Dienstag, 20. Mai 2014

2014.05.21: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 21. Mai 2014

 

 

Finanzen: Spätere Abschlüsse der Pflichtschule in Gefahr

Unterrichtsressort kämpft mit neuem Budgetengpass: 54 Mio. Euro und Vereinbarung mit den Ländern hängen in der Luft.

Wien/Burgschlaining. Es ist eines der ambitionierten Vorhaben dieser Bundesregierung: Vor allem junge Schulabgänger sollen in Gratiskursen ihren Hauptschul- bzw. Pflichtschulabschluss nachholen, damit ihnen ein Arbeitslosenschicksal erspart bleibt. Von 2012 bis 2014 haben Bund und Länder dafür in Summe 54,6 Millionen Euro je zur Hälfte aufgewendet, um diese späteren Schulabschlüsse zu unterstützen. Für die kommenden drei Jahre ab 2015 hängt diese Finanzierung derzeit völlig in der Luft.

Im Budget 2015 sind nach „Presse“-Informationen nur 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wird unter anderem darüber bei der Konferenz der Landeshauptleute im burgenländischen Burgschlaining mit den Ländern sprechen.

Hilfe für 16.000 Betroffene

Im Unterrichtsressort wurde der „Presse“ versichert, dass eine Regelung für die künftige Finanzierung zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses vorbereitet wird. Nachdem die Kompetenz für Erwachsenenbildung im Bildungsressort liegt, hat das Finanzministerium eine Übernahme der Kosten auf Bundesseite abgelehnt. Die Länder fürchten nun, dass ihnen zusätzliche oder alle Kosten für diese Kurse für die kommenden drei Jahre ganz oder teilweise aufgehalst werden. Nach einer Studie war das Programm bisher erfolgreich: Rund 16.000 Personen erhielten von 2012 bis März 2014 dadurch eine Basisausbildung oder einen Pflichtschulabschluss.

Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, das Abrutschen von Jugendlichen in die Arbeitslosigkeit zu verhindern. Erwachsenenbildungsorganisationen sind alarmiert, weil für 2015 die Finanzierung nicht gesichert ist. Sie haben sich diesbezüglich auch bereits an Parlamentarier gewandt, um auf diese bisher öffentlich noch nicht bekannten Probleme aufmerksam zu machen.

Das ist allerdings nur eine der Schwierigkeiten, mit denen sich Heinisch-Hosek bei der Landeshauptleutekonferenz herumschlagen muss. Denn die Landeschefs lassen weiter nicht locker, was die Verländerung der Lehrer betrifft. Heute wollen sie erneut vorschlagen, sogenannte Bildungsdirektionen in den Ländern zu schaffen, sagte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in den „Vorarlberger Nachrichten“. Der gemeinsame Vorschlag, den die Länder bereits wiederholt aufs Tapet gebracht haben, sieht vor, dass der Bund weiter für Grundsatzgesetzgebung und Rahmenbedingungen zuständig ist, die Ausführung aber an die Länder geht. „Dieser Vorschlag ist nach den jüngsten Vorkommnissen (Pannenserie bei der Zentralmatura, Anm.) mehr denn je notwendig. Bei dem ganzen Chaos kann man nicht ewig zuschauen“, zeigt sich Wallner selbstbewusst.

Doch auch die Ministerin hat den Landeschefs Unerfreuliches zu verkünden. Sie muss 2015 nämlich insgesamt 90 Millionen Euro einsparen und rechnet weiter mit einem gehörigen Beitrag der Länder. 30 Millionen Euro sollen die Länder durch die Veränderung der sogenannten Landeslehrercontrolling-Verordnung zahlen. (ett/j.n.)

 

 

Die Presse – 21. Mai 2014

 

 

PISA: "Immer mehr Eltern boykottieren Tests"

Ein offener Protestbrief an den PISA-Koordinator Andreas Schleicher macht die Runde. Der in den USA lehrende Bildungswissenschaftler Heinz-Dieter Meyer hat ihn initiiert. Im Interview mit der "Presse" erklärt er, warum.

 

Die nächste Pisa-Runde soll ausgesetzt, die Kosten sollen transparent gemacht werden. Und die ökonomiegesteuerte OECD dürfe nicht zum „globalen Schiedsrichter über Mittel und Ziele von Bildung in der ganzen Welt“ werden: Das und mehr fordert der deutsche Bildungswissenschaftler Heinz-Dieter Meyer mit einer New Yorker Kollegin in einem offenen Brief. Derzeit warnt er in Indien vor PISA. „Die Presse“ hat mit ihm gesprochen.

Sie haben in Amerika das pisakritische Buch „PISA, Power and Policy“ veröffentlicht, nun fordern Sie die Aussetzung der nächsten PISA-Tests, Offenlegung der Testkosten etc. Wie kam es zu dem von Ihnen initiierten offenen Brief an PISA-Koordinator Andreas Schleicher?

Heinz-Dieter Meyer: Natürlich stand die kritische Auseinandersetzung in „PISA, Power and Policy“ am Anfang. Aber den Ausschlag für den Brief gab eine gewisse Arroganz des Herrn Schleicher beim Nicht-Antworten auf Kritik während einer Diskussion in Philadelphia Anfang April dieses Jahres im Zusammenhang mit der Jahreskonferenz der „american education research association“.

Liest man das Buch „PISA, Power and Policy“, hat man den Eindruck, dass wir diese Tests Amerika verdanken.

Die USA haben eine führende Rolle gespielt. Der Vorgänger von Andreas Schleicher, Malcolm Skilbeck, ein Professor für Erziehungswissenschaften aus Australien, hat nur ein halbes Jahrzehnt vor Schleicher die Art von Tests, die PISA dann institutionalisiert hat, abgelehnt, weil sie unvermeidlich oberflächlich und sensationsheischend sind. Skilbeck war ein Repräsentant der „sozial-demokratischen“ Linie in der OECD.

Was ist für Sie das Hauptproblem am öffentlichen Umgang mit den PISA-Ergebnissen?

Die Schwankungsbreite ist ein Problem, ein größeres Problem ist: Wenn man die Spitzen-Länder wegzählt und außerdem die Dritte-Welt-Länder wie Peru, dann bleibt ein großes Mittelfeld übrig, in dem sich die Punktunterschiede auf 20 bis 30 Punkte reduzieren. 20 Punkte aber ist, was Finnland ohne Änderungen seiner Bildungspolitik verloren hat. Much ado about nothing? Wer jemals mit quantitativen Daten gearbeitet hat, weiß, wie leicht sich statistische Artefakte als substantielle Ergebnisse präsentieren lassen. Die Abwesenheit kritischen Denkens in der Hochjubelung von PISA illustriert genau das, was PISA produzieren will: immer mehr Kinder des Technokratismus.

Ihr offener Brief nennt das „Race to the top“-Programm als Beispiel dafür, wie sich PISA auf die amerikanische Bildungspolitik auswirkt, worum genau handelt es sich da?

„Race to the top“ beinhaltet unter anderem, dass der Kurzschluss von den Multiple-choice-test-Ergebnissen von Schülern auf die Unterrichtsqualität ihres Lehrers institutionalisiert wird. Das Programm wird mit PISA und dem darin vermeintlich gezeigten Aufholbedarf der USA begründet. Seit „race to the top“ reißen die „high stakes standardized tests“ in Schulen nicht mehr ab. Schüler beklagen sich über unerträglichen Stress in den Testperioden, oft dauern diese Tests drei Tage lang, mit zwei- bis dreistündigen Tests. Immer mehr Eltern in den USA boykottieren die Tests und halten ihre Kinder an den Testtagen von der Schule fern.

Wer führt die PISA-Tests in Amerika durch?

Die Firma Pearson hat von der OECD den Vertrag zur Test-Vorbereitung 2015 erhalten. Das ist übrigens dieselbe Firma, die in New York State sämtliche Tests, sämtliche Test-Auswertungen und die kompensatorischen Interventionen auf Basis der Testergebnisse durchführt: alles gewinnorientiert.

Spätestens seit PISA gehören Lehrer in Österreich zur meistkritisierten Berufsgruppe. Wie erstrebenswert ist das Lehrersein in Amerika?

In den USA kann man grob sagen: Je mehr dort einem jungen Studierenden wirklich an Erziehung gelegen ist und je größer die Alternativen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er sich für den Lehrerberuf entscheidet, wegen der allgegenwärtigen Gängelei.

Offenbar gibt es nicht nur in den Schulen Unmut, vor Kurzem las ich den offenen Brief einer amerikanischen Kindergärtnerin, die ihren Job aufgegeben hat, weil schon im Kindergarten das Messen und Standardisieren anstelle des Kindes selbst in den Mittelpunkt rücke. Können Sie das nachvollziehen?

Ja, die Testerei geht im Kindergarten los, bevor die Kinder gelernt haben, zu spielen.

Sie sind gerade in Indien unterwegs – beruflich?

Ja, ich war in Bangalore auf einer Bildungs-Konferenz. Ich ermuntere die Inder, auch unter der neuen Regierung bei ihrem „Nein“ zu PISA zu bleiben.

Die österreichische Bildungsministerin hat angekündigt, wegen eines Datenlecks beim Institut BIFIE, das die Vortests für PISA 2015 durchführen hätte sollen, die Teilnahme Österreichs am PISA-Test 2015 ausfallen zu lassen. Freut Sie das?

Probleme wie beim BIFIE illustrieren, dass PISA eine riesige Datenmaschinerie ist. Bis jetzt hat kaum jemand der OECD genauer auf die Finger geguckt. Ich glaube, das wird sich ändern.

ZUR PERSON

Heinz-Dieter Meyerist studierter Soziologe und Bildungswissenschaftler mit Schwerpunkt Bildungspolitik. Er lehrt an der State University of New York.

Undemokratisch,
bildungsverengend,nicht aussagekräftig: Das sind die Hauptvorwürfe gegen PISA in dem am 6. Mai veröffentlichten „Offenen Brief an Andreas Schleicher“. Auch zwei Österreicher gehören zu den Erstunterzeichnern: der Philosoph Konrad Paul Liessmann und Bildungswissenschaftler Stefan Hopmann (beide von der Universität Wien).

Unterschrieben werden kann der offene Brief an Schleicher im Internet: bildung-wissen.eu.

 

 

Die Presse – 21. Mai 2014

 

 

Maturanoten: Gute Vorbereitung, leichte Beispiele?

Die Ergebnisse der Generalprobe für die zentrale Mathematikmatura dürften trotz Pannen besser sein als erwartet. In Englisch soll die schriftliche Matura in etwa so ausgefallen sein wie in den Vorjahren.

Wien. Die Generalprobe für die zentrale Mathematikmatura dürfte besser ausgefallen sein als erwartet. Das zeigt ein Rundruf der Austria Presse Agentur bei Schulen und Schulbehörden. Offizielle Ergebnisse gibt es zwar noch keine – an vielen Schulen laufen noch Notenkonferenzen, die Noten müssen auch den Schulbehörden rückgemeldet werden. Die besseren Mathematikergebnisse dürften sich allerdings durch zahlreiche Schulen ziehen.

Das dürfte zunächst einmal für ein Aufatmen gesorgt haben, vor allem bei den betroffenen Schülern (und bei deren Eltern) aber ebenso wohl bei Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Nach den jüngsten Zentralmatura-Turbulenzen um undurchsichtige Benotung, heftig kritisierte Prüfungstexte und vergessene Prüfungsbögen wäre ein Proteststurm wegen schlechter Noten das Letzte, was sie (und das angeschlagene BIFIE-Institut) brauchen könnte.

Gleichzeitig stellt sich mit den Ergebnissen aber eine andere Frage: Bewahrheitet sich angesichts der besseren Mathematikergebnisse – für alle Vorarlberger Schulen etwa ist die Rede von einem Notenschnitt unter 2,0 – die Angst einer Nivellierung nach unten? Diese Befürchtung war im Vorfeld immer wieder aufgekommen.

Quin: „Zu früh für Trends“

„Natürlich könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die Beispiele vielleicht etwas leichter waren“, sagt AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin zu den vorläufigen Ergebnissen der Mathematik-Zentralmatura. Quin gehört zu jenen, die von Anfang an davor warnten, dass bei einer vollzentralen Matura die Erfordernisse für eine positive Note zwangsläufig abgesenkt würden.

Um anhand der aktuellen Maturaergebnisse (die für die betroffenen Schüler „natürlich erfreulich“ seien), einen Trend festzumachen, sei es aber noch zu früh, so Quin. Immerhin sei die zentrale Mathematikmatura heuer nur an 28 der 351 AHS durchgeführt worden.

Genau darauf führen andere die offenbar guten Ergebnisse zurück: Die wenigen Schulen, die die zentralen Klausuren bereits heuer – freiwillig – verwendet hätten, seien jene, an denen sich Lehrer und Schüler besonders intensiv mit der neuen Reifeprüfung auseinandergesetzt hätten. Ähnlich sieht das Expertin Christa Könne: „Das war zu erwarten. Die Lehrer und die Schüler waren gut vorbereitet.“

Die schriftliche Englischmatura – die an 318 Gymnasien zentral stattfand – soll trotz des Wirbels um das Benotungsschema heuer etwa so ausgefallen sein wie in den Vorjahren. Ob die höhere Hürde für eine positive Note von 60 auf 63 Prozent Auswirkungen hatte, ist noch nicht klar. Die Lehrer waren jedenfalls nach Protesten von Schülern und Eltern vom BIFIE dazu angehalten worden, sich bei der Notengebung nicht alleine auf den Computer zu verlassen, sondern gegebenenfalls milder zu benoten. Auch seien die Beispiele entsprechend leichter gewesen.

Der offizielle Vergleich der Ergebnisse der diesjährigen Zentralmatura mit jenen der Klausuren früherer Jahre steht noch aus. Im Bildungsministerium verweist man darauf, dass die Noten noch bis Ende dieser Woche rückgemeldet werden können, danach würden die Ergebnisse zusammengefasst. Vergangenes Jahr hatten die Noten der Schulversuche dem langjährigen Schnitt entsprochen.

Dass es für die Güte der Zentralmatura überhaupt ein Kriterium ist, dass sich der Notenschnitt nicht zu sehr von früheren unterscheidet, kritisiert Expertin Christa Könne indes scharf. Dass man den Schwierigkeitsgrad an dem ausrichte, was Schüler bisher konnten, hält sie für falsch. Man müsse die Matura vielmehr danach ausrichten, was gekonnt werden soll.

Kommission in Warteschleife

Übrigens: Die sogenannte Bundesreifeprüfungskommission, die als Matura-Beratungsgremium gesetzlich vorgesehen ist, ist noch immer nicht einberufen. Die Betroffenen – unter anderen sind das Eltern, Lehrer und Schüler – wurden zwar Mitte März dazu aufgerufen, ihre Vertreter zu nominieren. Ein Zusammentreffen gab es aber noch nicht.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 21.05.2014             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Keine Angst

 

   Kommentar

 

   Von Anneliese Edlinger

 

   Bei aller Aufregung, die es rund um die Pannen bei der Generalprobe für die Zentralmatura gegeben hat, eines zeichnet sich doch deutlich ab: Die vielen Ängste, die Schüler vor der zentral vorgegebenen Reifeprüfung hatten, dürften unberechtigt gewesen sein. Denn die ersten vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Maturanten in Englisch und vor allem in Mathematik deutlich besser abgeschnitten haben als die Jahrgänge vor ihnen. Und auch wenn die Klassen, die die Mathematik-Zentralmatura freiwillig erprobt haben, sicherlich nicht die schlechtesten waren, lässt sich aus den vielen Sehr gut doch eines ablesen: Schwieriger als die bisher durchgeführte Reifeprüfung ist die Zentralmatura sicherlich nicht.

 

   Das mag zwar mancherorts Kritik auslösen (Stichwort: Nivellierung nach unten), soll aber den großen Pluspunkt der zentralen Reifeprüfung nicht verdecken: Die Zeiten, wo eine Matura an der Schule X einfacher zu erreichen war als an der Schule Y sind ein für alle Mal Geschichte.

 

   Schwieriger ist die neue Matura sicherlich nicht

 

   a.edlinger@nachrichten.at

 

 

OÖN – 21. Mai 2014

 

Zentralmatura: Englisch wie bisher, Mathe tendenziell besser

WIEN. Die Generalprobe für die ab 2015 verpflichtende Zentralmatura an den AHS dürfte besser als erwartet ausgefallen sein.

 

Die Englisch-Klausuren sollen in etwa wie in den Vorjahren benotet worden sein, die erstmals im Schulversuch zentral durchgeführte Mathematik-Matura zumindest tendenziell besser. Das zeigt die Nachfrage an einem Teil der beteiligten Schulen bzw. bei Schulbehörden. "Offizielle" Ergebnisse gibt es noch nicht. An vielen Schulen laufen noch die Notenkonferenzen, die Noten müssen auch noch den Schulbehörden rückgemeldet werden.

Die besseren Mathe-Ergebnisse dürften sich aber durch viele Schulen ziehen. Die "Vorarlberger Nachrichten" berichteten bereits Ende der Vorwoche, dass die vier beteiligten Ländle-AHS vermutlich einen Notenschnitt von unter 2 erreichen dürften. Auch an anderen Schulen freut man sich über "ausgesprochen erfreulich" ausgefallenen Mathe-Klausuren. Zum Teil soll es nur vereinzelt "Nicht Genügend" gegeben haben, an anderen Schulen waren es zwar etwas mehr "Fünfer", über dem langjährigen Schnitt lag aber keine Schule. Im Stiftsgymnasium St. Paul in Kärnten, das als eine von zwei Schulen schon heuer die komplette neue Matura (inklusive neuer mündlicher Matura und vorwissenschaftlicher Arbeit) ausprobiert hat, steht bei Mathe ebenfalls ein Einser vor dem Komma - das sei etwas besser als bei der Probematura in diesem Fach, aber keine großartige Änderung zum Vorjahr.

In der Mathematik waren an den AHS heuer erstmals Schulversuche zur Zentralmatura in Mathematik durchgeführt worden, 28 Schulen haben teilgenommen. Die guten Ergebnisse führte ein Direktor nicht zuletzt indirekt auch auf diesen Umstand zurück: Jene Schulen, die sich dies heuer "getraut" hätten, seien jene gewesen, an der sich die Lehrer und Schüler schon besonders intensiv mit der neuen Matura auseinandergesetzt hätten.

Im Fach Englisch war praktisch das Gegenteil der Fall: Hier beteiligen sich schon seit längerem fast alle AHS an den Schulversuchen. Insofern seien die voraussichtlich "eher unauffälligen" Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr keine Überraschung, meinten mehrere Direktoren. Welche Auswirkung die Heraufsetzung der Notenschwelle für ein "Genügend" von 60 auf 63 Prozent der Punkte gehabt hätte, könne man derzeit nicht sagen. Einerseits könnten die Aufgaben tatsächlich - wie vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) angeführt - zum Ausgleich etwas leichter gewesen sein, andererseits könnten die Lehrer nach der Kritik am Notenschlüssel auch wie vom Bifie vorgeschlagen "auf die Gesamtleistung" geschaut und in engen Fällen etwas milder beurteilt haben.

An der Pionierschule in St. Paul sieht man die Maturaresultate gelassen: "Das Ergebnis ist sehr schön, aber die großen Überraschungen waren nicht dabei." Neben der Mathematik stehe auch in Deutsch beim Notenschnitt ein Einser vor dem Komma, in den Fremdsprachen sei es ähnlich. Das habe aber nichts damit zu tun, dass seine Schüler "Wunderwuzzis" wären, wie der Direktor betont. Die Schüler seien einfach gut auf die neuen Prüfungsformate vorbereitet worden, außerdem habe man am Standort "eine lange Tradition des selbstständigen Lernens".

Der offizielle Vergleich der Ergebnisse der diesjährigen Zentralmatura mit jenen der Klausuren früherer Jahre steht noch aus. Im Bildungsministerium verweist man darauf, dass die Noten noch bis Ende dieser Woche rückgemeldet werden können, danach würden die Ergebnisse zusammengefasst. 2013 hatten die Noten der Zentralmatura-Schulversuche dem langjährigen Schnitt entsprochen.

 

 

SN – 21. Mai 2014

 

Politik

Zentralmatura bringt ähnliche Ergebnisse

Salzburg. Die Generalprobe für die ab 2015 verpflichtende Zentralmatura an den AHS dürfte ganz gut ausgefallen sein. Das zeigt ein Rundruf der APA bei beteiligten Schulen und Schulbehörden. Diese berichten, dass die Klausuren in Englisch und Mathematik ungefähr wie in den Vorjahren benotet worden seien. An manchen Schulen soll die zentrale Mathematikmatura sogar besser ausgefallen sein.

Offizielle Ergebnisse gibt es erst, sobald die Notenkonferenzen an den Schulen abgeschlossen und die Noten an die Schulbehörden rückgemeldet wurden. Das gilt auch für das Wirtschaftskundliche Gymnasium in der Stadt Salzburg, Salzburgs einziger AHS, die die Zentralmatura in allen Hauptfächern ausprobiert hat – allerdings nicht in allen Klassen auf einmal. „Bei uns gab es in den Klassen, die in einem Fach die Zentralmatura geschrieben haben, keinen gravierenden Unterschied zu jenen, die die normale Matura gemacht haben“, sagt Direktor Gerhard Klampfer.

Auch Claudia Dörrich, die Direktorin des Christian-Doppler-Gymnasiums, das heuer die Englisch-Zentralmatura durchführte, meint: „Bei uns liegen die Noten im Durchschnitt.“ An ihrer Schule habe sich auch die Heraufsetzung der Notenschwelle für ein Genügend von 60 auf 63 Prozent nicht ausgewirkt. „Wir haben keinen solchen Grenzfall“, sagt sie. par

 

 

Wiener Zeitung – 21. Mai 2014

 

Matura

Zentralmatura lief besser als erwartet

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Englisch-Noten wie bisher, Mathe tendenziell besser.

 

Wien. Pleiten, Pech und Pannen - und dennoch ein besseres Ergebnis als befürchtet. Die Generalprobe für die Zentralmatura, die ab 2015 verpflichtend an allen AHS eingeführt wird, ist gar nicht so schlecht gelaufen. Das ergab ein Rundruf der APA bei einigen Schulen und Schulbehörden.

Die Englisch-Klausuren sollen ähnlich wie in den Vorjahren benotet worden sein, die erstmals zentral durchgeführte Mathematik-Matura zumindest tendenziell besser. Und das, obwohl gerade in Mathematik negative Auswirkungen durch die Zentralmatura befürchtet worden waren.

"Offizielle" Ergebnisse gibt es noch nicht. Die besseren Mathematik-Ergebnisse dürften sich aber durch viele der 28 teilnehmenden Schulen ziehen. Zum Teil soll es nur vereinzelt "Nicht Genügend" gegeben haben, an anderen Schulen waren es etwas mehr, über dem langjährigen Schnitt lag aber keine Schule.

Die guten Ergebnisse führte ein Direktor auch darauf zurück, dass sich Lehrer und Schüler schon besonders intensiv mit der neuen Matura auseinandergesetzt haben. Welche Auswirkung die Heraufsetzung der Notenschwelle bei der Englisch-Matura für ein "Genügend" von 60 auf 63 Prozent der Punkte gehabt hätte, könne man derzeit nicht sagen.

Experten gehen davon aus, dass die Abwicklung der Zentralmatura nicht mehr vom Bifie, sondern vom Bildungsministerium durchgeführt werden könnte.

 

 

Heute – 21. Mai 2014

 

Erste Ergebnisse

Zentralmatura: Mathematik- Noten besser als vorher

 

Viel Lärm um nichts? Bei einer ersten Kontrolle der Zentralmatura-Ergebnisse kam heraus, dass die Englisch-Noten genauso gut oder schlecht wie im Vorjahr ausfielen. Bei der Mathe-Zentralmatura, die erstmals im Schulversuch zentral durchgeführt wurde, schnitten die Schüler sogar tendenziell besser ab!

Pannen über Pannen: Die Sprachen-Zentralmatura sei doch nicht für alle gleich, die Mathe-Matura musste an fünf Wiener Schulen unterbrochen werden, weil nur acht statt 24 Aufgaben vorhanden waren. Dann gab es Aufregung um die Benotung der Englisch-Matura, die bei Schülern, die zwischen 60 und 63 Prozent erreichen von den Lehrern bestimmt wird - das löste heftige Kritik aus. Nach einem kleinen Nazi-Eklat zum Drüberstreuen, mussten schließlich die Bifie-Direktoren gehen.

Keine Schule unter Durchschnitt
"Offizielle" Ergebnisse gibt es noch nicht. An vielen Schulen laufen noch die Notenkonferenzen, die Noten müssen auch noch den Schulbehörden rückgemeldet werden. Die besseren Mathe-Ergebnisse dürften sich aber durch viele Schulen ziehen. Die "Vorarlberger Nachrichten" berichteten bereits Ende der Vorwoche, dass die vier beteiligten Ländle-AHS vermutlich einen Notenschnitt von unter 2 erreichen dürften. Auch an anderen Schulen freut man sich über "ausgesprochen erfreulich" ausgefallenen Mathe-Klausuren. Zum Teil soll es nur vereinzelt "Nicht Genügend" gegeben haben, an anderen Schulen waren es zwar etwas mehr "Fünfer", über dem langjährigen Schnitt lag aber keine Schule.

Im Stiftsgymnasium St. Paul in Kärnten, das als eine von zwei Schulen schon heuer die komplette neue Matura (inklusive neuer mündlicher Matura und vorwissenschaftlicher Arbeit) ausprobiert hat, steht bei Mathe ebenfalls ein Einser vor dem Komma - das sei etwas besser als bei der Probematura in diesem Fach, aber keine großartige Änderung zum Vorjahr.

Gute Ergebnisse durch selektive Teilnahme
Die 28 Schulen, die erstmals zur Zentral-Mathematura antraten, hätten sich besonders intensiv mit der neuen Matura beschäftigt. Das sieht ein Direktor als Grund für die guten Ergebnisse.

Englisch: Lehrer könnten nach Kritik milder beurteilt haben
Im Fach Englisch war praktisch das Gegenteil der Fall: Hier beteiligen sich schon seit längerem fast alle AHS an den Schulversuchen. Insofern seien die voraussichtlich "eher unauffälligen" Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr keine Überraschung, meinten mehrere Direktoren. Welche Auswirkung die Heraufsetzung der Notenschwelle für ein "Genügend" von 60 auf 63 Prozent der Punkte gehabt hätte, könne man derzeit nicht sagen. Einerseits könnten die Aufgaben tatsächlich - wie vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) angeführt - zum Ausgleich etwas leichter gewesen sein, andererseits könnten die Lehrer nach der Kritik am Notenschlüssel auch wie vom Bifie vorgeschlagen "auf die Gesamtleistung" geschaut und in engen Fällen etwas milder beurteilt haben.

Der offizielle Vergleich der Ergebnisse der diesjährigen Zentralmatura mit jenen der Klausuren früherer Jahre steht noch aus. Im Bildungsministerium verweist man darauf, dass die Noten noch bis Ende dieser Woche rückgemeldet werden können, danach würden die Ergebnisse zusammengefasst. 2013 hatten die Noten der Zentralmatura-Schulversuche dem langjährigen Schnitt entsprochen.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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