Donnerstag, 10. April 2014

2014.04.11: Newsletter Bildung

Morgenjournal, 11.4.2014

Heinisch-Hosek bestätigt Schul-Sparpläne

Bildungsministerin Gabriele Heinisch Hosek im Gespräch mit Christian Williwald

Die Sparvorgaben des Finanzministers für die einzelnen Ministerien betreffen auch das Bildungsressort. Das hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) im Ö1-Morgenjournal bestätigt. Sie beziffert die Sparvorgabe mit 57 Millionen Euro, die sie vor allem bei der Verwaltung, Lehrerüberstunden, aber auch durch größere Klassen und Arbeitsgruppen hereinbringen will. Befürchtungen der Gewerkschaft bestätigt sie damit nur zum Teil.

Verwaltung und Überstunden

Heinisch-Hosek beziffert den Sparbedarf ihres Ministeriums mit 57 Millionen Euro. Sie habe mit dem Finanzminister noch einige Millionen runterverhandeln können. Einen großen Teil der Einsparungen solle die Verwaltung erbringen, der Rest auf verschiedene Schularten verteilt werden. Die Ministerin beruhigt zugleich: "Keine Angst, es wird keine Schule geschlossen werden, die Kinder werden ihre Lehrerinnen und Lehrer nach wie vor haben. Wir drehen nur ein bisschen an Teilungszahlen, und in der Neuen Mittelschule wird sich auch ein bisschen etwas ändern."

Sparen bei der Verwaltung bedeute konkret weniger Förderungen, weniger Ausgaben bei Inseraten, weniger Überstunden. Bei den Lehrergehältern will Heinisch-Hosek "bei den Überstunden ein bisschen schrauben". Das sei aber auch eine Erleichterung für die Lehrerschaft selbst.

Größere Klassen

Als Beispiel für geänderte Teilungszahlen nennt Heinisch-Hosek, dass etwa in Werkstätten und Labors zehn statt acht Schülerinnen und Schüler sind. Sie bestätigt aber, dass es in der neunten Schulstufe wieder größere Klassen geben wird. In den Schulstufen darunter bleibe es bei 25 Schülern pro Klasse - plus 20 Prozent. Es werde aber auch Klassen mit weniger als 25 Kindern geben.

Die Ministerin lädt die Gewerkschaft ein, sich gemeinsam anzuschauen, wie man diese Sparvorgaben umsetzen kann. Was das bereits zugesagte Unterstützungspersonal betrifft, will Heinisch-Hosek, wie sie sagt "neue Wege beschreiten" und "neue Verbündete suchen". Es gebe in Österreich Beispiele, wie man mit gleichem Personal die Kinder gut betreuen und begleiten kann. In dem Ausmaß, wie es sich die Gewerkschaft erwartet, werde es aber in den nächsten zwei, drei Jahren sicher kein Unterstützungspersonal geben. Das heiße aber nicht, dass es gar keines gibt.

Schulschließungen "Ländersache"

Über die Zukunft kleiner Schulen will Heinisch-Hosek mit den Landesschulräten diskutieren. "Die wissen am besten, was sie sich leisten können. Die Mittelzuteilung von meiner Seite ist begrenzt." Die Entscheidung, ob Schulen geschlossen werden müssen, liege bei den Landeshauptleuten, sie müssten mit dem Geld auskommen.

Auch die Neue Mittelschule werde einen Beitrag leisten müssen, kündigt Heinisch-Hosek an, nämlich beim "Team-Teaching": "Statt zwölf Stunden, die doppelt besetzt sind, werden es nur mehr zehn sein." Das sei sehr gut vertretbar, so die Ministerin.

 

Die Presse – 11. April 2014

 

 

Sparstift: Klassen könnten wieder größer werden

Gewerkschaft spricht von „unglaublichen" Nachrichten.

Wien.Das Bildungsministerium trifft das Sparpaket besonders hart: Heuer müssen noch 68 Millionen Euro gespart werden. Nächstes Jahr kommen noch einmal 60 Millionen Euro dazu. Das wird schwer. Denn im Bildungsministerium sind 92Prozent der Ausgaben fix verbucht – ein großer Teil davon für die Lehrergehälter. Einsparungen könnten also die Schulen direkt treffen.

Davor warnte die Gewerkschaft der berufsbildenden höheren und mittleren Schulen (BMHS) in einem Brief, der der „Presse" vorliegt. „Aus dem Ministerium erreichen uns unglaubliche Nachrichten", heißt es darin. Die Einsparungsliste sei lang. So plane das Ressort, die übliche Teilung der Klassen in den Hauptfächern in der neunten Schulstufe zu streichen. Klassen ab 31 Schülern würden dann in Deutsch, Mathematik und Englisch nicht mehr in zwei Gruppen geteilt werden. Zudem könnte der Sparstift bei praktischen Gegenständen angesetzt werden: Dann würden die Gruppen in Laboren und Werkstätten größer werden. Denn werden Klassen seltener geteilt, sind weniger Lehrer nötig. Und das spart Geld.

Laut Gewerkschaft ist all das bereits fix. Ihr Vorsitzender Jürgen Rainer warnte vor „verheerenden Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation" und „nicht absehbaren pädagogischen Konsequenzen". Im Ministerium wollte man das Ganze nicht kommentieren. Ausgeschlossen wurde nur, dass es Kürzungen bei der Ganztagsschule und im Frauenbereich gibt. (j.n.)

 

 

Die Presse – 11. April 2014

 

 

Zentrale Schularbeit: Ministerium will Resultate per Mail

Lehrer sollen die Ergebnisse der jüngsten zentralen Mathe-Probeschularbeit übermitteln. Zwar anonymisiert – aber einfach per Mail.

Datensicherheit: Das war das große Schlagwort, unter dem Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) alle Bildungstests von PISA abwärts absagte. Umso stutziger macht eine Anweisung, die kürzlich per Brief an alle Landesschulräte geflattert ist: Darin werden die Lehrer aufgefordert, die Klassenergebnisse der jüngsten zentralisierten Probeschularbeit in Mathematik zur Auswertung ans Ministerium zu schicken. Anonymisiert zwar, aber dafür einfach per E-Mail.

Die Probeschularbeiten sollen die Schüler der siebten AHS-Klassen auf die Zentralmatura vorbereiten, an der sie kommendes Jahr verpflichtend teilnehmen. Insgesamt 400 Schulen führen die Zentralmatura heuer freiwillig zumindest in einzelnen Fächern durch. Zwei Schulstandorte – setzen die ganze Zentralmatura um. Die Probeschularbeit ging inklusive Benotungsschlüssel an die Schulen. Die Lehrer konnten sie entweder als echte Schularbeit oder freiwillige Übung einsetzen.

Datei mit Ergebnissen per E-Mail

Laut dem Brief, der der „Presse" vorliegt, sollen nun „die anonymisierten Klassenergebnisse" der jüngsten Mathematik-Probeschularbeit „in der dazu bereitgestellten EXCEL-Datei" an einen Mitarbeiter des Ministeriums gemailt werden. Namen von Schülern, Klasse, Schule oder Schulkennzahl sollen codiert bzw. weggelassen werden. Es bleiben Geschlecht, Schulform (welche Art von AHS) und Bundesland. Im Prinzip Daten, wie sie auch bei den abgesagten Bildungsstandards erhoben wurden.

Sinn des Ganzen: Die Daten sollen nach der Auswertung einerseits die Mathematiklehrer bei der Einschätzung und Interpretation der Ergebnisse ihrer Klasse unterstützen. Zugleich sollen die Ergebnisse Rückmeldungen geben, die bei der Erstellung der tatsächlichen Zentralmaturabeispiele nützlich sein könnten. Auch für die einzelnen Bundesländer werden Ergebnisse ausgewertet. Sie werden dem Landesschulrat rückgemeldet.

Sicherheitsdebatte nach Datenleck

Heinisch-Hosek hatte nach einem Datenleck beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt, da beim BIFIE, das die Erhebungen durchführt, die Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Konkret waren 400.000 anonymisierte Testdaten von Schülern und zehntausende E-Mailadressen von Lehrern unverschlüsselt auf einem rumänischen Server im Netz gelandet.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 11.04.2014                             Seite: 18

Ressort: Bundesland-Thema

 

Steiermark

 

Matura neu: Schüler sind bereit

 

Am 5. Mai beginnen die Schulversuche an 46 steirischen AHS: Während Direktoren die Zentralmatura begrüßen, befürchten Schüler- und Elternvertreter einen Niveauabfall.

 

   KATHARINA PILLMAYR

 

   Die Wogen haben sich nach Auffliegen des Datenlecks bei Schülertests geglättet. Nachdem kurz auch die Zentralmatura auf der Kippe stand, wird sie nun aber wie geplant durchgeführt. Knapp vier Wochen haben die Steirer Zeit, um sich auf die Matura vom 5. bis 13. Mai vorzubereiten. Viele von ihnen legen diese in Form der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung ab. Insgesamt machen 46 AHS Schulversuche (flächendeckend an AHS ab 2014/15, an BHS ab 2015/16). Manche führen sie in einzelnen Fächern (meist in Englisch) durch, andere in allen.

 

   Am BG/BRG Klusemann etwa werden die Maturanten heuer in allen Fächern zentral geprüft (zudem wurden in einer Klasse auch vorwissenschaftliche Arbeiten verfasst). „Wir sind in Englisch seit Beginn an dabei, prüfen in Mathe seit drei und Deutsch seit zwei Jahren zentral", erklärt Direktor Klaus Tasch. Die Vorteile des standardisierten Modells sind für ihn klar: „Es ist fairer und nicht mehr lehrerabhängig, vergleichbarer und das Lernen ist nachhaltiger, weil nicht mehr so viel auswendig gelernt wird."

 

   Stefan Wagner, Landesschulsprecher für AHS, ortet gerade hier das Problem: „Hundertprozentig wird damit nur eine Nivellierung nach unten verschönert. Damit die Prüfung jeder schafft, werden leichte Aufgaben gestellt." Besonders schwer tut sich der Schülervertreter mit dem Korrektursystem für Deutsch, das in sieben Kategorien eingeteilt ist: „Wenn zum Beispiel jemand 15 Fehler bei der Groß-und Kleinschreibung macht, ist nur diese eine Kategorie negativ – ein Fünfer ist in Wahrheit unmöglich."

 

   Angst vor Niveauverlust

 

   Andreas Waltenstorfer, Vorsitzender des Landesverbandes der Elternvereinigungen an höheren und mittleren Schulen der Steiermark, geht einen Schritt weiter und meint, es wären „theoretisch auch mit 20 schweren Fehlern in derselben Kategorie Einser oder Zweier möglich". Dem hält Tasch entgegen, dass „man nie ein optimales System finden wird". Zudem erachte er die Aufgabenstellung für sinnvoll und durchdacht und glaubt, dass die Zentralmatura zu einem Qualitätsplus führt. Die These, wonach das Niveau sinken würde, ist für ihn ungerechtfertigt. „Da bräuchte man erst eine Analyse, wie das Niveau bisher war – verallgemeinern kann man das nicht."

 

   Auch am BG/BRG Kapfenberg wird bei der Matura seit einigen Jahren in den Fremdsprachen zentral geprüft. Die Vorbereitungen auf den Mai sind größtenteils abgeschlossen. „Wir haben in der ganzen Oberstufe diese Testformate, die Schüler sind intensiv vorbereitet und wissen, was auf sie zukommt", sagt Englischlehrer Christoph Bleymaier. Auch meint er, dass es unmöglich sei, sich nicht damit zu beschäftigen, da alle Bücher und Lehrmaterialien auf die standardisierte Reifeprüfung ausgerichtet sind. In Kapfenberg stellen alle Englischlehrer auch die Schularbeiten seit Jahren gemeinsam zusammen. Und die Siebentklässler haben die zentrale Mathematik-Probeschularbeit gemacht. „Die ist sehr gut ausgefallen, so können wir den Schülern die Angst nehmen", sagt Direktor Peter Zwigl.

 

   Schreckgespenst spukt

 

   Aufgrund der öffentlichen Diskussion „spukt da ein Schreckgespenst herum" und darauf stiegen die Schüler ein. Grund zur Angst und Hürden gäbe es aber eigentlich keine. Dennoch räumt Bleymaier ein, dass für nächstes Jahr noch viele Fragen für den mündlichen Bereich offen seien.

 

   Schüler haben weniger Bedenken, weiß auch Wagner: „Es gab mehr Informationen vom Bifie und die Strukturen sind klare. Das hat vielen die Angst genommen." Trotzdem sei die Zentralmatura nicht die beste Lösung, „da man keine Gleichmacherei erzwingen kann".

 

   Waltenstorfer meint, dass nun keine Hysterie mehr herrsche, sich die Verschiebung der Zentralmatura im Sinne der Vorbereitungsdauer aber bewährt hätte. „An den Klausurtagen wird am Bifie eine Hotline eingerichtet. Wir sind bemüht, über die Landesschulinspektoren jene Hilfestellungen zu leisten, die die Schulen benötigen", erklärt Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner.

 

 

 

Österreich – 11. April 2014

 

 

Wien

 

Ganztagsschulen: Ausbau ist fix

Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek will Schulreform trotz Sparkurs.

 

Riesenwirbel nach dem ÖSTERREICH-Bericht über die Sparvorgaben für das Unterrichtsressort: Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek muss in ihrem Bereich 68 Millionen Euro für das Jahr 2014 und 2015 weitere 60 Millionen einsparen – zusammen also 128 Millionen Euro.

 

In ÖSTERREICH hatte die Ministerin versprochen, dass die Schüler von Sparmaßnahmen nicht betroffen sein werden. Am Donnerstag legte die SPÖ-Politikerin nach: Der angekündigte Ausbau der Ganztagsschule sei dennoch fix. „Trotz der Einsparungen, die auch mein Ressort bringen wird, sind die Reformprojekte nicht gefährdet."

 

400 Mio. € bis 2018. Für mehr Ganztagsschulen sind zusätzliche 400 Mio. € von 2014 bis 2018 reserviert. Der Regierungspakt sieht vor, dass an jedem Standort „mindestens eine Klasse pro Jahrgang" ganztägig geführt wird. Auch der Ausbau der Kinderbetreuung werde mit 350 Millionen gefördert – derzeit laufen Verhandlungen mit den Ländern.

 

Lehrer: Mehr Schüler in der Klasse. Heinischs Ankündigung ruft jetzt die Lehrer auf den Plan: Die Gewerkschaft an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) warnt vor größeren Gruppen im Zuge der Einsparungen. So könnte laut Presse die Teilung der Klassen in den Hauptfächern in der 9. Schulstufe fallen. Die Folge: deutlich größere Kassen. Derzeit wird eine jeweilige Klasse ab 31 Schülern geteilt.

 

 

Der Standard – 11. April 2014

 

 

Lehrer warnen vor größeren Klassen

Auch das Bildungsministerium muss drastisch sparen, Rücklagen gibt es keine mehr

Wien - Die Gewerkschaft der Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) warnt vor größeren Gruppen an den Schulen im Zuge der budgetbedingten Einsparungen im Bildungsministerium. So könnte die Teilung der Klassen in den Hauptfächern in der 9. Schulstufe fallen, heißt es in einem Brief, der dem Standard vorliegt.

Im Ministerium wollte man das Schreiben vorerst nicht kommentieren. Derzeit werden Klassen ab 31 Schülern in Deutsch, Mathematik und Englisch in zwei Gruppen geteilt. Auch die Teilungszahlen in den praktischen Gegenständen könnten nach oben gesetzt werden, fürchtet die Gewerkschaft. Werden Klassen seltener geteilt, sind für den Unterricht weniger Lehrer nötig.

Neue Klassen ab 25 Schülern

Einsparungen seien auch bei neuen Klassen möglich - so könnten solche künftig erst ab 25 Schülern eingerichtet werden. Auch um das Zusatzentgelt für die Betreuung von Kustodiaten bangen die Personalvertreter.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) muss heuer 68 Millionen und 2015 noch einmal 60 Millionen Euro einsparen. Kürzungen beim Ausbau der Ganztagsschule und im Frauenbereich hat die Ministerin bereits ausgeschlossen. Im Bildungsressort entfällt der größte Brocken der Ausgaben auf den Personalbereich, also vor allem die Lehrergehälter.

Wichtig war der Ministerin die Botschaft: "Den Kindern wird nichts genommen" - das sei also auch an dieser Stelle vermeldet. Allein, wie soll dann das vom Finanzminister ausgegebene Sparziel erreicht werden? Über die Kürzung der Ermessensausgaben (vergleichbar mit einer Art Handkasse für Minister) und - von allen Ministerien gerne genannter Rotstiftkandidat - über Einsparungen in der Verwaltung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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