Freitag, 25. Juli 2014

2014.07.25: Bildung

OTS0095 II 25.07.2014 14:16:02

 

Grossmann zu Integrationsbericht: Schule soll auch Werte und Kultur des Miteinanders vermitteln

Utl.: Ohne ideologische Scheuklappen diskutieren

SPÖ/Grossmann/Bildung/Integration/Integrationsbericht

Ohne ideologische Scheuklappen müsse man künftig gemeinsam überlegen, was das Beste für das jeweilige Kind sei, betont SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann anlässlich der bevorstehenden Präsentation des Integrationsberichtes. "Kinder mit sprachlichen Defiziten sollen sich auch bei separaten Fördereinheiten einem Klassenverband zugehörig fühlen", so Grossmann am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst und weiter: "Schule soll nicht nur Sprache lehren, sondern soll vor allem Werte und eine Kultur des Miteinanders vermitteln". ****

Der Integrationsbericht bestärkt die SPÖ-Bildungssprecherin jedenfalls in der Forderung, die elementare Bildung aufzuwerten. "Es ist erwiesen, dass in den jüngsten Lebensjahren wohl am meisten vermittelt werden kann, was später nur unter vergleichsweise höherem Aufwand nachzuholen ist", so Grossmann abschließend. (Schluss) sc/rm/mp

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Andrea Steiner
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2014.07.25: Bildung

 

Mittagsjournal, 25.7.2014

Sonderförderung für fremdsprachige Kinder

Peter Daser

Wie hilft man Kindern, die zu wenig Deutsch können, um in der Schule mitzukommen. Am besten, indem man sie in Klassen mit deutschsprachigen Kindern schickt, so lernen sie am schnellsten. Das zumindest ist die unter Experten gängige Ansicht: Diesen Weg soll man auch fortsetzen, meint der Expertenrat für Integration, der für den zuständigen Minister Sebastian Kurz arbeitet. Zusätzlich müsse man aber diese Kinder in eigenen Kursen fördern.

 

 

APA0341 II, XI 25.07.2014 13:40:54

 

Sprachförderung - Beirats-Chef: Eigene Klassen "nur temporär"

Utl.: Dauerhafte Einrichtung "kontraproduktiv"

Schule/Sprache/Migration/Österreich

Der Vorsitzende des Expertenrats für Integration, Heinz Faßmann, hält die dauerhafte Einrichtung eigener Klassen für Kinder mit Sprachproblemen für "kontraproduktiv". Die von seinem Gremium vorgeschlagenen Vorbereitungsklassen für "Quereinsteiger", also Kinder, die erst in der Schulzeit nach Österreich kommen, verglich er im Ö1-"Mittagsjournal" mit einem "Crashkurs".

In einem solchen sollte in möglichst kurzer Zeit ein Grundstock an Deutsch-Kenntnissen vermittelt werden, so Faßmann. Diese Kurse könnten durchaus auch in den Sommermonaten stattfinden. Ziel müsse die schnelle Überführung der Kinder ins Regelschulwesen sein. Keinesfalls wolle man damit ein "paralleles Schulwesen" schaffen. Die Zuspitzung auf die Frage "Extra-Klasse oder nicht Extra-Klasse" wird nach Ansicht Faßmanns der Sache nicht gerecht.

Die Sprachförderung muss nach Ansicht Faßmanns bereits im Kindergartenalter beginnen - mit einem Sprachstandstest für alle Kinder, also nicht nur Migranten. "Wenn dann ein bestimmter Förderbedarf im Bereich der deutschen Sprachbeherrschung existiert, sollen Fördermaßnahmen einsetzen." Auch in den Volksschulen müsse zusätzliche Förderung angeboten werden - und zwar als additiver Unterricht. "Kinder bleiben in ihrer Klasse und erhalten zusätzlichen Unterricht, der vielleicht am Nachmittag stattfinden kann."

(schluss) aku;spu

APA0254 II, XI 25.07.2014 12:18:58

 

Sprachförderung: Grüne gegen eigene Sprachklassen

Utl.: Für zweites verpflichtendes Kindergartenjahr

Sprache/Schule/Migration/Österreich

Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig kann dem Vorschlag, Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen in spezielle Klassen zu stecken, nichts abgewinnen. Sie will bereits bei den Kleinsten ansetzen und fordert ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr - danach wäre die Sprachkompetenz bei allen so gut ausgeprägt, dass sie mit sechs Jahren gemeinsam dem Unterricht folgen können.

Sie verwies bei einer Pressekonferenz am Freitag auf den bereits jetzt vorhandenen Förderunterricht und betonte dazu, dieser sei nicht an Nationalitäten, Staatsbürgerschaften oder die Herkunft zu knüpfen, sondern ausschließlich an die sprachliche Entwicklung eines Kindes. Glawischnig meinte im Übrigen: "Mein Kind hat auch einen sprachlichen Deutsch-Förderunterricht gebraucht."

Die Grünen-Chefin zeigte sich zufrieden damit, dass sich die Diskussion über die Integration in den vergangenen Jahren positiv verändert habe. Sie forderte aber etwa, dass jungen Menschen, die in Österreich geboren sind, auf dem Weg zur Staatsbürgerschaft keine Hürden aufgebaut werden.

(schluss) jul;aku;spu

APA0210 II, XI 25.07.2014 11:36:15

 

Sprachförderung: Experten schlagen eigene Sprachklassen vor

Utl.: Kinder mit Sprachproblemen sollen nicht mehr als außerordentliche Schüler geführt werden - Bildungsministerium: Kinder nicht langfristig aus der Gruppe herausnehmen

Schule/Sprache/Migration/Österreich

Der von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) eingesetzte Expertenrat für Integration schlägt in seinem neuen Bericht, der am Montag präsentiert werden soll, verpflichtende Sprachfördergruppen vor dem Eintritt in den Regelunterricht für Kinder mit Sprachproblemen vor. Das berichteten mehrere Medien am Freitag.

Die betroffenen Kinder sollen nicht mehr wie bisher als "außerordentliche Schüler" in den normalen Klassen eingestuft, sondern in eigene Vorbereitungsklassen eingegliedert werden. Diese Intensivkurse sollen so kurz wie möglich dauern. Außerdem spricht sich der Rat für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit besonders hohem sprachlichen Förderbedarf aus.

Der Umgang mit sogenannten "Quereinsteigern" - also Kindern, die nicht in Österreich aufgewachsen, sondern erst später nach Österreich gezogen sind - war lange Zeit umstritten. Sie wurden bei mangelnden Sprachkenntnissen als "außerordentliche Schüler" in die normalen Klassen aufgenommen, nicht in allen Fächern benotet und erhielten dort Sprachförderung. Eigene Vorschulklassen wurden dagegen nur für Schüler eingerichtet, die aus körperlichen oder geistigen Gründen mit dem Besuch einer Regelklasse überfordert wären. Die SPÖ warnte dabei vor "Getto-Klassen", während vor allem Kurz für das System "Deutsch vor Schuleintritt" plädierte.

Bereits im Vorjahr gab es aber eine Annäherung: Die damalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Kurz einigten sich auf ein Modell, bei dem der jeweilige Schulleiter über die Form der Sprachförderung (eigenen Klasse, zeitlich befristete Sprachfördergruppe oder Mischmodell) entscheiden soll. Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich sogar ein Passus, wonach "für Kinder mit Sprachförderbedarf verpflichtende sprachliche Intensivkurse eingerichtet werden".

Dementsprechend kommt auch wenig Widerstand aus der SPÖ. Schon jetzt würden vor allem in Ballungsräumen Kinder mit Sprachproblemen in vorbereitenden Gruppen auf den Regelunterricht vorbereitet, hieß es aus dem Bildungsministerium auf APA-Anfrage. "Es macht aber keinen Sinn, die Kinder langfristig aus der Gruppe herauszunehmen." In ländlichen Regionen bzw. bei nicht mehr schulpflichtigen Kindern seien standortspezifische Lösungen etwa unter Einbeziehung von Vereinen nötig - dazu seien weitere Gespräche mit dem Integrationsministerium nötig.

Einen stärkeren Fokus will man im Bildungsministerium aber auf den Kindergartenbereich legen: "Wir müssen bei den Kleinsten beginnen." Deshalb plädiere man für ein zweites Gratis-Kindergartenjahr für alle Kinder. Für den Kindergarten stelle man von Seiten des Bundes 2015 20 Mio. Euro für die sprachliche Frühförderung zur Verfügung. Auch im Schulbereich habe man gerade die Verlängerung der Mittel für die Sprachförderung in Höhe von 50 Mio. Euro in den kommenden zwei Jahren beschlossen.

(schluss) aku;spu

 

 

 

Andrea Steiner
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Info des BMBF zum Integrationsbericht

 

INFORMATION DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR BILDUNG UND FRAUEN ZUM „INTEGRATIONSBERICHT“

 

 

·         Die Ministerin spricht sich dafür aus, bei der Sprachförderung bei den Kleinsten zu beginnen und befürwortet daher ein 2. Gratis-Kindergartenjahr, aber für alle Kinder. Wir wissen, wir müssen in der Sprachförderung so früh wie möglich ansetzen, um Kindern einen bestmöglichen Start zu ermöglichen. Auch die bisherigen Erfahrungen bestätigen diesen eingeschlagenen Weg. Hier sind der Integrationsminister und die Familienministerin gefragt. (Wenn für verpflichtend, dann für alle.) Es gibt 20 Mio. Euro pro Jahr für Sprachförderung im Kindergarten, hier verhandelt der Integrationsminister Sprach- und Entwicklungsstandsfeststellung plus Sprachfördermaßnahmen mit den Ländern, das ist zu begrüßen.

 

·         Zu den QuereinsteigerInnen ist zu sagen, dass sie schon jetzt in vorbereitenden Gruppen auf ihre weitere schulische Laufbahn vorbereitet werden – vor allem in Ballungsräumen passiert das schon. Das steht auch so im Regierungsprogramm. Fest steht, dass es keinen Sinn macht, diese Kinder langfristig aus dem Klassenverband zu reißen.
Es braucht – vor allem für jene Kinder, die nicht mehr schulpflichtig sind und nicht in Ballungsräumen leben - zusätzliche Fördermaßnahmen und standortspezifische Lösungen, bei denen Schulen, Vereine, VHS und Sozialarbeit zusammenwirken. Hier werden in Kürze weitere Gespräche mit dem Integrationsministerium geführt.

 

·         Vor wenigen Wochen hat die Regierung im MR beschlossen, dass jährlich 25 Millionen pro Jahr (440 zusätzliche Dienstposten) in die sprachliche Förderung von SchülerInnen investiert wird – in Volksschule, HS/NMS, Poly und AHS-Unterstufe. Der Unterricht findet entweder in eigenen Gruppen parallel zum Unterricht oder integrativ statt, meist abwechselnd in der Klasse mit ZusatzlehrerInnen im Teamteaching.

 

 

Mit freundschaftlichen Grüßen,

 

Kurt Schober
Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub
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kurt.schober@spoe.at

 

 

 

 

 

 

2014.07.25: Bildung

OTS0041 II 25.07.2014 10:58:44

 

Korun und Walser: Parallelklassen für Sprachlernende widersprechen erfolgreichen Förderprojekten

Utl.: Grüne verweisen auf erfolgreiche Modelle im Ausland

Innenpolitik/Grüne/Korun/Walser/Schule/Integration/Sprache

"Dass nun der ExpertInnenrat im Integrationsbericht anscheinend empfiehlt, Parallelklassen für Kinder mit geringeren Deutschkenntnissen vorzusehen, überrascht und widerspricht bisherigen ExpertInnenempfehlungen. Diese haben schon in vergangenen Diskussionen immer wieder betont, dass Kinder am Schnellsten die Sprache lernen, wenn sie zusätzlich zur notwendigen Förderung mit anderen deutschsprachigen Kindern direkt im Unterricht sitzen. Diese pädagogische Erkenntnis scheint man für populistische Ziele einfach in den Wind zu schlagen. Dabei war es gerade eine ÖVP-Bildungsministerin, unter der die Förderstunden - auch für Kinder nichtdeutscher Muttersprache - massiv gekürzt wurden. Wenn man bereits neu ankommende Kinder in Parallelklassen steckt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese dann auch die restliche Schullaufbahn als nicht dazugehörig behandelt werden. Integration damit zu beginnen, Kinder über Monate und eventuell Jahre auszusondern, ist absurd," kritisiert Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen die heute bekannt gewordenen Empfehlung im Integrationsbericht.

"Kinder lernen am besten von Kindern, das wissen alle PädagogInnen", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen verwundert. "Es gibt genügend Beispiele von erfolgreichen Sprachlernmodellen, abseits von Extraklassen im Ausland: Die Palette reicht von persönlich zugeschnittenen Programmen für Kinder in Kanada über integrativen Unterricht in England bis zum Recht auf erstsprachlichen Unterricht in Schweden. In den Niederlanden müssen Kinder einen Sprachtest absolvieren, auch ihre sozialen Fähigkeiten werden abgeprüft. Wer Schwächen hat, wird von eigens ausgebildeten Lehrkräften gefördert. Es ist nicht einzusehen, wieso das in Österreich nicht möglich sein soll."

Rückfragehinweis:
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2014.07.25: Bildung

APA0113 II, XI 25.07.2014 10:09:34

 

Zentralmatura: Kaum Einsprüche gegen Noten

Utl.: Nur vereinzelte Rechtsmittel gegen Fünfer

Oberstufe/Österreich

Gegen die Benotung bei der heurigen Generalprobe für die ab 2014/15 an den AHS verpflichtende Zentralmatura hat es trotz angekündigter Protestwelle nur vereinzelt Einsprüche gegeben. Das zeigt ein Rundruf der APA bei den Landesschulräten.

Beim diesjährigen Probedurchlauf, bei dem die meisten Schüler nur in einem Fach die vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) zentral vorgegebenen Aufgaben lösten, gab es in mehreren Gegenständen Probleme: Kritik von Schüler- und Lehrervertretern kam vor allem am Beurteilungsschlüssel in den lebenden Fremdsprachen: Statt 60 Prozent wie bei den bisherigen Probeläufen mussten im Fach Englisch für eine positive Note 63 Prozent der Punkte erreicht werden, in Französisch mehr als 62 Prozent. Das Bifie begründete dies mit heuer leichteren Aufgaben. Im Fach Mathematik musste die Matura an fünf Wiener AHS wegen fehlender Angaben unterbrochen werden, die IG Autoren kritisierte die Auswahl des Textes eines angeblich der NS-Ideologie nahestehenden Autors im Fach Deutsch.

Schülerorganisationen hatten die Unterstützung von Einsprüchen gegen negative Noten angekündigt. Das dürfte aber nur in Ausnahmefällen nötig sein: In Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich, Vorarlberg und der Steiermark gab es keinen einzigen Einspruch gegen die Zentralmatura-Benotung. In Wien wurden zwei verzeichnet, wovon einer mittlerweile wieder zurückgezogen wurde.

Keine genauen Zahlen gibt es aus dem Burgenland und Salzburg. "Wenn es eine Berufung gegeben habt, dann im üblichen Bereich", so der burgenländische Landesschulratspräsident Gerhard Resch. Sicher keine Einsprüche habe man im "heiklen Bereich" der angehobenen Punkteerfordernisse verzeichnet. "Einsprüche gibt es immer, aber es sind wenige", betonte der Salzburger Landesschulratsdirektor Andreas Mazzucco. Vor der Zentralmatura seien es immer um die 50 über das ganze Jahr verteilt gewesen - inklusive Berufsreifeprüfungen." Mazzucco vermutet, dass durch die Zentralmatura die Zahl der Einsprüche eher sinken werde: "Weil dann Verdachtsfälle wie 'Der Lehrer mag mich nicht' wegfallen." Urlaubsbedingt keine Auskünfte gab es aus der Tiroler Schulbehörde.

Einsprüche können nur gegen negative Noten erhoben werden. Insgesamt setzte es bei der Zentralmatura österreichweit knapp 2.100 Fünfer.

(schluss) dw;ska;feh;zeh;zie;ast;fn;ban;aku;nt;mk

 

 

 

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2014.07.25: Newsletter Bildung

Kathpress – 24. Juli 2014

 

 

Kirchliche Pädagogische Hochschulen helfen dem Staat sparen

 

Katholische Bildungsverantwortliche Christine Mann zu jüngstem Rechnungshofbericht über Pädagogische Hochschulen: Je mehr sich Kirchen im Schul- und Hochschulbereich engagieren, umso besser und billiger für den Staat

 

Wien, 24.07.14 (KAP) "Die für den Staat kostengünstigsten Pädagogischen Hochschulen sind zweifels-ohne jene vier in kirchlicher Trägerschaft, deren exzellente Qualität außer Diskussion steht": Das hat Christine Mann, Geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung und Hochschulratsvorsitzende der KPH Wien/Krems am Donnerstag in einer Stellungnahme zum jüngs-ten Rechnungshofbericht über Pädagogische Hoch-schulen erklärt. "Je mehr sich konfessionelle Träger im Schul- und Hochschulbereich engagieren, umso besser ist das für die Gesamtqualität und umso billi-ger für den Staat," resümierte Mann.

 

Der Rechnungshof hatte am Mittwoch einen 163 Seiten umfassenden Bericht über die öffentli-chen Pädagogischen Hochschulen (PH) in Österreich vorgelegt und dabei Einsparungspotenziale aufge-zeigt. Die derzeit 14 PH entstanden durch eine Zusammenlegung von 51 öffentlichen und privaten Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrer. Diese Konzentration geht dem Rechnungs-hof aber nicht weit genug, sie solle fortgesetzt wer-den, rät der Rechnungshof: "Schon allein die be-trächtlichen Unterschiede bei den Ausgaben je Stu-dierenden machten Konzentrationen und Kooperationen im Rahmen der Neuorganisation der Lehrer-ausbildung erforderlich."

 

Zu dem "nicht unerwarteten Ergebnis, dass mit der Größe der Pädagogischen Hochschule auch die Kosten pro Student sinken", erklärte die katholische Bildungsexpertin Christine Mann, am kosten-günstigsten für den Steuerzahler seien die vier kirch-lich getragenen PH, wo derzeit insgesamt mehr als 4.500 Lehramtsstudierende ausgebildet würden: die Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen in Wien/Krems, in Linz und Graz sowie die Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein in Innsbruck, in der drei Diözesen/Bundesländer zusammenwirken.

 

Finanziell mehrfach benachteiligt

Die Personalkosten der vier KPH würden zwar wie die öffentlichen vom Bildungsministerium getragen, wies Mann hin. Aber schon beim 2009 ausgehandel-ten Ersatz der Studienbeiträge, die allen öffentlichen tertiären Institutionen zur Verfügung stehen, gebe es Unterschiede. Denn die Studierendenzahlen wurden pro Kirchlicher Hochschule gedeckelt. Für die KPH Wien/Krems, die zweitgrößte PH Österreichs, werde nur eine Zahl von maximal 2.000 Studierenden abgegolten, teilte Mann mit. Tatsächlich ausgebildet würden dort jedoch fast 500 mehr - und das "aus-schließlich auf eigene kirchliche Kosten".

Zusätzlich stellen kirchliche Hochschulerhalter die gesamte Immobilie zur Verfügung und sorgen für deren Instandhaltung und Instandsetzung. Für die KPH Wien/Krems gab Mann dafür mehr als fünf Millionen Euro an Zusatzkosten in den letzten drei Rechnungsjahren an. Dazu kämen Aufwendungen für das administrative Personal und den gesamten Sachaufwand (Bibliothek, PH-Online, IT-Bereich) - weitere zwei Millionen jährlich zusätzlich zu den vom Staat zur Verfügung gestellten 1,460 Millionen für die Studiengebühren für 2.000 anstelle von 2.500 Studierenden.

Lehrerfortbildung wird großgeschrieben

Eine "nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung" gebe es für die KPH auch bei den Mitteln für Lehrerfortbildung, verwies Mann auf eine weitere Deckelung: Nur 15 Prozent der Landesfortbildungs-gelder dürfen an kirchliche Institutionen gehen - eine Vorgabe, die angesichts der identischen Aufga-ben "jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt". Dabei werde die Fort- und Weiterbildung gerade für Lehr-kräfte im Sinn des lebensbegleitenden Lernens im-mer wichtiger, "hier stellen alle Kirchlichen Pädago-gischen Hochschulen hervorragende Fortbildungs-angebote", betonte Mann.

 

Auf einen Aspekt abseits pekuniärer Überlegungen machte die Vertreterin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung besonders auf-merksam: Europaweit werde die Erfahrung gemacht, "dass das Nebeneinander von privaten und öffentli-chen Schul- und Hochschulerhaltern insgesamt eine Qualitätssteigerung für den gesamten Bereich be-deutet". Dabei spiele "der erhebliche Faktor Konkurrenz" eine Rolle; verschiedene pädagogische Kon-zepte würden zu Austausch und Diskurs anregen.

 

Gerade in Zeiten des Wertewandels und nicht selten auch Wertverlusts "müsste man über das Engagement konfessioneller Schul- und Hoch-schulerhalter mit ihren klaren Wertevorstellungen, die sie einbringen, doppelt und dreifach dankbar sein", betonte Mann. Der für Europas Zukunft be-deutsame interkulturelle Dialog sei "immer auch interreligiöser und interkonfessioneller Dialog", wies auch Birgit Moser-Zoundjiekpon von der Juristen-kommission des Interdiözesanen Amts hin. Beson-dere Kompetenz dabei vermittle als "weltweites Uni-kum" die KPH Wien/Krems, die von in Österreich gesetzlich anerkannten Kirchen gemeinsam erhalten werde. Auch mit den zuletzt gesetzlich anerkannten Freikirchen Österreichs sei man im Gespräch über Kooperationen.

Augenmerk auf männliche Studierende.

 

Als weiteres Plus der KPH wird in der Stellungnahme auf Maßnahmen verwiesen, um dem akuten Mangel an männlichen Volksschullehrern gegenzusteuern. Die KHP Wien/Krems habe ganz im Sinn der Emp-fehlungen des vorliegenden Rechnungshofberichts bereits mit dem Studienjahr 2011/12 die Initiative "Männer in der Grundschule" gestartet. Seither wer-den die männlichen Studierenden in eigenen Grup-pen zusammengefasst und von männlichen Mento-ren begleitet, erklärte die zuständige Vizerektorin Notburga Grosser.

 

2. Die Doku am Ende der heutigen Kathpress:

 

"Große Ersparnis für den Staat"

"Kathpress" dokumentiert die Stellungnahme, die das Interdiözesane Amt für Unterricht und Erziehung zum jüngsten Rechnungshofbericht über die Pädagogischen Hochschulen in Österreich veröffentlichte. Im Folgenden der Wortlaut:

 

Wien, 24.07.14 (KAP) Der neueste Rechnungshofbe-richt über die Pädagogischen Hochschulen in Öster-reich zeigt auf, wo Einsparungspotenziale vorliegen. Unter anderem kommt er zu dem nicht unerwarteten Ergebnis, dass mit der Größe der Pädagogischen Hochschule auch die Kosten pro Student sinken. Ohne den genauen Rechnungshofbericht zu kennen, der ausschließlich die öffentlichen PädagogischenHochschulen geprüft hat, kann aber eines festgehalten werden: Die für den Staat kostengünstigsten Pädagogischen Hochschulen sind zweifelsohne jene vier in kirchlicher Trägerschaft, deren exzellente Qualität außer Diskussion steht. Es handelt sich um die Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen in Wien/Krems, in Linz und Graz sowie um die Kirchli-che Pädagogische Hochschule Edith Stein in Inns-bruck, in welcher drei Diözesen/Bundesländer zusammenwirken.

 

Studierendenzahlen in der Ausbildung

Das gesamte lehrende Personal auch der Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen, die derzeit insgesamt mehr als 4.500 Lehramtsstudierende ausbilden, wird vom Bundesministerium für Bildung und Frauen getragen. Den Kirchlichen Pädagogischen Hoch-schulen wurden außerdem 2009 Der Ersatz der Stu-dienbeiträge, wie sie allen öffentlichen tertiären In-stitutionen zur Verfügung stehen, als Beiträge zum Erhalt der Hochschulen dankenswertweise zugebil-ligt. Die Studierendenzahlen wurden für diese Bei-stellung der Studiengebühren seinerzeit aber pro Kirchlicher Hochschule gedeckelt. Für die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems, die mit ge-ringem Abstand zweitgrößte Pädagogische Hoch-schule Österreichs, etwa wurde 2009 eine Höchstzahl von 2000 Studierenden festgelegt. Danach wuchs der Bedarf an Lehrkräften aber massiv, viele junge Leute sahen im Lehrberuf außerdem ein schönes und si-cheres Berufsfeld vor sich. So kam es, dass auch die Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen auf die gesteigerte Nachfrage konstruktiv reagierten. Sie wiesen aus ihrem Selbstverständnis heraus nicht ab, sondern nahmen und nehmen bis zu einem Viertel mehr Studierende auf und bilden sie aus. Das alles ist für Bund und Länder angesichts des Lehrerman-gels grundsätzlich sehr erfreulich, der hohe Bedarf könnte von den bestehenden öffentlichen Institutio-nen auch gar nicht abgedeckt werden. Aber trotz mehrfacher Ersuchen, auch für diese zusätzlichen Studierenden den kirchlichen Hochschulerhaltern die Studiengebühren zur Verfügung zu stellen, die ohnehin nur einen Teil des Erhalteraufwands abde-cken, geht man bis heute von der Deckelung nicht ab. Das bedeutet etwa für die Kirchliche Pädagogi-sche Hochschule Wien/Krems, dass fast 500 Studierende ausschließlich auf eigene kirchliche Kosten für das österreichische Schulwesen ausgebildet werden.

 

Männliche Studierende

Die Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen setzen selbstverständlich alle Initiativen des zuständigen Ministeriums um, nützen aber selbstverständlich auch im Sinn ihres spezifischen Profils ihre größere Selbstständigkeit. Um dem akuten Mangel an männ-lichen Volksschullehrern gegenzusteuern, hat etwa die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems - ganz im Sinn der Empfehlungen des vorliegenden Rechnungshofberichts - bereits mit dem Studienjahr 2011/12 die Initiative "Männer in der Grundschule" gestartet.

Seither werden die männlichen Studierenden in eigenen Gruppen zusammengefasst und von männlichen Mentoren begleitet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit für eine spezifische berufliche Iden-titätsbildung und die Bildung von Netzwerken, die über die Ausbildung hinaus wirksam bleiben. "Die Auswirkungen der Initiative sind durchwegs positiv, wie sowohl Befragungen der Studierenden als auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchun-gen, die das Projekt zur spezifischen Studiensituati-on der Männer durchgängig begleiten, zeigen", er-klärt die zuständige Vizerektorin für Ausbildung, Notburga Grosser.

 

Fortbildung

Auch die Fort- und Weiterbildung wird gerade für Lehrkräfte im Sinn des lebensbegleitenden Lernens immer wichtiger, das von der Europäischen Union zu Recht eingefordert und vielfach auch unterstützt wird. Müssen doch gerade Lehrer fachlich und me-thodisch-didaktisch auf dem letzten gesicherten Stand sein. Auch hier stellen alle Kirchlichen Päda-gogischen Hochschulen hervorragende Fortbil-dungsangebote. Dass diese von den nun umzuset-zenden Kürzungen im Bildungsressort natürlich gleichermaßen wie die öffentlichen betroffen sind, versteht sich von selbst.

Unabhängig davon gibt es für die privaten kirchlichen Institutionen eine ebenfalls nicht nach-vollziehbare Ungleichbehandlung bei den Mitteln für Fortbildung, soweit sie den Landesschulbehör-den vom Bildungsministerium zur Aufteilung auf ihre jeweiligen Pädagogischen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Nur 15 Prozent der ge-samten Landesfortbildungsgelder dürfen - trotz mehrerer Interventionen von Landesschulräten - an die kirchlichen Institutionen gehen. Diese Vorgabe entbehrt angesichts der identen Aufgaben, die pri-vate und öffentliche Pädagogische Hochschulen laut Hochschulgesetz haben, jeder gesetzlichen Grundla-ge. Obwohl seit Jahren dagegen Eingaben gemacht werden, gibt es auch hier keine Änderung. Dies ob-wohl die Veranstaltungen der kirchlichen Anbieter qualitativ hochstehend und daher immer rasch aus-gebucht sind und überdies hohe durchschnittliche Teilnehmerzahlen aufweisen.

 

Kostentragung konkret

Grundsätzlich ergeben sich - unter Berücksichtigung der oben genannten Studienbeiträge - die gleichen Einsparungen für den Staat wie beim konfessionel-len Privatschulwesen. Der kirchliche Hochschul-erhalter stellt vor allem die gesamte Immobilie zur Verfügung und sorgt für deren Instandhaltung und Instandsetzung. Allein dafür hat man etwa bei der KPH Wien/Krems in den letzten drei Rechnungsjah-ren weit mehr als 5 Mio. Euro investiert. Dazu kom-men die laufenden Kosten für das administrative Personal und der gesamte Sachaufwand, von der umfangreichen Bibliothek hin bis zum Einkauf und den jährlichen Beiträgen für PH-Online und die Kos-ten für den gesamten IT-Bereich. Das bedeutet allein für die KPH Wien/Krems 2 Millionen Euro an jährli-chem laufenden Aufwand - zusätzlich zu den vom Staat zur Verfügung gestellten 1,460 Mio. für die Stu-diengebühren für eben nur 2000 anstelle von 2500 Studierende.

 

Privat und öffentlich

Ein Aspekt ist ohne Zweifel die oben dargestellte Ersparnis für den Steuerzahler, aber sicher ist dieser nicht der letztlich entscheidende. Es ist eine euro-paweit gemachte Erfahrung, dass das Nebeneinan-der von privaten und öffentlichen Schul- und Hoch-schulerhaltern insgesamt eine Qualitätssteigerung für den gesamten Bereich bedeutet. Damit ist nicht nur der erhebliche Faktor Konkurrenz, es sind auch die verschiedenen pädagogischen Konzepte ge-meint, die einander anregen, die auf Austausch und Diskurs angelegt sind. "Wir leben in Zeiten, in denen immer mehr Menschen vom Wertewandel, der nicht selten auch im Gewand des Wertverlusts einhergeht, betroffen sind. Viele soziologische Ergebnisse bestä-tigen uns leider, dass die gemeinsame Wertebasis in Europa immer schmäler wird, was ein schlechter Nährboden für die immer dringlicher eingeforderte Solidarität ist. Also müsste man über das Engage-ment konfessioneller Schul- und Hochschulerhalter mit ihren klaren Wertevorstellungen, die sie einbrin-gen, doppelt und dreifach dankbar sein - ganz be-sonders bei der Ausbildung von Lehrkräften, die ja einen wichtigen Multiplikationsfaktor darstellen", meint Christine Mann, Hochschulratsvorsitzende der KPH Wien/Krems und Geschäftsführende Leite-rin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung. Ebenso sei evident, dass eine Optimie-rung des Schulwesens nicht in erster Linie durch Strukturänderungen erfolgt, sondern ausschließlich durch eine weitere Steigerung der Aus/Fort-bildungsqualität für Lehrkräfte, die sich unmittelbar im Klassenzimmer und damit für die heranwachsen-de Generation niederschlägt.

 

Herausforderung in multikultureller Gesellschaft

Die Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen sind im derzeitigen gesellschaftlichen Wandel besonders gefordert, da sie eine spezifische Expertise mitbrin-gen. "Multikulturalität ist immer auch Multireligiosi-tät, und interkultureller Dialog, der so lebensbedeut-sam für das Europa der Zukunft sein wird, ist immer auch interreligiöser und interkonfessioneller Dialog. Ein solcher funktioniert bekanntlich dann in sach-kundiger und gebotener wertschätzender Qualität bei Kenntnis der eigenen Zugehörigkeit und bei Be-heimatung in der eigenen Religion und Kultur" meint Birgit Moser-Zoundjiekpon, Vorsitzende der Juristenkommission des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung.

Dem interkonfessionellen Miteinander hat sich insbesondere die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems verschrieben. Sie ist welt-weit ein Unikum, wird sie doch von Kirchen, die in Österreich gesetzlich anerkannt sind, gemeinsam erhalten und wird dort Ökumene konkret gelebt. Dabei wirken die Erzdiözese Wien und die Diözese St. Pölten für die kath. Kirche, die Evangelische Kirche A.u.H.B., die Griechisch-Orientalische Kirche, bekannt als" Orthodoxe Kirche", die Altkatholische Kirche und die Orientalisch-Orthodoxe Kirchen (Armenisch-Apostolische Kirche, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche) zusammen. Auch mit den zuletzt gesetzlich anerkannten Freikirchen Österreichs ist man im Gespräch über Kooperationen. Damit hat man für die konkrete pädagogische Arbeit in Österreich ein unglaublich breites religiös-kulturelles Hinterland, das von Westeuropa bis tief in den Kaukasus und bis zum Zwischenstromland reicht. "Aber es bedeutet auch ein Zeichen in die vielfach fragmentierte Gesellschaft hinein, dass zum Wohl von Staat und Gesellschaft auch Gemeinschaf-ten zusammenfinden können, die in den vergangen Jahrhunderten einander fremd bis feindlich gegen-überstanden, möchte ich nicht unterschätzen. Und so kann ich nur eines zusammenfassen: Je mehr sich konfessionelle Träger im Schul- und Hochschulbe-reich engagieren, umso besser ist das für die Gesamtqualität und umso billiger für den Staat," meint Mann.

 

 

Die Presse – 25. Juli 2014

 

Expertenrat: Extraklassen für Schüler mit Deutschproblemen

Der Integrationsbericht thematisiert die (fehlende) Sprachförderung. Die SPÖ lehnt "Ghettoklassen" ab, die ÖVP ist für Sonderunterricht.

Am kommenden Montag wird Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) den diesjährigen Integrationsbericht präsentieren. Wie das Ö1-"Morgenjournal" am Freitag berichtet, hat sich der zuständige Expertenrat darin vor allem mit der (fehlenden) Sprachförderung auseinandergesetzt. Seine Empfehlung: Extraklassen für Schüler - allen voran Quereinsteiger - mit schlechten Deutschkenntnissen.

Der Sonderunterricht für jene Schüler könne bis zu einem Jahr dauern, wird aus dem Bericht zitiert. Im Idealfall könnten die Extraeinheiten aber schon nach wenigen Wochen wieder entfallen, so der Autor des Kapitels "Sprachförderung", Ilan Knapp vom Jüdischen Bildungszentrum Wien. Es liege am Fortschritt des einzelnen Schülers, wie rasch er wieder in den "normalen" Unterricht dürfe.

Ob neben Quereinsteigern auch Schulanfänger mit Deutschschwäche in solche Extraklassen kommen sollen, lassen die Experten offen. In Kindergärten werden hingegen Extra-Fördergruppen für Kinder mit Sprachschwierigkeiten explizit empfohlen - als verpflichtend im letzten Kindergartenjahr.

Derzeit werden Quereinsteiger in Österreich sofort außerordentliche Schüler - ohne verpflichtende Sprachförderung. Laut den Integrationsexperten sei das "nicht zielführend".

SPÖ lehnt "Ghettoklassen" ab

Die SPÖ hat sich bisher gegen derartige "Ghettoklassen" gewehrt. Die ÖVP fordert eine derartige Extraschulung indes seit längerem.

 

 

Die Presse – 25. Juli 2014

 

Lehrer-Tests: Deutsch ist die größte Hürde

Zahlreiche Bewerber für ein Lehramtsstudium scheitern an der Rechtschreibung.

Wien. Die Aufnahmeverfahren an den Pädagogischen Hochschulen (PH) sind abgeschlossen, nun folgt die Bewertung der Bewerber. Die größten Schwierigkeiten hatten die Kandidaten mit der deutschen Sprache. „Das macht uns Sorgen", sagte Erwin Rauscher, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der PH, am Donnerstag im ORF-Radio.

An seiner Hochschule in Niederösterreich sind heuer knapp die Hälfte der 500 Bewerber durchgefallen. 2013 war es noch ein Viertel. Als Grund führt Rauscher mangelnde Rechtschreibkenntnisse an – sowohl bei Bewerbern, die an Volks- oder Sonderschulen unterrichten wollen, als auch bei solchen, die an einer Neuen Mittelschule lehren möchten. Im September gibt es einen dritten Testtermin für gescheiterte Kandidaten.

Zweiter Stolperstein: Musik

Komplett abgeschlossen ist das Auswahlverfahren an der PH Oberösterreich, wo rund ein Fünftel der 650 Bewerber gescheitert ist – ebenfalls aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse. Große Defizite hatten viele Bewerber auch in puncto Musik, vor allem an der PH Salzburg, wie Vizerektorin Elisabeth Seethaler berichtete. Hinsichtlich der Deutschkenntnisse gebe es in Salzburg allerdings einen positiven Trend. (hell)

 

 

Morgenjournal, 25.7.2014

 

Integrationsbericht: Sprachförderung zentral

Regina Pöll

Auch heuer legt ein Expertenrat den Integrationsbericht vor. Integrationsminister Sebastian Kurz, wird am kommenden Montag den Bericht präsentieren. Der Bericht zeigt vor allem eines: ein besonderes Problem ist nach wie vor die Sprachförderung.

Sonderklassen für ausländische SchülerInnen

"Ghettoklassen" hat sie die SPÖ bisher genannt und strikt abgelehnt, die ÖVP fordert sie schon länger - nämlich Extraklassen für Schüler mit schlechtem Deutsch.
Genau das empfiehlt jetzt auch der Expertenrat im neuen Integrationsbericht - zumindest für die Gruppe der Quereinsteiger, also für Schüler, die später in der Schullaufbahn aus dem Ausland dazustoßen. Dauern soll ihr Extra-Unterricht bis zu einem Jahr - im Idealfall aber auch nur wenige Wochen, sagt der Autor des Kapitels "Sprachförderung", Ilan Knapp vom Jüdischen Bildungszentrum Wien. Es liege am Fortschritt des einzelnen Schülers, der einzelnen Schülerin, wie schnell er oder sie in den normalen Unterricht darf.

Derzeit werden Quereinsteiger in Österreich sofort außerordentliche Schüler - ohne verpflichtende Sprachförderung. Die Experten bezeichnen das in ihrem Bericht wörtlich als "nicht zielführend". Ob nicht nur Quereinsteiger, sondern auch Schulanfänger mit Deutsch-Schwäche aus der Regelklasse genommen werden sollen, darauf legen sich die Autoren nicht fest. Allgemein schreiben sie, dass bei Bedarf auch an den Volksschulen intensiv gefördert werden müsse.

Grundlage Kindergarten

Klar ist die Sache für die Kindergärten: Auch hier empfiehlt der Expertenrat Extra-Fördergruppen für Kinder mit Sprach-Schwierigkeiten - und zwar verpflichtend im letzten Kindergartenjahr, allerdings nur stundenweise. Ilan Knapp über das letzte Kindergartenjahr: "Wer dort immer noch Defizite hat, dem soll noch einmal geholfen werden, damit spätestens zum Schulstart ja keine Benachteiligung besteht." Ebenfalls im Bericht 2014 gefordert wird ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Kinder mit schlechtem Deutsch.

 

 

KLZ – 25. Juli 2014

 

Eigene Schulklassen für Migranten

Migrationsexperten schlagen Koalition Kurswechsel vor: Kinder, die schlecht Deutsch sprechen, sollen nicht mehr mitgeschleppt, sondern in eigene Sprachklassen gesteckt werden.

Das Papier birgt innenpolitischen Sprengstoff. Der von Integrationsminister Sebastian Kurz eingesetzte Expertenrat für Integration beschäftigt sich in seinem neuesten Bericht eingehend mit den sprachlichen Defiziten von Schulkindern mit Migrationshintergrund. Aufbauend auf internationalen Beispielen (Hamburg, Quebec) schlägt die von Heinz Fassmann geleitete, 15-köpfige Expertengruppen in ihrem Papier, das der Kleinen Zeitung vorliegt, einen Paradigmenwechsel vor: Kinder, die schlecht Deutsch können, sollen nicht mehr wie bisher im Klassenverband mitgeschleppt werden, sondern in eigenen Sprachfördergruppen gebündelt unterrichtet werden. Ex-Bildungsministerin Claudia Schmied hatte solche Klassen vor ein paar Jahren noch als "Gettoklassen" abgetan. Das Papier soll am Montag bei einem gemeinsamen Termin mit Minister Kurz vorgestellt werden.

Brisante Lage

Wie brisant die Lage an Schulen und Kindergärten ist, zeigen die jüngsten Sprachtests. Knapp ein Viertel der geprüften Kinderkartenkinder (18.698 von insgesamt 80.191 Kindern) sind sprachlich nicht schulreif und müssen dringend gefördert werden, um nicht den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren. Nach Hamburger Vorbild sollten nach Ansicht der Experten Gruppen von acht bis 15 Kindern gebildet werden. Ein ganzes Schuljahr hindurch sollten diese Sprachklassen von speziell geschulten Lehrern unterrichtet werden.

Quereinsteiger, also Kinder, die nicht in Österreich aufgewachsen sind, sondern erst später zumeist mit ihren Eltern hierher gezogen sind, sollten nicht mehr wie bisher als außerordentliche Schüler eingestuft, sondern in eigene Vorbereitungsklassen eingegliedert werden. Diese Intensivkurse sollten allerdings nicht ein ganzes Jahr, wie bei den Fünf- oder Sechsjährigen, sondern so kurz wie möglich dauern. Auch macht sich der unabhängige Expertenrat für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für jene Kinder stark, die einen besonderen sprachlichen Förderbedarf aufweisen.

Die Empfehlungen dürften eine hitzige politische Diskussion auslösen. Integrationsminister Kurz wollte sich gestern zu den Vorschlägen noch nicht äußern. Es ist aber davon auszugehen, dass die Empfehlungen in der SPÖ auf großen Widerstand stoßen dürften.

MICHAEL JUNGWIRTH

 

 

KLZ – 25. Juli 2014

 

 

Viele Lehramtsanwärter fallen in Deutsch durch

Wer in Österreich Lehrer werden möchte, muss an den Pädagogischen Hochschulen einen Aufnahmetest absolvieren. Die meisten abgelehnten Anwärter scheitern an Deutsch. Es mangelt an Rechtschreib- und Grammatikkenntnissen.

Einer der größten Stolpersteine am Weg zur Lehrerausbildung ist die deutsche Sprache. Laut einem Ö1-Bericht ist an der Pädagogischen Akademie Niederösterreich rund die Hälfte der Anwärter auf ein Studium an Rechtschreibung und Grammatik gescheitert.

Es mangelt nicht nur an Grammatikkenntnissen, sondern auch am Textverständnis. Auch in Oberösterreich war die sprachliche Hürde für 20 Prozent nicht zu meistern - auch weil die Anforderungen verschärft wurden. Warum so viele Kandidaten an dem Test scheitern, soll nun laut dem Vorsitzenden der Rektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen, Erwin Rauscher, untersucht werden.

 

 

OÖN – 25. Juli 2014

 

 

Deutsch-Test als unüberwindbare Hürde für Lehreranwärter

 

WIEN. Bei den Aufnahmetests an den Pädagogischen Hochschulen scheiterten bis zu 50 Prozent der Bewerber wegen Deutsch-Schwächen.

 

Wer Lehrer im Pflichtschulbereich werden will, muss sich vor Ausbildungsbeginn an den Pädagogischen Hochschulen (PH) einem Aufnahmetest stellen. Die Deutschaufgaben wurden dabei heuer für etliche Bewerber zur Hürde.

 

Besonders dramatisch war die Situation an der PH Niederösterreich: Knapp die Hälfte der 500 Bewerber wurde wegen unzureichender Fähigkeiten in Deutsch abgewiesen. In den vergangenen Jahren war es im Durchschnitt jeweils ein Viertel der Bewerber.

 

Der Rektor der PH, Erwin Rauscher, spricht von Defiziten "vor allem bei Rechtschreibung und Grammatik". Anders die Situation an der PH Oberösterreich, wo ein Fünftel der Bewerber wegen Deutsch-Schwächen abgewiesen wurde: Hier sieht Rektorin Ulrike Greiner vor allem Schwierigkeiten beim Textverständnis.

 

Kein Migrantenproblem

 

Greiner beobachtet "seit längerem, dass die Deutschkenntnisse von Bewerbern immer schlechter werden" – und das treffe vor allem auf Bewerber ohne Migrationshintergrund zu. Germanistin Greiner sieht die Deutschschwäche daher auch als Ergebnis der Entwicklung neuer Medien: "Die Fähigkeit, selbstständig Texte zu verfassen, geht immer mehr verloren. Viele kennen nur noch das Copy-and-Paste-Verfahren oder übernehmen Floskeln." Wer nicht mehr geübt im Umgang mit Texten ist, verliert auch die "eigene Sprachkompetenz", so Greiner.

 

Derzeit legen die PHs ihre Aufnahmetests noch selbst fest. Künftig wird es mit der neuen Lehrerausbildung, die eine Angleichung mit den Unistudien bringt, aber auch eine Vereinheitlichung der Tests geben – mit besonderem Fokus auf Deutsch.

 

Graz ist anders

 

Allerdings gibt es auch Lichtblicke unter den Lehreranwärtern: So wurden in Graz heuer nur 40 der 747 Bewerber wegen mangelnder Eignung abgewiesen, nur 20 scheiterten am Rechtschreibtest. Aufgenommen wurden an der steirischen PH aufgrund von Zugangsbeschränkungen dennoch nur 388 Studenten. Und genau diese Beschränkung könne, heißt es seitens der PH, ein Grund für das generell bessere Abschneiden der Grazer Bewerber sein, weil sich diese besser auf den Test vorbereiten.

 

Aus dem Bildungsministerium hieß es, man werde die Ergebnisse der Aufnahmetests genau analysieren. Noch gibt es nicht aus allen Bundesländern Rückmeldungen.

 

 

Österreich – 25. Juli 2014

 

Lehreranwärter stolpern über Deutsch

In NÖ scheiterte die Hälfte aller Bewerber an Deutsch. Defizite auch in Musik.

Trotz Sommerferien sorgen Lehrer für Schlagzeilen, zumindest die Lehreranwärter. In den letzten Tagen sind an den Pädagogischen Hochschulen die Aufnahmetests über die Bühne gegangen und da hat sich gezeigt, dass nicht alle für den Lehrerberuf geeignert sind. Größter Stolperstein für die Bewerber ist Deutsch. An der PH Niederösterreich sind knapp die Hälfte der 500 Bewerber durchgefallen.

Rechtschreibung als größtes Problem
Wer sich als Lehrer an einer Pädagogischen Hochschule ausbilden lassen möchte, muss ein umfassendes Aufnahmeverfahren in verschiedenen Fächern bestehen.  Rechtschreibung, Grammatik oder Lückentexte füllen: Das war auch heuer wieder vielen Bewerbern für ein Lehramtsstudium zu schwer, sagt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen, Erwin Rauscher im Ö1-Morgenjournal.

So sind in Niederösterreich knapp die Hälfte der 500 Bewerber gescheitert, vor allem wegen der Rechtschreibung in Deutsch, so Rauscher, der Rektor der PH Niederösterreich ist. Auch in Oberösterreich sind die Aufnahmetests bereits zu Ende. Dort scheiterte ein Fünftel der 650 Bewerber an Deutsch. Laut Rektorin Ulrike Greiner wurden die Tests heuer verschärft, da Deutsch für künftige Lehrer besonders wichtig sei.

Auch in Musik Defizite
Neben Deutsch haben die Bewerber auch große Defizite in Musik gezeigt. An der PH Salzburg war Musik das Fachgebiet, an dem die meisten Lehreranwärter scheiterten. Die Rektorenkonferen der PH will nun die Ursache für das schlechte Abschneiden prüfen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 25.07.2014                            Seite: 6

Ressort: Politik

 

Wi, Abend, Wi, Morgen

 

Experten schlagen Alarm Immer mehr Anwärter scheitern an Deutschtest

 

Lehrer-Nachwuchs fällt durch!

 

DORIS VETTERMANN

 

Wien. - Rechtschreibung, Grammatik, Textverständnis - daran hapert es beim heimischen Lehrer-Nachwuchs gewaltig. Die Aufnahmeverfahren an den Pädagogischen Hochschulen zeigen, dass der Deutschtest die größte Hürde für die Bewerber ist. In Niederösterreich scheiterte sogar die Hälfte der Anwärter für einen Job als Volksschul-Pädagoge.

 

    Mit der Rechtschreibung haben sehr viele Lehrer-Anwärter so ihre Schwierigkeiten. Immer mehr Bewerber an den Pädagogischen Hochschulen fallen beim Deutschtest durch.

 

   "Die Deutschkenntnisse waren heuer unverhältnismäßig schlecht", so Erwin Rauscher, Rektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich im Gespräch mit der "Krone". Bei den Anwärtern für einen Job als Volksschullehrer scheiterte gar die Hälfte am Deutschtest. Dabei hält sich die Schwierigkeit der Prüfung in Grenzen, es müssen etwa Beistriche gesetzt und Wörter vervollständigt werden.

 

   "Wir müssen nun genau analysieren, was die Gründe für die schlechten Leistungen sind", sagt Rauscher, der auch die Motivation und die mangelnde Vorbereitung der Lehrer-Anwärter kritisiert. Sowie deren Wissen um die Schule. Wenn jemand, der Lehrer werden möchte, nicht zwischen Ganztages- und Gesamtschule unterscheiden könne, mache das schon ein seltsames Bild, so der Rektor.

 

   Aber nicht nur in Niederösterreich, sondern auch an anderen Pädagogischen Hochschulen erwies sich Deutsch als der größte Stolperstein auf dem Weg zum Unterrichten.

 

 

Kurier – 25. Juli 2014

 

 

Lehrer-Anwärter: Deutsch als Stolperstein.

Aufnahmetests: Viele, die den Lehrberuf ergreifen wollen, scheitern am Prüfungsfach Deutsch.

 

 

 

An den Pädagogischen Hochschulen sind in den vergangenen Tagen wieder die Aufnahme-Prüfungen durchgeführt worden. Viele, die den Lehrberuf ergreifen wollen, scheitern allerdings am Prüfungsfach Deutsch. An der PH Niederösterreich ist knapp die Hälfte der 500 Bewerber durchgefallen.

"Das Problem Deutsch macht uns wirklich Sorge"

Vor allem Fehler in der Rechtschreibung häufen sich, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Und die Tendenz ist steigend. "Das Problem Deutsch macht uns wirklich Sorge", sagt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Erwin Rauscher, gegenüber Ö1. In Oberösterreich scheiterte jeder fünfte der 600 Bewerber. Die Tests wurden dieses Jahr allerdings auch verschärft, da Deutsch für Lehrer besonders wichtig sei. Auch in Musik zeigen Bewerber Defizite, wie die PH Salzburg berichtet.

Betroffen waren sowohl Bewerber, die später an Volks- oder Sonderschulen unterrichten wollen, als auch solche, die es an eine Neue Mittelschule zieht. Die Rektorenkonferenz will jetzt die Ursache für das schlechte Abschneiden prüfen.

Ab 2015 sollen österreichweit neue Aufnahmetests, entsprechend der neuen Lehrerausbildung, stattfinden.

 

Kurier – 25. Juli 2014

 

 

Extraklassen für sprachlich schwache Kinder.

Beirat will Schüler, die nicht Deutsch sprechen, in eigenen Gruppen zusammenfassen.

 

 

 

Was soll mit Kindern geschehen, die zwar schulpflichtig sind, gleichzeitig aber nicht ausreichend Deutsch sprechen – etwa, weil sie mit ihrer Familie nach Österreich zugewandert sind?

Im Integrationsbericht 2014, der dem KURIER vorliegt und der offiziell am kommenden Montag präsentiert wird, machen die Experten des im Außenministerium angesiedelten Beirats für Integration einen durchaus kontroversiellen Vorschlag.

Denn folgt man den Fachleuten, sollen Kinder mit sprachlichen Defiziten nicht sofort am Regel-Unterricht teilnehmen, sondern zumindest ein Jahr lang in "Sprachfördergruppen" oder "Vorbereitungsklassen" auf den herkömmlichen Unterricht vorbereitet werden – und zwar verpflichtend.

Die frühere Bildungsministerin Claudia Schmied und andere hatten diese Idee vehement abgelehnt. Ihr Argument: Wer Kinder mit schlechtem Deutsch separat unterrichte, der schaffe damit "Getto-Klassen".

Mit dem Verweis auf den Status quo widerspricht der Integrationsbeirat dieser Darstellung nun sehr deutlich: "Das bisherige System "QuereinsteigerInnen" (schulpflichtige Flüchtlingskinder werden als außerordentliche Schüler in den Unterrichtsbetrieb integriert) sei nur "beschränkt zielführend" – es müsse also Änderungen geben.

Erfolgsmodell Hamburg

In ihrem Bericht verweisen die Beirats-Experten auf ein erfolgreiches Sprachförder-Modell im norddeutschen Hamburg. Die Hansestadt sieht eine konsequente Verschränkung der Deutschförderung vom Beginn des Kindergartens, über die Volksschule bis hin zum 14. Lebensjahr (Ende erste Sekundarstufe) vor.

In Hamburg werden alle Viereinhalbjährigen zu einer Erstvorstellung in die Schule geladen, wer sprachliche Defizite hat (egal, ob Zuwanderer oder deutscher Staatsbürger) muss verpflichtend an "Sprachfördermaßnahmen" in einer "Kindertagesstätte" teilnehmen.

Das läuft täglich fünf Stunden für zumindest ein Jahr, wobei jedes Kind einen individuellen Förderplan bekommt, der konkrete Maßnahmen, Ziele, etc. enthält.

Sechs- bis 14-jährige Kinder, die als "Quereinsteiger" nach Hamburg kommen und nicht Deutsch können, werden vor dem Eintritt in den Regelunterricht in "Vorbereitungsklassen" zusammengefasst. Auch hier gilt: Zumindest ein Jahr Förderung mit einem speziellen Lehrplan, der den Übertritt in die Regelklasse dann möglichst einfach macht.

In Anlehnung an das Hamburger Modell wiederholen die österreichischen Beiratsexperten auch die Forderung nach einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr für Kinder mit auffallenden Deutsch-Schwächen.

Hohe Erfolgsquoten

Dass es eine erhebliche Anzahl an Kindergartenkindern gibt, die nicht oder nicht ausreichend gut Deutsch spricht, ist mittlerweile evident.

Die 2012 im Zuge einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gemachten "Sprachstandsfeststellungen" haben gezeigt, dass fast ein Viertel der getesteten 80.191 Kindergartenkinder dringend gefördert werden muss; die Tendenz: deutlich steigend.

Die erfreuliche Nachricht ist demgegenüber: Bei jenen Kindern, die – derzeit noch auf freiwilliger Basis – in ihrer Sprachentwicklung unterstützt werden, ist die Erfolgsquote auffallend hoch. 80 Prozent der geförderten Kinder hatten nach einem Jahr de facto alle Deutsch-Defizite vollends aufgeholt.

Integrationsbericht

Die 17 Mitglieder des "unabhängigen Expertenrats für Integration" erarbeiten Vorschläge, wie Zuwanderung und Integration besser gelingen können. Sprecher ist Heinz Fassmann von der Universität Wien (Bild). Seit 2011 publiziert der Expertenrat seine Analysen im Integrationsbericht.

 

 

Kurier – 25. Juli 2014

 

 

"Wozu ist die Schule da?".

Die Uni Innsbruck führte erstmals Tests für Lehramts-Anwärter durch.

 

 

 

Lukas Weinberg wirft noch einen letzten Blick in seine Lernunterlagen. Die vermeintlich wichtigsten Passagen sind mit Textmarker unterstrichen. Der Deutsche hat sich kurzfristig für ein Lehramtsstudium in Innsbruck entschieden. Das ist heuer erstmals an ein Aufnahmeverfahren geknüpft. "Das wird sicher herausfordernd. Wenn es so viele Bewerber gibt, muss man selektieren", befürchtet der 19-jährige Allgäuer.

Gemeinsam mit rund 500 Leidensgenossen wartet er am Donnerstagvormittag darauf, dass sich die Türen zur Olympiaworld in Innsbruck öffnen. Angst, durchzufallen, haben hier die wenigsten. Auch wenn das hieße, dass sie im künftigen Uni-Jahr nicht für ein Lehramtsstudium zugelassen werden. "Ich lasse das auf mich zukommen. Den Stoff habe ich mir einmal durchgelesen. Ich hoffe, das reicht", sagt Natalie Mühlmann aus dem Villgratental in Osttirol.

Keine Auslese

Das wird es wohl. Denn als echte Hürde ist das Auswahlverfahren gar nicht angelegt. "Die Idee ist, dass sich die Studenten fragen: Was heißt es, Lehrer zu sein und ist das was für mich. Das soll kein Ausleseverfahren sein", erklärt Eveline Christof vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Uni Innsbruck, die den Test mitentwickelt hat. Und ihr Kollege Klaus Reich macht klar: "Wir wollen niemanden rausprüfen, sondern schauen uns an, ob sich die Leute die Unterlagen angesehen haben."

Die Unterlagen, das sind Teile aus Lehrplänen. Außerdem gehören zwei Kapitel aus einem Buch für Schulpädagogik zum Stoff. "Wozu ist die Schule da?", fragt das eine, "Was ist ein guter Lehrer?", titelt das andere. Die Studenten stellen sich Sinnfragen anderer Art. "Ich bezweifle, dass man mit so einem Test herausfinden kann, ob jemand zum Lehrer geeignet ist", sagt Carmen Hofer aus Südtirol, die später einmal Englisch unterrichten möchte.

"Dass man auf Schüler eingehen und ihnen etwas beibringen soll, habe ich davor auch schon gewusst", ärgert sich Lisa-Marie Pohl aus Imst über den Inhalt der Lernunterlagen. Angst, durchfallen zu können, hat die 18-jährige Tirolerin trotzdem. "Ich habe keinen Plan B."

Keine Noten

Eines müssen die Lehrer von morgen nicht fürchten: Noten. Es gibt nur Bestehen oder Durchfallen. Studienplatz-Beschränkungen gibt es aber keine. Genauso wenig wie an den Unis Wien, Graz, Klagenfurt und der TU Graz, die heuer ebenfalls erstmals Aufnahmetests für Lehramtsstudenten durchführen werden – allerdings mit eigenen Modellen. In Graz und Klagenfurt werden etwa Sprachkompetenz, emotionale Fähigkeiten und Belastbarkeit abgefragt. Nur wer besteht, bekommt einen Studienplatz. Anders in Wien: Wer hier scheitert, muss nur zu einem Info- und Beratungsgespräch und wird dann trotzdem aufgenommen.

Ein Aufnahmeverfahren für Lehramtsstudenten durchzuführen, wurde den Universitäten jüngst per Verordnung aufgetragen. Dort ist das Interesse, junge Menschen vom Studium abzuhalten, aber eher gering. "In den kommenden zehn Jahren gehen 43,5 Prozent der Lehrer der Sekundarstufe in Pension", warnt Uni-Lehrer Reich vor einem möglichen Pädagogenmangel. "Eine Barriere finde ich da nicht sinnvoll", sagt Lehramtsanwärter Simon Blank aus Bludenz nachdem er den Test hinter sich gebracht hat. Ob er Lehrer werden will oder nicht, hat sich der 22-Jährige schon davor überlegt. Für eine Gebühr von 50 Euro durfte er seine Gedanken nun auch zu Papier bringen.


Hintergrund

Lehrer-Anwärter: Deutsch als Stolperstein

Aufnahmetests: Viele, die den Lehrberuf ergreifen wollen, scheitern am Prüfungsfach Deutsch.

An den Pädagogischen Hochschulen sind in den vergangenen Tagen wieder die Aufnahme-Prüfungen durchgeführt worden. Viele, die den Lehrberuf ergreifen wollen, scheitern allerdings am Prüfungsfach Deutsch. An der PH Niederösterreich ist knapp die Hälfte der 500 Bewerber durchgefallen.

"Das Problem Deutsch macht uns wirklich Sorge"

Vor allem Fehler in der Rechtschreibung häufen sich, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Und die Tendenz ist steigend. "Das Problem Deutsch macht uns wirklich Sorge", sagt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Erwin Rauscher, gegenüber Ö1. In Oberösterreich scheiterte jeder fünfte der 600 Bewerber. Die Tests wurden dieses Jahr allerdings auch verschärft, da Deutsch für Lehrer besonders wichtig sei. Auch in Musik zeigen Bewerber Defizite, wie die PH Salzburg berichtet.

Betroffen waren sowohl Bewerber, die später an Volks- oder Sonderschulen unterrichten wollen, als auch solche, die es an eine Neue Mittelschule zieht. Die Rektorenkonferenz will jetzt die Ursache für das schlechte Abschneiden prüfen.

Ab 2015 sollen österreichweit neue Aufnahmetests, entsprechend der neuen Lehrerausbildung, stattfinden.