Donnerstag, 13. November 2014

2014.11.13: Bildung

APA0424 II, WI, XI 13.11.2014 14:21:50

 

OECD: Österreich bei postsekundärer Berufsbildung top

Utl.: Übergang zur akademischen Bildung sollte aber gestärkt werden - Lehrkräfte sollen sowohl Praxis- als auch pädagogische Erfahrung haben

Internationale Wirtschaftsorganisationen/Schule/OECD/Österreich

Die fortgeschrittene (postsekundäre) Berufsbildung ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz "gut etabliert", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten OECD-Bericht. Allerdings könnte deren Attraktivität noch steigen, wenn der Übergang von beruflicher zu akademischer Bildung - etwa durch einfachere Übertritte an Fachhochschulen (FH) - verbessert würde.

Österreich setzt traditionell mit seinem System der Lehre und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) auf eine stark berufsbezogene Ausbildung. Dementsprechend sind die Akademikerquoten niedrig und der Anteil der Personen mit einem Abschluss einer Berufsausbildung hoch. Für ihre jüngste Studie verglich die OECD etwa den Anteil der Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis 45 Jahren, die eine postsekundäre Berufsbildung als höchste Qualifikation aufweisen. An der Spitze liegt hier Kanada (34 Prozent) vor Irland (30 Prozent), Österreich und Estland (je 20 Prozent), Deutschland (19 Prozent) und Dänemark (18 Prozent).

Zur postsekundären Berufsbildung zählen etwa die Abschlussklassen der berufsbildenden höheren Schulen (BHS) in ihren Hauptformen sowie deren Angebote für Erwachsene, die Lehrabschlüsse im zweiten Bildungsweg, Berufsreife- und Studienberechtigungsprüfung, Werkmeister- und Meisterprüfungen, Universitäts- und FH-Lehrgänge (nicht jedoch die regulären Studien), Aus- und Weiterbildungen im Gesundheits-, Agrar- und Sicherheits- bzw. Verteidigungssektor und etwa von Weiterbildungseinrichtungen, Berufsverbänden oder Ministerien vergebene berufliche Qualifizierungen.

Die OECD empfiehlt Österreich aber, die Überleitung zur tertiären Bildung zu verbessern. Die einfacheren Zugänge für Absolventen vieler postsekundärer Ausbildungen etwa zu Fachhochschulen würden noch immer verhältnismäßig schwach genutzt. Wie in Deutschland und der Schweiz hängt es "oft von individuellen Vereinbarungen zwischen verschiedenen Lerninstitutionen ab, ob früher erbrachte Bildungsleistungen anerkannt werden". Das sei ein "wesentliches Zugangshindernis".

Außerdem müsse Österreich - wie auch Deutschland - mehr tun, damit Lehrkräfte in beruflichen Bildungsgängen "gleichermaßen über Praxiserfahrung und pädagogische Kompetenzen verfügen". An den BHS sei es zwar bereits üblich, dass Experten aus der Praxis auch lehren. Allerdings habe es eine Gesetzesänderung seit Mitte der 90er Jahre schwerer gemacht, Lehrpersonal aus der Industrie einzustellen. Umgekehrt sollten auch Schüler verstärkt praktische Elemente verpflichtend absolvieren müssen.

(schluss) aku;jle;bei

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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