

 

 

"Kleine Zeitung" vom 01.04.2014                             Seite: 28

Ressort: Wirtschaft

 

MARKUS ZOTTLER

 

Steiermark

 

KOMMENTAR

 

Radikal Gutes

 

   Beinahe jeder vierte neue Azubi hat in Deutschland Abitur. Ins österreichische Vokabular übersetzt, startet in Deutschland also jeder vierte Lehrling seine Lehrzeit mit der Matura im Gepäck. Auch wenn sich die deutschen Abiturienten auf einige wenige Ausbildungsberufe konzentrieren und die Zulassungsbeschränkung Numerus clausus viele Schulabgänger von ihrem Wunschstudium abhält: In Österreich sind derlei Zahlen undenkbar. Erst langsam entdecken Maturanten die Attraktivität einer Lehre (siehe Seiten 30/31), den Mangel an heimischen Fachkräften kann man so freilich vorerst nicht wettmachen. Noch immer gilt die Lehre gesellschaftlich als zu wenig erstrebenswert. Maturanten jetzt einzureden, dass ein Lehrabschluss eine leicht zu holende, einjährige Zusatzqualifikation ist (Copyright Christoph Leitl), ist ein radikaler Vorschlag. Der dem Image der Lehre (als Expressgut) zusätzlich schaden kann.

 

   Trotzdem hat die Idee viel Potenzial und in ihrer Radikalität Unterstützenswertes. Die Politik der kleinen (Aufklärungs-)Schritte geht man ohnehin schon zu lange.

 

   Sie erreichen den Autor unter markus.zottler@kleinezeitung.at

 

 

Wiener Zeitung – 1. April 2014

 

Bildungssystem

Nach Lehre mit Matura jetzt Matura mit Lehre

 

 

 

 

 

 

 

Von Wolfgang Zaunbauer

 

·         Die Bildungsvisionen von Wirtschaftskammerpräsident Leitl: Mehr Individualisierung und attraktivere Lehre.

 

 

Wien. Seine große Schulliebe war die deutsche Literatur. Doch anstatt sich ausgiebig in Goethe und Schiller zu vertiefen, "musste ich 90 Prozent meiner Energie auf die Angstfächer Mathematik, Physik und Latein verwenden". Dieses Schicksal - was man gerne und gut macht zu vernachlässigen, um sich völlig auf das zu konzentrieren, was einen nicht besonders interessiert und einem nicht sonderlich liegt - will Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl den zukünftigen Schülern ersparen. Der seit Samstag 65-Jährige fordert mehr Individualisierung des Unterrichts - und hat auch sonst einige Bildungs-Ideen auf Lager.

Leitl fordert "ein System, das Talentreserven hebt", wie er am Montag vor Journalisten erklärte. Die Lehrpläne würden von allen Schülern das selbe Niveau verlangen. "Wo Probleme da sind, reitet man darauf herum. Wo mehr Talent ist, liegt es brach." Stattdessen soll im Zuge einer Individualisierung des Unterrichts von einem Schüler in besseren Fächern mehr, in schwächeren Fächern weniger verlangt werden. Wobei natürlich am Ende der Schulpflicht sichergestellt werden müsse, dass gewisse Mindeststandards erreicht seien. Das Alter soll dabei jedoch nicht eine starre Grenze bilden: "Zur Not dauert es dann halt ein Jahr länger."

Nicht einfach "schulscheu"
Gleichzeitig braucht es aus Sicht des WKO-Präsidenten aber auch eine verpflichtende Potenzialanalyse aller Schüler. Mit ihr soll letztlich festgestellt werden, wo die Begabungen der jungen Leute sind. Ziel soll sein, dass jeder 19-Jährige entweder einen Schul- oder einen Berufsabschluss hat. Gerade jene 8000 Jungen, die jedes Jahr ohne Schul- oder Lehrabschluss abbrechen - "gesellschaftlicher Sprengstoff" -, seien keineswegs einfach "schulscheu", sondern oft durchaus talentiert. Aber das Talent wird oft einfach nicht erkannt.

Für Leitl, einen bekennenden Fan des dualen Bildungssystems, geht es aber nicht nur um Schul- oder Berufsabschluss, sondern immer mehr um Berufs- und Schulabschluss. Nachdem in den letzten Jahren die Bemühungen im Bereich "Lehre mit Matura" intensiviert wurden, will Leitl künftig auch den anderen Weg gehen: "Matura mit Lehre." Nach abgeschlossener AHS-Matura soll es möglich sein, innerhalb eines Jahres (statt bisher in zwei) einen Lehrabschluss nachzuholen.

Kritikern - am Montag sprach sich etwa die Gewerkschaftsjugend gegen eine solche "Expresslehre" aus - hält Leitl entgegen, dass etwa im Strafvollzug einjährige Lehren durchaus gängig sind.

 

 

 

Heute - 1. April 2014

 

Junge Stimmen

Karmasin will "Politik" als Pflichtfach in der Schule

 

Flächendeckende Einführung des Fachs "Politische Bildung" ab der fünften Schulstufe: Das forderte Familienministerin Sophie Karmasin am Montag bei der Präsentation einer gemeinsamen Kampagne mit der Bundesjugendvertretung (BJV) zur EU-Wahl.

+++ Gratis-Nachhilfe soll vorerst in Volksschulen starten +++

Unter dem Motto "junge.stimmen.für.europa" sollen Jungwähler zur Teilnahme an der Wahl motiviert werden. Junge würden sich einbringen wollen, allerdings fehle es oft an Wissen, so Karmasin. BJV-Vorsitzende Johanna Tradinik ergänzte, dass es mit der Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre alleine nicht getan sei. Infos: jungestimmen.eu.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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