Freitag, 25. Juli 2014

2014.07.25: Bildung

 

Mittagsjournal, 25.7.2014

Sonderförderung für fremdsprachige Kinder

Peter Daser

Wie hilft man Kindern, die zu wenig Deutsch können, um in der Schule mitzukommen. Am besten, indem man sie in Klassen mit deutschsprachigen Kindern schickt, so lernen sie am schnellsten. Das zumindest ist die unter Experten gängige Ansicht: Diesen Weg soll man auch fortsetzen, meint der Expertenrat für Integration, der für den zuständigen Minister Sebastian Kurz arbeitet. Zusätzlich müsse man aber diese Kinder in eigenen Kursen fördern.

 

 

APA0341 II, XI 25.07.2014 13:40:54

 

Sprachförderung - Beirats-Chef: Eigene Klassen "nur temporär"

Utl.: Dauerhafte Einrichtung "kontraproduktiv"

Schule/Sprache/Migration/Österreich

Der Vorsitzende des Expertenrats für Integration, Heinz Faßmann, hält die dauerhafte Einrichtung eigener Klassen für Kinder mit Sprachproblemen für "kontraproduktiv". Die von seinem Gremium vorgeschlagenen Vorbereitungsklassen für "Quereinsteiger", also Kinder, die erst in der Schulzeit nach Österreich kommen, verglich er im Ö1-"Mittagsjournal" mit einem "Crashkurs".

In einem solchen sollte in möglichst kurzer Zeit ein Grundstock an Deutsch-Kenntnissen vermittelt werden, so Faßmann. Diese Kurse könnten durchaus auch in den Sommermonaten stattfinden. Ziel müsse die schnelle Überführung der Kinder ins Regelschulwesen sein. Keinesfalls wolle man damit ein "paralleles Schulwesen" schaffen. Die Zuspitzung auf die Frage "Extra-Klasse oder nicht Extra-Klasse" wird nach Ansicht Faßmanns der Sache nicht gerecht.

Die Sprachförderung muss nach Ansicht Faßmanns bereits im Kindergartenalter beginnen - mit einem Sprachstandstest für alle Kinder, also nicht nur Migranten. "Wenn dann ein bestimmter Förderbedarf im Bereich der deutschen Sprachbeherrschung existiert, sollen Fördermaßnahmen einsetzen." Auch in den Volksschulen müsse zusätzliche Förderung angeboten werden - und zwar als additiver Unterricht. "Kinder bleiben in ihrer Klasse und erhalten zusätzlichen Unterricht, der vielleicht am Nachmittag stattfinden kann."

(schluss) aku;spu

APA0254 II, XI 25.07.2014 12:18:58

 

Sprachförderung: Grüne gegen eigene Sprachklassen

Utl.: Für zweites verpflichtendes Kindergartenjahr

Sprache/Schule/Migration/Österreich

Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig kann dem Vorschlag, Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen in spezielle Klassen zu stecken, nichts abgewinnen. Sie will bereits bei den Kleinsten ansetzen und fordert ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr - danach wäre die Sprachkompetenz bei allen so gut ausgeprägt, dass sie mit sechs Jahren gemeinsam dem Unterricht folgen können.

Sie verwies bei einer Pressekonferenz am Freitag auf den bereits jetzt vorhandenen Förderunterricht und betonte dazu, dieser sei nicht an Nationalitäten, Staatsbürgerschaften oder die Herkunft zu knüpfen, sondern ausschließlich an die sprachliche Entwicklung eines Kindes. Glawischnig meinte im Übrigen: "Mein Kind hat auch einen sprachlichen Deutsch-Förderunterricht gebraucht."

Die Grünen-Chefin zeigte sich zufrieden damit, dass sich die Diskussion über die Integration in den vergangenen Jahren positiv verändert habe. Sie forderte aber etwa, dass jungen Menschen, die in Österreich geboren sind, auf dem Weg zur Staatsbürgerschaft keine Hürden aufgebaut werden.

(schluss) jul;aku;spu

APA0210 II, XI 25.07.2014 11:36:15

 

Sprachförderung: Experten schlagen eigene Sprachklassen vor

Utl.: Kinder mit Sprachproblemen sollen nicht mehr als außerordentliche Schüler geführt werden - Bildungsministerium: Kinder nicht langfristig aus der Gruppe herausnehmen

Schule/Sprache/Migration/Österreich

Der von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) eingesetzte Expertenrat für Integration schlägt in seinem neuen Bericht, der am Montag präsentiert werden soll, verpflichtende Sprachfördergruppen vor dem Eintritt in den Regelunterricht für Kinder mit Sprachproblemen vor. Das berichteten mehrere Medien am Freitag.

Die betroffenen Kinder sollen nicht mehr wie bisher als "außerordentliche Schüler" in den normalen Klassen eingestuft, sondern in eigene Vorbereitungsklassen eingegliedert werden. Diese Intensivkurse sollen so kurz wie möglich dauern. Außerdem spricht sich der Rat für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit besonders hohem sprachlichen Förderbedarf aus.

Der Umgang mit sogenannten "Quereinsteigern" - also Kindern, die nicht in Österreich aufgewachsen, sondern erst später nach Österreich gezogen sind - war lange Zeit umstritten. Sie wurden bei mangelnden Sprachkenntnissen als "außerordentliche Schüler" in die normalen Klassen aufgenommen, nicht in allen Fächern benotet und erhielten dort Sprachförderung. Eigene Vorschulklassen wurden dagegen nur für Schüler eingerichtet, die aus körperlichen oder geistigen Gründen mit dem Besuch einer Regelklasse überfordert wären. Die SPÖ warnte dabei vor "Getto-Klassen", während vor allem Kurz für das System "Deutsch vor Schuleintritt" plädierte.

Bereits im Vorjahr gab es aber eine Annäherung: Die damalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Kurz einigten sich auf ein Modell, bei dem der jeweilige Schulleiter über die Form der Sprachförderung (eigenen Klasse, zeitlich befristete Sprachfördergruppe oder Mischmodell) entscheiden soll. Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich sogar ein Passus, wonach "für Kinder mit Sprachförderbedarf verpflichtende sprachliche Intensivkurse eingerichtet werden".

Dementsprechend kommt auch wenig Widerstand aus der SPÖ. Schon jetzt würden vor allem in Ballungsräumen Kinder mit Sprachproblemen in vorbereitenden Gruppen auf den Regelunterricht vorbereitet, hieß es aus dem Bildungsministerium auf APA-Anfrage. "Es macht aber keinen Sinn, die Kinder langfristig aus der Gruppe herauszunehmen." In ländlichen Regionen bzw. bei nicht mehr schulpflichtigen Kindern seien standortspezifische Lösungen etwa unter Einbeziehung von Vereinen nötig - dazu seien weitere Gespräche mit dem Integrationsministerium nötig.

Einen stärkeren Fokus will man im Bildungsministerium aber auf den Kindergartenbereich legen: "Wir müssen bei den Kleinsten beginnen." Deshalb plädiere man für ein zweites Gratis-Kindergartenjahr für alle Kinder. Für den Kindergarten stelle man von Seiten des Bundes 2015 20 Mio. Euro für die sprachliche Frühförderung zur Verfügung. Auch im Schulbereich habe man gerade die Verlängerung der Mittel für die Sprachförderung in Höhe von 50 Mio. Euro in den kommenden zwei Jahren beschlossen.

(schluss) aku;spu

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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