Donnerstag, 8. Mai 2014

2014.05.08: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 8. Mai 2014

 

 

Englisch-Matura: Verwirrung um Benotungsschlüssel

Ein Genügend gibt es erst ab 63 Prozent statt wie bisher ab 60 Prozent, kritisieren Lehrer und Schüler. Der Grund ist statistischer Natur.

Nach der Generalprobe für die Englisch-Zentralmatura gestern, Dienstag, herrscht unter Lehrern und Schülern Verwirrung. Der Grund: Der Notenschlüssel sei anders als in den jüngsten Klausuren und Probeschularbeiten. Konkret: Die Untergrenze für einen Vierer ist höher als bisher. Ein Genügend gibt es demnach heuer erst ab 63 Prozent statt ab 60 Prozent, wie der oberste AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin kritisiert.

Der Grund ist statistischer Natur, wie das zuständige BIFIE-Institut erklärt: Man habe immer von einem "Richtwert" von 60 Prozent gesprochen, der je nach Schwierigkeitsgrad der konkreten Prüfungen variieren könne. Es sei nicht möglich, für die Überprüfung der Lesekompetenz Texte zu finden, die bei jedem Maturatermin "exakt gleich schwierig sind". "Heuer wurden aus dem Pool an möglichen Aufgaben Prüfungspakete bestimmt, die tendenziell etwas leichter sind", heißt es aus dem Institut.

Eine Grenze von 63 Prozent bedeute aber nicht, dass die Prüflinge mehr können müssten, um eine positive Note zu erhalten. "Fakt ist: Weil diese Matura einige etwas leichtere Aufgabenstellungen beinhaltet, die Matura insgesamt aber nicht leichter sein soll als die im Folgejahr oder beim Nebentermin im Herbst, muss dieser Wert leicht angehöben werden." Bei schwierigeren Aufgaben werde umgekehrt verfahren. Alles andere wäre unfair.

Quin sieht Kommunikationsproblem

Dass es daher nun mehr Fünfer geben werde, glaubt auch Gewerkschafter Quin nicht. Er sieht aber ein massives Kommunikationsproblem. „Auch, wenn das inhaltlich argumentierbar ist, ist es empörend, dass man das nicht im Vorfeld kommuniziert hat und eine Zumutung für die Kandidatinnen und Kandidaten.“ Zudem stellt er die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, die Beispiele von vornherein zu auszuwählen, dass die üblichen 60 Prozent eben die Untergrenze für eine positive Note darstellen.

In offenen Briefen kritisieren Lehrer von zwei Schulen die "sachlich nicht nachvollziehbare Verschärfung". Die Hinaufsetzung der Grenze für ein Genügend wiedersprechen nicht nur den sonst gültigen Rechtsnormen, wonach die Schüler vor Klausuren die Notenschlüssel erfahren müssten, sondern zeuge auch von einem "Mangel an pädagogischer Sensibilität und Wertschätzung". Dieser "Unfug" sei sofort zu korrigieren. Es müsse einem Expertenteam doch möglich sein, Maturaaufgaben entsprechend zu gestalten.

Schüler sind verunsichert

Auch die Schüler sind verunsichert. „Für die Schüler war nicht nachvollziehbar, wie viele Punkte bei den einzelnen Aufgaben erzielbar sind beziehungsweise wie sie gewichtet werden“, kritisiert der Obman der Schülerunion, Thomas Gaar. Und weiter: „Warum wurde diese Änderung des Notenschlüssels nicht im Vorhinein kommuniziert?"

Aus dem BIFIE heißt es dazu: Über diese neue Art der Benotung seien Schüer und Lehrer informiert worden, die Bundesschülervertretung konkret am 10. Dezember 2013. Den Schulleitern und der Schulaufsicht habe man im April umfassende Informationen per E-Mail zukommen lassen.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 106 vom 08.05.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Englischmatura wurde über Nacht schwieriger

 

   WIEN. Schüler- und Lehrervertreter protestieren gegen den Notenschlüssel bei der am Dienstag abgehaltenen Englisch-Zentralmatura. So sei die Punktegrenze für eine positive Beurteilung statt wie bisher nicht bei 60, sondern bei 63 Prozent der Punkte gelegen. Im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) betonte man, dass die 60 Prozent nur ein „Richtwert“ gewesen seien.

 

   In offenen Briefen kritisieren Lehrer von zwei Schulen die „sachlich nicht nachvollziehbare Verschärfung“. Man habe die Schüler jahrelang nach dem von Bifie und Bildungsministerium vorgegebenen Beurteilungsraster benotet. Die Hinaufsetzung der Grenze für ein „Genügend“ widerspreche nicht nur den sonst gültigen Rechtsnormen, wonach die Schüler vor Klausuren die Notenschlüssel erfahren müssen, sondern zeuge auch von einem „Mangel an pädagogischer Sensibilität und Wertschätzung für die betroffenen Schüler/-innen und Lehrer/-innen“, heißt es etwa in einem Protestschreiben einer Wiener AHS. Die ÖVP-nahe Schülerunion ärgert ebenfalls, dass die Änderung des Notenschlüssels nicht im Vorhinein kommuniziert wurde. Außerdem sei der Beurteilungsschlüssel der einzelnen Aufgaben nicht angegeben gewesen.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 106 vom 08.05.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Lehrervertreter drohen Unterrichtsministerin

 

WIEN. Die Lehrervertreter an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) haben Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) aufgefordert, die Verordnungen zu ihren ursprünglichen Sparvorschlägen wie angekündigt zurückzunehmen. Die Personalvertretungen an den Schulen sollten vorher den Diensteinteilungen nicht zustimmen.

 

 

Österreich – 8. Mai 2014

 

 

Notenschlüssel manipuliert? 

Wirbel um Neue Matura

Das Institut BIFIE soll die Beurteilung der Englisch-Zentralmatura manipuliert haben.

Am Dienstag wurde in 318 Allgemein Bildenden Höheren Schulen (AHS) die Zentralmatura in Englisch abgehalten – am Tag danach kam es erneut zum Wirbel: Die Landeschülervertretung Wien wirft dem Bundesinstitut BIFIE vor, dass der Notenschlüssel nachträglich manipuliert worden sein soll. Anstatt 60 Prozent der Arbeit müssten die Schüler nun 63 Prozent der Aufgaben richtig erledigen, um positiv zu sein.

"Schüler dürfen nicht die Versuchskaninchen sein"
Dem Vernehmen nach soll die Matura als zu leicht empfunden und erschwert worden sein. „Ich bin schockiert über die Willkür, die das BIFIE gezeigt hat. Es wirkt, als wäre die Zentralmatura nicht ausgereift“, so Landesschulsprecher Tobias Biwald.

BIFIE-Direktor Martin Netzer rechtfertigt sich: „Heuer wurden Prüfungspakete bestimmt, die etwas leichter sind, deshalb müssen die Schüler 63 Prozent erreichen. Das ist korrekt und entspricht dem neuen Benotungsprinzip. Das BIFIE hat immer von 60 Prozent als Richtwert gesprochen.“

 

"Österreich" vom 08.05.2014                                   Seite 8

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Lehrer: Den Unfug sofort korrigieren

 

Verärgerte Lehrer in Wien kritisierten in offenen Briefen das Bundes-Bildungsinstitut BIFIE.

 

Wien. Lehrer der Wiener Kundmanngasse verfassten einen offenen Brief: "Die Hinaufsetzung der Grenze widerspricht den gültigen Rechtsnormen und ist ein Mangel pädagogischer Sensibilität", heißt es darin. Und: "Dieser Unfug ist sofort zu korrigieren." Die Lehrer fordern eine fixe Grenze (60%) für eine positive Note bei der schriftlichen Matura.

 

 

Der Standard – 8. Mai 2014

 

 

Schüler- und Lehrerprotest gegen Englisch-Notenvorgaben

"Genügend" erst ab 63 statt 60 Prozent der Punkte – Bifie: 60 Prozent waren nur "Richtwert", heuer dafür leichtere Aufgaben

Wien – Schüler- und Lehrervertreter haben am Mittwoch gegen den Notenschlüssel bei der am Dienstag abgehaltenen Englisch-Zentralmatura protestiert. So sei die Punktegrenze für eine positive Beurteilung statt wie bisher nicht bei 60, sondern bei 63 Prozent der Punkte gelegen. Im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) betonte man, dass die 60 Prozent nur ein "Richtwert" gewesen seien. 

In Offenen Briefen kritisieren Lehrer von zwei Schulen die "sachlich nicht nachvollziehbare Verschärfung". Man habe die Schüler jahrelang nach den vom Bifie und Bildungsministerium vorgegebenen Beurteilungsraster benotet. Die Hinaufsetzung der Grenze für ein "Genügend" widerspreche nicht nur den sonst gültigen Rechtsnormen, wonach die Schüler vor Klausuren die Notenschlüssel erfahren müssen, sondern zeuge auch von einem "Mangel an pädagogischer Sensibilität und Wertschätzung für die betroffenen SchülerInnen und LehrerInnen", heißt es in einem Protestschreiben von Englisch-Lehrern einer Wiener AHS.

"Unfug" sofort korrigieren

Dieser "Unfug" sei sofort zu korrigieren, so die Lehrer. "Es muss einem Expertenteam doch möglich sein, Maturaaufgaben so zu gestalten, dass der 'Cut-Score' genau 0,6 ist und derartige Irritationen vermieden werden können." Die VP-nahe Schülerunion ärgert ebenfalls, dass die Änderung des Notenschlüssels nicht im Vorhinein kommuniziert wurde. Außerdem sei der Beurteilungsschlüssel der einzelnen Aufgaben nicht angegeben gewesen.

Bifie-Direktor Martin Netzer betonte dagegen in einer Aussendung, dass bei Schulungen sowie in Schreiben an Schulleitungen und Schulaufsicht immer von 60 Prozent als "Richtwert" gesprochen worden sei, der je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben variieren könne. "Das bedeutet: Wenn eine Prüfung vergleichsweise schwierig ist, dann müssen etwas weniger Punkte erreicht werden im Vergleich zu Prüfungen, die tendenziell etwas leichter sind. Dieses Vorgehen sorgt für Fairness und Vergleichbarkeit." 

"Tendenziell etwas leichter"

Heuer seien aus dem Aufgabenpool Prüfungspakete gewählt worden, "die tendenziell etwas leichter sind": "Deshalb müssen etwa die Schüler/innen an AHS in Englisch 63 Prozent erreichen. Das ist korrekt und entspricht dem neuen Benotungsprinzip." Über diese neue Art der Benotung seien Schüler wie Lehrer informiert worden, die Bundesschülervertretung im Rahmen eines Treffens mit Ministeriumsvertretern im Dezember des Vorjahrs, Direktoren und Schulaufsicht im April per Mail.

"Der Cut Score trägt dem Umstand Rechnung, dass es nicht möglich ist, Texte für die Überprüfung der Lesekompetenz zu finden, die bei jedem Matura-Termin exakt gleich schwierig sind", begründete die Englisch-Didaktikerin Carol Spöttl (Uni Innsbruck). Dasselbe gelte auch für die Hörbeispiele. "Um die Matura fair und auf konstantem Anspruchsniveau zu halten, muss also ein Bewertungsmaßstab geschaffen werden, der sicherstellt, dass schwierigere Aufgaben weniger ins Gewicht fallen als leichtere Aufgaben." Weil diese Matura einige etwas leichtere Aufgabenstellungen beinhaltet habe, die Reifeprüfung insgesamt aber nicht leichter sein solle als die Matura im Folgejahr oder die Matura beim Nebentermin im Herbst, sei der Cut Score leicht angehoben worden. Umgekehrt werde dieser dann auch gesenkt, wenn einige etwas schwierigere Aufgaben gestellt würden.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 08.05.2014                            Seite: 2

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Wi, Morgen

 

Empörung bei Lehrern, Eltern und Jugendlichen Schlüssel für

 

Schul-Panne: Notenchaos bei neuer Zentralmatura

 

Wien. - Der Applaus für die Zentralmatura hielt nur kurz an. Denn schon am zweiten Tag der neuen Reifeprüfung kam es wieder einmal zu einer Bildungs-Panne. Der Vorwurf an den Schulen lautet: Der Notenschlüssel wurde kurzfristig sowie still und heimlich in die Höhe geschraubt - jetzt herrscht ein Chaos bei den Beurteilungen.

 

   Generalprobe für die neue, bereits um ein Jahr verschobene, Zentralmatura. Bei der Englisch-Reifeprüfung hagelte es wieder einmal eine Bildungs-Panne, jetzt herrscht an den Schulen ein Notenchaos.

 

   Der Wirbel in den Schulen ist groß, denn bei der ersten Zentralmatura in Englisch drohen besonders viele Nicht genügend. "Das BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung) hat die Spielregeln geändert", ist aus zahlreichen Lehrerzimmern zu hören. Denn ursprünglich sollte es für eine positive Note reichen, wenn 60 Prozent der Arbeit richtig sind. Nun sei der Beurteilungsschlüssel plötzlichDORIS VETTERMANN

 

   UND RICHARD SCHMITTund ohne, dass jemand davon wusste, auf 63 Prozent angehoben worden.

 

   "Man hört, dass die Matura nachträglich für zu leicht empfunden und deswegen auf diesem Weg erschwert wurde. Das ist eine Farce", so die Wiener Landesschülervertretung, die nun den 60-Prozent-Notenschlüssel fordert.

 

   Auch die Englisch-Lehrer der Maturaklassen im Wiener Gymnasium Kundmanngasse erheben "schärfsten Protest" und verlangen von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), dass "dieser Unfug" umgehend korrigiert wird.

 

   Aus dem Unterrichtsministerium heißt es dazu, dass es sich um ein Missverständnis handle, die Schulpartner seien sehr wohl informiert gewesen. Bestätigt wird allerdings, dass es gewaltige Aufregung um die Benotung gibt und dass das BIFIE angehalten gewesen wäre, die Schulen kurz vor der Matura nochmals zu informieren. Das ist aber nicht passiert.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 08.05.2014                            Seite: 3

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Wi, Morgen

 

Im Fettnäpfchen

 

Dass der Job des Bildungsministers keiner ist, mit

dem man sich einen Sympathie-Orden verdient, zeigt sich schon seit vielen Jahren. Doch dass Gabriele Heinisch-Hosek - nicht gerade neu im Geschäft und eigentlich ein politischer Profi - bereits nach wenigen Monaten im Amt dasselbe Schicksal wie ihrer Vorgängerin Claudia Schmied droht, ist trotzdem etwas verwunderlich.

 

   Heinisch-Hosek hat bisher kein glückliches Bildungs-Händchen, sie scheint aus dem Fettnäpfchen gar nicht mehr herauszukommen. Kaum hat sich der Wirbel um das Datenleck, den abgesagten PISA-Test, die Sparpläne, deren Rücknahme und die Neuverhandlung einigermaßen gelegt, kaum ist der erste Tag der Zentralmatura relativ reibungslos über die Bühne gegangen, gab es schon am zweiten Tag der neuen Reifeprüfung die nächste Panne.

 

   Das Notenchaos bei der Englisch-Matura zeigt einmal mehr, wie groß der Saustall im Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) tatsächlich ist. Es ist ja eh ganz nett, dass die Ministerin eine Überprüfung durch den TÜV, die noch bis Jahresende dauern wird, angeordnet hat. Mehr ist das aber auch schon nicht, und es reicht bei weitem nicht. Da braucht es ein konsequentes Durchgreifen und Aufräumen bei dem bereits mehrfach in Verruf geratenen Institut.

 

   Damit könnte Gabriele Heinisch-Hosek endlich einmal wieder punkten und einen Bonus sammeln. Den wird sie bitter nötig haben, denn auf die Rückendeckung aus der eigenen Parteispitze kann und darf sie sich nicht verlassen. Das musste schon Claudia Schmied zur Kenntnis nehmen

 

 

Heute – 8. Mai 2014

 

Intransparente Beurteilung

Wirbel um Englisch-Matura vom Dienstag

Nach der zentralen Reifeprüfung in Englisch am Dienstag gibt es jetzt Kritik vom Bundesobmann der Schülerunion, Thomas Gaar.

Demnach gab es zwei wesentliche Unklarheiten bei den Schülern, was den Beurteilungsschlüssel anbelangt. Gaar bittet jetzt um eine Stellungnahme von Bildungsministerin Heinisch-Hosek.

Die erste Frage ist, warum der Beurteilungsschlüssel der einzelnen Aufgaben nicht angegeben war. Für die Schüler war laut Gaar nicht nachvollziehbar, wie viele Punkte bei den einzelnen Aufgaben erzielbar waren beziehungsweise wie sie gewichtet werden.

"Genügend" erst ab 63 Prozent
Der Gesamtschlüssel verschiebe sich außerdem entgegen der ursprünglichen Erwartung: Ein "Genügend" gebe es somit erst ab 63 Prozent statt der angekündigten 60-Prozent-Hürde. Gaar will nun wissen, warum diese Änderung des Notenschlüssels nicht im Vorhinein kommuniziert worden war.

Das Bildungsministerium spricht von einem Missverständnis. Die Schulpartner seien sehr wohl informiert gewesen. Zugegeben wird zumindest, dass das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) die Schulen vor dem Start der Matura noch einmal informieren hätte sollen. Dies sei aber offenbar nicht passiert.

 

 

ORF – 8. Mai 2014

 

Zentralmatura: Protest gegen Englisch-Notenvorgaben

Schüler- und Lehrervertreter haben gestern gegen den Notenschlüssel bei der am Dienstag abgehaltenen Englischzentralmatura protestiert. So sei die Punktegrenze für eine positive Beurteilung statt wie bisher nicht bei 60, sondern bei 63 Prozent der Punkte gelegen. Im Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) betonte man, dass die 60 Prozent nur ein „Richtwert“ gewesen seien.

In offenen Briefen kritisieren Lehrer von zwei Schulen die „sachlich nicht nachvollziehbare Verschärfung“. Man habe die Schüler jahrelang nach dem von BIFIE und Bildungsministerium vorgegebenen Beurteilungsraster benotet.

Die Hinaufsetzung der Grenze für ein Genügend widerspreche nicht nur den sonst gültigen Rechtsnormen, wonach die Schüler vor Klausuren die Notenschlüssel erfahren müssen, sondern zeuge auch von einem „Mangel an pädagogischer Sensibilität und Wertschätzung“ für die betroffenen Lehrer, heißt es in einem Protestschreiben von Englischlehrern einer Wiener AHS.

BIFIE-Direktor verteidigt Notenschlüssel

BIFIE-Direktor Martin Netzer betonte dagegen in einer Aussendung, dass bei Schulungen sowie in Schreiben an Schulleitungen und Schulaufsicht immer von 60 Prozent als „Richtwert“ gesprochen worden sei, der je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben variieren könne.

„Das bedeutet: Wenn eine Prüfung vergleichsweise schwierig ist, dann müssen etwas weniger Punkte erreicht werden im Vergleich zu Prüfungen, die tendenziell etwas leichter sind. Dieses Vorgehen sorgt für Fairness und Vergleichbarkeit.“

 

Morgenjournal, 8.5.2014

Zentralmatura: Neue Aufregung um Bifie

Julia Schmuck

Wieder Aufregung um die Zentralmatura. Lehrer und Schüler haben gestern in einem Offen Brief gegen den neuen Notenschlüssel bei der Englisch-Zentralmatura protestiert. Er hat sich geändert und das wurde erst nach der Matura bekannt gegeben. Das Bifie, zuständig für die Zentralmatura, bedauert das und will jetzt über die Informationspolitik diskutieren.

Das Bildungsforschungsinstitut Bifie will die Vorgehensweise bei der Zentralmatura überdenken. Schüler und Lehrer hatten gegen den geänderten Notenschlüssel bei der vorgestern abgehaltenen Englisch-Zentralmatura protestiert. Man habe erst nach der Matura erfahren, dass die Punktegrenze für eine positive Beurteilung angehoben worden sei, heißt es. Bifie-Direktor Martin Netzer will Lehrer künftig früher informieren, gemeinsam soll eine bessere Vorgangsweise erarbeitet werden.

 

Morgenjournal, 8.5.2014

Verbot aggressiver Werbung an Volksschulen

Veronika Mauler

Schon Kinder werden mit Werbung bespielt, sogar in der Volksschule. Etwa mit einem Mitteilungsheft, das im Herbst 2012 kostenlos an rund 800 österreichischen Volksschulen ausgeteilt wurde. Das Handelsgericht Wien hat nun entschieden, dass es sich dabei um aggressive Werbung handelt, und die ist verboten. Werbefreie Schulen garantiert das Urteil aber nicht.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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