Montag, 15. September 2014

2014.09.16: Newsletter Bildung

Die Presse – 16. September 2014

 

 

Bundesschulsprecher kritisiert ÖVP: "Zu wenig Bildungspolitik"

Die schwarze Schülerunion stellt mit Lukas Faymann den neuen Bundesschulsprecher. Er wünscht sich mehr Wahlmöglichkeiten.

Die Presse: Kanzler Werner Faymann (SPÖ) ist für die Gesamtschule. Wie sieht es mit dem schwarzen Bundesschulsprecher Lukas Faymann aus?
Lukas Faymann: Ich bin für Leistungsdifferenzierung – für eine Trennung in Neue Mittelschule und Gymnasium. Das differenzierte Schulsystem ist aktuell noch besser.

Aktuell heißt nicht für immer?
Ich habe noch kein besseres gesehen. Mir ist es wichtig, dass auf die individuellen Stärken der Schüler eingegangen wird.

Mit Reinhold Mitterlehner gibt es einen neuen ÖVP-Chef. Was erwartet Sie sich?
Mir hat die ÖVP bislang zu wenig Bildungspolitik gemacht. Ich wünsche mir von allen Parteien, dass sie in Zukunft ihren Fokus mehr auf Bildungspolitik legen.
Sie haben bei Ihrer ersten Pressekonferenz die Zentralmatura gar nicht zum großen Thema gemacht. Ist da schon alles in bester Ordnung?
Wir sind noch dran, die letzten Ungereimtheiten auszubessern und für Klarheit zu sorgen.

Was ist noch immer unklar?
Es ist etwa noch immer nicht festgelegt, ob Personen, die ihre Deutschmatura am Laptop schreiben, ein Rechtschreibprogramm verwenden dürfen. Auch die Verwendung des Wörterbuches ist noch nicht klar geregelt. Wir wollen hier Antworten vom Ministerium.

Sind Schüler und Lehrer noch immer nicht gut informiert?
Es hat sich verbessert. Aber optimal informiert sind Lehrer als auch Schüler noch nicht.

Sie möchten, dass sich Oberstufenschüler ihre Fächer vermehrt selbst aussuchen können sollen.
Es sollte verpflichtende Basismodule geben. Ansonsten sollten Schüler nicht viel Energie auf Fächer verschwenden, in denen sie weniger gut sind und von denen sie wissen, dass sie sie nie mehr brauchen werden.

Was ist Grundvoraussetzung?
Mathematik, Deutsch und Englisch. Und die Allgemeinbildung muss weiter gesichert sein.

Weiß man mit 16 Jahren, welche Fächer man später brauchen wird?
Ich glaube schon. Wir, Schüler, wissen, was uns gefällt.

Warum gibt es dann so viele Schüler, die nicht wissen, was sie studieren sollen?
Da gibt es noch Handlungsbedarf. Wir wollen, dass der Übergang von der Schule auf Uni, FH oder in das Berufsleben erleichtert wird. Ich wünsche mir etwa, einen verpflichtenden Besuch auf der Berufs- und Studieninformationsmesse Best.

 

 

Die Presse – 16. September 2014

 

 

Landesschulrat: Bis zu 8100 Euro für Vizepräsidenten

Bestbezahlte Vizepräsidentin ist die oberösterreichische. Am wenigsten Geld gibt es in Kärnten.

Bei der Nominierung des FPÖ-Jungpolitikers Maximilian Krauss für das Amt des Vizepräsidenten des Wiener Stadtschulrats hatte es Wirbel um sein Gehalt gegeben: 5100 Euro monatlich gibt es für einen Job ohne wirkliche Befugnisse. Gleich viel wie in Niederösterreich. Ansonsten variiert das Gehalt der Landesschulratsvizepräsidenten, die es laut Verfassung in fünf Bundesländern geben muss.

Bestbezahlte Vizepräsidentin ist laut einem Bericht im ORF-Morgenjournal die oberösterreichische: Sie kassiert 14 Monatsgehälter zu 8100 Euro. In der Steiermark wird er Job mit 6300 Euro entlohnt. Am wenigsten gibt es in Kärnten: Dort gibt es ein Gehalt von 4600 Euro.

Die Nominierung von Krauss, der vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) inzwischen abgelehnt wurde, hatte auch zu einer Debatte über die Abschaffung des Amts geführt. Auf Bundesebene sind sowohl SPÖ als auch ÖVP diskussionsbereit. Auf Landesebene will man ungern den eigenen Parteifreunden Jobs wegnehmen. Auch die Grünen fordern die Abschaffung des Postens.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 16.09.2014                             Seite: 14

Ressort: Österreich

 

Steiermark

 

„Mehr freie Wahl in der Oberstufe

 

Neuer Bundesschulsprecher stellte sich vor.

 

   WIEN. Der neue Bundesschulsprecher Lukas Faymann spricht sich für Änderungen bei der modularen Oberstufe aus. Diese sollte viel stärker als derzeit vorgesehen aus Wahlmodulen bestehen, so Faymann von der VP-nahen Schülerunion gestern. So müssten Schüler nicht bis zur Matura Fächer besuchen, die sie für ihre Studien- bzw. Jobinteressen gar nicht brauchen. Außerdem will sich Faymann für die gesetzliche Verankerung von „SchülerInnenparlamenten“ auf Bundes-, Landes- und Schulebene einsetzen.

 

   Faymann wurde am Sonntag von der Bundesschülervertretung (BSV) zum neuen Bundesschulsprecher für das Schuljahr 2014/15 gewählt. Der 17-jährige Burgenländer besucht das BRG Oberpullendorf und folgt auf Angi Groß, die ebenfalls von der Schülerunion kommt.

 

 

OÖN – 16. September 2014

 

 

  8100 Euro für Landesschulrats-Vize: Oberösterreich entlohnt am höchsten 

 

LINZ. Oberösterreich entlohnt am höchsten - Nach anhaltender Debatte zeigt sich Landes-SP zumindest gesprächsbereit über Änderungen.

 

Die Kollegin in Kärnten erfüllt die Aufgabe um monatlich knapp 4600 Euro brutto. In Wien und Niederösterreich kommen die Vizepräsidenten des Landesschulrats auf rund 5100 Euro, in der Steiermark auf 6300 Euro.

 

Mit Abstand am höchsten entlohnt ist der Posten in Oberösterreich, wo die bundesgesetzliche Obergrenze voll ausgeschöpft wird. 8100 Euro brutto bezieht Vize-Landesschulrats-Präsidentin Brigitte Leidlmayer (SP) hierzulande. Seit zehn Jahren übt die frühere Linzer Bezirksschulinspektorin hauptberuflich das Amt aus.

 

Dessen Notwendigkeit ist durchaus zweifelhaft. In Wien etwa will Bürgermeister Michael Häupl (SP) – nach Differenzen mit der FPÖ – den Posten ja ersatzlos streichen.

 

In Oberösterreich drängen Grüne und FPÖ auf eine Abschaffung des Vizepräsidenten-Amts bzw. des Landesschulrats als Ganzem.

 

Bei der Landes-SP waren sie damit bisher auf kein Verständnis gestoßen. Es handle sich um eine "demokratiepolitische Kontrollfunktion", die man für wichtig halte, so die Linie der Landes-SP zum Vizepräsidenten-Amt. Solange die Kontrolle nicht anders gewährleistet sei, wolle man daran festhalten.

 

Gestern ließen Oberösterreichs Sozialdemokraten dann doch zumindest Gesprächsbereitschaft erkennen. Die Debatte habe "eine Dynamik entwickelt, der wir uns nicht verschließen wollen", sagte SP-Landesgeschäftsführer Peter Binder im OÖN-Gespräch. Das beträfe sowohl das Amt an sich als auch die Höhe des Gehalts. Der SP-Landesparteivorstand werde sich in seiner nächsten Sitzung (6. Oktober) damit befassen.

 

Ausweichend und zurückhaltend in der Frage, ob man das Vizepräsidenten-Amt bzw. den ganzen Landesschulrat abschaffen könne, zeigte sich bisher auch die Landes-VP. Bund und Länder würden derzeit über eine Gesamtreform der Schulverwaltung diskutieren, da sei das nur eine Detailfrage.

 

Mit Fritz Enzenhofer stellt die ÖVP den amtsführenden Landesschulratspräsidenten. Er hat einen Bruttobezug von 10.120 Euro – das ist ebenfalls die gesetzliche Obergrenze. In Kärnten kommt der Landesschulratspräsident auf rund 6600 Euro brutto. (mst)

 

Die Gagen der Vize

 

Fünf Bundesländern schreibt eine anachronistische Bestimmung der Bundesverfassung einen Vizepräsidenten des Landesschulrats (noch) vor. Am höchsten entlohnt wird das Amt in Oberösterreich (8100 Euro), gefolgt von der Steiermark (6300 Euro), Wien und Niederösterreich (je rund 5100 Euro) und Kärnten (4600 Euro). Sowohl SPÖ als auch ÖVP haben auf Bundesebene Bereitschaft zu einer Verfassungsänderung signalisiert.

 

Den Landesschulrat gänzlich abgeschafft haben Vorarlberg und Tirol. Dort betreuen die zuständigen Landesregierungsmitglieder die Aufgaben. Salzburg hat das Amt des Vizepräsidenten abgeschafft. Im Burgenland gibt es einen Landesschulratspräsidenten sowie einen Vize (dessen Monatbezug beträgt bis zu 5500 Euro)

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 16.09.2014             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Ersatzlos streichen

 

   Kommentar

 

   Von Wolfgang Braun

 

   Warum gibt es überhaupt Stellvertreter von Landes- oder Stadtschulratspräsidenten?

 

   Die Regel stammt aus den frühen 60er Jahren. Der rot-schwarze Proporz wurde auch im Bildungswesen gesetzlich verankert. Stellte eine Partei den Präsidenten, so sollte die andere einen Stellvertreter erhalten. Das mag damals noch irgendwie zu argumentieren gewesen sein: Man hatte die Jahre der Zwischenkriegszeit schmerzlich in Erinnerung. Die Vertrauensbasis war noch nicht stabil, also wollte man verhindern, dass im Unterricht politische Indoktrinierung passiert. Der stellvertretende Landesschulratspräsident war Anstandswauwau, mehr nicht.

 

   Heute zählen all diese Argumente längst nicht mehr. Wenn man sich in Zeiten knapper Budgets immer noch gewundene Erklärungen anhören muss, warum ein hoch dotierter Versorgungsposten ohne Aufgabe und Verantwortung nicht sofort ersatzlos gestrichen werden kann, dann hört sich alles auf. Dann ist auch jede Hoffnung auf eine wirkungsvolle Verwaltungsreform vergeblich.

 

   Landesschulrats-Vize - ein nicht haltbarer Posten

 

   w.braun@nachrichten.at

 

 

"Kurier" vom 16.09.2014                                    Seite: 9

Ressort: Wirtschaft

 

Länder, Morgen

 

Österreich vergeudet seine Talente

 

Gerechtigkeitsindex.Guter sechster Platz unter 28 EU-Staaten - Das Bildungssystem ist ungerecht

 

   von H. Sileitsch-Parzer. Wie ungerecht ist Österreich? Etwas mehr als noch vor einigen Jahren, aber weniger als die meisten EU-Länder, lautet die Antwort der deutschen Bertelsmann-Stiftung. Ihr "Gerechtigkeitsindex" führt das Land auf Platz sechs von 28 EU-Staaten.

 

   "Insgesamt ist das ein gutes Abschneiden: Österreich hält den Anschluss an die Spitzengruppe", kommentiert Studienautor Daniel Schraad-Tischler im Gespräch mit dem KURIER. Zwar hat sich die Punktezahl gegenüber 2008 geringfügig verschlechtert. Das sei aber kein Einzelschicksal: Nur Polen, Deutschland und Luxemburg konnten sich trotz der Krise verbessern. Herausragend ist Österreichs Abschneiden beim Arbeitsmarktzugang. Passable Platzierungen gelingen auch bei der Armutsvermeidung, der Gesundheit sowie in der Generationengerechtigkeit und beim Schutz vor Diskriminierung (siehe rechts).

 

   Die Kleinsten fördern. Allerdings hat Österreich ähnlich wie Deutschland eine eklatante Schwachstelle: Die Bildungschancen sind, wie kürzlich von der OECD kritisiert, ungerecht verteilt und in hohem Maß "vererbt": Selten schaffen Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten den Aufstieg. Im Index landet Österreich in dieser Kategorie nur auf Platz 16 - und schneidet damit sogar noch schlechter ab als der EU-Durchschnitt.

 

   Die Probleme im Schulsystem seien nicht neu, aber ungelöst, sagt Schraad-Tischler: "Es gibt leichte Aufwärtstendenzen in Teilbereichen. In Summe bleiben die strukturellen Defizite im Bildungswesen bestehen." Die Schuld geben die Studienautoren der viel zu frühen Festlegung des Bildungsweges. "Die Schüler sollten möglichst lange gemeinsam lernen und individuell gefördert werden", rät Schraad-Tischler. In Österreich werde der Karriereweg hingegen schon nach der Volksschule definiert. Das sei ungerecht und eine Vergeudung junger Talente. Die zögerliche Umsetzung von Reformen liege vor allem an der "Vetomacht" der Lehrergewerkschaft und ÖVP, heißt es in der Studie.

 

   Um eine Gettoisierung zu verhindern, sollten gerade Ausbildungsstätten an heiklen sozialen Brennpunkten zu "Magnetschulen" aufgewertet werden, die auch bildungsnähere Schichten anziehen. Generell gilt: Je früher in die Bildung investiert werde, umso mehr mache sich das bezahlt, sagt der Studienautor: "Die Politik soll nicht nur Möglichkeiten zur Verwahrung der Kleinkinder schaffen, damit die Eltern arbeiten können, sondern für die Förderung und ein Bildungsangebot sorgen."

 

   Mustergültig sind in Sachen Gerechtigkeit die nordeuropäischen Staaten. Die Ironie daran: Die Bertelsmann-Stiftung kürt Schweden zum Europameister - und dennoch hat die Bevölkerung soeben die konservative Regierung abgewählt, weil diese zu wenig für den sozialen Zusammenhalt getan habe. Erstaunlich gut schneidet die Tschechische Republik ab: Ihr gelingt es EU-weit am besten, die Armutsgefährdung zu minimieren. Schlusslicht ist wenig überraschend Griechenland: Den südeuropäischen Krisenstaaten sei es nicht gelungen, die Einschnitte gerecht zu verteilen. Europa drohe eine soziale Spaltung, unter der Kinder und Jugendliche besonders leiden.

 

 

Heute – 16. September 2014

 

"Umgang mit Geld" soll Schul-Fach werden

Österreichs Schüler sollten in der Schule mehr über den Umgang mit Geld lernen. Das fordert Alexander Maly, Leiter der Schuldnerberatung Wien.


Viele junge Erwachsene würden sich durch bessere Vermittlung von Wirtschaftswissen nicht hoffnungslos verschulden. Es gebe in der Schule bereits das Unterrichtsprinzip Wirtschaftsbildung, heißt es aus dem Bildungsministerium von Gabriele Heinisch-Hosek.

Der genaue Erlass zur Umsetzung fehlt noch, soll aber noch dieses Schuljahr fertig werden. Der neue Bundesschulsprecher Lukas Faymann forderte unterdessen bei der modularen Oberstufe mehr Fokus auf Wahlmodule.

 

 

Morgenjournal, 15. September 2014

 

SPÖ und ÖVP: Abschaffung von Landesschulrat-Vizepräsidenten

Stefan Kappacher

Was macht eigentlich der Vizepräsident eines Landesschulrates den ganzen Tag, oder die Vizepräsidentin? Vertreter von SPÖ und ÖVP befinden, das Amt des Vizepräsidenten sei nicht notwendig und denken darüber nach, die Verfassung in diesem Punkt zu ändern. Denn die Proporz-Jobs in der Schulverwaltung sind in der Verfassung festgeschrieben. Die durchaus großzügigen Gehälter für die Vizepräsidenten seien ein weiterer Grund, dieses Amt abzuschaffen.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen