Montag, 5. Mai 2014

2014.05.05: Bildung

OTS0170 II 05.05.2014 14:53:29

 

Heinisch-Hosek: Mehr Chancengerechtigkeit durch neue Matura

Utl.: Faire Bedingungen und Vergleichbarkeit gegeben

Bildung/Matura/Schule

"Die neue Matura wurde über 10 Jahre gut vorbereitet, auch die Bedenken der Schülervertretung zu Teilaspekten konnten wir durch verstärkte Kommunikation und Information ausräumen. Sie bringt mehr Fairness und gleiche Bedingungen für alle Maturanten. Und mehr Objektivität", betont Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute anlässlich des Starts der neuen Matura an den Schulversuchs-Standorten. Es hänge künftig nicht mehr vom Lehrer oder der Lehrerin ab, welche Fragen kommen, gleiche Bedingungen für alle Schülerinnen und Schüler seien gewährleistet.

"Die neue Matura bedeutet bessere Vergleichbarkeit und auch, dass wir eigenständiges Denken stärker fordern und fördern, etwa durch die vorwissenschaftlichen Arbeiten bzw. Diplomarbeiten. Und sie bringt für weiterführende Bildungseinrichtungen eine leichtere Vergleichbarkeit und Anerkennung", so die Bildungsministerin.

Insgesamt nehmen 321 AHS- und 71 BHS-Standorte an der standardisierten schriftlichen Reife- und Diplomprüfung teil. Die neue Matura gilt ab dem Schuljahr 2014/15 für AHS verpflichtend, für die BHS ab 2015/16.

"Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern alles Gute und viel Erfolg", so die Ministerin abschließend.

Rückfragehinweis:
Dr.in Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Telefon: + 43 1 53120-5025
julia.valsky@bmbf.gv.at


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APA0270 II, XI 05.05.2014 13:18:26

 

Zentralmatura: AHS-Direktorensprecher mit Vorbereitung zufrieden

Utl.: Zillner: Ausreichend Material zur Vorbereitung - FPÖ will Streichung der Vorwissenschaftlichen Arbeit - Hopmann: "Idee pädagogisch unvertretbar" - GRAFIK

Schule/Oberstufe/Österreich

"Ordentlich und bemüht" nennt AHS-Direktoren-Sprecher Wilhelm Zillner die Vorbereitung des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) auf die schriftliche Zentralmatura, die auch an seiner Schule (BRG/ORG Kirchdorf an der Krems) in allen Fächern als Schulversuch durchgeführt wird. "Wir sehen dem Ganzen mit großer Gelassenheit entgegen", so Zillner am Montag zur APA.

Bei der Premiere der aktuellen Schulversuchsrunde heute, Montag, seien alle Unterlagen dagewesen, die Hilfe-Seite des Bifie funktioniere und auch im Vorfeld seien den Lehrern ausreichend Lehrunterlagen zur neuen schriftlichen Matura zur Verfügung gestellt worden. "Hier gibt es schon seit langer Zeit gutes Material", weist er sogar die Kritik zum Fach Mathematik zurück, wegen der der verpflichtende Start der einheitlichen schriftlichen Reifeprüfung um ein Jahr auf 2014/15 (AHS) bzw. 2015/16 (berufsbildende höhere Schulen/BHS) verschoben wurde.

Generell plädiert er dafür, die neue Reifeprüfung "nicht zu verteufeln": Wenn man für mehr Schulautonomie und damit mehr Freiheiten bei Lehrplan- und Unterrichtsgestaltung eintrete, sei es legitim zu überprüfen, ob auch an allen Schulen gewisse Ziele erreicht werden. Außerdem gebe es zentrale Vorgaben ohnehin nur bei den schriftlichen Klausuren und nicht bei den beiden anderen Säulen der neuen Matura: Bei der mündlichen Matura könne man durch den von den Fachlehrern erstellten Fragenpool immer noch schulische Schwerpunkte abbilden, und die einzelnen Schüler könnten bei der vorwissenschaftlichen Arbeit völlig frei nach ihren jeweiligen Interessen und Begabungen ein Thema bearbeiten.

An ebenjener vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) übt unterdessen FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz massive Kritik und kündigt einen Initiativantrag für deren Abschaffung an. Die Vorbereitung der VWA sei mangels klarer Vorgaben "chaotisch verlaufen", so Rosenkranz in einer Aussendung. So seien in manchen Bundesländern alle Exposees, die für die Genehmigung des Themas eingereicht werden müssen, angenommen worden, während es in anderen viele Ablehnungen gegeben habe. Bis Ende März der siebenten Klasse muss das Thema der VWA dem Landesschulrat vorgelegt werden, der bis Ende April entweder zustimmen oder ein neues Themas verlangen kann. Abgabe ist am Ende der ersten Unterrichtswoche des zweiten Semesters der achten Klasse.

Auch Zillner weiß von "durchaus unterschiedlichen Vorgaben", sieht darin allerdings kein Problem. Immerhin seien seines Wissens die Themen der Arbeiten nicht grundsätzlich zurückgewiesen, sondern nur Präzisierungen etwa bei der Literaturliste eingefordert worden. "Im Pilotdurchgang hätte ich mir etwas mehr Großzügigkeit gewünscht", forderte er mehr Gelassenheit ein.

Kritik an der Form der Zentralmatura kommt vom Bildungswissenschafter Stefan Hopmann (Uni Wien). Die Schüler, die diese heute bearbeiten müssten, seien "Versuchskaninchen für eine Idee, die nicht gut ist, pädagogisch unvertretbar ist", so Hopmann im Ö1-"Mittagsjournal". Er plädiert daher dafür, dass nicht alle Aufgaben vom Bifie vorgegeben werden, sondern der Großteil von der Schule kommt. "Hat mein Lehrer einen falschen Schwerpunkt erwischt, habe ich Pech gehabt." Und: "Je zentraler ein Test, desto ungerechter ist er", so Hopmann im "Kurier" (Montag-Ausgabe).

Differenziert sieht das die ehemalige AHS-Direktorin und Vorsitzende der Initiative BildungGRENZENLOS, Heidi Schrodt. Es sei grundsätzlich fragwürdig, dass nur die Leistung eines Tages für einen erfolgreichen Schulabschluss zähle. "Andererseits ist es genau das, was wir an den Universitäten haben", so Schrodt im "Mittagsjournal" - und auf diese bereite ja die Matura auch vor. Sie plädiert für eine Einbeziehung der Leistungen der beiden letzten Schuljahre in die Beurteilung. Aufgrund der Vergleichbarkeit der Leistungen positiv sieht die Zentralmatura die Bildungspsychologin Christiane Spiel.

(GRAFIK 0220-14, Format 88 x 94 mm)

(schluss) jle;aku;spu

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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