Freitag, 31. Oktober 2014

2014.10.31.: ORF Bildung

Ö1 Mittagsjournal – 31. Oktober 2014

 

Heinisch-Hosek: Sexualerziehung im Kindergarten

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Wann soll Sexualerziehung beginnen? Möglichst früh, sagt

   Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Sie würde unter bestimmten

   Voraussetzungen noch vor der Schule, also schon im Kindergarten ansetzen.

   Bestätigt fühlt sich die Ministerin durch das aktuelle Frauenbarometer,

   einer von ihr in Auftrag gegebene Online-Umfrage. Hören Sie mehr von Eva

   Haslinger.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Die Position der Unterrichtsministerin zur Sexualerziehung in der Schule ist

   klar.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Sie kann nicht früh genug beginnen, ich meine Auffassung.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Sagt Gabriele Heinisch-Hosek. Auf jeden Fall sollten Kinder ab dem

   Schuleintritt Sexualerziehung bekommen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Ab dem Volksschulalter bin ich schon der Auffassung, dass es als

   Unterrichtsprinzip eigentlich Eingang finden muss.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Mit dieser Forderung stützt sie sich auf das aktuelle Frauenbarometer, eine

   Online-Umfrage unter 1 000 Österreicherinnen und Österreichern. Auch hier

   hätten sich viele der befragten für eine frühe Sexualerziehung

   ausgesprochen, sagt Studienleiterin Christina Matzka:

 

Matzka Christina (meinungsraum.at)

   Die Österreicherinnen und Österreicher meinen zu 48 Prozent, dass es vor dem

   zehnten Lebensjahr stattfinden soll. Weitere 40 Prozent meinen, dass es auf

   jeden Fall vor dem 14 Lebensjahr schon Sexualerziehung geben soll.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Sexualerziehung schon ab dem Kindergarten wünschen sich laut der Umfrage

   allerdings nur zwölf Prozent der Befragten. Unterrichtsministerin Gabriele

   Heinisch-Hosek glaubt aber dennoch, dass auch an Kinder in diesem Alter

   gewisse Inhalte vermittelt werden können.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Es gibt ja sehr gute Kinderbücher, auch schon für diese Altersgruppe und es

   kommt völlig darauf an, wie man das Thema an Kleinkinder heranträgt. Ich

   glaube nicht so wie an Zehn- oder nicht so wie an Vierzehnjährige - nicht

   mir einem Verhütungskoffer logischerweise, sondern Kind-adäquat.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Allerdings sollte das Thema nur dann angesprochen werden, wenn von den

   Kindern selbst entsprechende Fragen kommen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Wie kommt ein Baby in den Bauch uns so weiter. Wieso schaut der unten anders

   aus als ich? So Fragen kommen ja von Kindern - wenn das nicht im Elternhaus

   passiert, glaube ich schon, dass die Bildungseinrichtung, auch der

   Kindergarten, gute Antworten parat haben sollte. Und ich werde mir

   anschauen, wie das in der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen jetzt

   Eingang findet und ob man hier etwas verändern müsste.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Der Erlass, der die Sexualerziehung an den Schulen regelt, stammt aus dem

   Jahr 1990. Er soll jetzt mithilfe eines Expertinnenbeirats überarbeitet

   werden, so die Ministerin.

 

 

 

 

ORF.at – 31. Oktober 2014

 

Sexualunterricht im Kindergarten?

 

Sexualerziehung in der Schule soll möglichst früh beginnen, sagte heute Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie würde unter bestimmten Voraussetzungen sogar schon im Kindergarten ansetzen. Bestätigt fühlt sich die Ministerin durch das aktuelle Frauenbarometer, einer von ihr in Auftrag gegebenen Online-Umfrage.

 

"Nicht mit dem Verhütungskofferl"

 

Die Position der Unterrichtsministerin zur Sexualerziehung in der Schule ist klar: "Sie kann nicht früh genug beginnen, das ist meine Auffassung." Auf jeden Fall müssten Kinder ab dem Schuleintritt, also im Volksschulalter, Sexualerziehung bekommen, sagt Heinisch-Hosek. Bei dieser Forderung stützt sie sich auf das aktuelle Frauenbarometer, eine Online-Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern. Auch hier hätten sich viele der Befragten für eine frühe Sexualerziehung ausgesprochen, sagt Studienleiterin Christina Matzka: 48 Prozent meinen, dass die vor dem zehnten Lebensjahr stattfinden soll, weitere 40 Prozent meinen, dass es vor dem 14. Lebensjahr sein soll.

 

Sexualerziehung schon ab dem Kindergarten wünschen sich laut der Umfrage allerdings nur 12 Prozent der Befragten. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek glaubt dennoch, dass auch an Kinder in diesem Alter gewisse Inhalte vermittelt werden können. Schließlich gebe es auch schon für diese Altersgruppe sehr gute Bücher. Es komme eben darauf an, wie man dieses Thema an Kleinkinder herantrage: "Nicht wie an zehn- oder 14-Jähreige, mit einem Verhütungskofferl beispielsweise, sondern kindadäquat."

 

Ausbildung überprüfen

 

Allerdings sollte das Thema nur dann angesprochen werden, wenn von den Kindern selbst entsprechende Fragen kommen: "Wie kommt ein Baby in den Bauch und so weiter, wieso schaut der unten anders aus als ich - so Fragen kommen ja von Kindern. Wenn das nicht im Elternhaus passiert, glaube ich schon, dass die Bildungseinrichtung, auch der Kindergarten, gute Antworten parat haben sollte. Und ich werde mit anschauen, wie das in der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen jetzt Eingang findet und ob man hier etwas verändern müsste." Der Erlass, der die Sexualerziehung an den Schulen regelt, stammt aus dem Jahr 1990. Er soll jetzt mithilfe eines Expertinnenbeirats überarbeitet werden, so die Ministerin.

 

 

 

 

 

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