Donnerstag, 27. November 2014

2014.11.28: Newsletter Bildung

Die Presse – 28. November 2014

 

 

Gesamtschule: Mehrheit sieht Vorteile

Die schwarz-grüne Landesregierung in Bregenz wünschte sich durch die neue Studie Rückenwind für die Gesamtschule. Die Eltern zeigen sich unschlüssig, die Lehrer sind gespalten.

Bregenz. Die neue schwarz-grüne Landesregierung in Bregenz dürfte sich ihrer Sache (zu) sicher gewesen sein: Bereits beim Beschluss des Koalitionspaktes im Oktober legte sich die Landesregierung auf eine Modellregion zur Gesamtschule fest – und vertraute auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Gestern, Donnerstag, sollte bei der Präsentation einer großen Umfrage der Beweis erbracht werden, dass sich die Bürger tatsächlich eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen wünschen. Doch so wirklich wollte dieser nicht gelingen.

Denn die groß angelegte Studie, bei der insgesamt 19.700 Vorarlberger Lehrer, Eltern und Schüler befragt wurden, lieferte durchaus widersprüchlich Ergebnisse – und insgesamt weder ein klares Ja noch ein klares Nein zur Gesamtschule. Die Antworten der Eltern von Volksschulkindern gaben Rätsel auf. Denn mit 56 Prozent sprach sich eine Mehrheit dieser für die Schaffung einer Gesamtschule aus. Doch zugleich befürworteten 51 Prozent derselben Gruppe, die Trennung zwischen Hauptschule bzw. Neuer Mittelschule und Gymnasium aufrechtzuerhalten (siehe Grafik). Die Studienautoren führen das darauf zurück, dass die Eltern noch unschlüssig sind.

Große Befürchtungen

Die übrigen Ergebnisse der Elternbefragung zeigten eine klare Tendenz: Besucht das eigene Kind eine Neue Mittelschule wünschen sich die Eltern eher eine Gesamtschule. Besucht es ein Gymnasium, dann bevorzugen die Eltern ein getrenntes Schulsystem. In Zahlen heißt das: 58 Prozent der NMS-Eltern befürworten eine Gesamtschule und 55 Prozent der AHS-Eltern das derzeitige zweigeteilte Schulsystem.

In einem anderen Punkt sind sich die Eltern überraschend einig: Der Großteil ist überzeugt, dass die Gesamtschule „mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder“ bringen würde. Konkret stimmen dem 79 Prozent der Eltern von Volksschülern, 82 Prozent von NMS-Eltern und selbst 63 Prozent der AHS-Eltern zu. Trotz dieser hohen Erwartungen haben viele Eltern Ängste. Vier von zehn fürchten, dass leistungsschwache Schüler in der Gesamtschule über- und leistungsstarke Schüler unterfordert werden. Die Sorge einer Nivellierung nach unten haben vor allem AHS-Eltern.

Auch die Ergebnisse der Lehrerbefragung könnten nach Schultyp kaum unterschiedlicher sein. Bei den Pflichtschullehrern geht die Stimmung klar in Richtung Systemwechsel: 72 Prozent der Volksschullehrer sowie 77 Prozent der NMS-Lehrer wünschten sich die Gesamtschule, aber nur 25 Prozent der AHS-Lehrer. Umgekehrt befürworteten 45 Prozent der AHS-Lehrer die Beibehaltung des Status quo, hingegen nur 20 Prozent der Volksschullehrer und 13 Prozent der NMS-Lehrer.

ÖVP sucht nach Linie

Die Vorarlberger Landesregierung hält jedenfalls auch nach diesem Zwischenergebnis an ihren Plänen, eine Modellregion zur Gesamtschule einzuführen, fest. Bis Mai 2015 wird weiter an dem Forschungsprojekt gearbeitet. Auf Grundlage des Endberichts soll dann entschieden werden, wie der Modellversuch zur gemeinsamen Schule in Vorarlberg genau aussehen soll. Es stellen sich auch einige rechtliche Fragen. Dabei könnte das Land durchaus auch Unterstützung vom Bund benötigen.

Der Rückhalt von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist den Landespolitikern dabei sicher. Wie sich die ÖVP unter Parteichef Reinhold Mitterlehner in Hinblick auf die Gesamtschule verhalten wird, ist aber noch nicht klar. Vom zuständigen Staatssekretär Harald Mahrer heißt es auf Anfrage der „Presse“ lediglich: Man werde die Vorarlberger Ergebnisse „sachlich und ideologiefrei“ analysieren.

Auf einen Blick

An der Studie nahmen rund 19.700 Vorarlberger Lehrer und Eltern von Kindern aus der vierten, sechsten und achten Schulstufe sowie Schüler der sechsten und achten Schulstufe teil.
Insgesamt wurden 1,8 Millionen Einzeldaten zum Istzustand der Schule und zu Weiterentwicklungs- und Änderungswünschen gesammelt und aufbereitet. Nun wurde ein erster Teilbericht der im November 2013 erfolgten Umfrage präsentiert. Der Endbericht folgt im Mai.

 

 

"Der Standard" vom 28.11.2014                                Seite: 7

Ressort: Inland

 

Jutta Berger

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Der mühsame Weg zum Schulversuch

 

   Die Modellregion zur gemeinsamen Schule in Vorarlberg dauert noch. Als erster Schritt wurde eine Umfrage bei 20.000 Schulpartnern vorgelegt: Die Pflichtschullehrer sind pro Gesamtschule, die Eltern sind unschlüssig, die Schüler wurden nicht gefragt.

 

   Bregenz – Wer sich ein klares Ja oder Nein zur gemeinsamen Schule erwartet hat, wird durch die Studie enttäuscht. Die Befragung zeigt aber deutlich die Unsicherheit der Eltern und Polarisierung der Lehrenden auf.

 

   Zur Überraschung aller war die Beteiligung hoch: 83 Prozent der angeschriebenen Eltern antworteten, 95 Prozent der Jugendlichen (6. und 8. Schulstufe), aber nur 44 Prozent der Lehrenden. Die Ergebnisse zur gemeinsamen Schule stellte Landesrätin Bernadette Mennel (VP) auch gar nicht in den Vordergrund ihrer Präsentation am Donnerstag. Wichtiger war ihr die Zufriedenheit der Eltern (90 Prozent) mit der Schule und den Schulerfolgen der Kinder.

 

   „Die Bereitschaft, organisatorische Weiterentwicklungen mitzutragen, ist unterschiedlich ausgeprägt“, umschrieb Mennel das Pro und Kontra zur gemeinsamen Schule: 56 Prozent der Eltern von Volksschulkindern sind für die gemeinsame Schule, 51 Prozent für das zweigliedrige System. Eltern von Mittelschülern wiederum wollen eindeutig die Gesamtschule (58 Prozent), Gymnasiasteneltern wiederum sind zu 55 Prozent dagegen oder unentschlossen. Eindeutiger ist die Meinung der Lehrenden: An Volks- und Mittelschulen ist man mit 72 und 77 Prozent für die gemeinsame Schule, an den AHS zu 57 Prozent dagegen.

 

   Chancengerechtigkeit erwarten sich durch die gemeinsame Schule alle außer die Lehrenden der AHS. Den Vorteil einer späteren Bildungsentscheidung sieht aber auch die Mehrheit dieser Berufsgruppe. Unsicher sind sich die Eltern, ob es durch gemeinsame Schulformen zu Unter- oder Überforderung der Kinder kommen könnte. Hier bedürfe es noch intensiver Informationsarbeit, räumt Mennel ein.

 

   Schulversuch wird realisiert

 

   Wenig bis gar nichts dürften Eltern über Vorteile ganztägiger Schulformen wissen. Denn je nach Schulform wollen 59 bis 78 Prozent keine Ganztagsbetreuung. Mennel will nun Eltern „verstärkt über die Vorteile informieren“.

 

   Zur Schulzukunft wurden Eltern und Lehrenden 130 Fragen gestellt, die 7797 Schülerinnen und Schüler bekamen einen eigenen Fragenkatalog. Ob sie eine gemeinsame Schule möchten, wurden sie nicht gefragt.

 

   Was geschieht nun mit dem Datenmaterial? Bis Ende Mai 2015 soll die Projektgruppe Empfehlungen auf Basis der Daten vorlegen. Dann wird laut Mennel ein pädagogisches und organisatorisches Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung der Sekundarstufe I vorgelegt. Schritt für Schritt nähert man sich dem versprochenen Schulversuch.

 

   Die 169 Seiten starke Umfrage will Mennel bereits in den nächsten Tagen den Bildungsreferenten der anderen Bundesländer, die daran sehr interessiert seien, vorlegen. „Auch Vizekanzler Mitterlehner bekommt von mir einen Band“, sagt Mennel. Nächstes Jahr will sie dem Bund ein weiteres Papier präsentieren: einen Schulversuch in der Modellregion Vorarlberg. Wie umfangreich die Modellregion sein wird, will Mennel noch nicht sagen. Das hänge von den Expertenempfehlungen ab.

 

    Kommentar Seite 32

 

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Der Standard – 28. November 2014

 

 

Schulreform in Vorarlberg: Jein zur Gesamtschule

Kommentar | Jutta Berger

Gewinnen wird, wer die bessere Interpretation der Umfrage liefert

Vorarlberger Eltern sind unbescheiden. Sie wollen alles. Die gemeinsame Schule und das differenzierte System; sie sind für Chancengerechtigkeit, haben aber Angst, dass ihr Kind in der gemeinsamen Schulform unterfordert wäre. Sie hätten gerne mehr Mathe und Deutsch für ihre Kids, sind aber mit der Schule zufrieden. Die Kinder sollten nicht überfordert werden, ganztägige Schul- und Betreuungsformen gönnt man ihnen aber nicht.

19.700 Eltern, Lehrende, Schülerinnen und Schüler haben sich an einer Befragung bezüglich der Schule der Zehn- bis 14-Jährigen beteiligt. Die Ergebnisse sind widersprüchlich und damit sowohl für Innovationsfreudige als auch für Bremser in der Schulpolitik brauchbar. Die Grünen freuen sich über eine Mehrheit für die gemeinsame Schule, die Konservativen in den Gymnasien über eine Mehrheit für den Status quo. Nun wird das politische Tauziehen beginnen.

Gewinnen wird, wer die bessere Interpretation der Umfrage liefert. Und das dürfte die schwarz-grüne Regierung sein. Sie hat Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer, kritische Eltern- und Lehrerverbände hinter sich. Damit bekommen ÖVP-Chef Mitterlehner und Bildungsreformer in der Bundespartei Rückenwind aus dem Westen.

Glaubwürdig wird die Vorarlberger Bildungspolitik aber erst, wenn sie ernsthafte Maßnahmen zur Studie liefert. Die wurden für Mai angekündigt. Kräftiger Westwind oder Mailüfterl – Wallners Volkspartei hat die Wahl.

 

 

Kurier – 28. November 2014

 

Eltern benoten Gesamtschule zwiespältig.

Betroffene sehen Chancengerechtigkeit, aber auch Risiko von Über- und Unterforderung.

Soll die Zweiteilung Gymnasium/Neue Mittelschule (NMS) beibehalten werden? Oder ist die gemeinsame Schule der  Zehn- bis 14-Jährigen der bessere Weg? Wer sich von Betroffenen, insbesondere Eltern, auf diese, durchaus polarisierenden Fragen klare Antworten oder gar  eine Richtungsentscheidung erwartet, den enttäuscht eine jüngst in Vorarlberg erstellte Studie. Das Ergebnis lautet nämlich: Die Eltern können mit beiden Systemen ganz gut leben.

Im Auftrag der Vorarlberger  Landesregierung wurden im November rund 19.500 Lehrer sowie Eltern von Kindern aus der vierten, sechsten und achten Schulstufe sowie Schüler der Volksschule, der NMS und der Gymnasium-Unterstufe einer Befragung unterzogen. 1,8 Millionen Einzeldaten wurden erhoben, und die Ergebnisse waren stark davon abhängig, wer befragt wurde. So haben etwa  Volksschul- und NMS-Lehrer  die Gesamtschule auffallend bevorzugt, demgegenüber wollen AHS-Lehrer lieber beim differenzierten System bleiben.

Bei den Eltern ergab sich eine Befürwortung einer „Schule für alle“ –  dafür waren 56 Prozent der Eltern mit Volksschulkindern (VS-Eltern), 58 Prozent der Eltern von Kindern aus der NMS (NMS-Eltern) und 45 Prozent der AHS-Eltern. Aber auch für den Erhalt des aktuellen Systems gab es Zustimmung. Ja zum Ist-Zustand sagten 51 Prozent der VS-Eltern‚ 42 Prozent der MS-Eltern und 55 Prozent der AHS-Eltern. Nur bei den Pflichtschullehrern geht die Stimmung klar in eine Richtung, nämlich in die des Systemwechsels: 72 Prozent der VS-Lehrer sowie 77 Prozent der NMS-Lehrer wünschten sich die Gesamtschule, aber nur 25 Prozent der AHS-Lehrer. Umgekehrt befürworteten 45 Prozent der AHS-Lehrer die Beibehaltung des Status quo, aber nur 20 Prozent der VS- und  13 Prozent der NMS-Lehrer.

Zwar erwarteten sich der überwiegende Teil der Eltern wie auch der Lehrer in einer Gemeinsamen Schule mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder. Gleichzeitig befürchteten die Eltern aber eine Überforderung der schwachen Schüler wie auch eine Unterforderung der Begabten. Letzteren Punkt unterstrichen besonders die Eltern von AHS-Schülern und noch stärker die AHS-Lehrer (78 %). Dass die Gesamtschule den Vorteil einer späteren Entscheidung über den Bildungsweg mit sich bringen würde, wurde überwiegend bejaht (Eltern: 69 bis 72 Prozent, Lehrer 54 (AHS) bis 91 Prozent (VS)).

 

 

Wiener Zeitung – 28. November 2014

 

Umfrage

Vorarlberg: Mehrheit für Gemeinsame Schule

 

 

 

 

 

Bregenz. Die Vorarlberger Eltern scheinen sowohl mit der aktuellen Zweiteilung Gymnasium-Neue Mittelschule (NMS) als auch mit einer Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen gut leben zu können. Volksschul- und NMS-Lehrer präferieren stark die Gesamtschule, während die AHS-Lehrer beim differenzierten System bleiben wollen. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Vorarlberger Landesregierung, in dem sich Experten unter anderem mit rechtlichen und organisatorischen Fragen sowie pädagogischen Konzepten einer Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen befassen.

Rund 19.500 Lehrer sowie Eltern von Kindern aus der vierten, sechsten und achten Schulstufe sowie Schüler der Volksschule, der NMS und der Gymnasiumunterstufe wurden befragt, die Ergebnisse sind widersprüchlich. Der Bericht nach dem Projektabschluss im Mai wird auch Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Schulen der Zehn- bis 14-Jährigen enthalten.

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 28.11.2014

Ressort: VN-A

 

 

Präsentation Forschungsprojekt Schule: Komplexe Erwartungen an Schule der Zukunft.

 

Viele Ideen für die Schulreform

 

   Bregenz. (VN-hk). Die Schule in ihrer mannigfaltigen Form ist ein sehr heterogener Ort. Je nach Schul-Eltern- oder Lehrertyp sind die Erwartungen an die Bildungsstätten unterschiedlich. Einige Schnittstellen bei den Wünschen gibt es dennoch: Eltern und Lehrer wünschen mehrheitlich, dass eine Entscheidung über den weiteren Bildungsweg erst im Alter von 14 Jahren getroffen werden sollte. Gleichzeitig glauben die Eltern von Schülern aller Schultypen an eine Erhöhung der Chancengerechtigkeit für ihre Kinder im Falle einer gemeinsamen Schule für Zehn- bis 14-Jährigen. Aber: Es befürchten viele Eltern und Lehrer auch, dass Schüler bei einem solchen Schulmodell entweder unter- oder überfordert werden. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse von Teil eins der umfangreichen Studie, deren zweiter Teil im Mai 2015 präsentiert wird.

 

   Rege Teilnahme

 

   Schullandesrätin Bernadette Mennel (55), Projektkoordinatorin Gabriele Böheim (55) und Johann Engleitner (61), für empirische Sozialforschung an der PH Vorarlberg zuständig, präsentierten den mit Spannung erwarteten ersten Teil der Studie. Erfreut zeigte sich vor allem Schullandesrätin Mennel. „Über 19.700 Lehrpersonen, Eltern und Schülerinnen und Schüler haben an der Befragung teilgenommen. Es gab in Österreich wohl noch nie ein umfangreicheres Forschungsprojekt zum Thema Schule. Besonders erfreulich: Bei Schülerinnen, Schülern und Eltern der Mittelschule und der AHS-Unterstufe herrscht eine hohe Zufriedenheit mit der eigenen Schule bzw. der Schule des Kindes.“

 

   AHS-Lehrer scheren aus

 

   Auffallend im bisher vorliegenden Bericht: In punkto Präferierung eines Schulsystems weichen AHS-Lehrer zum Teil deutlich vom Rest der Befragten ab. So sind zum Beispiel satte 78 Prozent aller befragten AHS-Professoren der Meinung, dass leistungsstarke Schüler in einer gemeinsamen Schule unterfordert wären. Nur 36 Prozent der Gymnasial-Pädagogen sind der Meinung, dass eine Gemeinsame Schule mehr Chancengerechtigkeit brächte. Eine gemeinsame Schule löst laut Studie bei Eltern und Lehrpersonen der Volks- und Mittelschulen sowie bei Eltern von Gymnasiums-Schülern Bedenken bezüglich Sicherstellung einer individuellen Förderung aus. Ebenfalls bemerkenswert: Eltern im städtischen Bereich versteifen sich in der Schullaufbahnerwartung für ihre Kinder viel mehr aufs Gymnasium als Eltern im ländlichen Bereich. Als Auftrag sieht es Mennel an, künftig noch bessere Informationen über die Ganztagsschule zu vermitteln.

 

   Bericht an Ministerin

 

   Der zweite Teil des Forschungsprojektes mit den Themenfeldern Pädagogische Konzepte, Organisation und Rechtlicher Rahmen werden im Mai 2015 vorgestellt. „Auf Basis dieser Ergebnisse streben wir dann einen Modell-Schulversuch an und werden mit diesem Anliegen beim Bund vorstellig“, kündigte Schullandesrätin Bernadette Mennel an. Die Schullandesrätin wird den über 180 Seiten starken Studienbericht bereits heute zur Landesbildungsreferententagung nach Kärnten mittnehmen und dort u.a. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (52) überreichen.

 

   "Es muss auf zu neuen Ufern gehen"

 

   Bregenz. (VN-hk) Die Präsentation von Teil eins des Forschungsprojekts „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen“ hat mehrere Reaktionen von verschiedenen Interessensgruppen ausgelöst. Während der Bericht Schulverantwortlichen am Donnerstagnachmittag an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg extra präsentiert wurde, meldeten sich andere schon vorher zu Wort.

 

   „Gratulation zur seriösen, umfassenden Befragung und damit zur Versachlichung der Bildungsdebatte im Sinne der Schülerinnen und Schüler.“ So fiel die erste Reaktion von Industriellenvereinigung-Geschäftsführer Mathias Burtscher aus. Burtscher sieht das IV-Konzept bestätigt, wonach es unter anderem um mehr Autonomie, alternative Beurteilungsmethoden und eine spätere Bildungswegentscheidung gehe. Es müsse jetzt „Auf zu neuen Ufern gehen“.

 

   „Keine neuen Türschilder“

 

   „90 Prozent der Vorarlberger sind mit dem Bildungssystem zufrieden“, glaubt der Obmann der ÖAAB (Österreichischer Arbeiter-und Angestelltenbund)-Lehrer Wolfgang Türtscher (59) aus dem Ergebnis der Studie herauslesen zu können. Er sieht sich dadurch bestätigt, dass es keinen Grund gebe, schulstrukturelle Änderungen zu planen. „Das wäre am Bedarf vorbeiproduziert.“ Eine Strukturdiskussion für durchaus wichtig hält der Bildungssprecher der Wirtschaftskammer Vorarlberg Christoph Jenny. „Aber einer verbesserten Qualität der Arbeit in den Schulen gilt die erhöhte Aufmerksamkeit“, sieht Jenny eine klare Priorität. 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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