Donnerstag, 8. Mai 2014

2014.05.09: Newsletter Bildung

 

"Die Presse" vom 09.05.2014                                Seite: 7

Ressort: Ausland

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Nachrichten

 

Matura: Notenschema bleibt, mehr Flexibilität

 

   Auch nach Kritik von Lehrern und Schülern hält das Bildungsministerium am Benotungsschlüssel für die Matura fest. Für einen Vierer in Englisch sind 63 statt 60 Prozent der Punkte nötig - weil die Aufgaben leichter waren. Eine Neuerung gibt es allerdings: Ist es knapp, sollen sich die Lehrer nicht auf die zentrale Benotung verlassen, die der Computer ausspuckt, sondern auf die Gesamtleistung des Schülers achten. Aus einem Fünfer könnte dann doch noch ein Vierer werden.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 09.05.2014                              Seite: 4

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

Wirbel um Noten bei Zentralmatura

 

Nach Aufschrei wegen der Anhebung des Notenschlüssels bei der Englisch-Matura rudert das Unterrichtsministerium zurück.

 

   MICHAEL JUNGWIRTH

 

   Der Aufschrei unter Lehrern, Direktoren, Schülern und Eltern war angeblich enorm. Als die Lehrer dienstagnachmittags das zentral vorgegebene Beurteilungsblatt für die am Vormittag über die Bühne gegangene Englisch-Matura durchlasen, fielen – nach Darstellung der Landesschulräte – viele Professoren aus allen Wolken. Bisher war das Lehrpersonal davon ausgegangen, dass für einen positiven Abschluss der Zentralmatura, also für ein Genügend, 60 Prozent der Fragen richtig zu beantworten seien – ein aus Sicht mancher Lehrer ohnehin zweifelhafter Wert. Nach bisherigem pädagogischem Verständnis reichen für ein Genügend normalerweise 50 Prozent. Aus dem aktuellen Mitteilungsplan des nicht unumstrittenen „Bundesinstituts für Bildungsforschung" (Bifie) ging allerdings hervor, dass im heurigen Jahr die Schwelle für ein Genügend in Englisch auf 63 Prozent hinaufgeschraubt wurde.

 

   In einer ersten Reaktion verteidigten Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Bifie-Chef Martin Netzer das Vorgehen. „Das ist keine spontane Verschärfung", hieß es unisono. Es sei immer schon klar gewesen, dass bei den lebenden Fremdsprachen ein variabler Schlüssel („Cut Scores") verwendet werde – und zwar deshalb, weil der Schwierigkeitsgrad der Texte von Jahr zu Jahr variiere. Bei der gestern vormittags durchgeführten Französisch-Matura wurde der Notenschlüssel übrigens bei 62 Prozent festgelegt.

 

   Entsprechende Informationen finden sich tatsächlich auch in diversen vom Bifie in den letzten Jahren ausgehändigten Materialien – allerdings als Fußnoten oder Unterpunkte in „Erläuterungen zur Benotung". Dort heißt es etwa, dass in den lebenden Fremdsprachen der Wert für die zu erreichende Punktegrenze „in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben geringfügig variieren" kann.

 

   Zunächst ging das Ministerium auf Distanz zum Bifie, dieses habe die Informationen „nicht ausreichend in den Schulen kommuniziert". Am Nachmittag ruderte dann das Bifie zurück. Bei „knappen Ergebnissen" sollte die Gesamtleistung dahin gehend beurteilt werden, ob die Anforderungen „überwiegend erfüllt" werden – von Prozentsätzen ist darin keine Rede mehr.

 

   Erleichtert über Einlenken

 

   Quer durch Österreich zeigten sich die Landesschuldirektoren zufrieden über das Einlenken. „Ich bin erleichtert, dass die Verantwortlichen im Ministerium Einsicht gezeigt haben", so etwa die Steirerin Elisabeth Meixner. „Das Abschwächen der Prozentregelung wird dazu beitragen, die Situation in unseren Gymnasien zu beruhigen."

 

 

SN – 9. Mai 2014

 

Zentralmatura: "Cut Scores" sorgen für Ärger

Die Englisch-Zentralmatura wurde über Nacht schwieriger, kritisieren Schüler und Lehrer. Das Bildungsministerium dementiert: Die Verschärfung sei bekannt gewesen. Plus: Was die Schüler wissen mussten.

Das Bildungsministerium hält trotz Kritik von Landesschulräten und Schulpartnern an den Bewertungskriterien für die Englisch-Zentralmatura fest. Den Protest ausgelöst hatten variable Notenschwellen ("Cut scores") - heuer waren wegen leichterer Aufgaben mehr Punkte für eine positive Note zu erreichen. Kleines Zugeständnis: Die Lehrer sollen bei der Korrektur aber auf die "Gesamtleistung" achten.

Bei den am Dienstag abgehaltenen Schulversuchen zur Englisch-Zentralmatura mussten für eine positive Note 63 Prozent der Punkte erreicht werden. Bei den bisherigen Probeläufen waren es immer nur 60 Prozent gewesen. Die Lehrer wurden darauf erst aufmerksam, als ihnen am Nachmittag nach der Klausur die Beurteilungsschlüssel übermittelt wurden.

Bifie verteidigt Vorgehen

Im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das die "Standardisierte Reife- und Diplomprüfung" (SRDP) abwickelt, verteidigte man das Vorgehen. Die heurigen Aufgaben seien etwas leichter gewesen, daher mussten mehr Punkte erreicht werden. Dies sei nötig, um eine langfristige Vergleichbarkeit der Maturanoten zu gewährleisten. Diese Möglichkeit sei im Vorfeld der Matura sowohl Schülervertretern als auch Direktoren und Schulaufsicht kommuniziert worden.

Entsprechende Informationen finden sich tatsächlich auch in einigen Bifie-Materialien - allerdings als Fußnoten oder Unterpunkte in "Erläuterungen zur Benotung". Dort heißt es etwa, dass in den lebenden Fremdsprachen der Wert für die zu erreichende Punktegrenze "in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben geringfügig variieren" kann. Der Wiener Direktorenverein hält diese Info für nicht ausreichend - auch im Bildungsministerium ist man der Ansicht, dass das Bifie noch einmal zeitnah über die Bewertung informieren hätte müssen.

AHS-Sprecher: Kommunikationsproblem

Für den Sprecher des gesamtösterreichischen Verbands der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, ist "das Problem kein sachliches, sondern ein kommunikatives." Wenn man die Info-Materialien des Bifie im Nachhinein durchforste, seien natürlich Hinweise auf die Vorgehensweise vorhanden gewesen. Dass die Notenschwelle jetzt aber genau von 60 auf 63 Prozent hinaufgesetzt werde, sei explizit nie Thema gewesen.

Im Bifie setzt man auf eine Art Kulanzlösung, in den "Korrektur- und Beurteilungsanleitungen" für die Lehrer heißt es etwas verklausuliert: "Insbesondere bei knappen Ergebnissen und bei der Entscheidung zwischen Genügend und Nicht genügend ist unter Bedachtnahme auf die Notendefinition der Leistungsbeurteilungsverordnung und auf die fachliche Expertise sowie die pädagogische Verantwortung der Prüferin/des Prüfers zusätzlich zu der vom SRDP-Rechner vorgeschlagenen Note die Gesamtleistung dahin gehend zu beurteilen, ob die Anforderungen in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt wurden."

Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) forderte eine Rückkehr zur bisherigen Prozentgrenze für ein "Genügend". Die Ministerin müsse eingreifen: "Man kann so die Zentralmatura zu Grabe tragen." Die FPÖ ortet in einer Aussendung wieder eine "Bifie-Panne", das Team Stronach fordert eine Auflösung des Instituts. Die NEOS orten "mangelnde Professionalität und Transparenz in der Schulentwicklung", die Grünen wollen eine Zweitbegutachtung von Arbeiten, die mit einem Fünfer bewertet wurden.

Was Maturanten wissen mussten

Heuer steht die Zentralmatura-Generalprobe und nicht schon der Ernstfall am Programm. Nach Protesten von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern wegen angeblich mangelhafter Vorbereitung hatte die damalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) den eigentlich für 2014 geplanten verpflichtenden Starttermin an den AHS um ein Jahr auf 2015 (und jenen an den BHS um ein Jahr auf 2016) verschoben. Bis zum 14. Mai werden an 92 Prozent der Gymnasien in zumindest einem Maturafach die zentralen Bifie-Fragen verwendet, am häufigsten in Englisch. Die komplette neue Matura hingegen findet versuchsweise an nur zwei AHS statt. Für verschiedene Schulformen gibt es unterschiedliche Aufgabenstellungen. Das Bifie veröffentlicht die Maturaaufgaben am Abend des Prüfungstags online.

Im Fach Deutsch standen drei Themenpakete mit je zwei Aufgaben zur Auswahl. Eines musste ausgewählt werden: Zum Thema "Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft" musste eine Textinterpretation und eine Erörterung geschrieben werden, zum Thema "Neue Medien" eine Empfehlung und ein Kommentar, zum Thema "Rückkehr zu traditionellen Werten?" ein Leserbrief und eine Meinungsrede. Zeitungsberichte und eine Kurzgeschichte waren die Ausgangspunkte.

Im Fach Englisch standen Schreib-, Hör- und Leseaufgaben auf dem Programm. Lesen und anschließend Fragen beantworten mussten AHS-Maturanten Texte über Youtube-Nachhilfe, die Auswirkungen von Englisch als Weltsprache oder über die Geschichte von Las Vegas. Im Bereich "Sprachverwendung im Kontext" waren Sir James Young Simpson oder der US-amerikanische Science-Fiction-Film "Super 8" Thema.

In Spanisch (Mittwoch) mussten AHS-Schüler unter anderem Fragen zu verschiedenen Texten - etwa zum Frauentag oder zu Blogs - beantworten. Zudem mussten sie Hörübungen absolvieren und Texte schreiben, etwa ein E-Mail an einen spanischen Jugendlichen, der in Österreich studieren will.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 107 vom 09.05.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

„Zumutung für die Schüler"

 

   Massive Kritik von Germanisten und Autoren an Deutsch-Zentralmatura: „Die Aufgabensteller haben den Text aus dem Jahr 1947 nicht verstanden." Und die Maturanten? V

 

   Helmut Schliesselberger Wien. Die österreichweite Generalprobe zur Zentralmatura kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem Wirbel um die in letzter Sekunde geänderten Bewertungsschlüssel für die Englisch- und Französischmatura schlugen am Donnerstag Germanisten und Autoren wegen der Deutsch-Zentralmatura Alarm.

 

    Sie kritisieren das totale Versagen der Aufgabensteller bei einem zentralen Teil der Deutschmatura. Im Zentrum der Kritik steht der Prosatext „Die Schnecke" des Autors Manfred Hausmann aus 1947, bei dem die Matura-Ersteller laut den Kritikern den zeitlichen Zusammenhang zum NS-Regime und dem Holocaust völlig außer Acht ließen. Ebendies passiert auch in den Bewertungshilfen für die Lehrer, in denen die Aufgabensteller nur völlig eingeschränkte Interpretationsvorgaben machten.

 

   Germanist Karl Müller von der Uni Salzburg sagt im SN-Gespräch: „Wenn es um die Deutung des Textes geht, versagen die Leute, die den Text ausgewählt haben und die Fragen dazu gestellt haben, fast zur Gänze." Müller kritisiert, dass die „anonymen Verantwortlichen" für die Maturaaufgabe die historische Rezeptionssituation im Jahr 1947 völlig ausblendeten. Der Text, bei dem es vordergründig um die Tötung einer Schnecke geht, habe in der damaligen Rezeptionssituation unmittelbar nach Naziterror und Holocaust von bestimmten Lesern so verstanden werden können, dass sie sich pardoniert fühlten – oder, als Nazopfer, den Text als unglaubliche Zumutung empfanden.

 

   Auch der Didaktiker Wolfgang Mühlbacher sagt: „Entweder sind die Aufgabensteller so naiv oder so unprofessionell, dass sie den unglaublichen Gehalt dieses Textes nicht begreifen." Der Text könne – im zeitlichen Kontext gelesen – „auf eine Art Rechtfertigung der Vernichtung hinauslaufen. Es ist auf jeden Fall kein harmloser Text".

 

   „. . . mag es sich um das Blut und den Geist oder um das Schicksal und den Willen handeln, immer führen die Gegensätze auf die entscheidende Frage zurück, ob der Mensch, weil er ein Wissender und Wollender ist, an der Natur und also auch an sich selbst schuldig werden muss", heißt es etwa in dem nicht unschwülstigen Text Hausmanns.

 

   Die Fragesteller hätten den Text nicht verstanden, sagt Germanist Müller, und die Maturanten seien mit Text und Aufgabenstellung völlig überfordert gewesen. In einer „Infobox" zum Autor Manfred Hausmann wurde den Schülern lediglich ein Brockhaus-Zitat aus 1995 vorgesetzt. Die kritische Forschung zu Hausmann stammt aber erst aus der Zeit nach 1995. Hausmann war Mitarbeiter der berüchtigten NS-Wochenzeitung „Das Reich". Er nahm am Großdeutschen Dichtertreffen in Weimar teil und publizierte zwischen 1933 und 1945 ein Dutzend Bücher. Man könne Hausmann nicht unterstellen, begeisterter Nazi gewesen zu sein, „er ist aber jenen ideologischen Mustern verhaftet, aus denen sich der Nationalsozialismus speist", betont man bei der IG Autoren. Deren Vertreter wollen nun mit dem für die Aufgaben verantwortlichen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) ein klärendes Gespräch führen. „Wie es gelingen kann, in der Formulierung der Aufgaben und – fast noch bestürzender – in der Kommentierung für die Lehrerschaft die auf der Hand liegenden Konnotationen des 1947 entstandenen Textes komplett auszuklammern, ist kaum nachzuvollziehen."

 

   Auch in der Auseinandersetzung um den erst nachträglich hinaufgesetzten Bewertungsschlüssel für die Zentralmatura in Englisch und Französisch gehen die Wogen hoch. Wiens Stadtschulratschefin Susanne Brandsteidl (SPÖ) sagte am Donnerstag, die Heraufsetzung der Grenze für ein Genügend von 60 auf 63 Prozent der Punkte sei „unhaltbar" und müsse sofort zurückgenommen werden: „Ich kann nicht im Nachhinein Spielregeln ändern."

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 107 vom 09.05.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Warum gibt es eigentlich das Bifie?

 

   Bifie und das Datenleck, Bifie und die verstolperte Zentralmatura – die jüngsten Darbietungen des Bundesinstituts für Bildungsforschung lassen einige Fragen offen. Deren wichtigste: Warum gibt es eigentlich das Bifie? In Wien findet sich ein hervorragend ausgestattetes Unterrichtsministerium, in den Ländern sorgen Landesschulräte und Landesregierungen für die Qualität und Organisation der schulischen Ausbildung. Warum reicht das nicht? Man muss nicht gleich „Abschaffen!" rufen. Man darf aber darüber nachdenken, ob unser Land nicht restlos überverwaltet ist. Österreich verfügt über eine ausgedehnte Zentralbürokratie. Österreich verfügt über eine ausgedehnte Bürokratie in den Ländern und Gemeinden. Und leistet sich gleichzeitig, siehe Bifie und Konsorten, ausgelagerte Institutionen, die nichts anderes tun als das, wofür wir eigentlich den Staat finanzieren. – Es gibt das Konzept des schlanken Staats, der möglichst viele Ausgaben auslagert. Es gibt das Konzept des allumfassenden Staats, der eigenhändig alle Lebensbereiche regelt. Österreich ist ein Kompromiss aus beiden Welten. Ein teurer Kompromiss.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 09.05.2014             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Vermasselt

 

   Kommentar

 

   Von Jasmin Bürger

 

   Keine Generalprobe, sondern ihren ersten flächendeckenden Durchgang hätte nach ursprünglichen Plänen die Zentralmatura schon heuer an den Gymnasien nehmen sollen. Weil Lehrer und Eltern sich aber in der Vorbereitung schlecht informiert fühlten, hatte Claudia Schmied, Vorgängerin von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, den Start um ein Jahr verschoben.

 

   Nun hat die Nachfolgerin auch die Generalprobe vermasselt: Dass es nach den jüngsten Turbulenzen im Bildungsbereich (Datenleck, Einsparungen) bei der Zentralmatura keine Toleranzgrenze für Abweichungen im Ablauf mehr gibt, war absehbar. Selbst wenn es wissenschaftlich argumentierbar ist, dass ein "Genügend" in einem Jahr 60 Prozent und im nächsten Jahr 63 Prozent Leistung erfordert, hätte man nicht ausgerechnet heuer vom bekannten Schema abweichen müssen. Diese Sensibilität lässt Heinisch-Hosek vermissen, die Verantwortlichen des Bildungsforschungsinstituts sowieso - bei der Reifeprüfung wäre das ein glatter Fleck.

 

   Wirbel um Zentralmatura wäre vermeidbar gewesen

 

   j.buerger@nachrichten.at

 

 

OÖN – 9. Mai 2014

 

Ärger über höhere Hürde für eine positive Note bei Zentralmatura

WIEN/LINZ. "Does being rich make people happy?". Die fast philosophische Frage, ob Reichtum glücklich mache, in einem Essay zu beantworten: Das war die erste Aufgabe, die AHS-Maturanten am Dienstag bei der schriftlichen Englisch-Zentralmatura zu lösen hatten.

Mit ihrer Antwort auf diese und die restlichen Fragen müssen die Schüler für eine positive Note mindestens 63 Prozent der Gesamtpunkte erreichen – bei den bisherigen Probeläufen waren es stets 60 Prozent gewesen. Auch bei der gestrigen Französisch-Zentralmatura waren an Schulen mit sechsjährigem Sprachunterricht 62,4 Prozent nötig.

Diese Verschiebung lässt die Wogen hochgehen: Mehrere Wiener Schulen haben Protestbriefe an Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) geschickt, Unmut formiert sich nun auch in Oberösterreich: "Es gibt an den Schulen unglaublichen Aufruhr. Viele Lehrer und Eltern sind erbost und verunsichert", berichtet die Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft in Oberösterreich, Sylvia Bäck. Auch Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer ist mit Beschwerden konfrontiert: "Ich rechne mit Einsprüchen", sagt er.

Schon nach Aufflackern der ersten Proteste hatte gestern, wie berichtet, das für die Planung der Zentralmatura zuständige Bildungsforschungsinstitut (Bifie) reagiert: Die 60 Prozent Mindesterfordernis seien ein "Richtwert", der je nach Schwierigkeit der Aufgaben variiere. Gestern versuchte auch die Ministerin zu kalmieren: "Ich verstehe, dass die Zentralmatura ein sehr sensibles Thema ist." Gerade deshalb müsse man aber "auf die Fakten schauen", sagte Heinisch-Hosek. Der Benotungsschlüssel sei "korrekt".

Ist die Aufregung an den Schulen also ungerechtfertigt? Kommunikationsfehler geben sowohl Bifie wie auch das Ministerium zu: Zwar sei stets über den variablen Notenschlüssel informiert worden, vielleicht aber nicht ausreichend. Enzenhofer sagt: "Die Leute erwarten eine Konstante bei der Beurteilung und keine Variable." Er fordert eine Änderung im nächsten Jahr und für heuer Kulanz: "Ich würde im Falle des Falles Gnade vor Recht ergehen lassen." Sprich: Wer zwischen 60 und 63 Prozent der Punkte erreicht, soll durchkommen. Das lehnte das Ministerbüro umgehend als "nachträgliche Manipulation" ab. Das Bifie hingegen wies Lehrer in einem Informationsschreiben an, bei "knappen Ergebnissen" die Gesamtleistung zu beurteilen.

Heute wird an 28 AHS die neue Mathematik-Matura abgehalten – ebenfalls mit variablem Notenschlüssel.

Die Tücken der Zentralmatura

Flächendeckend und verpflichtend wird die Zentralmatura an den AHS im kommenden Schuljahr, an den BHS 2015/16 eingeführt. 92 Prozent aller Gymnasien haben aber in zumindest einem Fach bereits heuer die Reifeprüfung nach dem Modell der „standardisierten, kompetenzorientierten Matura" abgehalten.

In Englisch haben die meisten Schulen schon umgestellt. Die schriftliche Prüfung fand am Dienstag statt, in Oberösterreich waren bis auf das Linzer Abendgymnasium alle AHS dabei.

Bei der schriftlichen Zentralmatura bekommen österreichweit alle Maturanten dieselben Aufgaben. In den Fremdsprachen gliedern sich diese in zwei Teilbereiche: Hör- und Leseverständnis, sowie Schreibkompetenz und Sprachverwendung.

Für eine positive Note sind laut Vorgabe des Bildungsforschungsinstituts (Bifie) „mindestens 60 Prozent" der Gesamtpunktezahl zu erreichen. Zusatz des Bifie-Notenschlüssels: „Dieser Wert kann in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben geringfügig variieren."

 

 

Österreich – 9. Mai 2014

 

 

Ministerin zieht Chaos-Matura durch

Ministerin Heinisch-Hosek hält an dem Schlüssel von 63 % erreichten Punkten fest.

 

Schüler und Lehrer sind wegen der plötzlich verschärften Beurteilungsskala in heller Aufregung. Auch SPÖ-Stadtschulrats-Präsidentin Susanne Brandsteidl fordert: „Das muss zurückgenommen werden." Doch ihre Parteifreundin, Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, hält daran fest: Für eine positive Beurteilung müssen Absolventen der Englisch-Zentralmatura 63 % der Punkte erreichen statt nur 60 %.

„Die 63 % sind keinesfalls eine nachträgliche Änderung", sagt Heinisch-Hosek. Das Bildungsinstitut für Bildung und Forschung (Bifie) habe mehrmals darauf hingewiesen, dass die 60 % nur ein „Richtwert" seien.

 

Bifie: Hielt die Info gegenüber Schulen bewusst zurück

In den Infounterlagen an die Schulen findet sich der Hinweis, nicht aber der konkrete Prozentsatz. Dabei stand dieser bereits vor Ostern fest, wie Bifie-Direktor Martin Netzer im ÖSTERREICH-Interview ausführt. Eine externe Expertenkommission aus Lehrern und Universitätsprofessoren, die nicht zum Bifie gehört, aber aus dessen Mitteln bezahlt wird, stellte fest: Die ausgewählten Aufgaben seien „zu leicht". Deswegen setzte die Kommission den Prozentsatz hinauf.

 

An die Schulen sei das bewusst nicht kommuniziert worden, sagt Netzer. „Das ist bei der Zentralmatura international nicht üblich."

 

VP-Bildungssprecherin Jank stellt Bifie infrage. VP-Bildungssprecherin Brigitte Jank sieht jedenfalls „Handlungsbedarf". Und sie stellt das Bifie infrage: „Derzeit läuft eine Evaluierung. Wenn nicht das beste Ergebnis mit den geringsten Mitteln herauskommt, dann muss man über das Bifie nachdenken."

 

Bifie-Direktor: »Ein Rückzieher wäre unfair«

ÖSTERREICH: Warum wurden die 63 % nicht kommuniziert?

Martin Netzer: Das ist international nicht üblich. Wenn die Lehrer das vorher wissen wollen, habe ich nichts dagegen. Aber ich warne davor, das den Schülern bekannt zu geben. Das macht nur unnötig Stress.

 

ÖSTERREICH: Sie bleiben heuer bei den 63 %?

Martin Netzer: Es wäre unfair, wenn wir zurückziehen würden. Dann wäre es heuer leichter als nächstes Jahr.

 

 

"Der Standard" vom 09.05.2014                                Seite: 1

Ressort: SEITE 1

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich

 

Ministerium verteidigt Notenschwelle für Zentralmatura

 

   Wien – Das Unterrichtsministerium hält trotz Kritik von Landesschulräten und Schulpartnern an den Bewertungskriterien für die Englisch-Zentralmatura fest. Den Protest ausgelöst hatten variable Notenschwellen („Cut Scores"). Heuer waren wegen leichterer Aufgaben mehr Punkte für eine positive Note zu erreichen (63 statt in den bisherigen Durchgängen 60 Prozent). Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wies darauf hin, dass das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) über die variablen Beurteilungsschlüssel explizit informiert habe. Es hätte das allerdings „zeitnah" noch einmal tun müssen. Die Lehrer sollen nun bei der Korrektur auf die „Gesamtleistung" achten. (red) Seite 8

 

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"Der Standard" vom 09.05.2014                                Seite: 8

Ressort: Inland

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Das Drei-Prozent-Ärgernis

 

Zentralmatura: Ministerium verteidigt Notenschwelle

 

   Wien – Wirklich überrascht konnten die Lehrer, die die Zentralmatura in Englisch (und allen anderen lebenden Fremdsprachen) betreuen, nicht sein: Denn in den Unterlagen des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), die dem Standard vorliegen, steht explizit, dass für eine positive Beurteilung „mindestens 60 Prozent*" erreicht werden müssen. Das Sternchen wird so erklärt: „Dieser Wert kann in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben geringfügig variieren."

 

   Da diesmal ein etwas leichteres Aufgabenpaket verwendet wurde, ergab sich ein Richtwert von 63 Prozent der Punkte, der für ein „Genügend" notwendig ist. Bei den bisherigen Durchgängen waren es stets 60 Prozent gewesen.

 

   „Unhaltbar", wie es Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) nannte – und worüber sich Lehrer und Schüler in mehreren offenen Briefen an Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) beschwert hatten – sei das aber nicht, entgegnete das Ministerium unter Verweis die erfolgte Information über den Benotungsschlüssel. Allerdings hätte das Bifie „zeitnah zum Start der Matura nochmals über diese Fakten informieren müssen". Auch AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner sagte: „Das Problem ist kein sachliches, sondern ein kommunikatives."

 

   Das Bifie wies die Lehrer an, bei der Korrektur der Fremdsprachen-Zentralmatura vor allem im Falle knapper Ergebnisse auf die „Gesamtleistung" zu achten. (nim)

 

 

"Der Standard" vom 09.05.2014                               Seite: 35

Ressort: Kommentar der anderen

 

Christian Goldstern: CHRISTIAN GOLDSTERN ist Englischlehrer an einer Wiener AHS.

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Zentralmatura: Eine Peinlichkeit jagt die andere

 

   Auch wenn die öffentlich gewordenen Daten von Schülern und Lehrern das Ereignis waren, das das Bifie im Februar österreichweit bekanntgemacht hat, war dieses Missgeschick nicht das einzige oder auch nur das schlimmste in einer Reihe von Pannen der letzten Jahre. Allein bei der Englisch-Matura, die seit 2009 teilzentralisiert abläuft, jagt eine Peinlichkeit die andere.

 

   Vor drei Jahren musste bei einer Schule in Niederösterreich die Englisch-Matura unterbrochen werden, weil sich herausstellte, dass ein Teil der Kandidaten die falschen Fragen zur Hörverständnisübung erhalten hatte. 2013 enthielt die Angabe zur Englisch-Matura einen schweren Grammatikfehler, der irreführend war: Das Wissen um den Unterschied zwischen „people" (Leute) und „peoples" (Völker) wird auf Maturaniveau an sich vorausgesetzt. Und ausgerechnet eine Bifie-Fragestellung bei den Schreibaufgaben verwechselte diese beiden Formen und verunsicherte Schüler.

 

   Erhöhter „Cutscore"

 

   Die heurige Überraschung passt ins Bild: Nachdem seit Jahren darüber diskutiert wurde, ob der „Cutscore", also die Marke, ab der eine Arbeit positiv ist, 50 oder 60 Prozent betragen soll, und man sich inzwischen auf 60 Prozent geeinigt hat, sind die aktuellen Berechnungstabellen so gestaltet, dass erst ab 63 Prozent der Punkte eine positive Benotung möglich ist. Das Bifie erklärt das mit „statistischen Gründen" bzw. damit, dass die Aufgabenstellung teilweise zu leicht war, was durch den erhöhten Cutscore ausgeglichen werden solle.

 

   Welcher Schluss lässt sich aus diesen Pannen, die vor allem für die Betroffenen sehr unangenehm sind, ziehen? Vielleicht wäre es für alle Beteiligten doch besser gewesen, wenn sich das Ministerium an seinen eigenen Erlass von 2008 gehalten hätte, gemäß dem die Zentralmatura frühestens im Jahr 2016 stattfinden darf. Aber vermutlich ist dieser Erlass durch ein Datenleck in Verstoß geraten.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 09.05.2014                            Seite: 2

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Wi, Morgen

 

Weiter Kritik an Zentralmatura

 

   Wien. - Das Notenchaos bei der Zentralmatura sorgt weiter für Kritik. Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) fordert ein Eingreifen von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Brandsteidl findet den Notenschlüssel bei der Englisch-Zentralmatura "völlig unverständlich". Es ginge nicht, dass man im Nachhinein die Spielregeln ändert. Brandsteidl: "So kann man die Zentralmatura zu Grabe tragen." Heinisch verteidigt das neue Benotungsprinzip.

 

 

Kurier – 9. Mai 2014

 

Neues Bifie-Chaos: Proteste gegen Notengebung.

Schüler und Lehrer empört, dass plötzlich für ein "Genügend" 63 Prozent richtig gelöst sein müssen.

 

 

 

Der Protestschrei ist riesig: Schüler, Eltern, Direktoren, Lehrer und Schulbehörden empören sich über den geänderten Notenschlüssel bei der Zentralmatura im Fach Englisch. Statt wie bisher 60 Prozent müssen Maturanten heuer 63 Prozent der Prüfungsaufgaben richtig beantworten, um positiv zu sein. Die Lehrer haben davon am Dienstagnachmittag – also nach der Matura – erfahren. Am Donnerstag wurde bekannt, dass in Französisch 62,4 Prozent für einen Vierer nötig sind.

Bifie-Direktor Martin Netzer, der für die Zentralmatura zuständig ist, verteidigte in einer Aussendung am Mittwoch den Notenschlüssel: "Er ist fair und sichert eine Vergleichbarkeit." Seine Begründung: "Es ist nicht möglich, jedes Jahr Aufgaben zu formulieren, die gleich schwierig sind. Heuer war die Matura leichter, weshalb es zu diesem Beurteilungsschlüssel kam." Schon Ende März hätte man mitgeteilt, dass es zu solchen Abweichungen kommen könne.

Eine Argumentation der außer der Ministerin niemand folgen wollte. Der Lehrer Helmut Jantschitsch von der AHS Kundmanngasse in Wien kritisiert etwa: "Die meisten meiner Schüler empfanden die Matura schwieriger als die in vorherigen Jahren. Die Aufgaben waren keinesfalls leichter."

Jantschitsch und Kollegen haben deshalb einen offenen Brief ans Ministerium geschrieben, indem sie auch die Kommunikation des bifie kritisieren. Nicht nur sie, auch die steirische Landesschulpräsidentin Elisabeth Meixner und die Wiener Direktorensprecher mahnen hier Verbesserungen ein.

Unverständlich

Doch die Aussendungen des bifie werden nicht verständlicher: In einem Schreiben an die Schulen heißt es sinngemäß: "Bei knappen Ergebnissen entscheidet der Prüfer, welche Note er gibt." Doch was heißt knapp? Netzer zum KURIER: "Wenn weniger als ein Punkt fehlt, um eine bestimmte Note zu erreichen."

Schüler und Eltern wollen das so nicht stehen lassen. Thomas Gaar, Obmann der Schülerunion, akzeptiert das nicht: "Wir bestehen auf die 60 Prozent." Auch Elternvertreter Theodor Saverschel fordert eine Änderung: "Das hätte man vorher den Schülern kommunizieren müssen. Bei Schularbeiten hat der Lehrer ja auch vorab einen Notenschlüssel bekannt zu geben."

Martin Netzer verweist auf die gesetzlichen Vorgaben: "Wir dürfen den Lehrern die Korrekturschlüssel immer erst im Nachhinein übermitteln. Wir sind da an geltendes Recht gebunden."

 

 

"Heute" vom 09.05.2014                                        Seite 6

Ressort: Politik

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

"Sofort zurücknehmen!": Jeder gegen neue Matura-Benotung

 

Von allen Seiten gibt es Protest gegen den neuen Notenschlüssel bei der Englisch-Zentralmatura. Lehrer, Eltern, Schüler und auch Wiens Stadtschulratspräsidentin fordern, die Änderungen zurückzunehmen.

 

Sobald die Englisch-Zentralmatura fertiggeschrieben war, liefen bei der Gewerkschaft die Telefone heiß. Verunsicherte Lehrer meldeten sich, sie hatten den Notenschlüssel auf der Website des Bundesinstituts Bifie gesehen:

 

Nicht wie bisher 60 Prozent, sondern 63 Prozent der Punkte mussten für eine positive Note erreicht werden. Nur: Davon wussten laut Lehrer weder sie selbst noch die 17.025 Englisch-Maturanten etwas.

 

Gewerkschafter Kimberger zu "Heute":"Das ist den Maturanten nicht zuzumuten. Die 63 % sind zurückzunehmen." Auch Elternvertreter Saverschel forderte in Ö1 die Rücknahme.

 

Die VP-nahe Schülerunion will, dass jene, die z. B. nur 61 %erreichen, auch durchkommen.

 

Wiens Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl (SP): "Ich kann nicht im Nachhinein Spielregeln ändern." Die Änderung sei "unhaltbar", müsse sofort zurückgenommen werden. "Man kann so die Zentralmatura zu Grabe tragen", befürchtet Brandsteidl.

 

Das Ministerium betonte am Donnerstag in einem Brief an die Schulen, das Bifie habe im Vorfeld ja von "ungefähr 60 %" gesprochen. Die 63 % seien korrekt, sagt Ministerin Heinisch-Hosek (SP). Eine Änderung des Schlüssels werde es nicht geben. Aber dann lenkte das Bifie ein: Bei 62 % dürfe positiv benotet werden - so die Gesamtleistung des Maturanten in Ordnung sei

 

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"Heute" vom 09.05.2014                                        Seite 6

Ressort: Politik

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Auch Französisch-Benotung anders

 

An 172 Schulen fand am Donnerstag die Französisch-Zentralmatura statt. Und auch diese Prüfung dürfte bei den Lehrern für Aufregung sorgen. Denn wie das Bifie auf "Heute"-Anfrage bestätigte, liegt auch in diesem Fach der Schlüssel nicht bei 60 Prozent, sondern etwas höher: In der sechsjährigen Form müssen 62,4 Prozent der Punkte erreicht werden, um eine positive Note zu bekommen. In der vierjährigen Form sind es 60,1 %.

 

Abendjournal, 8.5.2014

 

Querelen um Zentralmatura reißen nicht ab

Regina Pöll

Mindestens 63 statt 60 Prozent richtig zum Bestehen der neuen Englisch-Matura: Das hat bei Schülern und Eltern für Protest gesorgt. Jetzt lenkt das zuständige Bundesinstitut BIFIE ein. In einem Schreiben an die Schulen heißt es heute, dass in Härtefällen die Lehrer entscheiden sollen, ob ein Maturant doch durchkommt.

Kritik verebbt nicht

Wenn der Kandidat zum Beispiel nur 62 Prozent der Aufgaben richtig hat, seine "Gesamtleistung" zuletzt aber in Ordnung war, dann dürfe eine positive Note gegeben werden. AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin findet das Einlenken aktuell richtig, übt aber trotzdem Kritik und fordert, dass die Zentralmatura, nun ehestmöglich genau geprüft werden soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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