Mittwoch, 1. Oktober 2014

2014.10.01: Bildung

APA0309 II, XI 01.10.2014 13:25:09

 

Gesetzesnovellen sollen Hürden für neue Lehrerausbildung beseitigen

Utl.: Neue Kooperationsklauseln in Universitäts- und Hochschulgesetz - Höhere Frauenquoten und neue Sanktionsmöglichkeiten bei Plagiaten an Unis - Neues "Hochschulkollegium" an den PH

Universität/Hochschule/Lehrende/Österreich

Mit einer Novelle des Universitäts- sowie des für die Pädagogischen Hochschulen (PH) geltenden Hochschulgesetzes sollen "die letzten rechtlichen Hürden für Kooperationen" aus dem Weg geräumt werden, wie Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Mittwoch in einer Aussendung betont hat. Die Begutachtungsfrist der Entwürfe von Bildungs- und Wissenschaftsministerium läuft bis 29. Oktober.

In beiden Novellen finden sich Regelungen zur neuen Lehrerausbildung, in der ab 2016/17 bei der Ausbildung von Lehrern der Sekundarstufe (Hauptschule bzw. Neue Mittelschule, AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schule/BMHS) Pädagogische Hochschulen mit Unis kooperieren müssen. Durch eine Kooperationsklausel sollen Probleme, die bisher durch unterschiedliche studienrechtliche Bestimmungen entstanden sind, ausgeräumt werden. Künftig soll die für die Studenten günstigere Regelung angewendet werden.

Die Novelle des Universitätsgesetzes (UG) bringt außerdem höhere Frauenquoten in den Kollegialorganen und Gremien der Unis: Statt eines Frauenanteils von 40 Prozent sind nun 50 Prozent vorgesehen, womit die Quote an eine Bestimmung des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes angeglichen wird. "Mit dieser Maßnahme entsprechen wir einer Empfehlung des Rechnungshofes und stärken vor allem die Rolle der Frauen im wissenschaftlichen Alltag", so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Mit der UG-Neuregelung soll zusätzlich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium und Familie für Uni-Angehörige kommen: Waren bisher entsprechende Maßnahmen freiwillig, sollen sie künftig verbindlich sein und auch in den Uni-Satzungen stärker verankert werden. Die bestehenden Frauenförderpläne sollen auch durch Gleichstellungspläne ergänzt werden.

Außerdem sind zusätzliche Sanktionsmöglichkeiten bei wiederholten Plagiaten oder Vortäuschen wissenschaftlicher Leistungen vorgesehen: Künftig sollen die Unis mit einem Ausschluss auf Zeit bis zu zwei Semestern reagieren können. Weitere Änderungen: Für Doktoratsstudien alten Typs wurden die Übergangsfristen verlängert, Studenten mit speziellen Betreuungspflichten für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige sollen sich für bis zu zwei Semester beurlauben lassen können. Erstmals gesetzlich festgeschrieben wird im UG zudem der Bauleitplan, in dem Bauvorhaben mit dem Wissenschaftsministerium vereinbart werden.

Für die PH soll die Novelle des Hochschulgesetzes abseits der Änderungen im Bereich der Lehrerausbildung eine "Weiterentwicklung" bringen: Die bisherige Studienkommission wird durch ein "Hochschulkollegium" ähnlich den Uni-Senaten ersetzt und der Hochschulrat künftig nicht mehr im operativen Bereich tätig sein, sondern sich nur noch um Beratung und Kontrolle kümmern. Gleichzeitig soll das Rektorat bei Einbindung der anderen Organe mehr Macht bei Budget- und Personalplanung erhalten.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt an beiden geplanten Gesetzesänderungen Kritik. Sie bemängelt nicht nur, dass Zugangsbeschränkungen und Studieneingangsphase weiter im Gesetz stehen, auch an neuen Regelungen stoßen sich die Studentenvertreter: Die neuen Sanktionsmöglichkeiten bei Plagiaten etwa könnten durch den Verlust von Beihilfen existenzgefährdend sein. An den PH würden zudem nur "pseudodemokratische Strukturen" eingeführt, denn noch immer seien die Rektorate dem Bildungsministerium weisungsgebunden und noch immer habe das Ministerium im Hochschulrat die absolute Mehrheit.

(schluss) jle;aku;spu

APA0301 II, XI 01.10.2014 13:20:18

 

Zentralmatura: Heinisch-Hosek sieht keinen Änderungsbedarf in Deutsch

Utl.: Weist Kritik der IG Autorinnen Autoren an zu wenig Literaturbezug zurück

Oberstufe/Österreich/Österreich-weit

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal" die wiederholten Vorwürfe der IG Autorinnen Autoren, die schriftliche Zentralmatura führe zu einer stiefmütterlichen Behandlung von Literatur an den höheren Schulen, zurückgewiesen. "Literatur ist Teil der standardisierten Reifeprüfung und das ist gut und genug so", sieht sie keinen Änderungsbedarf.

"Es ist jetzt geregelter meiner Meinung nach als in der Vergangenheit, als es individuell entschieden wurde, welche Themen zur Matura kommen", so die Ministerin. "Es hätte auch sein können, dass keine Literatur vorkommt, und das ist jetzt Pflicht."

Die IG Autorinnen Autoren hatte wiederholt nicht nur die Qualität der Aufgabestellungen kritisiert, sondern ortet auch eine immer oberflächlichere Beschäftigung mit Literatur an den Oberstufen aufgrund der Zentralmatura. Heinisch-Hosek wiederum betonte, dass das Interesse junger Menschen an Literatur nicht dadurch entstehe, ob diese ein Drittel oder die Hälfte der Matura ausmache, sondern dadurch, wie der Pädagoge dem Umgang damit vermittle.

(schluss) jle;aku;spu

APA0295 II, XI 01.10.2014 13:14:40

 

Bildungsreform - Landesräte tagten mit Heinisch-Hosek in St. Pölten

Utl.: Ganztagsschule kein Hauptthema - Nächster Gipfel im Jänner 2015

Schule/Niederösterreich

Die Bildungsreferenten der Bundesländer sind am Mittwoch zu einem Bildungsgipfel mit Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in St. Pölten zusammengetroffen. In Sachen Bildungsreform befasse sich die Arbeitsgruppe mit fünf Themenpaketen, nannte Heinisch-Hosek im Anschluss an das Treffen als Zeitrahmen für ein Ergebnis den März 2015.

Mitte Jänner soll der nächste Gipfel stattfinden. Zwischenergebnisse will sie nicht bekannt gegeben, verwies Heinisch-Hosek auf die Komplexität des Bereichs, etwa weil Schul- und Personalverwaltung ineinandergreifen. Erörtert wurden auch pädagogische Themen, Kooperationen, Möglichkeiten der Vernetzung.

Die Ganztagsschule war eines der Themen, aber kein Hauptthema, hieß es. "Man sieht Fortschritte", sprach NÖ Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) von einer "guten Gesprächsbasis". Man habe auch über Ressourcen diskutiert. Da diese aufgrund der Kosten nicht mehr würden, gehe es um rasche unbürokratische Lösungen vor Ort und weiters um flexible Modelle im Hinblick auf die Verwaltungsstruktur. Einig seien sich die Länder darüber, dass sie nicht immer in Vorlage für den Bund treten könnten.

(schluss) fra;we;spu

Mittagsjournal, 1.10.2014

 

Zentralmatura: Ministerin gegen Änderungen

Peter Daser  

Ab dem nächsten Jahr wird an den Gymnasien die neue Zentralmatura abgelegt. Im Fach Deutsch wurde heuer schon geprobt: unter anderem mit einem fragwürdigen Text. Dabei komme generell die Literatur bei der Zentralmatura viel zu kurz, hat heute im Morgenjournal die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren kritisiert.
Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) weist die Kritik zurück, sie sieht keinen Änderungsbedarf bei der Zentralmatura.

 

OTS0169 II 01.10.2014 12:51:50

 

ÖH zur Hochschulgesetz-Novelle

Utl.: Ein mittelkleiner Schritt in die richtige Richtung

Innenpolitik/Bildung/Hochschulwesen/Universität

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) sieht in der heute präsentierten Novelle des Hochschulsgesetzes (HG) zwar einen Schritt in die richtige Richtung, allerdings bleiben darin viele dringend notwendige Veränderungen aus. "Mit der Novelle werden nun endlich die Grundlagen für gemeinsam eingerichtete Studien und engere Hochschulkooperationen geschaffen, an den pädagogischen Hochschulen fehlt es allerdings noch immer an Demokratie. Zwar wurde mit dem Hochschulkollegium ein Gremium eingerichtet, welches den Senaten nachempfunden, endlich auch drei Studierende von insgesamt zwölf Stimmen, in die Entscheidungen einbindet, allerdings besitzt das Ministerium im Hochschulrat noch immer eine absolute Mehrheit, was zu pseudodemokratischen Strukturen führt", so Florian Kraushofer vom Vorsitzteam der ÖH. Ein Kritikpunkt für die ÖH ist die Abänderung der Fristen bei den Aufnahmetests. "Mussten bisher Informationen zu den Aufnahmetests bereits sechs Monate vor dem Test zur Verfügung gestellt werden, so sind es jetzt nur mehr sechs Monate vor dem Studienstart im Oktober. Eine eindeutige Verschlechterung für die angehenden Studierenden", kritisiert Kraushofer.

Mit der Gesetzesnovelle sollen nun endlich begriffliche Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden. "Für uns als ÖH ist es sehr wichtig, dass die Studierenden Rechtssicherheit an den Hochschulen vorfinden. Transparente und klare gesetzliche Rahmenbedingungen sind daher unumgänglich. Insofern geht die Novelle daher in eine richtige Richtung", so Kraushofer. Trotzdem fehlen für die ÖH noch wesentliche Punkte. "Noch immer sind die Rektorate an den pädagogischen Hochschulen weisungsgebunden und somit abhängig vom Ministerium. Hier bräuchte es eindeutig mehr Autonomie. Außerdem fordern wir als ÖH schon seit längerer Zeit Einblick in den Ressourcenplan und somit in das Budget der PHs, was mit dem aktuellen Entwurf auch nicht gewährleistet wird. Wir werden uns hier noch für Abänderungen einsetzen", so Kraushofer abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Daniel Böhm
Pressesprecher
Tel.: +43/676/888522-17
mailto:daniel.boehm@oeh.ac.at
https://www.oeh.ac.at


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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