Montag, 24. November 2014

Bildungs-Newsletter 24. November 2014

OTS0052 II, WI 24.11.2014 10:08:21

 

FSG-GÖD-Himmer: Danke für die klaren Worte, Frau Ministerin.

Utl.: Im Bildungsbereich kann nicht mehr gespart werden.

 

In der aktuellen Ausgabe der Tageszeitung Österreich vom 23. November macht Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek deutlich, dass in den Schulen nicht weiter gespart werden kann.

 

Diese klare Position der Bildungsministerin ist auch ein Aufruf an den Finanzminister und die Länderverantwortlichen. Es braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung, um nicht auf Kosten der Zukunft der Menschen zu sparen. Nur durch das zusätzliche Engagement von Lehrerinnen und Lehrern sind bisher Kürzungen und Einsparungen ausgeglichen worden. Mehr geht nicht.

 

FSG-BMHS Vorsitzender Heinrich Himmer begrüßt daher den Standpunkt der Ministerin. Gleichzeitig fordert er im Interesse der Zukunft Österreichs: "Geben wir den Schulen ausreichend Ressourcen, damit Bildung allen Menschen faire Chancen und den Aufstieg ermöglicht."

 

Rückfragehinweis: Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter/innen - GÖD  BMHS - Gewerkschaft der Lehrer/innen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen  Mag. Heinrich Himmer 0676 531 32 42 heinrich.himmer@fsgbmhs.eu www.fsgbmhs.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/88/aom

 

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OTS0038 II 24.11.2014 09:32:06

 

VSStÖ zum SPÖ Bundesparteitag: SPÖ muss endlich Mut zu Inhalten beweisen

Utl.: Der Verband Sozialistischer Student_innen veröffentlicht Anträge zum Bundesparteitag der SPÖ am 28./29. November 2014

 

Der Bundesparteitag kommendes Wochenende gibt der SPÖ die Möglichkeit, sich endlich wieder ein inhaltliches Profil zu geben und die Ausrichtung der Partei für die nächsten Jahre zu beschließen. Aus diesem Grund stellt auch der Verband Sozialistischer Student_innen, der mit 4 Delegierten am Parteitag teilnehmen wird, Anträge zu bildungs-, sozial- und gesellschaftspolitischen Themen.

 

"Ein Bekenntnis der SPÖ zum freien und offenen Hochschulzugang wird von uns schon seit Jahren gefordert. Dazu gehört vor allem eine klare Positionierung gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen jeglicher Art", stellt Rasha Abd El Mawgoud, Vorsitzende des Verband Sozialistischer Student_innen klar.

 

"So ein freier und offener Hochschulzugang muss für alle Studierenden gelten, unabhängig von ihrer Herkunft. Deshalb stellen wir zwei Anträge die speziell auf Studierende aus Drittstaaten bezogen sind. Wir fordern die Abschaffung der doppelten Studiengebühren und der Einkommensgrenzen sowie das Bleiberecht für Studierende und Absolvent_innen", so Abd El Mawgoud weiter.

 

"Weitere Anträge, die auf eine Verbesserung der Situation der Studierenden hinzielen, betreffen den Wohnbereich, den Praktikumsbereich - hier werden wir auch explizit auf das unbezahlte Klinisch-Praktische-Jahr für Medizinstudent_innen aufmerksam machen - sowie die Mobilität mit der Erweiterung des Top-Jugendticket auf Studierende in ganz Österreich", fasst Abd El Mawgoud weiter zusammen.

 

Auch im innerparteilichen Bereich wird es vom VSStÖ Anträge geben. Die SPÖ muss endlich Mut beweisen, statt sich mit ihrem Niedergang abzufinden. "Überlebenssicherung kann nur bedeuten, diesen Kampf aufzunehmen! Daher fordern auch wir - Raus aus dieser Koalition", so Abd El Mawgoud abschließend.

 

Alle Anträge des Verband Sozialistischer Student_innen sind zusammengefasst auf der Homepage unter http://bund.vsstoe.at/bundesparteitag14/ zu finden.

 

Rückfragehinweis: Verband Sozialistischer Student_innen Katharina Krischke Pressesprecherin

Tel.: +43 676 385 8813 mailto:katharina.krischke@vsstoe.at http://www.vsstoe.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/11627/aom

 

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OTS0009 II, SI 24.11.2014 08:48:23

 

Geht's den LehrerInnen gut, geht's den SchülerInnen gut - und umgekehrt!

Utl.: FSG-LehrerInnen fordern Reform der Arbeitsbedingungen für PädagogInnen.

 

"Wenn die schwarze AHS-Gewerkschaftsspitze Kinder einer gemeinsamen Ganztagesschule "kognitive Mastschweine" nennt, offeriert dies eine erschreckende Geisteshaltung", stellt Thomas Bulant, Vorsitzender der FSG in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft, fest. "In allen Pflichtschulen, wo wir statt einem Restschulsystem eine heterogene SchülerInnenpopulation haben, werden unsere LehrerInnen in ihrem Beziehungsreichtum und ihrer Kompetenzvermittlung durch die Bildungskarrieren der SchülerInnen bestätigt." Die FSG sei davon überzeugt, dass auch in einer "Langform Pflichtschulzeit" gilt: "It all starts with a good teacher". Nach Jahrzehnten pädagogischer Reformen an den Pflichtschulen sei eine Reform der Schulorganisation von 1962 und der Arbeitsbedingungen für LehrerInnen und DirektorInnen vonnöten. Die Illusion, mit den Konzepten der Vergangenheit die Probleme von morgen lösen zu können, sei nach Bulant trügerisch, da die Welt sich selbst in Österreich seit den 60er Jahren verändert habe.++++

 

"Unsere LehrerInnen brauchen beim Auftreten von zwischenmenschlicher Aggressivität Rechtssicherheit, Unterstützung und Schutz", fordert Karin Medits-Steiner, Spitzenkandidatin der FSG-ZV für die Personalvertretungswahlen in Wien. "Rechtsinformation, Sicherheitstraining, und Krisenmanagement müssen Teil der Aus-und Fortbildung sein", meint Medits-Steiner. "Selbstsichere LehrerInnen können eine kindgerechte Schule der Zukunft besser verwirklichen."

 

Für eine Schule der Zukunft werden DirektorInnen als pädagogische Leitung von immenser Bedeutung sein. "SchulleiterInnen sollten mehr Zeit mit den Menschen an ihrer Schule verbringen als hinter dem Computer. Ihre ursprüngliche Aufgabe muss im Mittelpunkt stehen", findet Medits-Steiner. "Der Ärger über Probleme mit neuen Verwaltungsprogrammen ist verständlich, kann aber die Diskussion um eine "Repädagogisierung" der Direktionen nicht ersetzen." Nach Medits-Steiner müsste das Aufgabenspektrum von LeiterInnen neu überdacht werden. Die Erfahrung von PraktikerInnen sei darin einzubinden! In Modellen der FSG sieht sie eine Möglichkeit, administrative Aufgaben auszulagern und die pädagogische Leitung einer Schule zu verstärken.

 

"Unsere LehrerInnen haben ein großes Interesse an ihrer Professionalisierung und ihrem Image", zeigt Bulant auf. "Daher kandidiert die FSG-ZV bei den Wiener Personalvertretungswahlen unter dem Listennamen ?It all starts with a good teacher?". Der Listenname sei für eine Interessenvertretung Programm und Auftrag zugleich, die Direktionen vom bürokratischen Müll zu befreien und den LehrerInnen bei ihrer engagierten Arbeit professionellen Support zur Seite zu stellen. Dadurch würde die in der Schule notwendige Beziehungsarbeit gestärkt und eine Win-win-Situation in der Symbiose von SchülerInnen und LehrerInnen ermöglicht.

 

Rückfragehinweis: MMag. Dr. Thomas Bulant FSG-Vorsitzender in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft

Schenkenstraße 4/5 1010 Wien Mail: thomas.bulant@apsfsg.at Mobil: 069919413999

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/88/aom

 

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Der Standard Online 24. November 2014, 08:00 Interview | Lisa Nimmervoll

 

Buchautorin: "Die Lehrer spielen sich als Richter auf"

Christine Eichel über vergiftetes Schulklima, bindungsfähige Lehrer und Unterricht à la "Friss, Vogel, oder stirb"

 

STANDARD: In Ihrem Buch "Deutschland, deine Lehrer" schreiben Sie, "das ist ein Thema mit hohem Verletzungsrisiko" - für wen? Zumal Sie sich bei Ihren Recherchen über die "Risikopopulation" Lehrer ja in der "Rolle des Frontberichterstatters" wähnten.

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Eichel: Die Schuldebatte ist emotional hoch aufgeladen. Es gibt eine verletzende Beschwerdekultur mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Das Klima ist vielerorts vergiftet. Schüler und Eltern kritisieren demotivierte, faule Lehrer, die Lehrer wiederum klagen über desinteressierte, renitente Schüler und wahlweise penetrante oder ignorante Eltern. Diese Frontbildungen verhindern, dass man sich gemeinsam um Verbesserungen bemüht. Stattdessen hofft man auf bildungspolitische Interventionen, die aber auf sich warten lassen. Die Leidtragenden sind letztlich Schüler und Lehrer.

 

STANDARD: Was bedeutet es, in Zeiten der "Bildungspanik", die der deutsche Soziologe Heinz Bude vor allem bei Mittelschichteltern konstatiert, Lehrer oder Lehrerin zu sein?

 

Eichel: Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass zu viele Schulabsolventen mangelhaft gebildet sind. Kein Wunder, dass die Eltern alarmiert sind. Verständlicherweise machen sie sich Sorgen, ob ihre Kinder den wachsenden Anforderungen der Berufswelt gewachsen sein werden. Vor allem aber die schlechte Motivation der Schüler wird beklagt. Oft verlassen sie die Schule mutlos, orientierungslos, planlos. Das zeigt sich übrigens auch an den Universitäten: 35 Prozent der deutschen Bachelorstudenten brechen ihr Studium ab. Die Gründe wurden wissenschaftlich erforscht: Sie lauten Überforderung, Selbstorganisationsschwäche, defizitäre Motivation. Das sollte den Lehrern zu denken geben.

 

STANDARD: Sie fordern eine "Qualitätsoffensive" für den Lehrerberuf? Was heißt das konkret?

 

Eichel: Es geht um eine umfassende Transformation des Lehrerberufs. Ihrem Selbstverständnis nach sollten Lehrer Coaches und Beziehungspersonen sein, die den Lernerfolg unterstützen, statt schlechte Leistungen mit schlechten Noten zu bestrafen. Dafür müssen sie besser, vor allem anders ausgebildet werden: Neben Fachkompetenz und didaktischem Know-how brauchen sie mehr Wissen über Kinder- und Jugendpsychologie, über Steuerungsprozesse in Gruppen, über Lernforschung und Motivationsbedingungen. Der nächste Schritt ist das Bewusstsein dafür, dass Lehrer nicht mehr selbstherrliche Autoritäten sein, sondern kooperativ arbeiten sollten. Also in Zusammenarbeit mit Schülern, Eltern und Kollegen. Das wird bisher nur an ganz wenigen Schulen praktiziert. Stattdessen ist ein Kampf aller gegen alle entbrannt. Dabei verlieren alle Beteiligten.

 

STANDARD: An der Uni Wien referieren Sie im Rahmen der vom Fachdidaktikzentrum Psychologie-Philosophie von Konrad Paul Liessmann, Katharina Lacina und Bernhard Hemetsberger mit dem STANDARD organisierten Vortragsreihe "De magistro - vom Pauker zum Lernbegleiter" über "Bindung, Bildung, Coaching. Warum die Revision des pädagogischen Selbstverständnisses überfällig ist" (Mittwoch, 26. Nov. 2014, 17 Uhr, NIG, Hörsaal 2i). Wieso ist sie das?

 

Eichel: Bindung und Bildung gehören zusammen, das ist in der Forschung unstrittig. Mit einem solidarischen, unterstützenden Gegenüber lernen wir motivierter, leichter und nachhaltiger. Hat ein Schüler Probleme, oft unverschuldet, weil er aus einem bildungsfernen Elternhaus stammt, wird er vom Lehrer aber meist abgelehnt. So gerät der Schüler in eine negative Schleife, wird verhaltensauffällig, die Konflikte schaukeln sich hoch. Die Lehrer spielen sich als Richter über gute und schlechte Leistungen auf. Vielen ist es egal, ob ihre Schüler erfolgreich sind. Das spüren die Kinder und Jugendlichen. Geraten sie aber an einen Lehrer, der ihnen signalisiert, dass ihr Erfolg ihnen am Herzen liegt, entsteht eine fruchtbare Lernbeziehung. Ein Umdenken ist erforderlich, und das ist ein langer Prozess, der von der Öffentlichkeit intensiv begleitet werden muss. Von selbst nehmen nur wenige Lehrer die Notwendigkeit dieses Rollenwechsels ernst. Die meisten meinen noch, es reiche aus, mit den immergleichen kopierten Aufgabenzetteln in die Klasse zu marschieren, nach dem Motto: "Friss, Vogel, oder stirb".

 

STANDARD: Was meinen Sie mit "Bindung"? Sind Sie sicher, dass sich Lehrer "binden" wollen?

 

Eichel: Viele Lehrer halten das für eine Zumutung, habe ich bei meinen Lesereisen erfahren. Sie fühlen sich schlicht überfordert. Wenn ich erzähle, wie an der ehemals chaotischen, gewaltgebeutelten Rütli-Schule in Berlin das Ethos einer Beziehungskultur gelebt wird, sind sie baff. Diese Schule hat sich eklatant zum Positiven verändert, seit die Lehrer sich als Bindungspersonen verstehen, sie besuchen jeden Schüler vor dem neuen Schuljahr zu Hause, sprechen mit den Eltern, machen sich ein Bild vom Umfeld. Die Lehrer veranstalten Elternfrühstücke und vieles mehr, was eine gemeinsame Zusammenarbeit begünstigt. Alle machen mit - auch Eltern aus bildungsfernen Schichten und mit Migrationshintergrund. Und die Lehrer versichern, dass sich die Mehrarbeit lohnt, weil sie zeit- und kräftezehrende Konflikte im Klassenzimmer verhindert. Leider ist dieses Beispiel nicht repräsentativ. Die Unwissenheit über die Relevanz eines bindungsorientierten Unterrichts ist ein Skandal.

 

STANDARD: Wie können Lehrerinnen und Lehrer "so etwas wie Beziehungskultur" in der Schule herstellen, wenn sie alleine in einer Klasse stehen?

 

Eichel: Das Missverständnis beginnt schon damit, dass viele Lehrer meinen, sie ständen einer Gruppe gegenüber. Sie sind Teil der Gruppe, natürlich mit einer spezifischen Rolle und Funktion. Das Stichwort ist Classroom-Management. Probleme wie Renitenzen und Provokationen müssen souverän gemanagt werden, indem der Lehrer dem betreffenden Schüler Aufmerksamkeit schenkt, zum Beispiel in einem Einzelgespräch. Das alte Denken, ein Lehrer müsse seine Schüler wie ein Dompteur seine Raubtiere im Griff haben, ist überholt. Jeder Mensch will geliebt und anerkannt werden. Das klingt simpel, vielleicht sogar sentimental, ist aber die Wahrheit. Wenn ein Lehrer ausstrahlt, dass er sich als Teil der Gruppe fühlt, dass ihm jeder am Herzen liegt und dass er auch als Mensch an seinen Schülern interessiert ist, erledigen sich viele Probleme.

 

STANDARD: Sie verlangen eine "Erneuerung von innen, nicht eine Reform von außen". Wie geht das?

 

Eichel: Lernforscher und renommierte Pädagogen wie John Hattie sind sich einig, dass die Lehrerpersönlichkeit eine zentrale Rolle für den Bildungserfolg der Schüler spielt. Es geht um Haltung. Die kann man nicht per Reform erzwingen. Zunächst sollten Lehrer bei sich selbst anfangen, denn alle Studien belegen, dass es ihnen nicht gutgeht - angesichts von Spitzenquoten bei Burnout, körperlichen und psychischen Erkrankungen. Sie fühlen sich überfordert und angefeindet. Und nicht nur das Klassenzimmer, auch das Lehrerzimmer ist oft vermintes Terrain. Ein kooperatives Klima unter den Lehrern wäre deshalb ein Anfang (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 24.11.2014)

 

Christine Eichel (55) promovierte an der Uni Hamburg in Philosophie mit einer Arbeit über Theodor W. Adorno, danach 15 Jahre Autorin, Regisseurin und Moderatorin für diverse TV-Sender, Gründungsredakteurin und Leiterin des Kulturressorts des Magazins für politische Kultur "Cicero", später bei "Focus", nun freie Autorin in Berlin.

 

Zum Nachlesen:

Interview mit Alfred Schirlbauer: "Die Idee des Lehrers ist im Verschwinden"

Interview mit Matthias Burchardt: "Unsere Kinder werden zu Zwergen degradiert"

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Presse, Print-Ausgabe, 24.11.2014

 

Sag, wo die Schulmillionen sind

NATIONALRAT: HEINISCH-HOSEK / Bild: (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Fixkosten sprengen das Budget 2015 von Bildungsministerin Heinisch-Hosek. Höhere Lehrergehälter verschärfen die Lage, bei den Mieten bringt der nun paktierte Zahlungsaufschub etwas Luft. 

 

Wien. Die Bundesregierung hat sich eben erst dazu aufgerafft, eine neue Arbeitsgruppe für Reformen im Schulwesen einzusetzen. SPÖ und ÖVP geraten zunehmend in die Zwickmühle. Die ÖVP wurde von der Industriellenvereinigung mit dem Konzept zur „Revolution" – verpflichtender Ganztagsunterricht von 8.30 bis 15.30 Uhr und Gesamtschule für Sechs- bis 14-Jährige – überrollt und rettet sich in das kommende Jahr, um unter Parteichef Reinhold Mitterlehner bis März 2015 eine Klärung der Positionen vorzunehmen.

 

Noch viel mehr aber ist Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) unter Druck. Das gilt in erster Linie, weil ihr 2015 das Geld trotz des Acht-Milliarden-Unterrichtsbudgets ausgeht. Sie schleppt nicht nur, wie bereits bekannt, ein 100-Millionen-Loch ins neue Jahr mit, ihr entgleiten auch die Personalkosten für die Lehrer. In Summe geht es im Unterrichtsressort damit um gut 250 Millionen Euro, die letztlich fehlen. „Die Presse" listet diese Problemzonen auf.

 

• Gehaltserhöhung. Seit wenigen Tagen steht fest, dass die Anhebung der Gehälter im öffentlichen Dienst ab März kommenden Jahres 1,77 Prozent ausmachen wird. Dies gilt auch für Lehrer an höheren Schulen (Bundeslehrer) sowie an Pflichtschulen (Landeslehrer). Die Mehrkosten machen für die fast 120.000 Lehrer pro Jahr rund 110 Millionen Euro aus. Die Ministerin betont zwar seit Wochen, die Auszahlung der Lehrerbezüge 2015 sei gesichert. Die Blamage einer Nichtauszahlung kann sie sich auch politisch nicht leisten. In ihrem Ressort wurde der „Presse" nun versichert, die Erhöhung der Lehrergehälter sei „im Budget eingepreist". Nach verlässlichen Informationen der „Presse" aus Koalitionskreisen sei das Geld im Unterrichtsbudget so nicht vorgesehen, die notwendigen Millionen müssten in anderen Bereichen abgezweigt werden.

 

• Automatische Steigerung/Biennien. Die Finanzprobleme wachsen auch wegen höherer Kosten für sogenannte Struktureffekte, das sind Mehrausgaben wegen automatischer Gehaltssteigerungen alle zwei Jahre (Biennalsprünge). Diese Mehrausgaben machen, wie der grüne Bildungssprecher Harald Walser im Gespräch mit der „Presse" vorrechnet, pro Jahr rund 25 Millionen Euro aus. Die Ministerin habe dies auf eine Parlamentsanfrage der Grünen erläutert.

 

• Aufschub von Mietzahlungen. Heinisch-Hosek hat bereits im Oktober erklärt, sie verhandle wegen der überaus angespannten Budgetsituation mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) über eine Stundung, also einen Aufschub der Mietzahlungen – das macht dem Vernehmen nach rund 26 Millionen Euro aus – für Schulgebäude bis 2016. Der Pakt ist nunmehr, wie der „Presse" in Regierungskreisen bestätigt wurde, tatsächlich fixiert und auch vom Finanzministerium abgesegnet. Damit wird allerdings das Zahlungsproblem lediglich aufgeschoben. Kritik kommt von den Grünen. „Das ist keine Lösung, das ist eine Loch-auf-Loch-zu-Politik", kritisiert Bildungssprecher Walser.

 

Weitere Infos: www.diepresse.com/bildung

 

AUF EINEN BLICK

Knappe Mittel. Das Bildungsministerium hat im Oktober um eine Stundung von Mieten bei der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in der Höhe von 100 Millionen Euro ersucht. Ministerin Heinisch-Hoseks Wunsch, die Mieten erst 2016 zahlen zu müssen, wird nun erfüllt. Zusätzliche Personalkosten in noch größerer Höhe verschärfen nun aber die finanziellen Nöte des Bildungsministeriums.

 

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Presse, Print-Ausgabe, 24.11.2014 Julia Neuhauser 

 

Heinisch-Hosek hat das Steuer nie wirklich in die Hand genommen

Die passive Ministerin und ihr Bildungsressort fallen nur durch Affären auf. So könnte ihr sogar die ÖVP nach ihrem Selbstfindungstrip den Kurs vorgeben.

 

Viel mehr kann sich eine SPÖ-Bildungsministerin eigentlich nicht wünschen: Ihr Koalitionspartner ÖVP ist – auch nach dem Obmannwechsel – noch immer auf einem bildungspolitischen Selbstfindungstrip. Und die für gewöhnlich mit der ÖVP auf einer Linie liegende Industriellenvereinigung (IV) propagiert mit ihrem neuen Bildungskonzept gar traditionell rote Projekte: von der verpflichtenden Ganztagsschule bis zur Gesamtschule. Ziemlich gute Rahmenbedingungen für Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) also. Sie könnte den Kurs in der Bildungspolitik vorgeben. Bloß: Das macht sie nicht.

 

Ihr Ressort wird vielmehr von schlechten Nachrichten getrieben. Etwa beim Budget. Eine Finanzierungslücke von rund 250Millionen Euro allein im kommenden Jahr ist keine Kleinigkeit, sondern ein echtes Problem. Denn der hohe Anteil an Fixkosten im Bildungsressort (bedingt etwa durch die Lehrergehälter) macht schnelles Sparen schwierig. Es braucht grundlegende Reformen. Und diese fehlen.

 

Schuld an der verfahrenen Situation ist freilich nicht Heinisch-Hosek allein. Vieles davon sind Altlasten. Ein Freispruch ist das aber keiner. Denn nach elf Monaten im Amt dürfte man sich wohl zumindest den Ansatz eines Lösungsansatzes erwarten.

 

Möglicherweise rührt die Passivität der Ministerin daher, dass ihr erster Sparanlauf nicht gerade ermutigend verlaufen ist. Kurz vor Ostern wollte sie die Länder zu mehr Budgetdisziplin zwingen. Doch den Plan musste sie ebenso schnell verwerfen, wie sie ihn geschmiedet hatte. Hier galt wie in der gesamten Regierung das Credo: Nur keine (unnötige) Auseinandersetzung mit den mächtigen Ländern provozieren. Die zweite Maßnahme, direkt bei den Schülern zu sparen (also höhere Klassenschülerzahlen und weniger Lehrer in der Neuen Mittelschule), war wiederum in der Öffentlichkeit und in der eigenen Partei wenig populär. So ließ die Ministerin auch dieses Vorhaben in letzter Sekunde fallen und verkündete, 50 Millionen Euro bei den Ganztagsschulen gefunden zu haben. Welch Glück.

 

Das Glück soll man aber bekanntlich nicht noch einmal herausfordern. Rasches Handeln wäre gefragt. Freilich keine leichte Aufgabe in einem Ressort, das in der Öffentlichkeit negativ vorbelastet ist und in dem die Schwierigkeiten des Föderalismus besonders augenscheinlich werden. Sie muss dennoch erledigt werden. Heinisch-Hosek scheint es zu scheuen, das Steuer in die Hand zu nehmen. Sie lagert heikle Themen lieber in Arbeitsgruppen aus und geht selbst mit weniger gefährlichen Angelegenheiten wie der neuen Schuleingangsphase, der täglichen Turnstunde und der Abschaffung der 50-Minuten-Einheiten in die Öffentlichkeit.

 

Fairerweise muss man sagen, dass sich die Ministerin nie etwas anderes vorgenommen hat. Sie hat keinen Hehl daraus gemacht, dass sie nicht angetreten ist, um das Ruder herumzureißen und große Reformen durchzuboxen. Das sei nicht mehr nötig. Es gehe darum, die schon beschlossenen Dinge wirken zu lassen, mit Leben zu füllen und zu bewerben, wie sie es erst kürzlich in der „Kleinen Zeitung" ausgedrückt hat. So versuchte sie seither vor allem eines: Ruhe in die aufgebrachte öffentliche Diskussion und in das System zu bringen.

 

Grundsätzlich ratsam. Solange es nicht bedeutet, dass die Ministerin die Themenführerschaft abgibt. Doch das tut sie. Im dadurch entstehenden Vakuum können Affären – Stichwort Datenleck und Zentralmatura – von der politischen Konkurrenz umso hemmungsloser ausgekostet werden. Durch den Stillstand wird auch die herrschende Unzufriedenheit nicht geringer. Noch immer beklagen die einen unter dem Schlagwort Reformitis (© Gewerkschaft) die vielen ihrer Meinung nach furchtbaren Reformen, die Heinisch-Hoseks Vorgängerin, Claudia Schmied, in Gang gesetzt hat. Die anderen sehnen wiederum eine Revolution (©IV) herbei. Es gilt eben der politische Stehsatz: Politik heißt gestalten – also steuern.

 

Doch Heinisch-Hosek ist derzeit v.a. eines: Passagier auf ihrem eigenen Schiff. Ihr wird der Kurs von Budgetzahlen, Pannen und, wer weiß, vielleicht auch schon bald vom Koalitionspartner (nach dem Selbstfindungstrip) vorgegeben

 

E-Mails an: julia.neuhauser@diepresse.com

 

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Salzburger Nachrichten 23.11.2014

 

Industrie kritisiert Pläne zur Steuerreform

Der Industriellenvereinigung (IV) gehen die Pläne der Koalition für eine Steuerreform nicht weit genug.

 

Für die Steuerreform wünscht sich Kapsch jetzt ein Gesamtkonzept, die einzelnen Maßnahmen der von der IV geforderten Entlastung um 15 Mrd. könnten dann in drei Etappen bis nach 2020 umgesetzt werden. Zwei Drittel davon sollten in die Entlastung der Tarife für Arbeitnehmer und ein Drittel in die Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen gehen.

 

Finanzieren will Kapsch die Steuerreform nicht über höhere Schulden und einer weitere Anhebung der Abgabenquote, sondern primär über die Ausgabenseite. So will er fünf Milliarden bei den Pensionen einsparen. Dabei strebt er die auch von der ÖVP propagierte Pensionsautomatik mit der Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung sowie langfristig eine Umstellung vom beitrags- auf ein leistungsorientiertes System an. Bei Mehrfachförderungen könnte man seiner Meinung nach fast zwei Milliarden, in der Verwaltung rund 4,5 Milliarden und in der Gesundheit 1,6 Milliarden einsparen. Zudem würde sich ein Teil der Reform selbst finanzieren.

 

Vorstellen kann sich Kapsch, zur Entlastung kleiner Einkommen den Steuersatz für Güter des täglichen Bedarfs von 10 auf 5 Prozent zu senken. Bei der Grundsteuer könnte man nach Ansicht des IV-Präsidenten 500 Millionen heben, indem man nicht nur bei den Einheitswerten ansetzt, sondern das ganze System ändert mit Hebesätzen und auch die Nutzung berücksichtigt. Die Gruppenbesteuerung für Unternehmen hält er für "fair", weil Unternehmen Arbeitsplätze im Inland sichern, wenn sie im Ausland stark sind. Vermögenssteuern sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern lehnte er neuerlich ab.

 

Das Bildungskonzept der IV hält Kapsch in ein bis zwei Legislaturperioden für umsetzbar. Er geht nicht davon aus, dass es am Widerstand der ÖVP scheitern wird, auch der Bildungsberater der ÖVP habe sich positiv geäußert, ebenso stünden einige Landeshauptleute dahinter. Die finanziellen Auswirkungen seines Konzepts habe er zwar noch nicht durchgerechnet, aber in den Niederlanden lägen mit einem ähnlichen Modell die Kosten pro Schüler mit 7.000 Euro um 2.000 Euro unter jenen in Österreich. Das Konzept sei jedenfalls mit vielen internationalen Fachleuten erarbeitet und nicht mit politischen Parteien abgestimmt worden.

 

Das IV-Modell sieht eine ganztätige gemeinsame Schule für alle Kinder von sechs bis 14 Jahren vor, die mit einer mittleren Reife abschließt. Die Matura will Kapsch ebenso wenig abschaffen wie die Noten, dazu sollte es aber parallel eine qualitative Beurteilung geben. Die Schule soll weiter mit dem sechsten Lebensjahr beginnen, davor soll es aber ein verpflichtendes Kindergartenjahr und ein weiteres gemeinsames Jahr für einen besseren Übergang vom Kindergarten in die Volksschule geben.

 

Zur Diskussion um die Staatsholding ÖIAG sagte Kapsch, die Selbsterneuerung des Aufsichtsrates sei ein gutes Experiment gewesen, das Modell habe sich aber "überlebt". Er habe Verständnis dafür, dass der Eigentümer auch Einfluss nehmen will. Die IV werde genau beobachten, wie die Funktionen in der Staatsholding in Zukunft besetzt werden, Leute aus Kammern und Verbänden hätten dort nichts verloren.

 

Das von Präsident Georg Kapsch erläuterte Bildungskonzept ist bei der FPÖ auf Kritik gestoßen, von den Grünen wird es hingegen begrüßt. "Wenn sich die extrem linke bildungspolitische Positionen mit jenen der Großindustrie treffen", ist für FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz "Skepsis angebracht". Der FPÖ-Bildungssprecher bekräftigte sein "Nein" zu einer seiner Ansicht nach "leistungsfeindlichen" Gesamtschule und zur "Zwangsbeglückung der Eltern" durch die "echte" Ganztagsschule.

 

Für den Grünen Bildungssprecher Harald Walser könnten die Vorschläge der Industrie endlich Bewegung ins Bildungssystem bringen. "Die IV-Initiativen im Bildungsbereich sind hoffentlich Anstoß für die ÖVP, ihre sture Haltung endlich aufzugeben, da dadurch der Wirtschaftsstandort Österreich bereits seit Jahren geschädigt wird", meinte Walser.

 

Kritik kam auch von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, der Kapsch vorgwarf, mit dem Steuerreform-Modell ein Belastungspaket auf dem Rücken von Pensionisten und Arbeitnehmern auf den Tisch gelegt zu haben. Die IV wolle Vermögende schützen und bei Klein- und Mittelverdienern einsparen, meinte Darabos.

 

Für Team Stronach-Klubobfrau Kathrin Nachbaur hat Kapsch hingegen sowohl in Steuer- als auch in Bildungsfragen den richtigen Weg aufgezeigt. "Österreich braucht eine Reindustrialisierung, damit wieder Arbeitsplätze entstehen können." Nach Ansicht Nachbaurs müsse man um die Unternehmen "kämpfen, ihnen Anreize bieten, damit sie im Land bleiben und nicht abwandern."

 

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begrüßte die Pläne seines Industriellen-Kollegen sowohl in Steuer- als auch in Bildungsfragen. Leitl erkannte eine Vielzahl von richtungsweisenden Vorschlägen und forderte mehr Bewegung in der Bildungsdebatte, die bald zu konkreten Verbesserungen führen müsse.

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Kleine Zeitung, 23.11.2014

 

Industrielle erhöhen Druck auf Regierung

 

In der ORF-"Pressestunde" fordert IV-Chef Georg Kapsch mehr Volumen für die Steuerreform. Die Vorschläge für eine gemeinsamen Ganztagesschule, die den ÖVP-Vorstellungen fundamental gegenüberstehen, bekräftige er.

 

Der Industriellenvereinigung (IV) gehen die Pläne der Koalition für eine Steuerreform nicht weit genug. Die fünf bis sechs Milliarden Euro von ÖVP bzw. SPÖ seien zwar "besser als gar nichts" aber "zu wenig", befand IV-Präsident Georg Kapsch am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Er plädiert für 15 Mrd. bis nach 2020. Das Bildungskonzept der IV hält er in ein bis zwei Legislaturperioden umsetzbar.

Probleme nur mit der FPÖ

 

Verdächtigungen, dass die Industrie die Parteien, vor allem die ÖVP, über Spenden finanziert, wies Kapsch zurück. "Wir sind grundsätzlich keine Spendenwaschmaschine". Es gebe keine Spenden und die IV finanziere auch keine Partei, betonte Kapsch. Er gestand aber zu, dass man Projekte mit verschiedenen Parteien mache. Ausnahme sei die FPÖ, "da hätte ich Probleme". Grundsätzlich bezeichnete er das Verhältnis sowohl zur ÖVP als auch jenes zur SPÖ als "gut".

 

Für die Steuerreform wünscht sich Kapsch jetzt ein Gesamtkonzept, die einzelnen Maßnahmen der von der IV geforderten Entlastung um 15 Mrd. könnten dann in drei Etappen bis nach 2020 umgesetzt werden. Zwei Drittel davon sollten in die Entlastung der Tarife für Arbeitnehmer und ein Drittel in die Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen gehen.

 

Fünf Milliarden bei Pensionen einsparen

Finanzieren will Kapsch die Steuerreform nicht über höhere Schulden und einer weitere Anhebung der Abgabenquote, sondern primär über die Ausgabenseite. So will er fünf Milliarden bei den Pensionen einsparen. Dabei strebt er die auch von der ÖVP propagierte Pensionsautomatik mit der Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung sowie langfristig eine Umstellung vom beitrags- auf ein leistungsorientiertes System an. Bei Mehrfachförderungen könnte man seiner Meinung nach fast zwei Milliarden, in der Verwaltung rund 4,5 Milliarden und in der Gesundheit 1,6 Milliarden einsparen. Zudem würde sich ein Teil der Reform selbst finanzieren.

 

Vorstellen kann sich Kapsch, zur Entlastung kleiner Einkommen den Steuersatz für Güter des täglichen Bedarfs von 10 auf 5 Prozent zu senken. Bei der Grundsteuer könnte man nach Ansicht des IV-Präsidenten 500 Millionen heben, indem man nicht nur bei den Einheitswerten ansetzt, sondern das ganze System ändert mit Hebesätzen und auch die Nutzung berücksichtigt. Die Gruppenbesteuerung für Unternehmen hält er für "fair", weil Unternehmen Arbeitsplätze im Inland sichern, wenn sie im Ausland stark sind. Vermögenssteuern sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern lehnte er neuerlich ab.

 

Bildung: IV macht ÖVP Druck

Das Bildungskonzept der IV hält Kapsch in ein bis zwei Legislaturperioden für umsetzbar. Er geht nicht davon aus, dass es am Widerstand der ÖVP scheitern wird, auch der Bildungsberater der ÖVP habe sich positiv geäußert, ebenso stünden einige Landeshauptleute dahinter. Die finanziellen Auswirkungen seines Konzepts habe er zwar noch nicht durchgerechnet, aber in den Niederlanden lägen mit einem ähnlichen Modell die Kosten pro Schüler mit 7.000 Euro um 2.000 Euro unter jenen in Österreich. Das Konzept sei jedenfalls mit vielen internationalen Fachleuten erarbeitet und nicht mit politischen Parteien abgestimmt worden.

 

Das IV-Modell sieht eine ganztätige gemeinsame Schule für alle Kinder von sechs bis 14 Jahren vor, die mit einer mittleren Reife abschließt. Die Matura will Kapsch ebenso wenig abschaffen wie die Noten, dazu sollte es aber parallel eine qualitative Beurteilung geben. Die Schule soll weiter mit dem sechsten Lebensjahr beginnen, davor soll es aber ein verpflichtendes Kindergartenjahr und ein weiteres gemeinsames Jahr für einen besseren Übergang vom Kindergarten in die Volksschule geben.

 

Zur Diskussion um die Staatsholding ÖIAG sagte Kapsch, die Selbsterneuerung des Aufsichtsrates sei ein gutes Experiment gewesen, das Modell habe sich aber "überlebt". Er habe Verständnis dafür, dass der Eigentümer auch Einfluss nehmen will. Die IV werde genau beobachten, wie die Funktionen in der Staatsholding in Zukunft besetzt werden, Leute aus Kammern und Verbänden hätten dort nichts verloren.

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DiePresse.com 22.11.2014 | 21:17

 

Zentralmatura-Chaos: Ministerin trägt Mitschuld

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) habe sich in die Vorbereitung der Matura (zu sehr) eingemischt, so der Vorwurf der Grünen.

 

Die Pannen bei der Zentralmatura waren zahlreich – und dürften nun auch ein Nachspiel für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) haben. Die Grünen werfen der Ministerin nämlich vor, Mitschuld an dem missglückten Maturaablauf zu haben. Und nicht nur das: Der grüne Bildungssprecher Harald Walser spricht sogar davon, dass die Ministerin bei der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage in diesem Zusammenhang bewusst gelogen hat. Das berichtet die „Zeit im Bild".

 

Das Durcheinander bei der Zentralmatura hat damals die Chefs des zuständigen Bildungsinstituts BIFIE den Job gekostet. Heinisch-Hosek sah die Verantwortung dort. Das Ministerium selbst habe in die Vorbereitungen der Matura gar nicht eingegriffen, behauptete die Ressortchefin. Jetzt zeigt sich: Das stimmt nicht.

 

Denn in einer Sachverhaltsdarstellung an den Aufsichtsrat des BIFIE ist genau aufgelistet, wie sich die Ministerin eingemischt hat. Nach dem Datenleck ordnete das Ministerium eine Überprüfung an. Dadurch mussten „sämtliche Arbeiten in einem um die Hälfte verkürzten Zeitrahmen durchgeführt werden, wodurch sich die Gefahr von technischen Pannen und menschlichem Versagen deutlich erhöht hat", heißt es in dem brisanten Papier.

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Der Standard Online 21. November 2014, 17:59 Lisa Nimmervoll

 

AHS-Lehrervertreter will keine "kognitiven Mastschweine"

Gewerkschafter Quin kritisiert Gesamtschulmodell der Industrie, weil es aus Jugendlichen "unkritische Produktionsfaktoren" machen wolle

 

Wien - Eckehard Quin ist nicht nur Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft, er ist auch Historiker, und als solcher wird er hellhörig, wenn Rufe nach einer "Revolution" laut werden. Zumal, wenn just der Präsident der Industriellenvereinigung Umwälzungswünsche hegt. Das tat IV-Chef Georg Kapsch in dieser Woche, als er ein Bildungskonzept vorlegte, das eine ganztägige, gemeinsame Schule aller Kinder bis 14 Jahren mit einer Öffnungszeit von 7 bis 19 Uhr und einer Kernunterrichtszeit, beginnend mit einem Schulstartjahr ab fünf, vorsieht. Österreich brauche "eine Revolution im Bildungssystem", sagte Kapsch. "Wir wollen etwas ganz Neues schaffen."

 

Nicht neu und wenig Bildung

 

Dieser "Revolutionsplan" stößt bei Christgewerkschafter Quin auf leidenschaftliche Ablehnung. Im derStandard.at-Gespräch sagt er: "Die Aufgabe der Industriellenvereinigung ist es, die Interessen von Großindustriellen zu vertreten, und genau das tut die IV mit ihrem 'neuen Bildungskonzept', an dem nichts neu ist und das wenig mit Bildung zu tun hat." Das Ziel der IV-Pläne sei schlicht eine Gesamtschule, "in die ein fünfjähriges Kind aufgenommen, in der es den Eltern mehr oder weniger täglich zwischen 7 und 19 Uhr abgenommen und aus der ein 14-jähriger Schüler entlassen wird, der über gewisse Mindestqualifikationen und -kompetenzen verfügt".

 

"Sieben Fliegen auf einen Streich"

 

Quin erinnert der bildungspolitisch aktive Industrielle damit an das "tapfere Schneiderlein", oder, wie er sagt, er sehe eher "des Großschneiders Revolution", der damit "sieben Fliegen auf einen Streich erledigt". Demnach würden Eltern mit diesem Schulmodell dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt und "ungestört vom 'Belastungsfaktor' Kind" zur Verfügung stehen und "nur noch für die Kleinkindphase zuständig" sein. Danach forme der Staat die Jugend so, "dass sie uneingeschränkt und unkritisch als 'Produktionsfaktor' dient". Das aber, sagt Quin, "hatten wir in der Geschichte schon öfter - und es hat noch nie zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten geführt, um es ganz vorsichtig auszudrücken".

 

"Kognitive Mastschweine"

 

Quin fürchtet auch, dass mit der 5-bis-14-Gesamtschule Kinder zu dem werden, was der deutsche Mathematikdidaktiker Wolfram Meyerhöfer "kognitive Mastschweine" nennt. Fliege Nummer vier wäre dann, dass die "IV-Schule" zwar auf einem Mindestniveau "ausbildet, aber nicht bildet", warnt Quin. "Der Nützlichkeitsaspekt steht im Vordergrund. Die Kultivierung und Persönlichkeitsbildung ist nur insofern relevant, als sie dem Nützlichkeitsziel dient."

 

Generell fürchtet Quin, dass "das humanistische Bildungskonzept entsorgt wird, da es prinzipiell subversiv ist" und, mit Immanuel Kant gesprochen, die aufklärerische Befreiung des Menschen aus der Unmündigkeit will – "und das geziemt sich für einen 'Produktionsfaktor' nun wirklich nicht", meint Quin.

 

Bildungsmarkt für Reiche

 

Punkt beziehungsweise "Fliege" Nummer sechs, die Quin anführt gegen die IV-Bildungspläne, lautete: "Für die – ökonomische – Oberschicht ist das alles kein Problem. Sündteure Privatschulen bieten für die Kinder der Großindustriellen neben Qualifizierung auch Bildung."

 

Schließlich, so schlussfolgert der oberste AHS-Lehrergewerkschafter, seien die angesprochenen Folgen einer solchen radikalen Bildungswende "für Kapsch & Co eine riesige wirtschaftliche Chance, denn der Bildungsmarkt, ob er nun teure Privatschulen oder teure Nachhilfeinstitute anbietet, ist ein Wachstumsmarkt mit höchsten Renditen".

 

Und das führt Quin dann wieder zu den industriellen Revolutionsgelüsten, die ihn an ein dem australischen Politiker John Carrick zugeschriebenes Zitat denken lassen. Dieser beschrieb die Revolution als "das Feuer, an dem die einen verbrennen und die anderen ihre Suppe kochen". (Lisa Nimmervoll, derStandard.at, 21.11.2014)

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Der Standard Online 21. November 2014, 15:17

 

Uni Salzburg schließt Partnerschaften mit Schulen

Lehramtsstudierende können Erfahrung in der Klasse sammeln – Schüler erhalten Zugang zu universitären Einrichtungen

 

Salzburg – Die Universität Salzburg wird mit ihrer School of Education künftig enger mit Schulen zusammenarbeiten. Lehramts-Studierende sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, schon während der Ausbildung praktische Erfahrung in Klassen zu sammeln. Andererseits bekommen die Schüler der Partnerschulen Zugang zu universitären Einrichtungen wie etwa Labors, hieß es am Freitag bei einem Pressegespräch.

 

Mit elf Schulen (Allgemein Bildende und Berufsbildende Höhere Schulen sowie Neue Mittelschulen) hat die Uni bereits Partnerschaften abgeschlossen, im Endausbau sollen es 20 sein. Einer Schulkooperation geht ein Bewerbungsverfahren voraus, in dem die schulspezifischen Interessen sowie die Motivation zur Zusammenarbeit ausgelotet werden. Die Universität erhält mit diesen Partnerschaften die Möglichkeit, den Studierenden das Sammeln von Erfahrung im Unterricht anzubieten. Ihnen werden sogenannte Betreuungslehrer zur Seite gestellt, für die es ab kommendem Semester eine eigene Ausbildung an der Uni geben wird. Der Lehrgang dauert zwei Semester, erwünscht sind naturgemäß in erster Linie Lehrer der Partnerschulen.

 

40 Forschungsbereiche für Schüler

 

Profitieren sollen aber auch die Schüler. So können sie beispielsweise von Lehramtsstudierenden bei ihren Abschlussarbeiten unterstützt werden. Oder die Naturwissenschaftliche Fakultät stellt Schülern Labors zur Durchführung von Experimenten zur Verfügung. 40 Forschungsaspekte stehen den Schülern offen: Sie reichen von Rhetorik-Workshops, über Rundgänge durch die Universitätshauptbibliothek oder Fachbibliotheken, Mini-Symposien für Immunologie, Lernmaterialien für den Sprachunterricht bis hin zum Kennenlernen Geografischer Informationssysteme oder Workshops, bei denen die Schüler die Anatomie, das Verhalten oder die Sinne von Tieren aus dem Schulbiologiezentrum (SBZ) erforschen können.

 

Zudem können innovative Strategien in Schulen von der Universität wissenschaftlich begleitet werden. Bei Bedarf werden Treffen initiiert und gemeinsam relevante Maßnahmen für die Schule erarbeitet und umgesetzt. Die School of Education übernimmt die Koordination und sucht insbesondere Wissenschafter, die sich mit den konkreten Anliegen der Schulen befassen und diese umsetzen. Die von ihnen erhobenen Daten fließen wiederum in Forschung und Publikationstätigkeit. (APA, 21.11.2014)

 

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OTS0036 II, WI 23.11.2014 14:35:01

 

WKÖ- Präsident Christoph Leitl begrüßt Reformvorstöße von IV-Präsident Kapsch

Utl.: Österreich kann nur durch beste Qualifikation punkten - Einsparungspotenziale durch Strukturreformen heben

 

Erfreut zeigt sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl über die in der heutigen ORF-Pressestunde von IV-Präsident Georg Kapsch geäußerten Ideen zu einer Bildungsreform. Es enthalte, so Leitl, eine Vielzahl von richtungsweisenden Vorschlägen: "Wie brauchen in der Bildungsdebatte mehr Bewegung und wir müssen im Interesse unserer Jugend bald zu konkreten Umsetzungen und Verbesserungen kommen."

 

"Österreich kann sowohl national als auch im internationalen Vergleich nur mit bester Qualifikation punkten. Trotz der hervorragenden dualen Ausbildung in Österreich müssen daher die Rahmenbedingungen des Bildungssystems, nämlich das Schulsystem, verbessert und reformiert werden, damit alle Schüler die entsprechenden Qualifikationen für ein Weiterkommen auf ihrem künftigen Lebensweg erhalten", so Leitl.

 

Grundsätzlich positiv bewertet Leitl auch die Vorschläge der Industriellenvereinigung zu den geplanten Steuerentlastungen. "Ich bin froh dass sich Präsident Kapsch für Entlastungen durch Strukturreformen und gegen Steuererhöhungen und Mehrbelastungen einsetzt. Denn Vermögenssubstanzsteuern und Eigentumssteuern sind schlicht und einfach Gift für Wachstum, Standort und Beschäftigung", so der WKÖ-Präsident abschließend. (NL)

 

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse  Mag. Rupert Haberson

Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263 mailto:presse@wko.at http://wko.at/Presse

 

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APA0191 II, XI 23.11.2014 14:33:06

 

Kritik von FPÖ, Lob von Grünen zum Bildungskonzept der Industrie

Utl.: Rosenkranz: "Träumerei" - Walser hofft auf Anstoß für ÖVP

 

Das von Präsident Georg Kapsch in der ORF-"Pressestunde" erläuterte Bildungskonzept ist bei der FPÖ auf Kritik gestoßen, von den Grünen wird es hingegen begrüßt. Für FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz fällt es in die Kategorie "Träumerei".

 

"Wenn sich die extrem linke bildungspolitische Positionen mit jenen der Großindustrie treffen", ist für Rosenkranz "Skepsis angebracht". Der FPÖ-Bildungssprecher bekräftigte sein "Nein" zu einer seiner Ansicht nach "leistungsfeindlichen" Gesamtschule und zur "Zwangsbeglückung der Eltern" durch die "echte" Ganztagsschule.

 

Für den Grünen Bildungssprecher Harald Walser könnten die Vorschläge der Industrie endlich Bewegung ins Bildungssystem bringen. "Die IV-Initiativen im Bildungsbereich sind hoffentlich Anstoß für die ÖVP, ihre sture Haltung endlich aufzugeben, da dadurch der Wirtschaftsstandort Österreich bereits seit Jahren geschädigt wird", meinte Walser.

 

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OTS0033 WI, II 23.11.2014 13:42:47

 

Kapsch: Brauchen beste Bildung und "Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze"

Utl.: IV-Präsident fordert in ORF-"Pressestunde" dringend Strukturreformen und Entlastung aller ein - "Werden Widerstand gegen Vermögensteuern sicher nicht aufgeben"

 

Für dringende Strukturreformen und eine echte und nachhaltige Entlastung aller Menschen und Unternehmen in Österreich sprach sich der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" aus. Zur Frage der von der Bundesregierung geplanten Steuerreform sagte Kapsch, das 15-Milliarden-Entlastungskonzept der IV sei langfristig zu sehen - die fünf Milliarden der Bundesregierung seien auf der kurzen Zeitachse. "Viele Maßnahmen, vor allem auf Ausgabenseite, gehen nicht kurzfristig. Daher ist es wichtig, jetzt über ein Gesamtkonzept die Entlastung festzuschreiben und diese dann abzuarbeiten. Wir wollen zwei Drittel als Entlastung der Tarife, ein Drittel als Entlastung bei den Arbeitszusatzkosten. Die geplanten fünf Milliarden sind besser als gar nichts, aber es ist noch zu wenig Mut drinnen. Und vom ÖGB weiß man ja im Detail nicht, wie seine Vorschläge gegenfinanziert werden sollen. Eine reine Tarifsenkung reicht jedenfalls nicht", betonte Kapsch. Die Gegenfinanzierung der Industrie gehe primär von der Ausgabenseite aus: "Unsere Abgabenquote ist heute schon weltweit einsame Spitze, wir können sie nicht mehr erhöhen, hier geht nichts mehr."

 

Zwtl.: "Erbschafts- und Schenkungssteuer kommt für uns nicht in Frage"

 

Zur Frage von Vermögensteuern betonte Kapsch, "wir werden den Widerstand hier sicher nicht aufgeben. Die Vermögensteuer ist ein Instrument, das Arbeitsplätze kostet." Die Frage sei überdies in Zusammenhang mit den in Österreich extrem hohen Lohn- und Einkommensteuern zu betrachten. Überdies gebe es nur noch in Frankreich klassische Vermögensteuern. "Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer kommt für uns nicht in Frage. Bei einer Erbschaftssteuer hätten wir ein niedriges Volumen und hohe Kosten bei der Einhebung, es bleiben vielleicht 30 bis 40 Millionen. Damit werde ich niemals ein Budget sanieren oder eine Steuerentlastung zustande bringen. Wenn man es ideologisch sieht - fair enough. Aber sie bringt nichts. Wenn Sie nennenswerte Volumen wollen, müssen Sie tief in die Mittelschicht gehen und Unternehmen belasten. Dann werden Sie aber noch mehr Unternehmen in Stiftungen haben oder diese an sogenannte 'Heuschrecken' verkaufen müssen. Das wollen wir nicht", unterstrich der IV-Präsident. Wenn die ÖVP bei dieser Frage umfalle, vergräme sie ihre Kernschichten und die Industrie. Bei der Grundsteuer sei als möglicher Teil einer Gegenfinanzierung dann das ganze System zu ändern: "Wir dürfen nicht bloß an Einheitswerten drehen und müssen auf die Nutzungsarten abzielen." Ein höheres Budgetdefizit für eine Steuerreform "kommt absolut nicht in Frage. Wir haben heute bereits eine implizite Staatsverschuldung von 280 Prozent des BIP", so der IV-Präsident.

 

Zwtl.: Bildung: "Wollen völlig neues System aufbauen"

 

Zum neuen Bildungskonzept der IV betonte Kapsch, "wir brauchen die beste Bildung. Wir wollen ein völlig neues System aufbauen und gehen von Bildungszielen aus, mit einem dreistufigen Modell innerhalb der Pflichtschulen. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Pflichtschulen, denn dies ist der Bereich, wo wir die größten Probleme haben. Und wir wollen den Übergang von der Elementarpädagogik auf die Schule und von der 4. auf die 5. Schulstufe erleichtern. Das wird rund zwei Legislaturperioden dauern. Unser Vorbild ist Holland - unser Konzept liegt sehr nahe am niederländischen Modell. Es ist eine Bildungsrevolution erforderlich", betonte der IV-Präsident.

 

Kapsch stellte klar, "die Schule beginnt mit sechs Jahren wie bisher - wir möchten ein verpflichtendes Kindergartenjahr und ein Schulstartjahr, um den Übergang zwischen Kindergarten und Schule zu erleichtern." Es bedürfe hier einer engeren Abstimmung. Das neue System lasse sich gut finanzieren und natürlich wäre auch die Schulverwaltung zu entlasten. "Unser Bildungskonzept ist nicht nur von uns selbst entwickelt worden. Wir sehen uns internationale Best-Practice-Beispiele an und haben mit vielen nationalen und internationalen Fachleuten gesprochen. Es sollten alle Bildungsagenden auf Bundesebene sein", so der IV-Präsident. Derzeit habe man Unzufriedenheit über das Bildungssystem "bei allen. Es gibt extrem viele engagierte Pädagoginnen und Pädagogen, die wir unterstützen wollen, denn sie werden die Zukunft mitgestalten."

 

"Unser Konzept will Bildungsziele und Bildungspflicht im Gegensatz zur derzeitigen Unterrichtspflicht. Wir sprechen von einer gemeinsamen Schule der 6- bis 14-jährigen. Die Schule soll in sich differenziert sein und wegen schlechter Leistungen in einem Fachs soll man nicht ein ganzes Jahr verlieren. Gymnasien wären prädestiniert dafür, Basis dieser neuen Schule zu sein", betonte Kapsch. Seit 1848 werde über dieses Thema diskutiert und es gebe gute Gespräche mit allen, auch einige ÖVP-Landeshauptleute stünden hinter dem Konzept. "Es muss einen Schulabschluss geben, es braucht eine mittlere Reifeprüfung, denn die Arbeitslosigkeit ist bei jenen am höchsten, die keinen Abschluss haben. Es bedarf Noten und parallel dazu einer qualitativen Beurteilung - somit einer Mischung, keiner Abschaffung. Jede Stufe des Bildungswesens sollte mit einer Prüfung beendet werden. Verhindern müssen wir eine Zweiklassengesellschaft im Bildungswesen - unser Ziel heißt Regelschulwesen. Wir stellen alle Schulen auf die gleiche Basis - jeder kann Schulträger werden und jede Schule hat hohe Autonomie", erklärte der IV-Präsident. Zur Lehrergewerkschaft sagte Kapsch, er sehe es kritisch, dass zuerst über das Lehrerdienstrecht diskutiert werde. "Dieses ist an das Ziel anzupassen und nicht umgekehrt. Die IV ist weit davon entfernt, irgendjemand 'formen' zu wollen. Wir haben unser Konzept auf soziale Kompetenz und Teamfähigkeit angelegt. Der gesellschaftspolitische Zugang der Industriellenvereinigung geht weit über das unmittelbare Interesse ihrer Mitglieder hinaus", so Kapsch.

 

Zwtl.: "Pensionssystem in heutiger Form unfinanzierbar"

 

Zu dringend erforderlichen Strukturreformen sagte Kapsch, "wir fangen dort an, wo es uns selbst trifft - etwa bei den Förderungen. Dort müssen wir rund zehn Prozent einsparen - fast zwei Milliarden. Wenn jedes Bundesland in einem Bereich jeweils so effizient arbeitet wie das jeweils beste, wären 1,5 Prozent des BIP zu holen, weitere vier Milliarden. Ein Beispiel: St. Pölten ist halb so groß wie Innsbruck, hat aber doppelt so viele Gemeindebedienstete." Bis 2020 seien vier Prozent-Punkte des BIP zu lukrieren: 1,5 Prozent des BIP bei den Pensionen, 0,5 Prozent des BIP im Bereich Gesundheitsadministration, 1,5 Prozent des BIP im Bereich der Verwaltung, 0,5 Prozent des BIP im Bereich Förderungen und Subventionen. Zum Pensionssystem sagte Kapsch, dieses sei "in der heutigen Form unfinanzierbar - wenn wir verantwortungsvoll agieren, dann müssen wir heute die richtigen Maßnahmen setzen: faktisches Antrittsalter erhöhen und Anpassen an die Lebenserwartung. Von 1970 bis heute hat sich die Pensionszeit bei Frauen verdoppelt und bei Männern fast vervierfacht. Das funktioniert nicht und beim aktuellen Wirtschaftswachstum wird es noch viel schwieriger. Wir müssen unser System umstellen", betonte Kapsch.

 

Zwtl.: Faktor Arbeit spürbar entlasten

 

Zur notwendigen Arbeitszusatzkostensenkung betonte Kapsch, "wir wollen Unternehmer entlasten und Familien nicht Geld wegnehmen. Der FLAF etwa finanziert nicht nur Familienleistungen - er hat 2012 ins Positive gedreht und wir finanzieren daraus einen Teil der Zuschüsse zu den Pensionen. Und auch bei der AUVA werden Mittel zweckentfremdet verwendet. Das kann doch nicht sein." Die Gruppenbesteuerung "halte ich sehr wohl für fair. Es geht um Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze - wir sichern sie im Inland dadurch, dass wir im Ausland stärker werden. Wir investieren und Investieren bedeutet Arbeitsplätze. Daher sollten wir die Dinge, wegen derer Unternehmen sich in Österreich ansiedeln, nicht in Frage stellen. Das betrifft die insbesondere die Gruppenbesteuerung und auch die Forschungsförderung", so der IV-Präsident.

 

Zwtl.: Konjunktur: "vieles hausgemacht - in Bildung, Infrastruktur und F&E muss man investieren"

 

Die derzeitige schwache heimische Auftragslage liege an der internationalen Konjunktur, "aber auch an Europa und Österreich. Wir haben vieles hausgemacht und können nicht alles auf die Ukraine und Syrien schieben. Das Problem ist, dass Europa und Österreich vielfach nicht konkurrenzfähig sind: in Österreich haben sich die Arbeitskosten seit 2008 um fast 20 Prozent erhöht - in Deutschland um zwölf. Das Tragische ist, dass das nicht einmal bei den Menschen angekommen, sondern an den Staat geflossen ist", so Kapsch. Zu etwaigen Konjunkturpaketen sagte er, "wesentlich ist in Europa und Österreich, wir brauchen mehr ökonomische Freiheit für Menschen und Unternehmen. Für Pakete haben wir kein Geld mehr und sie verpuffen auch. Dann haben wir vielleicht kurz eine Spitze, aber diese verflacht, wie in Japan, rasch. Was wir wollen, sind langfristig wirksame Maßnahmen wie F&E sowie Investitionen in Infrastruktur. Leitbetriebe bringen überdies eine hohe Stabilität in die Wirtschaft, zahlen bessere Gehälter und haben eine wesentlich höhere Exportquote", betonte der IV-Präsident.

 

Zwtl.: "Europa spart sich nicht zu Tode"

 

"Europa spart sich nicht zu Tode. Es gibt zwei große Unterschiede zwischen Europa und den USA: die Amerikaner haben die FED und den Dollar. Die USA geben vor allem der Wirtschaft wesentlich mehr Freiheit, holen Unternehmer und Produktion zurück, sind keine bloßen Wirtschaftsförderer. Das machen wir nicht - und wir können das auch nicht mit Geld machen, dass müssen wir über Rahmenbedingungen tun. Das gilt auch für das 300-Milliarden-Paket der EU. Aussitzen darf man gar nichts. Wir haben Möglichkeiten - diese sind weniger Bürokratie, mehr Freiheit, bessere Steuer- und Abgabensituation, andere Arbeitszeitmodelle. Dort können wir etwas tun. Aber wir müssen ehrlich sein - wir werden kurzfristig nicht allzu viel bewirken können. Wir müssen aber jetzt Maßnahmen setzen, die langfristig wirken", betonte Kapsch. Ein Weiterverschulden in Österreich sei nicht möglich, es gebe keinen Spielraum, so der IV-Präsident mit Verweis auf das Vorbild Schweden - "dort hat man eine Entschuldung in 20 Jahren geschafft."

 

Zur Frage möglicher Kurzarbeit sagte Kapsch, "das könnte da und dort auf uns zukommen. Wir wünschen uns hier etwas mehr Flexibilität, als wir es beim letzten Mal hatten." Zu den Überlegungen von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Zumutbarkeitsgrenzen am Arbeitsmarkt zu ändern, zeigte sich Kapsch "grundsätzlich positiv". Bei Qualifikation sowie Anfahrtszeiten seien Änderungen zu überlegen - " es gibt Länder, in den dies durchaus möglich ist." Für die IV gelte, "dass wir mit politischen Parteien im Gespräch, aber keiner politischen Richtung zuzuordnen sind - sonst verlieren wir unseren Spielraum. Wir haben ein solides Verhältnis zu beiden Regierungsparteien und sind äquidistant zu den politischen Parteien. Ein Grundproblem des Landes sei, "dass man alles vorher zu Tode abstimmt. Wir hingegen nehmen nicht auf alles Rücksicht, auch nicht auf Wahlen. Wenn es Kritiker gibt, dann gibt es eben Kritiker."

 

Zwtl.: ÖIAG: "Wollen nicht, dass Repolitisierung stattfindet"

 

Zur ÖIAG betonte der IV-Präsident, "die Industriellenvereinigung hat mit der Besetzung von Posten in der ÖIAG nichts zu tun. Ich habe hier meine Finger niemals drinnen gehabt." Zur Frage der Entpolitisierung sagte Kapsch, er habe gewisses Verständnis dafür, dass der Eigentümer Einfluss auf seine Unternehmen nehmen wolle. "Wir wollen aber jedenfalls nicht, dass eine Repolitisierung stattfindet. Wir wollen nicht, dass dort Vertreter von Kammern und Verbänden sitzen - das gilt auch für die IV."

 

Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien

 

Rückfragehinweis: IV-Newsroom  Tel.: +43 (1) 711 35-2306 mailto:info@iv-newsroom.at www.iv-net.at/medien Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/112/aom

 

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OTS0030 II 23.11.2014 12:44:32

 

Walser zu Kapsch: IV-Vorschläge ermöglichen, dass endlich Bewegung ins Bildungssystem kommt

Utl.: "Hoffentlich Anstoß für ÖVP, ihre sture Haltung endlich aufzugeben!"

 

Der Grüne Bildungssprecher NAbg. Harald Walser bezeichnet die heutigen Ausführungen des Präsidenten der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, in der ORF-Pressestunde zum Bildungsbereich als "interessante Vorschläge, die es ermöglichen, dass endlich Bewegung ins Bildungssystem kommt."

 

Kapschs Ideen zum Beispiel für die 5- und 6jährigen erinnern Walser auch stark an das Grüne Modell der flexiblen Schuleingangsphase, das die Grünen ja bereits in den Nationalrat eingebracht haben - Walser glaubt, "dass hier bei etwas gutem Willen durchaus Übereinstimmung erzielt werden könnte."

 

"Die IV-Initiativen im Bildungsbereich sind hoffentlich Anstoß für die ÖVP, ihre sture Haltung endlich aufzugeben, da dadurch der Wirtschaftsstandort Österreich bereits seit Jahren geschädigt wird", so Walser zum Abschluss.

 

Rückfragehinweis: Grüner Klub im Parlament  Bernd Pekari, Tel.: +43-67686665930  mailto: bernd.pekari@gruene.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom

 

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OTS0028 II, II 23.11.2014 12:26:47

 

FPÖ-Walter Rosenkranz: Bildungspolitische Ideen von IV-Präsident Kapsch sind Träumereien

 

"Würde das Modell der Industriellenvereinigung (IV) tatsächlich auf eine Individualisierung hinauslaufen, wird es selbstverständlich teurer. Und wenn es nicht teurer wird, ist es keine Individualisierung, sondern bedeutet einen Niveauverlust. Die bildungspolitischen Ideen von IV-Präsident Kapsch fallen somit in die Kategorie 'Träumerei'", erklärt FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Dr. Walter Rosenkranz zu den Aussagen von IV-Präsident Kapsch in der heutigen ORF-Pressestunde. "Und wenn sich die extrem linke bildungspolitische Positionen mit jenen der Großindustrie treffen, ist ohnehin Skepsis angebracht", betont Rosenkranz, der sein "Nein" zu einer leistungsfeindlichen Gesamtschule und zur Zwangsbeglückung der Eltern durch die "echte" Ganztagsschule erneuert.

 

Rückfragehinweis:  Freiheitlicher Parlamentsklub  Tel.: 01/ 40 110 - 7012

mailto:presse-parlamentsklub@fpoe.at  http://www.fpoe-parlamentsklub.at  http://www.fpoe.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4468/aom

 

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OTS0006 II 23.11.2014 08:35:56

 

Heinisch-Hosek: 4. Frauenenquete zum Thema Bildung und Frauen

Utl.: Intensiver Austausch mit namhaften Wissenschafterinnen an der PH Wien

 

Zum 4. Mal hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gemeinsam mit der Plattform 20000frauen zur Frauenenquete eingeladen, Thema waren aktuelle Fragestellungen zum Bildungssystem aus Gender-Perspektive. In drei Impulsvorträgen und neun Workshops wurde der Zugang von Frauen und Mädchen zu Bildung reflektiert sowie über Theorien und praktische feministische Strategien gesprochen.

 

Passend zum Thema fand die Enquete zum ersten Mal in einer Bildungseinrichtung, an der Pädagogischen Hochschule Wien, statt. Birge Krondorfer hielt als Vertreterin der Plattform 20000frauen Eröffnungsworte. Mit der Frauenenquete würden die Themen der Plattform eine erweiterte Öffentlichkeit finden, Veranstaltungen wie diese öffneten Raum für kritische Diskussionen und Auseinandersetzungen. Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hielt in ihrer Eröffnungsrede fest, dass der Titel der Enquete "Frauen.Bilden.Kritik" und die heutige Auseinandersetzung mit dem Thema zeigen würde, dass es eine Reihe von Überschneidungen und Synergien zwischen dem Bildungs- und Frauenressort gäbe.

 

Mehr Bewegung bei der Frage der Bildungsvererbung notwendig Die Studie "Education at a Glance" der OECD habe zuletzt ergeben, dass Österreich mehr Bewegung bei der Vererbung von Bildung brauche. "Die Studie zeigt, dass wir hier aufholen müssen", so Heinisch-Hosek. Kinder, deren Eltern AkademikerInnen sind, hätten laut Studie viel höhere Chancen, selbst ein Studium abzuschließen, als Kinder von Personen, die die Pflichtschule absolviert haben. "Als Bildungsministerin ist es meine Aufgabe, möglichst wenige zurückzulassen und für möglichst viele Menschen Bildungsabschlüsse zu ermöglichen. Eine gute Ausbildung ist die beste Basis für den Einstieg in ein erfolgreiches Erwerbsleben," so Heinisch-Hosek, die darauf verweist, dass bereits im Kindergarten als erste Bildungseinrichtung der Grundstein gelegt werde und Kinder beim Übergang in die Volksschule begleitet werden sollen. Mit der ganztägigen Schule seien Kinder bestmöglich betreut, während Eltern Beruf und Familie vereinbaren können.

 

Die Frauenministerin skizzierte weiter, dass es einen Gender Gap in der Ausbildung gibt. "Frauen sind so gut ausgebildet wie nie zuvor, trotzdem sind sie bei Führungspositionen viel zu wenig vertreten", so Heinisch-Hosek. "Die Wissensgesellschaft muss gleichberechtigt sein. Denn während unter den StudienanfängerInnen mehr als die Hälfte weiblich sind, bewirkt die gläserne Decke bei Master, PhD und ProfessorInnen einen rapide abfallenden Anteil an Frauen. Das darf und kann sich eine wissensbasierte Gesellschaft nicht leisten."

 

Wieviel Gender steckt in den Schulen? "Mädchen sollen sich frei von Stereotypen und Rollenbilder für eine Ausbildung und einen Beruf ihrer Wahl entscheiden können. Hier müssen wir bereits früh ansetzen", so Heinisch-Hosek. Im Bildungs- und Frauenministerium gibt es eine eigene Abteilung "Gender und Schule", die "Verbesserung der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen" ist eines der zentralen Wirkungsziele des Ressorts. Weiters ist das Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" in den Lehrplänen der meisten Schularten verankert, und Gender-Diversitäts-Kompetenz ist in der PädagogInnenbildung festgeschrieben. Der Ausbau der Berufs- und Bildungswegorientierung passiert auf der Sekundarstufe I unter besonderer Berücksichtigung geschlechtssensibler Berufsorientierung. "Wir sind auf einem guten Weg, diesen Weg werden wir fortsetzen", so die Ministerin in ihren Eröffnungsworten abschließend.

 

Keynote-Sprecherinnen: Mischung zwischen Theorie und Praxis Susanne Dermutz ging in ihrer Keynote der Frage nach, welche Bedeutung das Geschlecht für die (Aus-)Bildung hat. Noch immer würden Stereotypen und Rollenbilder von Familie und Schule (re-)produziert werden. Sie plädierte für eine feministische Schulforschung und für eine Frauenforschung, die auch Eingang in die Schule findet.

 

Michaela Judy referierte zum Thema "Polyphonie. Oder: Feministische Bildung zwischen Autonomie, Dialog und Solidarität" und skizzierte Möglichkeiten feministischer Erwachsenenbildung.

 

Als dritte Keynote-Sprecherin widmete sich Wiltrud Gieseke der Fragestellung "Genderverhältnisse in Bildung. Zwischen Entwicklung und Stillstand - wo befinden sich die Frauen?" und zog Vergleiche zwischen Deutschland und Österreich. Gieseke ging der Frage nach, wieso Frauen auf der einen Seite so gut ausgebildet und top qualifiziert sind, aber auf der anderen Seite im Laufe ihres Erwerbsleben verlieren.

 

Plädoyer für die ganztägige Schule In der abschließenden Diskussion mit allen Teilnehmerinnen sprachen sich die Frauen mehrheitlich für die Umsetzung der ganztätigen verschränkten Schule aus. Die ganztägige Schulform bietet Kindern auf der einen Seite die beste Bildung und ermöglicht vor allem Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Die Diskussion in den Workshops hat gezeigt, wie wichtig feministische Bildungsarbeit ist", so Heinisch-Hosek im Schlussplenum und bedankte sich abschließend für die engagierte und konstruktive Beteiligung der Teilnehmerinnen an der Enquete.

 

Rückfragehinweis: Bundesministerium für Bildung und Frauen Dr.in Julia Valsky Pressesprecherin

Tel.: +43-1-53120-5025 julia.valsky@bmbf.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4920/aom

 

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Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

 

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