Freitag, 9. Mai 2014

2014.04.09: Bildung

APA0537 II, XI 09.05.2014 15:41:31

 

Zentralmatura - Heinisch-Hosek: "Ich habe die Nase voll"

Utl.: Bildungsministerin verschärft Kritik an Bifie: "Redimensionierung" steht an

Politik/Bildung/Oberstufe/Tirol/Österreich

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat nach den jüngsten Pannen bei der Zentralmatura die Kritik an den Verantwortlichen des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) massiv verschärft. Es seien schwerwiegende Management- und Kommunikationsfehler passiert, diese gelte es nun im Zuge einer internen Revision zu überprüfen, erklärte die Ministerin vor Journalisten in Innsbruck.

"Ich habe die Nase voll und kann das nicht mehr länger akzeptieren", sagte Heinisch-Hosek am Freitag am Rande einer Veranstaltung der SPÖ-Frauen in Innsbruck. Man müsse nun "tabulos" diskutieren, damit die Zentralmatura kommendes Jahr ohne Probleme vonstattengehen könne. Mit Ergebnissen der internen Revision sei in zwei bis vier Wochen zu rechnen. "Dann entscheide ich", meinte die Ministerin.

Vor allem ein Dorn im Auge war Heinisch-Hosek die Kommunikationspolitik des Bifie. Es sei "sehr schlampig" und teilweise unabgesprochen mit dem Ministerium kommuniziert worden. Insbesondere bei der Englisch-Zentralmatura läge das Problem rein an diesen Kommunikations-Defiziten, so die Bildungsministerin.

Bezüglich der Bandbreite beim Beurteilungsschlüssel in den Fremdsprachen habe ihr eine Expertenkommission mitgeteilt, dass die Bewertung so stattfinden werde. Von einigen Lehrern habe sie gehört, schon von dieser Bandbreite bei den Prozentgrenzen für eine positive Note gewusst zu haben, von einigen anderen wieder nicht. Auf die Frage, ob die 63 Prozent-Hürde für eine positive Beurteilung ausgesetzt werde, meinte die Ministerin, dass man auch das in "aller Ruhe" zu entscheiden habe. Sie wolle aber die nun vorliegenden Ergebnisse nicht verfälschen, indem sie diese jetzt ändere.

Einer kompletten Auflösung des Bifie wollte Heinisch-Hosek am Freitag nicht das Wort reden. Sie sei jedoch für eine "Redimensionierung" der Einrichtung. Schließlich hätten etwa die zwei vorhandenen Standorte für eine "Unübersichtlichkeit" gesorgt. Gegenüber der APA erklärte sie, dass die Frage einer möglichen Durchführung der Zentralmatura durch das Ministerium selbst - wie von den Grünen gefordert - im Zuge der "Redimensionierung" diskutiert werden solle. Dabei gelte es herauszufinden, wo das Ministerium etwa selber tätig werden könne. Einen Rücktritt schloss die Ministerin kategorisch aus.

(schluss) ede;wim;aku;ks

APA0497 II, XI 09.05.2014 14:59:57

 

Diesmal fehlten Mathe-Aufgaben - Zentralmatura weiter in der Kritik

Utl.: An fünf Wiener AHS unvollständige Testhefte - Heinisch-Hosek: "Es ist genug"

Oberstufe/Österreich/Zusammenfassung

Die Generalprobe für die ab 2015 an allen AHS verpflichtende Zentralmatura kommt nicht aus der Kritik. Am Freitag fanden an fünf Wiener AHS die Schüler in einem Mathe-Testheft nur 8 statt 24 Aufgaben vor. Nach dieser Panne und der Diskussion über die hinaufgesetzte Punktgrenze in den Fremdsprachen will Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".

Im Fach Mathematik läuft der Zentralmatura-Schulversuch an 28 AHS und 20 berufsbildenden höheren Schulen (BHS). An fünf der acht teilnehmenden Wiener Schulen musste die Reifeprüfung wegen fehlender Aufgaben kurz unterbrochen werden. Die Direktoren wurden vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das die zentrale Reifeprüfung abwickelt, per Mail angewiesen, auf das Backup-System zurückzugreifen und die Aufgaben aus dem Internet herunterzuladen. Die Matura wurde dann nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt.

Heinisch-Hosek will nach Ende des heurigen Zentralmatura-Durchgangs am kommenden Mittwoch nun sowohl die Reifeprüfung als auch das Bifie "ohne Tabus überprüfen": "Es ist genug, da ist zu viel passiert." Es werde eine interne Überprüfung des Bifie-Managements eingeleitet. Zunächst hätten aber die Schüler das Recht, die Matura - soweit das noch möglich sei - einigermaßen in Ruhe zu Ende zu bringen. In der kommenden Woche stehen noch die Klausuren in Italienisch, Latein und Griechisch am Programm.

Zuletzt hatten die lebenden Fremdsprachen für Unruhe gesorgt: Bei den am Dienstag abgehaltenen Schulversuchen zur Englisch-Zentralmatura mussten für eine positive Note 63 Prozent der Punkte erreicht werden. Bei den bisherigen Probeläufen waren es dagegen immer nur 60 Prozent gewesen. Die Lehrer wurden darauf erst aufmerksam, als ihnen nach der Klausur die Beurteilungsschlüssel übermittelt wurden. Im Fach Französisch waren am Donnerstag dann etwas über 62 Prozent für ein "Genügend" nötig. Im Bifie argumentierte man damit, dass die heurigen Aufgaben etwas leichter gewesen seien und daher mehr Punkte erreicht werden mussten. Über die Möglichkeit dieser Vorgangsweise wurde zwar in diversen Rundschreiben informiert, allerdings eher in Fußnoten. Auf der Homepage des Ministeriums war sogar zum Zeitpunkt der Matura ein "Gesamtcutscore (Notenschwelle, Anm.) von 0,6" (also 60 Prozent der Punkte) für eine positive Note angeführt.

In den Fremdsprachen kommt jetzt daher eine Art Kulanzmodell zum Tragen: Laut Bifie sollen die Lehrer in knappen Fällen bei der Korrektur vom vorgegebenen Notenschlüssel abweichen können und die "Gesamtleistung" bewerten.

In den "Salzburger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe) übten Germanisten und die IG Autoren außerdem Kritik an einer der Deutsch-Reifeprüfungsaufgaben. Die literarische Aufgabe habe die Maturanten "völlig überfordert". Die Aufgabe, für die ein aus der Nachkriegszeit stammender Text des deutschen Autors Manfred Hausmann ausgewählt wurde, blende die historische Rezeptionssituation im Jahr 1947 völlig aus. Der Text "Die Schnecke" hätte damals von bestimmten Lesern als Pardonierung für Naziterror und Holocaust verstanden werden können.

Die Grünen fordern als Konsequenz aus der Mathe-Panne, dem Bifie die Zentralmatura zu entziehen und vom Ministerium durchführen zu lassen. Die FPÖ und das Team Stronach verlangen den Rücktritt Heinisch-Hoseks und die Auflösung des Bifie.

(schluss) aku;nt;jul

OTS0219 II, CI 09.05.2014 14:44:50

 

Stronach/Lugar: Schluss mit der kostspieligen Bifie-Pannenshow

Utl.: Zentralmatura wird zu ungewolltem "Stress-Test" für Schüler

Team Stronach/Lugar/Bildung/Oberstufe/Bifie

"Irren ist menschlich, doch Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat sich mit dem Bifie hoffnungslos verirrt. Nachdem das Institut nicht einmal imstande ist, dafür zu sorgen, dass die Ausdrucke für die Testpakete vollständig sind, ist der Gipfel an Dilettantismus erreicht. Der unfähige Kostenfaktor Bifie gehört von der Liste gestrichen, denn er wird immer mehr auch zu einer unberechenbaren Belastung für Schüler und Lehrer, einem ungewollten Stresstest", stellt Team Stronach Bildungssprecher Robert Lugar zu den neuerlichen Pannen bei der Zentralmatura fest.

Lugar erinnert daran, dass der Rechnungshof seine Forderungen nach Auflassung des Bifie wegen Ineffizienz schon vor einigen Wochen bestätigt hat. Das Ministerium sollte die Zentralmatura deshalb in Zukunft selbst organisieren. Doch die Bildungsministerin, die hierfür die Verantwortung trägt, habe jegliches Vertrauen in ihre eigene Kompetenz verspielt. "Unser Land kann sich angesichts des milliardenschweren Schuldenbergs keine kostspielige Pannenshow leisten", betont Lugar und schließt sich der immer lauter werdenden Forderung nach einem Rücktritt Heinisch-Hoseks an.

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Team Stronach Parlamentsklub/Presse
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