Donnerstag, 18. Dezember 2014

2014.12.18: Bildung

APA0246 II, XI 18.12.2014 12:04:50

 

Matura: Reifeprüfungskommission tagt zu Vorbereitungsstunden

Utl.: Am Freitag - "Extrem uneinheitliche Resultate" bei Modellschularbeit - Eventuell mehr Vorbereitung nach Notenkonferenz

Oberstufe/Österreich-weit

Mit der Kürzung der Vorbereitungsstunden bei der mündlichen Matura setzt sich die Bundes-Reifeprüfungskommission am Freitag auseinander. Auch die zur Vorbereitung auf die neue Matura in der Vorwoche abgehaltene Mathe-Modellschularbeit könnte zum Thema in dem Beratungsgremium werden. Diese hat offenbar "extrem uneinheitliche Resultate" gebracht.

Zur Matura-Vorbereitung stellte das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) am vergangenen Donnerstag eine Modellschularbeit zur Verfügung. Diese konnte von den Lehrern entweder als reale Schularbeit abgehalten oder auch nur zur Übung verwendet werden. Die Resultate wiederum sollen an das Bildungsministerium übermittelt werden.

Da die Korrekturfrist noch läuft, gibt es noch keine Auswertung, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Ministerium. Laut "Kleiner Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) sollen die vorläufigen Resultate in der Steiermark mit einem Drittel Fünfer sehr schlecht ausgefallen sein. AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner und der Wiener Stadtschulrat sprechen gegenüber der APA wiederum von "extrem uneinheitlichen Resultaten".

Im Stadtschulrat läuft ebenfalls noch die Auswertung. Nach vorläufigen Infos gebe es aber keinen einheitlichen Trend, sogar innerhalb einer einzigen Schule habe es neben Klassen mit guten Resultaten andere Klassen gegeben, in denen die Schularbeit wegen zu vieler Fünfer wiederholt werden muss.

Ähnlich Zillner: "Es hat Bereiche gegeben, wo die Schularbeit besorgniserregend ausgefallen ist und solche, wo die Ergebnisse durchaus erfreulich waren." Einen vollständigen Überblick habe aber auch er nicht. An seiner eigenen Schule, an der die neue Reifeprüfung schon länger erprobt wird, wären die Resultate wiederum "normal und unspektakulär" gewesen. Die Ergebnisse seien im langjährigen Schnitt gelegen. "Man sollte jetzt auch nicht in Panik verfallen, sondern Ursachenanalyse betreiben." Schülervertreter haben am Donnerstag jedenfalls schon vor dem Bildungsministerium mit einem Flashmob protestiert, der Grüne Bildungssprecher Harald Walser forderte in einer Aussendung eine "Krisenhotline".

Beim Thema Vorbereitungsstunden könnte in der Bundesreifeprüfungskommission ein Lösungsvorschlag diskutiert werden. Dabei geht es um jene Stunden, die zwischen schriftlicher und mündlicher Matura zur Vorbereitung auf letztere zur Verfügung stehen. Bisher wurden den Lehrern in Nebenfächern pro Klasse in der Regel acht Stunden bezahlt, in Hauptfächern zwölf oder 16. Künftig sind es nur mehr vier, außerdem werden alle Kandidaten eines Prüfungsfachs klassenübergreifend in einer Gruppe zusammengefasst.

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter fürchten deshalb eine schlechtere Maturavorbereitung, Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verwies zuletzt dagegen auf das geänderte Maturasystem. Mit der neuen Reifeprüfung stünden seit spätestens Anfang Dezember alle Themenbereiche fest, damit könne die Vorbereitung schon jetzt starten. Die Stunden seien auch nicht für eine Stoffwiederholung gedacht, sondern zur Vorbereitung auf die Art der Fragestellungen und zur Übung der Präsentation.

Dem Vernehmen nach könnte als kurzfristige Lösungsvariante eine Umorganisation der Zeit zwischen Notenkonferenz der achten Klasse und schriftlicher Matura erfolgen. In diesen etwa zehn Tagen findet derzeit normaler Unterricht statt, der aber keinen Einfluss mehr auf die Noten hat. Die Lehrer werden dafür innerhalb ihrer Lehrverpflichtung entlohnt. Künftig könnte diese Zeit zur Vorbereitung auf die mündliche Matura genützt werden, indem sich die Vorbereitungsgruppen zusätzlich schon innerhalb dieser Frist im Unterricht treffen. So entstünden auch keine Zusatzkosten.

(schluss) aku;has

OTS0075 II, CI 18.12.2014 11:00:26

 

Walser zu Zentralmatura: "Sofortige Einrichtung einer Krisenhotline!"

Utl.: Notfallplan für den Maturatermin 2015 als Zwischenlösung notwendig

Politik/Walser/Grüne/Bildung/Zentralmatura

"Die MaturantInnen dürfen nicht zu Opfern einer desaströsen Vorbereitung der Zentralmatura werden", reagiert der Grüne Bildungssprecher Harald Walser auf die schlechten Ergebnisse bei den Probeschularbeiten in Mathematik: "Die Empörung bei Eltern und SchülerInnen ist absolut berechtigt. Ich kann nicht verstehen, warum die vielen kritischen Stimmen der letzten Monate nicht zur Kenntnis genommen wurden." Gleichzeitig aber warnt der Grüne Bildungssprecher vor hysterischen Schnellschussreaktionen, wie sie bei der "Datenleck-Affäre" der Fall waren. "Während aus der Steiermark gemeldet wird, dass jede dritte Probeschularbeit für die Zentralmatura negativ bewertet wurde und uns viele Hilferufe aus ganz Österreich von verunsicherten Eltern und MaturantInnen erreichen, spricht das BIFIE auf seiner Website von einem 'angemessenen Schwierigkeitsgrad und einer hohen inhaltlichen Qualität' der Aufgabenstellung. Da stimmt doch ganz offenkundig etwas nicht", betont Walser und fragt: "Warum verschließt das BIFIE seine Augen vor der Realität?" Er fordert daher als Sofortmaßnahme die Einrichtung einer Beratungs- und Krisenhotline: "Alle Betroffenen müssen Ansprechpartner haben, die auf die Riesenverunsicherung kompetent und unbürokratisch reagieren können. Im Notfall muss für dieses Jahr an einer Zwischenlösung gebastelt werden, die nicht Maturantinnen und Maturanten zu den Opfern einer schludrigen Vorbereitung des Projekts Zentralmatura machen, gleichzeitig aber das an sich sinnvolle Projekt nicht gefährden."

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