Donnerstag, 15. Mai 2014

2014.05.15: Bildung

APA0187 II, XI 15.05.2014 10:12:28

 

Zentralmatura: Künftige Durchführung durch Bifie noch nicht fix

Utl.: Heinisch-Hosek: "Bifie bleibt, aber in anderer Form" - Vorzeitige Vertragsauflösung der Direktoren soll Bifie vor weiterem Schaden und Imageverlust bewahren - BILD VIDEO

Oberstufe/Österreich-weit

Eine komplette Schließung des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) ist für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) kein Thema. "Das Bifie bleibt, aber in einer anderen Form", so Heinisch-Hosek bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Ob das Institut auch künftig die Zentralmatura durchführen wird, steht aber noch nicht fest. Fix ist, dass die Bifie-Direktoren das Feld räumen.

Die ab 2015 an den AHS und ab 2016 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) anstehende flächendeckende Umsetzung der neuen Reifeprüfung steht für die Ministerin außer Frage. "Man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten." Es sei klar, dass bei der heurigen Generalprobe "gravierende Fehler" passiert seien: "Die gilt es jetzt zu analysieren und im nächsten Jahr zu minimieren oder noch besser gar nicht passieren zu lassen."

Eine interne Expertengruppe des Ministerium werde nun prüfen, welche Fehler passiert seien. Diese Taskforce soll in einem Monat einen Abschlussbericht vorlegen, so Heinisch-Hosek. Dafür werde wieder der TÜV Austria herangezogen, der bereits die Datensicherheit beim Bifie prüft.

Der Vertrag mit den beiden Bifie-Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner werde einvernehmlich mit Ende Juli beendet, bekräftigte Heinisch-Hosek. Damit solle das Bifie vor weiterem Schaden und Imageverlust bewahrt werden. Anschließend werde aus dem Ministerium eine interimistische Führung bestellt. Netzer habe ein Rückkehrrecht ins Ministerium, Wiesner in sein Institut. Details der Vertragsauflösung habe man noch nicht besprochen.

"Es wird aber auch eine Neuausrichtung des Bifie geben", kündigte die Ministerin eine Organisationsreform des Instituts an. Dieser Prozess werde im Sommer gemeinsam mit dem Bifie-Aufsichtsrat, den Schulpartnern sowie Experten vor allem aus dem Inland, zum Teil aber auch aus dem Ausland gestartet. "Wir müssen analysieren, wie es mit der Bildungsforschung in Österreich überhaupt weitergeht." Viele hätten den Eindruck, es werde nur mehr getestet und kontrolliert. "Die Bildungsforschung braucht mehr Bodenhaftung in Österreich." Sie wolle "weniger Elfenbeinturm und mehr Praxistauglichkeit". Bis Herbst soll dann eine Stärken-Schwächen-Anaylse stehen.

Die von ihr zuletzt angekündigte Redimensionierung des Bifie ist dabei noch nicht fix, so Heinisch-Hosek: "Ich habe das angedacht, das wird aber nicht von mir alleine entschieden." Eine Verschlankung sei möglich, werde aber gemeinsam mit den Stakeholdern entschieden.

Ein neues Bifie-Gesetz könne sie außerdem nicht alleine beschließen, so die Ministerin. Dieser Prozess werde heuer vorbereitet und vermutlich 2015 abgeschlossen. Durchaus vorstellen kann sie sich dabei, dass künftig nur mehr ein Direktor das Institut leiten wird. Eines sei aber klar: Eine komplette Reintegration des Bifie ins Ministerium werde es nicht geben. "Ich stehe dazu, dass Bildungsforschung von einem eigenen Institut durchgeführt wird." Welche Aufgaben künftig vom Ministerium durchgeführt werden und welche vom Bifie, werde von dem Lenkungsausschuss geklärt: "Es kommen aber sicher nicht alle Agenden ins Ministerium."

Die Entscheidung des Wiener Stadtschulrats, die Zusammenarbeit mit dem Bifie komplett aufzukündigen, falle in dessen Kompetenz, meinte die Ministerin: "Ich habe Vertrauen ins Bifie." Kritik sei natürlich angebracht - "aber man kann einem Bildungsforschungsinstitut vertrauen".

(schluss) aku;jle;bei

OTS0095 II, XI 15.05.2014 10:36:29

 

Bifie - Stronach/Lugar: Schluss mit dem Proporz - Neuorganisation ist überfällig!

Team Stronach/Lugar/Bildung/Schule/Bifie

"Noch deutlicher als der ehemalige Bifie-Direktor es in einem Interview gesagt hat, kann man die Nachteile für unser Lande durch den Proporz nicht beschreiben", erklärt Team Stronach Bildungssprecher Robert Lugar. Der angekündigte Abgang der beiden Bifie-Direktoren muss jetzt genützt werden, "um den Proporz im Bildungsbereich ein für alle Mal zu beenden. Die Politik hat sich endlich aus der Schule rauszuhalten; und beim Bifie muss der erste Schritt gesetzt werden", verlangt Lugar.

Sollte das Bifie in seiner jetzigen Struktur weiter bestehen bleiben, "dann müssen Fachleute aus dem Bildungsbereich die Leitung dieses sensiblen Bereiches übernehmen", so Lugar. Ex-Bifie-Direktor und "Mr. PISA", Günter Haider, dessen Vorschläge in Grundzügen jenen des Team Stronach entsprechen, sichert Lugar die Unterstützung des Team Stronach zu.

Rückfragehinweis:
Team Stronach Parlamentsklub/Presse
Tel.: ++43 1 401 10/8080
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APA0162 II, XI 15.05.2014 09:52:31

 

Stichwort: Bifie

Utl.: 2008 gegründetes Institut im Einflussbereich des Unterrichtsministeriums

Bildung/Schule/Wissenschaft/Österreich/Hintergrund

Das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (Bifie) ist ein 2008 gegründetes Institut mit Departments in Wien, Salzburg und Graz. Es ist u.a. für Zentralmatura, Bildungsstandard-Testungen und die Abwicklung internationaler Bildungsstudien wie PISA zuständig und erstellt den alle drei Jahre erscheinenden nationalen Bildungsbericht.

Das Bifie ist aus mehreren dem Unterrichtsministerium unterstehenden Forschungsinstituten hervorgegangen und steht im Einflussbereich des Ressorts: Laut Bifie-Gesetz werden sowohl die beiden Bifie-Direktoren als auch die Mehrzahl des Aufsichtsrats und der wissenschaftliche Beirat vom jeweiligen Unterrichtsminister bestellt. Die Ausgliederung 2008 hat der Rechnungshof kritisiert: Es gebe dort zu viel Budget, zu viel Personal, zu wenig Kontrolle und zu wenig Effizienz.

Bifie-Direktoren sind noch bis Ende Juli der aus dem Wissenschaftsbereich kommende Christian Wiesner sowie der Erwachsenenbildner und ehemalige Büroleiter von Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP), Martin Netzer. Nach diversen Pannen bei der Zentralmatura und einem angeblichen Datenleck im Frühjahr müssen sie sich nach nur gut einem Jahr zurückziehen.

Die einzelnen Departments widmen sich "Bildungsstandards und Internationalen Assessments", der "Standardisierten kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung" und der "Evaluation, Bildungsforschung und Berichterstattung". Dazu kommt noch ein Department für Zentrales Management und Services.

(schluss) jle;cm;bei

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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