Freitag, 31. Oktober 2014

2014.10.31.: ORF Bildung

Ö1 Mittagsjournal – 31. Oktober 2014

 

Heinisch-Hosek: Sexualerziehung im Kindergarten

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Wann soll Sexualerziehung beginnen? Möglichst früh, sagt

   Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Sie würde unter bestimmten

   Voraussetzungen noch vor der Schule, also schon im Kindergarten ansetzen.

   Bestätigt fühlt sich die Ministerin durch das aktuelle Frauenbarometer,

   einer von ihr in Auftrag gegebene Online-Umfrage. Hören Sie mehr von Eva

   Haslinger.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Die Position der Unterrichtsministerin zur Sexualerziehung in der Schule ist

   klar.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Sie kann nicht früh genug beginnen, ich meine Auffassung.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Sagt Gabriele Heinisch-Hosek. Auf jeden Fall sollten Kinder ab dem

   Schuleintritt Sexualerziehung bekommen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Ab dem Volksschulalter bin ich schon der Auffassung, dass es als

   Unterrichtsprinzip eigentlich Eingang finden muss.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Mit dieser Forderung stützt sie sich auf das aktuelle Frauenbarometer, eine

   Online-Umfrage unter 1 000 Österreicherinnen und Österreichern. Auch hier

   hätten sich viele der befragten für eine frühe Sexualerziehung

   ausgesprochen, sagt Studienleiterin Christina Matzka:

 

Matzka Christina (meinungsraum.at)

   Die Österreicherinnen und Österreicher meinen zu 48 Prozent, dass es vor dem

   zehnten Lebensjahr stattfinden soll. Weitere 40 Prozent meinen, dass es auf

   jeden Fall vor dem 14 Lebensjahr schon Sexualerziehung geben soll.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Sexualerziehung schon ab dem Kindergarten wünschen sich laut der Umfrage

   allerdings nur zwölf Prozent der Befragten. Unterrichtsministerin Gabriele

   Heinisch-Hosek glaubt aber dennoch, dass auch an Kinder in diesem Alter

   gewisse Inhalte vermittelt werden können.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Es gibt ja sehr gute Kinderbücher, auch schon für diese Altersgruppe und es

   kommt völlig darauf an, wie man das Thema an Kleinkinder heranträgt. Ich

   glaube nicht so wie an Zehn- oder nicht so wie an Vierzehnjährige - nicht

   mir einem Verhütungskoffer logischerweise, sondern Kind-adäquat.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Allerdings sollte das Thema nur dann angesprochen werden, wenn von den

   Kindern selbst entsprechende Fragen kommen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Wie kommt ein Baby in den Bauch uns so weiter. Wieso schaut der unten anders

   aus als ich? So Fragen kommen ja von Kindern - wenn das nicht im Elternhaus

   passiert, glaube ich schon, dass die Bildungseinrichtung, auch der

   Kindergarten, gute Antworten parat haben sollte. Und ich werde mir

   anschauen, wie das in der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen jetzt

   Eingang findet und ob man hier etwas verändern müsste.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Der Erlass, der die Sexualerziehung an den Schulen regelt, stammt aus dem

   Jahr 1990. Er soll jetzt mithilfe eines Expertinnenbeirats überarbeitet

   werden, so die Ministerin.

 

 

 

 

ORF.at – 31. Oktober 2014

 

Sexualunterricht im Kindergarten?

 

Sexualerziehung in der Schule soll möglichst früh beginnen, sagte heute Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie würde unter bestimmten Voraussetzungen sogar schon im Kindergarten ansetzen. Bestätigt fühlt sich die Ministerin durch das aktuelle Frauenbarometer, einer von ihr in Auftrag gegebenen Online-Umfrage.

 

"Nicht mit dem Verhütungskofferl"

 

Die Position der Unterrichtsministerin zur Sexualerziehung in der Schule ist klar: "Sie kann nicht früh genug beginnen, das ist meine Auffassung." Auf jeden Fall müssten Kinder ab dem Schuleintritt, also im Volksschulalter, Sexualerziehung bekommen, sagt Heinisch-Hosek. Bei dieser Forderung stützt sie sich auf das aktuelle Frauenbarometer, eine Online-Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern. Auch hier hätten sich viele der Befragten für eine frühe Sexualerziehung ausgesprochen, sagt Studienleiterin Christina Matzka: 48 Prozent meinen, dass die vor dem zehnten Lebensjahr stattfinden soll, weitere 40 Prozent meinen, dass es vor dem 14. Lebensjahr sein soll.

 

Sexualerziehung schon ab dem Kindergarten wünschen sich laut der Umfrage allerdings nur 12 Prozent der Befragten. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek glaubt dennoch, dass auch an Kinder in diesem Alter gewisse Inhalte vermittelt werden können. Schließlich gebe es auch schon für diese Altersgruppe sehr gute Bücher. Es komme eben darauf an, wie man dieses Thema an Kleinkinder herantrage: "Nicht wie an zehn- oder 14-Jähreige, mit einem Verhütungskofferl beispielsweise, sondern kindadäquat."

 

Ausbildung überprüfen

 

Allerdings sollte das Thema nur dann angesprochen werden, wenn von den Kindern selbst entsprechende Fragen kommen: "Wie kommt ein Baby in den Bauch und so weiter, wieso schaut der unten anders aus als ich - so Fragen kommen ja von Kindern. Wenn das nicht im Elternhaus passiert, glaube ich schon, dass die Bildungseinrichtung, auch der Kindergarten, gute Antworten parat haben sollte. Und ich werde mit anschauen, wie das in der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen jetzt Eingang findet und ob man hier etwas verändern müsste." Der Erlass, der die Sexualerziehung an den Schulen regelt, stammt aus dem Jahr 1990. Er soll jetzt mithilfe eines Expertinnenbeirats überarbeitet werden, so die Ministerin.

 

 

 

 

 

Mittwoch, 29. Oktober 2014

2014.10.29.: Newsletter Bildung

Die Presse – 29. Oktober 2014

 

Warum an Schulen Mobbing betrieben wird

 

   Gastkommentar. Mehr Sozialarbeiter in den Klassen würden dazu beitragen, größere Konflikte und Probleme zu entschärfen.

 

   Von Georg Koenne

 

   Der Mobbingfall in Vorarlberg, bei dem nun eine Familie die Republik Österreich klagt, gibt Anlass, um über Mobbing und Gewalt an österreichischen Schulen ganz allgemein nachzudenken. Die Frage, ob die Klage juristisch gerechtfertigt ist, müssen nun die unabhängigen Gerichte klären. Das vom zuständigen Richter angeregte Vergleichsangebot wurde von Klägerseite abgelehnt. Damit kommt es jedenfalls zu einem Prozess - dem ersten dieser Art in Österreich.

 

   Doch wie konnte es nur so weit kommen? Was steckt hinter Mobbing, bzw. was ist Mobbing überhaupt? Mobbing ist Gewalt, wobei das Besondere bei Mobbing das wiederholte Vorkommen aggressiver Handlungen ist, die sich auf ein Machtungleichgewicht stützen. Dieses Machtungleichgewicht muss dabei nicht zwingend formalisiert sein, wie dies zum Beispiel in einer Hierarchie der Fall wäre. Es kann sich auch aus den Beziehungsstrukturen ableiten. Mobbingopfer stehen dabei allein einer Gruppe von Gewalttätern gegenüber, die, neben dem Rädelsführer, aus Mitläufern und Zuschauern besteht.

 

   Mobbing findet jedoch mittlerweile häufig nicht mehr nur im direkten Kontakt statt: Die neuen Medien über Internet und Handy schaffen eine permanente Angriffsmöglichkeit, der sich das Opfer kaum entziehen kann. Das verschärft die Situation für das Opfer, an der grundsätzlichen Problematik und Dynamik ändert es aber kaum etwas.

 

   Nicht mehr, nicht weniger

 

   Denn eines vorweg: Die Gewalt - und dazu gehört auch Mobbing - an österreichischen Schulen ist in den vergangenen Jahren nicht mehr geworden. Sie ist aber bedauerlicherweise auch nicht relevant gesunken. Aktuelle Zahlen aus einer Studie von Strohmeier aus dem Jahr 2012 zeigen, dass zwölf Prozent der Mädchen und 29 Prozent der Burschen regelmäßig als Opfer oder Täter in Gewalthandlungen in der Schule involviert sind. Dabei erfasst ist auch die Gewalt über neue Medien, wobei sich zeigt: Täter sind meist keine Cyberspezialisten, sondern sie nutzen die neuen Möglichkeiten eben auch und sind sowohl im realen Leben als auch im Cyberspace Mobber.

 

   In derselben Studie geben die Schüler auch an, dass über 40 Prozent der Lehrpersonen bei Gewalthandlungen nicht (ausreichend) eingreifen. Was kann und muss die Schule daher tun? Eine Frage, die uns über die Schule hinaus alle angeht. Denn es ist nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine ganz zentrale gesellschaftliche Frage.

 

   Ganz allgemein gilt: Dort, wo viele Menschen viel Zeit miteinander verbringen, kommt es unweigerlich zu Konflikten. Das ist per se weder gut noch schlecht, sondern schlicht menschlich. Eine Wertung wird erst dann möglich, wenn man sich anschaut, wie diese Konflikte gelöst werden - oder eben nicht.

 

   Kinder erobern die Welt spielerisch, und dabei gehören auch Grenzüberschreitungen dazu. Die Regeln und Gegebenheiten, die wir entwickelt haben, müssen erkundet und erprobt und letztlich verinnerlicht werden. Es ist normal und gesund für Kinder und Jugendliche, auch die Belastbarkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen zu testen. Dabei lernen sie gesellschaftliche Normen: Was ist noch okay, und was geht zu weit? Wann fühle ich mich verletzt, und wann verletze ich andere?

 

   Soziale Intelligenz

 

   Diese Lernprozesse führen zu dem, was mittlerweile als soziale Intelligenz bezeichnet wird, und sind notwendige Entwicklungsschritte auf dem Weg zu einem verantwortungsbewussten Erwachsenen. Dabei ist es wichtig und richtig, dass diese Lernprozesse auch in der Schule, in einer quasi beaufsichtigten und behüteten Umgebung, stattfinden. Und weil das so ist, hat Schule als Institution auch die Verantwortung, sich dieser Aufgabe aktiv zu stellen.

 

   Pädagogen sind dafür jedoch nicht primär ausgebildet. Ihre hauptsächliche Aufgabe ist die Wissensvermittlung, und das ist auch gut so! Damit soll keineswegs die Bedeutung der sogenannten überfachlichen Kompetenzen im laufenden Unterricht infrage gestellt werden. Natürlich haben Lehrkräfte eine wesentliche Vorbildfunktion, sind Bezugsperson und somit auch für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich (nur am Rande: Die Erziehungsaufgabe von Lehrkräften ist, wenn auch oft bestritten, geltendes österreichisches Recht, siehe zum Beispiel § 17 SchUG oder § 2 SChOG).

 

   Jedenfalls sind Lehrkräfte bei Konflikten und Problemen wichtige "Seismografen" und oft erste Anlaufstellen für Schüler. Der ihnen im konkreten Fall zur Verfügung stehende Dienstweg über die Direktion, die Schulaufsicht und den Landesschulrat bietet vielleicht juristischen Halt, Unterstützung im konkreten Umgang bietet er kaum. Zur Bearbeitung und Lösung größerer Konflikte und Mobbingfälle braucht es eben auch dafür explizit geschultes psychosoziales Personal an den Schulen. Damit Fälle wie jener in Vorarlberg erst gar nicht so heiß werden können, wären daher an jeder Schule fix angestellte Schulsozialarbeiter dringend nötig.

 

   Schulsozialarbeit, in tatsächlich flächendeckender Form, könnte dabei auch mehr als Mobbingfälle verhindern. Sie wäre eine wichtige Stütze in der Prävention von Radikalisierungen von Kindern und Jugendlichen - sei es nun durch den derzeit viel diskutierten Jihad, sei es durch rechtsextreme Verführer oder Sekten.

 

   Gesellschaftliche Probleme brauchen gesellschaftliche Antworten. Und die Gesellschaft von morgen wird in den heutigen Schulen geprägt. Umso wichtiger ist es, dass Schule ein Ort der Sozialisation ist, in dem der Zusammenhalt, die Gemeinschaft und Demokratie als positive Werte erfahren werden. Und ja, dazu gehören auch Umgangsformen wie z. B. das Grüßen, aber auch gegenseitiger Respekt und Wertschätzung.

 

   Genügend Ressourcen

 

   Darüber hinaus kann Schulsozialarbeit einen bedeutenden Beitrag zur politischen Bildung leisten. Das in einer aktuellen Studie der Wiener Arbeiterkammer festgestellte Defizit an politischer Bildung ist nämlich ernst zu nehmen und kann zu einer Gefahr für die Demokratie werden. Dagegen schafft Schulsozialarbeit Raum, um zu erfahren, wie Konflikte auf demokratische und gewaltfreie Weise gelöst werden können. Natürlich nur, wenn es die Schulstruktur und -kultur zulassen und genügend Zeit und Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden.

 

   Damit sind wir bei einem entscheidenden Punkt: Können wir uns eine flächendeckende psychosoziale Versorgung an den Schulen leisten? Nun ja, die eigentliche Frage müsste lauten: Können wir uns keine psychosoziale Versorgung an den Schulen leisten, wenn wir die gesellschaftlichen Aufgaben, die vor uns liegen, ernst nehmen?

 

   Eine kleine Anmerkung noch zur Finanzierung: Mit den vom Wiener Bürgermeister Häupl versprochenen 20 Millionen Euro pro Jahr für die Gratisnachhilfe könnte auch an jeder der rund 650 Wiener Schulen eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter fix angestellt werden. Es ist daher, wie so oft, eine Frage der Prioritäten!

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

2014.10.27.: APA Bildung

APA – 28. Oktober 2014

 

Pressetermine der Bildungs- und Frauenministerin am Mittwoch, 29.10.2014

 

BM Heinisch-Hosek besucht Schulzentrum Ybbs an der Donau Das Schulzentrum umfasst eine HAK, HAS und IT-HTL und lädt am 29. Oktober zum "Tag der berufsbildenden Schulen". Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek nimmt gemeinsam mit Bürgermeister Alois Schroll sowie dem 2. LT-Präsidenten Johann Heuras an einer Diskussionsrunde mit SchülerInnen und LehrerInnen teil.

 

Die als COOL (Cooperatives Offenes Lernen) zertifizierte Schule wird weiters ein neues Unterrichtskonzept der Presse vorstellen.

 

Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 10.00 Uhr Wo: Schulring 1-6, 3370 Ybbs an der Donau

 

EuroSkills 2014 - Empfang bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer BM Heinisch-Hosek nimmt am Empfang teil.

 

Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 15:30 Uhr Wo: Österreichische Präsidentschaftskanzlei 1010 Wien, Hofburg Bellariator/Ballhausplatz

 

Verleihung der Johanna-Dohnal-Förderpreise und Johanna-Dohnal-Stipendium 2014 Johanna-Dohnal-Förderpreise werden an Dissertantinnen und Diplomandinnen, die ein technisches und/oder ein feministisches Studium absolvieren, verliehen. Weiters wird ein Johanna-Dohnal-Stipendium vergeben.

 

Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 17.00 Uhr Wo: Bundesministerium für Bildung und Frauen (Audienzsaal), Minoritenplatz 5, 1014 Wien

 

Eröffnung des Medienfestivals mla:connect durch BM Heinisch-Hosek Die media literacy awards [mla] 2014 für die besten Medienprojekte an österreichischen und europäischen Schulen werden vergeben. Im Rahmen des Medienfestivals mla:connect zeichnet das BMBF 21 Medienprojekte mit dem media literacy award [mla] aus, die österreichische und europäische Schulen im Schuljahr 2013/14 entwickelt haben.

 

Weitere Informationen und das Programm zum dreitägigen Medienfestival finden Sie unter: http://www.mediamanual.at/mediamanual/network/medienfestival.php

 

Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 19.00 Uhr Wo: Dschungel Wien, MQ / Museumsplatz 1, 1070 Wien

 

Wir laden die MedienvertreterInnen sehr herzlich ein und bitten um Anmeldung unter: veronika.maria@bmbf.gv.at

 

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Bildung und Frauen

Dr.in Julia Valsky

Pressesprecherin

Tel.: +43-1-53120-5025

julia.valsky@bmbf.gv.at

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4920/aom

 

 

 

 

APA – 28. Oktober 2014

 

Tröls-Holzweber: Ganztägige Schulformen werden gefördert

Utl.: Besonders Schulen mit verschränktem Unterricht müssen forciert werden

 

Erfreut äußerte sich die Bildungssprecherin der SPÖ-Niederösterreich, LAbg. Ilona Tröls-Holzweber, über den Beschluss einer 15a-Vereinbarung über den Ausbau der ganztägigen Schulformen. Die vom Landtag kürzlich beschlossene Bund-Länder-Vereinbarung bedeutet die Fortschreibung der bisherigen Vereinbarung und damit die Sicherstellung, dass auch weiterhin die notwendigen Mittel für diesen wichtigen Bereich zur Verfügung gestellt werden. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Ausweitung des Zeitraums in dem die Gelder "abgeholt" werden können. Die bisherige Frist für die bisher nicht ausgeschöpften Beträge wird von den Jahren 2014 und 2015 auf 2017 und 2018 verlängert. Die Summe, der vom Bund den Ländern bereitgestellten Mittel bleibt dabei gleich. "Bildung bereitet unsere Kinder und Jugendlichen auf ihr kommendes Leben vor, Bildung gibt das Wissen von Generationen an unser Kinder und Jugendlichen weiter. Bildung eröffnet Zugänge zu Wissenschaft, Kunst und Kultur und Bildung sollte neugierig machen. Daher ist es unsere Aufgabe, die Bildung unserer Kinder chancengerecht zu gestalten und in entsprechend hoher Qualität anzubieten", so LAbg. Tröls-Holzweber.

 

Tröls-Holzweber betonte in der Landtagsdebatte die Bedeutung ganztätiger Schulformen mit verschränktem Unterricht, da diese in besonderer Weise dazu geeignet seien, Chancengerechtigkeit herzustellen und alle Kinder und Jugendlichen optimal nach ihren Stärken und Schwächen zu fördern. "Mit den wechselnden Lern- und Spielzeiten aber auch den Förder- und Ruhezeiten kann gut auf den Tagesablauf der Kinder eingegangen werden", so Tröls-Holzweber. "Niederösterreich befindet sich schon auf einem guten Weg, aber er muss noch weiter gegangen werden. Denn noch existiert keine wirkliche Wahlfreiheit zwischen verschränkter und getrennter Ganztagsschule, weil es noch nicht die entsprechende Zahl von Schulen mit verschränktem Unterricht vorhanden ist", appellierte die Mandatarin abschließend.

 

Rückfragehinweis:

SPNÖ-Landtagsklub

Mag.a Rita Klement

Pressereferentin

Tel.: 02742 9005 DW 12560, Mobil: 0676/7007309

mailto:rita.klement@noel.gv.at

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/193/aom

 

 

 

 

APA – 27. Oktober 2014

 

Caritas unterstützt Initiative Neustart Schule

Utl.: Caritas Präsident Michael Landau: "Bildung ist beste Armutsprävention. Kein Kind darf dabei zurückgelassen werden!"

 

"Bildung schützt wesentlich vor Armut. Jedes Kind muss daher ein Recht auf optimale Unterstützung und Förderung haben. Alle Kinder müssen auf die Bildungsreise mitgenommen werden, damit kein Talent und keine Begabung verloren geht", so Caritas Präsident Michael Landau. "Daher begrüßt die Caritas die Initiative Neustart Schule, ins Leben gerufen von der Industriellenvereinigung. Gemeinsam mit anderen Bildungsinitiativen, Bildungsinteressierten und der österreichischen Bevölkerung soll auf die Politik eingewirkt werden, eine grundlegende Neukonzeption des Bildungssystems anzugehen.

 

300.000 Sekundär - Analphabeten und vererbte Bildungsarmut Heute oder Aktuell können immer mehr junge Menschen trotz positiven Pflichtschulabschlusses nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen. BildungsforscherInnen schätzen, dass es mittlerweile etwa 300.000 funktionelle AnalphabetInnen in Österreich gibt. Während 21 Prozent der PflichtschulabsolventInnen armutsgefährdet sind, sind es nur neun Prozent der Personen mit Matura. Mehr als die Hälfte der arbeitlosen Wienerinnen und Wiener hat maximal einen Pflichtschulabschluss in der Tasche und österreichweit leben schon heute neun Prozent der Personen mit Pflichtschulabschluss in manifester Armut. Zum Vergleich: Bei Personen mit Matura sind es lediglich drei Prozent. Noch immer wechseln aus bildungsfernen Schichten nur 15 von 100 Kindern nach der Volksschule in ein Gymnasium. Bei Kindern von Akademikerinnen und Akademikern sind es hingegen 69 von 100. Und der Anteil der Studierenden aus niedrigen sozialen Schichten beträgt lediglich 18 Prozent. Im Jahr 1998 waren es noch 26 Prozent. "Bildungsarmut wird in Österreich noch immer vererbt. Das ist untragbar. Bildung ist das Transportmittel für bessere Lebenschancen. Das Kind, seine Entwicklung und seine Zukunftsperspektiven sind dabei in den Mittelpunkt zu stellen: Die Würde des Kindes und die Wertschätzung gegenüber jedem Kind sind das Fundament, auf dem ein nachhaltig erfolgreiches Bildungssystem aufbaut", ergänzt Landau

 

Caritas Lerncafés Österreichweit sind derzeit 34 Caritas Lerncafés in Betrieb. Im Schuljahr 2013/14 wurden über 1000 SchülerInnen aus sozial benachteiligten Familien mit oder ohne Migrationshintergrund kostenlos, individuell und altersgerecht betreut und gefördert. 94 Prozent der Kinder haben das Schuljahr positiv abgeschlossen. Konkret bieten die österreichweiten Lerncafés Betreuung bei Hausaufgaben und Unterstützung in Lerngruppen. Das kostenlose Lern- und Nachmittagsbetreuungsangebot gibt Kindern Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, stärkt ihre Deutsch-Kenntnisse und vermittelt Freude am Lernen. Damit soll den Kindern über den Weg der Bildung der Einstieg in eine bessere Zukunft erleichtert werden. Eine gesunde Jause sowie der regelmäßige Kontakt mit den Eltern gehören im Lerncafé ebenfalls zum Alltag. "Natürlich bin ich stolz auf die Erfolgsgeschichte der Lerncafés. Klar ist aber auch, dass die Caritas hier einen Bereich kompensiert, den eigentlich das Schulsystem abdecken sollte", so Caritas Präsident Michael Landau. Die Arbeit in den Lerncafés ist nur durch den engagierten Einsatz von freiwilligen MitarbeiterInnen möglich. Österreichweit unterstützten im Schuljahr 2013/14 über 470 Freiwillige SchülerInnen in Lerncafés. LernbegleiterInnen werden aber weiterhin dringend gesucht, denn die Nachfrage ist groß: Über 470 Kinder warteten auf einen Platz im Lerncafé.

 

www.neustart-schule.at www.caritas.at

 

Rückfragehinweis:

Caritas Österreich

Margit Draxl

Pressesprecherin

Tel.: +43/1/488 31-417; +43/664/8266920

mailto:margit.draxl@caritas-austria.at

http://www.caritas.at/

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/61/aom

 

 

 

 

APA – 28. Oktober 2014

 

Rotes Kreuz: Bildung sichert Wohlstand und Gesundheit

 

"Die Vererbung von Bildung als die Wurzel vieler Übel gehört endlich wirksam bekämpft." Mit diesen Worten reagierte der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, Gerald Schöpfer, auf die gestern veröffentlichten Ergebnisse der Sozialstaatsenquete des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger.

 

"Niedrige Bildung erhöht die Einkommensungleichheiten und das Risiko von Arbeitslosigkeit und Armut", sagt der Rotkreuz-Präsident. "Besser Gebildete sind im Schnitt nachweislich gesünder und später weniger oft pflegebedürftig." Diese Ergebnisse gehen auch aus dem "future.monitor" hervor, den das Rote Kreuz gemeinsam mit der Industriellenvereinigung, dem Internationalen Institut für angewandte Systemanalysen (IIASA) und der WU Wien entwickelt hat (www.futuremonitor.at).

 

Reformen im Bildungswesen hält Gerald Schöpfer daher für unumgänglich. Deshalb sei das Rote Kreuz auch Partner der Initiative "Neustart Schule" geworden (www.neustart-schule.at). Denn, so Schöpfer: "Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen und die soziale Sicherung, die daran hängt, dann wird Österreich in Sachen Forschung, Technologie und Innovation künftig weltweit zu den Klassenbesten zählen müssen. Im Übrigen fällt mir überhaupt nichts ein, wofür nicht mehr Bildung besser wäre als weniger."

 

Rückfragehinweis:

Österreichisches Rotes Kreuz

Mag. Thomas Marecek,

 Presse- und Medienservice

Tel.: Tel.: +43 1 589 00-151, Mobil: +43 664 823 48 02

mailto:thomas.marecek@roteskreuz.at

http://www.roteskreuz.at

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/163/aom

 

 

 

 

 

2014.10.28.: Newsletter Bildung

Parlamentskorrespondenz – 27. Oktober 2014

 

Zentralmatura nach Anlaufschwierigkeiten bereit zum Durchstarten

 

Bildungsforschungsinstitut BIFIE berichtet über Entwicklung der flächendeckenden standardisierten Reifeprüfung

 

Wien (PK) – Aus Fehlern lernen: mit diesem Vorsatz geht das Bildungsforschungsinstitut BIFIE die bundesweite Zentralmatura im heurigen Schuljahr an. Das erschließt sich aus dem BIFIE-Bericht zur standardisierten kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung, den das Bildungsministerium dem Nationalrat übermittelt hat. Darin wird konkret auf die Zwischenfälle eingegangen, die im Frühjahr 2014 in punkto Datensicherheit und bei Schulversuchen aufgetreten sind. Neben der Identifikation und Behebung von Schwächen nehme man für die Reife- und Diplomprüfung 2015 zusätzliche Qualitätskontrollen vor, unterstreichen die VerfasserInnen.

 

Hauptteil des umfangreichen Schriftstücks ist allerdings ein Überblick über die Prozess- und Arbeitsschritte bei den Feldtestungen und Schulversuchen im Vorjahr, mit denen die Schulen auf die neue Reife- und Diplomprüfung vorbereitet wurden. Schwerpunkt war dabei die Evaluierung der Schulversuche in Deutsch, Englisch (BHS), Latein und Griechisch sowie Angewandter Mathematik, die 2013 zum ersten Mal stattfanden. Insgesamt zeigte sich der Großteil von LehrerInnen und SchülerInnen zufrieden mit Durchführung und Aufgabenstellungen. Auch die begleitende Information durch das BIFIE wurde seitens der Lehrkräfte gut aufgenommen, Kritikpunkt war jedoch die als nicht ausreichend empfundene Kommunikation von Änderungen im Zusammenhang mit den Prüfungen.

 

Reifeprüfung neu statt Matura alt: BIFIE begleitet Umstieg

 

Durch die sogenannte Zentralmatura mit einheitlich vom BIFIE vorgegebenen Aufgaben und Korrekturanleitungen sollen Prüfverfahren und Beurteilung bei der Reifeprüfung objektiver und transparenter werden, so der Grundgedanke. Überdies biete die standardisierte Reife- und Diplomprüfung zuverlässigere und international vergleichbare Aussagen über die tatsächlich erworbenen Kompetenzen der SchülerInnen. Ein Stufenmodell der Kompetenzen für jedes Fach, mit ExpertInnen aus dem Schulwesen anhand der Lehrpläne entwickelt, dient als Grundlage der Beurteilung der neuen Prüfungsform. Das BIFIE hilft bei der Korrekturarbeit über die Website bzw. online-Helpdesks und mit einer telefonischen Hotline.

 

Gemäß Novelle des Schulunterrichtsgesetzes findet die Abschlussprüfung in standardisierter Form in Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) verpflichtend als Reifeprüfung dieses Schuljahr statt, an Berufsbildenden höheren Schulen als Reife- und Diplomprüfung 2015/16. Um den geregelten Übergang vom alten zum neuen Prüfungsmodell sicherzustellen, liefen 2013 in allen Bundesländern Schulversuche mit über 20.000 KandidatInnen. Außerdem wurde an 338 Schulen (Februar/März) bzw. 220 Schulen (November) bei Feldtestungen an der Nachjustierung von potenziellen Klausuraufgaben gearbeitet. Dazu bewertete man in sämtlichen Fächern die Übereinstimmung der Aufgaben mit von TestexpertInnen erarbeiteten Gütekriterien. Das Programm zur Implementierung der Reifeprüfung ist erweitert worden und umfasst nun neben Probeklausuren (in Form von Schularbeiten oder informeller Kompetenzmessung) verstärkt Informations- und Fortbildungsangebote.

 

Bei der Erarbeitung der Reifeprüfungsaufgaben strebt das BIFIE eine größtmögliche Einbindung der direkt Betroffenen an. Die Aufgaben zur standardisierten kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung werden von Lehrkräften erstellt und mit Feedbackschleifen an die AufgabenmoderatorInnen des BIFIE übermittelt. Nach einer Freigabe durch das Bildungsinstitut gehen die Aufgaben in Feldtestungen an SchülerInnen der 8. AHS-Klassen bzw. 5. BHS-Jahrgänge, die Zentralkorrektur der feldgetesteten Aufgaben erfolgt wiederum mit Beteiligung der AHS- und BHS-LehrerInnen, die zur Erstellung der Prüfungen beigetragen haben. Details zur Entwicklung der Klausuraufgaben in den spezifischen Fächern sowie Beispielaufgaben weist der Bericht in eigenen Abschnitten aus.

 

Kompensationsprüfungen zur Wiederholung von nicht bestandenen Reifeprüfungen finden heuer zum ersten Mal statt. Laut BIFIE ist bei deren Abwicklung wegen des geringen zeitlichen Spielraums zwischen schriftlicher und mündlicher Reife- und Diplomprüfung eine besonders enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Schulen erforderlich. Die zwei Tage, an denen die Kompensationsprüfungen stattfinden, gibt das Bildungsministerium vor.

 

Schulversuche 2013: Großteils gutes Feedback                                        

 

Nach einer ersten Zentralmatura in Mathematik (AHS) 2012 wurde der Schulversuch 2013 auf sämtliche relevanten Prüfungsfächer ausgedehnt. Bei den Maturaprüfungen im Mai 2013 nutzten 88% aller AHS standardisierte Klausuraufgaben, von den BHS nahmen immerhin 21% an der neuen Reifeprüfung teil. Unter den Bundesländern war Wien mit den meisten Schulen repräsentiert, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Besonders bei der erstmaligen Durchführung des Schulversuchs in Deutsch konstatierte das BIFIE eine gute Akzeptanz an den Schulen.

 

Aus den Post-Test-Analysen der Reife- und Diplomprüfungen 2013 ging eine breite Zustimmung unter den LehrerInnen hervor, da die Notenverteilung kaum Änderungen aufwies. Eher oder sehr zufrieden zeigten sich die meisten Lehrkräfte auch bei den Befragungen zu Begleitmaßnahmen (76%) und Organisation bzw. Durchführung (92%) der Prüfungen. Kritik gab es am nicht immer zufriedenstellenden Informationsaustausch mit dem BIFIE, etwa bei Adaptierungen der Vorlagen, und mangelnden Fortbildungsangeboten. Insgesamt wurde jedoch von 83% aller befragten LehrerInnen die Zentralmatura positiv aufgenommen, wenn auch drei Viertel dadurch kaum eine Entlastung in ihrer Unterrichtsarbeit wahrnahmen. Die Hälfte der PädagogInnen fühlte sich in der autonomen Gestaltung des Unterrichts eingeschränkt.

 

Bei den SchülerInnen ergaben die Befragungen, dass die Verständlichkeit der Arbeitsanweisungen grundsätzlich als eher oder sehr hoch bewertet wird. Nur ein geringer Prozentsatz befand die Arbeitszeit als zu kurz.

 

BIFIE: Anfangsschwierigkeiten behoben

 

Den Schülerprotesten gegen die Zentralmatura Ende 2013 begegneten BIFIE und Bildungsministerium mit vermehrten Informationsveranstaltungen über die Reifeprüfung für SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen. Mit der Bundesschülervertretung einigte man sich überdies auf einen Aktionsplan, in dem unter anderem die Beurteilungsvorgaben präzisiert wurden und eine Plattform mit Übungsaufgaben für SchülerInnen online ging. Klarstellungen gab es seitens des Ministeriums über die Zusammenstellung von Schularbeiten nach dem neuen Format, das den kompetenzorientierten Unterricht widerspiegelt.

 

Auf die Diskussion im Februar 2014 über die Datensicherheit am BIFIE reagierte das Bildungsministerium mit einem Audit, das die sichere Datenverwaltung im Bildungsforschungsinstitut feststellte. Die Schulversuche heuer konnten deswegen zwar vom BIFIE wie geplant durchgeführt werden. In der Umsetzung kam es aber erneut zu Problemen und folglich zu teils heftiger Kritik, wie der Bericht vermerkt. Der höhere Schwellenwert zur Beurteilung von Englischaufgaben, der unzureichende Ausdruck von Prüfheften in Mathematik und die fehlende Kontextualisierung eines Deutschmaturatextes mit NS-Ideologie werden als Gründe der Aufregung genannt.

 

In allen Fällen habe das BIFIE die nötigen Konsequenzen gezogen, heißt es weiter. Geachtet werde nun darauf, dass die Schulen Informationen über variable Schwellenwerte zur Benotung tatsächlich klar übermittelt bekommen und dass dem zeitgeschichtlichen Hintergrund bei allen Aufgaben erhöhtes Augenmerk geschenkt wird. Der Mangel an Prüfungsmaterialien für die Mathematik-Reifeprüfung konnte rasch behoben werden, berichtet das BIFIE. Binnen weniger Minuten hätten die betroffenen Schulen einen elektronischen Download mit den fehlenden Aufgaben erhalten. (Schluss) rei

 

 

 

 

Die Presse – 28. Oktober 2014

 

Deutsch: Lehrer überfordert

 

   Sprachförderung. Vier von fünf Lehrern fühlen sich nicht ausreichend auf den Umgang mit Kindern mit Sprachproblemen vorbereitet.

 

   Graz. In den heimischen Schulen steigt der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit anderen Muttersprachen als Deutsch stetig - die Lehrer sind damit aber überfordert. Wie eine aktuelle Umfrage der Universität Graz zeigt, fühlen sich vier von fünf Lehrern nicht ausreichend auf den Umgang mit Kindern vorbereitet, die mangelhaft Deutsch können. Am schlechtesten beurteilen die Lehrer an den Neuen Mittelschulen ihre Vorbereitung: Nicht einmal zehn Prozent der NMS-Lehrer sind demnach der Meinung, dass ihre Ausbildung für diese Herausforderungen hinreichend war; am ehesten fühlen sich noch die Volksschullehrer vorbereitet (20 Prozent).

 

   Das ist wenig überraschend: So geben neun von zehn Lehrern an, dass Sprachförderung kein verpflichtender Teil der Ausbildung war. Fast 60 Prozent geben an, dass es für Deutsch als Zweitsprache nicht einmal ein freiwilliges Angebot gegeben habe. Vier von fünf Lehrern sind daher der Meinung, beides sollte künftig ein verpflichtender Teil der Pädagogenausbildung sein.

 

   Das ist eine Forderung, die auch von Expertenseite immer wieder kommt. Alle Lehrer sollen fit für den Umgang mit Kindern mit Sprachschwierigkeiten werden. Die Idee dahinter: Jeder Fachlehrer ist auch Sprachlehrer. So sehen das auch die befragten 200 steirischen Pädagogen. Mehr als 90 Prozent sind der Meinung, dass Sprachförderung auch in nicht sprachlichen Fächern - von Mathematik bis Musik - sinnvoll und wichtig sei. Gerade jene Lehrer, die nicht Deutsch oder eine Fremdsprache unterrichten, haben derzeit aber Probleme: "Überfordert fühlen sich insbesondere Pädagogen, die kein Sprachfach unterrichten", sagt Uni-Graz-Professorin Sabine Schmölzer-Eibinger. Es sei wichtig, hier in der Ausbildung anzusetzen.

 

   Obwohl in Österreich die Lehrerausbildung gerade reformiert wurde bzw. wird, ist dieser Gedanke noch nicht ganz angekommen. An der Universität Wien gibt es erstmals ein optionales Seminar für Deutsch als Zweitsprache, das jeder angehende Pädagoge belegen kann. An der Uni Graz wird an einem eigenen Lehramtsstudium gearbeitet.

 

   Förderbedarf auch im Gymnasium

 

   Kinder mit Sprachförderbedarf machen die Lehrer übrigens in allen Schultypen aus - auch an den Gymnasien: Ebenso viele Lehrer wie an den Neuen Mittelschulen geben dort an, Kinder mit Sprachproblemen in der Klasse zu haben: nämlich sieben von zehn. In den Volksschulen sind es mehr: 85 Prozent der befragten Pädagogen unterrichten auch Schüler mit Sprachförderbedarf. (rovi/beba)

 

 

 

 

Kronen Zeitung – 28. Oktober 2014

 

Bildungsarmut in Österreich: 300.000 sind Analphabeten

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Ein Mäderl mit blonden Zöpfen und Smartphone, daneben Maria Theresia. Die Industriellenvereinigung will damit wachrütteln und neuen Schwung in das veraltete - im Jahr 1774 "aktualisierte" - Bildungssystem bringen. Auch die Caritas unterstützt "Neustart Schule".

 

   Diese Bild-Collage zeigt seine Wirkung: Unser Bildungssystem ist nicht mehr ganz so aktuell

 

   "Reförmchen reichen nicht mehr, wir brauchen wirkliche Reformen", lautet das Credo der Industriellenvereinigung. Caritas-Präsident Michael Landau kann dem nur beipflichten. Denn: "Bildung schützt wesentlich vor Armut. Alle Kinder müssen auf die Bildungsreise mitgenommen werden, damit kein Talent und keine Begabung verlo-SANDRA RAMSAUERren geht." Es sei daher unumgänglich, ein völlig neues Konzept des Bildungssystems anzugehen - "das belegen die Fakten", so Landau. 300.000 Menschen sind trotz positiven Pflichtschulabschlusses laut Schätzungen in Österreich Analphabeten. Neun Prozent von Menschen mit Matura seien armutsgefährdet - ganze 21 Prozent der Pflichtschulabsolventen. Ziel der Initiative und deren Unterstützer ist es somit jedenfalls, auf die Politik Druck auszuüben.

 

   Bildungsarmut wird in Österreich noch immer vererbt. Das ist untragbar. Bildung schützt vor Armut.

 

 

 

 

Kurier – 28. Oktober 2014

 

Volksschuldirektor zu 4080 Euro Strafe verurteilt

 

   Scheinanmeldungen. Statt 6250 Euro muss der Direktor der Volksschule Siget/Wart im Bezirk Oberwart "nur" 4080 zahlen - in 24 Monatsraten zu 170 Euro. Mit diesem rechtskräftigen Urteil wegen Amtsmissbrauchs endete am Montag im Landesgericht Eisenstadt ein weiterer Scheinanmeldungsprozess. Um den Fortbestand der kleinen Schule zu sichern, waren zwischen 2009 und 2011 insgesamt 13 ungarische Schüler im Ort gemeldet, ohne dort gewohnt zu haben.

 

   Schon Anfang 2014 waren der Direktor und der fürs Meldewesen der Gemeinde Rotenturm (Siget ist ein Ortsteil) zuständige Vertragsbedienstete in Eisenstadt zu Geldstrafen verurteilt worden. Der Schulleiter wandte sich an den Obersten Gerichtshof (OGH), um eine Diversion zu erreichen und eine Vorstrafe zu vermeiden. Das hat der OGH zwar abgewiesen, jedoch die Begründung für den zweiten Teil des erstinstanzlichen Schuldspruchs bemängelt und diesen Teil ans Landesgericht zurückverwiesen - wo am Montag die Strafe reduziert wurde.

 

 

 

 

ORF.at – 28. Oktober 2014

 

Zehn Prozent der Lehrer vor Burn-out

 

Die steirischen Lehrer stehen unter Stress. Das wird von einer aktuellen Studie untermauert, die die Lehrergewerkschaft gemeinsam mit der ARGE Burnout durchgeführt hat. Demnach sind zehn Prozent der Lehrer akut von Burn-out gefährdet.

 

Österreichweit wurden 6.000 Pflichtschullehrer für die Studie befragt, in der Steiermark waren es 529. Die zentrale Frage dabei lautete, wie sehr sie sich belastet fühlen.

 

Jeder zweite fühlt sich belastet

 

„Es sind 42 Prozent unbelastet, 32 Prozent belastet, 15 Prozent überbelastet, und zehn Prozent haben ein erhebliches Burn-out-Risiko. Für mich ist überraschend, dass die Männer ein höheres Burn-out-Risiko haben, und ab dem Alter von 55 ist man an der Neuen Mittelschule sehr gefährdet“, sagt Barbara Kasakoff, Vorsitzende der Personalvertretung der Lehrer in der Steiermark - Lehrer seien damit belasteter als Ärzte oder Richter.

 

Schüler als größte Last

 

Egal, ob sie in der Stadt oder auf dem Land unterrichten - sie leiden vor allem unter ihren Schülern: 55 Prozent der Lehrer fühlen sich durch Schülerlärm häufig, sehr häufig oder ständig gestört. Aber auch das Lehrersein abseits des Unterrichts sei belastend, so Kasakoff: „Der Druck der Eltern, der Druck der Medien, dass der Lehrer immer schuld ist, wenn etwas nicht gut ist, wenn ein Pisa-Test nicht gut ist. Ja, die geringe Wertschätzung ist es auch.“

 

Entlastung durch Zusatzlehrer

 

Die Lehrervertreter fordern daher schnelle und schulautonome Entlastung: Neben mehr Wertschätzung wollen die Lehrer etwa mehr Zusatz- und Beratungslehrer und vor allem individuelle Konzepte pro Schulstandort, denn oft würden die Lehrer bei 25 Kindern allein in der Klasse stehen: „Weil irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, wo immer mehr in den Krankenstand flüchten werden, weil sie nicht mehr können - auch die Zahl der Dauerkrankenstände steigt. Es wird eigentlich nie über die Kinder gesprochen, und den Kindern in den Schulen kann es eigentlich nur gut gehen, wenn es den Lehrern gut geht.“

 

Wichtig sei auch, Schulversuchen und der Neuen Mittelschule mehr Zeit zu geben, so Kasakoff - auch das bringe stressgeplagten Lehrern Erleichterung, und damit wohl auch den Kindern.

 

 

 

 

 

Montag, 27. Oktober 2014

2014.10.27.: Newsletter Bildung

Der Standard – 27. Oktober 2014

 

Deutschkurspflicht für Deutschlehrerin

 

   Das Staatsbürgerschaftgesetz bietet Beamten gegenüber Einbürgerungswilligen absurde Möglichkeiten. Sie können verpflichtende Deutschkurse verlangen – selbst wenn die Betroffenen Germanistik studiert haben – und Deutschprüfungen abnehmen.

 

   Wien – Hervorragende Deutschkenntnisse sind für Diana Jukic (Name geändert) Grundlage der beruflichen Existenz. Die in Bosnien geborene, in Wien lebende 33-Jährige unterrichtet seit acht Jahren bei verschiedenen Kursanbietern und in einer Wiener Volksschule Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Beim Österreichischen Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) nimmt sie Deutschprüfungen ab. Dazu hat sie eine eigene Berechtigung.

 

   Um sich als Kursleiterin zu qualifizieren, hat sie davor an der Uni Wien das Zertifikat für Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrende erworben. Dieser Abschluss machte ihr keinerlei Schwierigkeiten – studierte sie doch gleichzeitig an derselben Uni Germanistik, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte; das Studium hat sie inzwischen erfolgreich absolviert.

 

   Umso fassungsloser – schildert Jukic – sei sie gewesen, als sie 2013 vor dem Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft nach sechs Jahren Aufenthalt stand: „Die Wiener MA 35 verlangte eine Bestätigung, dass ich Deutsch auf Maturaniveau B2 beherrsche. Ich erwiderte mit dem Hinweis auf mein Germanistikstudium und meine Arbeit als Deutschkurs-Prüferin – beides setze verbriefte B2-Deutschkenntnisse voraus. Das reiche laut Gesetz nicht aus, lautete die Antwort. Ich müsse beim ÖSD eine weitere B2-Deutschprüfung machen.“

 

   Nur nach langem Hin und Her wurde sie von dieser Erfordernis befreit; immerhin wäre Jukic befugt gewesen, sich Deutsch auf B2 sozusagen selbst zu bescheinigen. Die österreichische Staatsbürgerschaft bekam sie in der Folge ohne Vorlage weiterer Sprachzeugnisse zuerkannt – vor einem Monat.

 

   Die von ihr geschilderte absolute Deutsch-Strenge ist jedoch keine Ausnahme. Seit mehreren Monaten weist das ÖSD auf etliche ähnlich gelagerte Fälle hin.

 

   Schwammige Paragrafen

 

   Die Behörden würden sich dabei auf das 2013 novellierte Staatsbürgerschaftsgesetz berufen. Tatsächlich sind die Paragrafen 10 und 11a so formuliert, dass Behördenvertreter auf einen zusätzlichen Deutschkurs pochen können – egal, welche Vorkenntnisse ein Einbürgerungswilliger hat.

 

   Das komme in diesen Fällen einer Schikane gleich, kritisierte dies Ende Juli Grünen-Integrationssprecherin Alev Korun in einem Presse-Bericht. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) reagierte rasch. Schon tags darauf kündigte sie für „demnächst“ ein klarstellendes Rundschreiben an sämtliche zuständigen Behörden an: Bereits erworbene Deutschkenntnisse müssten für den Staatsbürgerschaftserwerb reichen.

 

   „Das war vor zwei Monaten. Rundschreiben wurde bisher keines verschickt – und beim ÖSD haben sich inzwischen weitere Betroffene gemeldet“, zieht Korun nunmehr Bilanz. Um die Gründe für die Verzögerung zu erfragen, stellte sie Mitte Oktober eine parlamentarische Anfrage an Mikl-Leitner, für deren Beantwortung diese sechs Wochen Zeit hat.

 

   Im Grunde sei ein Rundschreiben, „wenn es denn noch kommt“, aber gar nicht ausreichend, um Einbürgerungswilligen mit guten Deutschkenntnissen Rechtssicherheit zu verschaffen, ergänzt Korun im Standard-Gespräch: „Das Staatsbürgerschaftsgesetz müsste novelliert werden.“ Daran werde im Innenministerium gearbeitet, sagte dort am Freitag ein Sprecher.

 

   Bis zum Verschicken des Rundschreibens wiederum werde es noch dauern: „Das müssen wir erst mit dem Bildungsministerium akkordieren“, heißt es im Ministerium.

 

 

 

 

Der Standard – 27. Oktober 2014

 

Absurder Gesetzesspielraum

 

   Die Situation, dass eine Germanistin mit der Berechtigung, Deutschprüfungen abzunehmen, für ihre Einbürgerung einen Deutschkurs absolvieren muss, als absurd zu bezeichnen ist ein Euphemismus. Aber Realität – und kein Einzelfall. Ermöglicht wird das durch dehnbar auslegbare Paragrafen im Staatsbürgerschaftsgesetz, die Beamten einen großen Spielraum lassen.

 

   Man kann durchaus argumentieren, dass ausreichende Deutschkenntnisse verlangt werden, bevor man Bürger oder Bürgerin dieses Landes wird. Nicht aus nationalistischen Gründen, sondern im Interesse der Neubürger. Die haben ohnehin mit genügend Vorurteilen der „autochthonen“ Bevölkerung zu kämpfen, die Beherrschung einer der Amtssprachen Österreichs ermöglicht zumindest bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und im Alltag.

 

   Selbst die schwammige Formulierung von Gesetzen könnte man vielleicht noch als Ausdruck österreichischer Realität sehen. Beamten haben so auch die Möglichkeit, auf Einzelfälle einzugehen. Ist auch bei der Polizei so: Wer unter dem Auge des Gesetzeshüters als Fußgänger bei Rot über die Kreuzung huscht, muss nicht automatisch die Geldbörse zücken, sondern kann auch mit einer Abmahnung davonkommen.

 

   Im Falle von Migration drängt sich aber der Verdacht auf, dass das Gesetz sicherheitshalber zu Ungunsten der Betroffenen ausgelegt wird. Euphemistisch ausgedrückt.

 

 

 

 

Kurier vom 27. Oktober 2014

 

Die Lehre - Stiefkind der Bildungspolitik

 

   Bildungspolitische Diskussionen, die die Lehre nicht entsprechend berücksichtigen, sind in geradezu fahrlässiger Weise unvollständig. Menschen mit einem Lehrabschluss werden von unseren Betrieben schließlich am häufigsten gesucht. Und unsere Unternehmen zählen über die Lehre zu den größten Bildungseinrichtungen im Land.

 

   Tatsächlich drehen sich bildungspolitische Debatten in Österreich aber regelmäßig um die gleichen Themen wie Fragen der Schulstruktur, von Studiengebühren oder dem Lehrer-Dienstrecht. Und ebenso regelmäßig ist in diesen Debatten von der Lehre mit ihrer Wissensvermittlung in Betrieben und Berufsschulen wenig bis nichts zu hören - mit entsprechenden Wirkungen bei den Eltern, die die Lehre viel zu oft dann auch nur als "Notlösung", wenn es mit der Schule nicht klappt, sehen. Ein Irrtum, der am Bedarf der Unternehmen vorbeigeht und zugleich unserer Jugend interessante Zukunftschancen nimmt!

 

   Kontrapunkt. Die stv. KURIER-Chefredakteurin Martina Salomon hat da mit ihrem jüngst erschienen Kommentar "Elitenförderung heißt auch, das Handwerk zu fördern" einen wichtigen Kontrapunkt gesetzt. Schließlich ist es kein Zufall, dass unser duales System als "das" Erfolgsmodell gegen Jugendarbeitslosigkeit regelmäßig von internationalen Delegationen studiert wird und dass unsere Fachkräfte wie zuletzt mit dem neuerlichen Europameister-Titel bei Wettbewerben regelmäßig international für Furore sorgen. Mit Verlaub: Bei anderen bildungspolitischen Einrichtungen des Landes stellt sich solches Aufsehen um Erfolge eher selten ein.

 

   Bildungskanon. Es geht um einen grundsätzlich neuen Ansatz im Bildungskanon, in dem sich die hoch qualifizierte Lehre, Matura und Universität auf Augenhöhe begegnen.

 

   Dazu gehören Impulse wie das von der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) in St. Pölten errichtete neue Zentrum für Technologie und Design, in dem WIFI-Werkstätten ebenso ihre Heimstätte finden wie die "New Design University" (NDU). Und dazu gehören völlig neue Bildungsangebote, die klassisches Handwerk und Universitätsstudium wie etwa im NDU-Lehrgang "Manual Material Culture" in moderner Weise verknüpfen. Das Motto "Meister meets Master" führt hier schnurgerade zum richtigen Mix von "Meister und Master", den wir in unserer Wirtschaft brauchen.

 

   Die Basis dafür setzt freilich schon viel früher an: In einer verstärkten Orientierung an den individuellen Stärken unserer Jugend. Als Beispiel kann hier der von der WKNÖ entwickelte und in Kooperation mit dem Land umgesetzte NÖ Begabungskompass dienen. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Schulstufe an allen Schulen des Landes bekommen damit kostenlos und vor allem praxisorientiert analysiert, in welchen Bereichen ihre besonderen Potenziale liegen und welche Berufs- und Ausbildungsschienen daher optimal zu ihnen passen. Denn wo Talente und Berufswahl zusammenpassen, profitieren beide Seiten: Jugendliche und die Wirtschaft!

 

 

 

 

Kurier vom 27. Oktober 2014

 

"Lehrer hat sich fette Zulage erschlichen"

 

Vorwurf. Laut Grünem Harald Walser soll Wolfgang Derler Dienstpläne manipuliert haben

 

   Es sind sehr präzise Hinweise, die der Grüne Bildungssprecher Harald Walser erhalten hat: Wolfgang Derler, Kremser Vizebürgermeister und provisorischer Direktor der HLW Tulln, soll Dienstpläne manipuliert und so zu Unrecht Zigtausende Euro kassiert haben.

 

   Ins Rollen gebracht hat die Affäre die derzeitige Direktorin der HLF Krems, Martine Hrubesch. Dort war Derler, der für die ÖVP im Kremser Rathaus sitzt, bis 2013 Lehrer und Erziehungsleiter des angeschlossenen Internats. Hrubesch waren "Ungereimtheiten" bei der Abrechnung aufgefallen, die sie dann sofort an den nö. Landesschulrat weiterleitete. Dessen Präsident Hermann Helm bestätigt zwar, "dass es derzeit eine Untersuchung gibt. Da es ein laufendes Verfahren ist, kann ich aber nicht mehr dazu sagen." Auch Wolfgang Derler selbst hält sich mit Aussagen zurück: "Die Sache liegt bei meinem Anwalt", meint er gegenüber dem KURIER knapp.

 

   Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser glaubt hingegen einen anderen Grund für das Schweigen der Verantwortlichen zu kennen: "Sie wollen nicht, dass diese Geschichte an die Öffentlichkeit kommt." Er will hingegen Genaueres wissen, weshalb er heute, Montag, eine Anfrage im Nationalrat stellen wird.

 

   Verschwunden

 

Walsers Vermutung: "Die Hinweise deuten darauf hin, dass Derler sich eine fette Zulage erschlichen hat, indem er die Dienstpläne so gestaltet hat, dass er gleichzeitig Unterricht in der Schule und Aufsicht im Internat hatte und sich zudem eine Erzieherzulage zu Unrecht verrechnete. Ich fordere Aufklärung von der Ministerin." Wissen will Walser auch, wo Dienstbücher geblieben sind, in denen Derlers Arbeitszeiten dokumentiert sind. Diese seien nämlich verschwunden, sobald die Causa ans Tageslicht kam. Für Walser ist die Geschichte "ein handfester Skandal. Auch wenn - wie kolportiert - Derler das zu Unrecht kassierte Gehalt schon wieder zurückbezahlt hat, muss er sich juristisch und politisch verantworten." Nicht nur er: "Auch Landesschulratspräsident Helm. Schließlich hat er Derler zum interimistischen Direktor in Tulln gemacht." Ute Brühl

 

 

 

 

 

Freitag, 24. Oktober 2014

2014.10.24.: APA Bildung

APA – 24. Oktober 2014

 

Wirtschaft für Integration: "Wir brauchen dringend 'Neustart Schule'!"

Utl.: Kraft-Kinz: "Chancengerechtigkeit braucht andere Strukturen und anderes Klima!"

 

Für den Obmann von Wirtschaft für Integration, Georg Kraft-Kinz ist es "Fünf vor zwölf, um den Neustart Schule in Angriff zu nehmen!" Deshalb hat sich der Verein Wirtschaft für Integration auch der gleichnamigen Initiative der Industriellenvereinigung angeschlossen.

 

Kraft-Kinz: " Wir brauchen Chancengerechtigkeit in unserem Schulsystem für alle Kinder und Jugendlichen - unabhängig von sozialem Background oder Herkunft: D.h. nicht auf die Defizite fokussieren sondern negativer Bildungsvererbung vorbeugen, in dem wir die Talente und Fähigkeiten der jungen Menschen, wie z.B. Mehrsprachigkeit, gezielt fördern! Wir brauchen ein Klima in dem individuelle Fähigkeiten erkannt, wertgeschätzt und weiterentwickelt werden."

 

Gerade beim Mehrsprachigen Redewettbewerb "SAG'S MULTI!" wird deutlich, welches Potential in den jungen Menschen dieses Landes vorhanden ist. "Dort wo junge Menschen aber dann wirklich gefördert werden und ihre Talente entwickeln können, ist das zum großen Teil der Verdienst von engagierten LehrerInnen und nicht ein Ergebnis einer zukunftsorientierten Schulstruktur!", sieht Kraft-Kinz dringenden Handlungsbedarf.

 

Die Industriellenvereinigung hat mit 22. Oktober die Initiative "Neustart Schule" gestartet, um Bewegung in die österreichische Bildungspolitik zu bringen. "Neustart Schule" ist eine Initiative, die dem Bildungs-Stillstand ein Ende setzen und gemeinsam mit anderen Bildungsinitiativen, Bildungsinteressierten und der österreichischen Bevölkerung auf die Politik einwirken will, eine grundlegende Neukonzeption des Bildungssystems anzugehen.

 

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist Gründungs- und Hauptsponsor von "Wirtschaft für Integration".

 

www.neustart-schule.at; www.vwfi.at www.sagsmulti.at

 

Rückfragehinweis:

MMag.a Maria Mayrhofer

Pressesprecherin

Verein Wirtschaft für Integration

Brunnengasse 72/10

1160 Wien

+43 1 94 44 846 -12

+43 676 920 04 16

m.mayrhofer@vwfi.at

www.vwfi.at

 www.wienermut.at

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/12395/aom

 

 

 

 

APA – 24. Oktober 2014

 

Grüne wollen Herbstferien für ganz Österreich

Utl.: Zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen - Stattdessen freie Dienstage nach Ostern und Pfingsten und Tag des Landespatrons abschaffen

 

Die Grünen wollen österreichweit Herbstferien zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen/Allerseelen einführen und stattdessen die freien Dienstage nach Ostern und Pfingsten sowie den ebenfalls unterrichtsfreien Tag des Landespatrons streichen. So hätten Schüler und Lehrer zwischen Ende der Sommerferien und Weihnachten einmal länger frei, so Bildungssprecher Harald Walser.

 

Diese drei Tage wären in den meisten Jahren bereits ausreichend, um die Herbstferien zu realisieren. In jenen Jahren, in denen Nationalfeiertag und Allerheiligen/Allerseelen wie heuer auf Wochenenden fallen, sollten außerdem verpflichtend schulautonome Tage für die Schaffung der Ferien herangezogen werden, so Walser bei einer Pressekonferenz am Freitag. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits in Vorarlberg. Im Rahmen ihrer Autonomie könnten Schulen sie auch jetzt schon umsetzen, tun dies aber kaum.

 

Zwei jeweils sechs- bis achtwöchige Schulphasen vor bzw. nach den Herbstferien entsprächen viel besser den lernpsychologischen Erkenntnissen, argumentierte Walser. Schwächere Schüler hätten in dieser Pause die Chance, Defizite aufzuholen. Die Regelung bringe außerdem klarere Strukturen und zusätzliche Lerntage gegen Ende des Schuljahrs. Als in seiner Zeit als Direktor des Gymnasiums in Feldkirch schulautonom Herbstferien eingeführt wurden, hätten sich die Krankheitstage von Schülern wie Lehrern schlagartig verringert, so Walser - "weil der Stress einfach weniger wurde".

 

Die freien Tage nach Pfingsten und Ostern seien im 19. Jahrhundert als Anreisetage für Internatsschüler gedacht gewesen und heute nicht mehr nötig, meinte der Grüne Bildungssprecher. Und der Tag des Landespatrons sei "überhaupt merkwürdig" und werde eigentlich nirgendwo mehr gefeiert - außer mit einem freien Tag an den Schulen.

 

Ein entsprechenden Antrag der Grünen soll im nächsten Unterrichtsausschuss des Nationalrats behandelt werden. Weitere Forderungen der Grünen: Statt der schulautonomen Tage sollen die Fenstertage im Mai und Juni (nach Fronleichnam bzw. Christi Himmelfahrt) fix freigegeben werden, die Osterferien zur Schaffung eines Sechs-Wochen-Rhythmus je nach Ostertermin variabel entweder vor oder nach den Feiertagen stattfinden. An unterrichtsfreien Tagen, die aber reguläre Arbeitstage außerhalb der Ferien sind, müsse es außerdem ein Betreuungsangebot für Pflichtschüler geben.

 

 

 

 

 

2014.10.24.: Newsletter Bildung

Die Presse – 24. Oktober 2014

Politische Bildung als Roulette: Lehrer ohne Zeit und Ausbildung

 

Studie. Die meisten Lehrer halten das Unterrichtsprinzip Politische Bildung für wichtig. Bei der Unterrichtsgestaltung verlassen sie sich sehr oft auf ihre eigenen Ideen.

 

   Wien. Politische Bildung ist in Österreich ein Unterrichtsprinzip. Es sollte also in allen Schulstufen und Schultypen berücksichtigt werden und wie ein roter Faden durch alle Fächer laufen. Doch ob Politische Bildung tatsächlich vermittelt wird, ist ein Glücksspiel, wie eine gestern, Donnerstag, präsentierten Sora-Studie im Auftrag der Pädagogischen Hochschule Wien und der Arbeiterkammer zeigt. Demnach hat mehr als die Hälfte der Lehrer in Wien nach eigenen Angaben keine Zeit für Politische Bildung.

 

   An der Erhebung haben insgesamt 476 Lehrer teilgenommen, davon 201 Volksschulpädagogen und 275 Lehrer der Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufe (Sekundarstufe I).

 

   Die nötige Ausbildung fehlt

 

   Über 80 Prozent der befragten Lehrer messen der Politischen Bildung in der Schule große Bedeutung zu. Dabei nehmen sie sich selbst in die Verantwortung, was die Vermittlung betrifft: In der Volksschule sehen sich 55 Prozent der Lehrer als selbst für die Politische Bildung ihrer Schüler verantwortlich. In der Mittelstufe nimmt dies allerdings ab, hier sind nur noch 49 Prozent der Lehrer der Meinung, dass sie diese Aufgabe erfüllen müssen.

 

   Ein Drittel der Pädagogen gab allerdings an, dass ihnen die Ausbildung im Bereich Politischer Bildung fehlt. Dementsprechend äußerten die Befragten den Wunsch nach mehr Unterrichtszeit für Politische Bildung und mehr Fort- und Weiterbildung. Doch obwohl es in der Lehrerfortbildung Angebote gibt, hat nur ein kleiner Bruchteil der befragten Lehrer diese auch genutzt.

 

   Und wie wird Politische Bildung tatsächlich unterrichtet? Ein wesentlicher Befund der Studie ist, dass sie nicht wie andere Unterrichtsgegenstände entsprechend den Lehrplänen abgehandelt wird. An die Stelle der Fachdidaktik rückt eine subjektive Umsetzung, die stark vom einzelnen Lehrer abhängt. Mehr als die Hälfte der Pädagogen in der Sekundarstufe I verlassen sich bei der Vorbereitung des Unterrichts vor allem auf eigene Ideen bzw. selbst gestaltetes Material. Etwas weniger als die Hälfte setzt auf Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen, und nur ein Drittel verwendet anerkannte Schulbücher.

 

   Angst vor Parteiwerbung

 

   Bei den Inhalten, die die Lehrer vermitteln wollen, kristallisierten sich folgende Schwerpunkte heraus: Konfliktlösung, kritisches und unabhängiges Denken sowie die Fähigkeit, eine eigene Meinung zu vertreten. Auch die Erziehung zu Toleranz und Gerechtigkeit hat einen hohen Stellenwert. Umgekehrt gelingt es den Lehrern nur mäßig, die Mitgestaltung und Mitbestimmung des Unterrichts durch die Schüler zu fördern und schuldemokratische Prozesse zu begleiten.

 

   Ein Teil der Lehrer setzt das Unterrichtsprinzip ambitioniert um: Sogar in der Volksschule gibt jeder dritte Befragte an, Politische Bildung häufig zu unterrichten. Weitere zwei Fünftel tun das manchmal. Auch Ängste gibt es im Unterricht: 17 Prozent der Volksschullehrer befürchten, dass es unmöglich sei, politische Bildung objektiv zu gestalten, ein Viertel hält sie für zu kompliziert und jeweils etwas mehr als ein Drittel hält die Kinder für zu jung bzw. hat Angst, dass es als Parteiwerbung in der Schule genützt werden könnte.

 

   Unmittelbar im Anschluss an die Präsentation der Studie wurden am Donnerstag erneut Rufe nach der Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs Politische Bildung laut. Die Arbeiterkammer fordert die rasche Umsetzung der im Regierungsprogramm angekündigten Pflichtmodule. Langfristig brauche es auch ein eigenes Schulfach. Im Vorjahr forderte dies bereits ein Bündnis von insgesamt 34 Jugend-und Schülerorganisationen. (rovi)

 

 

 

 

Der Standard – 24. Oktober 2014

Umfrage: Lehrer haben zu wenig Zeit für politische Bildung

 

   Wien – Neben dem umfangreichen Lehrplan bleibt keine Zeit für politische Bildung. Das sagen mehr als die Hälfte der Wiener Lehrer an Volksschulen, Neuen Mittelschulen und der Unterstufe von Gymnasien in einer Studie des Sora-Instituts im Auftrag der Wiener Arbeiterkammer (AK) und der Pädagogischen Hochschule Wien.

 

   Derzeit gilt politische Bildung als „Unterrichtsprinzip“, das in allen Fächern gelehrt werden soll. Im Lehrplan werden umfangreiche Kompetenzen, die vermittelt werden sollen, aufgelistet. Studienautorin Elke Larcher sieht im Gespräch mit dem Standard eine Diskrepanz zwischen den umfangreichen Anforderungen, die an die Lehrer gestellt werden und dem, was sie leisten können. „Sie brauchen eine Präzisierung dessen, was sie jedenfalls an politischer Bildung weitergeben sollen.“ Derzeit komme etwa die Vermittlung von Möglichkeiten der Partizipation viel zu kurz.

 

   Die AK Wien fordert die Umsetzung des Pflichtmoduls „Politische Bildung“ für die gesamte Mittelstufe im Fach Geschichte, wie es im Regierungsprogramm vorgesehen ist. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) kündigte am Donnerstag im Parlament an, das Pflichtmodul im kommenden Jahr einführen zu wollen. (koli)

 

 

 

 

Die Presse – 24. Oktober 2014

Das Schulbudget hängt in der Luft

 

   Finanzprobleme. Ministerin Heinisch-Hosek will nun Mietenzahlung sogar bis 2016 aufschieben. Verunsicherung um die Lehrergehälter bleibt trotz der Zahlungszusagen der SPÖ-Ressortchefin.

 

   Wien/Brüssel. Nun jagt eine schlechte Nachricht über die prekäre Lage der Staatsfinanzen schon fast täglich die nächste. Wie angespannt die Situation im Bildungswesen ist, offenbarte sich am Donnerstag im Nationalrat deutlich. Dort kündigte Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) im Rahmen der Fragestunde erstmals an, sie wolle erreichen, dass die Stundung, also der Aufschub der Mietzahlungen für Schulgebäude, gleich bis zum ersten Quartal 2016 erfolgt. Damit will sie sich über die Tatsache hinwegretten, dass, wie berichtet, ein Loch von 100 Millionen Euro im Acht-Milliarden-Bildungsbudget klafft.

 

   Im Unterrichtsbudget zeigt sich damit immer deutlicher, dass kein Geld mehr da ist, auch wenn das Ministerium die Finanzlücke von 145 auf 100 Millionen Euro verkleinert hat. Bei einem Zahlungsaufschub muss allerdings die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mitspielen, mit der die Verhandlungen erst geführt werden. Heinisch-Hosek begründete ihren Wunsch nach einem Aussetzen der Begleichung der Mieten damit, dass sie das heuer bereits im Mai für 2015 beschlossene Budget nicht aufschnüren möchte.

 

   Tatsache ist allerdings, dass das Schulbudget auch deswegen völlig in der Luft hängt, weil die Ministerin erst die Gespräche der neuen Bund-Länder-Reformkommission zum Schulwesen und deren Ergebnisse abwartet. Diese nimmt erst Mitte November ihre Arbeit auf. Für 14. November ist auch die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe geplant, die bis Ende 2014 Einsparungen in der Verwaltung sucht.

 

   Die Unterrichtsministerin heizte die Mutmaßungen, dass die budgetäre Lage noch weit schwieriger als bisher publik geworden ist, selbst weiter an. Zwar bekräftigte sie im Parlament, die Auszahlung der Lehrergehälter sei gesichert. Allerdings drückte sie sich um eine eindeutige Antwort auf die Frage des grünen Abgeordneten Harald Walser herum, der wissen wollte, ob es stimme, dass für die Erhöhung der Lehrergehälter 2015 budgetär nicht vorgesorgt sei. Die Gehaltserhöhung für den öffentlichen Dienst ist seit Jänner dieses Jahres bereits fix, sie liegt auch für die Lehrer um 0,1 Prozent über der Teuerungsrate. Heinisch-Hosek bezog sich in ihrer Antwort allerdings auf das Jahr 2016 und meinte ausweichend, dass über dieses Budget noch gar nicht verhandelt worden sei, was formal stimmt.

 

   Rätsel um Neue Mittelschule

 

   Für neue Ungewissheit sorgt, dass die SPÖ-ÖVP-Regierung frühestens im Jänner 2015 entscheiden wird, wie es mit der Neuen Mittelschule weitergeht. Zuvor wird eine Evaluierung über vier Jahre dieser 2008 eingeführten und von der SPÖ als Schritt in Richtung Gesamtschule vorangetriebenen Schulform vorgenommen. Vorerst gibt es 1072 Standorte, der flächendeckende Ausbau in Österreich ist von der Koalition bereits beschlossen.

 

   Der Rechnungshof hat allerdings bereits herbe Kritik geübt. Demnach treibt der verstärkte Einsatz von Lehrern in der Neuen Mittelschule, der vom Bund abgegolten wird, die Kosten in die Höhe. Die ÖVP hat sich offen gelassen, wie es mit diesem Schulzweig weitergeht. Heinisch-Hosek reagierte im Hohen Haus ungehalten auf ein Nachbohren der FPÖ. Sie wandte sich strikt gegen "Vorverurteilungen" der Neuen Mittelschule.

 

   Staatsschulden sind gestiegen

 

   Von der EU kam am Donnerstag praktisch zeitgleich die Meldung, dass Österreichs Staatsschulden im zweiten Quartal 2014 gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres von 81,3 auf 82,6 Prozent gestiegen sind. In der gesamten Eurozone ging der öffentliche Schuldenstand in diesem Zeitraum laut jüngsten Daten von Eurostat von 91,9 auf 92,7 Prozent nach oben. In der EU erhöhte sich die Quote von 85,1 auf 87,0 Prozent, wobei allerdings nicht alle Einzelergebnisse sämtlicher EU-Staaten vorlagen.

 

   Nach wie vor am höchsten liegt Griechenland, doch wurden keine genauen Daten ausgewiesen. Italiens Staatsschuld stieg von 130,7 auf 133,8 Prozent. Frankreich, das auch mit einem steigenden Budgetdefizit zu kämpfen hat, musste ebenfalls eine Erhöhung seiner Staatsschuld von 94,1 auf 95,2 Prozent hinnehmen.

 

Staatsschulden

Höchststand. Österreichs Staatsschulden sind im zweiten Quartal...

 

   Höchststand. Österreichs Staatsschulden sind im zweiten Quartal 2014 auf 82,6 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen, im ersten Quartal waren es 81,3 Prozent. Zum Vergleich: In der EU lag der Schuldenstand laut Daten von Eurostat heuer im Juni bei 87,0 Prozent (gegenüber 85,1 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres).

 

 

 

 

Kleine Zeitung – 24. Oktober 2014

Ministerin gab den Einsprüchen statt

 

Unterrichtsministerin entschied sich für Ingrid Köck als Direktorin am Mürzer BRG.

 

   MÜRZZUSCHLAG/WIEN. In der gestrigen Fragestunde des Parlaments gab Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bekannt, dass sie bei der Direktorenbestellung am BRG Mürzzuschlag für die kandidierende Frau ist. Und das ist Ingrid Köck, langjährige Lehrerin und Administratorin an der Schule (wir berichteten). In einem zweiten steirischen Fall hat sie ebenso entschieden. In beiden Fällen wurden ursprünglich Männer zu Schulleitern ernannt, die Frauen erhoben Einspruch bei der Gleichbehandlungskommission.

 

   Die steirische SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann betont dazu, dass die Entscheidung im Parlament mit viel Applaus begrüßt worden ist. Grossmann: „Ein Schritt in Richtung Objektivierung. Außerdem sind Frauen meist nicht so gut politisch vernetzt wie Männer.“

 

   Die Praxis, dass einer der Bewerber interimistisch als Schulleiter tätig ist, hält Grossmann für schlecht: „Das ist eine Wettbewerbsverzerrung und ein Präjudiz, weil sich ein Kandidat oft jahrelang an der Schule profilieren kann.“ Ihr wäre es lieber, der älteste Lehrer oder die älteste Lehrerin führe interimistisch die Schule. FRANZ POTOTSCHNIG

 

 

 

 

ORF.at – 24. Oktober 2014

IS-Drohungen: Psychologen betreuen Schüler

 

Ein 16-jähriger Wiener, der in Syrien für die IS kämpfen soll, hat SMS an seine Ex-Mitschüler geschickt. Darin droht er ihnen mit dem „Abschlachten“. Psychologen und Polizeibeamte betreuen nun die Betroffenen in einer Berufsschule in Meidling.

 

„Unsere Schülerinnen und Schüler sind nervös, weil ihnen in SMS aber auch in einem Video unter anderem mit dem Abschlachten gedroht worden ist“, sagt Erich Macho, Direktor der Berufsschule Längenfeldgasse in Meidling.

 

Seitdem bekannt ist, dass sich ein ehemaliger Mitschüler in Syrien der Terrormilitz Islamischen Staat angeschlossen hat und in einem Dschihadisten-Video zu sehen ist, werden sie von Schulpsychologen in regelmäßigen Abständen betreut. "Die Psychologen sind gut geschult und sprechen nicht nur vor der Klasse, sondern auch einzeln mit den Schülerinnen und Schülern“, so Macho. „Dabei geht es vor allem um Konflikt- und Krisenbewältigung.“

 

Polizei schult Präventionsbeamte

 

Auch seitens der Polizei sollen künftig Programme gegen Extremismus an Schulen gestartet werden. „Doch vorher müssen unsere Präventionsbeamten noch entsprechend ausgebildet werden“, so Polizeisprecher Johann Golob. „Bis dahin sind in erster Linie Schulpsychologen gefragt, wenn Ängste entstehen. Sobald es in Richtung Strafhandlung geht, ist sowieso die Polizei gefordert.“

 

In der betroffenen Berufsschule in Meidling werden jedoch schon bald Gewaltpräventionskurse von Polizeibeamten abgehalten. „Es ist uns zusätzlich auch wichtig, die Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren zu erreichen. Es ist entscheidend, dass sie sensibilisiert sind und extremistische Vorfälle schnell melden bzw. auch die Eltern rasch vorladen“, so Golob.

 

Lehrpersonal wird „sensibilisiert“

 

Unterstützt wird das Lehrpersonal zusätzlich über das Netzwerk zur Deradikalisierung der Stadt Wien. Seit dem Frühjahr arbeitet eine Steuerungsgruppe an dem Aufbau des Netzwerkes, beteiligt sind unter anderem die Magistratsabteilungen 17 (Integration), 11 (Familie), 13 (Jugend) sowie der Wiener Stadtschulrat.

 

Als Koordinationsstelle dient die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft. Ziel des Netzwerks sei es auch, anonym zu erfassen, wie viele Jugendliche betroffen sind. Nicht zuletzt deshalb wird derzeit die Studie „Ursachenforschung der abwertenden Identitätsbildung“ durchgeführt, deren Ergebnisse im März 2015 vorliegen sollen.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 23. Oktober 2014

2014.10.23: Bildung

OTS0216 II 23.10.2014 14:42:43

 

Schülerunion fordert Pflichtfach Politische Bildung

Utl.: Ergebnisse der SORA Studie unterstreichen Forderung nach eigenständigem Pflichtfach

Bildung/Jugend/Schule/Wagner/Schülerunion/Politische Bildung

Heute, Donnerstag, wurde eine Studie des SORA Instituts zum Thema Politische Bildung veröffentlicht. Die Schülerunion unterstreicht ihre Forderung nach einem eigenständigen Pflichtfach Politische Bildung ab der 7. Schulstufe. Im Regierungsprogramm wurde diese Einführung bereits festgehalten - nun muss die Einführung folgen. Zur Stärkung des Demokratiebewusstseins bei Schülern fordert die Schülerunion außerdem die gesetzliche Verankerung von Schülerparlamenten.

"In Österreich ist man mit 16 Jahren wahlberechtigt. Jugendliche haben somit eine große Verantwortung. Damit sie diese optimal wahrnehmen können, müssen wir ihnen ein angemessenes Werkzeug in die Hand geben. Daher fordern wir als Schülerunion die Einführung eines eigenständigen Pflichtfaches Politische Bildung", so Felix Wagner, Bundesobmann der Schülerunion.

"Die Studie zeigt, dass vielen Lehrern keine Zeit für politische Bildung im Unterricht bleibt. Das unterstreicht unsere Forderung nach einem eigenständigen Pflichtfach Politische Bildung", so Wagner im Bezug auf die veröffentlichte Studie.

"Die Einführung steht bereits im Regierungsprogramm. Nun wird es Zeit, den Stier an den Hörnern zu packen, und endlich an die Umsetzung dieses Versprechens an die Schüler - und damit an die Zukunft - zu gehen", so Wagner weiters.

Die Schülerunion fordert schon lange die Einführung von Politischer Bildung als eigenständiges Pflichtfach ab der 7. Schulstufe. In den vergangenen Jahren konnten durch bundes- und länderweite Kampagnen der Schülerunion bereits Erfolge - wie Resolutionen von verschiedenen Landtagen - erreicht werden.

Ein detailliertes Konzept der Schülerunion zu politischer Bildung finden Sie unter http://pobi.schuelerunion.at.

Im Rahmen der Forderung nach mehr politischer Bildung an Österreichs Schulen fordert die Schülerunion außerdem die gesetzliche Verankerung von Schülerparlamenten. Dort diskutieren Schüler über bildungspolitische Themen. Daraus resultierende Forderungen werden über die Bundes- und Landesschülervertretungen an die Politik herangetragen.

"Schülerparlamente geben Schülern die Möglichkeit, Demokratie hautnah erleben zu können. Sie stellen eine optimale Ergänzung zu politischer Bildung im Unterricht dar und stärken das Demokratiebewusstsein der Schüler. Auch die gesetzliche Verankerung von Schülerparlamenten steht bereits im Regierungsprogramm. Nun wird es Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen", so Wagner abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichische Schülerunion
Joel Tölgyes
Pressesprecher Schülerunion
Tel.: 0699 173 66 505
mailto:joel.toelgyes@schuelerunion.at


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Andrea Steiner
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