Montag, 20. Oktober 2014

2014.10.21: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 21. Oktober 2014

 

 

Studie: Eltern haben in der Schule nichts zu sagen

Sozial schwache Eltern fühlen sich von der Schule übergangen, stellt eine Innsbrucker Erziehungswissenschafterin fest.

Sozial benachteiligte Eltern fühlen sich von der Schule übergangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Erziehungswissenschafterin Maria Wolf (Uni Innsbruck), für die sie Einzel- und Gruppeninterviews mit sozioökonomisch oder vom Bildungsverlauf benachteiligten Eltern geführt hat. Bei der Unterstützung für die Kinder gebe es zudem eine deutliche Kluft zwischen Stadt und Land.

Innerhalb der interviewten Gruppe habe man auf eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensläufen geachtet, so Wolf. So habe man mit Alleinerziehern, Patchwork- sowie klassischen Familien, Migranten wie "Einheimischen" sowie Land- und Stadtbewohnern gesprochen. Auch arbeitslose Akademiker seien darunter gewesen. Ein roter Faden durchziehe die Berichte dabei, schreibt sie in einer Broschüre zum Thema: "Eltern haben in der Schule 'nichts zu sagen', obwohl sie von der Schule ständig eingeladen werden 'zu sprechen' und die Schule täglich Gesprächsthema zwischen Eltern und Kindern ist."

"Sie haben keinen Erfolg"

"Diese Eltern machen immer wieder die Erfahrung, dass sie vortragen können, was sie wollen - sie merken aber, dass sie damit keinen Erfolg haben", so Wolf. "Sie erfahren ein Machtgefälle zwischen Elternhaus und Schule." Dabei seien sie oft in der Zwickmühle, durchaus konstruktive Kritik vortragen zu wollen, gleichzeitig aber diese so formulieren zu müssen, "damit die Lehrerin nicht verärgert ist". In einem Interview habe eine Frau etwa gemeint: "Aber auf jeden Fall muss ich beim Sprechen mit der Lehrerin immer 'Ok, Frau Lehrerin, du hast Recht' sagen", bevor sie auch ihre Kritik äußere.

Trotzdem würden sie regelmäßig abgekanzelt bzw. ignoriert, so Wolf. Sie erführen dabei regelmäßig - und das sei der zweite rote Faden in der Studie - , dass "in der Schule eine 'Kultur der Unfehlbarkeit' vorherrscht: Die Schule macht alles richtig". Konsequenz: Viele Eltern würden nach einmal fruchtlos geäußerter Kritik den Kontakt vermeiden.

Kaum Studien zu Eltern

Mit der Forschungsarbeit will Wolf auch das unterbelichtete Feld der Elternforschung in den Fokus rücken: "Die Schulpädagogik untersucht seit Jahrzehnten unterschiedliche Aspekte des Schulalltags - Didaktik, Schüler-Lehrer-Beziehung etc. Das ist auch gut. Lehrer können daher immer wieder auf Studien oder ihre gewerkschaftliche Vertretung zurückgreifen. Bei Eltern ist das anders: Es gibt kaum Studien, und die Elternvertretung wird nicht wirklich als solche wahrgenommen. Deren Aufgabe wird darin gesehen, das Buffet bei Schulveranstaltungen zu organisieren - einen Machtfaktor stellt sie nach Ansicht der Eltern nicht dar. Der Einfluss der Elternvertretung an den Schulen geht gegen null."

Überrascht war Wolf über die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten zwischen Stadt und Land: "In der Stadt wird eine Infrastruktur angeboten mit Hortbetreuung, Schulen mit Nachmittagsbetreuung oder Lernhilfe. Wenn man am Land benachteiligt ist, kommt man da nicht raus." Eltern würden ihre Kinder zwar jährlich zur Lernhilfe am Nachmittag anmelden, komme aber nie zustande, da sich aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahl zu wenige Kinder angemeldet hätten, heißt es in einem Interview. Und, so eine Mutter: "Weil, ein Lehrer will ja auch am Nachmittag seine Freiheiten oder seine Freizeit haben. Und wenn da jetzt zehn Manderln sind von Kindern, wird sich der da nicht hinsetzen und mit den Kindern lernen."

Problem nach der Volksschule

Übergangen fühlen sich viele Eltern am Land auch beim Übertritt nach der Volksschule - die Entscheidung für die Hauptschule bzw. Neue Mittelschule werde dabei oft als gegeben angesehen, zeigen manche Interviews. "Das ist automatisch gegangen. Weil wir dann nach XXX hergezogen sind, und da ist die Volksschule und Hauptschule ebengleich nebeneinander und da ist, da ist überhaupt nie irgendwas geredet worden. Das ist das, was ich eigentlich auch nie verstanden habe. Das ist, wie wenn das normal gewesen wäre, automatisch. Da hat uns auch niemand informiert oder irgendwas..."

Besonders betroffen davon sind Kinder von Eltern mit Migrationsgeschichte: "Viele Volksschullehrerinnen sagen immer, 'ah euer Kind kann nicht ein Gymnasium besuchen, sie müssen die Hauptschule besuchen' und so weiter. Kannst du mal Hauptschule besuchen... Trotz lauter Noten mit Eins." Oder: "Sie hat komischerweise allen türkischstämmigen Mädchen die gleiche Schule empfohlen..."

 

 

Die Presse – 21. Oktober 2014

 

 

Kein Geld mehr für Schulmieten? Dann hört sich alles auf!

Regierung erklärt gerade auf offener Bühne ihre Bildungspolitik für bankrott.

 

Muss ich mir Sorgen machen, dass meine Enkel in drei bis sechs Jahren in einer Bruchbude die Volksschule absolvieren? Findet in zehn Jahren die schulische Ganztagsbetreuung in der Sekundarstufe in einem Zelt oder in einem unfertigen Bahntunnel statt? Die Regierung kann die vierte Quartalsrate an Mieten für die Bundesschulen von rund 75 Millionen Euro nicht zahlen. Der Eigentümer der Schulen, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), soll die Mieten stunden. Sonst, so lautet die abenteuerliche Begründung, könnten die Lehrer nicht mehr bezahlt werden.

Vor rund zwei Jahren wollte die Regierung schon einmal die Schulmieten aufschieben. Fehlt das Geld für die Ausbildung der Kinder schon längst? Für unsere Kinder? Nach all den Tänzen, die mit Steuergeld in den vergangenen Jahren aufgeführt worden sind?

Nun soll mir einmal jemand erklären, wie man als Steuerzahler, Vater, Großvater, Bewohner einer Mietwohnung, Auto- und U-Bahn-Fahrer, der in jeder Beziehung pünktlich zahlen muss, angesichts dieser Unverfrorenheit keinen Wutanfall aufreißen soll. Wie kann es sein, dass sich nicht vor dem Parlament und vor den Stadt- und Landesschulräten mit ihren Proporzbeamten ohne Aufgabe und Verantwortung Eltern schulpflichtiger Kinder zu Protestdemonstrationen versammeln?

BIG braucht Mieteinnahmen

Dazu kommt Folgendes: Die BIG kaufte haufenweise Immobilien von der Republik und muss die Schulden abstottern. Dafür braucht sie Mieteinnahmen. Die Geschäftsführung haftet für das wirtschaftliche Wohlergehen der BIG, auch für deren Fähigkeit, Verpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Wäre das durch den Ausfall der 75 Millionen Euro gefährdet, dürfte die BIG die Schulmieten nicht stunden. Das Mindeste wären saftige Verzugszinsen von sechs Prozent aufwärts. Würde die BIG das tun, oder ist sie zu schwach? Dazu eine Personalie. Vor Kurzem wurde die ÖVP-Politikerin Christine Marek zur Aufsichtsratsvorsitzenden der BIG ernannt. Marek hat die Höhere Bildungsanstalt für Wirtschaftliche Frauenberufe absolviert und wurde zur Spitzenkandidatin der vorletzten Wiener Gemeinderatswahl ernannt. Die Wiener ÖVP wurde marginalisiert, sie hat sich von Mareks Wirken bis heute nicht erholt.

Lohn für die Parteitreue?

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu verschiedenen Korruptionsfällen agierte Marek dann in einer Weise, als sei sie eher am Vorübergehen der Stunden als an der Klärung der Korruptionsfälle interessiert. Ist der BIG-Versorgungsposten der Lohn für ihre Parteitreue?

Die seit vielen Jahren und unter reger Beteiligung von „selbst ernannten Bildungsexperten“ wie Bernd Schilcher (© Konrad Paul Liessmann) geführte „Reformdiskussion“ gefährdet die schulische Erziehung der Kinder schon schwer. Wenn nun die Regierung nicht einmal mehr die Mieten für die Schulgebäude oder die Gehälter der Lehrer zahlen kann, dann hört sich alles auf.

Die inkompetenten Bildungsministerinnen seit 1999 (Elisabeth Gehrer, Claudia Schmied, Gabriele Heinisch-Hosek) verkörpern bloß das grundlegende Scheitern von ÖVP/SPÖ an so etwas wie Regieren. Auch die Bildungsinitiative von Hannes Androsch war (unter Verwendung von „Fachleuten“ wie Schilcher) ein untauglicher Anstoß zur Reform.

Um ein Bild aus der Welt des Fußballs zu strapazieren: Du kannst Antikicker nicht dazu bringen, einen geraden Pass zu schlagen, indem du ihnen ihre Unfähigkeit attestierst. Aber die Zuschauer könnten sich wenigstens erheben und die Hundskicker vom Platz stampern.

Mag. Johann Skocek war Gymnasiallehrer. Heute ist er freier Journalist und Buchautor.

 

 

KLZ – 21. Oktober 2014

 

Schulen schneiden bei Jungen um Klassen besser ab

Sie ticken erfrischend anders, als oft geglaubt: Während Bildungsexperten schwarzmalen, stellen die Jugendlichen ihren Schulen ein gutes Zeugnis aus. In einer Serie nimmt die Kleine Zeitung die jungen Steirer unter die Lupe.

Wenn's darum geht, über die Jugend zu fachsimpeln, fühlt sich fast jeder als Experte - schließlich war jeder einmal jung. Dass es in Wahrheit nicht ganz so einfach ist, zeigt die "4. Steirische Jugendstudie", für die mehr als 2000 Steirer zwischen 14 und 20 Jahren zu ihren Wünschen, Idealen und Lebenswirklichkeiten befragt wurden. Und lässt man die Jugendlichen selbst zu Wort kommen, wird schnell klar: Sie sind wohltuend anders als das Bild, das sich Erwachsene gerne von ihnen malen.

Zahlen

90 Prozent der befragten Lehrlinge schätzen das Image ihres Lehrberufs bzw. -betriebs als positiv ein. Auch das Image der Schulen schneidet mit 81 (Pflichtschulen) bis 85 Prozent (Berufsschulen) an positiver Einschätzung gut ab.

79 Prozent der befragten Schüler geben an, sich in ihrer Klasse wohlzufühlen. Allerdings meinen mehr als 40 Prozent, dass es auch Schulkollegen gibt, die sich gar nicht wohlfühlen. 11,7 Prozent verspüren in der Schule oft Angst.

Das fängt schon bei der Schule an: Während omnipräsente Bildungsexperten kaum ein gutes Haar am derzeitigen Schulsystem lassen, zeigen sich mehr als 80 Prozent der Schüler und Lehrlinge mit ihrer Ausbildungsstätte durchaus zufrieden. Ähnliche Ergebnisse fördert die Frage nach dem Image der jeweiligen Schule zutage - vier von fünf betrachten es als gut. "Das hat uns in dieser Klarheit alle überrascht", sagen die Studienautoren Christian Ehetreiber und Christian Scharinger.

Noch besser kommt die Lehrlingsausbildung mit einer Zufriedenheit von 90 Prozent weg. "Die Bemühungen, das Image der Lehre zu verbessern, haben gefruchtet", freut sich Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk.

Wenngleich die Jugendlichen auch nicht mit kritischen Tönen sparen. "Für Freunde oder Vereine bleibt oft wenig Zeit, weil in der Schule schon auch viel Zeit mit Unnötigem vergeudet wird", meint der 18-jährige AHS-Schüler Julian Weswaldi im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

GRAFIK

Auch die Zentralmatura wird von den Schülern überwiegend negativ bewertet, ähnliches gilt für Ganztagsschul-Pläne. Wobei sich Landesschulrats-Präsidentin Elisabeth Meixner sicher ist, dass "sich die Angst vor der Zentralmatura mit jedem weiteren Jahr legen wird", während Ganztagsschulen vor allem für die unteren Schulstufen relevant seien.

Von radikaler Protestkultur sei die Jugend von heute jedenfalls weit entfernt, sagen die Studienautoren: Statt über Krisen zu jammern oder Revolutionen anzuzetteln, "akzeptieren die Jugendlichen die äußeren Umstände und wollen das Beste daraus machen".

High-Tech-Biedermeier

Ehetreiber nennt diese über Smartphones hochvernetzte Lebensweise "High-Tech-Biedermeier". "Social Media ist für die Jugend so selbstverständlich, wie von Geburt an einen Blinddarm zu haben", ergänzt Scharinger.

Mangelndes politisches Interesse kann man den Jugendlichen ebenfalls nicht vorwerfen. So ist die Zustimmung zum "Wählen mit 16" seit der ersten Jugendstudie 2007 von knapp 38 auf fast 70 Prozent geklettert. Oder wie Lehrling David Huber (18) sagt: "Auch wenn ich mit der Politik nicht zufrieden bin, gehe ich sicher wählen. Sonst könnte ich ja nichts ändern."

ULRICH DUNST, GÜNTER PILCH

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 244 vom 21.10.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

In der Schule hat nicht alles Platz

 

   Österreichs Schulsystem ist in Verruf geraten. Weil die Kinder in internationalen Vergleichstest nicht besonders gut abschneiden, wird ständig darüber nachgedacht, wie die Schulen besser gemacht werden können. Ein Punkt, der dabei immer diskutiert wird: Lehrerinnen und Lehrer sollen sich mehr auf das Vermitteln von Schreiben, Lesen und Rechnen konzentrieren. Themen, die nicht in die Schule gehören, sollen dort keine Zeit mehr stehlen.

 

   Wie schnell der Schule neue Aufgaben zugeteilt werden, zeigten nun die Präsidenten der österreichischen Landtage. Diese forderten, dass ab der 3. Klasse Volksschule die Kinder mehrere Stunden pro Jahr lernen sollen, wie man Menschen richtig reanimiert. Jetzt gibt es nichts dagegen zu sagen, dass auch Jugendliche wissen sollen, wie sie Personen helfen können, wenn diese einen Herzinfarkt erlitten haben. Dazu bieten Hilfsorganisationen Erste-Hilfe-Kurse an. Dass Politiker diese jetzt quasi flächendeckend in der Schule einführen wollen, zeigt nur eines: Das Jammern über die schlechten PISA-Testergebnisse ist nicht wirklich ernst zu nehmen.

 

 

 

ORF – 21. Oktober 2014

 

Schule bevormundet sozial schwache Eltern

Sozial benachteiligte Eltern fühlen sich von der Schule übergangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Erziehungswissenschafterin Maria Wolf von der Uni Innsbruck. Das Gefühl der Eltern, sie hätten in der Schule nichts zu sagen, sei in vielen Befragungen präsent.

Wolf hat für die Studie Einzel- und Gruppeninterviews mit Eltern, die finanziell, gesellschaftlich oder von ihrem Bildungsverlauf her benachteiligt sind, geführt. Innerhalb der interviewten Gruppe habe man auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensläufen geachtet, so die Wissenschafterin gegenüber der APA. So habe man mit Alleinerziehern, Patchwork- sowie klassischen Familien, Migranten wie „Einheimischen“ sowie Land- und Stadtbewohnern gesprochen. Auch arbeitslose Akademiker seien darunter gewesen.

Ein roter Faden durchziehe dabei die Berichte, schreibt Wolf in einer Broschüre zum Thema: „Eltern haben in der Schule ‚nichts zu sagen‘, obwohl sie von der Schule ständig eingeladen werden ‚zu sprechen‘ und die Schule täglich Gesprächsthema zwischen Eltern und Kindern ist.“

Machtgefälle zwischen Elternhaus und Schule

„Diese Eltern machen immer wieder die Erfahrung, dass sie vortragen können, was sie wollen - sie merken aber, dass sie damit keinen Erfolg haben“, so Wolf zur APA. „Sie erfahren ein Machtgefälle zwischen Elternhaus und Schule.“ Dabei seien sie oft in der Zwickmühle, durchaus konstruktive Kritik vortragen zu wollen, gleichzeitig aber diese so formulieren zu müssen, „damit die Lehrerin nicht verärgert ist“. In einem Interview habe eine Frau etwa gemeint: „Aber auf jeden Fall muss ich beim Sprechen mit der Lehrerin immer ‚Ok, Frau Lehrerin, du hast Recht‘ sagen“, bevor sie auch ihre Kritik äußere.

Kontakt meiden als Konsequenz

Trotzdem würden sie regelmäßig abgekanzelt bzw. ignoriert, so Wolf. Sie erführen dabei regelmäßig - und das sei der zweite rote Faden in der Studie - , dass „in der Schule eine ‚Kultur der Unfehlbarkeit‘ vorherrscht: Die Schule macht alles richtig“. Die Konsequenz sei, dass viele Eltern nach einmal fruchtlos geäußerter Kritik den Kontakt vermeiden würden.

Einfluss der Elternvertretung in Schulen gering

Mit der Forschungsarbeit will Wolf auch das unterbelichtete Feld der Elternforschung in den Fokus rücken: „Die Schulpädagogik untersucht seit Jahrzehnten unterschiedliche Aspekte des Schulalltags - Didaktik, Schüler-Lehrer-Beziehung etc. Das ist auch gut. Lehrer können daher immer wieder auf Studien oder ihre gewerkschaftliche Vertretung zurückgreifen. Bei Eltern ist das anders: Es gibt kaum Studien, und die Elternvertretung wird nicht wirklich als solche wahrgenommen. Deren Aufgabe wird darin gesehen, das Buffet bei Schulveranstaltungen zu organisieren - einen Machtfaktor stellt sie nach Ansicht der Eltern nicht dar. Der Einfluss der Elternvertretung an den Schulen geht gegen null.“

Mehr Unterstützung in der Stadt

Überrascht war Wolf über die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten in der Stadt und auf dem Land: „In der Stadt wird eine Infrastruktur angeboten mit Hortbetreuung, Schulen mit Nachmittagsbetreuung oder Lernhilfe. Wenn man am Land benachteiligt ist, kommt man da nicht raus.“ Eltern würden ihre Kinder zwar jährlich zur Lernhilfe am Nachmittag anmelden. Diese komme aber nie zustande, da sich aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahl zu wenige Kinder angemeldet hätten, heißt es in einem Interview. Und, so eine Mutter: „Weil, ein Lehrer will ja auch am Nachmittag seine Freiheiten oder seine Freizeit haben. Und wenn da jetzt zehn Manderln sind von Kindern, wird sich der da nicht hinsetzen und mit den Kindern lernen.“

Zu wenig Unterstützung bei Wahl Gym oder NMS

Übergangen fühlen sich viele Eltern am Land auch beim Übertritt nach der Volksschule. Die Entscheidung für die Hauptschule bzw. Neue Mittelschule werde dabei oft von der Volksschule als gegeben angesehen, zeigen manche Interviews. Besonders betroffen davon sind Kinder von Eltern mit Migrationsgeschichte. Einer Schülerin mit Migrationshintergrund sei etwa geraten worden, die Hauptschule zu besuchen, obwohl sie ein Zeugnis mit lauter „sehr gut“ gehabt habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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