Dienstag, 21. Oktober 2014

2014.10.22: Newsletter Bildung

Die Presse – 22. Oktober 2014

 

 

Studie: Ganztagsschule führt nicht zu Entfremdung

Die Befürchtung, ein Ganztagsschulbesuch würde Eltern von ihren Kindern entfremden, sei unbegründet, schreiben die Autorinnen einer Studie. Eher im Gegenteil.

Fühlen sich Kinder, die ihre Nachmittage in der Schule verbringen, den Eltern entfremdet? Offenbar nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine in der Fachzeitschrift "Erziehung und Unterricht" veröffentlichte Studie der beiden Psychologinnen Brigitte Rollett und Gloria Rajtora. Keine Unterschiede zwischen Ganztagsschülern und Halbtagsschülern zeigten sich bei Schulleistung, Schulfreude und Freizeitverhalten.

Für die Studie befragten die Psychologinnen 212 Wiener Schüler in der vierten Klasse der Kooperativen Mittelschule (KMS), einer Form der Hauptschule. 92 besuchten eine Halbtagsschule, 120 eine Ganztagsschule (entweder in offener oder verschränkter Form; Schule jeweils bis mindestens 16.30 Uhr), wobei zur besseren Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Schulen immer jeweils eine Halb- und eine Ganztagsschule aus dem gleichen Bezirk ausgewählt wurden. Die Ergebnisse bestätigten dabei die Resultate einer ähnlichen deutschen Untersuchung mit rund 50.000 Teilnehmern.

Entfremdung weniger ausgeprägt

Dies deute darauf hin, "dass die teilweise vorherrschende Befürchtung, ein Ganztagsschulbesuch würde Eltern von ihren Kindern entfremden und das Familienleben stören, unbegründet ist", schreiben die Autorinnen. Im Gegenteil: Ganztagsschüler berichteten von einem "signifikant niedrigeren Entfremdungsgefühl ihren Eltern gegenüber".

Mögliche Gründe dafür: Einerseits könnten Eltern so in schulischen und erzieherischen Belangen entlastet und damit das Familienklima verbessert werden. Andererseits befänden sich die Jugendlichen mit 14 mitten in der Pubertät: Die "alterstypischen Streitereien und Diskussionen" könnten deshalb reduziert sein, weil die Ganztagsschüler einen großen Teil des Tages außerhalb der elterlichen Kontrolle verbringen, Reibereien damit von vornherein vermieden werden und die Jugendlichen eine stärkere Autonomie erleben.

Keine Unterschiede bei Schulfreude

Keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigten sich bei der Bindung an Freunde und Gleichaltrige - ein "leichter Trend" deutete aber darauf hin, dass Ganztagsschüler über eine geringere Entfremdung berichteten. Sie wiesen auch eine höhere soziale Verträglichkeit auf und waren weniger introvertiert. In Sachen Schulfreude, Lesehäufigkeit, Freizeitverhalten und Einschätzung der Schulleistungen unterschieden sich Ganztags- und Halbtagsschüler dagegen nicht.

 

 

Die Presse – 22. Oktober 2014

 

 

Schule: Im Kampf gegen den Ruf des „Poly“

Gemeinhin gelten die polytechnischen Schulen als Problemfall. Umso überraschender, dass ausgerechnet eine solche heuer den Schulpreis bekommt. Ein Lokalaugenschein in Telfs.

 

Telfs. Auf den ersten Blick glaubt man kaum, dass man auf der Suche nach der besten Schule richtig ist. Nicht nur, weil sie sich ein bisschen versteckt, im hinteren Teil eines teils leer stehenden Geschäfts- und Wohngebäudes. Sondern auch, weil es sich um einen Schultyp handelt, der für gewöhnlich eher nicht unter den besten auftaucht: Es ist die polytechnische Schule Telfs unweit von Innsbruck, die vom Bildungsministerium mit dem diesjährigen Schulpreis ausgezeichnet wurde.

Die polytechnische Schule Telfs ist eine sehr kleine Schule: rund 70 Schüler, neun Lehrer. Die Schülerpopulation ist durchmischt: Manche haben Migrationshintergrund, andere kommen aus dem ländlichen Bereich. An der Wand hängen Fotos der Schüler, mit Eigenschaften und Visionen. „Eine gute Arbeit“, steht da bei den Wünschen. „Nach Amerika reisen“, bei den Zielen. „Fußball spielen“ oder „Italienisch“ bei den Fähigkeiten. In Telfs stehe jeder einzelne Schüler im Zentrum, heißt es in der Begründung für den Preis. Ihre Interessen und Begabungen seien die Basis für die Schulentwicklung. Der Schule gelinge es, in nur einem Jahr Fundament und Sprungbrett für das weitere Leben zu bieten.

Gemeinhin gelten die polytechnischen Schulen – im Volksmund abfällig „Poly“ genannt – eher als Lückenfüller zwischen der Hauptschule und dem Ende der Schulpflicht. Anders als andere Schulen müssen sie jeden Schüler aufnehmen – auch, wenn das Zeugnis negativ ist. Sie werden vielfach als Auffangbecken gesehen, dem man, wenn irgend möglich, zu entkommen versucht. Das spiegelt sich in den Zahlen: Besuchten 1980 österreichweit mehr als 33.000 Schüler eine polytechnische Schule, waren es 2012 nicht einmal mehr 17.000.

 Schulversuch für Attraktivität

Der Schulpreis ist insofern wohl auch ein bisschen Schulpolitik: Immerhin ist man im Bildungsministerium seit einiger Zeit dabei, die polytechnischen Schulen zu attraktivieren. Zu diesem Zweck hat man einen Schulversuch entwickelt, der seit diesem Jahr auch in Telfs umgesetzt wird: PTS 2020 beinhaltet beispielsweise eine stärkere Individualisierung und Modularisierung.

So beginnt das Jahr mit einer sechswöchigen Orientierungsphase, während der herausgefunden werden soll, was das Richtige für jeden sein könnte. Es folgt die Entscheidung für einen Bereich – Metall etwa oder Dienstleistung. In der Pause geben ein paar Schüler ihre Ziele preis: IT-Techniker, KfZ-Mechaniker, Elektriker, Optiker. Eine Schülerin will Verkäuferin werden, eine andere ein Jahr nach Amerika, ein Bursche will die Lehre mit Matura probieren.

„Wichtig ist zu sehen: Die polytechnische Schule ist nicht unbedingt eine Sackgasse“, sagt Direktorin Annemarie Reich. Derzeit würden sich 15 der 70 Schülerinnen und Schüler auf den Maturacheck vorbereiten, mit dem man herausfindet, ob man für Lehre mit Matura geeignet ist. Neun von zehn Schülern hätten nach dem Jahr eine fixe Stelle oder einen Platz in einer weiterführenden Schule. Etwa jeder zehnte entscheidet sich für Letzteres. „Die erkennen: Das will ich doch. Und fühlen sich gefestigt.“

Festigen, stärken: Das ist etwas, was man in Telfs oft hört. Da geht es längst nicht nur um Kompetenzen wie Rechnen, sich ausdrücken. Das Jahr, das die Schüler an der Schule verbringen, nutze man auch, um sie persönlich zu stärken. „Teils kommen Schüler, die sagen: Ich kann eh nur ins Poly gehen“, sagt Deutschlehrerin Manuela Stigger. „Wir können sie ein Jahr begleiten, mit ihnen Ziele entwickeln, aufzeigen, dass sie etwas können, auf das sie stolz sein können.“ Dass das mit Dienst nach Vorschrift nicht gelingt, ist klar.

Und so verbringen Lehrer etwa Nachmittage an der Schule, um mit den Schülern Gesellschaftsspiele zu lernen („Wir sind draufgekommen, dass das keiner kann“). Selbst Ex-Schüler sind willkommen. Die Lehrer helfen ihnen weiter, wenn sie in der Berufsschule am Stoff verzweifeln. Manche brauchten ein zweites Jahr, sagt Direktorin Reich. Wenn sie positiv abschließen, ist das derzeit aber nicht möglich. „Wir hatten Eltern, die uns darum gebeten haben, ihrem Kind einen Fünfer zu geben, damit es noch ein Jahr machen kann.“ Sie halte eine Verlängerung des Schultyps auf (optionale) zwei Jahre jedenfalls für sehr sinnvoll. Das ist auch eine Überlegung im Rahmen von PTS 2020.

Kampf gegen Windmühlen

„Natürlich kämpfen wir auch gegen den Ruf des Poly“, sagt Mathelehrer Stefan Wirtenberger. „Manchmal ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Es wird immer nur gesehen: Die höheren Schulen können diese Schüler nicht brauchen. Was man nicht sieht: den Jugendlichen, der sagt: Ich brauche keine höhere Schule. Das liegt mir nicht, ich will einen Beruf lernen.“ Nicht zuletzt liege das an der (fehlenden) Wertschätzung für Lehrberufe.

In Telfs spürt man das heuer besonders: Dass man etwa 20 Schüler weniger hat als im Vorjahr, liegt auch daran, dass der erste Jahrgang der Neuen Mittelschule abgeschlossen hat – und mehr Schüler zum Wechsel in eine höhere Schule berechtigt waren. Um Weihnachten herum werde klar sein, ob von ihnen doch noch welche in die polytechnische Schule wechseln.

 

 

Die Presse – 22. Oktober 2014

 

 

„Wo bleibt in der AHS-Unterstufe die Begabungsförderung?“

Neu an der Modellregion im Zillertal sei das, was in der Schule passiere, sagt Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP).

Die Presse: Vorarlberg plant eine Gesamtschulmodellregion, im Zillertal gibt es bereits eine. Hat man Sie schon um Rat gefragt?

Beate Palfrader: Wir sind in permanentem Austausch. Die Frage ist, ob Vorarlberg seinen Versuch unter Einbindung eines Gymnasiums starten kann. Dazu brauchte es bundesgesetzliche Änderungen.

ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer bremst nun bei Vorarlberg. Statt Verunsicherung zu schaffen, solle die Politik Ziele definieren. Fühlen Sie sich angesprochen?

Nein. Unsere Modellregion ist ja bereits gestartet. Wir haben uns gut darauf vorbereitet und werden die geplanten Maßnahmen auch so umsetzen. In eine Arbeitsgruppe für eine klare Zieldefinierung bringe ich mich aber gern ein.

Im Zillertal gab es ohnehin keine AHS-Unterstufe. Ist Ihr Versuch mehr als bloß eine Gelegenheit, um der Bundes-ÖVP auf der Nase herumzutanzen?

Wir tanzen überhaupt niemandem auf der Nase herum. Wir haben im Zillertal begonnen, weil das unter den rechtlichen Voraussetzungen das einzig Mögliche ist. Ein Versuch unter Einbindung eines Gymnasiums ist nicht möglich. Auch, wenn ich mir das wünschen würde.

Dennoch: Warum muss man eine Region, in der wie bisher fast alle Kinder in eine der Neuen Mittelschulen gehen, als Gesamtschulversuch titulieren? Was ist neu?

Das, was drin ist: Mit der Kompetenzanalyse wird immer wieder genau hingeschaut, wo die Stärken jedes Schülers liegen. Gerade zwischen zehn und 14 verändert sich sehr viel. Wir brauchen eine Schule, die damit umgehen kann und nicht stur vier Jahre lang durchfährt.

Ist sonst noch etwas neu?

Wir haben zudem eine starke Einbindung der Eltern und eine ständige wissenschaftliche Begleitung. Ab der siebten Schulstufe gibt es eine zweite lebende Fremdsprache. Das Kind hat vor Ort also alles, was es braucht, um an ein Oberstufengymnasium anzudocken.

Was sagen Sie jenen, die bei einer gemeinsamen Schule eine Nivellierung nach unten befürchten?

Wer von Vereinheitlichung spricht, der hat sich mit unseren Plänen nicht auseinandergesetzt. Ich bin ganz klar für eine Differenzierung. Mir erscheint es auch ganz wichtig, dass man die Vorteile anspricht, die man sich von einer AHS-Unterstufe erwartet: In den übervollen AHS-Unterstufen muss man sich teilweise fragen, wo die hochgepriesene Begabungsförderung bleibt.

Mit der Initiative Pro Gymnasium hat sich ausgerechnet in Innsbruck Widerstand formiert.

Man kann nicht zu einer sachlichen Diskussion kommen, indem man die Gesamtschuldebatte weglässt, so wie sich diese Initiative das wünschen würde. Man kann ein so zentrales Thema nicht herausnehmen.

Die Initiatoren – darunter Ex-Ministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP)–kritisieren, dass die Gesamtschule nichts Positives bringe.

Den Gegenbeweis kann ich gern antreten. Wir haben etwa genügend Beispiele in Südtirol. Im Übrigen will niemand die Gymnasien generell abschaffen. Sie sind ein wertvoller Teil unserer Bildungslandschaft, wie die HAK oder HTL.

Aber nur in der Oberstufe.

Das Gymnasium bleibt ja bestehen.

Freuen Sie sich eigentlich auch, dass Sie die SPÖ überholen?

Mir geht es wirklich nicht um Ideologie und Parteipolitik. Mir geht es um die Kinder. Und da muss man sich manchmal von älteren Vorstellungen verabschieden.

ZUR PERSON

Beate Palfrader (56) ist seit 2008 ÖVP-Landesrätin für Bildung in Tirol. Die Juristin unterrichtete zuvor politische Bildung, Recht und VWL an berufsbildenden höheren Schulen. Ab 2004 leitete sie die Tourismusschule St.Johann in Tirol. Palfrader startete die Schulmodellregion im Zillertal.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 22.10.2014             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Überblick...

 

   Zentralmatura: Fixe Grenze für Genügend

 

   WIEN. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung reagiert auf die Kritik an der Zentralmatura. Bei der Generalprobe im heurigen Frühjahr waren bei der Englischmatura 63 Prozent nötig, um ein Genügend zu erreichen. Nach der Aufregung legte nun das Bifie fest, dass künftig unabhängig vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben immer 60 Prozent für ein Genügend reichen. "Dies ist ein großer Erfolg für die Schüler", freute sich Bundesschulsprecher Lukas Faymann.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 245 vom 22.10.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Absage an die Gesamtschule Bregenz.

 

Zum falschen Zeitpunkt kommt für ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer ein Schulversuch für eine Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg. Zunächst müssten konkrete Bildungsziele definiert werden, sagte Mahrer.

 

 

Der Standard – 22. Oktober 2014

 

 

Fremdsprachenmatura: Künftig fixe Grenze für Genügend

60 Prozent sind Voraussetzung für positive Maturanote - Bisher war es unterschiedlich

Zentralmatura - Bei den Fremdsprachen wird es bei der Zentralmatura, in deren Rahmen im Mai erstmals alle AHS-Schüler am selben Tag idente schriftliche Aufgaben lösen müssen, eine fixe Grenze für eine positive Benotung geben. 60 Prozent sollen künftig für ein Genügend reichen, wie am Montag zwischen dem zuständigen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) und der Bundesschülervertretung (BSV) vereinbart wurde.

Einheitliche Schwellen

Bei der Generalprobe im heurigen Frühjahr hatte es große Aufregung gegeben, weil das Bifie mit variablen Notenschwellen gearbeitet hatte. Zwar waren schon bisher grundsätzlich 60 Prozent als Grenze für ein Genügend festgelegt, allerdings konnte diese je nach Schwierigkeit der gestellten Aufgaben leicht variieren. Beim letzten Schulversuch waren wegen einfacherer Prüfungsfragen daher in Englisch 63 Prozent für ein Genügend notwendig, auch in den anderen Fremdsprachen wurden die Schwellen angepasst.

Künftig sollen immer die 60 Prozent für ein positives Ergebnis reichen, bestätigt man im Bifie eine Aussendung der BSV. Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Aufgaben sollen so adaptiert werden, dass die Maturanten der verschiedenen Jahrgänge vergleichbare Anforderungen erfüllen müssen.

Idente Aufgaben an einem Tag

Bei der Zentralmatura müssen alle Maturanten an denselben Tagen idente, zentral vorgegebene Aufgaben lösen. Korrigiert werden sie aber vom jeweiligen Klassenlehrer nach einem standardisierten Raster. Neben der Zentralmatura besteht die neue "Standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung" noch aus einer "Vorwissenschaftlichen Arbeit" sowie ebenfalls leicht reformierten mündlichen Prüfungen. An den AHS startet die neue Matura im aktuellen Schuljahr, an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) erst ab 2015/16.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 22.10.2014                           Seite: 12

Ressort: Lokal

 

Wi, Abend, Bgld, Ktn, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi, Wi, Wi, Morgen

 

Konflikte mit Eltern werden reduziert

 

Ganztagsschule entfremdet nicht

 

Wer den ganzen Tag die Schulbank drückt, fühlt sich seinen Eltern weniger entfremdet als Jugendliche an Halbtagsschulen, so die Zeitschrift "Erziehung und Unterricht". Ob es sich um eine Alibistudie für berufstätige Mütter handelt oder ob tatsächlich etwas dran ist, muss jeder selbst entscheiden.

 

   Wer eine Ganztagsschule besucht, nimmt weniger Aufgaben mit nach Hause.

 

   Eines ist nachvollziehbar: Teenager, die weniger zuhause sind, haben natürlich weniger Gelegenheit, mit ihren Eltern zu streiten. Dies untermauern die beiden Studienautorinnen Brigitte Rollett und Gloria Rajtora. Die Psychologinnen haben 212 Schüler befragt. 120 Jugendliche von ihnen besuchten eine Ganztagsschule und durften erst ab 16.30 Uhr nach Hause. Dabei kamen sie zu einem ähnlichen Ergebnis wie eine deutsche Untersuchung mit 50.000 Teilnehmern. Demnach sei die Befürchtung, die Ganztagsschule würde das Familienleben zerstören, unbegründet. WeitersMARTINA MÜNZER berichten Ganztagsschüler von "einem signifikant niedrigen Entfremdungsgefühl ihren Eltern gegenüber". Auch Leistung und Freundschaften leiden nicht darunter.

 

   Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl kann der Studie einiges abgewinnen: "Die Eltern werden enorm entlastet. Der Vorteil der Ganztagsschule liegt darin, dass die Schule in der Schule bleibt."

 

 

Wiener Zeitung – 22. Oktober 2014

 

Zentralmatura

Bei Fremdsprachen künftig fixe Grenze für "Genügend"

 

 

 

 

·         60 Prozent sind Voraussetzung für eine positive Note.

 

Wien. Bei den Fremdsprachen wird es bei der Zentralmatura, in deren Rahmen im Mai erstmals alle AHS-Schüler am selben Tag idente schriftliche Aufgaben lösen müssen, eine fixe Grenze für eine positive Benotung geben. 60 Prozent sollen künftig für ein "Genügend" reichen, wie am Montag zwischen dem zuständigen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) und Bundesschülervertretung (BSV) vereinbart wurde.

  Bei der Generalprobe im heurigen Frühjahr hatte es große Aufregung gegeben, weil das Bifie mit variablen Notenschwellen ("Cut Scores") gearbeitet hatte. Zwar waren schon bisher grundsätzlich 60 Prozent als Grenze für ein "Genügend" festgelegt, allerdings konnte diese je nach Schwierigkeit der gestellten Aufgaben leicht variieren. Beim letzten Schulversuch waren wegen einfacherer Prüfungsfragen daher in Englisch 63 Prozent für ein "Genügend" notwendig, auch in den anderen Fremdsprachen wurden die "Cut Scores" angepasst.

  Künftig sollen immer die 60 Prozent für ein positives Ergebnis reichen, bestätigt man im Bifie auf APA-Anfrage eine Aussendung der BSV. Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Aufgaben sollen so adaptiert werden, dass die Maturanten der verschiedenen Jahrgänge vergleichbare Anforderungen erfüllen müssen. "Dieses Verhandlungsergebnis stellt einen großen Erfolg für die Schüler dar", so Bundesschulsprecher Lukas Faymann von der VP-nahen Schülerunion in einer Aussendung. Er ortet aber noch weitere Probleme: Die Schülervertreter stoßen sich etwa an der Kürzung der Vorbereitungsstunden für die mündliche Matura.

  Bei der Zentralmatura müssen alle Maturanten an den selben Tagen idente, zentral vorgegebene Aufgaben lösen. Korrigiert werden sie aber vom jeweiligen Klassenlehrer nach einem standardisierten Raster. Neben der Zentralmatura besteht die neue "Standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung" noch aus einer "Vorwissenschaftlichen Arbeit" sowie ebenfalls leicht reformierten mündlichen Prüfungen. An den AHS startet die neue Matura im aktuellen Schuljahr, an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) erst ab 2015/16.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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