Mittwoch, 1. Oktober 2014

2014.10.01: Bildung

OTS0126 II, XI 01.10.2014 11:32:27

 

Mitterlehner: Novelle zum Universitätsgesetz geht in Begutachtung

Utl.: Klare rechtliche Regelungen für Universitäten - Verbesserungen bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Frauenförderung und Baumaßnahmen als zentrale inhaltliche Schwerpunkte

Hochschulwesen/Universitätsgesetz/Mitterlehner

Um die Rahmenbedingungen für das österreichische Hochschulwesen weiter zu verbessern und gesellschaftliche Entwicklungen besser abzubilden, hat Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner heute, Mittwoch, die Novelle zum Universitätsgesetz (UG) in Begutachtung geschickt. "Mit dieser Reform verbessern wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an den Universitäten, stärken die Frauenförderung und schaffen klare Rahmenbedingungen für künftige Baumaßnahmen an den Universitäten", sagt Mitterlehner. "Die Novelle soll auch die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen verbessern, um die neue Lehrerausbildung auf Schiene zu bringen", so Mitterlehner. Der Begutachtungsentwurf enthält erstmals eine gesetzliche Verankerung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Universitätsangestellte und Studierende. Aufbauend auf den bisher freiwillig getroffenen Maßnahmen sollen die Universitäten künftig entsprechende Maßnahmen verbindlich erarbeiten. Auch in den Satzungen soll die Vereinbarkeit stärker als bisher verankert werden. Zudem soll die Frauenförderung noch stärker gelebt werden, künftig ist für alle universitären Kollegialorgane und Gremien eine geschlechterparitätische Zusammensetzung vorgesehen. "Mit dieser Maßnahme entsprechen wir einer Empfehlung des Rechnungshofes und stärken vor allem die Rolle der Frauen im wissenschaftlichen Alltag. Gerade die Hochschulen als Ausgangspunkt für neue Erkenntnisse müssen die gesellschaftlichen Entwicklungen abbilden", erklärt Mitterlehner. Weiters sollen die bestehenden Frauenförderungspläne durch Gleichstellungspläne ergänzt werden. Die aktuelle Novelle stellt auch legistische Weichen für die künftige Zusammenarbeit von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen im Rahmen der Pädagog/innenbildung NEU, etwa durch die Möglichkeit zur Erarbeitung gemeinsamer Curricula und zur Harmonisierung studienrechtlicher Bestimmungen für gemeinsame Lehramtsstudien. Daher wird vom Bildungsministerium zeitgleich die Novelle zum Hochschulgesetz in Begutachtung geschickt, die auch weitere Inhalte zur organisatorischen Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschulen beinhaltet.

Zwtl.: Längere Übergangsfristen bei Doktoratsstudien - Bauleitplan gesetzlich verankert

Von den geplanten Änderungen werden auch Studierende profitieren. So ermöglicht eine Verlängerung der Übergangsfristen bei den Doktoratsstudien alten Typs ein zeitgerechtes Absolvieren letzter Prüfungen. Gleichzeitig können Universitäten auch festlegen, dass Studierende bei Vorliegen spezieller Betreuungspflichten für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige für bis zu zwei Semester beurlaubt werden können. Mit der gesetzlichen Festschreibung des Bauleitplans gibt es erstmals eine Verankerung für Planungssicherheit, transparente Bauabwicklung und verbesserte Governance. "Gerade im Baubereich sind langfristige Planungen für die Universitäten von großer Bedeutung. Wir schaffen daher erstmals einen verbindlichen Rahmen für die Wissenschafts-Infrastruktur", sagt Mitterlehner. Schließlich soll mit der UG-Novelle die Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Arbeiten vorangetrieben werden. Universitäten dürfen künftig bei Plagiaten und wissenschaftlichem Fehlverhalten weitere Sanktionsmöglichkeiten vorsehen, die in den jeweiligen Satzungen festzuhalten sind und bis zum befristeten Ausschluss vom Studium für zwei Semester gehen.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Felix Lamezan-Salins, B.A.
Stv. Pressesprecher des Bundesministers
Tel.: +43 1 711 00-5128 / mobil: +43 664 88 69 23 07
mailto:felix.lamezan-salins@bmwfw.gv.at

Presseabteilung:
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APA0179 II, XI 01.10.2014 11:25:25

 

Lehrerausbildung: Unis und PH in Südostösterreich auf gemeinsamem Weg

Utl.: 26 Lehrpläne für Primar- und Sekundarstufe entwickelt - Gleiche und gemeinsame Ausbildung für AHS- und NMS-Lehrer soll in Steiermark, Kärnten und Burgenland im Herbst 2015 starten

Universität/Hochschule/Berufsausbildung/Steiermark/Kärnten

Die Pädagogischen Hochschulen und Universitäten in der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland wollen ab dem Studienjahr 2015/16 eine gemeinsame Lehrerausbildung anbieten. Nach einjähriger Arbeit des Entwicklungsverbundes Süd-Ost werden die Curricula im November dem Qualitätssicherungsrat vorgelegt, schilderte Elgrid Messner, Rektorin der PH Steiermark anlässlich der abschließenden Grazer Tagung.

Die neue Lehrerausbildung sieht vor, dass künftig jeder angehende Lehrer - egal ob er an einer Universität oder einer PH studiert - ein vierjähriges Bachelorstudium mit fundierter wissenschaftlicher und ausgeprägt praktischer Ausbildung und - zur Fixanstellung - ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium absolvieren muss. Im "Entwicklungsverbund Süd-Ost" wurden alle Bachelor- und Masterangebote für die künftigen Lehrer aller Schulstufen gemeinsam entwickelt.

An die 300 Mitglieder der PH Steiermark, der Universität Graz, der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz, der Privaten PH Burgenland, der Universität Klagenfurt und der PH Kärnten haben sich eingebracht, schilderte Messner im Gespräch mit der APA. "Wir haben es im vergangenen Jahr gemeinsam geschafft, die Studienpläne für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer der Primar- und Sekundarstufe zu entwickeln und zu finalisieren", so die Grazer PH-Rektorin. Insgesamt handle es sich um Lehrpläne für 26 Fächer und Schwerpunkte, die dann "wortident", wie Messner betonte, für die PH und die Universitäten gelten. Der Entwicklungsverbund Süd-Ost ist der erste österreichische Verbund aus PH und Universitäten, der eine solche gemeinsame Ausbildung fertig entwickelt hat.

Die Lehramtsausbildung für die Volksschule wird wie bisher nur von den PH angeboten werden. Durch die gleiche Ausbildung für alle Sekundarstufenlehrer können die Absolventen sowohl an AHS als auch Neuen Mittelschulen unterrichten. Verglichen mit der bisherigen AHS-Lehrerausbildung wird sie einen höheren pädagogisch-praktischen Anteil enthalten, im Vergleich zur aktuellen NMS-Lehrerausbildung ein Plus an fachwissenschaftlichen Inhalten. Die Kooperation von Uni und PH bei der Lehrerausbildung werde letztlich ein "Best of" beider Systeme und durch die Integration aller Institutionen und ihrer jeweiligen Angebote den Studierenden auch "mehr Wahlmöglichkeiten für Schwerpunktsetzungen" bieten, so Vizerektor Martin Polaschek von der Universität Graz.

Zu praktischen Umsetzung der Pläne bis Herbst 2015 müssten jedoch aufgrund eines fehlenden interinstitutionellen Studienrechtes noch einige "Stolpersteine im rechtlichen Bereich" aus dem Weg geräumt werden. Und es werde wohl auch darauf Rücksicht genommen werden müssen, "dass eine verbesserte und verlängerte Ausbildung mehr Mittel für Personal - und Raumressourcen" benötige.

(schluss) ha;jle;spu

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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