Freitag, 9. Mai 2014

2014.05.09: Bildung

Mittagsjournal, 9.5.2014

 

Zentralmatura: Pause wegen Prüfungspanne

Peter Daser

Das für die Zentralmatura zuständige Bildungsinstitut (BIFIE) kommt aus den Pannen nicht heraus: Weil in manchen Prüfungspaketen nur acht statt 24 Fragen waren, musste die Mathematik-Matura an fünf Schulen vorübergehend unterbrochen werden.

Nicht der erste Fall

Heute früh, an fünf Gymnasien in Wien bei der Mathematik-Matura: In den Testheften mit den Prüfungsfragen sind nur acht statt 24 Aufgaben. Zentral erstellt wurden die Maturafragen vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) und dann per Sicherheitstransport fertig ausgedruckt an die Schulen geliefert. Aber eben nicht vollständig. Die Matura an den betroffenen Gymnasien wurde daraufhin kurz unterbrochen - es trat, wie es beim BIFIE heute heißt, "Plan B" in Kraft: Von den Schulen wurden die kompletten Maturaufgaben elektronisch geladen und nachgedruckt, die Prüfungen wurden fortgesetzt.

Beim BIFIE verweist man darauf, dass es ähnliche Fälle - bei der Fremdsprachen-Zentralmatura - schon in früheren Jahren gegeben habe.

Prüfung "ohne Tabus"

Schon gestern gab es allerdings einige Aufregung um die Zentralmatura, als bekannt wurde, dass der Notenschlüssel verschärft worden war: So mussten davor im Fach Englisch jeweils 60 Prozent der Punkte erreicht werden, nun allerdings 63 Prozent. Die Änderung war offenbar nicht bis zu den jeweiligen Englisch-Lehrern durchgedrungen.

Aus dm Büro von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch Hosek (SPÖ) heißt es heute: Nach diesen Vorfällen könne man nicht zur Tagesordnung übergehen. Es sollen zwar die jetzt einmal die noch bis Mittwoch laufenden Maturaprüfungen abgeschlossen werden. Aber dann werde man sowohl die Zentralmatura wie auch das zuständige BIFIE selbst "ohne Tabus" überprüfen, was fehlgelaufen sei.

Die Zentralmatura läuft derzeit als Schulversuch, die meisten Gymnasien nehmen teil, auch zahlreiche Berufsbildende Höhere Schulen. Spätestens 2016 soll in ganz Österreich für alle Fächer die Zentralmatura eingeführt sein.

APA0328 II, XI 09.05.2014 12:16:32

 

Zentralmatura: Grüne fordern Übernahme durch Ministerium

Utl.: FPÖ will Rücktritt Heinisch-Hoseks und Aus für Bifie

Oberstufe/Österreich-weit

Die Grünen fordern, dass die Zentralmatura künftig vom Bildungsministerium selbst durchgeführt werden soll. Die "unfassbare Schlamperei" bei der Mathematik-Klausur müsse Konsequenzen haben, so Bildungssprecher Harald Walser in einer Aussendung. Am Freitag musste an einigen AHS die Reifeprüfung unterbrochen werden, weil die Testhefte unvollständig waren.

"Es war von vorneherein unverantwortlich, dass eine hoheitliche Aufgabe nicht vom Ministerium selbst durchgeführt wird. Nach der Pannenserie aber ist nun wohl endgültig klar, dass das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) nicht länger mit der Durchführung der Reifeprüfung betraut werden kann", so Walser. Bei der Benotung der Schüler müssten die erschwerenden Umstände berücksichtigt werden.

Die FPÖ forderte Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zum Rücktritt auf. Außerdem solle das Bifie sofort aufgelöst werden, so der Wiener FP-Bildungssprecher Dominik Nepp in einer Aussendung: "Wenn man nicht einmal erwarten kann, dass Prüfungsaufgaben ordnungsgemäß ausgedruckt verschickt werden, so fehlt jede Berechtigung für den Fortbestand dieser Millionen Euro teuren, unnötigen Organisation."

(schluss) aku;mk

ORF – 9. Mai 2014

„Fehldruck in einigen Paketen“

Die Zentralmatura kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach der „Premiere“ am Montag - vorerst ohne Pannen - sorgten am Dienstag die Bewertungskriterien mit variablen Benotungsschlüsseln im Fach Englisch für Diskussionen. Lehrer hatten davon nichts gewusst. Am Freitag musste an einigen AHS die Matura in Mathematik unterbrochen werden. Der Grund: In den verteilten Unterlagen des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) war nur ein Drittel der Aufgaben vorhanden. Es habe sich um einen „Fehldruck in einigen Paketen gehandelt“, hieß es. Die Direktoren mussten den Weg zum Kopierer antreten.

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ORF – 9. Mai 2014

 

Nur acht statt 24 Prüfungsaufgaben

Die seit Anfang der Woche laufende Zentralmatura musste Freitagfrüh an einigen Wiener AHS unterbrochen werden. Der Grund für die zusätzliche „Pause“ waren fehlende Prüfungsunterlagen. In den verteilten Testheften hatten sich nur acht statt 24 Aufgaben befunden.

Das für die Unterlagen verantwortliche Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) bestätigte das Problem. Am Vormittag hieß es, die Matura laufe wieder normal. In einer E-Mail des BIFIE an alle an dem Schulversuch teilnehmenden Schulen war laut APA von einem „Fehldruck in einigen Paketen“ im AHS-Bereich die Rede.

In einem Teil der Testpakete sei nur ein Drittel der vorgesehenen Ausgaben ausgedruckt gewesen, bestätigte der Direktor des Instituts, Martin Netzer. Betroffen gewesen seien ausschließlich Wiener Schulen. Die fehlenden Aufgaben mussten von den Direktoren daher aus dem Internet heruntergeladen und kopiert werden. Für die Schüler wurde die Arbeit nach Absolvierung der acht vorhandenen Aufgaben unterbrochen und nach einer Pause fortgesetzt. Am Schulversuch zur Mathematikzentralmatura nehmen österreichweit 28 AHS und 20 BHS teil.

Ärger mit den „Cut Scores“

In einem anderen Fach hatte die Zentralmatura bereits im Laufe der Woche Stoff für Debatten geliefert. Variable Notenschwellen bei der Englischzentralmatura, „Cut Scores“ genannt und gültig für die Bewertung in allen lebenden Fremdsprachen, sorgten für Ärger unter anderen bei den Lehrern.

Bei den am Dienstag abgehaltenen Schulversuchen zur Englischzentralmatura mussten für eine positive Note 63 Prozent der Punkte erreicht werden. Bei den bisherigen Probeläufen waren es immer nur 60 Prozent gewesen. Die Lehrer wurden darauf allerdings erst aufmerksam, als ihnen am Nachmittag nach den Prüfungen die Beurteilungsschlüssel übermittelt wurden.

Gut versteckte Informationen

Im BIFIE, das die „Standardisierte Reife- und Diplomprüfung“ (SRDP) abwickelt, verteidigte man das Vorgehen. Die heurigen Aufgaben seien etwas leichter gewesen, daher mussten mehr Punkte erreicht werden. Das sei nötig, um eine langfristige Vergleichbarkeit der Maturanoten zu gewährleisten. Diese Möglichkeit sei im Vorfeld der Matura sowohl Schülervertretern als auch Direktoren und Schulaufsicht kommuniziert worden.

Entsprechende Informationen finden sich tatsächlich auch in einigen BIFIE-Materialien - allerdings als Fußnoten oder Unterpunkte in „Erläuterungen zur Benotung“. Dort heißt es etwa, dass in den lebenden Fremdsprachen der Wert für die zu erreichende Punktegrenze „in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben geringfügig variieren“ kann.

Der Wiener Direktorenverein etwa hält diese Info für nicht ausreichend - auch im Bildungsministerium ist man der Ansicht, dass das BIFIE noch einmal zeitnah über die Bewertung informieren hätte müssen. Für den Sprecher des gesamtösterreichischen Verbands der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, ist „das Problem kein sachliches, sondern ein kommunikatives“.

Zusätzlich „Gesamtleistung“ berücksichtigen

Wenn man die Informationsmaterialien im Nachhinein durchforste, seien natürlich Hinweise auf die Vorgehensweise vorhanden gewesen. Dass die Notenschwelle jetzt aber genau von 60 auf 63 Prozent hinaufgesetzt werde, sei explizit nie ein Thema gewesen, so Zillner.

Im BIFIE setzt man auf eine Art Kulanzlösung, in den „Korrektur-und Beurteilungsanleitungen“ für die Lehrer heißt es etwas verklausuliert: „Insbesondere bei knappen Ergebnissen und bei der Entscheidung zwischen Genügend und Nicht genügend ist unter Bedachtnahme auf die Notendefinition der Leistungsbeurteilungsverordnung und auf die fachliche Expertise sowie die pädagogische Verantwortung der Prüferin/des Prüfers zusätzlich zu der vom SRDP-Rechner vorgeschlagenen Note die Gesamtleistung dahin gehend zu beurteilen, ob die Anforderungen in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt wurden.“

Heftige Kritik am BIFIE

Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) forderte eine Rückkehr zur bisherigen Prozentgrenze für ein Genügend. Die Ministerin müsse eingreifen: „Man kann so die Zentralmatura zu Grabe tragen.“ Die FPÖ ortete in einer Aussendung wieder eine „BIFIE-Panne“, das Team Stronach (TS) forderte sogar die Auflösung des Instituts. NEOS ortete „mangelnde Professionalität und Transparenz in der Schulentwicklung“, die Grünen verlangten eine Zweitbegutachtung von Arbeiten, die negativ bewertet wurden.

Die „Premiere“ im Fach Deutsch am Montag war laut Resümee des BIFIE ohne Pannen verlaufen. Alle 58 an dem Schulversuch teilnehmenden Schulen hätten die richtigen Unterlagen vollständig erhalten. Im Fach Englisch nahmen 318 (von insgesamt 344) AHS teil, in Französisch 172, in Latein 55 und in Mathematik 28. Die komplette neue Matura (inklusive neuer mündlicher Matura und vorwissenschaftlicher Arbeit) wird dagegen versuchsweise an nur zwei AHS durchgeführt. Auch an den BHS finden Schulversuche statt - die Zentralmatura wird dort aber erst 2016 verpflichtend. Zu Beginn des Jahres hatte ein Datenleck beim BIFIE regelmäßig für Schlagzeilen gesorgt, damals wurde zwischendurch sogar in Zweifel gezogen, dass die Zentralmatura wie geplant im Mai stattfinden kann.

 

 

OTS0141 II, CI 09.05.2014 12:03:31

 

FPÖ-Walter Rosenkranz: Bifie nicht reif für Zentralmatura

Utl.: Pleiten, Pech und Pannen-Show schreit nach Konsequenzen

FPÖ/Rosenkranz/Bildung/Bifie/Zentralmatura/BMBF

"Die täglich neuen Pannen bei der Zentralmatura wären beinahe kabarettreif, wären nicht leider viele Maturanten davon betroffen", äußert sich FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz zur heutigen Meldung über die Unterbrechung der Mathematik-Zentralmatura an Wiener AHS. Die Matura stelle einen wichtigen Lebensabschnitt im Leben vieler Maturanten da, da sei es umso ärgerlicher, dass es bisher in so gut wie keinem der Teilbereiche möglich gewesen ist, die Zentralmatura ohne irgendwelche Zwischenfälle abzuhalten. "Die Bezeichnung der Schüler als 'Versuchskaninchen' bewahrheitet sich leider von Tag zu Tag mehr: Man muss sich das einmal vorstellen, die Anspannung und Nervosität der Maturanten und dann Pannen von außen! Konzentration schwer beeinträchtigt - das ist eine Gemeinheit gegenüber den Schülern!"

"Englisch, Mathe und die 'vorwissenschaftliche Arbeit' - solange die Zentralmatura läuft, dringen Versagensmeldungen von Bifie und BMBF an die Öffentlichkeit. Eine einzige Pleiten, Pech und Pannen-Show!", so Rosenkranz weiter. "Wären die Maturanten auch so 'gut' auf die Matura vorbereitet wie das Bifie, so müssten wir uns auf viele Wiederholungsantritte im Herbst einstellen", mahnt Rosenkranz zum wiederholten Male Konsequenzen seitens des Bildungsministeriums ein.

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
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OTS0135 II, CI 09.05.2014 11:45:58

 

FP-Nepp fordert Rücktritt von Heinsch-Hosek nach Zentralmatura-Debakel

Utl.: Sparbedarf im Schulbereich durch Auflösung des Bifie decken

FPÖ/Wien/Nepp/Bildung/Zentralmatura

Als klassisches Totalversagen Heinisch-Hoseks bezeichnet heute der Bildungssprecher der FPÖ-Wien, LAbg. Dominik Nepp das Debakel bei der Mathematik-Zentralmatura in einigen Wiener Gymnasien. Nach einer Reihe von Pannen sei dies nun das Tüpfelchen auf dem i, das die Bildungsministerin nun von selbst zum Rücktritt bewegen sollte. Aber auch das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) dürfe nicht ungeschoren davon kommen. "Wenn man nicht einmal erwarten kann, dass Prüfungsaufgaben ordnungsgemäß ausgedruckt verschickt werden, so fehlt jede Berechtigung für den Fortbestand dieser Millionen Euro teuren, unnötigen Organisation", sagt Nepp und fordert die sofortige Auflösung des Bifie. "Damit könnte das Bildungsministerium auf einen Schlag den Sparbedarf im Schulbereich abdecken, ohne bei Schülern oder Schulen sparen zu müssen", hält Nepp abschließend fest. (Schluss) hn

Rückfragehinweis:
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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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