Freitag, 18. Juli 2014

2014.07.18: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 18. Juli 2014

 

 

Neue BIFIE-Chefs, alte Probleme

Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt bei den interimistischen Chefs des von Pannen geplagten Bildungsinstituts auf Kontinuität. Dabei stünden große Reformen an.

 (Die Presse)

Wien. Die neue Führung des angeschlagenen Bildungsinstituts BIFIE steht fest. Zumindest für die nächsten paar Monate – bis klar ist, was mit dem Institut passiert, dessen Zukunft nach Datenleck und Pannen bei der Zentralmatura zur Disposition steht. Bis Mitte kommenden Jahres werden die BIFIE-Forscherin Claudia Schreiner und Jürgen Horschinegg aus dem Bildungsministerium das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung – wie das BIFIE mit ganzem Namen heißt – interimistisch führen. Das teilte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) gestern, Donnerstag, mit.

·         BIFIE-Institut: Interims-Chefs fixiert

Die bisherigen Chefs, Martin Netzer und Christian Wiesner, werden, wie mit der Ministerin Mitte Mai vereinbart, mit 31. Juli zurücktreten. Offiziell handelt es sich um einen freiwilligen Rückzug – Kritiker der Ministerin sehen die beiden Ex-Direktoren aber als Bauernopfer für die Patzer der vergangenen Monate. Vom kolportierten Golden Handshake ist wenig geblieben: Wie „Die Presse“ erfuhr, gibt es je fünf Monatsgehälter, die Höhe bleibt geheim. Insgesamt haben die Direktoren jährlich 150.000 Euro brutto verdient. Beide kehren nun in ihre alten Jobs zurück, Wiesner als (einfacher) Mitarbeiter ins BIFIE, Netzer ins Ministerium.

Die Frage, die sich nun stellt: Was bedeutet die Neubesetzung für die Zukunft des Instituts? Klar ist, dass es sich um keine sonderlich mutigen Personalentscheidungen handelt. „Beide Experten“, so Heinisch-Hosek, „kommen aus dem System und kennen das BIFIE sowie die Herausforderungen der BIFIE-Reform sehr gut.“ Das ist nur eine von mehreren Sichtweisen. Mit Claudia Schreiner hat Heinisch-Hosek ausgerechnet eine langjährige Vertraute des früheren BIFIE-Chefs Günter Haider bestellt. Haider, der im Unfrieden geschieden ist, darf zumindest als mitverantwortlich für manche Fehlentwicklungen des Instituts gelten. Jürgen Horschinegg war bislang Leiter der Abteilung Strategie- und Qualitätsentwicklung in der Berufsausbildung im Ministerium und galt in dieser Funktion als durchaus kompetent. Ob er die nötigen Reformen angehen wird, wird sich erst weisen. Schreiner sieht das aber auch gar nicht unbedingt als Aufgabe der neuen Direktoren. Für die interimistische Leitung „geht es vor allem darum, das BIFIE arbeitsfähig zu halten“, sagte sie dem ORF-Radio.

Fehlen Kompetenzen für Matura?

Vor allem in einem Punkt gibt es Zweifel, ob den Übergangschefs das gelingt: bei der Zentralmatura, dem vordringlichsten Thema des BIFIE im kommenden Jahr. Der frühere BIFIE-Chef Josef Lucyshyn ist nicht überzeugt: „Das ist keine gute Entscheidung, weil weder Schreiner noch Horschinegg mit der sensiblen Zentralmatura vertraut sind“, sagte er zur „Presse“. Die neue Matura ist aber im Frühjahr für alle Gymnasien in Österreich Pflicht. Es stellt sich aber die Frage, ob Heinisch-Hosek mit der Bestellung zweier interimistischer Chefs nicht wertvolle Zeit verliert. Beide Verträge laufen laut Ministerium bis 30. Juli 2015, längstens aber bis zur „Findung einer fixen Leitung“. Hier zuzuwarten könnte raschen Verbesserungen abträglich sein.

Klar ist, dass die Entscheidung über eine mögliche Verkleinerung des BIFIE ansteht, die die Ministerin mehrfach ankündigte. Wie diese aussehen wird, ist offen. Die Szenarien reichen von der Auflassung eines der beiden Standorte über die Auslagerung einzelner Aufgaben an Unis bis zur kompletten Wiedereingliederung ins Bildungsressort.

ZU DEN PERSONEN

Claudia Schreiner (40) leitet derzeit das BIFIE-Department Bildungsstandards und Internationale Assessments. Sie wird den Standort Salzburg leiten, der für Bildungsstandards und Studien wie PISA zuständig ist. Sie absolvierte ein Lehramtsstudium und forschte im Bereich Erziehungswissenschaften an der Uni Salzburg.

Jürgen Horschinegg
(50) kommt aus dem Bildungsministerium. Er ist Leiter der Abteilung Strategie- und Qualitätsentwicklung in der Berufsausbildung in der SektionII. Horschinegg studierte Erziehungswissenschaften. Er wird den Standort Wien leiten, dessen Fokus auf der Zentralmatura liegt.

 

 

Die Presse – 18. Juli 2014

 

 

BIFIE-Institut: Interims-Chefs fixiert

Laut "Presse"-Informationen sollen BIFIE-Forscherin Claudia Schreiner und Jürgen Horschinegg aus dem Ministerium die Leitung des angeschlagenen Instituts übernehmen.

Von Julia Neuhauser

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wird noch heute bekannt geben, wer den bisherigen Direktoren des Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE), die wie geplant am 31.Juli zurücktreten werden, nachfolgen wird. Wie „Die Presse“ schon vorab erfuhr, soll es sich dabei um Claudia Schreiner und Jürgen Horschinegg handeln. Die beiden sollen die BIFIE-Leitung interimistisch übernehmen.

Schreiner ist schon lange am BIFIE tätig und war bislang Leiterin des Departments Bildungsstandards & Internationale Assessments und damit auch mit der PISA-Testung betraut. Horschinegg kommt aus dem Bildungsministerium. Er ist Leiter der Abteilung „Strategie- und Qualitätsentwicklung in der Berufsausbildung“ in der Sektion II des Bildungsministeriums.

"Beide kommen aus dem System"

"Beide ExpertInnen kommen aus dem System und kennen das Bifie sowie die Herausforderungen der Bifie-Reform sehr gut", wird in der schriftlichen Stellungnahme des Unterrichtsressorts betont. Schreiner wird den BIFIE-Standort Salzburg leiten, Horschinegg den in Wien, der den Fokus auf die Zentralmatura hat.

Amtsantritt von Schreiner und Horschineg ist der 1. August. Ihr Vertrag läuft bis 30. Juni 2015, längstens allerdings bis zur Findung einer neuen fixen Leitung des Bifie. Derzeit arbeitet das Ministerium neben einer Reform des Bildungsinstituts an einer Neufassung des Bifie-Gesetzes, das im Laufe des kommenden Jahres vorliegen soll. Wegen des noch geltenden Gesetzes war es auch nicht möglich, nur einen interimistischen Leiter zu benennen.

Fünf Gehälter Abfertigung

Die bisherigen Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner werden, wie mit der Ministerin bereits Mitte Mai vereinbart, am 31.Juli zurücktreten. Offiziell handelt es sich dabei um einen freiwilligen Rücktritt, inoffiziell spricht man von einem Bauernopfer. Die Bildungsministerin habe nach dem Datenleck und den Pannen bei der Zentralmatura Schuldige gesucht, so der Vorwurf. Ihr Vertrag wäre eigentlich noch bis 31. März 2018 gelaufen. Als Abgangsentschädigung bekommen sie jeweils fünf Monatsgehälter.

Den beiden bisherigen Direktoren dürfte selbst in der Rücktrittsvereinbarung keine Verfehlung vorgeworfen werden. Darin heißt es, dass den beiden bisherigen Chefs „weder persönliches Fehlverhalten noch Pflichtverletzungen zur Last gelegt werden können“. Angesichts dieser Aussagen war der Rücktritt auch innerhalb des Aufsichtsrats des BIFIE mehr als umstritten. Schlussendlich hat aber eine knappe Mehrheit des Aufsichtsrats dem Rücktritt zugestimmt.

Berufliche Zukunft gesichert

Die berufliche Zukunft von Netzer und Wiesner ist jedenfalls gesichert. Netzer dürfte wieder ins Bildungsministerium, in dem er schon zuvor arbeitete, zurückkehren. Und Wiesner wird am BIFIE in Salzburg bleiben. Er soll eine neue Organisationseinheit am BIFIE Salzburg aufbauen und leiten. Die neue Abeteilung soll sich künftig mit der Vernetzung des BIFIE mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) und den Universitäten im Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrern beschäftigt.

 

 

Die Presse – 18. Juli 2014

 

 

Von Autonomie bis Utopie: Was Bildung braucht

Wie könnten die Bildungschancen in Österreich verbessert werden? Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Was müsste an den Universitäten geschehen? Kurz: Wo sollten die Bildungsreformen ansetzen?

Österreich gilt im internationalen Vergleich nicht unbedingt als ein Land, das in puncto Bildung Chancen im Übermaß bietet. Dass nur jeder Vierte hierzulande einen höheren Bildungsabschluss erreicht als seine Eltern, ist bekannt. Auch PISA-Studie und Bildungsstandards zeigen wieder und wieder: Mit Chancengerechtigkeit sieht es nicht sonderlich gut aus. Dass so auch Talente verloren gehen, muss nicht gesondert betont werden.

Was braucht es also, um die Bildungschancen zu erhöhen? Eine Änderung des Systems? Ein Überdenken mancher Einstellungen? Und wo gilt es anzusetzen?

Neu sind diese Fragen nicht. Doch gemeinhin werden sie rein ideologisch diskutiert (dafür umso erbitterter). Gesamtschule versus Gymnasium, Beschränkungen an den Universitäten oder freier Zugang für alle: Die immer gleichen Debatten trüben bisweilen den Blick auf andere Lösungen – womöglich bessere, vielleicht weniger ideologisch gefärbte. „Die Presse“ hat zehn Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen – aus Wirtschaft und Kultur, aus Bildungsinitiativen und aus der Wissenschaft – gebeten, ihre drei Ideen für mehr Chancen zu formulieren.

In manchen Punkten sind sich die Ideengeber erstaunlich einig – wenn es etwa darum geht, dass es früh anzusetzen gilt, im Kindergarten oder davor. Darum, dass die Lehrer ein zentraler Faktor sind, dass sie entsprechend ausgewählt, ausgebildet und anerkannt werden müssen. Dass es mehr Freiraum braucht. Und dass Verschiedenheit nicht als Bedrohung, sondern als Chance begriffen werden soll.

In anderen Punkten gehen die Meinungen auseinander. OMV-Chef Gerhard Roiss wünscht sich mehr Wirtschaftsnähe in der Bildung, Kabarettist Thomas Maurer weniger. Und die Wissenschaftlerin Elke Gruber fordert wieder einen utopischen Entwurf von Bildung: dass diese dazu da ist, um das Leben der Menschen zu verbessern. (beba/jtk/j.n./rovi)

·       Veit Sorger, Uni-Rat an der TU Wien und Ex-IV-Präsident

Bundesrahmen für Kindergärten. Bildung beginnt bereits vor der Schule. Daher sollte es bei Diskussionen um Kindergärten auch nicht um reine Betreuung, sondern um Bildung gehen. Wie gut oder schlecht die Qualität ist, hängt derzeit vom Wohnort ab. Das ist alles andere als zeitgemäß oder fair, daher ist Bundeskompetenz anzustreben.

Studienbeiträge. Für den Kindergarten zu zahlen, für die Uni aber nicht ist weder fair noch sinnvoll. Studiengebühren und Beschränkungen wären wichtig (faires Studienbeihilfesystem), dann würden tendenziell auch nur jene ein Studium beginnen, die es wirklich beenden wollen.

Schulen teilprivatisieren. Ich bin für einen Teilprivatisierungsschritt. Jeder, der es sich leisten kann und will und einen Fit-und proper-Test abgelegt hat, nimmt eine Schule unter seine Verantwortung, unter strikten staatlichen Vorgaben und Kontrollen. Leistungsbereitschaft und Qualität würde dieser Wettbewerb sicher guttun.

·       André Stern, Autor („ . . . und ich war nie in der Schule“)

Vertrauen ins Kind. Die Gesellschaft stellt Kinder ständig infrage – statt darauf zu blicken, welch umwerfende Eigenschaften sie ohnehin mitbringen. Wenn wir wieder Vertrauen in das Kind haben, sehen wir, dass in mindestens einem Bereich in jedem von uns ein Genie steckt – vorausgesetzt, die Begeisterung ist da.

Abschied von Hierarchien. Damit wir das Genie in uns finden, müssen wir uns von den Hierarchien in unseren Köpfen befreien. Warum muss Mathematik wichtiger sein als Musik? Dasselbe gilt für Berufe: Wenn die Gesellschaft nicht der Meinung ist, dass Müllmann ein niedriger Beruf ist, kann jemand ein genialer und begeisterter Müllmann werden.

Verschiedenheit fördern. Das ist ein Appell zur Abschaffung des Notensystems: Wir müssen aufhören, Vergleichbares zu vergleichen – und stattdessen versuchen, möglichst Verschiedenes zusammenzubringen. So kann man notorische Probleme am besten lösen.

·       Hannes Androsch, Industrieller, Ex-Vizekanzler

Ganztägige Vorschule. Eine verpflichtende ganztägige Vorschule für alle ab drei Jahren dient der Sozialisierung aller Kinder, vor allem der Einzelkinder, aber auch der Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Das würde ebenso sicherstellen, dass alle Kinder bei Eintritt in die Volksschule der Unterrichtssprache folgen können.

Praxisbezug in der Lehrerausbildung. Ein Teil der Lehrerausbildung soll am künftigen Arbeitsplatz, in der Schule, absolviert werden. Lehrer müssen Freude am Lernen vermitteln, Talente fördern und Schwächen überwinden helfen. Das erfordert eine leistungsorientierte Schulautonomie.

Zugangsregeln und Studiengebühren. Die Universitäten brauchen ein sinnvolles Zugangsmanagement, ähnlich jenem an den Fachhochschulen. Studiengebühren sind ein zeitgemäßes Steuerungselement. Zur Sicherung der Chancengleichheit braucht es zugleich leistungsbezogene Studienbeihilfen.

·       Thomas Maurer, Kabarettist und Autor

Gesamtschule. Man sollte die Trennung der Kinder mit zehn Jahren dringend beenden. Das halte ich für einen der fundamentalsten Punkte – abgesehen von einer guten Frühförderung.

Wahlfreiheit. Der Staat sollte jede Schule – ob öffentlich oder privat – mit demselben Betrag pro Schüler fördern, vorausgesetzt sie liefert entsprechende Resultate. Dann hätten auch andere, neue Unterrichtsformen eine Möglichkeit, Standard zu werden.

Mehr Freiraum. Man sollte die Verschulung der Unis zurücknehmen. Statt rasch für die Wirtschaft ausgebildet zu werden, sollten Studierende die Chance bekommen, sich auszuprobieren und etwas zu sich selbst zu finden.

·       Aljoscha Neubauer, Psychologe an der Uni Graz

Umgang mit Begabungen lernen. Das goldene Rezept für den Unterricht gibt es nicht: In einem Fach begabtere Schüler brauchen einen anderen Unterricht als weniger begabte. Pädagogen sollten daher bereits in ihrer Ausbildung lernen, mit Begabungsunterschieden konstruktiv umzugehen und flexibler auf unterschiedliches Schülerverständnis einzugehen.

Differenzierte Lernangebote. Kinder ab zehn Jahren in allen Fächern gemeinsam zu unterrichten ist eine Illusion. Jeder hat andere Begabungen. Deshalb braucht es begabungsdifferenzierte Lernangebote, gegebenenfalls in spezialisierten Leistungskursen, um auf Begabungsentwicklungen flexibel reagieren zu können.

Lehrer gut auswählen. Es braucht die richtigen Lehrer, um gute Bildung zu gewährleisten. Bei den Aufnahmeprüfungen sollte auch darauf geachtet werden, dass die ausgewählten Studierenden offen für Kreativität sind. Unser Hauptkapital für die Zukunft sind die kreativen Köpfe unserer Kinder.

·       Elke Gruber, Erziehungswissenschaftlerin

Lernen über das gesamte Leben. In unserer langlebigen Gesellschaft nimmt das Lernen über die gesamte Lebensspanne eine historisch einzigartige Rolle ein. Freilich sind Kindergarten, Schule und Erstausbildung essenziell, doch die Bildungschancen müssen über die gesamte Lebensspanne gefördert werden.

Weg vom Häppchenlernen. Die Komplexität unserer Gesellschaft erfordert eine intellektuelle Beweglichkeit, die nicht mit verständnisschwachem Häppchenlernen bewältigt werden kann. Es braucht neue Formen des Lernens – kognitiv, emotional und sozial –, die in Richtung eines Verständnisses der Welt gehen.

Utopien. Der Bildungsdiskurs ist sehr stark pragmatisch orientiert. Alles muss machbar sein, auf die Bedürfnisse moderner Gesellschaften ausgerichtet. Wir brauchen wieder einen utopischen Entwurf: Dass Bildung dazu da ist, das Leben der Menschen zu verbessern. Hier muss man ansetzen, um Sinn, Lust und Zugang zu finden.

·       Gerhard Roiss, Vorstandsvorsitzender der OMV

Bildung marktnah gestalten. Keine Angst vor mehr Industrie in der Bildung! Man muss hin zu Bildungsinhalten, die der Markt auch braucht, zu den Ausbildungen, die gefragt und mit denen Jobs auch garantiert sind. Die Wirtschaft kann hier – etwa an den Unis – einiges an Impulsen liefern.

Fokus vom Kindergarten an. Die Technik ist in Österreich derzeit unterbelichtet. Es geht darum, in jungen Menschen schon früh die Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften zu wecken, sie also bereits im Kindergarten an diese Themen heranzuführen.

Freiräume schaffen. Man muss dringend weg von der Ideologie, die die Bildung derzeit in Geiselhaft nimmt – und auch weg von der Beschäftigung mit dem Bildungsapparat. Stattdessen sollte man Freiräume für Innovation in der Bildung schaffen: von der Autonomie, sich als Direktor selbst seine Lehrer auszusuchen, bis hin zur Auswahl der Lerninhalte an der Schule. 

·       Walter Emberger, Gründer Teach for Austria

Den Lehrerberuf aufwerten. Der Beruf von Lehrern und Kindergartenpädagogen sollte aufgewertet werden in Bezug auf Auswahl, Bezahlung und Image. Eine genaue Auswahl derer, die Pädagogen werden wollen, hilft jene zu finden, die sich den Herausforderungen des Berufes stellen wollen und diesen auch gewachsen sind.

Quereinsteiger fördern. Die berufsbildenden Schulen führen es vor, und sie haben weltweit einen guten Ruf. Das Quereinsteigen in Schule und Kindergarten sollte attraktiver gemacht werden. Kinder erhalten Impulse von Leuten, die viele Aspekte der Welt gesehen haben. Umgekehrt sollte auch das Quer-Aussteigen aus dem Lehrerberuf leichter gemacht werden – hier ist die Wirtschaft gefordert.

Verpflichtende ganztägige Bildung. Kinder sollten ganztägig in der Schule sein – und ohne Hausaufgaben nach Hause gehen. Das würde die Chancen für jene erhöhen, die keine Eltern daheim haben, die mit ihnen lernen können. 

·       Sabine Seidler, Rektorin der Technischen Uni Wien

Diversität zulassen. Vielfalt befeuert die Bildung. Die Durchlässigkeit zwischen Bildungs- und Systemgrenzen muss durch offene Kommunikation erhöht werden. Dieser Weg beginnt im Kindergarten – etwa, indem man früh Mehrsprachigkeit fördert und Formate anbietet, die Kinder mit Uni und Wissenschaft in Berührung bringen.

Mobilität erhöhen. Es braucht mehr finanzielle Förderung und Unterstützung von Studierenden, die einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren möchten. Interkultureller Austausch weitet den Blick und erhöht die Chance auf Erfolge.

Weiterbildung fördern. Bildung hat kein Ende! Wir haben die Chance, uns ein Leben lang zu bilden und Wissen anzueignen. Und das ist nicht nur auf den schulischen oder universitären Bereich beschränkt. Es muss daher mehr Weiterbildungsmöglichkeiten geben.

·       Bernhard Schmid, Lebenshilfe Wien

Mit Unterschieden umgehen lernen. Derzeit werden nur manche Pädagogen für die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen ausgebildet. Es sollten aber alle angehenden Pädagogen in ihrem Studium einen Grundstock erlernen, wie man mit Unterschieden umgeht und wie man Kindern mit und ohne Beeinträchtigung adäquat gemeinsame Lerninhalte vermittelt.

Unterstützung durch Idealisten. Manche Privatschulen leben vor, wie man ehrenamtliche Unterstützer einbindet. Dafür sollte man auch in öffentlichen Schulen möglichst viele Personen gewinnen. Freilich braucht es auch geschulte Fachkräfte – etwa für pflegerische oder psychosoziale Aufgaben.

Gemeinsamer Unterricht für alle.
Alle Kinder sollten die Chance bekommen, gemeinsam unterrichtet zu werden. Jeder kann etwas, was für den anderen hilfreich sein kann. Das Miteinander ist ein Wert und eine Chance für alle, nicht nur für die behinderten Kinder.

 

 

Der Standard – 18. Juli 2014

 

 

Nach Zentralmatura-Panne: Interimistische Bifie-Leitung fixiert

Bifie-Forscherin Claudia Schreiner leitet den Standort Salzburg, Jürgen Horschinegg aus dem Bildungsministerium übernimmt in Wien

Wien - Das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) bekommt mit 1. August eine neue Leitung: Claudia Schreiner, derzeit Leiterin des Departments Bildungsstandards und Internationale Assessments des Bifie, und Jürgen Horschinegg aus dem Bildungsministerium werden bis zur Einsetzung eines neuen regulären Direktoriums das Institut leiten, gab das Bildungsministerium am Donnerstag bekannt.

Die beiden kämen "aus dem System und kennen das Bifie sowie die Herausforderungen der Bifie-Reform sehr gut", erklärte das Ministerium in einer schriftlichen Stellungnahme. Schreiner wird den Standort Salzburg leiten, der für Bildungsstandards und internationale Leistungsstudien wie PISA zuständig ist. Horschinegg, derzeit im Ministerium Leiter der Abteilung für Strategie und Qualitätsentwicklung in der Berufsbildung, übernimmt den Wiener Standort mit Fokus auf die Zentralmatura.

Reform des Instituts geplant

Die beiden übernehmen das Amt von Martin Netzer und Christian Wiesner, die nach etwas mehr als einem Jahr die Bifie-Leitung mit Ende Juli zurücklegen mussten. Die Probleme bei der Generalprobe zur Zentralmatura hatten sie ihre Jobs gekostet. Deren einvernehmliche Vertragsauflösung wurde am 14. Juli vom Aufsichtsrat beschlossen, beide nehmen ihr Rückkehrrecht wahr: Netzer geht zurück ins Ministerium, Wiesner ins Bifie.

Der Vertrag von Schreiner und Horschineg läuft bis 30. Juni 2015, längstens aber bis zur Findung einer neuen fixen Leitung des Bifie. Derzeit arbeitet das Ministerium neben einer Reform des Bildungsinstituts an einer Neufassung des Bifie-Gesetzes, die im Lauf des kommenden Jahres vorliegen soll. Wegen des noch geltenden Gesetzes war es auch nicht möglich, nur einen interimistischen Leiter zu benennen. 

 

 

Kurier – 18. Juli 2014

 

 

Bifie: Interimistische Leitung ist fix.

Claudia Schreiner und Jürgen Horschinegg leiten das Institut für Bildungsforschung ab 1. August.

 

 

 

Das Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) bekommt mit 1. August eine neue Leitung: Claudia Schreiner, derzeit Leiterin des Departments Bildungsstandards und Internationale Assessments des Bifie, und Jürgen Horschinegg aus dem Bildungsministerium werden bis zur Einsetzung eines neuen regulären Direktoriums dem Institut interimistisch vorstehen, hieß es aus dem Ministerium zur APA.

"Beide ExpertInnen kommen aus dem System und kennen das Bifie sowie die Herausforderungen der Bifie-Reform sehr gut", wird in der schriftlichen Stellungnahme des Unterrichtsressorts betont. Schreiner wird den Standort Salzburg leiten, der für Bildungsstandards und internationale Leistungsstudien wie PISA zuständig ist, und Horschinegg, der derzeit im Ministerium die Abteilung für Strategie und Qualitätsentwicklung in der Berufsbildung leitet, den Wiener Standort mit Fokus auf die Zentralmatura.

Zentralmatura-Fiasko

Die beiden übernehmen das Amt von Martin Netzer und Christian Wiesner, die nach etwas mehr als einem Jahr die Bifie-Leitung mit Ende Juli zurücklegen mussten. Die Probleme bei der Generalprobe zur Zentralmatura hatten sie ihre Jobs gekostet. Deren einvernehmliche Vertragsauflösung wurde am 14. Juli vom Aufsichtsrat beschlossen, beide nehmen ihr Rückkehrrecht wahr: Netzer geht zurück ins Ministerium, Wiesner ins Bifie.

Amtsantritt von Schreiner und Horschineg ist der 1. August. Ihr Vertrag läuft bis 30. Juni 2015, längstens allerdings bis zur Findung einer neuen fixen Leitung des Bifie. Derzeit arbeitet das Ministerium neben einer Reform des Bildungsinstituts an einer Neufassung des Bifie-Gesetzes, das im Laufe des kommenden Jahres vorliegen soll. Wegen des noch geltenden Gesetzes war es auch nicht möglich, nur einen interimistischen Leiter zu benennen.

 

Wiener Zeitung – 18. Juli 2014

 

Bildung

Neue Chefs für das Bifie

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Die Leitungsposten in Salzburg und Wien werden interimistisch neu besetzt.

 

Das Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) bekommt mit 1. August eine neue Leitung: Claudia Schreiner, derzeit Leiterin des Departments Bildungsstandards und Internationale Assessments des Bifie, und Jürgen Horschinegg aus dem Bildungsministerium werden bis zur Einsetzung eines neuen regulären Direktoriums dem Institut interimistisch vorstehen, hieß es aus dem Ministerium zur APA.

"Beide ExpertInnen kommen aus dem System und kennen das Bifie sowie die Herausforderungen der Bifie-Reform sehr gut", wird in der schriftlichen Stellungnahme des Unterrichtsressorts betont. Schreiner wird den Standort Salzburg leiten, der für Bildungsstandards und internationale Leistungsstudien wie PISA zuständig ist, und Horschinegg, der derzeit im Ministerium die Abteilung für Strategie und Qualitätsentwicklung in der Berufsbildung leitet, den Wiener Standort mit Fokus auf die Zentralmatura.

Die beiden übernehmen das Amt von Martin Netzer und Christian Wiesner, die nach etwas mehr als einem Jahr die Bifie-Leitung mit Ende Juli zurücklegen mussten. Die Probleme bei der Generalprobe zur Zentralmatura hatten sie ihre Jobs gekostet. Die einvernehmliche Vertragsauflösung wurde am 14. Juli vom Aufsichtsrat beschlossen, beide nehmen ihr Rückkehrrecht wahr: Netzer geht zurück ins Ministerium, Wiesner ins Bifie.

Amtsantritt von Schreiner und Horschineg ist der 1. August. Ihr Vertrag läuft bis 30. Juni 2015, längstens allerdings bis zur Findung einer neuen fixen Leitung des Bifie. Derzeit arbeitet das Ministerium neben einer Reform des Bildungsinstituts an einer Neufassung des Bifie-Gesetzes, das im Laufe des kommenden Jahres vorliegen soll. Wegen des noch geltenden Gesetzes war es auch nicht möglich, nur einen interimistischen Leiter zu benennen.

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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