Dienstag, 25. November 2014

2014.11.26: Newsletter Bildung

Die Presse – 26. November 2014

 

 

Elternvertreter Saverschel: „Manche Lehrer sind Wanderpokale"

Zehn bis 15 Prozent der Lehrer seien für den Job nicht geeignet, sagt Elternvertreter Theodor Saverschel. Deshalb den Berufsstand zu diskreditieren sei fatal.

Die Presse: Die Industriellenvereinigung (IV) ist der Meinung, es sei zu spät für Reformen und Reförmchen und es brauche eine Revolution. Sehnen Sie die auch herbei?

Theodor Saverschel: Überhaupt nicht. Wir haben nun einmal ein bestehendes Schulsystem und somit kann man mit Reformen nicht bei null beginnen.

Aber wie zufrieden sind Sie mit dem derzeitigen Schulsystem?

Es wird schlechtgeredet. Ich sage nicht, dass das System perfekt ist. Aber es ist eine gute Grundlage, um darauf Veränderungen aufzubauen.

Was muss verändert werden?

Probleme haben wir bei der Qualitätssicherung, beim Lehrplan und dessen Vermittlung und bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrer. Und um Letztere geht es ja – und nicht um die Struktur der Schule.

Und wie zufrieden sind Sie mit den Lehrern derzeit?

Die meisten Lehrer sind gut. Aber wir wissen, dass zirka zehn bis 15 Prozent der Pädagogen den Job eigentlich gar nicht machen sollten.

Wie kommen Sie auf diese Zahl?

Es ist das Ergebnis von Umfragen in Elternvereinen. Wir haben die Eltern gefragt, wie viele Lehrer ihrer Kinder den Job nicht gut machen.

Wie könnte man vermeiden, dass schlechte Lehrer unterrichten?

Die Auswahl ist wichtig. Ich würde mir wünschen, dass es pro Stelle zehn Bewerber gibt. Das spielt es nicht. Dafür sind die letzten Regierungen verantwortlich. Die haben den Berufsstand so diskreditiert, dass wir zu wenige Lehrer kriegen.

Haben nicht die Eltern Mitschuld am schlechten Lehrerbild?

Ich muss gestehen: Ich war selbst ein scharfer Kritiker der Lehrer. Seit ich mehr Einblick in das System habe, habe ich das stark zurückgenommen. Nach außen wirkt es so, als ob Lehrer mehr als zwei Monate Urlaub haben, um zwölf oder 13Uhr nach Hause gehen und dann nichts mehr tun müssen. Ich mag nicht behaupten, dass das nicht hin und wieder auch stimmt. Ich frage mich mittlerweile nur, warum die, die auf den Pädagogen herumhacken, nicht selbst Lehrer werden.

Darf also nur der mitreden, der selbst Lehrer ist?

Man kann mitreden, sollte es sich aber nicht herausnehmen, einen Berufsstand, ohne zu wissen, was er wirklich tut, abzuqualifizieren.

Welche Konsequenzen soll es für schlechte Lehrer geben?

Derzeit werden nicht tragbare Lehrer von einer Schule zur anderen geschoben. Dass es Wanderpokale gibt, darf man offiziell nicht sagen. Es sollte Kündigungsmöglichkeiten geben. Dafür braucht es Qualitätskriterien, anhand derer Lehrer gemessen werden, und Konsequenzen – positive und negative.

Wie soll man Leistung messen?

Dafür bin ich kein Spezialist. Aber man müsste doch aus den erhobenen Bildungsstandards etwas ablesen können. Und die Beurteilung der Lehrer durch die Schüler sollte auch eine Rolle spielen.

Sehen Sie da keine Gefahr, dass strenge Pädagogen durch Schüler schlechter beurteilt werden?

Nein. Natürlich kann es Ausreißer geben. Die würden in der Gesamtheit aber nicht ins Gewicht fallen. Es wird meist sogar geschätzt, wenn Lehrer fordern, aber fair bleiben. Übrigens: Gute Lehrer interessiert es schon jetzt, wie sie ankommen, was sie verbessern können.

Wie können die Lehrer wieder zu einem besseren Image kommen?

Diese Charmeoffensive müssen die Lehrer schon selbst betreiben.

Im Bildungsdiskurs geht es meist um die Gesamtschule. Interessiert das die Eltern eigentlich?

Ich möchte nicht sagen, dass es uninteressant ist. Es werden leider viele Unwahrheiten verbreitet – etwa die Gesamtschul-Modellregion im Zillertal. Dort gab es ja gar kein Gymnasium. Wie soll es dort zu einer Gesamtschule kommen? Was ändert sich? Da geht es rein um Geld. Die erhoffen sich durch das Pilotprojekt eine bessere Unterstützung der Neuen Mittelschulen.

Der Elternverband ist weiterhin klar gegen die Gesamtschule?

Nach außen hin ja. Solange nicht garantiert ist, dass in der Gesamtschule innere Differenzierung stattfindet, können wir nicht dafür sein.

Und nach innen?

Gibt es durchaus Diskussionen.

Eltern, Lehrer und Schüler verbünden sich nun öfter. Wirkt das?

Durchaus. Wir werden öfter gehört. Erreichen würde ich gerne mehr.

Und zwar?

Stärkung der Schulpartnerschaft. So sollte der Bundesschulgemeinschaftsausschuss (Zusammenschluss von Lehrern, Eltern, Schülern) offiziell anerkannt werden.

Wird der Schulterschluss mit den Lehrern auch kritisch gesehen?

Durchaus. Der Elternverband hat sich beim Dienstrecht auf die Lehrerseite gestellt. Das wurde von einigen kritisiert. Viele fragten, warum verteidigt ihr die faulen Typen?

Fühlt sich die heterogene Eltern-Gruppe durch Sie gut vertreten?

Prinzipiell ja. Natürlich gibt es nicht immer Zuspruch. Wir werden öfter kontaktiert. Da wird um Rat gefragt, gelobt und kritisiert. Wir sind präsenter – auch in den Medien.

Warum machen Sie den Job?

Die offizielle Version: Das Thema interessiert mich. Die inoffizielle: Mein Sohn wollte als Zehnjähriger einen berühmten Vater haben und bat mich, Elternvertreter zu werden. Dann nahm alles seinen Lauf.

Sie machen das Ganze ehrenamtlich. Wie viel Zeit kostet das?

Unterschiedlich. Im Schnitt sind es 18 bis 20 Stunden pro Woche.

ZUR PERSON

Theodor Saverschel (52) ist Vorsitzender des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen. Er übt den Job seit 2009 aus – und zwar ehrenamtlich. Saverschel ist Vater zweier Kinder (17 und 22 Jahre alt). In der Elternarbeit engagiert er sich seit zwölf Jahren, zuerst an der Schule des Sohnes, dann im Landes- und Bundesverband. Gemeinsam mit den Lehrern und Schülern bilden die Eltern den Bundesschulgemeinschaftsausschuss.

 

 

Die Presse – 26. November 2014

 

 

ÖVP-Bildungssprecherin Jank steht vor Ablöse

Die Neupositionierung im Bildungsbereich von Parteiobmann Mitterlehner soll auch eine Änderung im Parlamentsklub bringen.

Vor dem SPÖ-Parteitag am Wochenende warten politisch Interessierte gespannt darauf, wie viel Zustimmung SPÖ-Chef Werner Faymann diesmal von den Delegierten erhält. Hinter den Kulissen ist aber auch der Koalitionspartner ÖVP emsig. Vizekanzler und Parteiobmann Reinhold Mitterlehner lässt nämlich nicht mit Hochdruck an den Vorschlägen der Volkspartei für die Steuerreform arbeiten, sondern bereitet, wie aus der ÖVP durchsickert, einen weiteren Personalwechsel vor.

ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank – vor nicht allzu langer Zeit auch noch Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer – muss demnach ihren Posten als ÖVP-Bildungssprecherin räumen. In Erscheinung ist sie in dieser Funktion ohnehin eher selten getreten. Die Weichenstellung wird, wie der „Presse" in ÖVP-Kreisen bestätigt wurde, jedenfalls bereits vorbereitet. Jank selbst sagt, sie habe nicht vor, den Bereich abzugeben.

ORF-Zuseher mögen sich in der Vorwoche gewundert haben. Da wurde in der „ZiB?2" verkündet, dass in der ÖVP niemand die Einladung angenommen habe, zum „Revolutions"-Bildungskonzept der Industriellenvereinigung (IV) live Stellung zu beziehen. Mit den Folgen war man in der ÖVP dann allerdings ebenfalls nicht glücklich. Denn als Ersatz wurde der einstige steirische Schulratspräsident Bernd Schilcher, den sich später Ex-Unterrichtsministerin Claudia Schmied als Berater geangelt hatte, als Livegast aus Graz zugeschaltet. Schilcher ließ dabei an der Position der ÖVP in der Bildungsdebatte kein gutes Haar.

Enquete der ÖVP am 9. Dezember

Auf Regierungsebene soll sich der im Wissenschaftsministerium beheimatete Staatssekretär Harald Mahrer speziell um die Uni, Forschungs- und Schulagenden kümmern. Sein „ZiB?1"- Interview zum IV-Konzept offenbarte, dass die ÖVP in Bildungsfragen noch immer keinen klaren Weg eingeschlagen hat. Derzeit werkt eine interne Arbeitsgruppe noch eifrig an den Positionen für ein schwarzes Bildungskonzept. Am 9. Dezember hält die ÖVP dann eine Enquete zur Bildungspolitik ab. An der laut ÖVP-Chef auch „Vertreter des AHS-Systems" teilnehmen sollen, um alle Vorschläge zu diskutieren. Denn: „Solange wir noch keine gemeinsame Lösung haben, wollen wir nicht anderes infrage stellen, um nicht zu verunsichern", so Mitterlehner in Richtung AHS. Denn gerade die Positionierung zur Gesamtschule ist für ihn ein Balanceakt. Klar ist hingegen, dass die ÖVP einen verpflichtenden Ganztagsunterricht für alle Schüler nicht mittragen wird. Ganztagsschulen sollen zwar ausgebaut werden, aber nicht verpflichtend sein.

Bleibt die Frage, wer Jank nachfolgen wird. Gesucht wird ein Mandatar, der eine offenere Haltung in Schulfragen signalisiert, ohne aber die Anhänger eines differenzierten Schulsystems samt Gymnasium zu verärgern. Für Jank wird im ÖVP-Klub eine alternative Sprecherfunktion gesucht.

 

 

Die Presse – 26. November 2014

 

 

Fernweh: Schüler wollen immer weiter weg

Auslandsaufenthalte werden bei Jungen immer beliebter. Durch die Zentralmatura werden Austauschschüler immer jünger. Teils fehlt in den sechsten Klassen ein Drittel der Schüler.

 

Wien. Die Herausforderungen beim Schüleraustausch begannen für Lea Zauner damit, ihre Mutter von der Idee zu überzeugen. Sie mochte Japan schon, seit sie elf war, japanische Cartoons sah sie im Original. Ein Jahr im Ausland erschien ihr als großes Abenteuer – zu dem sie ihre Mutter schlussendlich tatsächlich überreden konnte: Die Niederösterreicherin absolvierte die gesamte sechste Klasse in Sapporo.

Bei 16-Jährigen ist ein halbes oder ganzes Jahr weit weg von der Familie keine Seltenheit mehr. In den meisten Fällen werde ein Auslandsaufenthalt mittlerweile für die zehnte Schulstufe – also die sechste Klasse AHS – geplant, berichten die Institute. Das hat auch damit zu tun, dass die Zentralmatura schon in der siebten Klasse einiges an Arbeit erfordert und viele Eltern vor der Reifeprüfung befürchten, dass ihr Kinder in der Zielgeraden an Metern verlieren.

Doch die Austauschschüler werden nicht nur jünger, sie reisen auch in immer weiter entfernte Länder. Nordamerika, Südamerika und Asien werden immer attraktiver, heißt es von den Instituten. Beim Anbieter Education First (EF) sind die USA nach wie vor das am stärksten nachgefragte Land, hierhin gingen im Schuljahr 2012/13 rund 400 österreichische Schüler. Konkrete Zahlen werden vom Unterrichtsministerium nicht gesammelt, für Wien hat auch der Stadtschulrat keinen Überblick, und die Institute selbst wollen teils keinen Einblick in ihre Statistik geben. Doch der Trend, so die Institute, sei klar: Die Zahlen steigen.

Schulen orten Boom

Das sehen auch die Schulen so. Mittlerweile gibt es Gymnasien, bei denen in der sechsten Klasse ein Drittel der Sessel leer bleibt. „Wir haben seit dem letzten Schuljahr einen Anstieg von etwa 15Prozent in den sechsten Klassen. Es ist ein wahrer Boom", sagt etwa Walter Hollmann, Direktor des Wiener Privatgymnasiums St.Ursula.

Dreißig Prozent der Schüler in zwei der drei sechsten Klassen sind im kommenden Sommersemester im Ausland. Die Schule steht dem positiv gegenüber – allerdings seien die Schüler nach ihrer Rückkehr stark gefordert, da sie den versäumten Stoff in irgendeiner Form aufholen müssen. Wenn das Auslandssemester ab Jänner absolviert werde, seien die Vorschriften seitens des Stadtschulrats auch recht schülerfreundlich und ein Aufsteigen ohne Noten gewährleistet. Doch es gibt noch einen weiteren, für viele belastenden Faktor: Auslandsaufenthalte sind teuer. Rund 10.000 Euro kostete das Schuljahr in Japan Leas Eltern – je nach Ziel und Anbieter kann es etwas günstiger, aber auch viel teurer werden.

Woher kommt trotz dieser Belastungen der Anstieg bei den Reisen? Viele Eltern sehen den Aufenthalt als Investition in die Zukunft, sie wollen die Bildungswege ihrer Kinder perfekt modellieren. Auch die Institute bestätigen, dass die Entscheidung teils durchaus karriereorientiert getroffen wird. Lea ist in dieser Hinsicht noch unbefangen: Sie ging weg, weil sie „etwas Neues" erleben wollte, wie sie sagt. Der Anfang war irritierend, da die anderen Schüler die Blondine mit offenen Mündern anstarrten. „Mein Gott, ist die süß", war der Satz, den sie ständig hörte.

Der Abstand war nie kleiner

Fernab der Orientierung an künftigen Karrieren gibt es aber noch einen anderen Punkt, der einen Auslandsaufenthalt heute attraktiver macht: Wenn ein Kind heute für längere Zeit weggeht, können die Eltern trotzdem noch an seiner Seite sein. Denn durch die digitale Kommunikation kann es seine Eltern schnell nach Rat fragen, wenn es nicht weiß, was es am Abend anziehen soll. Es kann (theoretisch freilich, denn es handelt sich um Teenager) täglich die Stimmen seiner Eltern über Skype hören, ihnen Bilder vom Abendessen oder vom Konzert schicken, auf dem es eben noch war. Der Abstand war nie kleiner, auch wenn er sehr groß ist. Zurechtkommen müssen die Kinder aber trotzdem selbst.

AUF EINEN BLICK

Anbieter von Auslandsaufenthalten haben lange Tradition. Das zeigen gleich zwei Jubiläen: So feiert EF Education First seinen 50.Geburtstag. Wie viele Schüler sie ins Ausland schicken, sagt EF nicht. Nur so viel: Allein in das Hauptziel USA gehen jährlich rund 400. Das klassische Austauschprogramm AFS, bei dem nicht für die Betreuung durch die Familien gezahlt wird, ist 100 Jahre alt. Das nutzen jährlich 300 Schüler. Abgesehen davon bevölkern viele junge Anbieter den Markt.

 

 

Die Presse – 26. November 2014

 

 

Matura auf Direktweg

1700 Absolventen hat die Lehre mit Matura seit dem Start im Jahr 2008 bereits hervorgebracht.

Wien. Den Lehrberuf zu attraktivieren war das klare Ziel der Einführung der Lehre mit Matura im Jahr 2008. Nun, sechs Jahre später, zeigen die Absolventenzahlen einen klaren Trend: Das Modell wird zusehends beliebter.

Laut Zahlen des Bildungsministeriums haben mittlerweile 1700 Personen erfolgreich eine Lehre mit Matura abgeschlossen.Während man bei der seit Ende der 1990er bestehenden Berufsreifeprüfung nach der Lehre warten und für Vorbereitungskurse zahlen musste, ist das bei der Lehre mit Matura anders. Hier können drei von vier Teilprüfungen bereits während der Lehre abgelegt werden. Außerdem übernimmt der Bund die Kosten für Vorbereitungskurse von bis zu 6000 Euro pro Lehrling.

Derzeit nützen das Programm knapp 10.500 Österreicher. Nicht in allen Lehrfächern ist das Modell gleich beliebt. Lehre mit Matura wird häufig im kaufmännischen und Verwaltungsbereich gemacht. Die wenigsten Teilnehmer gibt es aus der Gastronomie und dem Tourismus. Auch in den einzelnen Bundesländern wurde die Lehre mit Matura bisweilen unterschiedlich stark genutzt. Das zeigen die Absolventenzahlen (siehe Grafik). Die meisten Absolventen gibt es mit Abstand in Kärnten. Das liegt daran, dass man hier schon früh mit einem Pilotprojekt begonnen hat. (j.n.)

 

 

Die Presse – 26. November 2014

 

 

Stadtschulrat: Abgelehnter FP-Kandidat Krauss will 12.500 Euro

Maximilian Krauss fühlt sich diskriminiert und fordert die Auszahlung seines Verdienstentgangs. Das Geld will er spenden.

Der von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) abgelehnte FPÖ-Kandidat für den Vizepräsidenten des Wiener Stadtschulrats, Maximilian Krauss, will die Auszahlung seines Verdienstentgangs. Krauss fühlt sich aufgrund seiner Weltanschauung diskriminiert und hat deshalb beim Anti-Diskriminierungsbüro ein Schlichtungsverfahren beantragt, berichtet der "Kurier". Krauss erhofft sich die Summe von insgesamt 12.459 Euro. Gegenüber dem "Kurier" sagte er, dass er das Geld einem Jugendprojekt spenden will.

Die FPÖ hat zudem eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen Häupl bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. "Wir haben einen Rechtsanspruch auf den Posten - der Landeshauptmann hat dem nachzukommen", sagte der Wiener Klubobmann Johann Gudenus. Die Klage wird derzeit von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geprüft. Häupl selbst wollte zur Causa nicht Stellung nehmen. "Wir können zu laufenden Verfahren nichts sagen", erklärt ein Sprecher.

Außerdem hat die FPÖ einen Antrag auf Gesetzesprüfung über das Wiener Schulgesetz beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) eingebracht. Dieser soll sich auf ein Rechtsgutachten des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer stützen und kommt laut "Kurier" zum Schluss, dass der Bürgermeister dem Vorschlag der FPÖ Folge hätte leisten müssen.

 

 

Kurier – 26. November 2014

 

Kein Posten – Krauss will dennoch 12.000 Euro.

FPÖ hat Häupl wegen Amtsmissbrauchs angezeigt und den Verfassungsgerichtshof eingeschaltet.

Die Causa Maximilian Krauss spitzt sich zu. Die FPÖ fährt derzeit eine juristische Armada auf, um ihren umstrittenen Jungpolitiker doch noch in den Sessel des Wiener Vize-Stadtschulratspräsidenten zu hieven.

Wie berichtet, hat Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) die Ernennung des 21-jährigen schlagenden Burschenschafters abgelehnt und die FPÖ aufgefordert, einen anderen Kandidaten zu nominieren.

Krauss hängt derzeit in der Warteschleife: "Ich will nach wie vor Vizepräsident werden und meine Kontrollfunktion wahrnehmen", sagt er zum KURIER. Die SPÖ habe nur Angst, mit ihren Fehlern konfrontiert zu werden.

Die FPÖ hat daher einen Antrag auf Gesetzesprüfung über das Wiener Schulgesetz beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Die Blauen stützen ihren Antrag auf ein Rechtsgutachten von Verfassungsrechtler Heinz Mayer. Dieser kommt zu dem Schluss, dass der Bürgermeister dem Vorschlag der FPÖ Folge leisten müsse.

Anti-Diskriminierung

Krauss selbst geht einen Schritt weiter. Er hat beim Anti-Diskriminierungsbüro ein Schlichtungsverfahren beantragt. Krauss fühlt sich aufgrund seiner Weltanschauung diskriminiert, den Posten nicht bekommen zu haben. Er beantragt daher die Auszahlung des Verdienstentgangs seit August 2014 – insgesamt 12.459 Euro plus Zinsen. "Ich würde das Geld aber für ein Jugendprojekt spenden", beteuert Krauss.

Die FPÖ hat zudem eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. "Wir haben einen Rechtsanspruch auf den Posten – der Landeshauptmann hat dem nachzukommen", sagt FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus. Die Klage wird derzeit von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geprüft. Sollte sich der Verdacht des Amtsmissbrauchs bestätigen, dann werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im Büro des Bürgermeisters reagiert man gelassen. Häupl will zu der Causa allerdings nicht Stellung nehmen. "Wir können zu laufenden Verfahren nichts sagen", erklärt ein Sprecher.

Unterstützung bekam Häupl kürzlich von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, ebenfalls SPÖ. Diese sieht keinen Rechtsanspruch für Krauss. Deshalb werde es auch keine Weisung an den Wiener Bürgermeister geben, diese Ernennung vorzunehmen, schreibt Heinisch-Hosek in einer Anfragebeantwortung.

Für Krauss heißt es daher weiter: Bitte warten.

 

 

SN – 26. November 2014

 

 

ÖVP-Bildungs-Enquete am 9. Dezember

Die ÖVP hält am 9. Dezember eine Enquete zur Bildungspolitik ab. Man werde sich mit dem Thema in beiden Koalitionsparteien intensiv beschäftigen, sagte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Dienstag nach dem Ministerrat. Lob für das Bildungskonzept der Industriellenvereinigung (IV) kam bei der Gelegenheit von Kanzler Werner Faymann (SPÖ).

Während die ÖVP die Beibehaltung des Gymnasiums fordert, plädiert die IV für eine gemeinsame Schule bis 14 Jahre inklusive Ganztagesunterricht. Faymann betonte dazu, dass auch die SPÖ in Sachen gemeinsamer Ganztagsschule "was weiterbringen" wolle. "Ich gehe davon aus, dass wir hier eine Bewegung zum Ziel haben", so der Bundeskanzler.

Auch Mitterlehner betonte sein Interesse an einer gemeinsamen Lösung. Am 9. Dezember soll es demnach eine Bildungs-Enquete der Partei geben, an der auch "Vertreter des AHS-Systems" teilnehmen sollen, um alle Vorschläge zu diskutieren. Denn, so der VP-Chef: "So lange wir noch keine gemeinsame Lösung haben, wollen wir nicht anderes infrage stellen, um nicht zu verunsichern." Ihr neues Bildungsprogramm will die ÖVP in den nächsten Monaten vorlegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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