Donnerstag, 22. Mai 2014

2014.05.22: Newsletter Bildung

Die Presse - 22. Mai 2014

 

 

Landeschefs verteidigen sich: „Wir sind nicht machtgeil“

Die Debatte über die Verländerung der Lehrer ist neu entflammt. Nun soll „ergebnisoffen“ diskutiert werden. Der Bundespräsident wünscht sich weniger Macht für die Länder.

Stadtschlaining. Die neun Landeshauptmänner haben einen ersten Teilerfolg erzielt: Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), die gestern, Mittwoch, bei der Landeshauptleutekonferenz geladen war, hat nämlich versprochen, „ergebnisoffen“ über die Verländerung der Lehrer zu diskutieren. Sollten sich die Länder dabei durchsetzen, könnten künftig alle Lehrer – also auch jene an den höheren Schulen – von den Ländern verwaltet werden.

In einem ersten Schritt wurde vereinbart, zu berechnen, ob die Variante „alle Lehrer zum Bund“ oder die Variante „Lehrer in die Hand der Länder“ günstiger ist. Die Landeshauptleute verteidigten gestern jedenfalls ihren Vorschlag: „Wir drängen uns nicht auf, wir sind auch nicht machtgeil. Wir glauben nur, dass es vernünftig ist“, so der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Den Kritikern wollen die Landeschefs zugleich den Wind aus den Segeln nehmen. Denn: Dass durch die Verländerung neun unterschiedliche Bildungssysteme entstünden, sei völliger „Stumpfsinn“, sagt Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP). Es sei auch dann noch der Bund, der die Bildungsziele festlege, und damit sei gesichert, dass es keine Zerstückelung gebe. Der Bildungsministerin habe man in diesem Zusammenhang nahegelgt, mit den „Falschinformationen“ aufzuhören, sagte Pröll.

Er zeigte sich Heinisch-Hosek gegenüber generell sehr angriffig. Die Pannen bei der Zentralmatura kommentierte er mit den Worten: „Die Katastrophe nimmt offenbar ihren Lauf.“ Es zeige sich, dass Heinisch-Hosek in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Claudia Schmied (SPÖ) trete.

Ausbildungspflicht ab 2016/2017

Ein etwas leichteres Spiel bei den Landeshauptleuten hatte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Er sprach mit diesen über die Ausbildungsverpflichtung für Jugendliche. Geplant ist, dass 15- bis 18-Jährige ab dem Schuljahr 2016/2017 einer Ausbildungspflicht unterliegen. Damit sollen jährlich jene 9000 Jugendliche, die nach dem Abschluss der Schulpflicht keine weitere Ausbildung machen, aufgefangen werden. Der grundsätzlichen Idee können die Landeshauptleute zwar einiges abgewinnen, wie das Ganze finanziert werden soll, ist aber noch immer unklar. Diesen heiklen Punkt sparte man bei der Landeshauptleutekonferenz lieber aus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Erwachsenenbildung. Zwar bekundeten die Landeschefs auch hier, wie wichtig etwa das Nachholen von Pflichtschulabschlüssen sei. Die Finanzierung dafür hängt ab 2015 aber in der Luft.

Pröll kontert Bundespräsidenten

Rechtzeitig zur Landeshauptleutekonferenz meldete sich übrigens Bundespräsident Heinz Fischer zu Wort – und zwar mit sehr kritischen Tönen. Er sprach sich in der „Kleinen Zeitung“ dafür aus, die Macht der Länder zurückzudrängen. Die Landeshauptleute selbst scheint das aber wenig zu stören: „Von einem Zentralisten ist nichts anderes zu erwarten“, kommentierte Landeshauptmann Pröll die Aussagen Fischers.

 

 

Die Presse - 22. Mai 2014

 

 

"Ergebnisoffen" über Verländerung der Lehrer diskutieren

Die Bildungsministerin will berechnen, ob es günstiger ist, dem Bund oder den Ländern Macht über die Lehrer zu geben.

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat den Landeshauptmännern die weitere Diskussion über die Schulverwaltung versprochen. Das erklärte sie nach ihrem Besuch bei der Landeshauptleutekonferenz. Die Stimmung ihr gegenüber beschrieb sie als "zum Teil hart, aber herzlich".

Man werde weiter "ergebnisoffen" über die offenen Punkte des Beschlusses von Frauenkirchen sprechen, betonte die Ressortchefin. Bei der Landeshauptleutekonferenz 2009 hatten die Länder ihre Sympathie dafür kundgetan, auch die Bundeslehrer in ihren Bereich zu bekommen. Jetzt müsse die "Kostenwahrheit auf den Tisch", man einigte sich heute auf Berechnungen seitens des Bundes sowie der Länder. "Dann schauen wir uns das wieder an", so Heinisch-Hosek.

"Es hat keine Zugeständnisse gegeben"

"Es war ein sehr offenes Gespräch", die Länder äußerten sich mit allem, "das ihnen passt und nicht passt". Zugeständnisse ihrerseits habe es nicht gegeben, nur die Zusage zu weiteren, ergebnisoffenen, Gesprächen. Sie verwies auch auf die Runde mit den Landes-Bildungsreferenten Anfang Juni.

Heinisch-Hosek erklärte, dass die Länder ihre Klein- und Kleinststrukturen bei den Schulen erhalten wollen. Dies bedürfe aber mehr Personal und darüber sei zu diskutieren.

 

 

OÖN - 22. Mai 2014

 

Länderchefs zu Verwaltungsreform: Zuerst ist der Bund an der Reihe

STADTSCHLAINING. Verwaltungsreformen werden auch die Länder beschäftigen müssen – obwohl sie, so die Landeshauptleute, bei ihrer Konferenz am Mittwoch im burgenländischen Stadtschlaining "nicht das Thema" gewesen seien.

Mit einer Ausnahme: Ihren Wunsch nach "Verländerung" aller Lehrer brachten sie gegenüber Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) wieder einstimmig aufs Tapet. Laut Rechnung der Länder brächte dies rund 20 Millionen Euro an Einsparungen.

Unmittelbar davor hatte Bundespräsident Heinz Fischer Reformwillen bei den Ländern eingefordert, und auch, die "Pattstellung zwischen Bund und Ländern" zu beseitigen. Wie schon im April im Interview mit den OÖNachrichten, kritisierte Fischer in der "Kleinen Zeitung" die "Pattstellung zwischen Bund und Ländern": Das Kräfteverhältnis habe sich zu Gunsten der Länder verschoben, das Verhältnis zum Bund sei "problematisch", was Reformen schwieriger mache, so Fischer.

Von den Länderchefs wurde das wenig wohlwollend aufgenommen: "Das ist seine Meinung", sagte der Konferenz-Vorsitzende, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SP). "Es geht um mehr Effizienz in der Verwaltung, darüber kann man immer sprechen", sagte Niessl und verglich mit Deutschland: Dort hätten die Länder "viel mehr Kompetenzen als in Österreich". "Bei allem Respekt, der Herr Bundespräsident ist ein Zentralist, er war immer Bundespolitiker", sagte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) im OÖNachrichten-Gespräch. Er sehe "bürgernahe" Verwaltungen als die besseren, arbeiten müsse man aber, auf allen Ebenen, an der Effizienz.

"Gesetze durchforsten"

In erster Linie sehe er bei Verwaltungsvereinfachungen den Bund gefordert, sagte Pühringer. Dabei sehe er die anderen Landeshauptleute hinter sich.

Die Länder seien zwar vielfach für den Vollzug zuständig, 80 Prozent der Gesetzgebung, so Pühringer, fallen aber in die Kompetenz des Bundes. "Haben wir weniger Bestimmungen zu vollziehen, brauchen wir automatisch weniger Personal", so Pühringers Rechnung. Adressat werde die am Dienstag von der Regierung eingesetzte "Aufgabenreform- und Deregulierungskommission" sein, die vom Verwaltungsgerichtshof-Präsidenten Rudolf Thienel und seinem Amtsvorgänger Clemens Jabloner geleitet wird. "Durchforstet gehören etwa die Gesetze für Betriebsauflagen und alljährlich geforderte Bewilligungen", sagte Pühringer.

Bei einem Abendessen der Landeshauptleute gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann (SP) am Dienstagabend kamen Verwaltungsreformen kurz zur Sprache. Niessl sagte, man habe dem Kanzler versichert, dass die Länder "für Gespräche und gute Lösungen bereitstehen". (bock)

Ausbildungspflicht und Schul-Verhandlungen

Auf einen konkreten Beschluss einigten sich die Landeshauptleute mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP): Die „Ausbildungspflicht“ kommt ab dem Schuljahr 2016/17. Sie wird drei Jahre dauern und an die Schulpflicht anschließen, konkret bedeutet dies, dass jeder Jugendliche entweder eine weiterführende Schule besuchen, eine Lehre absolvieren oder zumindest eine berufsspezifische Weiterbildung machen muss.

„Es geht schlichtweg darum, möglichst viele in Ausbildung zu bringen“, sagte Hundstorfer. Denn rund zwölf Prozent der Jugendlichen absolvieren nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung. Mit AMS, WIFI und BFI müssen bis 2016 ausreichende Angebote geschaffen werden, vor allem für beeinträchtigte Jugendliche.

„Ergebnisoffen“ wird die von den Ländern geforderte „Verländerung“ der Schulverwaltung (Zuständigkeit der Länder auch für die Lehrer an Gymnasien und berufsbildenden höheren Schulen) diskutiert, gestand Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) zu. Das Angebot der Länder: die Pädagogen werden in die „mittelbare Bundesverwaltung“ wie derzeit die Landeslehrer übernommen. Länder und Ministerium werden Kostenrechnungen erstellen.

 

 

"Der Standard" vom 22.05.2014                                Seite: 1

Ressort: SEITE 1

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich, Wien

 

Bundesländer lehnen Fischers Vorstoß für Staatsreform ab

 

Präsident will Patt Bund/Länder auflösen Gesprächsangebot der Bildungsministerin

 

   Wien – Landeshauptleute aus beiden Koalitionsparteien lehnen die „zentralistische“ Anregung von Bundespräsident Heinz Fischer ab, der Republik bis 2018 eine neue Verfassung zu geben. Fischer hatte der Kleinen Zeitung gesagt, dass sich die Kräfteverhältnisse in den vergangenen 40 Jahren zugunsten der Länder verschoben hätten. Das habe zu einer Pattsituation geführt.

 

   Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) sagte zum Standard: „In Wahrheit sollte der Herr Bundespräsident dazu beitragen, dass die Institutionen gut miteinander auskommen, dass sie im Dienste der Sache weiterkommen, und sie nicht gegeneinander ausspielen.“ Auch Burgenlands Landeschef Hans Niessl (SPÖ) widersprach Fischer im Interview: Es gebe in den Ländern eine sparsame Verwaltung.

 

   Beweisen könnten die Länder das, wenn man ihnen die Schulverwaltung übertrage. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zeigte sich zu dieser Forderung erstmals gesprächsbereit. (red) Seite 8

 

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"Der Standard" vom 22.05.2014                                Seite: 8

Ressort: Inland

 

Hans Niessl (62) ist seit dem Jahr 2000 SPÖ-Landeshauptmann des Burgenlandes. Am 1. Jänner übernahm er turnusmäßig zum dritten Mal den Vorsitz in der Landeshauptleute-Konzerenz. Den übergibt er am 1. Juli an Kärntens Landeschef Peter Kaiser. Foto: Newald

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich

 

„Es geht überhaupt nicht um Macht“

 

   Den Ländern gehe es, sagt Hans Niessl, der aktuelle Chef der Landeshauptleute, ausschließlich um Effizienz und Sparsamkeit. Die kritische Meinung des Bundespräsidenten, so der Burgenländer zu Wolfgang Weisgram, teile er nicht.

 

   Standard: Rechtzeitig zur Landeshauptleutekonferenz auf Burg Schlaining hat Bundespräsident Heinz Fischer die Macht der Länder kritisiert. Haben die Länder nicht wirklich etwas zu viel Macht im Staat?

 

   Niessl: Der Bundespräsident hat seine Meinung gesagt. Und die ist nicht meine.

 

   Standard: Ihre wäre?

 

   Niessl: Es geht überhaupt nicht um Macht. Es geht darum, welche Ebene – Bund, Land, Gemeinde – effizient, sparsam, wirtschaftlich die Aufgaben wahrnimmt. Darüber soll man diskutieren. Da müssen dann die Zahlen auf den Tisch gelegt und verglichen werden. Es geht um sparsame Verwaltung, um Bürgernähe und Qualität.

 

   Standard: Als Grundton beherrschte das auch die LH-Konferenz. Welche Kernbotschaften schicken die Länderchefs von Schlaining aus in die Republik?

 

   Niessl: Zwei Kernbotschaften. Erstens: Wir brauchen das modernste Bildungssystem. Also müssen wir in der Verwaltung sparen und ja nicht im Klassenzimmer. Der zweite Punkt: Der Ausbau des Breitbandinternets ist unbedingt notwendig, damit die Standortqualität auch im ländlichen Raum gehoben wird. Da gibt es nun den einstimmigen Beschluss, mit dem Bund einerseits in einen Bildungsdialog zu treten. Und andererseits in Etappen – die Länder müssen das kofinanzieren – den Breitbandausbau zu forcieren.

 

   Standard: Die Verländerung der Schulverwaltung, die Sie einstimmig vorschlagen, wurde schon lange gefordert. Geworden ist allerdings nichts draus. Wird das jetzt was?

 

   Niessl: Wir drängen uns ja nicht auf. Nur sind wir der Überzeugung, dass hier eine Verwaltungsreform sehr viel Geld bringen würde. Wir sind bereit, das im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung zu machen. Das heißt, dass die Ministerin weiterhin weisungsberechtigt bleibt. Lehrplan, Gesetzgebung, das alles soll weiterhin der Bund machen. Wir wollen da keine zusätzlichen Kompetenzen, sondern eine effiziente Gestaltung der Aufgaben, die Verwaltung dadurch verschlanken.

 

   Standard: Die Ministerin war heute ja da. Was sagt sie zu diesen Ländervorschlägen?

 

   Niessl: Das war von ihr jetzt ein Schritt in die richtige Richtung. Sie spricht erstmalig über einen ergebnisoffenen Dialog, also darüber, ob die Schulverwaltung als mittelbare Bundesverwaltung den Ländern übertragen wird. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit den Landesbildungsdirektionen rund vierzig Prozent in der Verwaltung einsparen können.

 

   Standard: Ist über den zusätzlichen Konsolidierungsbedarf im Bundesbudget gesprochen worden? Finanzminister Spindelegger will ja bei Doppelförderungen von Bund und Land noch heuer 50 Millionen einsparen.

 

   Niessl: Darüber ist nicht gesprochen worden, weil wir die Zahlen nicht kennen. Wir wissen nicht, wo der Vizekanzler seine 50 Millionen herhat. Wenn er uns sagt, wo es Doppelförderungen gibt, sind wir bereit, darüber zu reden.

 

   Standard: Die Länder stehen kritisch zu den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA. Was verlangen Sie da von der Bundesregierung?

 

   Niessl: Wir wollen auf dem Laufenden gehalten werden. Das ist uns ganz wichtig, weil die Gefahr besteht, dass durch Schiedsgerichte die europäische Rechtordnung ausgehebelt wird. Und zweitens ist uns die ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft wichtig. Deshalb wollen wir informiert werden, damit es nicht eine Entwicklung in eine Richtung gibt, die nur wenige wollen.

 

 

"Der Standard" vom 22.05.2014                                Seite: 8

Ressort: Inland

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich

 

Heinisch-Hosek verspricht Ländern offene Diskussion

 

   Wien – Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) war am Mittwoch zur Konferenz der Landeshauptleute in der burgenländischen Stadt Schlaining eingeladen und hat diesen dort eine weitere Diskussion über die Schulverwaltung versprochen, und zwar „ergebnisoffen“. Die Stimmung ihr gegenüber beschrieb sie als „zum Teil hart, aber herzlich“.

 

   Man werde weiterhin „ergebnisoffen“ über die offenen Punkte des Beschlusses von Frauenkirchen sprechen, betonte die Ressortchefin. Bei der Landeshauptleutekonferenz 2009 hatten die Länder ihre Absicht bekundet, auch die Bundeslehrer in ihren Bereich zu bekommen. Jetzt müsse die „Kostenwahrheit auf den Tisch“, sagte Heinisch-Hosek am Mittwoch. Zugeständnisse an die Landeshauptleute habe sie jedenfalls nicht gemacht. (red)

 

 

"Kronen Zeitung" vom 22.05.2014                            Seite: 2

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Morgen

 

Ministerin Heinisch-Hosek lenkt etwas ein

 

Bund-Länder: Streit um Lehrer wurde verlängert

 

   Die Landeshauptleute haben den Druck auf Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erhöht. Mit Erfolg: Der Streit um die Kompetenzen für die Lehrer geht in die Verlängerung - "ergebnisoffen", wie es heißt.

 

   Stadtschlaining. - Die Landeshauptleute erhöhen den Druck in Sachen Schulverwaltung und Kompetenzen für die Lehrer. Erstmals stoßen sie dabei im Unterrichtsministerium nicht auf völlig taube Ohren. Ministerin Heinisch-Hosek sagt zwar, dass ihr noch immer niemand erklären könne, warum neun Schulverwaltungen besser und billiger sein sollen als eine zentrale Verwaltung, doch sie lenkte erstmals etwas ein. Bei der Landeshauptleutekonferenz sicherte die Ministerin zu, "ergebnisoffen" diskutieren zu wollen. "Wir sind nicht machtgeil", betont Oberösterreich-Chef Pühringer.

 

 

Österreich – 22. Mai 2014

 

 

Landeshauptleute-Konferenz 

Verwaltungsreform: Länder gesprächsbereit

Heinisch-Hosek weiter gegen Verländerung der Schulverwaltung.

Die Landeshauptmänner haben sich bei ihrem Eintreffen zur LH-Konferenz in Stadtschlaining gesprächsbereit über eine Verwaltungsreform gezeigt. Das versicherten sie Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bei einem Abendessen am Dienstag, erklärte der derzeitige Vorsitzende Hans Niessl (SPÖ) gegenüber Journalisten am Mittwoch.

Die Verwaltungsreform ist beim Abendessen laut dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zwar noch kein großes Thema gewesen. Der burgenländische Landeshauptmann Niessl hielt jedenfalls fest, dass die Landeshauptleute Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) versichert haben, "für Gespräche und gute Lösungen" bereit zu stehen. Konkrete Vorschläge nannte er nicht, es gebe aber in vielen Bereichen bereits Beschlüsse der Landeshauptleute, betonte Niessl: "Wir sind offen für straffe Strukturen und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten." Auch über die von den Bundesländern gewünschte Verländerung der Schulverwaltung soll gesprochen werden.

Zu Bundespräsident Heinz Fischer, der in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" eine zu große Macht der Bundesländer kritisiert, erklärte Niessl: "Das ist seine Meinung." In Deutschland etwa hätten die Bundesländer viel mehr Kompetenzen als in Österreich. Es gehe nicht darum, von Haus aus zu sagen, es geht alles zum Bund oder alles zu den Ländern, so der derzeitige Vorsitzende der LH-Konferenz: "Es geht um mehr Effizienz in der Verwaltung, darüber kann man immer sprechen." Auch Häupl erklärte gegenüber der APA, die Verwaltungsreform sei eine "permanente Diskussion" und "kein Konfliktthema".

Die ebenfalls geladene Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) blieb in der Frage Schulverwaltung bei ihrer Meinung, dass eine Gesamtverwaltung günstiger kommt als neun einzelne. Die Verländerung sei nicht erst seit heute auf dem Tisch. "Ich weiß nicht, warum es günstiger sein sollte", erklärte sie bei ihrem Eintreffen in Stadtschlaining. Grundsätzlich handle es sich um ein "willkommenes Thema", verwies sie auf den bereits gestarteten Bildungsdialog mit den Landesreferenten.

Die gestern im Ministerrat beschlossene Sonderpensionsregelung ist zwar bei der Landeshauptleutekonferenz kein Thema. Niessl hielt jedoch gegenüber der APA fest, dass das Burgenland die Regeln "zu 100 Prozent" umsetzen wird. Er habe den Verfassungsdienst bereits mit den nötigen Anpassungen beauftragt. Wiens Bürgermeister Häupl erklärte: "Wir haben diesen Beitrag schon längst. Es würde auch kaum jemanden treffen, weil wir das schon längst erledigt haben."

Die Landeschefs trafen von Bad Tatzmannsdorf kommend fast pünktlich um 9.00 mit dem Bus vor der Burg Schlaining ein und stellten sich den wartenden Journalisten und Fotografen. Sie wurden bereits von Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek, Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Wiens Bürgermeister Häupl (SPÖ) erwartet. Gemeinsam spazierten die Konferenzteilnehmer dann über die Brücke in die Burg, wo sie die Tagungsräumlichkeiten befinden.

Themen, mit denen sich die Landeschefs ebenfalls beschäftigen, sind die Ausbildungsgarantie und die Ausbildungsverpflichtung, die ab dem Schuljahr 2016/17 zum Tragen kommen soll. Dabei gehe um eine primäre Abstimmung, "weil wir natürlich ein paar Programme haben, die wir verstärken müssen, wo jetzt schon die Länder mitzahlen", so der Sozialminister. Dabei müsse man da und dort nachfeilen, da gebe es aber "keine Divergenz".

Nach dem jetzigen Vorschlag würde die Nichterfüllung ein Verwaltungsstrafverfahren nach sich ziehen - so wie bei Nichteinhaltung der Schulpflicht. "Das wäre ein praktikabler Weg", so Hundstorfer. "Es steht ja nicht im Vordergrund die Strafe, sondern es steht im Vordergrund: 'Tu es'." "Dass es natürlich eine gewisse Gruppe geben wird, die uns durch die Lappen gehen wird, das wird so sein", meinte Hundstorfer und fügte hinzu, diese Gruppe sei aber "sehr klein."

 

 

Wiener Zeitung - 22. Mai 2014

 

Landeshauptleutekonferenz

Bewegung beim Streit um die Lehrer-Zuständigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Landeschefs und Regierung näherten sich bei Verwaltung an.

·          

 

 

 

"Hart, aber herzlich" beschreibt Gabriele Heinisch-Hosek die Stimmung bei dem Treffen der Landeshauptleute. Im Bild: Die Landeshauptleute Hans Niessl (Burgenland), Günther Platter (Tirol), Erwin Pröll (Niederösterreich), Markus Wallner (Vorarlberg) und Franz Voves (Steiermark) vor Beginn der Landeshauptleutekonferenz am Mittwoch, 21. Mai 2014 im Burgenland.© APAweb / Robert Jäger"Hart, aber herzlich" beschreibt Gabriele Heinisch-Hosek die Stimmung bei dem Treffen der Landeshauptleute. Im Bild: Die Landeshauptleute Hans Niessl (Burgenland), Günther Platter (Tirol), Erwin Pröll (Niederösterreich), Markus Wallner (Vorarlberg) und Franz Voves (Steiermark) vor Beginn der Landeshauptleutekonferenz am Mittwoch, 21. Mai 2014 im Burgenland.© APAweb / Robert Jäger

 

Wien. Bei der Konferenz der Landeshauptleute am Mittwoch im burgenländischen Stadtschlaining lag der Fokus auf dem Thema Schule. Vorsichtige Freude war vor allem ob der Ankündigung von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einer ergebnisoffenen Diskussion zu vernehmen. Zuvor hatten bereits die Landeschefs ihrerseits Beweglichkeit beim Thema Verwaltung demonstriert.

"Kostenwahrheit auf den Tisch"
Als "zum Teil hart, aber herzlich" bezeichnete die Bildungsministerin das Klima nach Verlassen der versammelten Landeshauptleute. Bei der Schulverwaltung müsse die "Kostenwahrheit auf den Tisch", man habe sich auf Berechnungen seitens des Bundes sowie der Länder geeinigt. "Dann schauen wir uns das wieder an", so Heinisch-Hosek nach dem "sehr offenen Gespräch". Zugeständnisse ihrerseits habe es aber nicht gegeben, nur die Zusage zu weiteren, ergebnisoffenen, Gesprächen.

Die Landeshauptleute nahmen Heinisch-Hoseks Ankündigung positiv auf. Niederösterreichs Erwin Pröll (ÖVP) erklärte allerdings auch, man sei "überrascht" gewesen, dass die Ressortchefin "nicht beweglicher" gewesen sei. Klar sei, dass die beste Bildung für die Schüler das wichtigste sei und dass Einsparungspotenziale in der Verwaltung zu heben seien, erklärte der derzeitige Vorsitzende, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

Heinisch-Hosek habe erstmals zugesagt, die Beschlüsse aus Frauenkirchen, um auch die Bundeslehrer in die Obhut der Länder zu nehmen, diskutieren zu wollen, meinte er. Vorstellbar wäre für die Bundesländer etwa der Weg über die mittelbare Bundesverwaltung - die Vollziehung von Bundesaufgaben auf Landesebene

Beweglichkeit ihrerseits hatten die Landeshauptleute zuvor beim gesamten Komplex Verwaltungsreform demonstriert. Man habe Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) versichert, "für Gespräche und gute Lösungen" bereit zu stehen, berichtete Niessl. Konkrete Vorschläge nannte er nicht, es gebe aber in vielen Bereichen bereits Beschlüsse der Landeshauptleute: "Wir sind offen für straffe Strukturen und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten." Zu Bundespräsident Heinz Fischer, der eine zu große Macht der Bundesländer kritisiert hatte, erklärte Niessl: "Das ist seine Meinung."

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat mit den Landeshauptleuten zudem das Thema Ausbildungsverpflichtung besprochen, die ab dem Schuljahr 2016/17 kommen solle. Pro Jahrgang würden rund 100.000 15-Jährige ihre Schulpflicht beenden. Von diesen machten 9.000 unmittelbar danach keine weitere Ausbildung. Um diese Zahl weitestgehend zu minimieren, solle die Ausbildungsverpflichtung eingeführt werden.

Abseits des Verwaltungsthemas haben die Landeschefs auch "eine verbesserte Information" von der Regierung zum Freihandelsabkommen TTIP eingefordert. Im Hinblick auf die medizinische und ärztliche Versorgung gebe es zudem einstimmige Unterstützung für jene Initiativen, die sich dafür einsetzen, dass im ländlichen Raum auch das Führen von Hausapotheken für Ärzte ermöglicht werden soll. Bekräftigt haben die Landeshauptleute auch den Beschluss, "dass die Militärkommanden in den Ländern bleiben müssen." Einstimmig beschlossen haben die Länder, den Bund zu ersuchen, die Breitbandoffensive beim Internetausbau fortzuführen.

Mit 1. Juli übernimmt Kärnten den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz. Die nächste LH-Konferenz soll am 18. November in Klagenfurt stattfinden, kündigte Landeshauptmann Kaiser an.

 

 

TT - 22. Mai 2014

 

 

„Pattstellung“: Fischer will Einfluss der Länder zurückdrängen

Bundespräsident Heinz Fischer will die Kompetenzen der Bundesländer beschneiden, um die derzeitige „Pattstellung“ aufzubrechen. Er wünscht sich bis 2018 eine neue Verfassung.

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer spricht sich für eine Beschneidung der Macht der Bundesländer aus. „Das Verhältnis zwischen Bund und Ländern ist problematisch. Da hat sich in den letzten vierzig Jahren das Kräfteverhältnis (zugunsten der Länder, Anm.) verschoben“, sagt Fischer in der „Kleinen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe).

Derzeit herrsche eine „Pattstellung zwischen Bund und Ländern“, das mache manche Reformen schwieriger, kritisiert der Bundespräsident. Vorschläge für eine Korrektur habe der Österreich-Konvent geliefert. „Ich würde mir einen Durchbruch erhoffen, selbst wenn einzelne Länder skeptisch sind.“ Zum 100. Geburtstag der Republik 2018 solle es eine neue Verfassung geben. Angesprochen auf die Warnung von Hannes Androsch, sollte es nicht bald Änderungen geben, würde ein großer Knall passieren, sagte Fischer. „Ich bin um etliches mehr Optimist.“ Aber: „Ohne Zweifel ist Reformbedarf gegeben.“

Länder für Verwaltungsreform „gesprächsbereit“

Die Landeshauptmänner haben sich am Mittwoch bei der LH-Konferenz im burgenländischen Stadtschlaining unterdessen gesprächsbereit über eine Verwaltungsreform gezeigt. Das versicherten sie Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bei einem Abendessen am Dienstag, erklärte der derzeitige Vorsitzende Hans Niessl (SPÖ).

Die Verwaltungsreform ist beim Abendessen laut dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zwar noch kein großes Thema gewesen. Man habe Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) versichert, „für Gespräche und gute Lösungen“ bereit zu stehen, berichtete der burgenländische Landeshauptmann Niessl. Konkrete Vorschläge nannte er nicht, es gebe aber in vielen Bereichen bereits Beschlüsse der Landeshauptleute: „Wir sind offen für straffe Strukturen und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten.“ Zu Bundespräsident Heinz Fischer, der eine zu große Macht der Bundesländer kritisiert hatte, erklärte Niessl: „Das ist seine Meinung.“ Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sagte in Richtung Heinz Fischer: „Von einem Zentralisten ist nichts anderes zu erwarten.“

„Harte, aber herzliche“ Diskussion um Schulverwaltung

Der Fokus war bei der Landeshauptleutekonferenz auf das Thema Schule gerichtet. Vorsichtige Freude war vor allem ob der Ankündigung von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einer ergebnisoffenen Diskussion zu vernehmen. Als „zum Teil hart, aber herzlich“ bezeichnete die Bildungsministerin das Klima nach Verlassen der versammelten Landeshauptleute. Bei der Schulverwaltung müsse die „Kostenwahrheit auf den Tisch“, man habe sich auf Berechnungen seitens des Bundes sowie der Länder geeinigt. „Dann schauen wir uns das wieder an“, so Heinisch-Hosek nach dem „sehr offenen Gespräch“. Zugeständnisse ihrerseits habe es aber nicht gegeben, nur die Zusage zu weiteren, ergebnisoffenen, Gesprächen.

Die Landeshauptleute nahmen Heinisch-Hoseks Ankündigung positiv auf. Niederösterreichs Erwin Pröll (ÖVP) erklärte allerdings auch, man sei „überrascht“ gewesen, dass die Ressortchefin „nicht beweglicher“ gewesen sei. Klar sei, dass die beste Bildung für die Schüler das wichtigste sei und dass Einsparungspotenziale in der Verwaltung zu heben seien, erklärte der derzeitige Vorsitzende, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Heinisch-Hosek habe erstmals zugesagt, die Beschlüsse aus Frauenkirchen, um auch die Bundeslehrer in die Obhut der Länder zu nehmen, diskutieren zu wollen, meinte er. Vorstellbar wäre für die Bundesländer etwa der Weg über die mittelbare Bundesverwaltung - die Vollziehung von Bundesaufgaben auf Landesebene.

 

 

Heute - 22. Mai 2014

 

Schule und Verwaltungsreform

Zarte Annäherung zwischen Ländern und Regierung

 

Die Landeshauptleutekonferenz hat bei ihrer Zusammenkunft am Mittwoch im burgenländischen Stadtschlaining den Fokus auf das Thema Schule gerichtet. Vorsichtige Freude war vor allem ob der Ankündigung von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einer ergebnisoffenen Diskussion zu vernehmen. Zuvor hatten bereits die Landeschefs ihrerseits Beweglichkeit beim Thema Verwaltung demonstriert.

Als "zum Teil hart, aber herzlich" bezeichnete die Bildungsministerin das Klima nach Verlassen der versammelten Landeshauptleute. Bei der Schulverwaltung müsse die "Kostenwahrheit auf den Tisch", man habe sich auf Berechnungen seitens des Bundes sowie der Länder geeinigt. "Dann schauen wir uns das wieder an", so Heinisch-Hosek nach dem "sehr offenen Gespräch". Zugeständnisse ihrerseits habe es aber nicht gegeben, nur die Zusage zu weiteren, ergebnisoffenen, Gesprächen.

Pröll von Heinisch-Hosek "überrascht"
Die Landeshauptleute nahmen Heinisch-Hoseks Ankündigung positiv auf. Niederösterreichs Erwin Pröll (ÖVP) erklärte allerdings auch, man sei "überrascht" gewesen, dass die Ressortchefin "nicht beweglicher" gewesen sei. Klar sei, dass die beste Bildung für die Schüler das wichtigste sei und dass Einsparungspotenziale in der Verwaltung zu heben seien, erklärte der derzeitige Vorsitzende, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

Heinisch-Hosek habe erstmals zugesagt, die Beschlüsse aus Frauenkirchen, um auch die Bundeslehrer in die Obhut der Länder zu nehmen, diskutieren zu wollen, meinte er. Vorstellbar wäre für die Bundesländer etwa der Weg über die mittelbare Bundesverwaltung - die Vollziehung von Bundesaufgaben auf Landesebene

Bewegung in Verwaltungsdebatte
Beweglichkeit ihrerseits hatten die Landeshauptleute zuvor beim gesamten Komplex Verwaltungsreform demonstriert. Man habe Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) versichert, "für Gespräche und gute Lösungen" bereit zu stehen, berichtete Niessl.

Konkrete Vorschläge nannte er nicht, es gebe aber in vielen Bereichen bereits Beschlüsse der Landeshauptleute: "Wir sind offen für straffe Strukturen und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten." Zu Bundespräsident Heinz Fischer, der eine zu große Macht der Bundesländer kritisiert hatte, erklärte Niessl: "Das ist seine Meinung."

Ausbildungsverpflichtung ab 2016/17
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat mit den Landeshauptleuten zudem das Thema Ausbildungsverpflichtung besprochen, die ab dem Schuljahr 2016/17 kommen solle. Pro Jahrgang würden rund 100.000 15-Jährige ihre Schulpflicht beenden. Von diesen machten 9.000 unmittelbar danach keine weitere Ausbildung. Um diese Zahl weitestgehend zu minimieren, solle die Ausbildungsverpflichtung eingeführt werden.

Abseits des Verwaltungsthemas haben die Landeschefs auch "eine verbesserte Information" von der Regierung zum Freihandelsabkommen TTIP eingefordert. Im Hinblick auf die medizinische und ärztliche Versorgung gebe es zudem einstimmige Unterstützung für jene Initiativen, die sich dafür einsetzen, dass im ländlichen Raum auch das Führen von Hausapotheken für Ärzte ermöglicht werden soll.

Bekräftigt haben die Landeshauptleute auch den Beschluss, "dass die Militärkommanden in den Ländern bleiben müssen." Einstimmig beschlossen haben die Länder, den Bund zu ersuchen, die Breitbandoffensive beim Internetausbau fortzuführen.

 

 

 

"Kurier" vom 22.05.2014                                    Seite: 1

Ressort: Seite 1

 

Wi, Abend, Bgld, Länder, N.Ö., N.Ö./Industrieviertel, N.Ö./Mitte, N.Ö./Weinviertel, Oberösterreich, Wi, Morgen

 

Jeder Fünfte

 

210.000 Schüler brauchen Nachhilfe

 

Kritik. Insgesamt geben Eltern109 Millionen Euro aus; 40.000 können sich die Stunden nicht leisten

 

   Jeder fünfte Schüler benötigt Hilfe beim Lernen. Das zeigt eine Studie der Arbeiterkammer. Für viele Familien ist das eine enorme finanzielle Belastung. Auch zeitlich bedeutet die Schule für Eltern Stress: 78 Prozent lernen mindestens einmal wöchentlich mit ihrem Nachwuchs. Die AK nennt auch Vorschläge, wie man das Schulsystem verbessern kann: Mehr Förderstunden in den Schulen, Ausbau von guten Ganztagsschulen sowie mehr Geld für Brennpunktschulen.POLITIK4

 

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"Kurier" vom 22.05.2014                                    Seite: 4

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend

 

Was die Schulen versäumen, kommt den Eltern teuer

 

   von ute BrühlNachhilfe.109 Millionen Euro haben Österreichs Familien heuer für Extra-Unterricht ausgegeben.Die Schule ist für viele Familien eine finanzielle Belastung. Neben Ausgaben für Schultaschen, Ausflüge oder Laptops kommen häufig Aufwendungen für Nachhilfe dazu: Im Schnitt belaufen sich die Kosten auf 666 Euro pro Kind und Jahr. Insgesamt haben die Österreicher heuer 109 Millionen Euro dafür ausgegeben. Das zeigt eine Studie der Arbeiterkammer (AK), die am Mittwoch präsentiert wurde (siehe Grafik).

 

   Besonders für Familien, die ein geringes Einkommen haben, sei Nachhilfe kaum leistbar, sagt AK-Präsident Rudolf Kaske: "Eltern von 210.000 Schülern suchen aktiv Nachhilfe. Doch 40.000 Familien können sich diese finanziell nicht leisten, weshalb ihr Kind nicht außerhalb der Schule gefördert wird." Dem Präsidenten der Arbeiterkammer kann das nicht egal sein. Er fordert deshalb: "Die Chance auf Bildung darf nicht vom Geldbörsel abhängen."

 

   Nachhilfe belastet Eltern aber nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich. 33 Prozent der Eltern üben täglich, 78 Prozent mindestens einmal pro Woche mit ihren Kindern. In Summe investierten sie so viele Stunden wie 48.000 Vollzeitbeschäftigte in einem Jahr in ihren Job.

 

   Private Nachhilfe führt übrigens in 80 Prozent der Fälle zum gewünschten Ziel. Heißt: Die Leistungen der Schüler werden deutlich besser. Für Kaske ist damit die These widerlegt, "dass Nachhilfe meist nur notwendig ist, weil die Schüler in der falschen Schule sitzen. Sie können es doch, wenn es ihnen gut erklärt wird." Leider lasse aber der Lehrplan vielen Lehrern nicht die Zeit, Stoff solide zu vermitteln.

 

   Mathe bleibt Angstfach Nummer eins: 60 Prozent der Nachhilfe entfallen auf den Gegenstand. Es folgen Fremdsprachen (40 Prozent) und Deutsch (21 Prozent).

 

   Mehr Förderunterricht "Lernen findet nicht dort statt, wo es stattfinden sollte, nämlich in der Schule", resümiert Kaske. AK-Bildungssprecherin Gabriele Schmid macht Vorschläge, wie man die Zahl der Nachhilfe verringern kann: mehr Förderunterricht und Ganztagsschulen sowie mehr Geld für Brennpunktschulen.

 

   "Derzeit erhält nur jeder dritte Schüler Förderunterricht", sagt Schmid. "Wo dieser gut ist, ersparen sich Eltern Nachhilfe." Leider seien die bürokratischen Hürden für Schulen sehr hoch, wenn sie Förderstunden anbieten wollen.

 

   Auch der Ausbau qualitativ hochwertiger Ganztagsschulen könnte Eltern entlasten. "Am liebsten wäre mir eine Schule ohne Schultasche", sagt Kaske. "Mütter und Väter sollten abends Zeit für Erholung haben und nicht Nachhilfelehrer spielen müssen."

 

   Ein besonderes Anliegen ist den AK-Bildungsexperten die "indexbasierte Mittelzuweisung". Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das in Ländern wie den Niederlanden oder Kanada erfolgreich ist. Dort erhalten jene Schulen mehr Ressourcen, die viele sozial benachteiligte Schüler zu betreuen haben.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 22.05.2014                             Seite: 16

Ressort: Bundesland

 

MICHAEL SABATH

 

Kärnten

 

AUFWECKER

 

Nachhelfen

 

   Es sind Millionensummen, die in Kärnten jedes Jahr für den Nachhilfeunterricht ausgegeben werden. Acht Millionen Euro haben Eltern zuletzt in ihre Kinder investiert. Um eine Million mehr als noch im Jahr zuvor. Macht pro Haushalt durchschnittlich 727 Euro jährlich, damit die Tochter oder der Sohn in Mathematik, Englisch und anderen Fächern den Aufstieg ins nächste Schuljahr schafft.

 

   Das geht sogar oft so weit, dass besonders ehrgeizige Mamis und Papis schon in der Volksschule ihre Kinder mit bezahlten außerschulischen Förderstunden für höhere Schulweihen fit machen wollen. Und außergewöhnliche Belastungen für das Familienbudget bewusst in Kauf nehmen. Mit dem Effekt, dass sich ein Zweiklassensystem auftut, in dem das Einkommen der Eltern nicht unmaßgeblich das schulische Fortkommen ihrer Schützlinge bestimmt.

 

   Mit dieser Situation kann keiner zufrieden sein. Zumal die aktuelle Erhebung der Arbeiterkammer auch zeigt, dass ein Großteil der Schüler, die auf Nachhilfe angewiesen sind, keine schulische Nachmittagsbetreuung hat.

 

   Und dann wird im österreichischen Bildungsbudget ausgerechnet beim Ausbau dieser wichtigen Einrichtung der Sparstift angesetzt.

 

   Dabei sollte nicht nur in Anbetracht der exorbitanten Summen klar sein, dass endlich weniger bei den Schülern als beim Schulsystem nachgeholfen werden muss.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 22.05.2014                             Seite: 22

Ressort: Bundesland

 

Kärnten

 

Nachhilfe kostet Millionen

 

Kärntner Eltern zahlen immer mehr für den Nachhilfeunterricht. Beginnt schon bei Volksschülern.

 

   THOMAS MACHER

 

   Kärntens Eltern ist die Bildung ihrer Kinder viel Wert: Acht Millionen Euro werden sie in diesem Schuljahr für Nachhilfeunterricht ausgeben, heißt es in einer Studie des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES). Das ist um eine Million mehr als im vergangenen Jahr. Jede Familie zahlt damit im Schnitt 727 Euro jährlich, damit ihre Kinder bessere Noten bekommen.

 

   Dabei sind es nicht mehr nur die Wackelkandidaten, die Nachhilfe in Anspruch nehmen. „Die Eltern wollen, dass ihre Kinder in der Schule so gut wie möglich sind“, sagt die Präsidentin des Landesverbands der Elternvereine, Gertrud Kalles-Walter. Das kann auch Wolfgang Lindner bestätigen. „Die Lage am Arbeitsmarkt ist schwierig. Die Eltern möchten deshalb, dass ihre Kinder besser qualifiziert sind als andere“, sagt der Leiter des Nachhilfeinstituts „Schülerhilfe“ in Villach.

 

   Seine Kunden werden immer jünger. „Etwa zehn Prozent der Schüler, die zu uns kommen, gehen noch in die Volksschule“, sagt Lindner. Für Elternvertreterin Kalles-Walter ein problematischer Trend: „Ich glaube, dass die Eltern manchmal zu viel Druck ausüben. Bei vielen ist es einfach die Befürchtung, dass es ihr Kind sonst nicht ins Gymnasium schaffen wird.“ Die Eltern nehmen es auch in Kauf, sich deshalb in Unkosten zu stürzen: Durch den Nachhilfeunterricht würden sie finanziell sehr stark belastet werden, gaben 54 Prozent der Befragten bei der IFES-Studie an.

 

   Die Arbeiterkammer (AK) fordert deshalb, den kostenlosen Förderunterricht und die Nachmittagsbetreuung an den Schulen auszubauen. „Ziel der Schulreform muss es sein, Nachhilfe einzudämmen und damit Chancengerechtigkeit herzustellen“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Der Präsident glaubt, dass es dafür auch mehr Ganztagsschulen braucht. Gertrud Kalles-Walter kann dem nur bedingt zustimmen: „Ich bin auch für einen kostenlosen Förderunterricht am Nachmittag. Das System der Ganztagsschulen sollte aber freiwillig und nicht verpflichtend sein. Die beste Schule kann ein gutes Zuhause nicht ersetzen.“

 

   Wolfgang Lindners Geschäft läuft derweil weiterhin gut: „Wir bieten heuer erstmals einen Frühbucherbonus an. Wer jetzt schon weiß, dass er im Sommer Nachhilfe braucht und sich anmeldet, zahlt weniger.“

 

 

"Kronen Zeitung" vom 22.05.2014                           Seite: 22

Ressort: Lokal

 

Stmk, Morgen

 

529 Euro im Durchschnitt Eltern fühlen sich stark belastet:

 

Nachhilfe-Wahnsinn verschlingt in der Steiermark 9 Millionen Euro!

 

Der Nachhilfe-Wahnsinn fängt wieder an! Wenn das Schuljahr zu Ende geht und der Notendruck steigt, dann haben die Lern-Institute Hochsaison. Dem brandaktuellen "Nachhilfe-Barometer" der steirischen Arbeiterkammer zufolge geben steirische Eltern im Schnitt stolze 529 Euro für Nachhilfe aus. In Summe sind es neun Millionen Euro.

 

   23 Prozent benötigen Nachhilfe

 

   Den Vierer in Deutsch noch schnell ausbügeln, den drohenden Fleck in Mathe verhindern: Um ihr Zeugnis in letzter Minute auszubessern, stürmen zahlreiche steirische Schüler aktuell die Nachhilfeinstitute. Und deren Eltern lassen dafür Unsummen springen. Wenn eine Stunde bis zu 50 Euro (!) kostet, muss man tief in dieGERALD SCHWAIGER Tasche greifen, um seinem Kind das lästige Büffeln in den Sommerferien zu ersparen.

 

   Einer aktuellen IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer zufolge benötigen 23 Prozent der Schulkinder Nachhilfe,

 

   15 Prozent bezahlte. 529 Euro müssen dafür im Durchschnitt locker gemacht werden, was eine Steiermark-Endsumme von sagenhaften neun Millionen Euro ergibt. Ein Viertel der bezahlten Nachhilfe bieten dabei Lehrer an - und verlangen dafür entsprechend. Recht mager schaut's daher in vielen Haushaltskassen aus: Fast die Hälfte der befragten steirischen Eltern fühlt sich "sehr stark bzw. spürbar belastet", was bei 20 Prozent sogar zu "innerfamiliären Konflikten" führt.

 

   Und dass überhaupt

 

   75 Prozent der Mamas und Papas gezwungen sind, mit ihren Kindern zum Teil täglich zu lernen, lässt den steirischen Arbeiterkammer-Präsidenten Josef Pesserl an der Qualität unseres Bildungssystems zweifeln: "Ein Grund mehr, gegen Einsparungen zu protestieren!"

 

   Das "wirksamste Mittel gegen diesen Nachhilfe-Wahnsinn", so Josef Pesserl, sei der Ausbau von Ganztagesschulen mit verschränktem Unterricht.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 22.05.2014                           Seite: 26

Ressort: Lokal

 

Ti, Morgen

 

AK-Chef Zangerl fordert in Anbetracht

 

Nachhilfe kostet sechs Mill. Euro

 

Die Tiroler Eltern stecken bis Ende des Schuljahres wieder sechs Millionen Euro in den Nachhilfeunterricht ihrer Kinder! Der Tiroler AK-Präsident Erwin Zangerl wiederholt daher die Forderungen der AK Tirol nach einer gemeinsamen Schule und dem verstärkten Ausbau von ganztägigen Schulformen in allen Regionen.

 

   Der Schulschluss rückt näher. Doch neben der Vorfreude auf die großen Ferien heißt das für viele Schüler auch lernen, lernen, und noch einmal lernen - um die schlechten Noten noch rechtzeitig zu verbessern. Eltern müssen dafür leider noch immer tief in die Tasche greifen. Das belegt auch heuer die aktuelle AK Studie "Nachhilfe in Tirol".

 

   "Sechs Millionen Euro müssen Tiroler Eltern im Schuljahr 2013/14 für die Hilfe beim Lernen ausgeben. Jeder betroffene Haushalt wird mit durchschnittlich 619 Euro für Nachhilfe belastet", zeigt AK-Präsident Zangerl auf. Damit dürfte die Summe der Ausgaben gegenüber den Vorjahren zwar leicht zurückgegangen sein, als spürbare Entlastung könne dies aber dennoch nicht interpretiert werden.

 

   Nachdenklich müssten die Studien-Ergebnisse vor allem deshalb machen, weil sich für die betroffenen Familien seit der ersten AK-Umfrage 2009/10 offensichtlich keine gravierenden Verbesserungen ergeben haben. "Die persönliche, aber auch die finanzielle Belastung, machen den Familien weiter schwer zu schaffen", betont Zangerl.

 

   Im Nachhilfe-Bedarf zeigen sich die Schwächen des Bildungssystems wohl am besten. "Viele Schüler können die vorgegebenen Lernziele ohne Unterstützung gar nicht mehr erreichen. Daher braucht es eine rasche Reform", fordert AK-Präsident Zangerl .Markus Gassler

 

 

"Österreich" vom 22.05.2014                                  Seite 10

Ressort: Politik

 

D. Müllejans

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Nachhilfe kostet jeden 666 Euro

 

170.000 Kinder brauchen die Zusatz-Hilfe

 

Wieder wurde heuer mehr Geld für Nachhilfe ausgegeben. Pro Kind zahlen Eltern 666 Euro.

 

Wien. Leistet die Schule nicht, was sie soll? Ja, findet die Arbeiterkammer, die nun neue Horrorzahlen präsentierte. Demnach muss nicht nur ein Drittel aller Eltern täglich mit seinen Kindern den Schulstoff daheim wiederholen. 170.000 Schüler sind darüber hinaus auch auf private Nachhilfe angewiesen. 109 Millionen Euro werden dafür heuer wieder ausgegeben! 2013 waren es noch 8 Mio. weniger.

 

Zu hohe Belastungen. Spitzenreiter bei den Ausgaben ist Wien (40 Mio.), gefolgt von Niederösterreich (19 Mio.) und Oberösterreich (15 Mio.). Im Schnitt lassen sich die Eltern die Förderung 666 Euro pro Jahr kosten.

 

AK-Chef Rudolf Kaske zu ÖSTERREICH: "Die Belastungen für die Eltern sind viel zu hoch!"

 

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"Österreich" vom 22.05.2014                                  Seite 10

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Kaske: »Bildung nicht vom Geldbeutel abhängig machen«

 

ÖSTERREICH: Was ist für Sie das Hauptproblem der Nachhilfe-Thematik?

 

RudoLF KaSKE: Viele Eltern sind derzeit doppelt belastet: zum einen durch ihre Arbeit, zum anderen dadurch, dass sie nach Hause kommen und ihre Kinder Nachhilfebedarf haben. Das sorgt für Stress bei Eltern und Kindern und nimmt Zeit für andere Freizeitaktivitäten.

 

ÖSTERREICH: Viele Eltern aber können sich keine professionelle Nachhilfe leisten.

 

KaSKE: Nachhilfe sollte nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. (mud)

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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