Mittwoch, 23. Juli 2014

2014.07.23: Newsletter Bildung

Die Presse – 23. Juli 2014

 

 

Täglich turnen ohne Extrageld

Für die tägliche Bewegungseinheit brauche es keine zusätzlichen Ressourcen.

Wien. Geht es nach Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), so braucht es für die paktierte tägliche Bewegungseinheit in der Schule keine Extraressourcen. Für die Reform, die bis 2018 schrittweise umgesetzt werden soll, werden „aus heutiger Sicht“ weder zusätzliche Lehrer noch zusätzliche Wochenstunden oder neue Sportanlagen nötig sein.

Nach der Schlappe bei den Olympischen Spielen hatte die Regierung mehr Bewegung an den Schulen angekündigt. Aus der „täglichen Turnstunde“, für die rund 150.000 Menschen unterschrieben, wurde die im Regierungsprogramm verankerte „tägliche Bewegungseinheit“. An ganztägigen Schulformen (und freiwillig auch an anderen Schulen) sollen bis zu fünf Einheiten pro Woche stattfinden.

Das könne allerdings nicht nur direkt im Unterricht passieren, sondern auch in der Pause, bei Schwerpunktangeboten oder an Ganztagsschulen im Freizeitteil, so die Ministerin. An Volksschulen soll der Schwerpunkt auf der Kooperation mit Sportvereinen liegen, an ganztägig geführten Schulen sollen Freizeitpädagogen mit einem Sportschwerpunkt bevorzugt werden.

Was die Räumlichkeiten betrifft, pocht die Ministerin darauf, vorhandene Möglichkeiten zu berücksichtigen. „Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Inhalte eines Turnsaals bedürfen.“ Auch ein Schulhof oder die Umgebung – Wald, Wiese, Spielplatz – sollten genutzt werden.

 

 

Die Presse – 23. Juli 2014

 

 

Stadtschulrat: FPÖ schickt 21-Jährigen ins Präsidium

Jus-Student und Burschenschafter Krauss folgt als stellvertretender Präsident Helmut Günther nach. Die Grünen halten das für "eine Schande".

Die FPÖ hebt mit Maximilian Krauss einen 21-Jährigen Jus-Studenten in das Amt des stellvertretenden Stadtschulratspräsidenten Wiens. Man wolle damit ein Zeichen der Erneuerung setzen, sagte der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Krauss folgt Helmut Günther nach, der in den Wiener Landtag geht und dort die nunmehrige EU-Mandatarin Barbara Kappel ersetzt.

Für Strache ist die Ernennung von Krauss ein Zeichen dafür, dass man den Stadtschulrat "durchlüften" wolle und dass "wirklich Schülerinteressen durchgesetzt" werden. Der Student werde kommende Woche seine Antrittspressekonferenz geben, kündigte der FPÖ-Chef an. Krauss ist auch - als "jüngster Bezirksobmann der FPÖ-Wien" in der Josefstadt tätig und hatte bei der vergangenen Nationalratswahl für die FPÖ kandidiert. Er ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft Aldania.

Die Neubesetzung war notwendig geworden, da die bisherige Gemeinderätin Kappel ins EU-Parlament wechselte - und der bisherige Stadtschulrats-Vizepräsident Günther erneut in den Gemeinderat geht, was schon Anfang Juli festgelegt wurde.

Grüne: "Nominierung ist eine Schande"

Die Grünen sind empört. Die Nominierung sei "eine Schande", so Bildungssprecher Harald Walser in einer Aussendung. Bildungspolitisch zeichne sich Krauss "durch eine Denkweise aus, die aus der Blut- und Bodenideologie stammen könnte:  Er fordert die Separierung von "ausländischen" Schulkindern, worunter er alle subsumiert, die nicht Deutsch sprechen, damit österreichische Kinder nicht "unter die Räder kommen"."

 

 

KLZ – 23. Juli 2014

 

Aus für die letzten vier steirischen Hauptschulen

Schlussakkord für eine Schulform: Nur noch ein Jahr Unterricht gibt es in den letzten vier verbliebenen steirischen Hauptschulen. Mit Herbst des nächsten Jahres werden auch sie in Neue Mittelschulen umgewandelt.

Letzter Vorhang für einen Schultyp: Im Herbst gehen mit den vier steirischen Hauptschulen Großklein, Oberwölz, St. Ruprecht an der Raab, St. Margarethen an der Raab die letzten ihrer Art in den regulären Betrieb. Und auch sie arbeiten bereits auf das Schuljahr 2015/16 hin, ab dem auch die letzten Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen (NMS) umgestellt sein müssen. Vor zehn Jahren gab es in der Steiermark noch 180 Hauptschulen mit fast 40.000 Schülern.

Gehalten hat sich diese Schulform bereits seit Maria Theresia, auch wenn sie seither viele Reformen durchlaufen hat (siehe Infobox). 170 Neue Mittelschulen werden es 2015 schlussendlich sein. Diese sollen der nächste - logische - Schritt in der Entwicklung des österreichischen Schulsystems werden.

Neue Unterrichtsmethoden

"Durch flexible Differenzierung werden Schüler gezielt gefördert", so Elisabeth Meixner, Präsidentin des Landesschulrates. Das Konzept "Neue Mittelschule" geht also weg vom bisher praktizierten System. Die Schüler werden nicht mehr in Klassen und Leistungsgruppen unterteilt, sondern vielmehr sollen Begabungen und Talente Einzelner herausgehoben werden - eine individuelle Betreuung für jeden Schüler. Angedacht ist auch, dass jede Neue Mittelschule mit den Höheren Schulen (AHS, BHS) aus der Umgebung kooperiert. Ein späterer Übergang dahin soll so auch erleichtert werden.

Mit der Entwicklung der Neuen Mittelschule vom Schulversuch zur Schulform musste auch ein eigener Lehrplan entwickelt werden. Dieser soll sicherstellen, dass neueste Bildungsstandards eingehalten werden. Das Aneignen von Kompetenzen anstelle von Fachwissen wie bisher steht darin im Mittelpunkt.

Einer der größten Unterschiede im Unterricht zu dem der Hauptschule ist das sogenannte "Teamteaching". In sechs Stunden kann eine zusätzliche Lehrperson im Unterricht tätig sein. Eingesetzt werden soll diese in den Hauptgegenständen (Deutsch, Mathematik, Englisch). "Die Lehrpersonen müssen nicht immer zusammen in der Klasse sein. Es ist durchaus auch möglich, dass einer der beiden mit den stärkeren Schülern ein Thema intensiver bearbeitet", so Meixner.

Das zusätzlich erworbene Wissen sollen die Schüler dann auch an ihre Klassenkameraden weitergeben. Die Folge soll ein Nachhilfesystem innerhalb einer Klasse sein. Zusätzlich zum Teamteaching soll es noch weitere Lehrkräfte geben, die bei der Betreuung besondere Aufgaben übernehmen.

Spezielle Lehrer

Nicht nur die Stärken der Schüler werden besser gefördert, auch die Lehrpersonen sollen ihre Fähigkeiten (Zusatzausbildungen, nicht deutsche Muttersprache) besser einsetzen können.

Vor allem Schulen, die einen hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund haben, bekommen spezielle Pädagogen zugewiesen. Diese sollen, unter anderem durch besondere Sprachkenntnisse und eine besondere Form interkulturellen Lernens, die Integration der Schüler erleichtern.

ANDREAS PROHART

 

Lexikon

Hauptschulen sind allgemeinbildende Pflichtschulen. Sie umfassen die Jahrgangsstufen fünf bis acht. Um sich gegen die Konkurrenz (AHS-Unterstufe, Gymnasium) behaupten zu können, wurden im Laufe der Jahre Sonderformen mit Schwerpunkten eingeführt (Sport, Musik). In den Hauptgegenständen werden die Schüler in drei Leistungsgruppen unterteilt - die erste Leistungsgruppe nach dem Lehrplan der AHS.

Realschulen sind Privatschulen, die zusätzlich zur Allgemeinbildung speziell auf die Berufswelt vorbereiten sollen. Innerhalb der sechs Jahre Ausbildung sollen die Schüler ihre Fähigkeiten in verschiedensten Berufsfeldern kennenlernen. Wesentlich dafür ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die letzten beiden Schuljahre legen speziell Wert auf die Berufsorientierung. Ab der vierten Klasse ist noch eine zweite lebende Fremdsprache verpflichtend.

Neue Mittelschulen sind die Nachfolgeschulen der Hauptschule. In diesen wird nach kompetenzorientierten Lehrplänen unterrichtet, um die Talente der Schüler gezielt fördern zu können. Zusätzlich gibt es hier auch das Konzept des Teamteaching (siehe Artikel).

 

 

SN – 23. Juli 2014

 

Abgespeckte Variante der täglichen Turnstunde

Mehr Bewegung für die Kinder soll keine zusätzlichen Kosten verursachen.

WIEN. Eine tägliche Turnstunde hätte es werden sollen, eine „tägliche Bewegungseinheit“ wird es werden. Und die soll zudem keine Kosten verursachen. Für die „tägliche Bewegungseinheit“, die laut Regierungsprogramm bis 2018 schrittweise an den Schulen eingeführt werden soll, werden „aus heutiger Sicht“ weder zusätzliche Lehrer bzw. Unterrichts-Wochenstunden noch neue Sportanlagen notwendig sein, teilte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ mit.

Nach der österreichischen Schlappe bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London hatte die Regierung Initiativen für mehr Bewegung an Schulen angekündigt. Eine Initiative hatte 150.000 Unterschriften für eine tägliche Turnstunde gesammelt.

Mehr Bewegung für die Kinder soll nach den Plänen der Regierung aber nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Pause, bei Schwerpunktangeboten oder im Freizeitteil geschehen. An den Volksschulen soll der Schwerpunkt dabei auf der Kooperation mit Sportvereinen liegen, an ganztägig geführten Schulen sollen Freizeitpädagogen mit Sportschwerpunkt bevorzugt werden.

Heinisch-Hosek pocht auch darauf, bei der Umsetzung die räumlichen Gegebenheiten in den Schulen zu berücksichtigen: „Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Inhalte etwa eines Turnsaals oder einer Sporthalle bedürfen.“ Auch ein Schulhof oder die Umgebung der Schulen (Wald, Wiese, Park, Spielplatz etc.) sollten für Raumerfahrungen und Bewegung genutzt werden.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen