Donnerstag, 6. November 2014

2014.11.06: Newsletter Bildung

"Die Presse" vom 06.11.2014                                Seite: 7

Ressort: Weltjournal

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Nachrichten

 

Debatte um Strafen in den Schulen

 

   Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat sich dafür ausgesprochen, dass Lehrer an den Schulen vermehrt strafen dürfen. Es müsse für Fehlverhalten Konsequenzen geben, sagte Enzenhofer, der gleichzeitig Vorsitzender des Christlichen Lehrervereins ist. Er kann sich Sozialdienste vorstellen, oder dass Schüler, die eine Klasse verschmutzen, diese auch reinigen müssen. Sanktionen wie Prügelstrafen oder Kinder in eine Ecke stellen lehnt er dagegen ab. Die SPÖ lehnt den Vorstoß Enzenhofers ab: Man brauche keine Aufrüstung durch neue Strafen. Die FPÖ dagegen unterstützt den Präsidenten und will "Lehrerrechte stärken".

 

 

 

"Kleine Zeitung" vom 06.11.2014                              Seite: 6

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

„Es soll an Schulen Strafen geben"

 

   LINZ. Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) hat sich für mehr „Interventionsmöglichkeiten" für Lehrer an Schulen ausgesprochen: „Ja, es soll an Schulen Strafen geben", so Enzenhofer in den „Oberösterreichischen Nachrichten". Es sei zwar weder für Prügelstrafen noch dass Kinder in der Ecke stehen müssen. Er könne sich allerdings Sozialdienste vorstellen: „Wenn jemand permanent stört, sollte er Arbeiten bekommen, die der Gemeinschaft dienlich sind." Schüler, die eine Klasse verschmutzen, sollten diese auch reinigen müssen. Auch könne er sich Zusatzübungen etwa in Deutsch und Mathematik vorstellen. SPÖ und Neos lehnen den Vorstoß ab, die FPÖ ist für mehr Lehrerrechte.

 

 

OÖN – 6. November 2014

 

 

Forderung nach Medienbildung an den Schulen

 

WIEN. Junge Menschen nützen Medien heute anders: Soziale Netzwerke und YouTube haben für sie eine größere Bedeutung als Zeitung und TV. Mit der geringeren Nutzung der Qualitätsmedien sinkt auch das Interesse an Politik.

 

"Medienkonsum muss erlernt werden", forderte deshalb VÖZ-Präsident Thomas Kralinger. Bei einer Matinee des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) wurde am Mittwoch über die Auswirkungen des neuen Medienverhaltens diskutiert. "Bei den jungen Menschen geht das Interesse am öffentlichen Raum zurück", sagte der deutsche Medienwissenschafter Wolfgang Donsbach.

 

Er hatte über 30 Tage 18- bis 29-Jährigen die zwei wichtigsten Schlagzeilen des Tages vorgelegt: Nur jeder Zweite hatte überhaupt die Informationen mitbekommen. Als interessanteste Themen gaben die Jugendlichen Computer, Kosmetik, Mode an – erst am Ende der Liste fanden sich Politik, Wirtschaft und Kunst.

 

Dadurch entsteht eine "Spirale der politischen Entfremdung", sagte Donsbach. Je weniger Nachrichten man liest, desto weniger kompetent fühlt man sich, und damit steigt auch die negative Wahrnehmung der Politik. (gana)

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 06.11.2014            Seite: 21

Ressort: Land & Leute

 

 

Strafen an Schulen: Das sagen Lehrer

 

   Gemischte Reaktionen auf Enzenhofers Vorstoß bei den Lehrervertretern

 

   Ebenfalls kaum Einigkeit bei den Themen Sonderschule und Neue Mittelschule

 

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"Nach Strafe ist Sache aus der Welt geschafft"

 

   Fritz Enzenhofer, Christlicher Lehrerverein (CLV)

 

   1Im Leben gibt es immer wieder Konsequenzen, positive wie negative. Strafen können durchaus den Vorteil haben, dass im Anschluss daran eine Sache aus der Welt geschafft ist.

 

   2Sonderschulen sind Kompetenzzentren, sie sind teilweise für das ganze Land wirksam. Das geht aber nur, wenn sich eine Schule mit einer Frage intensiv auseinandersetzen kann. Es gibt auch an Sonderschulen Integration.

 

   3Es ist zu früh zu sagen, ob sich die Neue Mittelschule bewährt hat. Ich weiß, dass die Lehrer mit großer Energie dabei sind. Ob der zweite Lehrer in Deutsch, Mathematik und Englisch oder in anderen Fächern eingesetzt wird, sollte den Schulen überlassen werden.

 

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"Man sollte lieber helfen als strafen"

 

   Franz Turek, Sozialdemokratischer Lehrerverein (SLÖ)

 

   1Man sollte lieber helfen als strafen. Es braucht für die Lehrer Hilfen in Form von Sozialarbeitern oder Betreuungslehrern. Time-out-Klassen können in bestimmten Situationen nötig sein, aber nur zeitlich begrenzt.

 

   2Die UN-Behindertenrechte-Konvention verbietet keine Sonderschulen. Diese werden sich zu Schulen entwickeln, die auch andere Kinder besuchen können. Dabei muss auf die speziellen Kenntnisse der Pädagogen aufgebaut werden.

 

   3In der Neuen Mittelschule werden neue Lernformen und das Team-Teaching eingesetzt. Da haben sich die Kollegen bewährt. Die NMS sehe ich als Zwischenschritt für die gemeinsame Schule der Zehn-bis 14-Jährigen. Ich wünsche mir einen Umsetzungsplan für die nächsten fünf Jahre.

 

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"Wollen Schulkultur ohne Strafen"

 

   Alexander Brix, Grüne Pädagogen

 

   1Unser Ziel ist eine Schulkultur, wo Situationen, die zu Strafen führen würden, nur selten vorkommen. Natürlich müssen Grenzen gesetzt werden, uns geht es aber um Wertschätzung und Respekt. Wichtig ist, die Eigenverantwortung von Lehrern und Schülern zu stärken.

 

   2Eine Integration von Schülern ohne Sonderschulen ist möglich. Aber man muss zuerst ein Bewusstsein dafür schaffen. Wir erwarten uns von der Politik Lösungen, wie das umgesetzt werden kann, und entsprechende Rahmenbedingungen.

 

   3Positiv an der Neuen Mittelschule ist, dass es keine Leistungsgruppen mehr gibt und die Rückmeldekultur verbessert wurde. Aber die NMS verhindert die gemeinsame Schule der Sechs- bis 14-Jährigen.

 

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"Sozialdienste für Schüler sind denkbar"

 

   Christine Baumgartner, Freiheitlicher Lehrerverein

 

   1Wir fordern schon seit 2011 mehr Interventionsmaßnahmen für Lehrer. Wir können uns Sozialdienste für Schüler, die andere auslachen, mobben oder etwas mutwillig zerstören, vorstellen. Diese Schüler sollten Hilfsdienste für den Schulwart oder andere Schüler verrichten.

 

   2Es gibt Kinder, vor allem jene mit sehr schweren Beeinträchtigungen, die in Sonderschulen besser betreut werden können als in normalen Schulen.

 

   3Die Neue Mittelschule bewährt sich dort, wo sie gewünscht ist, aber an jenen Schulen nicht, wo sie den Lehrern aufs Aug' gedrückt wurde. Es gibt schon jetzt neuerlichen Reformbedarf, weil etwa Lehrer, die nicht zusammenpassen, gemeinsam unterrichten müssen. (hes)

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 06.11.2014            Seite: 21

Ressort: Land & Leute

 

 

"Erziehen heißt eingreifen"

 

   7500 Lehrer kamen gestern zu den Tagungen der vier Lehrervereine

 

   linz. Auch bei den traditionellen Tagungen der vier Lehrervereine wurde das Thema Strafen an Schulen gestern heiß diskutiert. Fritz Enzenhofer sprach es bei der CLV-Versammlung im Linzer Design-Center vor 5500 Pädagogen nach seinem Vorstoß vom Dienstag selbst noch einmal an: "Erziehen heißt eingreifen", sagte er. "Junge Menschen müssen an die Grenzen gehen. Wir müssen ihnen aber die Grenzen setzen."

 

   Je 1000 Lehrer kamen zu den Tagungen des Sozialdemokratischen Lehrervereins in Leonding, wo Physiker Werner Gruber ein Referat hielt, und zu den Grünen Pädagogen und den unabhängigen Gewerkschaftern, die eine gemeinsame Liste bilden. Dort sprach die deutsche Reformpädagogin Margret Rasfeld. In der Autobahnraststätte in Ansfelden tagte der Freiheitliche Lehrerverein.

 

   Zum Thema Strafen meldete sich gestern auch die SP-nahe "Aktion kritischer Schüler" zu Wort. Strafen seien keine geeigneten Erziehungsmaßnahmen, besser seien Verhaltensvereinbarungen: "Schüler wollen respektiert und nicht bestraft werden", sagte Marco Pühringer. Auch die Neos lehnen Strafen als "Zeichen der Hilflosigkeit der Erwachsenen" ab.

 

   Eine Bildergalerie von den Lehrerversammlungen finden Sie auf www.nachrichten.at

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 257 vom 06.11.2014              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Vorstoß für Strafen an Schulen

 

   linz. Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat sich für mehr „Interventionsmöglichkeiten" für Lehrer an Schulen ausgesprochen: „Ja, es soll an Schulen Strafen geben", sagte er bei der Generalversammlung des Christlichen Lehrervereins am Mittwoch. Für Fehlverhalten müsse es Konsequenzen geben, beispielsweise in Form von Sozialdiensten. Schüler, die eine Klasse verschmutzen, sollten diese reinigen müssen. SPÖ und Neos reagierten ablehnend, nicht aber die FPÖ: Es sei Zeit, „die Lehrerrechte zu stärken", hieß es in einer Aussendung. , APA

 

 

Österreich – 6. November 2014

 

 

Lehrer: Strafen für böse Schüler

VP-nahe Lehrergewerkschaft will Handhabe gegen Problemkinder.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) muss sich mit einer weiteren Bildungsdebatte befassen. Fritz Enzenhofer, Landesschulratspräsident in Oberösterreich (ÖVP), und Lehrervertreter fordern ein paar Wochen vor der Personalvertretungswahl Strafen für Schüler: „Wenn jemand permanent stört, sollte er Arbeiten bekommen, die der Gemeinschaft dienlich sind." Denkbar seien auch Strafaufgaben in Schreiben und Rechnen. Offene Türen rennt Enzenhofer beim Chef der Lehrergewerkschaft Paul Kimberger ein (ÖVP). Er kann sich zusätzlich „Time-out-Klassen" vorstellen, wo aufmüpfige Kinder untergebracht werden. SP-Bildungssprecherin Sabine Promberger kontert: „Mit Strafen wird nichts gelöst."

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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