Mittwoch, 22. Oktober 2014

2014.10.22: Bildung

APA0236 II, XI 22.10.2014 12:13:01

 

Industriellenvereinigung startet Initiative "Neustart Schule"

Utl.: IV sucht nach Unterstützern und will "dem Bildungs-Stillstand ein Ende setzen"

Schule/Industriellenvereinigung/Österreich

Die Industriellenvereinigung (IV) hat am Mittwoch mit "Neustart Schule" eine neue Initiative für Bildungsreformen gestartet. Man wolle "dem Bildungs-Stillstand ein Ende setzen", wirbt sie um Unterstützer. Die Initiative will die Zukunft von Bildung thematisieren und soll eine Breitenwirkung erreichen, "die auch die Politik nicht mehr ignorieren kann".

"Reförmchen reichen nicht mehr, wir brauchen wirkliche Reformen. Dafür wollen wir die Menschen und natürlich auch die Politik gewinnen", fordert "Neustart Schule" ein Ende von "Stillstand und Grabenkämpfen". In einer ersten Phase soll auf der Online-Plattform www.neustart-schule.at die Meinung der Bevölkerung zur Lage des Bildungssystems sondiert werden: "Wir möchten allen die Möglichkeit geben, eine sachliche Diskussion, frei von Ideologien, zu führen", so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung. In den kommenden Jahren soll auch durch weitere Aktivitäten Druck für Bildungsreformen gemacht werden.

Auf www.neustart-schule.at werben neben IV-Vertretern auch Weggefährten aus der Zeit des Bildungsvolksbegehrens für die Anliegen der Initiative: So outen sich u.a. der damalige Initiator und Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch, der frühere VP-Landesschulratspräsident Bernd Schilcher und Ex-AHS-Direktorin Heidi Schrodt als Unterstützer der Initiative. "Neustart Bildung" wird außerdem von der Bildungs-NGO "Jedes Kind" und dem Verein "Wirtschaft für Integration" mitgetragen. Auch Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider, Wirtschaftskammer-Bildungsexperte Michael Landertshammer, Fachhochschulkonferenz-Generalsekretär Kurt Koleznik, der frühere Leiter der Lehrerausbildungs-Reformkommission Peter Härtel, Kindergarten-Lobbyistin Raphaela Keller und Martin Schenk von der Armutskonferenz zählen zu den Unterstützern.

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OTS0106 WI, II 22.10.2014 11:35:34

 

Industriellenvereinigung: Neue Initiative für mehr Bewegung in der Bildungspolitik

Utl.: IV-GS Neumayer: Stillstand beim Thema Bildung ein Ende setzen - Brauchen eine grundlegende Neukonzeption des Bildungssystems

Wirtschaft und Finanzen/IV/Bildung/Schule/Initiative/Neumayer

Heute, Mittwoch, startet die Industriellenvereinigung (IV) eine neue Initiative für mehr Bewegung in der Bildungspolitik. "Mit 'Neustart Schule' möchten wir und unsere Partner die Zukunft von Bildung in Österreich in einem neuen Anlauf breit thematisieren. Und wir wollen dabei die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt stellen", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer. "Neustart Schule" sei eine Reforminitiative, die zum Thema Bildung vielfältige Themen setzen und Aktivitäten transportieren wolle. Ziel sei es, das Bewusstsein für eine Neukonzeption des Bildungssystems zu stärken. In einer ersten Phase gehe es vor allem darum, auf einer Online-Plattform (www.neustart-schule.at) die Meinung der Bevölkerung zur Lage des Bildungssystems zu erfahren: "Wir möchten allen die Möglichkeit geben, eine sachliche Diskussion, frei von Ideologien, zu führen. Jeder hat die Möglichkeit sich zu Wort zu melden - Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte, Expertinnen und Experten, Politikerinnen und Politiker. Die Meinung von ihnen allen ist uns wichtig."

Zwtl.: Einladung an Zivilgesellschaft und Unternehmen - Bildungsvolksbegehren, Bildungs-NGO "Jedes Kind" sowie Verein "Wirtschaft für Integration" bereits jetzt an Bord

Mittelfristig sei das Ziel der Initiative, das Bildungssystem neu zu konzipieren und auch die Politik dafür zu gewinnen. Neumayer: "Wir wollen mit 'Neustart Schule' dem Stillstand im zentralen Thema Bildung ein Ende setzen. Irgendwann muss die Zeit des Reparierens, Korrigierens und Nachjustierens vorbei sein. Was es in Österreich braucht, ist ein grundlegend neues Konzept des Bildungssystems. Reförmchen reichen nicht mehr, wir brauchen wirkliche Reformen. Dafür wollen wir die Menschen und natürlich auch die Politik gewinnen. Und dafür brauchen wir Unterstützung von allen Seiten: von Einzelpersonen, Unternehmen, Bildungsinitiativen und zivilgesellschaftlichen Organisationen." Unter den ersten Partnern von "Neustart Schule" seien das Bildungsvolksbegehren, die Bildungs-NGO "Jedes Kind" und der Verein "Wirtschaft für Integration".

Zwtl.: "Neustart Schule" ein Element von "Beste Bildung für Österreichs Zukunft"

"Neustart Schule" sei eines von mehreren Elementen des IV-Schwerpunkts "Beste Bildung für Österreichs Zukunft". Neben der Reforminitiative werde die IV im kommenden Jahr immer wieder bildungspolitische Themen - von der Elementar- bis zur Hochschulbildung - zur Sprache bringen und ihre Positionen dazu bekräftigen. Darüber hinaus seien eine Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten geplant. IV-Generalsekretär Neumayer: "Wir wollen, dass im Bildungsthema mehr passiert als bisher. Zwar gehen viele Maßnahmen der Regierung in die richtige Richtung, etwa die Investitionen in Elementarpädagogik oder Ganztagsschule. Aber insgesamt greifen die Reformen zu kurz und die grundlegenden Probleme, wie jenes tausender Schulabbrecher oder die soziale Selektion, bleiben ungelöst. Was wir letztlich brauchen, ist ein Neustart in Bildung und Schule, weil das Thema entscheidend für unsere persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft ist."

Jetzt unterstützen: www.neustart-schule.at

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OTS0113 CI, WI 22.10.2014 11:55:33

 

Wenig Resonanz auf PIAAC-Kompetenzmessung bei Erwachsenen

Utl.: 1 Million ÖsterreicherInnen lesen schlecht. Was bleibt von dieser Diagnose übrig?

Erwachsenenbildung/Bildung/Studie/Unternehmen/Wirtschaft und Finanzen

Hängt unsere Wirtschaft tatsächlich davon ab, wie gut Erwachsene zwischen 16 und 65 Jahren lesen, rechnen oder mit dem Computer umgehen können? Wenn es nach der OECD geht, ja. Wenn es nach den neuesten Ergebnissen von PIAAC, dem sogenannten "PISA für Erwachsene geht", dann ist die Antwort aber nicht immer ganz so einfach. Die neueste Ausgabe der Online Fachzeitschrift "Magazin erwachsenenbildung.at" zeigt, was hinter den Daten, Analysen und Meinungsbildern zur internationalen Studie über Kompetenzen Erwachsener steckt. Fazit: Österreich mag zwar im internationalen Vergleich durchschnittlich abschneiden. Aber die relevanteren Unterschiede liegen innerhalb der eigenen Grenzen. So spielt das Niveau der Lesekompetenz in Österreich hinsichtlich der Beschäftigung vergleichsweise wenig Rolle. Wohl aber sind bei guten Leserinnen und Lesern das Gehalt höher, die Gesundheit besser und die politische Mitsprache ausgeprägter. Zu Wort kommen der OECD-Verantwortliche für PIAAC Andreas Schleicher, nationale Player in der Umsetzung der Strategie für Lebenslanges Lernen, VertreterInnen der Erwachsenenbildung und der Sozialpartner ebenso wie WissenschafterInnen. Das neue Meb steht ab sofort kostenlos unter www.erwachsenenbildung.at/magazin zum Download bereit und ist auch als Druckversion zum Selbstkostenpreis von EUR 11,60 erhältlich.

Zwtl.: PIAAC soll bildungspolitische Steuerung verbessern

"Was Menschen früher erlernt haben, stimmt oft nicht mehr überein mit dem, was sie heute können", sagt Andreas Schleicher, der bei der OECD für die großen Kompetenzmessungen PISA und PIAAC zuständig ist. "Mit PIAAC wollten wir herausfinden, was Menschen wissen und was sie damit tun können." Letztlich sollen die Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit diesem Wissen ihre Bildungsanstrengungen besser, nämlich auf einer informierten Basis steuern können.

Zwtl.: Auch 25 Jahre Aufschulung wären nicht genug

Doch wo PISA immer wieder für einen Aufschrei sorgt, bleibt es rund um PIAAC erstaunlich ruhig. "1 Million Österreicherinnen und Österreicher kann nur mangelhaft oder gar nicht lesen" - diese Botschaft erreichte viele. Dem bei der jüngsten Regierungsklausur um weitere drei Jahre verlängerten Förderprogramm "Initiative Erwachsenenbildung" kam diese Meldung argumentativ durchaus zugute. Trotzdem zeigen Auswertungen des Instituts für Höhere Studien (IHS) im vorliegenden Magazin, dass die hierfür investierten Millionen selbst nach 25 Jahren noch nicht den gesamten Bedarf befriedigen würden.

Zwtl.: VHS, WIFI und AK fordern mehr Handeln

Mit den nun vorliegenden, vertieften Auswertungen, könnte neuer Schwung in die Sache kommen. Gerhard Bisovsky vom Verband Österreichischer Volkshochschulen etwa fordert in seinem Beitrag zum Magazin die Einrichtung einer bundesweiten Stelle zur Steuerung der Grundbildungspolitik. "Erwachsene Lernende müssen unterstützt werden, durch Lernen eine oder mehrere Stufen höher zu kommen." Hannes Knett vom Wirtschaftsförderungsinstitut WIFI Österreich relativiert die PIAAC Ergebnisse: "Der Wirtschaftsstandort ist deutlich besser, als die PIAAC Ergebnisse erwarten lassen." Ein geeignetes Instrument zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit bestehe mit der österr. Strategie zum Lebensbegleitenden Lernen ohnehin schon seit mehreren Jahren, sie müsse nur konsequent umgesetzt werden. VertreterInnen von Arbeiterkammer Wien und dem Verband gewerkschaftlicher Bildung sehen in den PIAAC-Ergebnissen neue Argumente für ein zweites Gratiskindergartenjahr sowie die Aufwertung betrieblicher Lernorte.

Zwtl.: Wer studiert hat, liest nicht zwingend besser als nach der Pflichtschule

In Bezug auf die bildungspolitischen Konsequenzen aus PIAAC 2011/2012 scheint es wie so oft auf den zweiten, genaueren Blick anzukommen. Nicht nur "die üblichen Verdächtigen" - also Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss, MigrantInnen und Hilfskräfte - schnitten bei den Lesekompetenzen schlecht ab, stellt Robert Titelbach vom Sozialministerium fest. "Die 'Kompetenzarmen' finden sich auch in Berufsgruppen, wo man sie vielleicht nicht so eindeutig vermutet hätte." Zudem gilt zwar ganz allgemein, dass die Kompetenzen mit zunehmenden Bildungsabschlüssen höher seien. Doch sind die Unterschiede innerhalb der Bildungsabschlüsse viel größer als über die Qualifikationen hinweg. So liest mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit maximal Pflichtschulabschluss ebenso gut wie mehr als die Hälfte aller HochschulabsolventInnen.

Zwtl.: Können ist mehr als was wir messen können

Als zumindest diskussionswürdig erweist sich für Österreich die Annahme, dass die gemessenen Kompetenzen in Lesen, Alltagsmathematik und Problemlösen mit Technologien zentral ausschlaggebend für die individuelle Produktivität und beruflichen Erfolg seien. Martin Mayerl vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung warnt daher in seiner Analyse über den sogenannten Skills-Mismatch bei PIAAC ganz deutlich davor, Anforderungen des Arbeitsmarkts ganz einfach mit den gemessenen Kompetenzen zu vergleichen oder gar bildungspolitische Strategien daraus abzuleiten. Offenbar können wir neben Lesen, Rechnen und Computerbedienung nämlich noch ganz andere Dinge, die uns erfolgreich machen. Es bleibt daher abzuwarten, welche Dimensionen bei der nächsten Erhebung in acht Jahren abgefragt werden. Und was wir daraus für die Gestaltung des Bildungssystems und der Erwachsenenbildung lernen werden.

Zwtl.: Fachmedium und aktuelle Online-Information

Magazin erwachsenenbildung.at (Meb) ist das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs der österreichischen Erwachsenenbildung. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) und dem Verein CONEDU dreimal jährlich herausgegeben. Alle eingereichten Artikel durchlaufen ein Review von ExpertInnen. Das Magazin erscheint parallel zur kostenlosen Online-Ausgabe auf www.erwachsenenbildung.at/magazin auch im BoD-Verlag und ist als Druckausgabe zum Selbstkostenpreis von 11,60 oder als E-Book für weniger als 1 Euro erhältlich.

Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Frauen.

Rückfragehinweis:
Magazin erwachsenenbildung.at
p.A. Verein CONEDU
Mag. Wilfried Hackl
Marienplatz 1/II/L
8020 Graz
Tel.: +43 316 719508
E-Mail: hackl@erwachsenenbildung.at


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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