Montag, 29. September 2014

2014.09.29.: ORF Bildung

Ö1 Mittagsjournal vom 29. September 2014

 

Schuleingangsphase wird flexibler

 

Wittmann Wolfgang (ORF)

   Innenpolitisch geht es weiter: Akzente im Bildungsbereich waren neben

   Steuereform-Parametern und ÖIAG-Neuaufstellung eines der wichtigsten Themen

   der Regierungsklausur am Wochenende in Schladming. Der Übergang von den

   Kindergärten an die Volksschulen soll leichter, fließender gemacht werden,

   hat Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ, heute bei uns im

   Morgenjournal unterstrichen. Modellprojekte dazu gibt es bereits seit

   Beginn dieses Schuljahrs - aber auch Vorbehalte, sowohl auf Seiten der

   Volksschul-Lehrenden als auch der KindergartenpädagogInnen. Monika

   Feldner-Zimmermann und Regina Pöll haben sich am Vormittag umgehört.

 

Pöll Regina (ORF)

   Lehrerinnen und Lehrer, die stundenweise an die Kindergärten kommen,

   KindergartenpädagogInnen, die mit ihren Gruppen an die Schulen gehen, und

   Schuleinschreib-Feste: Das soll es ab dem Schuljahr 2016 österreichweit

   nicht mehr nur freiwillig, sondern verbindlich und auch intensiver als

   bisher an allen Standorten geben, das bereiten Experten für Kindergarten-

   und Schulpädagogik auch schon seit Beginn des Schuljahrs in eigenen

   Netzwerken vor. Allerdings mit dem falschen Ansatz, warnt Heidemarie

   Lex-Nalis, Sprecherin der Elementarpädagogik-Plattform EduCare:

 

Lex-Nalis Heidemarie (Plattform EduCare)

   Es wird so getan, als müsste der Kindergarten der Schule zuarbeiten, und die

   Schule weiß, was der Kindergarten zu leisten hat.

 

Pöll Regina (ORF)

   Das heißt, ein grundsätzliches Missverständnis?

 

Lex-Nalis Heidemarie (Plattform EduCare)

   Richtig!

 

Pöll Regina (ORF)

   Lehrer müssten viel stärker darauf hören, was Kinder schon an den

   Kindergärten gelernt haben. Eine gemeinsame Uni-Ausbildung aller

   Pädagoginnen und Pädagogen würde helfen, sagt Lex-Nalis. Die wäre auch

   wichtiger als eine engere Verflechtung von Kindergärten und Schulen, denn

   die würden sowieso nur wenige Kinder benötigen.

 

Lex-Nalis Heidemarie (Plattform EduCare)

   Gut entwickelte Kinder haben ja kein Problem damit, von einer Institution in

   die andere zu gehen, die freuen sich ja auf die Schule. Es geht immer um

   jene Kinder, die den Start nicht schaffen aus unterschiedlichsten Gründen.

 

Pöll Regina (ORF)

   Und das wären oft Kinder aus sozial schwachen Familien. Sie müssten an den

   Kindergärten noch besser und vor allem einzeln gefördert werden, sagt

   Lex-Nalis, dann wäre auch der Übertritt in die Schule leichter.

 

Feldner-Zimmermann Monika (ORF)

   Die bessere Förderung einzelner Kinder ist auch für den obersten

   Gewerkschafter der Volksschullehrerinnen und -lehrer, Paul Kimberger, der

   Schlüssel, damit der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule

   funktioniert. Dazu brauche es endlich konkrete Grundlagen, zum Beispiel

   Bildungsziele für den Kindergarten.

 

Kimberger Paul (Lehrergewerkschaft GÖD)

   Eines dieser Bildungsziele ist das Beherrschen der Unterrichtssprache

   Deutsch. Wir brauchen hier mehr Maßnahmen, mehr Förderung.

 

Feldner-Zimmermann Monika (ORF)

   Auch müssten die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden für eine

   verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule, fordert

   Kimberger von der Regierung:

 

Kimberger Paul (Lehrergewerkschaft GÖD)

   Beispielsweise, es ist nicht einzusehen, dass wir Daten, Kinder-Daten aus

   dem Kindergarten nicht in die Volksschule bekommen und hier dann wieder neu

   anzusetzen ist.

 

Feldner-Zimmermann Monika (ORF)

   Wie der übergreifende Personaleinsatz im Kindergarten und Volksschule

   funktionieren könnte, müsse ebenfalls erst im Detail geklärt werden,

   grundsätzlich sei die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und

   Volksschule aber ein längst fälliger und begrüßenswerter Schritt, so

   Lehrergewerkschafter Paul Kimberger.

 

 

 

 

 

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